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Artenvielfalt im Garten und auf dem Balkon fördern: neuer OPEN-vhb-Kurs der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Hummeln fliegen mehrere Kilometer entfernt liegende Nahrungsquellen an. Sie profitieren schnell von günstigen Nahrungsressourcen in Gärten.  Foto: Christoph Moning  Copyright: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Hummeln fliegen mehrere Kilometer entfernt liegende Nahrungsquellen an. Sie profitieren schnell von günstigen Nahrungsressourcen in Gärten. Foto: Christoph Moning Copyright: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Der neue, von Expert:innen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
und ihren Verbundprojektpartnerinnen konzipierte OPEN-vhb-Kurs "Lass es
brummen" vermittelt fundiertes Wissen zum Thema Artenvielfalt sowie die
notwendigen Grundlagen, um auf der eigenen Grünfläche Biodiversität zu
fördern. Er richtet sich an alle, die einen Beitrag zum Erhalt der
Artenvielfalt leisten möchten: an Privatpersonen ebenso wie an
Pädagog:innen oder Fachleute wie Landschaftsarchitekt:innen und
Gärtner:innen. Das Kursangebot ist kostenfrei und terminunabhängig im
Online-Angebot der virtuellen Hochschule Bayern nutzbar.

Die Erkenntnisse um den Verlust von Artenvielfalt und insbesondere das
Insektensterben haben eine breite und weitreichende gesellschaftliche
Diskussion ausgelöst. Viele Privat- sowie Fachleute möchten etwas für den
Erhalt beziehungsweise die Förderung der Biodiversität tun - ob auf den
Freiflächen des eigenen Zuhauses oder im Rahmen ihrer beruflichen
Tätigkeit. An sie richtet sich der Online-Kurs "Lass es brummen" an der
virtuellen Hochschule Bayern.

Die Teilnehmer:innen lernen, ökologische Grundlagen und Zusammenhänge in
Bezug auf Biodiversität zu verstehen und ihre eigene Grünfläche
dahingehend zu interpretieren. Sie erwerben das nötige Wissen, um
einschätzen zu können, welche entsprechenden Ziele sie in ihrem Garten
beziehungsweise auf ihrem Balkon erreichen können und welche Wirkung ihre
Projekte auf die Artenvielfalt haben. Schlussendlich sind sie nach dem
Kurs in der Lage, praktischen Biodiversitätsschutz im privaten Grün
umzusetzen. Die Teilnahme setzt keine Vorkenntnisse voraus.

Die Verbundprojektleitung lag bei Prof. Dr. Christoph Moning von der
Fakultät Landschaftsarchitektur sowie dem Institut für Ökologie und
Landschaft der HSWT. Projektpartner der HSWT waren die Katholische
Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie der Lehrstuhl für Biogeografie der
Universität Bayreuth.

Weitere Infos und Anmeldung auf der Kursseite der virtuellen Hochschule
Bayern:
https://open.vhb.org/blocks/ildmetaselect/detailpage.php?id=211#UsbCEyH7tas

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Vier neue KI-Unternehmen – Cyber Valley Start-up Network wächst auf 29 Mitglieder

BAUTA, DeepCare, Quantum Gaming und sereact sind neu im Cyber Valley Start-up Network  Cyber Valley
BAUTA, DeepCare, Quantum Gaming und sereact sind neu im Cyber Valley Start-up Network Cyber Valley

Cyber Valley begrüßt vier neue KI-
Unternehmen in seinem Start-up Network. BAUTA, DeepCare, Quantum Gaming
und sereact wurden vom Executive Board des Forschungskonsortiums
aufgenommen und werden damit Teil der im November 2019 gegründeten
Gemeinschaft an Unternehmer:innen. Das Cyber Valley Start-up Network zählt
nun 29 innovative KI-Unternehmen aus Baden-Württemberg.

„Das rasante Wachstum unseres Start-up Networks auf 29
Mitgliedsunternehmen in weniger als zwei Jahren ist ein Beleg für die
wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Region im Bereich intelligenter
Systeme – und auch für die Attraktivität des Cyber Valley Ökosystems“,
sagt Michael J. Black, Cyber Valley Sprecher und Direktor am Max-Planck-
Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. „Mit den kürzlich
hinzugekommenen Unternehmen BAUTA, DeepCare, Quantum Gaming und sereact
ist unsere Gemeinschaft von Gründerinnen und Gründern noch stärker
geworden.“

BAUTA vermarktet KI-gestützte Sensorsysteme für die anonyme Erhebung von
Personen- und Frequenzdaten. Die speziell entwickelten Blindsensoren der
Firma nehmen dabei nur die Informationen wahr, nicht aber die Identität
der Personen. Damit liefert BAUTA Daten bei vollständiger Wahrung der
Privatsphäre.

DeepCare hat sein erstes Produkt „ISA“ entwickelt, einen digitalen
Gesundheitscoach für Menschen, die an Schreibtischen arbeiten. Ziel ist
es, die Arbeit am Schreibtisch zu einem gesünderen und angenehmeren
Erlebnis zu machen, indem Begleiterscheinungen wie Muskel-Skelett-
Erkrankungen vorgebeugt wird, die durch falsche Sitzgewohnheiten oder
geringe Bewegungen entstehen. ISA bewertet den Oberkörper der Benutzenden,
indem es mit Hilfe eines Tiefensensors ein präzises 3D-Modell erstellt.
Das Gerät, das über keine Kamera verfügt und nicht mit dem Internet
verbunden ist, analysiert dann die Körperhaltung und das
Bewegungsverhalten des Nutzenden über den Lauf der Zeit, um über seinen
Bildschirm individuelle Anleitungen für ein gesünderes Verhalten zu geben.
Diese Analyse stützt sich auf einen neuartigen Deep-Learning-Algorithmus.

Quantum Gaming ist ein Spin-off der Universität Tübingen, welches KI-
Agenten für den Computerspielesektor und eigene Computerspiele entwickelt.
Mithilfe kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse will Quantum Gaming das
Niveau der Interaktion zwischen Menschen und Spielfiguren steigern. Ihr
erstes Produkt, „Marbles AI“, wird zeigen, wie KI-Charaktere von
Benutzenden lernen können und so zu einem dynamischeren Spielerlebnis
beitragen.

sereact ist eine Ausgründung der Universität Stuttgart, die eine neue Ära
intelligenter Roboter zur Marktreife bringen möchte. Das Unternehmen
stellt KI-gestützte Steuerungssoftware bereit, die es Robotern ermöglicht,
zu erkennen, zu denken und zu handeln – so befähigt sereact Maschinen, zu
verstehen, zu lernen und sich anzupassen. Das Produkt „capto“ bietet den
Kund:innen die Möglichkeit, durch den Einsatz von KI-gesteuerten Robotern
Automatisierungslücken in ihren Lieferketten zu schließen und eine neue
Ebene der Kosteneffizienz zu erreichen.

Cyber Valley veranstaltet regelmäßig Networking-Events wie Vorträge, Meet-
ups und Tech-Workshops. Die nächste Veranstaltung der Cyber Valley
Entrepreneurship Series ist für den 21. Oktober geplant – mit
hochkarätigen Redner:innen zum Thema „Start-up support and funding“.
Weitere Informationen über das Event und die Möglichkeit zur Teilnahme
finden Sie unter https://cyber-valley.de/de/events/start-up-support-
funding.

Über Cyber Valley:
Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der
künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das
Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-
Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und
Tübingen sowie Amazon, BMW AG, Daimler AG, IAV GmbH, Dr. Ing. h.c. F.
Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG sind die
Gründungspartner dieser Initiative. Seit 2019 ist zudem die Fraunhofer-
Gesellschaft Cyber Valley Partner. Unterstützt wird Cyber Valley zudem von
der Christian Bürkert Stiftung, der Gips-Schüle-Stiftung, der Vector
Stiftung und der Carl-Zeiss-Stiftung.

Über das Cyber Valley Start-up Network:
Mit dem Start-up-Netzwerk baut Cyber Valley eine Gemeinschaft von
Unternehmensgründern auf und fördert diese. Als Mitglieder des Netzwerks
sind Start-ups eingeladen, regelmäßig an neu geschaffenen Cyber Valley
Networking-Veranstaltungen wie Vorträgen, Meet-ups und Tech-Brunches
teilzunehmen. Sie werden auf der Cyber Valley-Website geführt und können
das Logo des Netzwerks in ihren Kommunikationsmaterialien verwenden.
Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist eine Verbindung zur Cyber Valley-
Initiative, z.B. indem sich der Sitz des Start-ups in der Region
Stuttgart-Tübingen befindet oder indem unter den Gründerinnen und Gründern
Mitglieder oder Alumni von Cyber Valley-Partnern sind. Die Aktivitäten der
Start-ups müssen sich auf den Bereich der intelligenten Systeme beziehen.
Die Mitgliedschaft im Cyber Valley Start-up Network wird einmal jährlich
überprüft, um sicherzustellen, dass diese Anforderungen weiterhin erfüllt
werden.

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Festival Strings LucerneKonzert Reihe Luzern #KKL Luzern Eröffnungskonzert der Saison 2021-2022 «Hoffnung & Schicksal», besucht von Léonard Wüst

Leia Zhu und die Festival Strings beim gemeinsamen Konzert am Donnerstagabend im KKL Luzern Foto Fabrice Umiglia
Leia Zhu und die Festival Strings beim gemeinsamen Konzert am Donnerstagabend im KKL Luzern Foto Fabrice Umiglia

Besetzung und Programm:
Leia Zhu, Violine
Daniel Dodds, Leitung & Violine
Festival Strings Lucerne

Peter Tschaikowsky | Violinkonzert D-Dur op. 35
Ludwig van Beethoven | Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

So wie es im Radsport sogenannte Monumente gibt, gemeint sind ein paar klassische Eintagesrennen, wie z.B. Mailand – San Remo, die Flandern Rundfahrt, Paris – Roubaix usw., gibt es solche auch in der klassischen Musik und da gehören die in diesem Konzert programmierten zwei Werke zweifellos dazu.

Peter I. Tschaikowsky Violinkonzert D-Dur op. 35

(Zitat klassik.de)Bei der Uraufführung am 4. Dezember 1881 in Wien ging es hoch her. Das Publikum tobte, und zwar nicht nur vor Begeisterung. Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur spaltete die Gemüter, und der berühmte Wiener Kritiker Eduard Hanslik schrieb über diese Uraufführung: “Tschaikowskys Violin-Concert bringt uns zum ersten Mal auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört.” Hanslik hin oder her, Tschaikowskys Violinkonzert setzte sich später durch und das, obwohl Leopold Auer, dem es zuerst gewidmet war, es als zu schwierig und zu radikal abgelehnt hatte.(Zitatende).

Allerhöchste technische Anforderungen

Leia Zhu Foto Sirat Uziely
Leia Zhu Foto Sirat Uziely

Dieses, Tschaikowskys einziges, Violinkonzert erfordert von Solisten*innen ein immenses technisches Können. Darin gibt es nicht die einzig schwere Stelle, an der der Geiger gemessen wird, hier reihen sich die technisch anspruchsvollen Episoden aneinander wie die Perlen einer Perlenkette: Technisch schwierige Läufe, Doppelgriffe und das Spiel in extrem hoher Lage. Höhepunkt ist die große Solokadenz in der Mitte des ersten Satzes. Auch hier komponiert Tschaikowsky aus dem vorhandenen Themenmaterial wieder alle erdenklich technischen Schwierigkeiten in den Violinpart: “Die schöneren Momente sind sicherlich vielleicht eigentlich danach, wenn die Flöte das Thema übernimmt und alles, was vorne schon mal war, in leicht veränderter Form wiederkommt.

“Das sehr schnelle und eigentlich wirklich lustige Hauptthema wird im Schlusssatz dann von verschiedenen Couplets unterbrochen.” Dieses Hin- und Her zwischen schnellen, virtuosen und ruhigen, melancholischen Abschnitten im letzten Satz von Tschaikowskys Violinkonzert mündet schließlich in einen fulminanten Schluss.

Ich war mir nicht schlüssig, ob die sehr junge Solistin, aufgrund mangelnder Lebenserfahrung,  über  den mentalen Background verfügt, dieses Werk mit der nötigen Reife zu entwickeln. Dass sie über die technischen Fähigkeiten verfügt, ist unbestritten. Schon nach den ersten paar gespielten Takten durch die, als Tochter chinesischer Eltern, im Oktober 20066 in Newcastle (GB) geborene Leia Zhu, waren meine diesbezüglichen Bedenken Makulatur.

Der erste Satz überrascht dadurch, dass die Kadenz bereits der Durchführung folgt und nicht, wie vorher üblich, der Reprise. Eine weitere Besonderheit ist, dass die einleitende Orchestermelodie – wie in Tschaikowskis b-Moll-Klavierkonzert – im ganzen Werk nicht wiederkehrt. Nach dem anstrengenden, gut zwanzigminütigen ersten Satz mit seinen extrem hohen technischen Ansprüchen folgt der zweite Satz, die “Canzonetta”, was ‘kleines Liedchen'” bedeutet. “Es ist ein langsamer Walzer in g-Moll, den die Solistin die ganze Zeit mit Dämpfer spielt. Es geht um ein trauriges schönes Bild, das von den beiden großen Ecksätzen umrahmt wird.

Melancholischer Zwischensatz

Der zweite Satz ist ganz vom melancholischen, gar sentimentalen Spiel der Violine geprägt. Dezent begleiten die Streicher den Solisten im zweiten Satz, die Holzbläser kommunizieren mit der Geigerin und es entwickelt sich ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Doch diese Ruhe, diese Eintracht hält nicht bis zum Ende an. “Der Satz zerfällt und zerfasert vollständig, die Geige hat fertiggespielt; das Orchester verlangsamt sich und auch harmonisch ist es so, als ob man sich irgendwo verläuft zum Ende der “Canzonetta”. “Und am Ende dieser dieses Verlaufens, wo man wirklich nicht mehr weiter weiß, kommt dann wie ein Gott aus der Maschine der letzte Satz angefahren, der keine Fragen mehr offen lässt.”.

Furios, mächtiges Finale

Daniel Dodds, Leitung & Violine
Daniel Dodds, Leitung & Violine

Das «attacca subito» des dritten Satzes unterbricht plötzlich die Schwermut des Vorgängersatzes und führt zu den zwei beschwingten Hauptthemen des Finalsatzes. Der letzte Satz fordert dann noch mal höchstes technisches Können und Virtuosität vom Solisten. Aber es gibt auch noch andere Momente, die wie eine Oase aus dem Satz hervorstechen. “Es ist halt ein Rondo”. Das sehr schnelle und eigentlich wirklich lustige Hauptthema wird dann von verschiedenen Couplets unterbrochen.” Dieses Hin- und Her zwischen schnellen, virtuosen und ruhigen, melancholischen Abschnitten im letzten Satz  mündet schließlich in einen fulminanten Schluss.

Das Luzerner Renommier Ensemble, unter Daniel Dodds unauffälliger, trotzdem energischer Führung,  interpretierte Tschaikowsky mit Strenge, aber auch Süße und sogar Geziertheit sowie einer hinreißenden, abrupten Ruppigkeit, wie es sich anhörte, auch ganz im Sinne der Solistin, die mittels Augenkontakt, Kopfgesten und vollem Körpereinsatz mit ihren Mitmusikern korrespondierte.

Es folgte stürmischer Applaus, inklusive einiger Bravorufe und dennoch dauerte es eine längere Zeit, bis diese sich zu einer stehenden Ovation entwickelte.

Ergreifende, die Seele berührende  Zugabe

Cellist Alexander Kionke begleitete die Solistin bei ihrer Zugabe «Méditation» aus Thais von Jules Massenet mit sensiblem Pizzicato. Wir genossen eine äusserst gefühl- und hingebungsvolle Interpretation dieses «Violin Zugabeklassikers» dem der entsprechende Applaus folgte, der die Künstlerin noch zwei-dreimal zurück auf die Bühne rief, bevor man sich in die Pause begab und sich wunderte, denn Leia Zhu steht mitten im Foyer, noch in ihrem türkisen «Bühnenoutfit», plaudert mit Zuhörern und lässt sich feiern und geduldig ablichten.

2. Konzertteil mit dem so bekannten Beethovenschen Ta ta ta ta

Nach einer kurzen humorvollen Begrüssung durch den künstlerischen Leiter der «Strings»,  Daniel Dodds, begab man sich akustisch in die fünfte Dimension in Form der, auch  «Schicksalssinfonie» genannten, fünften von Beethoven.

Der Anfang ist weltbekannt. Das Eingangsmotiv kommt gerade einmal mit vier Tönen aus. Doch klopft da wirklich das Schicksal an die Tür? Ta ta-ta-taaaa  – Wohl kaum eine Tonfolge ist weltweit so berühmt wie der Anfang von Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie. Hätte Beethoven in der heutigen Zeit gelebt, wäre er allein durch die Tantiemen reich geworden: für Handyklingeltöne, musikalische Bearbeitungen aller Stilrichtungen oder Abdrucke seiner Noten auf Taschen, Tassen und Regenschirmen. Ganz zu schweigen von den Verwertungseinnahmen für die Aufführungen seiner Werke.

Fast tauber Komponist

Die Festival Strings Lucerne im Konzertsaal des KKL Luzern
Die Festival Strings Lucerne im Konzertsaal des KKL Luzern

Erstaunlich, dass die Sinfonie in einer Zeit entstand, als Beethoven bereits schwerhörig war und unter Tinnitus litt. Es ist die erste Sinfonie, die er in Moll schrieb, es folgte, mit der neunten noch eine zweite, während er die andern alle in Dur komponierte.

Welche Bedeutung man der Sinfonie beimisst belegt diese Tatsache: Im Jahr 1977 wurden die „Voyager Golden Records” ins All geschossen. Das sind goldene Datenplatten, bespielt unter anderem mit Beethovens Fünfter. Vielleicht werden sie also eines Tages Außerirdischen Aufschluss über das Leben der Menschen auf der Erde geben.

Nicht nur der taube Beethoven kämpfte mit seinem Schicksal, auch die Hörer werden unmittelbar in das musikalische Geschehen mit hineingenommen. Sie werden durch die Musik förmlich dazu aufgefordert, die Auseinandersetzung mit dem Schicksal zu durchleben, um am Ende von der Finsternis zum Licht zu gelangen („per aspera ad astra“).

Das Orchester, unter diskreter, trotzdem magistraler Führung ihren Chefs Daniel Dodds spielte einmal mehr auf höchstem Niveau, agierte resolut, wo gefordert, sanft wo geboten, drückte dem Werk den eigenen Stempel auf, ohne die Werktreue zu verlieren.

Der zweite Satz stellt in jeder Hinsicht einen scharfen Kontrast zum ersten Satz dar: dort ein extrem kurzes, rhythmisch prägnantes Motiv, hier ein weit ausholendes, geschwungenes punktiertes sangliches Thema und hat das Thema und drei freie Variationen.

Für den sieghaften Schlusssatz lässt Beethoven Piccoloflöte, Kontrafagott und drei Posaunen ‚aufmarschieren‘.
Es sind also speziell zur Militärmusik zählende Instrumente, deren Klang den sieghaften Gestus grundiert. Kaum bedarf es da noch der Erwähnung, dass sich das c-Moll des Kopfsatzes zu C-Dur aufhellt – mit aller damit verbundenen Metaphorik.“

Nach eleganten Fagotttsequenzen und Pizzicato am Ende des dritten Satzes entsteht aus feinstem Pianissimo der vierte Satz in forschem avanti, in optimaler Abstimmung und Harmonie Und die Tempoverschärfung gegen Schluss ist auch ohne ersichtliches Dirigat perfekt aufeinander abgestimmt.

Das Auditorium im praktisch voll besetzten Konzertsaal würdigte diese aussergewöhnliche Darbietung mit langanhaltendem, stürmischem Applaus

Text: www.leonardwuest.ch Fotos:  festivalstringslucerne.org/de/home

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Kreislaufwirtschaft: So wird Berlin zur Circular City

Abfall als Rohstoffe begreifen und damit Ressourcen schonen – kurz:
Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Idee wollen das IZT – Institut für
Zukunftsstudien und Technologiebewertung und das Ecologic Institut im
Rahmen des Forschungsverbundes Ecornet Berlin einen Beitrag zur
Entwicklung Berlins zu einer Circular City leisten. Für die
Innovationsfelder Zirkuläre Textilien, Circular Electronics sowie
zirkuläres Bauen sind nun drei „Transformationsroadmaps“ entstanden, die
den Weg in eine Zukunft weisen, in der Berlin urbane Ressourcenströme
langfristig nachhaltig gestaltet.

Berlin, 25. November 2021 – Abfall als Rohstoffe begreifen und damit
Ressourcen schonen – kurz: Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Idee wollen das
IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung und das
Ecologic Institut im Rahmen des Forschungsverbundes Ecornet Berlin einen
Beitrag zur Entwicklung Berlins zu einer Circular City leisten.

Die Berliner Institute untersuchen, wie die Synchronisation von privater
und öffentlicher Nachfrage von marktreifen Angeboten wie Repair-Cafés oder
Kiez-Werkstätten optimiert werden kann. Darüber hinaus werden Akteure bei
der Umsetzung von kreislaufwirtschaftsfähigen Ideen und Geschäftsmodellen
unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Das Projekt wird vom
Regierenden Bürgermeister Berlin, Senatskanzlei – Wissenschaft und
Forschung gefördert.

Textilien, Elektronik, Bauen: Drei Handlungsfelder im Fokus

Für die Innovationsfelder Zirkuläre Textilien, Circular Electronics sowie
zirkuläres Bauen sind drei „Transformationsroadmaps“ entstanden, die den
Weg in eine Zukunft weisen, in der Berlin urbane Ressourcenströme
langfristig nachhaltig gestaltet. „Heute ist unsere Wirtschaftsweise noch
größtenteils auf kurzfristige Effizienz statt auf Nachhaltigkeit
ausgerichtet und nicht zuletzt die Coronakrise hat die Vulnerabilität
dieses Systems verdeutlicht. Wir müssen unser Wirtschaften neu denken“,
erläutert Projektleiter Dr. Siegfried Behrendt vom IZT. „Wir sind
überzeugt, dass eine lokale und regionale zirkuläre Wertschöpfung dazu
beiträgt, unsere Stadt resilient, inklusiv und sozial-gerecht zu
gestalten.“

2. Dezember 2021: Workshop mit Berliner Politik

Damit die existierenden Ansätze in der Praxis gut umgesetzt und vor allem
auch skaliert werden können, braucht es politische Unterstützung. Wie
Berlins Weg zu einer Circular City realisiert und gestaltet werden kann,
wird am 2. Dezember 2021 mit Vertreter*innen aus dem Berliner
Abgeordnetenhaus, unterschiedlichen Senatsverwaltungen und
Praxisakteur*innen im Rahmen des Workshops „Circular City Berlin – vom
Potenzial zur Umsetzung“ diskutiert. Ziel dabei ist es, gemeinsam
zielführende Maßnahmen und Umsetzungsschritte zu skizzieren. „Die Bereiche
Textilien, Elektronik und Bauen bieten eine Vielzahl von Ansätzen,
Geschäftsmodellen und Anknüpfungspunkten, die über Produktdesign und
Produktnutzungssysteme wichtige Beiträge auf dem Weg in eine
Kreislaufwirtschaft der nächsten Generation leisten können“, so Martin
Hirschnitz-Garbers vom Ecologic Institut.

Zirkuläre Textilien

Wie kann Kleidung – statt im Müll zu landen – weitergenutzt werden oder
als Rohstoff für neue Kleidung dienen? In der Transformationsroadmap für
zirkuläre Textilien wird empfohlen, Modellprojekte angestoßen, etwa um
Sammelsysteme und Materialerkennung bei Alttextilien zu verbessern.
Strukturen mit Hebelwirkung wie Förderprogramme für nachhaltige
Geschäftsmodelle sollten ausgebaut und zirkuläre Prinzipien in die
Designausbildung integriert werden. Auch die Zusammenarbeit von Akteuren
der textilen Kette muss gestärkt werden, um Berlin gemeinsam in eine
treibhausgasneutrale und ressourcenleichte Stadt zu wandeln.

Circular Electronics

Viele nicht genutzte Handys und Laptops bergen ein enormes Potenzial für
eine Wiederverwendung und den Gebrauchthandel mit Elektro- und
Elektronikgeräten. Wie das in Berlin erschlossen werden kann, zeigt die
Transformationsroadmap Circular Electronics. Es werden Chancen der
Digitalisierung aufgezeigt, die bereits etablierte Geschäfte nutzen
können, um die Nutzung elektronischer Produkte zu verlängern und zu
intensivieren. Es bedarf niedrigschwelliger, praxisorientierter Programme,
die den Berliner Innovationsakteuren übergreifendes Know-how zugänglich
machen. Zur Förderung von Reparatur, Sharing und Upcyling sollte
flächendeckend Infrastruktur für offene Werkstätten geschaffen werden.

Zirkuläres Bauen

Im Feld zirkuläres Bauen identifiziert die Transformationsroadmap Ansätze,
die dazu beitragen können, das vielschichtige Berliner Bauwesen
langfristig nachhaltig zu gestalten. Diese umfassen unter anderem die
Förderung von Innovationsprojekten und eine Ausrichtung des rechtlichen
Rahmens auf Kreislaufwirtschaft, etwa durch eine Verpflichtung zum
selektiven Rückbau in der Berliner Bauordnung. Eine erleichterte
Darstellung von Lebenszykluskosten kann vor allem in der öffentlichen
Beschaffung dazu führen, Berlin langfristig als Circular City in der
Bauwirtschaft zu etablieren.

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Das Ecologic Institut und das IZT laden herzlich zum Workshop „Circular
City Berlin – vom Potenzial zur Umsetzung“ am ein, bei dem auch
Vertreter*innen aus Presse und Medien willkommen sind.

- Termin: 2.12.2021, 14.30 – 17 Uhr
- Online-Plattform: Zoom (plus Miro Board)
- Kontakt: Martin Hirschnitz-Garbers, Ecologic Institut; martin
.hirschnitz-garbers(at)ecologic.eu

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