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„Die Wahrung gesellschaftlicher Stabilität hat Vorrang“

Wer erinnert sich nicht an die Bilder vom Januar 2020? Ein neuartiges
Virus kursierte, und im Land der Mitte schien Chaos zu herrschen. Doch
derlei Nachrichten verschwanden schon bald von den Bildschirmen, abgelöst
durch eine Erfolgsmeldung nach der anderen. Wie erfolgreich war der
autokratische Staat tatsächlich bei der Pandemiebekämpfung? Dieser Frage
widmet sich ein Interview mit der Politologin und China-Expertin Prof.
Heike Holbig in der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt, die heute
erschienen ist. Das Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität nähert
sich unter dem Titel „Pandemie: Was bleibt?“ dem Thema Pandemie aus
unterschiedlichen Perspektiven.

Was Anfang 2020 geschah, war den Machthabern in China ein Dorn im Auge:
Weltweit verbreitete sich die Ansicht, in China herrsche Chaos, das
Gesundheitswesen sei zu schwach, um die vielen Kranken aufzufangen, und
die Maßnahmen gegen das Virus seien rigide und menschenverachtend. Vor
allem aber: Viel zu spät habe man reagiert und die Weltöffentlichkeit über
die drohende Gefahr informiert. Doch nach kurzer Zeit hatte die
chinesische Führung die Situation offenbar besser im Griff – oder vor
allem die Nachrichtenlage? Seither feiert sich China für seine Erfolge.
Doch wie erfolgreich war das chinesische Vorgehen tatsächlich? Kann der
Westen gar von China lernen? Und wie hat sich der Status Chinas in der
Welt verändert? Darüber gibt Prof. Heike Holbig, Politologin und China-
Expertin, in der neuen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ Auskunft. Sie
macht deutlich: Pandemien gelten in China als „hochgradig sensibel“, und
„die Wahrung gesellschaftlicher Stabilität hat Vorrang.“ Was China uns
ebenso wie die demokratischen Staaten Asiens voraushatte, war die
Pandemieerfahrung. Aus Corona zu lernen, dass sollte auch für den Westen
ein Gebot der Nachpandemiezeit sein.

In weiteren Beiträgen der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“
schauen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität
denn auch genau hin: Was wissen wir über die körperlichen Langzeitfolgen
von COVID, insbesondere bei kardiologischen Beschwerden? Wie können wir
unser Gesundheitssystem für künftige Pandemien besser aufstellen? Wie hat
die Coronapandemie unser Zusammenleben geprägt? Wie kann es trotz der
Kontaktverbote menschlich bleiben? Was wird im Schulalltag übrigbleiben
von Homeschooling und Distanzlernen? Und wie kann die Wirtschaft noch
besser gewappnet sein? Ein Blick in die Vergangenheit lehrt, wie im alten
Athen Seuche und Exzess Hand in Hand gingen, wie sich in Europa die
Juristen in der Pestbekämpfung durchgesetzt haben – und dass in China
schon einmal die erfolgreiche Pandemiebekämpfung den Status der Machthaber
festigte – bei den mächtigen Kaisern der Qing-Dynastie.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2021) kann von
Journalisten kostenlos bestellt werden bei: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Alle Beiträge sind online erhältlich unter: www.forschung-frankfurt.uni-
frankfurt.de .

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Hohenheimer Zukunftsgespräch: „Was wäre, wenn Abfall und Abwasser unsere Felder düngen?“

Mittwoch, 21. Juli 2021, 18 Uhr: die Universität Hohenheim lädt zur
Online-Veranstaltung ein / Diskussionsreihe zum Wissenschaftsjahr 2021 –
Bioökonomie

Im Haushalt fallen täglich große Mengen an Biomüll und Abwasser an. Für
den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweise – zur
Bioökonomie – braucht es neue Ideen für den Umgang mit diesen Stoffen. Das
zweite Zukunftsgespräch der Universität Hohenheim in Stuttgart stellt am
21. Juli 2021 die Frage: „Was wäre, wenn Abfall und Abwasser unsere Felder
düngen?“ Interessierte Bürger:innen, Blogger:innen und Journalist:innen
sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung über
https://www.uni-hohenheim.de/zukunftsgespraeche

Eine Recyclinganlage, in der Biomüll und häusliche Abwässer in
Düngemittel, Rohstoffe für Bioplastik und Pflanzenkohle umgewandelt
werden, die wiederum in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen können: Das
ist die Vision, die das Forschungsprojekt „Rural Urban Nutrient
Partnership“ (RUN) verfolgt. Ziel ist es, regionale Nährstoffkreisläufe zu
schließen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Der Bau einer Pilotanlage
in einem realen Stadtquartier ist in Planung.

Wie kann ein solches Konzept in die Praxis überführt werden? Wie bewerten
Landwirte, Konsumenten und Bürger einen solche Lösung? Welche
Herausforderungen wären damit gelöst, wo sind noch Stolpersteine? Diese
und ähnliche Fragen stehen beim zweiten Hohenheimer Zukunftsgespräch am
Mittwoch, den 21. Juli 2021, von 18 bis 19:30 Uhr im Mittelpunkt.

Es diskutieren:
•       Dr. Sabine Zikeli, Universität Hohenheim, Leiterin Zentrum
Ökologischer Landbau und Projektpartnerin im Projekt Rural Urban Nutrient
Partnership (RUN)
•       Hans-Werner Külling, Landwirt, Familienbetrieb Trasadingen,
Schweiz und Mitglied des Gemeinderates als Experte für Trinkwasser,
Gewässer, Wald und Landwirtschaft
Moderation:
•       Prof. Dr. Regina Birner, Universität Hohenheim, Leiterin
Fachgebiet Sozialer und Institutioneller Wandel in der
landwirtschaftlichen Entwicklung und Mitglied des Bioökonomierats
Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und
nachzufragen. Die Online-Veranstaltung findet als Zoom-Meeting statt. Die
Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung unter https://www.uni-
hohenheim.de/zukunftsgespraeche

Veranstaltungsreihe Hohenheimer Zukunftsgespräche

Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zusammendenken ist ein Anliegen der
Bioökonomie, wie sie an der Universität Hohenheim erforscht und gelehrt
wird: Anlässlich des Wissenschaftsjahrs 2021 – Bioökonomie bringt die
Universität interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure aus
Wissenschaft, Industrie und Politik miteinander ins Gespräch. Im
Mittelpunkt stehen innovative Projekte, aktuelle Entwicklungen,
Herausforderungen und Kontroversen auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen
und klimaneutralen Wirtschafts- und Lebensweise im Zeichen der
Bioökonomie.

HINTERGRUND: Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichteten
Wissenschaftsjahre stehen 2020 und 2021 ganz im Zeichen der Bioökonomie.
Hinter diesem Begriff versteckt sich die Vision einer nachhaltigen,
biobasierten Wirtschaftsweise. Es geht darum, natürliche Stoffe und
Ressourcen nachhaltig und innovativ zu produzieren und zu nutzen und so
fossile und mineralische Rohstoffe zu ersetzen, Produkte
umweltverträglicher herzustellen und biologische Ressourcen zu schonen.
Das ist in Zeiten des Klimawandels, einer wachsenden Weltbevölkerung und
eines drastischen Artenrückgangs mehr denn je notwendig.

Die Bioökonomie ist das Leitthema der Universität Hohenheim in Forschung
und Lehre. Sie verbindet die agrarwissenschaftliche, die
naturwissenschaftliche sowie die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche
Fakultät. Im Wissenschaftsjahr Bioökonomie stellt die Universität
Hohenheim Projekte und Visionen aus der akademischen Welt in den Dialog
zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit.

Weitere Informationen
Veranstaltung und Anmeldung: https://www.uni-
hohenheim.de/zukunftsgespraeche

Wissenschaftsjahr 2020|21 an der Universität Hohenheim: https://www.uni-
hohenheim.de/wissenschaftsjahr-2020-2021-biooekonomie

Bioökonomie an der Universität Hohenheim: https://biooekonomie.uni-
hohenheim.de

Wissenschaftsjahr 2020/21 BMBF: https://www.wissenschaftsjahr.de/2020-21/
#Wissenschaftsjahr
#DasistBioökonomie

Kontakt für Medien
Tina Barthelmes, Projektmanagerin Wissenschaftsjahr 2020/21 Bioökonomie
hochschulmarketing@uni-hohenheim.de

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TU Berlin: Eine Nacht im Pilzhaus

Das Wissenschafts- und Kunst-Kollektiv MY-CO-X hat eine
ressourcenschonende und recycelbare Skulptur aus Pilzen gebaut

Monatelang haben Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Designer*innen und
Architekt*innen daran gearbeitet: Jetzt steht MY-CO SPACE, eine bewohnbare
Skulptur aus Pilzen, im Frankfurter Metzlerpark. Es ist ein Beitrag zu
Utopien über nachhaltiges, ressourcenschonendes Leben. Tagsüber ist die
Pilzskulptur öffentlich zugänglich – man kann sogar eine Nacht darin
verbringen. Die bewohnbare Skulptur ist ein Projekt des SciArt-Kollektivs
MY-CO-X, das von der Biotechnologie-Professorin Vera Meyer (Technische
Universität Berlin) und dem Architektur-Professor Sven Pfeiffer
(Hochschule Bochum) gegründet wurde.

Das Team nimmt mit seiner Skulptur an der Ausstellungsreihe „tinyBE“ teil,
die in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden im öffentlichen Raum noch bis
zum 26. September 2021 neun bewohnbare Skulpturen von internationalen und
nationalen Künstler*innen zeigt. Am 19. Juli 2021 findet in Frankfurt ein
digitales Panelgespräch mit Vera Meyer und Sven Pfeiffer statt.

Mutationen in der Stadtentwicklung: Der Pilz als gesellschaftlicher Akteur
und Ideengeber
Ein Panelgespräch

Zeit: Montag, 19. Juli 2021, 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Panelgespräch Villa 102, Frankfurt (digital)
https://tinybe.org/events/tinymonday-05/

Die Skulptur

MY-CO SPACE, ein pflanzlicher Ort geschaffen aus Holz, Stroh und Pilzen,
ist inspiriert von einer Raumfahrtkapsel und besteht aus einer tragenden
Holzkonstruktion, die mit Pilzpaneelen bedeckt ist. Sie bietet etwa 20 m²
Innenraum. Die Außenschale besteht aus biologisch gewachsenen Pilz-Stroh-
Verbundstoffen und ist somit komplett biologisch abbaubar. Für Vera Meyer
steht das skulpturale Habitat für die Frage zu den heutigen
Herausforderungen der Menschheit: „Wie lassen sich biologisch-technische
Strukturen und essenzielle Wohnfunktionen auf kleinstem Raum so
integrieren, dass Menschen unter Bedingungen begrenzter Ressourcen
trotzdem unbeschwert leben und arbeiten können?“ Dabei bezieht es sich auf
die Arbeit der Architektin Galina Balaschowa (geb. 1931), die für die
Innengestaltung des bemannten Raumschiffes Sojus und der Raumstation Mir
verantwortlich sowie am Apollo-Sojus-Programm beteiligt war. Die
gemeinnützige Gesellschaft tinyBE, die die Ausstellung  „tinyBE – living
in a sculpture“ organisiert hat, bringt Kunst, Wissenschaft und
Architektur zusammen und will als Plattform verschiedenen Akteur*innen
ermöglichen, öffentlich über neue, alternative und nachhaltige Wege des
Wohnens und Lebens zu spekulieren und Ergebnisse für Zuschauer*innen
greifbar machen.

Die Akteur*innen und ihre Idee

Vor allem der interdisziplinäre Austausch zwischen Wissenschaftler*innen,
Designer*innen, Architekt*innen und Künstler*innen, hat die Akteur*innen
an dem Gemeinschaftsprojekt MY-CO SPACE gereizt. Beteiligt sind
Professor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, Studierende und
Bürgerwissenschaftler*innen. Sie wollen zeigen, wie man mit Biomaterial
neue, zirkuläre Wirtschaftskreisläufe initiieren und damit der planetaren
Ressourcenknappheit entgegenwirken kann; sei es in der Verpackungs-, in
der Textil- oder eben in der Baustoffindustrie mit Bau-, Isolier- oder
Dämmmaterial. Denn das Pilzmaterial ist nicht nur eine erneuerbare
Ressource, sondern auch vollständig biologisch abbaubar.

„Als Wissenschaftler*innen in der Mikrobiologie arbeiten wir sonst ja nur
im kleinen Maßstab. Plötzlich 20 bis 30 Quadratmeter Pilzmaterial zu
produzieren, war eine große Aufgabe.“ sagt zum Beispiel Lisa Stelzer,
Studentin am TU-Fachgebiet Angewandte und Molekulare Mikrobiologie von
Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer und Mitbegründerin des TU Start-ups „fungtion“,
welches an Fahrradhelmen aus Pilzmaterialien forscht. Das MY-CO-X
Kollektiv hofft, mit seiner wissenschaftlichen und künstlerischen
Forschung zu einer besseren, nachhaltigeren Zukunft beizutragen, gemeinsam
neue Pilzmaterialien zu entwickeln und Einsatzgebiete für diese zu
identifizieren. „Die Natur macht es uns täglich vor“, so Kustrim Cerimi,
PhD Student der Biotechnologie. „Symbiotische Systeme zwischen Pflanzen,
Tieren, Bakterien und Pilzen sind die Grundlage für das größte zirkuläre
System auf der Welt. Keine Biomasse wird verschwendet und alles findet
wieder seinen Weg zurück in die Natur.“

Biotechnologin und Mikrobiologin Prof. Dr. Vera Meyer, die als Künstlerin
auch unter dem Namen „V.meer“ bekannt ist, sagt: „Es geht um nichts
weniger als komplett neu zu denken: Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie
ist das, mit begrenzten Ressourcen zu leben, zu wohnen? Geht das
unbeschwert? Und können wir uns vorstellen, in Pilzen zu leben, in diesem
Material aus nachwachsenden und recycelbaren Rohstoffen?“ Denn aus Pilzen
könne man fast alles machen: Medikamente, Enzyme, Biokraftstoffe,
Textilien, Verpackungsmaterialien, Möbel bis hin zu Häusern der Zukunft.

Und der Co-Gründer Kollektivs MY-CO-X, der Architekt Prof. Dipl.-Ing. Sven
Pfeiffer, der an der Hochschule Bochum Digitales Entwerfen, Planen und
Bauen unterrichtet, ergänzt: „Wir müssen dringend über neue Materialien
nachdenken, aus denen wir bauen, vor allem über solche, die nach Gebrauch
in einen Kreislauf zurückgeführt werden können. Pilze als natürliche
Biomaterialien haben ein sehr großes Potenzial für die
Kreislaufwirtschaft.“ Es sei faszinierend, dass man aus Pilzen fast alles
machen könne: von Medikamenten, Textilien und Verpackungsmaterialien,
Fahrradhelmen und Möbeln bis hin zu ganzen Häusern.

Die Pilzbiotechnologie und ihr Potenzial

Pilze sind überall. Pilze sind in der Nahrung, in Wein und Käse, sie
arbeiten auf unserer Haut, im Inneren unseres Körpers, sind auf der ganzen
Welt verteilt, in Böden und Pflanzen. Die Biotechnologie nutzt sie schon
lange als Zellfabriken. Antibiotika, Cholesterinsenker, Insulin, Vitamine,
Enzyme, Biokraftstoffe und vieles mehr stellen sie für uns her. „Pilze
sind zwar Mikroorganismen, aber manche Pilzarten gehören zu den größten
Lebewesen auf unserer Erde“, sagt die Biotechnologin und Künstlerin Vera
Meyer. Im Wissenschaftsjahr der Bioökonomie wurde sie zu einem der „Köpfe
des Wandels“ gewählt. „Ohne Pilze würden viele Kreisläufe einfach nicht
funktionieren, sie besitzen einzigartige Fähigkeiten.“ Pilze seien eine
Art Müllabfuhr in der Natur, Meister der Zersetzung von Biomasse, und
könnten komplexe nachwachsende pflanzliche Rohstoffe durch aktive Enzyme
in ihre Bestandteile zerlegen, insbesondere diejenigen aus der Agrar- und
Forstwirtschaft. Aber gleichzeitig seien sie auch Meister der Synthese,
sie könnten diese Bestandteile für vielfältigste Produkte neu kombinieren
und zusammensetzen. „Sie bieten uns damit nicht nur die einmalige Chance,
eine neuartige, vollständig biobasierte Wirtschaftsweise nach den
Prinzipien von Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit aufzubauen, sondern
sie haben sogar das Potenzial, uns etwas über Symbiosen zu lehren, über
das Funktionieren von Gesellschaften.“

Informationen, Texte und Videos über das „Making of“ der Skulptur, über
die mikrobiologische Technologie, die hinter dem Kunstprojekt steckt,
finden Sie unter:
https://www.linkedin.com/pulse/leben-im-pilzhaus-kustrim-
cerimi/?trackingId=ihIbr4N0QfW8yaMcs9rVgw%3D%3D

Ein Interview „Im Gespräch mit … Prof. Dr. Vera Meyer & Prof. Sven
Pfeiffer“ bietet die Hybrid-Plattform unter:
https://www.youtube.com/watch?v=vEAFb67coUc

Wer eine Nacht im „Pilzhaus“ in Frankfurt verbringen möchte, schaut auf
die Seite:
https://www.eventim.de/artist/living-in-a-sculpture/my-co-x-my-co-space-
tinybe-living-in-a-sculpture-2945094/


https://tinybe.org/en

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BAM eröffnet neues Batterietestzentrum: Sicherheit und Nachhaltigkeit im Fokus

Elektrische Energiespeicher, die heute vor allem auf
der Lithium-Ionen-Technologie beruhen, sind eine Schlüsseltechnologie für
die E-Mobilität und die Energiewende. Die Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM) eröffnet jetzt an ihrem Stammsitz in
Berlin ein neues Batterietestzentrum, um Innovationen in dem Bereich
voranzutreiben. Im Fokus stehen Untersuchungen zur Sicherheit sowie
nachhaltige Batterie-Materialien.

Elektrische Energiespeicher sind bereits heute aus dem Alltag nicht mehr
wegzudenken: Sie versorgen E-Autos, Elektroräder und Smartphones mit
Strom. Bei der Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft, die
Deutschland und die EU anstreben, kommt ihnen ebenfalls eine zentrale
Bedeutung zu: Große stationäre Batteriespeicher sollen künftig die
überschüssige Energie aus Solar- und Windenergieanlagen zwischenspeichern
und jederzeit verfügbar machen.

An der BAM bilden die Forschungen zu elektrischen Energiespeichern einen
Schwerpunkt. Dabei steht der Aspekt der Sicherheit im Fokus, vor allem der
so genannte Thermal Runaway, eine Kettenreaktion, die zu extrem hohen
Temperaturen und Bränden führen kann. Die Untersuchungen der BAM dazu
fließen auf nationaler und internationaler Ebene in Regelwerke und die
Normung ein.

Jetzt eröffnet die BAM an ihrem Sitz in Berlin ein neues
Batterietestzentrum, um Innovationen in dem Bereich voranzutreiben und
ihre Kompetenzen bei den elektrischen Energiespeichern weiter auszubauen.
Es bietet der BAM und kooperierenden Einrichtungen aus Wissenschaft und
Industrie erweiterte Testeinrichtungen auf neuestem Stand.

„Im neuen Batterietestzentrum werden wir vor allem zum State of Safety,
dem Sicherheitszustand von Batterien und Zellen, forschen“, so die
Leiterin Dr. Anita Schmidt. „Wir setzen einzelne Zellen, ganze Batterien
oder batteriebetriebene Geräte gezielt mechanischen, thermischen oder
elektrischen Belastungen aus. Aus den multisensorisch und mit bildgebenden
Verfahren erfassten Daten leiten wir Schlussfolgerungen für die
Sicherheitsbewertung und den State of Safety ab.“

Die Testeinrichtungen erlauben es etwa, Akkus mit hohen Laderaten zyklisch
zu laden und damit ihre beschleunigte Alterung zu simulieren. Die
Erkenntnisse aus den Versuchen sind wichtig für Second-Life-Anwendungen:
In Zukunft sollen vermehrt ausgediente Batterien aus E-Autos
zweitverwendet werden, zum Beispiel als Speicher für Photovoltaikanlagen
in Privathaushalten oder als stationäre Großspeicher, die die Stromnetze
stabilisieren können. Solche Zweitanwendungen können einen wichtigen
Beitrag zur Ökobilanz der Batterietechnologie leisten.

Der Aspekt der Nachhaltigkeit steht auch im Fokus eines neuen
Speziallabors für Energiematerialien: „Hier forschen wir an innovativen
und ressourcenschonenden Materialien für einzelne Batteriekomponenten. So
könnten Natrium-Ionen-Batterien eines Tages den Rohstoff Lithium und
Bestandteile wie Kupfer oder Kobalt ersetzen“, erklärt Dr. Tim Fellinger.
Ergänzt werden die Einrichtungen durch einen Batterie-Großprüfstand auf
dem Testgelände Technische Sicherheit der BAM in Brandenburg. Hier prüft
die BAM in einem vom Bundesforschungsministerium getragenen Projekt
Großspeicheranlagen im Realmaßstab auf ihre Sicherheit.

„Insgesamt deckt die BAM damit ein in Deutschland einzigartiges Spektrum
im Bereich Batterien ab, das von der Erforschung des State of Safety von
elektrischen Energiespeichern von der Material- über die Zellebene bis zur
Großbatterie reicht, und dazu die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben sowie
die Mitwirkung an Gesetzen und Regelwerken umfasst. Damit wollen wir einen
Beitrag leisten zur gesellschaftlichen und politischen Akzeptanz der für
die Energiewende so zentralen Batterietechnologie und zugleich die
Forschung an zukünftigen Generationen elektrischer Speicher vorantreiben“,
so BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne.

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