Zum Hauptinhalt springen

Gesundheitswirtschaft zwischen Theorie und Praxis

Am 25. November 2021 findet an der Hochschule für Wirtschaft und Recht
Berlin eine Online-Veranstaltung zum Austausch zwischen Wirtschaft und
Wissenschaft rund um die Gesundheitswirtschaft statt.

Berlin, 16. November 2021. Wie können Akteur*innen aus Wirtschaft, Lehre
und Forschung durch nachhaltige Projekte und maßgeschneiderte
Kompetenzentwicklung gemeinsam die Zukunft der Gesundheitswirtschaft in
der Health Capital Berlin gestalten? Dazu diskutieren
Praxisvertreter*innen mit Wissenschaftler*innen und Teilnehmer*innen am
25. November 2021 beim Gesundheitswirtschaftstag an der Hochschule für
Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin). Die öffentliche Online-
Veranstaltung bietet Akteur*innen aus Unternehmenspraxis und Wissenschaft
eine Plattform zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.

Auf der Agenda stehen Diskussionsrunden zu Gesundheitsgerechtigkeit aus
medizinischer, rechtlicher und sozialethischer Perspektive; die
Reduzierung von CO2-Emissionen des Krankenhausbetriebs und daran
gekoppelter Wertschöpfungsketten sowie zu Lehre und Forschung für ein
erfolgreiches Gesundheitsmanagement.

Gründerteams aus dem Startup Incubator Berlin, dem Gründungszentrum der
HWR Berlin, stellen ihre Businessideen für den Bereich der
Gesundheitswirtschaft vor mit anschließender Frage-Antwort-Runde.
Etablierte Unternehmen aus der Branche präsentieren sich als Arbeitgeber,
und HWR-Alumni sprechen über ihre Karrierewege.

Programm
09:00   Eröffnung

09:30   Vortrag
„Das Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg – Health Capital“
Referent: Dr. Kai Bindseil, Abteilungsleiter Gesundheitswirtschaft |
Industrie | Infrastruktur, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie
GmbH, Clustermanager Gesundheitswirtschaft

10.00   Panel-Diskussion
„Lehre und Forschung für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement“
Moderation: Prof. Dr. Matthias Tomenendal, Direktor Berlin Professional
School, HWR Berlin

11:00   Startup-Pitches
Start-ups in der Gesundheitswirtschaft
Moderation: Marvin Göldner, Coaching Koordinator und Projektmanagement,
Startup Incubator Berlin, HWR Berlin

11:30   Round Tables
Forschung und Lehre in der Gesundheitswirtschaft
„Was bedeutet Gesundheitsgerechtigkeit“
Moderation: Prof. Dr. Anastasia Baetge, Professur für internationales
Privatrecht und Strafrecht, Fachbereich Rechtspflege, HWR Berlin

„24/7 CO2 – Sparen im Krankenhaus“
Moderation: Prof. Dr. Silke Bustamante, Professur für allgemeine
Betriebswirtschaftslehre, Fachbereich Duales Studium, HWR Berlin

12:15   Kurzvorträge
"Berliner Gesundheitswirtschaft als Arbeitgeber" und Alumni Talk: HWR
Berlin Alumni in der Gesundheitswirtschaft

12:45   Wrap-up und interaktive Schlussreflektion
Moderation: Prof. Dr. Avo Schönbohm

Die Online-Veranstaltung wird über die Veranstaltungswebsite https
://transfer-hwr.de/index.php/gesundheitstag gestreamt und findet in
deutscher Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenlos, die Registrierung
vorab erforderlich und auch kurzfristig möglich.

Anmeldung
https://www.transfer-hwr.de/index.php/component/rsform/form/4
:registrierung-gesundheitstag-2021?Itemid=107

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist mit über 11 500
Studierenden eine der großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften –
mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen
Qualitätsstandards sowie einer starken internationalen Ausrichtung. Das
Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und
Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in über 60
Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin
unterhält 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen
Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for
Excellence“. Als eine von Deutschlands führenden Hochschulen bei der
internationalen Ausrichtung von BWL-Bachelorstudiengängen und im Dualen
Studium belegt die HWR Berlin Spitzenplätze in deutschlandweiten Rankings
und nimmt auch im Masterbereich vordere Plätze ein. Die HWR Berlin ist
einer der bedeutendsten und erfolgreichen Hochschulanbieter im
akademischen Weiterbildungsbereich und Gründungshochschule. Die HWR Berlin
unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene
Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

http://www.hwr-berlin.de

  • Aufrufe: 28

Regionale Produkte ökologisch und nachhaltig anliefern: Studierende entwerfen Handlungsempfehlungen für Belieferung

Studierende der Frankfurt UAS entwerfen Handlungsempfehlungen für
Belieferung des REWE-Marktes Wiesbaden/Erbenheim mit Produkten lokaler und
regionaler Anbieter

Können Lieferwege regionaler Produkte ökologisch noch nachhaltiger
gestaltet werden? Wie können die logistischen Prozesse optimiert werden?
Mit der Fragestellung, wie die Produkte von Bauernhöfen und weiteren
Lieferanten aus Hessen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten
nachhaltig in die REWE-Märkte der Region gelangen und wie sie dort
erfolgreich deutlich erkenntlich als regional angeboten werden können,
beschäftigen sich 16 Studierende der Bachelor-Studiengänge
Betriebswirtschaft sowie International Business Administration mit dem
Studienschwerpunkt Produktionsmanagement und Logistik der Frankfurt
University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

Sie werden bis Februar 2022 die logistischen Prozesse und Abläufe der
kleinen, mittleren und großen Betriebe, die sich unter dem Dach der Labels
„Landmarkt“, „Aus deiner Region“ sowie „Geprüfte Qualität aus Hessen“
vermarkten, ebenso untersuchen wie die Marktprozesse vor Ort. Anschließend
werden sie Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Logistik ausarbeiten.
Aktuell liefern die einzelnen Betriebe jeden Markt individuell organisiert
an.

„Kooperationsprojekte zwischen der Frankfurt UAS und Unternehmen wie REWE
stärken die Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis. Eine Win-Win-
Situation für beide Seiten: Unternehmen erhalten wissenschaftliche
Unterstützung zur Lösung von Herausforderungen und unsere Studierenden
haben die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen praktisch und nutzbringend
anzuwenden“, erklärt Prof. Dr. Kerstin Wegener vom Fachbereich Wirtschaft
und Recht der Frankfurt UAS, die das Projekt betreut. „Das Auswerten der
Daten, der Lieferbeziehungen zwischen regionalen Lieferanten und Märkten
unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, und das Interviewen von Lieferanten
und Marktmitarbeitenden werden Aufgaben unserer Studierenden sein. Es ist
zu vermuten, dass in der Organisation des Warentransports selbst das
meiste Optimierungspotenzial steckt, da aktuell die Anlieferung regionaler
Produkte durch jeden Lieferanten separat erfolgt. Wir erwarten zudem eine
Vielzahl von Teilergebnissen, die für die einzelnen, sehr heterogenen
Lieferantengruppen anwendbar sind.“

„Das Kooperationsprojekt mit der Frankfurt UAS stellt für unsere
regionalen und lokalen Lieferanten und für unsere REWE-Märkte einen
Mehrwert zur Optimierung der Prozesse dar. Ebenso ist es ein Beitrag zum
Ressourcenschutz und nachhaltigem Handeln. Wir blicken erwartungsvoll auf
die Lösungsansätze der Studierenden“, so Anja Loewe, Leiterin
Unternehmenskommunikation der REWE Region Mitte.

Zum Vorgehen
Beginnen werden die Studierenden mit einer Ist-Analyse. Dazu untersuchen
sie die logistischen Prozesse und Abläufe im Markt, wie Bestellung und
Warenannahme. Schließlich betrachten sie die Vorgehensweise der regionalen
Lieferanten, darunter Auftragseingang, Handling der Bestellung und
Warentransport. Bei den Optimierungsvorschlägen werden die Studierenden
insbesondere die ökologische Nachhaltigkeit beachten und passende
Handlungsempfehlungen für die logistischen Prozesse und Abläufe im Markt
sowie bei den regionalen Lieferanten verfassen. Berücksichtigen müssen sie
dabei die Heterogenität der Betriebe, darunter die großen Unterschiede
beim Umsatzvolumen, der Saisonalität und bei der Anzahl der belieferten
Märkte, ebenso wie die Altersstruktur der Lieferanten und die
wirtschaftlichen Hintergründe, die von Startups bis zu
landwirtschaftlichen Familienbetrieben reichen. Auch gibt es Vorgaben der
Verbände, beispielsweise kann die Logistik bei den Landmarkt-Betrieben
nicht einfach auf die REWE-Märkte umgelegt werden, da sonst die
Direktvermarktung verloren ginge.

Regionale Lieferanten des REWE-Marktes Wiesbaden-Erbenheim
Die Studierenden konzentrieren sich dabei auf die lokalen und regionalen
Lieferanten des REWE-Marktes in Wiesbaden-Erbenheim: 40 Lieferanten von
„Landmarkt“, 50 von „Aus deiner Region“ sowie 10 von „Geprüfte Qualität in
Hessen“. Diese Vermarkter liefern aktuell ihre Produkte selbst, jeder
Betrieb hat seine eigene Lieferzeit und -entscheidung, wann er das
Sortiment im Markt auffüllt. Auch vor Ort werden das Verräumen und
Präsentieren der Ware individuell gehandhabt. Die Studierenden prüfen nun,
wo das Optimierungspotenzial dieser Lieferbeziehungen liegt. Zum Auftakt
des Studierendenprojektes besuchten die 16 Studierenden am 15. November
2021 diesen bisher einzigen Markt der neuen Green Building 2.0 Generation
der REWE Group. Der Green Farming-Markt ist neben einem Supermarkt auch
Produktionsstätte mitten in der Stadt: Auf der Dachfarm wachsen
Basilikumbäume für die REWE-Märkte in ganz Deutschland, die als Dünger
Ausscheidungen der Fische erhalten, die vor Ort gezüchtet und dann
verkauft werden. Mit dem wichtigsten Baumaterial Holz hat sich der Markt
einer nachhaltigen Bauweise verschrieben.

Kontakt Praxisfallprojekt: Frankfurt University of Applied Sciences,
Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Kerstin Wegener,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kontakt Hochschulkooperationen: Frankfurt University of Applied Sciences,
Astrid Kramer, Leiterin Hochschulförderung, +49 69 1533-2131, kramer@hsf
.fra-uas.de

Weitere Informationen zum Bachelor-Studiengang International Business
Administration unter: www.frankfurt-university.de/iba; zum Bachelor-
Studiengang Betriebswirtschaft unter: www.frankfurt-university.de/ba-bw.

  • Aufrufe: 17

Innovatives Digitalisierungsprojekt erschließt mittelalterliche und neuzeitliche Münzfunde aus Sachsen-Anhalt

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
sowie in Kooperation mit dem Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt im
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt
sowie dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF)
in Magdeburg widmet sich das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
(LDA) Sachsen-Anhalt mit dem Projekt "Rares-Bares" der digitalen Erfassung
und Erschließung von etwa 18.500 Fundmünzen aus dem Mittelalter und der
Neuzeit. Über verschiedene Internetportale stehen sie anschließend der
nationalen und internationalen Forschung zur Verfügung.

Am 1. Oktober 2020 startete am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Sachsen-Anhalt (LDA) in Kooperation mit dem Landesmünzkabinett im
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und dem Fraunhofer-Institut für
Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg das Projekt "Rares-
Bares – Digitalisierung und Bereitstellung mitteldeutscher Fundmünzen als
Fundament für die Rekonstruktion von Währungs- und Wirtschaftsräumen vom
Mittelalter bis zur Neuzeit". Gefördert wird das Digitalisierungsprojekt
im Rahmen der Förderlinie eHeritage vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) mit einer Laufzeit von 3 Jahren.

Wertvolle Vorarbeit für seine Durchführung konnte bereits im Rahmen des
Projektes "Digital Heritage 2017/18" geleistet werden. Ausgehend von einer
Sondervereinbarung der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes
Sachsen-Anhalt mit dem LDA wurden bereits seit Sommer 2017 die Grundlagen
geschaffen, neben zentralen Beständen aus Archiven und Sammlungen auch die
Fundmünzen strukturiert neu zu erschließen und in zeitgemäßer Form digital
zu sichern. Damals wurde eine wegweisende Methode zur digitalen Erfassung
von archäologischen Fundmünzen entwickelt, die eine grundlegende
Erschließung dieses wichtigen Quellenmaterials für die Forschung und die
Allgemeinheit ermöglicht.

Münzen stellen in vielerlei Hinsicht eine wichtige Quellengattung dar,
etwa im Hinblick auf Fragestellungen zur Landes-, Wirtschafts- und
Sozialgeschichte oder in Bezug auf historische und politische Ereignisse
und Persönlichkeiten. Zugleich gehören Münzen zu den umfangreichsten und
in sich geschlossenen materiellen Quellengruppen, die die Geschichte
überhaupt zu bieten hat. Zudem sind sie sehr gut datierbar. Ihre
Digitalisierung und Bereitstellung ist daher die Grundlage für eine
vollständige und übersichtliche Erschließung dieser Fundgattung, für die
vergleichende Untersuchung und Auswertung des Materials sowie von
weiterführenden Fragestellungen oder Einzelfallstudien. So sind Fundmünzen
neben Urkunden äußerst wichtige Quellen für die Rekonstruktion des
Geldumlaufs in Mitteldeutschland, da sie die Erforschung von Struktur,
Volumen sowie Bewegung von Münzgeld ermöglichen. Daraus wiederum lassen
sich Schlüsse über Aufschwung und Niedergang der Wirtschaft, über
Handelsgeografie und Siedlungsgeschichte, über Herrschaftsverhältnisse und
Religiosität sowie über zeitgeschichtlich-politische Ereignisse ziehen.

Ziel des Projektes "Rares-Bares" ist daher die Schaffung einer umfassenden
Datengrundlage, auf deren Basis erstmals eine präzise Charakterisierung
von mittelalterlichen, frühneuzeitlichen und neuzeitlichen
Währungslandschaften in Mitteldeutschland erfolgen kann. Dazu sollen etwa
18.500 Fundmünzen erfasst werden, die in die Zeit vom Mittelalter bis zur
Neuzeit (6. bis 20. Jahrhundert) datieren, auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts
gefunden wurden und sich heute im LDA Sachsen-Anhalt und im
Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
befinden.

Die digitalisierten Münzen sollen über diverse Internet-Portale der
nationalen und internationalen Fachwelt und der interessierten
Öffentlichkeit in Form von 18.500 numismatischen Datensätzen und 37.000
Bilddateien mit interaktiver Beleuchtungssteuerung zur Verfügung gestellt
werden. Diese besonderen Bilddaten erlauben es nicht nur, die Stärke,
sondern auch die Position der Lichtquelle virtuell zu verändern und über
die Münzoberfläche zu bewegen. Ähnlich wie beim Drehen der Münze im
Sonnenlicht oder bei der Streiflichtmethode kann die Oberflächenstruktur
so im Detail betrachtet werden.

Zur Erfassung der numismatischen Daten – wer welche Münze wann, wo und mit
welchem Wert prägen ließ – wird das Erschließungsmodell des
"Kompetenznetzwerks zur kooperativen Erschließung und Nutzung der
Objektdaten von Münzsammlungen", kurz KENOM, genutzt. Dabei handelt es
sich um eine Datenbank, die speziell auf die Erfassung numismatischer
Objektdaten ausgerichtet ist und in der beide beteiligte Sammlungen
bereits andere Teilbestände veröffentlicht haben. Im Sinne der
Vergleichbarkeit erfolgt die Erfassung unter Zuhilfenahme von
Normvokabular und georeferenzierten Ortsangaben. Zudem werden
international gebräuchliche Metadatengrundlagen genutzt, die auch einen
unkomplizierten Datenaustausch ermöglichen. So können die
Digitalisierungsergebnisse nicht nur über das KENOM-Portal, sondern
sukzessive auch im Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) sowie
über Europeana, eine virtuelle Bibliothek für das kulturelle Erbe der
Europäischen Union, für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Die bildgebende Digitalisierung erfolgt mit dem "Optical System for Coin
Analysis and Recognition", kurz O.S.C.A.R., das in Kooperation mit dem
Fraunhofer-Institut IFF bereits im Rahmen des Digitalisierungsprojekts
"Digital Heritage 2017/18" entwickelt und im Zuge von "Rares-Bares"
entsprechend den speziellen Anforderungen der Objektgattung weiter
verfeinert wurde. Mit O.S.C.A.R. können einzelne Münzen – basierend auf
etwa 1.000 optischen Merkmalen, die einen Erkennungsschlüssel, quasi einen
"digitalen Fingerabdruck" der Münze bilden – eindeutig und unverwechselbar
beschrieben und identifiziert werden. Im Rahmen der Förderung durch das
BMBF konnte die Bildauflösung bei kleinen Münzen durch den gezielten
Einsatz verschiedener Kameraobjektive deutlich verbessert werden.

Essentieller Projektbestandteil ist neben der Erfassung der numismatischen
Daten und der bildgebenden Digitalisierung auch die Fundortrecherche für
all jene Münzfunde, die vor allem bereits im 19. Jahrhundert als
Bodenfunde zu Tage kamen. Zahlreiche Hortfunde wurden damals vom
Thüringisch-Sächsischen Altertumsverein – einer Vorgängerinstitution des
heutigen Landesmuseums für Vorgeschichte – auseinandergerissen, nach
Münzstand, also der herausgebenden Körperschaft, neu sortiert und ohne
Fundortangabe in verschiedenen Vergleichssammlungen zusammengefasst. Hier
konnten durch die Analyse der alten Erwerbungsakten,
Sammlungsverzeichnisse und Briefwechsel bereits erste Erfolge erzielt und
einige Münzen wieder ihrem einstigen Fundort zugeordnet werden.

  • Aufrufe: 23

Bundeswehr und Stiftung Deutsche Depressionshilfe starten Bündnis für psychische Gesundheit

Die Bundeswehr und die Stiftung Deutsche
Depressionshilfe haben das Bündnis „Psychische Gesundheit in der
Bundeswehr“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Versorgung von psychischen
und insbesondere depressiven Erkrankungen bei Soldatinnen und Soldaten zu
verbessern. Mithilfe der Initiative soll über Depression aufgeklärt,
Vorurteile abgebaut und Betroffene schneller in Behandlung gebracht
werden.

„Depression ist eine echte Volkskrankheit. Doch obwohl es gute und
wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt, erhält nur eine Minderheit der
Betroffenen die optimale Unterstützung. Hier gibt es ein großes
Verbesserungspotenzial! Organisationen und Unternehmen können viel dazu
beitragen, dass depressiv erkrankte Mitarbeiter rascher in eine
professionelle Behandlung kommen und neben großem Leid auch Kosten
vermieden werden“, erklärt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung
Deutsche Depressionshilfe und Inhaber der Senckenberg-Professur an der
Universität Frankfurt/M.

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren viel bei der Behandlung von
psychisch erkrankten Soldatinnen und Soldaten geleistet, speziell bei
Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), die mittlerweile zuverlässig
erkannt und hochwertig therapiert werden können. „Da Soldatinnen und
Soldaten genauso wie die Bevölkerung in Deutschland von depressiven
Erkrankungen betroffen sein können, wollen wir auch auf dieses
Krankheitsbild unseren Fokus legen“, sagt Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich
Baumgärtner, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. „Mit dem
Bündnis „Psychische Gesundheit in der Bundeswehr“ haben wir die
Möglichkeit, innerhalb der Streitkräfte mehr Wissen über die Erkrankung
Depression zu sammeln und damit wissenschaftlich fundiert Früherkennung
und Behandlung weiter zu verbessern.“

Schulungen und Aufklärungskampagne an Bundeswehr-Standorten

Im Rahmen des Projekts wird der sogenannte 4-Ebenen-Ansatz zur besseren
Versorgung von Menschen mit Depressionen und der Prävention von Suiziden,
für die Bundeswehr adaptiert. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe setzt
diesen seit vielen Jahren erfolgreich ein. Zunächst sollen an den acht
Bundeswehrstandorten Leipzig, Berlin, Stadtallendorf, Rotenburg/Wümme,
Bonn, Münster, Rostock und München Aktionstage zu depressiven Erkrankungen
stattfinden. Diese beinhalten:

1.      Fortbildungen zu Depression für medizinisches und psychologisches
Fachpersonal der Bundeswehr: Truppenärztinnen und -ärzte sowie
Truppenpsychologinnen und
-psychologen vertiefen in Schulungen der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe ihr Wissen zu depressiven Erkrankungen. Zudem wird eine
Vernetzung mit den regionalen Bündnissen gegen Depression angestrebt.

2.      Schulungen von Multiplikatoren: Häufig besteht Unsicherheit im
Umgang mit Mitarbeitenden und Kameradinnen und Kameraden, die psychisch
belastet erscheinen und möglicherweise von Depression betroffen sind.
Deshalb werden weitere wichtige Berufsgruppen wie das Führungspersonal an
den Standorten, Personalverantwortliche der Kompanien, Verbände und
Kommandobehörden, Angehörige regionaler sozialer Dienste der Bundeswehr
sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger zu „Depression und Suizidalität“
fortgebildet.

3.      Online-Programm für Bundeswehrpersonal mit leichteren
Depressionsformen: Das Online-Programm „iFightDepression“ der Stiftung
Deutsche Depressionshilfe unterstützt Betroffene beim eigenständigen
Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für
den Alltag. Durch Übungen lernen Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel, den
Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Das
Programm wurde auf die besonderen Bedürfnisse der Bundeswehr angepasst.

4.      Bundeswehrinterne Aufklärungs- und Informationskampagne: Mit einer
Aufklärungskampagne soll der Wissensstand der Soldatinnen und Soldaten
bezüglich Depression verbessert werden. Betroffenen will die Kampagne Mut
machen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Hierbei kommen unter anderem
Plakate und Flyer über Depression an den beteiligten Standorten zum
Einsatz. Zudem widmen sich die internen Bundeswehrmedien intensiv diesem
Thema.

Das gemeinsame Projekt läuft drei Jahre. Bestandteil ist eine
wissenschaftliche Evaluation der im Schwerpunkt im Jahr 2022
durchgeführten Interventionen durch das Forschungszentrum Depression der
Stiftung Deutsche Depressionshilfe (im Deutschen Register Klinischer
Studien: DRKS00026948).

Depression: häufige und lebensbedrohliche Erkrankung

Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am
meisten unterschätzten Erkrankungen. In Deutschland erkranken jedes Jahr
5,3 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression.
Menschen aller Altersgruppen, Berufe und sozialer Lagen sind betroffen.
„Manchmal werden die Depressionen und andere psychiatrische Erkrankungen
fälschlicherweise als Folge der Arbeitsbelastung und anderer negativer
Lebensbedingungen und nicht als eigenständige Erkrankungen aufgefasst, die
jeden mit einer entsprechenden Veranlagung treffen können“, so Hegerl. Mit
Initiativen wie dem Bündnis für psychische Gesundheit in der Bundeswehr
kann maßgeblich dazu beigetragen werden, dass Erkrankte rascher in
Behandlung kommen und das Rückfallrisiko verkleinert wird.

  • Aufrufe: 16