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Jetzt gegen Grippe schützen: Ältere Menschen profitieren von wirksamerem Hochdosis-Impfstoff

Die Grippezeit beginnt – und vor allem ältere Patienten sind durch
Influenzaviren gefährdet. Für sie gibt es positive Nachrichten: „Dies ist
die erste Saison in Deutschland, in der Menschen über 60 Jahre mit dem
neuen Hochdosis-4-fach-Influenzaimpfstoff geimpft werden können. Dieser
hat eine höhere Wirksamkeit als der zuvor empfohlene Standard-Impfstoff“,
erklärt Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am
Universitätsklinikum Jena und Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen bei der
Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).

Nicht nur Älteren rät die Expertin zur Grippeschutzimpfung, sondern allen
Menschen, die sich impfen lassen können. Nur so lässt sich auch die
Verbreitung von Grippeviren erschweren – und damit eine mögliche doppelte
Infektionswelle aus Grippe und Corona.

„Corona hat uns allen einen Schnellkurs in Sachen Immunisierung gegeben.
Diese Erfahrung, wie wichtig Impfen ist, sollten wir auch für den
Grippeschutz nutzen“, appelliert Kwetkat an die Bereitschaft aller, auch
für die Grippeschutzimpfung ihre Ärmel hochzukrempeln.

Seit Anfang 2021 ist der neue Hochdosis-4-fach-Impfstoff für Personen ab
60 Jahren zugelassen. Für die Geriatrie ist das eine sehr positive
Entwicklung, denn ältere Menschen sind besonders gefährdet eine
Influenzainfektion zu entwickeln. Auch ist bei älteren Menschen das
Risiko, an der Grippe zu versterben, höher: Bis zu 90 Prozent aller
Grippetoten sind älter als 60 Jahre! Der neue Hochdosis-Impfstoff enthält
die vierfache Antigenmenge des Standard-Impfstoffs und hat dadurch eine
stärkere Wirksamkeit gegen die Influenzaviren.

Mythen rund um die Grippeschutzimpfung können entkräftet werden

Um die Akzeptanz der Grippeschutzimpfung in der Bevölkerung noch zu
erhöhen, gilt es, auch die kursierenden Mythen zu entkräften. Zum
Beispiel: „Ich bin geimpft worden und hatte dennoch eine Grippe.“ In den
allermeisten Fällen handelte es sich dabei aber um eine schwere Erkältung
– etwas völlig anderes. Dem Argument, dass die Grippeschutzimpfung bei
älteren Menschen schlechter schützt und man daher darauf verzichten könne,
entgegnet Dr. Kwetkat: „Sie schützt aber wesentlich vor schweren
Krankheitsverläufen – und das ist viel wichtiger!“ Auch könne die
Grippeschutzimpfung selbst keine Grippeinfektion auslösen, weil die bei
Erwachsenen eingesetzten Impfstoffe Todimpfstoffe seien, die keine
vermehrungsfähigen Viren beinhalten, so die Expertin.

Grippeschutz- und COVID-19-Booster-Impfung können simultan verabreicht
werden

Wie auch bei Corona können Angehörige durch ihren eigenen Impfschutz dazu
beitragen, die älteren Menschen zu schützen – und gleichzeitig als gutes
Beispiel für andere vorangehen. „Wer jetzt einen Termin für eine
Grippeschutzimpfung bei seinem Hausarzt vereinbart, trägt aktiv dazu bei,
diese potenziell gefährliche Infektionskrankheit einzudämmen. Ältere
Menschen können die Impfung zeitgleich mit der dritten Booster-Impfung
gegen COVID-19 bekommen – die Ständige Impfkommission (STIKO) hat dies
ausdrücklich bestätigt. Somit erhalten sie doppelten Schutz an einem
Termin“, so Anja Kwetkat.

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Wissenschaftsbündnis DANK fordert: Nutri-Score verpflichtend!

Großen Beifall erzeugte am 6. November 2020 die Einführung des Nutri-
Scores in Deutschland bei Verbraucherverbänden, Mediziner*innen und
Ernährungsfachleuten, denn erstmals ermöglicht eine einfache, leicht
verständliche Lebensmittelampel Verbraucher*innen auf einen Blick die
Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels einzuschätzen und ähnliche
Produkte aus einer Produktgruppe unkompliziert miteinander zu vergleichen.
Der Nutri-Score wird nach Angaben des Bundesernährungsministeriums
mittlerweile von mehr als 233 Unternehmen freiwillig genutzt (1).

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hat maßgeblich
dazu beigetragen, dass der Nutri-Score in seiner jetzigen Form auf
Lebensmittverpackungen zu finden ist. DANK kritisiert jedoch, dass das
Label noch immer nur freiwillig ist! Nach wie vor seien große Unternehmen
der Süßwaren- und Getränke-Branche nicht dabei, was den Nutzen für
Verbraucher*innen im Supermarkt erheblich mindert.
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„Wir haben lange um den Nutri-Score gerungen. Bereits 2019 haben wir
gemeinsam mit anderen wissenschaftlich-medizinischen Organisationen in
einer repräsentativen Meinungsumfrage nachgewiesen, dass der Nutri-Score
von der Mehrheit der Verbraucher*innen am besten verstanden wird. Die
Einführung im November 2020 war daher nur folgerichtig. Bedauerlicherweise
ist er nach wie vor nur freiwillig“, resümiert Barbara Bitzer, Sprecherin
des Wissenschaftsbündnisses DANK und Geschäftsführerin der Deutschen
Diabetes Gesellschaft (DDG). Ärzteverbände, medizinische
Fachgesellschaften und Verbraucherorganisationen fordern schon seit langem
verbindliche, nachhaltige Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht –
eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben ist dabei ein
wichtiger Baustein mit doppelter Wirkung: Verbraucher*innen können auf
einen Blick beim Einkauf Lebensmittel vergleichen und eine gesunde Wahl
treffen und Herstellerfirmen erhalten einen griffigen Anreiz, auf
gesündere Rezepturen umzustellen.

Dass beides dringend nötig ist, beweisen die aktuellen Zahlen: Weltweit
leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung an Übergewicht oder Adipositas.
Circa 2,8 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen. Laut einer
Umfrage der Technischen Universität München aus dem Juni 2021 haben 40
Prozent der Erwachsenen seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen. Bei
diesen Personen lag die durchschnittliche Gewichtszunahme bei 5,5 kg (2).

„Solange der Nutri-Score freiwillig ist, kann er seine Wirkung nur sehr
begrenzt entfalten. Echte Transparenz vor dem Supermarktregal erhalten wir
nur, wenn der Nutri-Score wirklich auf allen Produkten zu finden ist –
dafür muss sich die Ampel-Koalition stark machen“, ergänzt Bitzer.

Ein Nutri-Score allein löst kein so komplexes Problem wie die Adipositas-
Pandemie und deren verheerende gesundheitliche Folgen. Deshalb kämpft DANK
unermüdlich für Maßnahmenbündel im Kampf gegen Übergewicht, Adipositas und
weitere nichtübertragbaren Krankheiten und fordert:

•       ein Werbeverbot für Kinderlebensmittel, die nicht dem WHO-
Nährwertprofil entsprechen
•       eine Steuerentlastung von gesunden Lebensmitteln (z. B. Obst und
Gemüse) und eine Steuererhöhung für Lebensmittel mit hohem Gehalt an
Zucker, Fett und Salz („gesunde Mehrwertsteuer“)
•       eine „Softdrinksteuer“ für besonders süße Erfrischungsgetränke (29
Prozent)
•       verbindliche Standards für die Kita- und Schulernährung nach den
Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
•       täglich mindestens eine Stunde Bewegung in Schule und KiTa

„Andere Länder haben gezeigt, dass genau solche Maßnahmenbündel wirksam
sind. Die neue Bundesregierung muss in dieser Legislaturperiode die
Weichen für eine Ernährungswende in Deutschland stellen und dem Tsunami
nichtübertragbarer Krankheiten den Kampf ansagen“, schließt Bitzer.

Informationen über die DANK-Forderungen finden Sie unter: <https://www
.dank-allianz.de/ueber-uns.html>

Quellen:
(1)     Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Hilfestellung
für Unternehmen – Einführung des Nutri-Scores:
<https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittel-kennzeichnung
/freiwillige-angaben-und-label/nutri-score/naehrwertkennzeichnung-
hilfestellungen.html
>
(2)     Technische Universität München. „Corona befeuert eine andere
Pandemie“:  <https://www.tum.de/die-
tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36713/>
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Über den Nutri-Score
Der von französischen Wissenschaftlern entwickelte Nutri-Score ist ein
farbiges System der Lebensmittelkennzeichnung. Dabei wird aus eher
günstigen Inhaltstoffen (z. B. Obst, Gemüse, Ballaststoffe) und eher
ungünstigen Inhaltsstoffen (z. B. Zucker, gesättigte Fettsäuren) ein
Gesamt-Punktwert berechnet. Je nach Wert wird das Produkt auf der
Vorderseite der Verpackung mit einem Buchstaben und einer Farbe auf einer
fünfstufigen Skala gekennzeichnet, von einem dunkelgrünen A bis zu einem
roten E.
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Deutsche Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten DANK
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Zusammenschluss von 23 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften,
Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur
Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-
Kreislaufkrankheiten einsetzt. <www.dank-allianz.de>
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"Raus aufs Land": 51. Brandenburger Regionalgespräch diskutiert ländliches Leben und Arbeiten im digitalen Wandel

Für Bewohner*innen ländlicher Regionen bringt die zunehmende
Digitalisierung zurzeit einschneidende Veränderungen mit sich. Dabei geht
es keinesfalls nur um Fragen der Netzverfügbarkeit. Vor allem geht es um
soziale, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen, die mit der
anhaltenden Pandemie noch an Dynamik gewonnen haben. Das 51. Brandenburger
Regionalgespräch des Leibniz-­Instituts für Raumbezogene Sozialforschung
(IRS) in Erkner bringt am 10. November 2021 ab 14 Uhr online Menschen aus
Wissenschaft und Praxis zusammen, um neu entstehende Lebens- und
Arbeitsformen in ländlichen Räumen zu diskutieren.

Derzeit lässt sich beobachten, wie neue, zurückkehrende und
alteingesessene Bewohner*innen die Transformation von Landgemeinden und
ländlichen Regionen aktiv mitgestalten. Sie kombinieren dabei
beispielsweise Möglichkeiten der Digitalisierung von Erwerbsarbeit vor Ort
mit den Vorzügen des Landlebens. Oder sie setzen gezielt auf digitale
Lösungen im Umgang mit lokalen Herausforderungen, etwa im ehrenamtlichen
Bereich. Im 51. Brandenburger Regionalgespräch wird deshalb gefragt:

Welche Möglichkeiten und Herausforderungen ergeben sich durch die
Digitalisierung speziell in ländlichen Regionen?

Welche neuen oder veränderten Formen von Erwerbsarbeit lassen sich in
ländlichen Regionen beobachten?

Welche Rolle spielen digitale Plattformen?

Welche neuen Verknüpfungen von Wohnen, Arbeit und Engagement entstehen?

Wie können Politik und Verwaltung zivilgesellschaftliche Gruppen noch
besser unterstützen?

Wie können sich Praxis und Wissenschaft noch besser austauschen, welche
Ansätze gibt es?

Zu diesen und weiteren Fragen diskutieren am 10. November ab 14 Uhr im
Zoom-Webinar:

Prof. Dr. Suntje Schmidt, IRS, Erkner

Markus Lahr, Technische Hochschule Wildau

Dr. Ariane Sept, IRS, Erkner

Norbert Kunz, Social Impact gGmbH, Berlin

Marco Beckendorf, Bürgermeister in Wiesenburg

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„Friedrich-Edding-Preis“ für Berufsbildungsforschung verliehen - Zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgezeichnet

Die Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) hat die
beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen Dr. Laura Menze und Dr. Svenja
Ohlemann für ihre herausragenden Dissertationen mit dem „Friedrich-Edding-
Preis für Berufsbildungsforschung 2021“ ausgezeichnet. Die Verleihung fand
Ende Oktober auf dem AG BFN-Forum „Digitalisierung in den
Gesundheitsberufen“ statt. Das Forum wurde von der Westfälischen Wilhelms-
Universität Münster in Kooperation mit dem Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) sowie der Hochschule Esslingen organisiert.

•Dr. Laura Menze widmet sich in ihrer Arbeit der Frage, wie attraktiv eine
duale Ausbildung für junge Menschen ist. In ihrer Dissertation „Wege von
der dualen Ausbildung in den Arbeitsmarkt. Wie Ausbildungsberufe Chancen
strukturieren“ untersucht sie, inwiefern der gewählte Ausbildungsberuf zu
sozialen Ungleichheiten führt. Ihre Studie belegt, dass der
Ausbildungsberuf die Chancen beim ersten Eintritt in den Arbeitsmarkt
beeinflusst und die erste eingenommene Arbeitsmarktposition den weiteren
Erwerbsverlauf entscheidend prägt.

•Dr. Svenja Ohlemann richtet in ihrer Arbeit den Blick auf einen früheren
Zeitpunkt der beruflichen Entwicklung. In ihrer Dissertation „Berufliche
Orientierung im Spannungsfeld von Heterogenität und Individualisierung –
Möglichkeiten der Binnendifferenzierung als Ausgangspunkt schulinterner
Maßnahmenplanung“ untersucht sie, wie Jugendliche bei ihrer Berufswahl
unterstützt werden können. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass aufgrund der
unterschiedlichen berufswahl-bezogenen Entwicklung der Jugendlichen
individuelle Bedarfe und auch Fortschritte systematisch und regelmäßig
erfasst werden müssen. Maßnahmen der Berufsorientierung müssen zudem
individuell angepasst werden.

Die AG BFN-Vorstandsmitglieder, Prof. Dr. Hubert Ertl (Bundesinstitut für
Berufsbildung), Prof. Dr. Bernd Fitzenberger (Institut für Arbeitsmarkt-
und Berufsforschung), Thomas Hochleitner (Staatsinstitut für Schulqualität
und Bildungsforschung München), Dr. Iris Pfeiffer (Forschungsinstitut
Betriebliche Bildung) und Prof. Dr. Ulrike Weyland (Institut für
Erziehungswissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster),
würdigten die wissenschaftliche Relevanz der beiden ausgezeichneten
Dissertationen für die Berufsbildungsforschung sowie ihren Bezug zur
Berufsbildungspraxis. Beide Arbeiten wiesen zudem mit ihrer
forschungsmethodischen Originalität innovative Zugänge zur Berufsbildung
auf.

Mit dem „Friedrich-Edding-Preis“ für Berufsbildungsforschung fördert die
AG BFN den wissenschaftlichen Nachwuchs. Alle zwei Jahre werden besonders
herausragende Dissertationen ausgezeichnet, die sich mit aktuellen Fragen
der Berufsbildung befassen. Bewertet werden die Arbeiten nach ihrer
wissenschaftlichen und berufsbildungspraktischen Relevanz, der Verwendung
disziplinübergreifender Ansätze, dem angemessenen Einsatz von
Forschungsmethoden, der Entwicklung innovativer Zugänge zur
Berufsbildungsforschung und der Berücksichtigung des internationalen
Stands der Forschung. Benannt ist der Preis nach Friedrich Edding (1909 -
2002), dem langjährigen Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für
Bildungsforschung und Professor für Bildungsökonomie an der Technischen
Universität in Berlin.

Die Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) ist ein seit
1991 bestehendes Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
aus Hochschulen sowie öffentlichen und privaten Institutionen, die
Beiträge zur Berufsbildungsforschung aus unterschiedlichsten
wissenschaftlichen Disziplinen leisten. Ziel ist es, neben der
Nachwuchsförderung die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verbessern, den
Austausch von Forschungsergebnissen, Meinungen und Erfahrungen zu
unterstützen sowie relevante Forschungsfelder zu identifizieren. Das
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gehört zu den Gründungsmitgliedern
der AG BFN.

Weitere Informationen

•zum „Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung“ unter
<https://www.agbfn.de/de/agbfn_37206.php>

•zur Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) unter
<www.agbfn.de>

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