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Zwei Drittel der Kommunen haben weiterhin großen Unterstützungsbedarf

Digitalisierung in der Schule (Symbolbild)  Giovanni Gagliardi via Unsplash
Digitalisierung in der Schule (Symbolbild) Giovanni Gagliardi via Unsplash

Die Corona-Krise offenbart die Defizite der Digitalausstattung der
Schulen. Zwar hat die Mehrheit der Schulträger bereits in Endgeräte, W-LAN
und Präsentationstechnik investiert. Hemmnisse für die Digitalisierung
sind jedoch vor allem die mangelnde Finanzausstattung und fehlendes
Fachpersonal.

Berlin. Die Corona-Krise hat die Defizite bei der Digitalisierung der
Schulen in Deutschland offengelegt, aber durchaus auch Chancen erkennen
lassen. Selbst wenn der größte Druck mit der nun vielerorts vorgenommenen
Rückkehr zum Präsenzunterricht etwas nachlassen dürfte, werden die
kommunalen Schulträger mit der Digitalisierung ihrer Schulen auch in
Zukunft gefordert sein – und zwar in finanzieller als auch in personeller
Hinsicht. Wie eine aktuelle Sonderbefragung des Deutschen Instituts für
Urbanistik im Rahmen des für KfW-Research durchgeführten KfW-
Kommunalpanels 2021 zeigt, nennen sieben von zehn Kommunen einen großen
Bedarf an Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen in Schulgebäuden. Nur
vier Prozent der Kommunen gehen dabei davon aus, dass dieser
Investitionsbedarf einmaliger Natur ist und in Zukunft wieder abnehmen
wird, 96 % erwarten hingegen einen dauerhaften Bedarf. Zudem stimmen 93 %
der Aussage zu, dass die Ausgaben in Zukunft sogar steigen werden.
Investitionen in die Digitalisierung bilden damit zusammen mit baulichen
Maßnahmen an den Schulgebäuden (ebenfalls 72 %) die Bereiche im
Schulsektor, in dem die Kommunen den höchsten Investitionsbedarf sehen.

Viele Digitalisierungsmaßnahmen haben Schulträger zu Beginn des neuen
Schuljahrs 2021/22 bereits initiiert oder umgesetzt: Ganz vorn liegt dabei
die Beschaffung von Endgeräten, wie z.B. Tabletts und Notebooks (78 %),
gefolgt von der Installation von W-LAN (73 %) und der Anschaffung von
Präsentationstechnik wie Beamer, White- oder Smartboards (67 %). Der
größte Handlungsbedarf besteht aktuell bei Lernplattformen und
Cloudlösungen, um den digitalen Unterricht zu erleichtern. Hier sind
bisher 46 % der Kommunen aktiv geworden, rund 38 % haben weitere Maßnahmen
geplant und rund 17 % sehen den Bedarf, haben jedoch noch nicht mit der
Planung begonnen.

Die Finanzierung digitaler Maßnahmen für Schulen wird Kommunen nicht nur
angesichts der Einnahmeausfälle aufgrund der Corona-Krise fordern: So geht
jede dritte Kommune (34 %) davon aus, dass die Prioritäten in ihrem
Haushalt zugunsten der Schuldigitalisierung verschoben werden müssen. Aus
Sicht der vom Difu befragten Kämmereien dürfte dies vor allem zulasten
anderer Infrastrukturbereiche (34 %) sowie freiwilliger Aufgaben wie
Kultur- und Sportangebote (32 %) gehen. „Angesichts dieser finanziellen
Zwickmühle verwundert es nicht, dass neun von zehn Kommunen die Ansicht
vertreten, dass Investitionen in die Schuldigitalisierung nur über
zusätzliche Fördermittel oder Zuweisungen finanziert werden können“, sagt
Christian Raffer, Projektleiter am Deutschen Institut für Urbanistik.

Neben der Finanzierung sind vor allem die begrenzten personellen
Kapazitäten ein wesentliches Hindernis für eine schnelle Digitalisierung.
Der Mangel an qualifiziertem Personal für die Verwaltung wird in der
Befragung von 74 % der Kommunen als einer der zentralen Gründe genannt,
der sich hemmend bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen in den
Schulen auswirkt. Die personellen Kapazitäten sind dabei nicht nur bei der
Beschaffung, sondern auch bei der Wartung der IT-Ausstattung ein wichtiger
Aspekt für die Schulträger. In 67 % der antwortenden Kommunen wird dies
durch kommunales IT-Fachpersonal, in 57 % der Städte und Gemeinden durch
externe Dienstleister erledigt. Allerdings werden noch immer in 49 % der
Kommunen die IT-Anlagen auch durch einzelne Lehrer*innen betreut. „Hier
zeigen sich die eigentlichen Herausforderungen, die sich über Jahre hinweg
aufgebaut haben. Denn Lehrer*innen sollten eigentlich hochwertigen
Unterricht leisten und digitale Kompetenzen vermitteln anstatt sich um
technische Fragen der Hard- und Software, der Vernetzung und
leistungsstarker Internetverbindungen kümmern zu müssen“, betont Dr.
Henrik Scheller, Teamleiter Wirtschaft und Finanzen am Difu. „Eine
erfolgreiche Schuldigitalisierung erfordert entsprechende Strategien und
eine beständige Fortbildung der Lehrkräfte“, so Henrik Scheller.

Hintergrund

Als Schulträger sind die Kommunen für die bauliche Ausstattung der meisten
der rund 40.000 allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland
zuständig. Auf den Bereich Schulen entfällt laut KfW-Kommunalpanel 2021
mit 11 Mrd. EUR auch der größte Anteil der geplanten kommunalen
Investitionen. Doch diese Mittel sind noch nicht ausreichend, die bereits
vorhandene Infrastruktur zu erhalten, denn auf die Schulen entfällt mit
46,5 Mrd. EUR bzw. 31% zugleich der größte Anteil des wahrgenommenen
kommunalen Investitionsrückstands von insgesamt 149 Mrd. EUR.

Zur Datengrundlage

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der KfW 550
Kommunen angeschrieben, die sich zuvor an mindestens einer der beiden
letzten Hauptbefragungen für das KfW-Kommunalpanel beteiligt und darin
ihre Bereitschaft für Nachbefragungen signalisiert hatten. Zielsetzung der
Zusatzbefragung war es zu erfahren, inwieweit die Corona-Krise zu einem
Digitalisierungsschub an den Schulen beiträgt. Im Vordergrund stehen die
Digitalisierungsmaßnahmen der Kommunen und die Frage, welche
Einflussfaktoren sich als hemmend oder förderlich erweisen. An der
Umfrage, die sich an die Kämmereien richtete, haben sich im Mai 2021
insgesamt 266 Städte, Gemeinden und Landkreise beteiligt (Rücklaufquote:
48 %). Die Ergebnisse sind damit zwar nicht bundesweit repräsentativ,
vermitteln jedoch einen belastbaren Eindruck der kommunalen Wahrnehmung.

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Der Text ist selbstverständlich frei zur Weiternutzung - über ein
Belegexemplar bzw. einen Beleglink an die Difu-Pressestelle würden wir uns
sehr freuen.

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes
Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-,
Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und
Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale
Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht,
Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige
Berliner Institut - mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) -
bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf
wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute
und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften
e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen
GmbH geführten Forschungsinstituts.

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Bundestagswahl: Forschung empfiehlt eine nachhaltigere Gewässerpolitik

Die biologische Vielfalt von Binnengewässern, die Lebensgrundlage für das Leben von Natur und Mensch, ist stark bedroht.  Michael Roggo
Die biologische Vielfalt von Binnengewässern, die Lebensgrundlage für das Leben von Natur und Mensch, ist stark bedroht. Michael Roggo

Binnengewässer gehören in Deutschland zu den am stärksten genutzten und
bedrohten Ökosystemen. Der Klimawandel mit Wetterextremen wie Dürren und
Überflutungen verschärft die Situation zusätzlich. Die Folge ist u.a. ein
rasanter Rückgang der aquatischen Vielfalt, der nicht nur Pflanzen und
Tiere gefährdet, sondern auch die menschlichen Lebensgrundlagen. Darauf
weist das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB),
Deutschlands größtes Forschungszentrum für Binnengewässer, in einem
aktuellen Policy Brief hin.

Anlässlich der Bundestagswahl 2021 empfehlen die Wissenschaftler*innen der
Politik, dringend Maßnahmen gegen den massiven Rückgang der aquatischen
Biodiversität zu ergreifen und damit auch die vielen wichtigen
Ökosystemleistungen abzusichern, die Binnengewässer für den Menschen
erbringen, z.B. genügend und sauberes Trinkwasser, natürlicher
Hochwasserschutz, Schadstoffrückhalt und Erholungsräume. Die Forschenden
formulieren sieben Handlungsempfehlungen, mit denen in der nächsten
Legislaturperiode bedeutende Weichenstellungen für eine nachhaltigere
Gewässerpolitik möglich sind.

„Im Gegensatz zu Land- oder Meeresökosystemen steht der Verlust der
biologischen Vielfalt in Binnengewässern bisher kaum im öffentlichen und
politischen Fokus. Dabei drängt die Zeit, denn Binnengewässer können ihre
vielfältigen Funktionen als Lebensraum und Schlüsselressource nur
erfüllen, wenn sie konsequent geschützt, nachhaltig bewirtschaftet und
ökologisch verbessert werden“, erläutert IGB-Wissenschaftlerin Prof. Dr.
Sonja Jähnig, Co-Autorin des heute veröffentlichten IGB Policy Briefs. Der
aktuelle Zustand der Binnengewässer zeige laut der forschungsbasierten
Einschätzung jedoch, dass die Praxis davon noch weit entfernt sei.
„Entscheidend ist, dass jetzt ein Umdenken in Politik und Verwaltung
stattfindet“, betont auch IGB-Wissenschaftler und Mitautor Dr. Christian
Wolter und fügt hinzu: „Unser Leben und unsere Gesellschaft hängen von
Gewässern und ihrer biologischen Vielfalt ab. Gewässerpolitik ist keine
zusätzliche Bürde oder Luxus, sondern sollte als notwendige
Vorsorgepolitik zur nachhaltigen Zukunftssicherung für Mensch und Natur
begriffen werden.“

Damit das gelingt, empfehlen die Wissenschaftler*innen der Bundespolitik,
eine stärker gestaltende Rolle einzunehmen, Länder und Kommunen zu
unterstützen und auch international die gewässerbezogene
Biodiversitätspolitik voranzutreiben. Politik und Verwaltung müssten zudem
dringend dem großen Umsetzungsdefizit der europäischen Umweltgesetzgebung
in Deutschland begegnen.

Die sieben Handlungsempfehlungen der IGB-Forscher*innen lauten:

1.      Mehr Raum für Fließgewässer schaffen
2.      Fließgewässersysteme wieder durchgängig machen und vernetzen
3.      Gewässerbelastungen vermeiden, reduzieren und realistisch
bepreisen
4.      Eine integrative Strategie zur Gewässerbewirtschaftung entwickeln
5.      Entscheidungs- und Abwägungsverfahren für Zielkonflikte zwischen
Schutz und Nutzung etablieren
6.      Bestehende Umweltgesetzgebung besser umsetzen und den Schutz der
aquatischen Biodiversität ressortübergreifend als Ziel priorisieren
7.      Daten und Informationen zur Gewässerbiodiversität öffentlich
verfügbar machen

Diese Handlungsempfehlungen werden im IGB Policy Brief zur Bundestagswahl
2021 „Biologische Vielfalt in Binnengewässern – bedrohte Lebensgrundlagen
von Natur und Mensch besser schützen“ ausführlicher erläutert. Das
Dokument kann kostenfrei auf der IGB-Webseite heruntergeladen und auch
weiterverbreitet werden.

Über das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB):
„Forschen für die Zukunft unserer Gewässer“ ist der Leitspruch des
Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Das IGB
ist das bundesweit größte und eines der international führenden
Forschungszentren für Binnengewässer. Es verbindet Grundlagen- und
Vorsorgeforschung, bildet den wissenschaftlichen Nachwuchs aus und berät
Politik und Gesellschaft in Fragen des nachhaltigen Gewässermanagements.
Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Langzeitentwicklung von Seen,
Flüssen und Feuchtgebieten und die Auswirkungen des Klimawandels, die
Renaturierung von Ökosystemen, der Erhalt der aquatischen Biodiversität
sowie Technologien für eine nachhaltige Aquakultur. Die Arbeiten erfolgen
in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der
Region Berlin-Brandenburg und weltweit. Das IGB gehört zum
Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von sieben natur-,
lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach
ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft.
https://www.igb-berlin.de

Medieninformationen im Überblick: https://www.igb-berlin.de/newsroom
Anmeldung für den Newsletter: https://www.igb-berlin.de/newsletter
IGB bei Twitter https://twitter.com/LeibnizIGB
IGB bei Facebook: https://www.facebook.com/IGB.Berlin/

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Neues Programm: Start-ups arbeiten an digitalen Lösungen für Gesundheitsdienstleister

Mit dem neuen Programm „Start-ups Meet Healthcare Providers“ hat EIT Health dazu aufgerufen, neue Technologien zu erarbeiten, die einen unmittelbaren Effekt auf den Behandlungsalltag von Patienten haben.  Matej Kastelic  kasto - stock.adobe.com
Mit dem neuen Programm „Start-ups Meet Healthcare Providers“ hat EIT Health dazu aufgerufen, neue Technologien zu erarbeiten, die einen unmittelbaren Effekt auf den Behandlungsalltag von Patienten haben. Matej Kastelic kasto - stock.adobe.com

EIT Health (European Institute of
Technology and Innovation) hat mit dem Programm „Start-ups Meet Healthcare
Providers“ dazu aufgerufen, neue Technologien zu erarbeiten, die einen
unmittelbaren Effekt auf den Behandlungsalltag von Patienten haben.
Zahlreiche Start-ups und Innovatoren bewarben sich bereits für das
Programm. EIT Health führt bei diesem Programm Innovatoren und
Gesundheitsdienstleister zusammen und bietet eine Plattform, um neuartige
Ideen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auszuarbeiten.

Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation in der Gesundheitsbranche
bieten großes Innovationspotenzial. Mit der Telematikinfrastruktur als
Übertragungssystem, der elektronischen Gesundheitskarte und der
elektronischen Patientenakte existieren bereits Systeme zur Kommunikation
zwischen Gesundheitsdienstleistern. Allerdings sind diese Systeme komplex
und die Integration neuer Technologien ist in ihrem Einsatz beschränkt. Um
das Potenzial von Innovationen dennoch ausschöpfen zu können, stellen sich
nun drei Gesundheitsdienstleister im Rahmen des neugeschaffenen EIT Health
Programms „Start-ups Meet Healthcare Providers“ den Herausforderungen des
Behandlungsalltags. Ziel ist jeweils die Entwicklung einer Technologie,
die einfach in die kassenfinanzierte Regelversorgung implementiert werden
kann.

Neues Programm fördert bedarfsorientierte Lösungsansätze

Innovatoren der Gesundheitsbranche zielen darauf ab, möglichst vielen
Menschen mit ihren Projekten zu helfen. Mit „Start-ups Meet Healthcare
Providers“ bringt EIT Health sie ihrem Ziel ein Stück näher, da hier
Lösungen für konkrete Problemstellungen gesucht werden. Bereits 38 Start-
ups haben im Zuge der Bewerbungsphase Interesse an der bedarfsorientieren
Weiterentwicklung ihrer Projekte im Rahmen des Programms bekundet und sich
um eine Teilnahme beworben. Nun wählen die Auftraggeber diejenigen aus, in
denen sie das größte Potenzial sehen.

Auf diese Auserwählten wartet ein umfassendes Workshop- und
Trainingsprogramm durch EIT Health und Partner des Netzwerkes, bei dem sie
auf die übergeordneten Anforderungen vorbereitet werden: Sie sollen ihr
Projekt schnell zur Marktreife bringen, das Geschäft erfolgreich ausbauen
und mit den großen Playern des europäischen Gesundheitsmarktes
zusammenarbeiten. Neben Chancen zur Bildung von Kooperationen erhalten die
Teilnehmer zum Abschluss des Programms die Möglichkeit, sich in einem
Pitch dem Urteil von Vertretern der Gesundheitsdienstleister, möglichen
Investoren, EIT Health Partnern und Stakeholdern zu stellen und so die
Möglichkeit auf weitreichende Förderung und Kooperationen.

„Jeder Schritt der Zusammenarbeit bietet eine Chance für eine Optimierung
des Behandlungsalltags, die Patienten und Gesundheitsdienstleistern
zugutekommt“, freut sich Dr. Katharina Ladewig, Geschäftsführerin bei EIT
Health Germany, über die vielen Bewerbungen für das neue Programm. „Durch
‚Start-ups Meet Healthcare Providers‘ können wir einen Beitrag dafür
leisten, dass Innovationen auch dort ankommen, wo sie am meisten benötigt
werden.“

Drei Projektaufgaben zur Verbesserung des Behandlungsalltags

Auf die Teilnehmer warten drei Challenges von Gesundheitsdienstleistern in
Deutschland, Lettland und Kroatien:
Die Diakonie der evangelischen Kirche Baden-Württemberg sucht nach einem
Tool für einfache Kommunikation zwischen verschiedenen
Gesundheitsdienstleistern. Konkret geht es um die Entwicklung einer App,
welche den interdisziplinären Austausch vereinfacht und die medizinischen
und regulatorischen Standards erfüllt. Für eine erfolgreiche
Implementierung in die Regelversorgung ist hierbei sowohl eine einfache
Integrationsmöglichkeit in die bestehenden Systeme gefordert wie auch die
Einhaltung des Schutzes von sensiblen persönlichen Daten.

Bei der Challenge des Kinder-Universitätskrankenhauses Lettland geht es um
eine digitale Möglichkeit der Kommunikation und Informationsbeschaffung
für Patienten, ihre Angehörigen und weitere Interessengruppen. Ziel ist
eine sichere Online-Gesundheits-Community, mit deren Hilfe gemeinsame
Probleme einfacher erkannt werden. Die Informationen, die in der Community
ausgetauscht werden, erleichtern dem Patienten die Bildung einer eigenen
Meinung und die Beteiligung an der eigenen Therapieentscheidung.

Mit Therapietreue und vor allem der Einhaltung verordneter Medikationen
beschäftigt sich die Challenge des Universitätsklinikums Sisters of
Charity Zagreb. Hier wird ein spezielles Tool (z. B. in Form von
Pillendosen, Inhalatoren, Injektionspens, Tracking-Geräte, oder Software-
Anwendungen) gesucht, das die Patientenadhärenz überwachen und
unterstützen kann. Darüber hinaus soll das Tool Feedback an die
behandelnde Instanz weitergeben können.

Die drei Gesundheitsdienstleister haben bei den Challenges Wert darauf
gelegt, dass durch sie konkrete Problemstellungen des Behandlungsalltags
gezielt digital gelöst werden können und erhoffen sich durch das Programm
praktikable und bedarfsorientierte Ergebnisse.

Über EIT Health Germany

Das European Institute of Innovation & Technology (EIT) ist eine
unabhängige Einrichtung der Europäischen Union, die 2008 gegründet wurde,
um Innovation und Unternehmertum in ganz Europa zu fördern. Seit 2014 ist
die Netzwerk-Initiative auch im Bereich Gesundheit in Europa aktiv. EIT
Health arbeitet zurzeit mit rund 150 Partnern aus 14 Ländern in einer
„Public-Private-Partnership“ an den Lösungen der großen Herausforderung im
Gesundheitswesen unserer Zeit. Führende Unternehmen, öffentliche
Institutionen sowie renommierte Universitäten und Forschungseinrichtungen
entwickeln gemeinsam mit Start-ups und KMUs in innovativen Programmen und
Projekten neue Produkte und Dienstleistungen, die eine nachhaltige
Gesundheitsökonomie in Europa fördern. Ziel ist es, die starke Polarität
der verschiedenen Gesundheitssysteme in Europa zu überwinden, um
etablierten und auch jungen digitalen Unternehmen neue Ressourcen zu
eröffnen und ihre Ideen in gemeinsamen Produkten und Dienstleistungen für
den europäischen Markt zu realisieren.

EIT Health Germany ist eines von insgesamt sieben EIT Health-Zentren in
Europa und betreut in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurzeit 35
Partner aus Industrie, Forschung und Lehre, u. a. Roche, Abbvie, das
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Heidelberg,
aber auch Start-ups und KMUs bei der Entwicklung von bahnbrechenden
Innovationen im Gesundheitswesen.
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Regionales Zukunftsmanagement: Der lange Weg zu kurzen Wegen

Regionales Zukunftsmanagement - Der lange Weg zu kurzen Wegen  © Niklas Günther - TransMIT
Regionales Zukunftsmanagement - Der lange Weg zu kurzen Wegen © Niklas Günther - TransMIT

Innovation und Existenzgründung im ländlichen Raum stehen im Fokus einer
von der TransMIT, der Deutschen Zukunftsakademie und der Gemeinde
Heidenrod initiierten Podiumsdiskussion – Die Veranstaltung wird im Rahmen
des Tages der Regionen am 19. September 2021 durchgeführt

Alljährlich findet in Deutschland und so auch in Hessen der Tag der
Regionen statt. Das diesjährige Jahresthema 2021 lautet: „Der lange Weg zu
kurzen Wegen“. Die aktuellen Krisenzeiten zeigen uns, wie wichtig
regionale Strukturen und kurze Wege sind. Die Nachfrage nach Produkten und
Dienstleistungen aus der Region bestätigt das. Es sind die kurzen Wege,
die regionale Strukturen erhalten und dabei identitätsstiftend und
klimaschonend sind. Vor diesem Hintergrund hat sich die Gemeinde Heidenrod
bereits vor einigen Jahren aufgemacht, die entsprechenden Verarbeitungs-
und Vermarktungsstrukturen – von der Ernährung, zum Tourismus und zur
Energieversorgung – zu erhalten und auszubauen. Dabei wurde insbesondere
das Thema Innovation und Zukunftssicherung durch Existenzgründungen mit
eingebunden.

Der Tag der Regionen 2021 stellt einen willkommenen Anlass dar, die
bislang erreichten Ergebnisse vorzustellen und einen Blick in die Zukunft
zu richten. Vor welchen Herausforderungen stehen die hessischen Gemeinden?
Gibt es Weichenstellungen und damit verbundene Entscheidungen, die mehr
sind als ein Vollzug durch den bestehenden Handlungsdruck. Welche Rolle
kommt dabei den Bürgern, den Vereinen und Initiativen zu und welche der
öffentlichen Hand? Wie werden sich die angesiedelten Unternehmen
entwickeln? Welche Chancen bieten sich für neue regionale, nachhaltige
Geschäftsfelder und Start-Ups. Wie können die Attraktivität und
Lebensqualität für Bürger und junge Familien gefördert werden?

Um diese wichtigen Themen sowie mögliche Lösungsansätze und praktische
Umsetzungen exemplarisch vorzustellen und zu diskutieren, ist es gelungen,
ausgewiesene Experten zu Fragen der Zukunftssicherung zu gewinnen:
Karlheinz Thies ist Vorstand der Deutschen Zukunfts-Akademie e. V.,
Diplompsychologe Prof. Dr. Wolfgang George ist Mitinitiator des
Gründungsgeschehens in Heidenrod.
Zu der sonntäglichen Matineeveranstaltung eingeladen sind alle
interessierten Bürger/-innen der Region. Angekündigt haben sich auch
Bürgermeister aus hessischen Gemeinden. Im Mittelpunkt wird eine
2-stündige, durch Bürgermeister Volker Diefenbach moderierte Diskussion
zwischen den Referenten und den Gästen stehen. Neben den Referenten haben
Pfarrerin Nikola Züls, Prof. Klaus Werk und Thorsten Rausch als Teilnehmer
der Podiumsdiskussion zugesagt.

„Heidenroder Revue und Ausblick“
19. September 2021
11:00 - 16:00 Uhr
65321 Heidenrod-Laufenselden, Bornbachhalle

Nach der Podiumsdiskussion bietet sich den Besuchern die Möglichkeit, mit
Heidenroder Initiativen ins Gespräch zu kommen. Hierfür sind
Informationsstände vorbereitet. Darüber hinaus wird eine Ortsbegehung
angeboten, um Entwicklungsprojekte persönlich in Augenschein zu nehmen.

Zu den Referenten und Podiumsteilnehmern:

•       Dipl. Psych. Prof. Dr. Wolfgang George ist Initiator der Kampagne
„Regionales Zukunftsmanagement“. Gesundheits- und Energieversorgung bilden
thematische Schwerpunkte. Zuletzt konzentriert er sich auf das Thema
Existenzgründung im ländlichen Raum. Er leitet den TransMIT Projektbereich
für Versorgungsforschung.
•       Dipl. Informatiker Karlheinz Thies beschäftigt sich mit
Zukunftsentwicklung und Künstlicher Intelligenz, er ist Vorsitzender der
Deutschen-Zukunfts-Akademie e. V. (Wöllstadt) und war in den letzten
Jahren Dozent an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) mit den
Schwerpunkthemen Projekt- und Innovationsmanagement.
•       Volker Diefenbach: Bürgermeister der Gemeinde Heidenrod
•       Thorsten Rausch: Vorstand „ZEH-Zukunft und Entwicklung Heidenrod
e. V.“
•       Pfarrerin Nikola Züls: Vorstand „Netz Heidenrod e. V.“
•       Prof. Klaus Werk: Vorstand „Kulturvereinigung Heidenrod e.V.“

Das TransMIT-Zentrum für Versorgungsforschung und Beratung unter der
Leitung von Prof. Wolfgang George widmet sich seit geraumer Zeit mit
zahlreichen Projekten und Publikationen der Regionalentwicklung und
Stärkung der ländlichen Räume. So wurde unter anderem im Rahmen einer
Offensive für den Erhalt der ländlichen Regionen durch gemeindenahe
Gründungszentren bereits vor einigen Jahren mit verschiedenen Partnern das
Projekt „Existenzgründung und Existenzerhalt im ländlichen Raum“
initiiert. Ebenfalls anlässlich des Tages der Regionen führten im Jahr
2019 der TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung und das
TransMIT-Zentrum für raumbezogene Evaluation und Raumplanung ein Seminar
zur Gemeinde- und Regionalentwicklung mit dem Schwerpunkt Existenzgründung
und deren Bedeutung für die Zukunftssicherung des ländlichen Raums und der
Regionalentwicklung durch. Auch mit anderen Zentren und Projekten etwa im
Bereich der regionalen Gesundheitsversorgung, des Facility Managements
oder des nachhaltigen und generationengerechten Wohnungsbaus versteht sich
die TransMIT grundsätzlich als Partner der Regionalentwicklung.

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