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Rufen, Prüfen, Drücken, Schocken - Herzstiftung-App zeigt, was im Herznotfall zu tun ist Herzinfarkt-Risikotest gibt Einschätzung für persönliches Risiko

Lebensrettende Informationen zum richtigen Verhalten bei Herzinfarkt sowie
eine Anleitung zur Herzdruckmassage bei plötzlichem Herzstillstand und
einen Herzinfarkt-Risikotest zur Ermittlung des persönlichen Risikoprofils
gibt die Deutsche Herzstiftung in einer neuen App, die kostenlos über
<www.herzstiftung.de/app> heruntergeladen werden kann. Die App informiert
mit grafischen Abbildungen Laien über die häufigsten Herzinfarkt-
Alarmzeichen und hilft, die infarkttypischen Symptome schnell und richtig
zu deuten. Auch stellt die App die Herzdruckmassage dar und gibt dazu
konkrete Handlungsanweisungen. Das Besondere an der Anwendung ist, dass
sie den direkten Notruf 112 ermöglicht und so keine lebensrettende Zeit
verloren geht. „Die App informiert über das richtige Verhalten bei
Verdacht auf Herzinfarkt sowie beim Vorliegen eines plötzlichen
Herzstillstands. Sofortiges Handeln ist in beiden Fällen
überlebenswichtig“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Für Laien einfach zu handhaben
Die App gliedert sich in die Herznotfall-Situationen „Brustschmerzen“ und
„Bewusstlosigkeit“. In beiden Notfallsituationen wird mit Abbildungen und
wenigen Fragen geklärt, ob Schmerzen im Brustkorb auf einen Herzinfarkt
hindeuten oder ob eine akute Bewusstlosigkeit, hervorgerufen durch einen
Herzstillstand, vorliegt. Ist letzteres der Fall, erhalten Helferinnen und
Helfer die Anleitung zur Durchführung der Herzdruckmassage Schritt für
Schritt sowie zur Anwendung des automatisierten externen Defibrillators
(AED). „Die kurze und konkrete Anleitung zur Herzdruckmassage soll helfen,
die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zu überbrücken,
bis der Rettungsdienst eintrifft“, betont Herzexperte Voigtländer,
Ärztlicher Direktor am Agaplesion Bethanien-Krankenhaus und
Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main.
Allerdings ist die App nicht als Ersatz einer Ausbildung in der Herz-
Lungen-Wiederbelebung gedacht.

Hemmschwelle beim Herznotfall senken
Der plötzliche Herzstillstand gehört zu den häufigsten Todesursachen in
Deutschland. Jedes Jahr erleiden hierzulande ca. 65 000 Menschen einen
sog. Plötzlichen Herztod. Ist der Betroffene bewusstlos, reagiert er nicht
auf lautes Zurufen oder andere Reize (Zwicken) und atmet nicht normal,
muss man von einem plötzlichen Herzstillstand ausgehen. Wenn ein solcher
Herznotfall eintritt, ist das für zufällig Anwesende oder Angehörige eine
belastende Situation. Aus Angst etwas falsch zu machen, wird oft gar
nichts gemacht und nur abgewartet, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Die
App soll dazu beitragen, diese Hemmschwelle zu überwinden und im Notfall
schnell und gezielt zu handeln, um Leben zu retten“, sagt Prof.
Voigtländer.

Herzinfarkt: Wie gefährdet sind Sie?
In der App ist zudem ein Herzinfarkt-Risikotest enthalten. Der Test
erfasst die Risikofaktoren Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, Stress
und ungesunde Ernährung, die sich schädigend auf die Herzkrankgefäße
auswirken und zu den Risikokrankheiten Bluthochdruck, Diabetes und
Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) führen. „Gesunde und
Patienten, bei denen noch keine koronare Herzkrankheit diagnostiziert
wurde, bekommen eine Einschätzung ihres persönlichen Herzinfarkt-Risikos
und den Hinweis, ob eine ärztliche Untersuchung notwendig ist.

Die meisten Risikofaktoren sind beeinflussbar
Das persönliche Risikoprofil wird anhand von zu beantwortenden Fragen und
der erreichten Punktzahl ermittelt. Am Ende steht das Ergebnis mit einer
Einordnung des Risikos und entsprechenden Ratschlägen. Ein schlechtes
Testergebnis bedeutet nicht, dass man dem Herzinfarkt hilflos ausgeliefert
ist, sondern es dient als Aufforderung, etwas für die Gesundheit zu tun.
„Am besten sollte man einen Internisten oder Kardiologen aufsuchen, um
gemeinsam eine Strategie gegen den Herzinfarkt zu entwickeln“, rät Prof.
Voigtländer. Denn bis auf erbliche Belastung, Alter und Geschlecht sind
alle Risikofaktoren beeinflussbar.

Die Herzstiftungs-App steht ab sofort kostenlos zum Download mit
Anleitungen zur Installation bereit unter: <www.herzstiftung.de/app>

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DGPPN-Preise 2021 – 100.000 Euro für exzellente Arbeiten

Mit einer Reihe von Preisen zeichnet die DGPPN jedes Jahr innovative und
herausragende Arbeiten und Projekte aus, die einen neuen Zugang zu
psychischen Erkrankungen, ein neues Verständnis von Diagnostik und
Therapie sowie mehr Wissen über ihre Ursache, Entstehung und Verbreitung
vermitteln. Die Preise haben ein Gesamtvolumen von rund 100.000 Euro und
gehen an anerkannte Forschende, Nachwuchswissenschaftler, Medienschaffende
und Vertreter besonders engagierter Versorgungsmodelle. Die Preise wurden
in diesem Jahr wieder im Rahmen des DGPPN Kongresses in Berlin verliehen,
der vom 24.–27. November im CityCube Berlin stattfand.

KATEGORIE WISSENSCHAFT

DGPPN-Preis zur Erforschung von psychischen Erkrankungen (Dotierung: 2 x
7500 Euro)

Preisträgerin 1: Prof. Christine Falter-Wagner, Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Forschungsschwerpunkt: Die Etablierung der digitalen Phänotypisierung und
automatisierten Diagnostik der Autismus-Spektrum-Störung. Eine Bandbreite
von objektiven Erhebungsmethoden wird zu diesem Zweck kombiniert: digitale
Phänotypisierung im Bereich nonverbaler Kommunikation sowie
Psychophysiologie und neuronale Bildgebung.

Preisträger 2: Prof. Tobias Kaufmann, Allgemeine Psychiatrie und
Psychotherapie, Universitätsklinikum Tübingen
Forschungsschwerpunkt: Grundlagenforschung im Bereich Computational
Psychiatry zu diversen Aspekten psychischer Erkrankungen durch die
integrative Zusammenführung von klinischen Daten mit Genetik und
Gehirnbildgebung.

DGPPN-Forschungspreis: Prädiktive, präventive und personalisierte Medizin
in Psychiatrie und Neurologie (Dotierung: 10.000 Euro)

Das Fördergeld für diesen Preis mit einem Gesamtvolumen von 140.000 Euro
wurde vom ehemaligen Förderverein „Psychopharmakotherapie e. V.“ an die
DGPPN gespendet.

Preisträgerin: Dr. Lana Kambeitz-Ilankovic, Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln
Forschungsschwerpunkt: Maschinelle Lernmodelle, die auf Verhaltens- und
Bildgebungsdaten basieren und individualisierte Vorhersagen der sozialen
und beruflichen Funktionsfähigkeit bei Patienten mit klinischem Hochrisiko
für Psychose und Depression ermöglichen.

DGPPN-Promotionspreis – Hans-Heimann-Preis (Dotierung: 3 x 6000 Euro)

Der Preis wird zu Ehren des Schweizer Psychiaters und Psychotherapeuten
sowie langjährigen Direktors der Psychiatrischen Universitätsklinik
Tübingen Prof. Hans Heimann (1922–2006) verliehen. Das Preisgeld erhalten
jeweils die Doktorandinnen und Doktoranden.

Preisträger-Tandem 1: Dr. Sabrina Golde (Doktorandin) und Prof. Christian
Otte (Betreuer), Charité – Universitätsmedizin Berlin
Titel der Arbeit: „Neurobiological mechanisms of emotion inhibition under
stress in severe early life trauma“

Preisträger-Tandem 2: Dr. Inka Ristow (Doktorandin) und Prof. Martin
Walter (Betreuer), Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Titel der Arbeit: „Untersuchung neurobiologischer Korrelate sexueller
Reizverarbeitung bei Gesunden und pädophilen Patienten anhand
funktioneller Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographie,
Magnetresonanzspektroskopie und Magnetenzephalographie“

Preisträger-Tandem 3: Dr. David Vogel (Doktorand) und Prof. Kai Vogeley
(Betreuer), Universität zu Köln
Titel der Arbeit: „A qualitative Exploration of the Psychopathology of
Time Experience“



KATEGORIE VERSORGUNG

DGPPN-Preis für Versorgungsforschung in Psychiatrie und Psychotherapie
(Dotierung: 10.000 Euro)

Preisträgerin: Dr. Susanne Röhr, Institut für Sozialmedizin,
Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät,
Universität Leipzig
Forschungsschwerpunkt: Die Forschung leistet einen einschlägigen Beitrag
für eine zugängliche und effektive Demenzversorgung, die
gesundheitsfördernd und präventiv angelegt ist und sich auf
Risikoreduktion, Frühdiagnostik und -intervention von kognitivem Abbau und
Demenzen konzentriert. Dabei werden insbesondere vulnerable und
marginalisierte Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel Geflüchtete und
sozioökonomisch Benachteiligte, in den Blick genommen.


DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie,
Psychotherapie und Psychosomatik (Dotierung: 5000 Euro)

Preisträgerinnen: Ute Thevissen und Varinja Blume, Klinik für Psychiatrie,
Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes‐ und Jugendalters, Uniklinik
RWTH Aachen
Projekt: Pilotprojekt zum Home Treatment bei der juvenilen Anorexia
nervosa



KATEGORIE GESELLSCHAFT

DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus (Dotierung: 2 x 7500 Euro)

Preisträgerin Print: Gesa Gottschalk
Titel des Beitrags: „Eine sichere Bank“, Geo Perspektive, 10/2020

Preisträgerin Ton: Nicole Ficociello
Titel des Beitrags: „#mentalhealth – Warum psychische Erkrankungen bei
Instagram gerade trenden“, BR2 Zündfunk Generator, 10/2020


DGPPN-Preis für Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie
(Dotierung: 6000 Euro)

Der Preis wird in Verbindung mit dem Bonner Institut für Wissenschaft und
Ethik verliehen.

Preisträgerin: Dr. Sanja Dembić, Human Abilities, Centre for Advanced
Studies in the Humanities
Titel der Arbeit: „Defining Addictive Disorder – Abilities Reconsidered“



DGPPN-Antistigma-Preis (Dotierung: 1 x 5000 Euro, 2 x 2500 Euro)

Der Preis wird in Verbindung mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
verliehen. Die Jury wählte folgende Gewinner aus:

Preis 1: „SOUL LALA“
Initiator: Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V.
Projekt: SOUL LALA ist ein Inklusionsprojekt für Jugendliche und junge
Erwachsene. Es läuft von Juli 2017 bis Juli 2022 und wird von der Aktion
Mensch Stiftung gefördert. SOUL LALA ist eine Community für alle, die über
die Seele sprechen und sich gegenseitig stärken wollen.

Preis 2: „fragEltern“
Initiator: ARWED e. V.
Projekt: Die Kampagne reist mit ihrem Anhänger durch NRW mit Halt in 16
Städten. Vor Ort nehmen Eltern andere zum Thema Sucht tätige
Selbsthilfegruppen und Vertreter des Suchthilfesystems mit ins Boot,
organisieren Aktionstage und sorgen dafür, dass die Kampagne in der
Öffentlichkeit präsent ist.

Preis 3: „Aufeinander Achten“
Initiator: On the Move e. V.
Projekt: Einem trialogischen Ansatz folgend, sollen durch niederschwellige
und kostenlose Kursangebote Aufklärung und Wissen über psychische
Belastungen und Erkrankungen vermittelt sowie der Austausch darüber in der
Gesellschaft gefördert werden. In Erste-Hilfe-Kursen für die Seele werden
in Anlehnung an Erste-Hilfe-Kurse für körperliche Notfälle seelische
Ersthelfer ausgebildet.

Anerkennungspreis: „Polizeieinsätze im Spannungsfeld psychischer
Erkrankungen“
Initiator: HPE Österreich und Angehörigenverein AHA Salzburg
Projekt: In den letzten 12 Jahren wurden im Rahmen der Polizei-
Grundausbildung 250 trialogisch ausgerichtete Seminartage für ca. 7000
Polizisten durchgeführt. Ziel dieser Seminare ist die Sensibilisierung
dafür, wie es psychisch kranken Menschen, Angehörigen – aber auch den
Polizisten selbst bei Unterbringungseinsätzen geht.


Ulrike-Fritze-Lindenthal-Preis (Dotierung: 1 x 6000 Euro, 1 x 4000 Euro)

Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit
verliehen. Er wird ermöglicht durch eine Stiftung aus dem Privatvermögen
von Prof. Jürgen Fritze und seiner verstorbenen Frau. Mit dem Preis sollen
Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen gewürdigt werden, die sich
für eine nachhaltige Entstigmatisierung und Förderung der Autonomie von
Menschen mit psychischen Erkrankungen engagieren.

Preis 1: „Dare2care“
Projekt: Dare2Care ist eine gemeinnützige Bildungsinitiative mit dem Ziel,
junge Menschen in ihrer psychischen Gesundheit und
Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Gegründet wurde Dare2Care 2019 als
Initiative von Psychologiestudierenden an der Universität zu Lübeck, um
psychoedukative Inhalte in Schulen zu vermitteln und das Thema psychische
Gesundheit zu entstigmatisieren.

Preis 2: „Bipolar hautnah“
Initiator: Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. (DGBS)
Projekt: Mit der crossmedialen Antistigma-Kampagne soll die Perspektive
von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Berücksichtigung von
Fremd- und Selbst-Stigmatisierung sichtbar gemacht werden. Dazu entstanden
Kurz-Videos der Serie „Bipolar hautnah“ unter Darstellung von
Krankheitsbildern aus Sicht von Betroffenen, Angehörigen und Behandlern.

Anerkennungspreis: EX-IN Deutschland e. V.
Projekt: „EX-IN“ gibt den Erfahrungen von Menschen mit psychischer
Erkrankung eine Wertigkeit. Die über die Teilnahme an EX-IN Kursen zu
Erfahrungsexperten gewordenen bringen den Prozess der Entstigmatisierung
praktisch voran und leben Autonomie. Menschen mit einer seelischen
Behinderung bekommen Stimme und Raum für Partizipation und sorgen für die
Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung.



WEITERE PREISE

DGPPN-Best Paper Award (Dotierung: 2500 Euro)

Auszeichnung in Kooperation mit Springer Medizin für den herausragendsten
Beitrag auf dem Gebiet der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
in der Fachzeitschrift „Der Nervenarzt“.

Preisträger: Dr. Moritz Petzold, Charité – Universitätsmedizin Berlin, AG
Recreational Drugs
Titel der Arbeit: „Umgang mit psychischer Belastung bei
Gesundheitsfachkräften im Rahmen der Covid-19-Pandemie“

DGPPN-Posterpreise (Dotierung: 7 x 500 Euro)

Auszeichnung für die besten Poster, die auf dem DGPPN Kongress vorgestellt
wurden.

Preisträger 1: Inge Maria Hahne, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Poster: „Achtsamkeitsbasierte Gruppentherapie für stationäre Patient*innen
mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen – Durchführbarkeit, Akzeptanz und
vorläufige Ergebnisse einer rater-verblindeten randomisierten und
kontrollierten Studie“

Preisträger 2: Malte Zopfs, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Mannheim
Poster: „Feasibility and validity of EFP-neurofeedback in an adolescent
sample of BPD patients“

Preisträger 3: Niklas Bergmann, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Poster „Die Beziehung zwischen Achtsamkeit, Depression, Angst- und
Lebensqualität bei Personen mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen“

Preisträgerin 4: Xenia Hart, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Mannheim
Poster: „Wie valide ist der therapeutische Referenzbereich von Aripiprazol
und welche Rolle spielt der aktive Metabolit Dehydroaripiprazol? Eine
systematische Übersichtsarbeit“

Preisträgerin 5: Louise Schuberth, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Poster „Hydroxynorketamin moduliert die synaptische Plastizität über eine
Blockade des präsynaptischen metabotrophen Glutamatrezeptors 2 (mGluR2)“

Preisträger 6: Dr. Gerrit Breitfelder, Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit Mannheim
Poster: „Entwicklung des Stufensettings „Selbstgefährdung bei Borderline-
Persönlichkeitsstörung“ auf allgemein-psychiatrischen Stationen“

Preisträgerin 7: Laura Kärtner, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Mannheim
Poster: „Low Dose Psilocybin in Depression: More than „Just Placebo“? A
research question as part of the German EPIsoDE trial“


DGPPN-Best-FV-Abstracts (Dotierung: 8 x 500 Euro)

Auszeichnung für die besten eingereichten Freien-Vortrags-Abstracts auf
dem DGPPN Kongress.

Preisträger 1: Dr. Robert Bittner
Titel der Arbeit: „Korrelation zwischen dem kortikalen Volumen des Gyrus
fusiformis und einem polygenetischen Resilienzscore für Schizophrenie“

Preisträger 2: Dr. Felix Brandl
Titel der Arbeit: „Störung von Modell-freiem Entscheidungsverhalten und
striataler Dopamin-Synthese als neurokognitiver Mechanismus exekutiver
Dysfunktion bei Schizophrenie“

Preisträgerin 3: Katharina Brosch
Titel der Arbeit: „Shared hippocampal atrophy in patients with major
psychiatric disorders“

Preisträgerin 4: Prof. Dr. Natalya Chechko
Titel der Arbeit: „Results of RIPOD (risk of postpartum depression) study:
postpartum follow-ups, risk factors and prediction for clinical cases, and
multimodal neuroimaging data“

Preisträger 5: Moritz Haaf
Titel der Arbeit: „Glycin und das Ketamin-Modell der Schizophrenie — Die
Modulation des NMDA-Rezeptors ermöglicht neue Erkenntnisse zur Glutamat-
Hypothese der Schizophrenie“

Preisträger 6: Jakob Scheunemann
Titel der Arbeit: „Vorhersage von Suizidalität im 18-Monatszeitraum
mittels impliziter Verfahren“

Preisträgerin 7: Lisa K. Schreiber
Titel der Arbeit: „Open Doors By Fair Means – Ergebnisse zur
Türöffnungsstudie aus Friedrichshafen und Tübingen“

Preisträgerin 8: Dr. Frederike Stein
Titel der Arbeit: „Psychopathological dimensions of formal thought
disorder and their relation to gray- and white matter brain structure in
affective and psychotic disorders“

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Buchpräsentation: Christoph Cornelißen „Europa im 20. Jahrhundert“

Montag, 13. Dezember 2021, 18.00 Uhr
Hybrid: Zoom & Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
Goethestraße 31, 45128 Essen, Gartensaal

Ein faszinierendes Panorama der europäischen Geschichte vom ausgehenden
19. Jahrhundert bis heute: Der renommierte Historiker Christoph Cornelißen
erzählt fesselnd, wie sich Europa und die Welt in diesem Jahrhundert
voller Umbrüche, das von gewaltigen Katastrophen ebenso wie von
hochfliegenden Hoffnungen geprägt war, in rasantem Tempo veränderten.

Die Europäer büßten nach 1900 zunehmend ihre globale Vorreiterrolle ein,
suchten aber auch nach neuen Wegen der Selbstbehauptung. Christoph
Cornelißen schildert den Durchbruch des modernen Nationalismus und
Nationalstaats, den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft sowie die
großen Ideen und Utopien. Auch zeigt der 2020 in der Reihe „Neue Fischer
Weltgeschichte“ erschienene Band, wie zentral die Demokratie für die Rolle
Europas in der Welt ist – und warum es lohnt, sie zu bewahren.

REFERENT
Christoph Cornelißen, Goethe-Universität Frankfurt

MODERATION
Wilfried Loth, Universität Duisburg-Essen

EINFÜHRUNG
Ute Schneider, Universität Duisburg-Essen

TEILNAHME VIA ZOOM
Teilnahme online via ZOOM nach Anmeldung bei Emily Beyer unter emily.beyer
@kwi-nrw.de bis zum 9. Dezember 2021.

TEILNAHME IN PRÄSENZ
Seit Mittwoch, dem 24. November 2021, gilt für öffentliche Veranstaltungen
im KWI die 2G-Regel (Nachweis über den vollen Impfschutz oder einer
Bescheinigung über eine Immunisierung durch Genesung; die Erkrankung darf
max. 6 Monate zurückliegen). Der Zutritt ist somit nur noch geimpften oder
genesenen Personen mit den notwendigen Nachweisen gestattet.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir verpflichtet sind, die
entsprechenden Nachweise vor Beginn zu kontrollieren. Diese müssen am
Einlass vorgelegt werden und werden 4 Wochen datenschutzkonform
aufbewahrt. Bitte denken Sie auch daran, einen Lichtbildausweis
mitzubringen.
Eine Teilnahme in Präsenz ist auch nach der 2-G-Regel nur nach
schriftlicher Anmeldung möglich. Ebenso ist das Tragen einer medizinischen
oder FFP2-Maske weiterhin verpflichtend.
Bitte melden Sie sich bei Maria Klauwer unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bis
zum 8. Dezember 2021 mit dem Hinweis „Teilnahme in Präsenz“ an. Ebenso
müssen alle Teilnehmer*innen bis zum 8. Dezember schriftlich ihre
Kontaktdaten bei Maria Klauwer angeben. Auch diese werden 4 Wochen
datenschutzkonform aufbewahrt.

VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in
Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen
(UDE)

ÜBER DAS KULTURWISSENSCHAFTLICHE INSTITUT ESSEN (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation sowie ein „Lehr-Labor“.
Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im Forschungsbereich
Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte.

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Holzschuh-Preis für Studie: Fasten ist auch mit Typ 1 Diabetes möglich

Auch Menschen mit Typ 1 Diabetes können fasten: Das zeigt eine
Machbarkeitsstudie von Dr. Bettina Berger von der Universität
Witten/Herdecke (UW/H), die gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe ein
mehrtägiges Fasten erprobt hat. Dafür wurde sie in der letzten Woche mit
dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin ausgezeichnet. Der Preis wird
jährlich vom Stiftungsrat der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung vergeben
und ist mit 5000 Euro dotiert.

Fasten - der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung über einen bestimmten
Zeitraum – wird in zahlreichen Kulturen und Religionen praktiziert und ist
aus der modernen Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Denn als
therapeutische Intervention konnte eine Vielzahl von positiven Wirkungen
nachgewiesen werden. Menschen mit Typ-1-Diabetes wird bisher vom Fasten
abgeraten. Vor allem wird dies mit der komplizierten Steuerung des
Insulin-Haushalts begründet. Nur wenige Ärzte oder Ärztinnen sind bereit,
Menschen mit Typ 1 Diabetes während des Fastens zu betreuen.

Dr. Bettina Berger und ihre Arbeitsgruppe haben hier einen ersten Schritt
gewagt. Sie haben in einer Studie die Machbarkeit, die positiven
Auswirkungen und auch fastenbedingte Nebenwirkungen untersucht. Dazu
fasteten 20 Personen mit und eine Referenzgruppe von 10 Personen ohne
Diabetes sieben Tage nach dem Buchinger-Programm. Das Buchinger Fasten ist
eine leitlinienbasierte multimodale Intervention, und umfasst neben der
Einnahme von Flüssigkeiten wie Brühe, Gemüsesaft, Wasser und Tee auch
Bewegung, ressourcenorientiertes Training und Achtsamkeit.
Selbstverständlich wurde die Insulindosierung an das Fasten angepasst und
alle Werte regelmäßig kontrolliert.

Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Die Blutzuckerwerte sind
überwiegend im Zielbereich geblieben; es gab keine schweren Hypo- oder
Hyperglykämien. Signifikant verbessert haben sich sowohl direkt nach dem
Fasten als auch in einem Nacherhebung das Gewicht und der BMI. In der
qualitativen Befragung 4 Monate nach der Intervention konnten neben den
physischen Verbesserungen deutliche Änderungen im Diabetes-Management
festgestellt werden: eine gesteigerte Flexibilität im Umgang mit
Essensvorschriften und die Entwicklung der Fähigkeit zum intermittierenden
Fasten.

Prof. Dr. med. Harald Matthes, Vorstand der Hufelandgesellschaft und
Juryvorsitz, begründet die Auswahl wie folgt: „Die Jury hält diese Studie
der komplexen Fastenintervention für einen wichtigen Meilenstein in der
zukünftigen Behandlung auch von Typ 1 Diabetiker*Innen; nunmehr ist deren
Sicherheit und Nutzen gut belegt und sollte auf größere
Patient*Innenkollektive angewandt werden.“

Und Ragnar Watteroth, Stiftungsrat der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung
betont: „Den Stiftern war es ein großes Anliegen, die komplementäre
Medizin zu fördern. Mit der Vergabe dieses Forschungspreises, einem der
wichtigsten Preise im Bereich Integrative Medizin, kommen wir dem Wunsch
der Stifter nach. Und dass wir in diesem Jahr - bereits zum 15. Mal nicht
nur eine solch hochkarätige Forschungsarbeit auszeichnen dürfen, sondern
auch noch eine der Patientengruppen im Mittelpunkt steht, die sonst wenig
von Komplementärmedizin profitieren durfte, freut uns ganz besonders.“

Der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin wird jährlich ausgeschrieben
und ist mit 5.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Preises entscheidet
eine unabhängige, von der Hufelandgesellschaft und der Holzschuh-Stiftung
zusammengestellte Jury. Bewertet werden dabei unter anderem das
Studiendesign und die Qualität der Ergebnisse sowie die Relevanz für die
Komplementärmedizin.

Die Originalpublikation ist zu finden unter: Bettina Berger et al (2021):
Seven-day fasting as a multimodal complex intervention for adults with
type 1 diabetes: Feasibility, benefit and safety in a controlled pilot
study (Nutrition 86 (2021) 111169)

Weitere Informationen:
Interview von Bettina Berger mit der Karl und Veronika Carstens Stiftung,
Sponsor der Studie
https://www.carstens-stiftung.de/artikel/dr-bettina-berger-fasten-fuer-
menschen-mit-typ-1-diabetes.html

Dokumentarfilm zur Fastenstudie im September 2018
https://www.youtube.com/watch?v=MLZz6XBipXk&t=6s
Link zum Forschungsprojekt an der Universität Witten/Herdecke
https://www.uni-wh.de/gkls/forschung/projekte/integrative-
typ-1-diabetologie/
Dr. Bettina Berger, 02330 / 62 47 63, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Ansprechpartner Presseteam: Kay Gropp, 02302/926-805, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
oder Katrin Schubert, 02302/926-858, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.800 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

Originalpublikation:
Bettina Berger et al (2021): Seven-day fasting as a multimodal complex
intervention for adults with type 1 diabetes: Feasibility, benefit and
safety in a controlled pilot study (Nutrition 86 (2021) 111169)

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