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FW-BO: Rettungsdiensteinsatz an der Feldsieper Schule in Hamme

Bochum (ots) Heute Vormittag gegen 10:00 Uhr wurde die Feuerwehr in die Feldsieper Schule alarmiert. Dort klagten drei Kinder auf dem Außengelände der Schule über eine akute Atemwegsreizung und Husten. Umgehend sind Einheiten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes von mehreren Feuer- und Rettungswachen in die Feldsieper Str. entsendet worden. Bei Eintreffen der Rettungskräfte wurde durch den ebenfalls alarmierten Notarzt bei insgesamt sechs Kindern eine leichte Atemwegsreizung festgestellt. Fünf der sechs Kinder sind mit dem Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser zur weiteren Behandlung transportiert worden. Eine Ursache für die Symptome konnte vor Ort nicht ausgemacht werden. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Der Einsatz war für die Einsatzkräfte nach zwei Stunden beendet.

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Kontaktlinse fürs Ohr

Lärm, ein Hörsturz, Gefäßverengungen, das Alter – Schwerhörigkeit kann
viele Ursachen haben. Um Betroffenen mit Hörschädigung ein besseres Leben
zu ermöglichen, hat das Mannheimer Start-up Vibrosonic eine neuartige
Hörhilfe entwickelt, deren Lautsprecher direkt auf dem Trommelfell
aufliegt. Diese Hörkontaktlinse® muss nicht implantiert werden. Ihre
Klangqualität übertrifft die bisheriger Hörsysteme. Vibrosonic ist eine
Ausgründung der Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der
Medizin und Biotechnologie PAMB des Fraunhofer-Instituts für
Produktionstechnik und Automatisierung IPA und der Universitäts-HNO-Klinik
Tübingen.

Etwa 15 Millionen Deutsche sind schwerhörig, schätzt der Deutsche
Schwerhörigenbund e.V. In vielen Fällen können Hörhilfen das Hörvermögen
verbessern und den Alltag der betroffenen Menschen erleichtern. Bei
gängigen Hörgeräten sitzt der Lautsprecher im Gehörgang des Trägers.
Daraus resultierende akustische Verzerrungen können die Klangqualität
beeinträchtigen. Das Mikrofon befindet sich hinter dem Ohr und ist dadurch
anfällig für Störgeräusche wie etwa Wind. Mit einer innovativen Hörhilfe
will das Mannheimer Start-up Vibrosonic diesen Nachteilen entgegenwirken.
Dr. Dominik Kaltenbacher und Dr. Jonathan Schächtele, ehemals
Wissenschaftler der Fraunhofer-Projektgruppe PAMB, und Dr. Ernst Dalhoff
von der Uni-HNO-Klinik Tübingen haben das Unternehmen im Jahr 2016
ausgegründet. Heute, fünf Jahre später, zählt Vibrosonic 27 Mitarbeitende.

Auf der Hörkontaktlinse® basierende Hörlösungen von Vibrosonic verstärken
Klänge im Frequenzbereich von 80 Hz bis 12 kHz

Die erste, CE-zertifizierte Hörlösung Vibrosonic alpha besteht aus drei
Komponenten: der Hörkontaktlinse®, einem Gehörgangsmodul und einem Hinter-
dem-Ohr-Modul. Hörkontaktlinse® und Gehörgangsmodul verbleiben fest im
Gehörgang, das Hinter-dem-Ohr-Modul kann flexibel abgenommen werden. Mit
der Hörkontaktlinse® sitzt der Lautsprecher nicht im Gehörgang, sondern
auf dem Trommelfell. Schwingungen überträgt sie ohne Luftschall direkt auf
die Gehörknöchelchen. Die Klangübertragung erfolgt durch direkte
mechanische Stimulation des Gehörs. Dadurch kann das natürliche Hören
weitgehend nachempfunden werden.

Die Hörkontaktlinse®, Lautsprecher und eine der drei Komponenten der
Vibrosonic alpha, ist in der Lage, Klänge im gesamten hörbaren
Frequenzbereich von unter 80 Hz bis deutlich über 12 kHz zu verstärken.
Klassische Systeme hingegen können dies nicht.

Aufgrund der Unterschiede in der Trommelfellform wird die Hörkontaktlinse®
für jeden Patienten individuell hergestellt. Dazu wird der Vibrosonic-
Aktor, ein piezoelektrischer Mikrolautsprecher, in eine Silikonform
eingegossen. »Da unsere Hörkontaktlinse® direkt auf dem Trommelfell
getragen wird – wie eine Kontaktlinse auf dem Auge – können sehr tiefe und
besonders hohe Töne sehr gut verstärkt und störende Geräusche durch
Rückkopplungen prinzipbedingt weitgehend vermieden werden. Die tiefen Töne
sind beispielsweise beim Genuss von Musik entscheidend, weil der Klang
dadurch satter wird. Hohe Töne gut hören zu können, ist für das
Sprachverstehen wichtig, denn die codierten Obertöne machen den Charakter
einer Stimme aus«, erläutert Vibrosonic CEO Dr. Dominik Kaltenbacher.

Strukturen des Aktors tausendmal kleiner als ein menschliches Haar

Bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder extremer Miniaturisierung stoßen
herkömmliche Hörgeräte aufgrund von Rückkopplungs- und Verzerrungseffekten
an ihre Grenzen – verursacht durch Leistungsgrenzen der seit jeher
verwendeten Spulen-Lautsprecher. »In der Hörkontaktlinse® verwenden wir
den weltweit ersten Hörgerätelautsprecher, der konsequent mit den Methoden
der Mikrosystemtechnik entwickelt und realisiert wurde, den sogenannten
Vibrosonic-Aktor. Einzelne Strukturen des Vibrosonic-Aktors sind
tausendmal kleiner als die Dicke eines menschlichen Haars. Trotz kleinster
Abmessungen verfügt er über überragende audiologische Eigenschaften«, sagt
Kaltenbacher.

Hörsystem für Patienten mit leichtem bis moderat schwerem Hörverlust

Erste Studien mit wenigen Probanden haben gezeigt, dass Vibrosonic alpha
das Klangerlebnis von Menschen mit leichter bis mittelgradiger
Hörschädigung verbessern kann. Das System eignet sich für Patienten ab 18
Jahren und kann sowohl auf einem als auch auf beiden Ohren getragen
werden, je nach individuellem Hörverlust. Geplant ist aber, alle
derzeitigen Hörsystemkomponenten derart zu miniaturisieren, dass sie im
Gehörgang verschwinden und unsichtbar sind.

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Die Psychologie perfekter Produkte

Egal, wie innovativ die Technik ist: Wenn die Menschen sich mit einem
neuen Produkt nicht wohlfühlen, wird es am Markt scheitern. Prof. Dr.
Alisa Lindner ist darauf spezialisiert, Technik und menschliche
Bedürfnisse zusammenzubringen. Seit dem Sommersemester forscht und lehrt
sie im Master-Studiengang „Autonomes Fahren“ am Studienort Kronach der
Hochschule Coburg.

Technischer Fortschritt hat immer eine psychologische Seite: „Auf der
Autobahn automatisiert fahren – das klingt erst mal cool: Ich kann Zeitung
lesen oder schlafen“, sagt Prof. Dr. Alisa Lindner. „Aber möchte das der
Fahrer oder die Fahrerin überhaupt? Und fühlen sie sich sicher genug?“
Solche Fragen sind ihr Thema im Master-Studiengang „Autonomes Fahren“: Wie
übergibt der Mensch an ein automatisches System? Wie übernimmt er wieder?
Und wie lange braucht er dafür? Lindner ist Psychologin und einer ihrer
Schwerpunkte ist User Experience Design, zu Deutsch etwa: nutzerzentrierte
Produktentwicklung. In der Automobilindustrie hat sie mehrere Jahre
Erfahrung darin gesammelt, die Wünsche von Kundinnen und Kunden mit neuen
technischen Möglichkeiten zu verknüpfen.

Jetzt geht es um autonome Fahrzeuge: Sie benötigen aus technischer Sicht
weder Gas- noch Bremspedal. Auch das Lenkrad ist ersetzbar. Aber wie würde
es sich anfühlen, hinterm Steuer zu sitzen – ohne Steuerrad? Welche
Alternativen passen zu dem, wie wir das Fahren gelernt haben? Jeder hat
ein Bild davon, wie Autos aussehen. „Und jetzt kommen wir und sagen: Wir
machen das anders.“ Die Professorin erklärt, worauf es ankommt, damit das
funktioniert: „Ich muss immer auch überlegen, was die Menschen erwarten.
Letztlich: Wofür sind sie bereit, Geld auszugeben?“

Lindner hat Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Ingenieurpsychologie
an der Technischen Universität Darmstadt und der University of
Hertfordshire in England studiert. Promoviert hat sie mit Daimler am
Institut für Arbeitswissenschaften (iad) des Fachbereichs Maschinenbau der
TU Darmstadt. Bevor sie als Professorin für den neuen Studiengang an die
Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule Coburg berufen
wurde, war sie Projektleiterin und User Experience Designerin in der
zentralen Forschung und Entwicklung bei der Robert Bosch Automotive
Steering GmbH. „In der Industrie sind die Aufgaben so unterschiedlich, und
deshalb ist es einfach wichtig, dass man seine Arbeit aus verschiedenen
Blickwinkeln hinterfragen kann. Wir brauchen mehr Ingenieure, die über den
Tellerrand schauen.“

Andere Blickwinkel
Von Anfang an lernen die Studierenden im Master Autonomes Fahren, sich
auszutauschen: Sie arbeiten in Projektteams an verschiedenen Produktideen.
Wenn sie fragen: „Sollen wir das so oder so machen?“, bekommen sie zur
Antwort: „Entscheidet das selber, überlegt euch gemeinsam, was Sinn
ergibt.“ Die Lehrenden in Kronach verstehen sich als Coaches. „Es gibt
auch keinen festen Stundenplan.“ Lindner lacht: „Es ist wie im echten
Leben: Man organisiert sich über Outlook-Termine. Die Studierenden lernen,
Verantwortung zu tragen.“ In diesem Semester ist der Studiengang am Lucas-
Cranach-Campus gestartet, aber für Lindner ist nicht alles neu. Die Region
kennt sie bereits sehr gut: Die Professorin, Jahrgang 1989, ist im
Landkreis Coburg aufgewachsen.

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Zukunftszentren gestalten die Arbeitswelt von morgen

Staatsekretär Björn Böhning (BMAS) informierte sich am 11. Juni in Jena
über die Arbeit des Zentrums Digitale Transformation Thüringen (ZeTT). Als
eines der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten
Zukunftszentren bietet es eine Reihe richtungsweisender
Unterstützungsangebote für Unternehmen und Beschäftigte.

„In Thüringen wird sichtbar, wie das Programm „Zukunftszentren“ Wirkung
entfaltet und gerade kleinen- und mittelständischen Unternehmen und deren
Beschäftigten dabei hilft, neue digitale Prozesse und Geschäftsmodelle
sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu erproben.“, so Herr
Böhning bei seinem Besuch.

Die Projektleiter*innen Prof. Dr. Heike Kraußlach (Ernst-Abbe-Hochschule
Jena, EAH) und Prof. Dr. Klaus Dörre (Friedrich-Schiller-Universität Jena,
FSU) erläuterten die niedrigschwellige Herangehensweise des ZeTT und die
damit verbundenen Herausforderungen.

„Eine einheitliche Digitalisierung gibt es nicht. Wir beobachten eine
enorme Dynamik und Bandbreite bei den Unternehmen, mit vielen
Ungleichzeitigkeiten.“, erklärte Prof. Dr. Dörre.

Deshalb braucht es viele Zugangswege und Anspracheformen. So kooperiert
das ZeTT u.a. mit Vorreiter-Unternehmen in der regionalen IT-Branche. Auf
diese Weise kann neustes Expertenwissen an Unternehmen und Beschäftigte in
Branchen weitergegeben werden, die in Thüringen häufig gerade erst
anfangen Prozesse zu digitalisieren.
Gestaltungsbeispiele wurden für Staatssekretär Böhning durch die
Fachhochschule Jena sichtbar gemacht: Frau Prof. Dr. Kraußlach und ihr
Team berichteten live hinzugeschaltet aus einer Beratungssituation bei der
Jenaer dental2000 GmbH & Co. KG. Sie stellte zusammen mit der
Geschäftsführung der Großhandelsfirma für Medizinbedarf erste
Arbeitsergebnisse aus einem flexibel einsetzbaren E-Learning-Modellprojekt
vor.

„Ausgangspunkt für die Entwicklung und Erprobung der innovativen Lehr- und
Lernkonzepte ist die bedarfsgerechte Beratung der beteiligten Unternehmen
durch das ZeTT und der kontinuierliche intensive Austausch. Das Feedback
der Beschäftigten nach den Erprobungen ist für uns dabei besonders
wichtig, um den Entwicklungsprozess eines E-Learning-Systems zur
individuellen und flexiblen Weiterbildung für die Arbeit
4.0 im Sinne aller Beteiligten voranzutreiben.“, erläuterte Prof. Dr.
Kraußlach.

Prof. Dr: Andrej Werner (EAH Jena) empfing den Staatssekretär im
Experimentierraum des „Lern- & Future- Store“ der EAH, wo er mit seinem
Team die Abläufe des digitalisierten Einzelhandels nachvollziehbar
simulieren und testen konnte.
Eine Online-Diskussion mit den weiteren Partnern des ZeTT-Verbundes –
unter anderem dem Institut der Wirtschaft Thüringens (IWT) sowie Arbeit
und Leben Thüringen – legte den Fokus auf weitere Gestaltungsfragen
digitaler Arbeit.

Manfred Füchtenkötter, ZeTT

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