Zum Hauptinhalt springen

„Effizienz der Gebäudehülle ist von zentraler Bedeutung!“

n einer gemeinsamen Presseerklärung habe mehrere Verbände aus den Bereichen der Gebäudesanierung und Energieberatung die jüngsten Beschlüsse der Bauministerkonferenz kritisiert. Insbesondere monieren sie die Aussagen der Konferenz zur Gebäudedämmung.

Ergänzend dazu äußert sich der Vorstand des Deutschen Energieberater Netzwerks DEN e.V., Dipl.-Ing. Marita Klempnow und Dipl.-Ing. Hermann Dannecker:

 

„Die Effizienz der Gebäudehülle ist ein wesentlicher Faktor für dauerhaft niedrige Betriebs- und Energiekosten. Es reicht nicht aus, die benötigte Energie nur „sauber“ zu machen, den Verbrauch aber nicht zu senken. Auch klimaneutrale Energieerzeugung kostet Geld. Ausgaben, die von Eigentümern und Mietern zu tragen sind und im schlimmsten Fall die öffentlichen Haushalte durch Transferleistungen blockieren bzw. zu einer Energiearmut in Deutschland führen können. …

Weiterlesen unter https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-17-2021/

 

  • Aufrufe: 20

Paläoklima: Fundorte von Fossilien sind entscheidend

Geologe der FAU für Verbesserung globaler Temperatur-Rekonstruktionen

Geologen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und
der Universität Vigo (Spanien) haben nachgewiesen, dass die Fundorte von
Fossilien einen entscheidenden Einfluss auf die Rekonstruktion des
Erdklimas haben. Die Probennahme in verschiedenen Breitengraden könne zu
Unschärfen bei der Bestimmung der globalen Durchschnittstemperatur führen.
Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben die Forscher im renommierten
Journal Geology veröffentlicht.*

Die menschlichen Aktivitäten im Industriezeitalter haben gravierende
Auswirkungen auf das Klimasystem der Erde, auf die Biodiversität und damit
auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Um diese Entwicklung besser
verstehen und bewerten zu können, hilft ein Blick in die Vergangenheit.
Zwar kann das Klima der Erdgeschichte nicht direkt gemessen werden, aber
es lässt sich rekonstruieren, beispielsweise aus der chemischen
Zusammensetzung von Sedimenten und Fossilien. Eine der am häufigsten
genutzten Methoden ist die Ermittlung der Sauerstoff-Isotopen in den
Schalen fossiler Meerestiere. Sie erlaubt einen Rückblick auf die
Wassertemperaturen der vergangenen 500 Millionen Jahre.

Die Analyse dieses Klimaarchivs hat jedoch eine methodische Schwäche: Die
Gesteinsformationen, die Rückschlüsse auf bestimmte Perioden des
Erdzeitalters liefern, sind zumeist auf wenige Gegenden der Erde verteilt.
Das ist problematisch, weil die Temperatur vom Äquator über die mittleren
Breiten zu den Polen hin generell abnimmt. Bleibt die  Herkunft der
Fossilien unberücksichtigt, könnten Proben aus verschiedenen Breitengraden
einerseits vermeintliche Temperaturschwankungen suggerieren, andererseits
aber auch dazu führen, dass tatsächliche Klimaveränderungen unterschätzt
werden. Die Forscher, darunter Dr. Kilian Eichenseer vom Lehrstuhl für
Paläoumwelt, plädieren dafür, die geografische Herkunft individueller
Proben in die Erstellung aussagekräftiger globaler Temperaturkurven
einzubeziehen.

* https://doi.org/10.1130/G49132.1

  • Aufrufe: 89

120 Seiten Klimalösungen

Das neue Buch „Machste dreckig – machste sauber: Die Klimalösung“ ist
jetzt erhältlich. Mehr als 250 Wissenschaftler:innen haben daran
mitgewirkt.

Der Klimawandel ist Fakt. Der Mensch ist die Ursache. Aber wir können noch
etwas tun. Was genau, zeigt ein neues Buch: „Machste dreckig – machste
sauber: Die Klimalösung“. Die Autoren David Nelles und Christian Serrer
zeigen darin, wie es möglich ist, den Klimawandel in den Griff zu bekommen
und somit die globale Erwärmung zu begrenzen. 250 Wissenschaftler:innen,
viele davon aus der Helmholtz-Gemeinschaft, haben die beiden Autoren
beraten.

Auf 120 Seiten machen Nelles und Serrer die globalen Zusammenhänge des
Klimawandels deutlich. Sie zeigen aber auch den Einfluss und die
Möglichkeiten, die jede:r Einzelne hat, um den Ausstoß an Treibhausgasen
zu reduzieren. Sie stellen konkrete Maßnahmen vor und Lösungsansätze, wie
wir den Klimawandel in den Griff bekommen können. Leicht verständliche
Texte und Grafiken zeigen, welche Rolle E-Autos für den Verkehrssektor
spielen, wie Landwirtschaft klimafreundlich gestaltet werden kann oder wie
Industrie und Gebäudebau nachhaltiger gestaltet werden können. Schließlich
stellen sie mögliche politische Instrumente vor. Das soll Licht in die
Debatte über klimafreundliche Maßnahmen bringen und Missverständnisse und
Unklarheiten beseitigen: „Uns stört die extrem emotionale Diskussion über
den Klimaschutz“, sagen Nelles und Serrer. „So kommen wir auf keinen
grünen Zweig. Deshalb wollten wir mit unserem Buch Ordnung und Klarheit in
diese mitunter wirren Diskussionen bringen.“

Bereits vor drei Jahren haben David Nelles und Christian Serrer ihr Buch
„Kleine Gase – Große Wirkung: Der Klimawandel“ herausgebracht. Darin haben
sie anschaulich die Grundlagen des Klimawandels dargestellt. Das Buch
wurde insgesamt eine halbe Million Mal verkauft und zum Spiegel-
Bestseller. „Beim zweiten Buch war es tatsächlich sehr leicht so viele
Wissenschaftler:innen mit ins Boot zu holen. Denn fast alle kannten schon
unser erstes Buch und wussten daher, dass wir keine eigene Ideologie
verfolgen, sondern wirklich nur auf der Suche nach wissenschaftlich
fundierten Antworten sind“, erzählen die Autoren.

Das neue Buch ist über die Homepage www.klimawandel-buch.de oder im
Buchhandel erhältlich und schaffte es schon in der ersten Woche auf die
SPIEGEL-Bestseller-Liste. Preis 10 Euro.

Parallel zur Buchveröffentlichung ist auch der YouTube-Kanal „Klima Wandel
Dich“ – in Zusammenarbeit mit den Scientists for Future und der Helmholtz-
Klima-Initiative erschienen. Ziel des Buches sowie des YouTube-Kanals ist
es, so viele Menschen wie möglich über Klimalösungen zu informieren und
mit Missverständnissen aufzuräumen.

Weiterführende Links zu den Social-Media-Kanälen:

https://www.facebook.com/dieklimafabrik
https://www.instagram.com/klimafabrik_/
https://twitter.com/DieKlimafabrik

Helmholtz-Klima-Initiative auf Social Media:

Twitter: @klimainitiative
Instagram: @helmholtzklimainitiative
Facebook: @HelmholtzKlima

Über die Helmholtz-Klima-Initiative
Die Helmholtz-Klima-Initiative erforscht systemische Lösungen für eine der
größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: den
Klimawandel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Helmholtz-
Zentren entwickeln gemeinsam Strategien zur Eindämmung von Emissionen und
zur Anpassung an unvermeidliche Klimafolgen - mit dem Fokus auf
Deutschland: Das Cluster I „Mitigation – Netto-Null-2050“ erarbeitet
Beiträge zu einer Roadmap, die zeigt, wie Deutschland bis zum Jahr 2050
seine Kohlendioxid-Emissionen auf Netto Null reduzieren könnte. Das
Cluster II „Adaptation“ untersucht Anpassungsmöglichkeiten in
Lebensbereichen, die vom Klimawandel betroffen sind, wie Gesundheit,
Landwirtschaft, Energieversorgung oder Verkehr. Die Helmholtz-Klima-
Initiative stellt vielen gesellschaftlichen Bereichen wissenschaftlich
basiertes Wissen zur Verfügung und tritt mit Verantwortlichen aus Politik,
Wirtschaft und Medien sowie der interessierten Öffentlichkeit in den
Dialog.

  • Aufrufe: 16

Kreislaufwirtschaft und CO2-Einsparung: BAM-Projekt zur Verwertung von Stahlwerksschlacken verspricht doppelten Nutz

Doppelter Vorteil: Roheisen wird zurückgewonnen und zugleich ein klimafreundliches Bindemittel erzeugt.  Quelle: istock/liorpt
Doppelter Vorteil: Roheisen wird zurückgewonnen und zugleich ein klimafreundliches Bindemittel erzeugt. Quelle: istock/liorpt

Große Mengen an Schlacke aus der Stahlproduktion
bleiben heute für die Kreislaufwirtschaft ungenutzt. Dabei ließe sich aus
dem Reststoff nicht nur Roheisen gewinnen, sondern auch ein CO2-sparendes
Bindemittel für die Zementindustrie. Die Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung optimiert jetzt das Verfahren, um es
schnell in die Anwendung zu bringen.

In der Stahlproduktion werden in Deutschland jedes Jahr über 5 Millionen
Tonnen an Schlacke erzeugt – eine wertvolle Ressource, die zu rund 30
Prozent aus Eisenoxid besteht. Die Schlacke aus den Stahlwerken geht zum
größten Teil beim Straßenbau in Asphalt und Beton ein, in Wasserbausteine
für Kanäle oder Schotter für Gleisbette. Das bedeutet auch: Das gebundene
Eisen wird nicht entsprechend seiner stofflichen Potenziale genutzt und
ist für das Recycling verloren.

An der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) startet
jetzt ein Projekt, das auf ein Zero-Waste-Konzept zielt, also auf die
möglichst vollständige Verwertung der Schlacke. „Wir wollen das Eisenoxid
aus der Schlacke zu Roheisen reduzieren und so wieder der Stahlproduktion
zuführen“, erklärt Christian Adam, Leiter des Projekts und Experte für
Kreislaufwirtschaft an der BAM. „So ließen sich allein in Deutschland
jedes Jahr 600.000 Tonnen an Roheisen zurückgewinnen und damit 900.000
Tonnen Eisenerz ersetzen, die sonst importiert werden müssten.“

Die BAM konnte bereits demonstrieren, dass das Verfahren technisch
funktioniert. Mehr noch: Es besitzt sogar einen zweiten großen Nutzen: Bei
dem Prozess der Eisenreduktion wird als Nebenprodukt ein hochwertiges
mineralisches Bindemittel erzeugt. Es könnte in der Zementindustrie
anstatt des üblichen Portlandzementklinkers eingesetzt werden.
Portlandzementklinker wird aus Primärrohstoffen hergestellt, die aufwändig
im Bergbau gewonnen und unter hohem Energieaufwand und entsprechenden
CO2-Emissionen verarbeitet werden müssen. Die Zementindustrie zählt
weltweit mit acht Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes zu den größten
Emittenten des Klimagases. Das neue Bindemittel könnte also helfen, viele
Tonnen an schädlichem Treibhausgas einzusparen und gleichzeitig den
Rohstoffbedarf der Zementproduktion zu mindern.

Die technische Herausforderung: Der Prozess erfordert Temperaturen von
über 1.800 Grad Celsius. Bislang wird Schlacke in Stahlwerken aber bei nur
1.600 Grad abgestochen. Es würde also sehr viel Energie erfordern, auf die
höhere Betriebstemperatur zu gelangen. Daher ist der Prozess mit dem
doppelten Nutzen heute im industriellen Maßstab weder technisch
durchführbar noch wirtschaftlich.

„Hier setzen wir mit unserem neuen Projekt an“ erklärt Christian Adam.
„Wir wollen das Verfahren so anpassen, dass es sich großtechnisch
realisieren lässt – und dabei auch rechnet. Dazu werden wir die
Zusammensetzung der Schlacke so modifizieren, dass die Eisenrückgewinnung
auch bei geringeren Temperaturen durchgeführt werden kann und damit den
Aufwand des Verfahrens deutlich verringern. Gleichzeitig sollen die
positiven Eigenschaften der reduzierten Schlacke erhalten bleiben, die
später dem Zement Festigkeit geben.“

Praxisnähe und Marktfähigkeit sind dabei entscheidende Kriterien: In das
Projekt sind mit der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt ein Stahlhersteller
sowie über Kooperationen mit der Cemex Deutschland AG und der Spenner GmbH
& Co. KG. zwei Zementhersteller eingebunden.

Auf Basis der Projektergebnisse wird ArcelorMittal Eisenhüttenstadt einen
großtechnischen Demonstrator planen, mit dem der Prozess in einem
Hüttenwerk erprobt und integriert werden kann. Die Zementhersteller werden
die Leistungsfähigkeit des gewonnenen Bindemittels bewerten; das Öko-
Institut e.V. abschließend in einer Bilanz ermitteln, welche ökologischen
Vorteile sich aus der Anwendung des Verfahrens insgesamt sowohl für die
Stahl- als auch die Zementindustrie ergeben.

Die BAM besitzt einen Schwerpunkt im Bereich Kreislaufwirtschaft und über
20 Jahre Erfahrung im Bereich der Nachbehandlung von Schlacken.

Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente
Kreislaufwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
unterstützt.

  • Aufrufe: 17