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„Straße der Nachhaltigkeit“ führt Unternehmen in acht Schritten in eine nachhaltige Zukunft

Transfer Wissenschaft – Wirtschaft: Stärkung von Innovationskraft und
Marktpositionierung durch Nachhaltigkeit

Wirtschaftswissenschaftliche Fallstudie an der FHWS als „success story“
der Vereinten Nationen ausgewählt: Lehrmodul zu Nachhaltigkeit und
Organisationsentwicklung von Prof. Dr. Harald Bolsinger wird zur
weltweiten Nachahmung empfohlen. 2015 entstand mit den sogenannten
Sustainable Development Goals (SDGs) unter den Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen ein weltweit anerkanntes Nachhaltigkeitsverständnis.
Gesichert werden soll auf Basis von 17 Kernzielen globale nachhaltige
Entwicklung. Die gute Absicht, nachhaltig zu handeln, findet sich auch in
Unternehmen. Aber wie geht das konkret?

An der FHWS hat Prof. Dr. Harald Bolsinger dafür bereits 2015 ein Modell
mit acht Etappenzielen speziell für mittelständische Unternehmen
entwickelt. Der Wirtschaftsethiker der Fakultät Wirtschaftswissenschaften
an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt lädt
auf die „Straße der Nachhaltigkeit“ ein: Gerade klein- und
mittelständischen Unternehmen fehle oft ein erschwinglicher Einstieg,
neben vielen weiteren Aufgaben auch diese noch aus eigener Kraft
anzugehen. Entlang der acht Meilensteine könnten die Mitarbeitenden nun
systematisch eine Nachhaltigkeitsstrategie zum Gewinn ihres Unternehmens
implementieren.

Die Erprobung in der Unternehmenspraxis im Sinne angewandter Wissenschaft
erfolgte mit der UmweltBank AG. Dort wurde Bolsingers Modell erfolgreich
zur Anwendung gebracht. Zusammen mit der Virtuellen Hochschule Bayern, dem
Zentrum Digitale Lehre an der FHWS und der UmweltBank AG produzierte Prof.
Dr. Bolsinger ein Lehrmodul zu Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung
im Mittelstand. Dieses steht als filmisch aufbereitete Fallstudie
Interessierten kostenlos zur Verfügung.

All das hat die Vereinten Nationen (Department of Economic and Social
Affairs) dazu bewegt, mit dem guten Beispiel aus Deutschland nun auch
international zur Nachahmung einzuladen. "Supporting the SDGs through
integration into business policy" wurde als eine der weltweit 464 „success
stories“ zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ausgewählt.
Prof. Dr. Harald Bolsinger empfiehlt eine regelmäßige Prüfung der
nachhaltigkeitsbezogenen Ausrichtung des jeweiligen Unternehmens: „Sie
führt zur Stärkung der eigenen Innovationskraft und einer differenzierten
Position am Markt.“ Die FHWS trage mit diesem Angebot einmal mehr zum
klassischen Wissenstransfer von der Hochschule in die Unternehmenspraxis
bei und stehe für Fragen und Tipps auch auf internationaler Ebene bereit.

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Neues Positionspapier aus der ARL: Was nachhaltige Raumentwicklung zur großen Transformation beitragen kann!

Vor dem Hintergrund des Gutachtens „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag
für die Große Transformation“ des Wissenschaftlichen Beirats der
Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (2011) fragen die Autorinnen
und der Autor des Positionspapiers nach dem Beitrag einer nachhaltigen
Raumentwicklung und -planung zur großen Transformation.

Sie identifizieren Forschungs- und Handlungsbedarfe, indem sie Modelle,
Strategien und Instrumente räumlicher Planung kritisch auf ihre
Transformationspotenziale hin prüfen. Sichtbar wird ein eklatanter
Kommunikations- und Kooperationsbedarf: Dieser besteht zwischen den
räumlichen Ebenen sowie zwischen räumlicher Planung bzw. Raumentwicklung
und Politik, aber auch zwischen dem gestaltenden Staat, Gesellschaft und
Wirtschaft. Die aktuellen sozial-ökologischen Krisen und die damit
verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen zwingen in steigendem
Maße dazu, neue Bewertungen – im Sinne einer nachhaltigen Raumentwicklung
– vorzunehmen und einen Perspektivwechsel in den Raum- und
Planungswissenschaften sowie der Planungspraxis einzuleiten. Das
vorliegende Positionspapier basiert auf dem Forschungsbericht 15 der ARL
(2021), in dem die Ergebnisse des Arbeitskreises „Nachhaltige
Raumentwicklung für die große Transformation“ in vollem Umfang
dokumentiert sind. Beides, Forschungsbericht und Positionspapier, sind
Open Access zugänglich.

> Positionspapiere aus der ARL 121 „Der Beitrag nachhaltiger
Raumentwicklung zur großen Transformation – Impulse für neue Strategien“
(PDF): https://shop.arl-
net.de/media/direct/pdf/pospapier/pospapier_121.pdf

> Forschungsberichte der ARL 15 „Nachhaltige Raumentwicklung für die große
Transformation – Herausforderungen, Barrieren und Perspektiven für
Raumwissenschaften und Raumplanung“ (PDF): https://shop.arl-
net.de/media/direct/pdf/fb/fb_015/fb_015-gesamt.pdf

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Geschäftsstelle der ARL:
Dr. Barbara Warner (Leiterin des Referats "Ökologie und Landschaft")
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Originalpublikation:
ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (Hrsg.)
(2021):Der Beitrag nachhaltiger Raumentwicklung zur großen Transformation
– Impulse für neue Strategien.Hannover. = Positionspapier aus der ARL
121.URN: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0156-01211

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Studie unter Winzern zeigt 6,5 Prozent Umsatzrückgang

Studierende der SRH Hochschule Heidelberg befragten über 80 Winzerinnen
und Winzer aus den Regionen Pfalz, Franken und Bergstraße nach den
betriebswirtschaftlichen Auswirkungen durch die Pandemie.

Klimatische und wetterbedingte Auswirkungen, Pilzbefall und andere
Pflanzenkrankheiten beeinflussen den Absatz von Weinprodukten seit jeher.
Der Beginn der Corona-Pandemie jedoch sorgte für eine neue
Herausforderung, vor allem durch den Wegfall des Gastronomiegeschäfts.
„Mit der Studie wollten wir eine Branche in den wissenschaftlichen Blick
nehmen, die im letzten Jahr nicht im Fokus der öffentlichen
Berichterstattung stand“, so Benedikt Römmelt, Wirtschaftsprofessor an der
SRH Hochschule Heidelberg. So untersuchten sieben Studierende des
Masterstudiengangs „Management und Leadership“ in einer Projektarbeit, wie
sich die Lage der Winzer im Vergleich zum Vorjahr in unterschiedlichen
Geschäftsbereichen verändert hat, wie sich die Branche im wirtschaftlichen
Gesamtvergleich einschätzt und in welchen Unternehmensbereichen die
Auswirkungen besonders zu spüren waren.

Die per Zufallsprinzip ausgewählten Winzer wurden mittels Online-
Fragebogen interviewt und kamen zu 68 Prozent überein, dass sich die
Corona-Pandemie negativ bis sehr negativ auf den eigenen Betrieb
ausgewirkt hat. Weitere Fragen zielten auf die Unternehmensbereiche
Finanzen, Beschaffung, Produktion, Personal sowie Marketing und Vertrieb
ab. Es zeigte sich beispielsweise, dass die Produktion von Corona am
wenigsten betroffen war, wohingegen die Bereiche Personal und Finanzen
deutliche Auswirkungen zu spüren bekamen. So gaben die Winzer einen
Umsatzrückgang von durchschnittlich 6,5 Prozent an, was vor allem auf die
ausgefallenen eigenen Veranstaltungen, Absagen von Messen und den
fehlenden Verkauf an die Gastronomie zurückzuführen ist.

Diese Einbußen konnten nicht durch das veränderte Konsumverhalten von Wein
in Privathaushalten relativiert werden: Dabei bestätigten knapp 90 Prozent
der befragten Winzer, einen verstärkten Weinkonsum im privaten Bereich
wahrgenommen zu haben. Dies wiederum führte zu einer starken Zunahme des
Absatzes über die Vertriebskanäle Online-Shop, Einzelhandel und
Direktverkauf, wie über Dreiviertel der Befragten berichten.

Das Projekt wurde im Rahmen des Studienmoduls „Business Reseach Methods“
durchgeführt und soll die Studierenden dazu befähigen, unterschiedliche
Forschungsmethoden der Betriebswirtschaftslehre in der Praxis anzuwenden.
Einsicht in die gesamte Studie erhalten Sie hier:
https://kurzelinks.de/StudieWinzerSRH.

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DGA kritisiert schlechte Versorgung von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK)

In Deutschland ist die Versorgung von Patienten mit PAVK im ambulanten
Sektor mangelhaft. Sie werden nicht entsprechend den Leitlinien behandelt
und nur selten durch Gefäßspezialisten versorgt. Dies zeigt eine Analyse
der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Essen
aller gesetzlich versicherten Patienten über einen Zeitraum von 2009 bis
2018. Über 70 Millionen Patientendaten pro Jahr wurden für die Studie
ausgewertet. Zusätzliche Analysen der Klinik für Kardiologie des
Universitätsklinikums Münster bestätigen die zu geringe Verschreibung
von essenziellen Medikamenten. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie
kritisiert die unzureichende Versorgungsstruktur.

Das vergessene Stiefkind der Herz- und Kreislaufmedizin

„Unsere Ergebnisse sind beunruhigend“, erläutert Prof. Dr. Christos
Rammos, Bereichsleiter und Oberarzt der Klinik für Kardiologie und
Angiologie am Universitätsklinikum Essen, „vor allem für ein Land wie
Deutschland, das ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem hat.“ Die
aktuelle Behandlungssituation der Patienten bezeichnet Prof. Rammos als
schlecht: „Patienten mit PAVK sind in Deutschland unterversorgt. Die PAVK
scheint das vergessene Kind der Herz- und Kreislaufmedizin zu sein.“
Während Disease Management Programme beispielsweise für Diabetes und die
Koronare Herzkrankheit existieren, gibt es bislang wenig Anstrengung, die
Versorgung für PAVK-Patienten zu verbessern.

Diese Situation sei nicht akzeptabel – zumal die Zahl der Betroffenen
kontinuierlich steige und die periphere arterielle Verschlusskrankheit
schwere Folgeschäden verursachen könne, so Prof. Rammos. „Die PAVK
kennzeichnet eine Hochrisiko-Situation, weil mit ihr auch ein hohes Risiko
für Komorbiditäten und insbesondere für einen Herzinfarkt und Schlaganfall
und damit eine hohe Sterblichkeit verbunden ist.“

Die „ambulanten Falldaten“ aller gesetzlich versicherten Patienten im
Zeitraum von 2009 bis 2018 wurden ausgewertet. Das heißt: Alle Patienten,
die sich im Laufe dieser zehn Jahre in einer Arztpraxis behandeln ließen,
sind erfasst. Das waren im Jahr 2009 knapp 70 Millionen Menschen und damit
87 Prozent der deutschen Bevölkerung, im Jahr 2018 waren es über 72
Millionen Bundesbürger. Somit wurden für die Studie über 700 Millionen
Patientendaten ausgewertet. „Im Mittelpunkt der Studie stand für uns die
Frage, wie viele Patienten eine bereits bekannte PAVK hatten, wie diese
Krankheit behandelt wurde – und von wem.“

Die Prävalenz - also der Anteil der Patienten mit einer PAVK an der
Gesamtzahl der Erkrankten - stieg von 1,85 Prozent im Jahr 2009 auf 3,14
Prozent im Jahr 2018. Somit litten im Jahr 2018 2,27 Millionen Personen in
Deutschland an einer PAVK. Das ist jeder Vierte der über 75-Jährigen! Hier
ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des oligosymptomatischen Charakters
der Erkrankung und der damit einhergehenden Unterdiagnostik von einer
höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Die tatsächliche Zahl der Menschen
mit PAVK in Deutschland ist sehr wahrscheinlich viel höher als die
vorliegenden Analysen zeigen.

Nur wenige Patienten konsultieren einen Gefäßspezialisten

Nur wenige Patienten konsultierten jedoch einen Gefäßspezialisten
(Angiologen oder Gefäßchirurgen), der sich auf die Behandlung der PAVK
spezialisiert hat. „Während mehr als die Hälfte Kontakt zu einem
Internisten (55 Prozent im Jahr 2009 und 57 Prozent im Jahr 2018) hatte,
wurde nur eine Minderheit von Gefäßspezialisten behandelt. Von
Gefäßchirurgen wurden 10 Prozent im Jahr 2009 und 11 Prozent im Jahr 2018
behandelt, von Angiologen nur acht Prozent sowohl im Jahr 2009, als auch
im Jahr 2018“, erläutert Prof. Rammos.

Obwohl der Nutzen von Medikamenten wie Statine und Plättchenhemmer sehr
gut belegt ist und daher in den Leitlinien dringlich empfohlen wird,
erhielten nur wenige PAVK-Patienten diese Medikamente. „In der Studie
stellten wir zwar eine steigende, aber immer noch unzureichende
Verschreibungshäufigkeit mit Statinen und Plättchenhemmern bei PAVK fest.
Nur etwa die Hälfte der Patienten bekam diese Medikamente.“ Im
Beobachtungszeitraum stieg der Anteil der Patienten, die Statine
verschrieben bekamen, von 42,6 Prozent auf 56 Prozent. Der Anteil der
Patienten, die Plättchenhemmer erhielten, stieg von 40,2 Prozent auf 48,0
Prozent.

Wie viele der Verschreibungen von den PAVK-Patienten dann auch tatsächlich
eingelöst werden, hat eine Studie der Klinik für Kardiologie und
Angiologie des Universitätsklinikum Münster (Erstautorin Dr. Katrin
Gebauer) in der Region der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe
(KVWL) untersucht. „Unsere Analyse zeigt, dass die Rate der eingelösten
Rezepte als Indikator für die Einnahme der beiden Medikamente sogar
deutlich unter der Verschreibungsrate liegt“, betont PD Dr. Nasser Malyar,
Leiter der Sektion Angiologie am Universitätsklinikum Münster. Von den ca.
240.000 PAVK-Patienten erhielten weniger als ein Drittel jeweils ein
Statin und einen Plättchenhemmer und fast die Hälfte aller PAVK-Patienten
erhielt keine der beiden Substanzen. Im Kern zeigen die Studien, dass die
notwendigen Medikamente bei PAVK-Patienten zu wenig verschrieben und sogar
noch weniger eingenommen werden, als es nötig ist.

Prof. Rammos hofft, dass die Ergebnisse der neuen Studien zu einem
Umdenken in der Bevölkerung, Politik und in der Medizin führen: „Die
Versorgung der Patienten mit PAVK muss verbessert werden. Die Patienten
müssen unbedingt entsprechend den Leitlinien behandelt werden. Betroffene
sollten die Krankheit nicht unterschätzen und sich zeitnah an einen
Gefäßspezialisten wenden.“

Ursachenforschung und Strategien notwendig

„Die Versorgungslage der PAVK-Patienten hinsichtlich einer
leitliniengerechten Sekundärprävention in Deutschland ist weiterhin
mangelhaft. Eine auf die Ursachen fokussierte Forschung ist notwendig, um
die Gründe für die unzureichende Umsetzung der evidenzbasierten
Empfehlungen zu identifizieren. Zudem müssen Strategien entwickelt werden,
um das volle protektive Potenzial einer leitliniengerechten
medikamentösen Therapie auszuschöpfen und damit die Gesamtprognose der
PAVK-Patienten hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse zu verbessern“,
betonen Prof. Rammos und PD Dr. Malyar.

Referenzen:
C. Rammos; M. Steinmetz; J Lortz; A.A. Mahabadi; O. Petrikhovich; K.
Kirsch; R. Hering; M. Schulz; T. Rassaf, Peripheral artery disease in
Germany (2009–2018): Prevalence, frequency of specialized ambulatory care
and use of guideline-recommended therapy – A population-based study. The
Lancet Regional Health - Europe 2021
DOI:https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2021.100113

K. Gebauer; K. Wintersohl; R. Kraska; K. Kortendick; U. Fahrland; E.
Freisinger; M. Meyborg; J. Stella; C. Engelbertz; H. Reinecke; N. Malyar,
Medication-based secondary prevention in patients with peripheral arterial
occlusive disease: An analysis based on secondary data. Herz 2020
DOI https://doi.org/10.1007/s00059-020-04998-w

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Christos Rammos
Dr. med. Nasser Malyar

Originalpublikation:
C. Rammos; M. Steinmetz; J Lortz; A. Mahabadi; O. Petrikhovich; K. Kirsch;
R. Hering; M. Schulz; T. Rassaf, Peripheral artery disease in Germany
(2009–2018): Prevalence, frequency of specialized ambulatory care and use
of guideline-recommended therapy – A population-based study. The Lancet
Regional Health - Europe 2021
DOI:https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2021.100113 K. Gebauer; K.
Wintersohl; R. Kraska; K. Kortendick; U. Fahrland; E. Freisinger; M.
Meyborg; J. Stella; C. Engelbertz; H. Reinecke; N. Malyar, Medication-
based secondary prevention in patients with peripheral arterial occlusive
disease:An analysis based on secondary data. Herz 2020 DOI
https://doi.org/10.1007/s00059-020-04998-w

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