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Wübben Stiftung Bildung bietet Übersicht zur Umsetzung des Startchancen- Programms in den Ländern

Das impaktlab, die wissenschaftliche Einheit der Wübben Stiftung Bildung,
hat heute eine erste Übersicht zur Umsetzung des Startchancen-Programms in
den 16 Bundesländern veröffentlicht. Mit dem Programm unterstützen Bund
und Länder ab dem 1. August 2024 insgesamt 4.000 Schulen in
herausfordernder Lage bei ihrer Arbeit.

Auf der Website https://www.wuebben-stiftung-bildung.org/startchancen-
laenderueberblick/
entsteht sukzessive eine ausführlichere Übersicht, die
detailliertere Informationen zur Umsetzung des Startchancen-Programms in
den Ländern enthält. Diese wird auch die Möglichkeit bieten, nach
unterschiedlichen Kategorien (z. B. innerhalb der Säulen des Programms)
und nach Bundesländern zu filtern. Außerdem ist über die Seite auch eine
Chronik zum Startchancen-Programm (https://www.schub-
magazin.org/15_startchancen_chronik_2024/) zu finden, die die Meilensteine
von der Idee bis zum Umsetzungsbeginn nachzeichnet.

Dazu erklärt Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung
Bildung: „Es ist spannend zu sehen, wie die Länder das Startchancen-
Programm umsetzen und nach welchen Kriterien sie etwa die Schulen für das
Startchancen-Programm ausgewählt haben. Es ist erfreulich, dass nun alle
Länder verbindliche Kriterien entwickelt haben, die gewährleisten, dass
die Startchancen-Gelder auch wirklich den Schulen im Brennpunkt und den
sozioökonomisch benachteiligten Schülerinnen und Schülern zugutekommen.”

Die nun veröffentlichte Übersicht fasst in einem ersten Steckbrief für
jedes Land die wichtigsten Informationen mit Blick auf das Startchancen-
Programm zusammen. Dazu gehören beispielsweise Angaben

zu den Bundesmitteln,
den teilnehmenden Schulen,
zu den Auswahlkriterien für die Schulen,
zu dem Verhältnis zu bestehenden Programmen
oder auch die Links zu den Startchancen-Websites der Länder.


Ziel der Übersicht ist es, die Umsetzung des Startchancen-Programms in den
16 Bundesländern transparent zu machen. Das Angebot richtet sich an die
Startchancen-Beauftragten der Länder, an Journalistinnen und Journalisten,
Forschende und weitere Interessierte. Die Informationen wurden auf
Grundlage von öffentlich zugänglichen Informationen der Ministerien sowie
Dokumenten aus den Parlamenten und Ausschüssen erstellt und werden
regelmäßig aktualisiert.

Länder ziehen verschiedene Kriterien für „Armut“ und „Migration“ heran

Bei den Auswahlkriterien für die Schulen zeigt die Übersicht sowohl
Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen den Ländern. Grundsätzlich
haben die Länder anhand sozialer Kriterien selbstständig festgelegt,
welche Schulen an dem Programm teilnehmen werden. Vorgabe des Bundes war
dabei, mindestens die Benachteiligungsdimensionen „Armut“ und „Migration“
zu berücksichtigen, weil diese – wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge
– eng mit dem Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern zusammenhängen.

Eine Zusammenstellung mit Blick auf die unterschiedliche Ausgestaltung der
beiden Dimensionen (https://www.wuebben-stiftung-bildung.org/wp-
content/uploads/2024/06/240610_Auswahlkriterien_SCP_Armut_Migration_final.pdf)
zeigt, dass die Dimension Armut auf unterschiedlichen Ebenen erfasst wird.
Einige Länder nutzen schulscharfe Indikatoren, wie beispielsweise den
Anteil der Schülerinnen und Schüler, die von der Zuzahlung zu Lernmitteln
befreit sind. Andere Länder ziehen Sozialraum-Indikatoren in verschiedenen
Einzugsgebieten heran, um Armut zu bestimmen, etwa der Anteil an Personen
in Bedarfsgemeinschaften, die Arbeitslosenquote oder die durchschnittliche
Kaufkraft.

Migration wird von allen Ländern, die dazu spezifische Angaben gemacht
haben, am Indikator Sprache festgemacht. Dabei wird häufig der Anteil der
Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Familiensprache als Kriterium
angelegt. Einige Länder ziehen auch die Staatsangehörigkeit oder die
eigene Migrationserfahrung heran. Die Länder nutzen hier weitgehend
schulscharfe Indikatoren.

Fast alle Länder haben sich dazu entschieden, auch weitere schulscharfe
und sozialraumbezogene Indikatoren zur Auswahl der Startchancen-Schulen zu
berücksichtigen. Über die Hälfte der Länder zieht den sonderpädagogischen
Förderbedarf heran, einige Länder nutzen Indikatoren des kulturellen
Kapitals (etwa Anzahl der Bücher und die Akademikerquote in den
Haushalten) sowie Leistungen bzw. Bildungsabschlüsse (z. B. VERA-
Ergebnisse, Abschlussquoten, Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine
Klasse wiederholen).

Über das Startchancen-Programm

Für das Startchancen-Programm investieren Bund und Länder in den kommenden
zehn Jahren 20 Milliarden Euro. Bundesweit profitieren rund eine Million
Schülerinnen und Schüler von dem Programm. Ziel ist es, den Zusammenhang
zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu reduzieren. Dafür soll
beispielweise die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die
Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, bis zum Ende der
Programmlaufzeit halbiert werden. Zunächst starten 2.060 Schulen, bis zum
Schuljahr 2026/27 sollen alle Schulen in das Programm eingemündet sein. 60
Prozent der Fördermittel sollen in die Grundschulen fließen.

Über die Wübben Stiftung Bildung

Die Wübben Stiftung Bildung ist eine 2013 gegründete private
Bildungsstiftung mit Sitz in Düsseldorf. Seit über zehn Jahren unterstützt
sie Schulen im Brennpunkt, um für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig
von ihrer Herkunft gerechte Bildungschancen zu schaffen. Die Wübben
Stiftung Bildung teilt im Kontext des Startchancen-Programms gerne ihr
Wissen und ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Schulen im Brennpunkt und
begleitet die Länder bei den Prozessen, die nun im Zuge des Programms
anstehen.

Über das impaktlab

Das impaktlab ist die wissenschaftliche Einheit der Wübben Stiftung
Bildung. Auf Basis wissenschaftlicher Analysen und praktischer
Erkenntnisse gibt es Impulse in das Bildungssystem, um die Situation an
Schulen im Brennpunkt zu verbessern.

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Weltblutspendetag 14. Juni: BZgA ruft zur Blut- und Plasmaspende auf

Zum Weltblutspendetag am 14. Juni 2024 rufen der Beauftragte der
Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit
Blutspendeeinrichtungen bundesweit dazu auf, Blut und Plasma zu spenden.
Der Weltblutspendetag rückt die Bedeutung von Blut- und Plasmaspenden in
den Fokus. Er erinnert und motiviert zur regelmäßigen Spende und drückt
Wertschätzung für die Menschen aus, die durch ihre Spende Leben retten. In
diesem Jahr steht der Weltblutspendetag unter dem Motto „20 years of
celebrating giving: thank you blood donors“.

Zum Weltblutspendetag am 14. Juni 2024 rufen der Beauftragte der
Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit
Blutspendeeinrichtungen bundesweit dazu auf, Blut und Plasma zu spenden.
Der Weltblutspendetag rückt die Bedeutung von Blut- und Plasmaspenden in
den Fokus. Er erinnert und motiviert zur regelmäßigen Spende und drückt
Wertschätzung für die Menschen aus, die durch ihre Spende Leben retten. In
diesem Jahr steht der Weltblutspendetag unter dem Motto „20 years of
celebrating giving: thank you blood donors“.

Stefan Schwartze, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der
Patientinnen und Patienten: „Zum Weltblutspendetag möchte ich allen
Blutspenderinnen und Blutspendern meinen tiefsten Dank aussprechen. Ihr
selbstloser Einsatz rettet Leben und gibt Hoffnung – jeden Tag.
Blutspenden sind unverzichtbar für das Gesundheitswesen. Sie sichern die
Versorgung von Unfallopfern, ermöglichen lebenswichtige Operationen und
unterstützen die Behandlung schwerer Krankheiten. Besonders in Zeiten von
Krisen, wie wir sie durch die COVID-19-Pandemie erlebt haben, wurde
deutlich, wie entscheidend eine stabile Blutversorgung ist. Der Bedarf an
Blutprodukten steigt, während die Zahl der Spenden sinkt. Deshalb
appelliere ich an alle, denen es möglich ist: Bitte spenden Sie Blut. Ihr
Beitrag kann entscheidend sein. Mein Dank gilt auch den Helferinnen und
Helfern sowie den Organisationen und medizinischen Fachkräften, die die
Blutspendeaktionen ermöglichen. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen der
Solidarität setzen. Jede Spende zählt und rettet Leben.“

Dr. Johannes Nießen, Errichtungsbeauftragter des Bundesinstituts für
Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) und Kommissarischer
Leiter der BZgA: „Durch das regelmäßige Spenden von Blut oder Plasma kann
man sich ohne großen Aufwand solidarisch zeigen und dazu beitragen, die
Versorgung mit lebensrettenden Blutprodukten aufrecht zu erhalten. Denn
insbesondere in den anstehenden Sommermonaten kommt es immer wieder zu
Engpässen. Nutzen Sie die Blut- und Plasmaspende, um einfach Gutes zu tun
– am besten regelmäßig und nicht nur am Weltblutspendetag!“

Blutprodukte sind nach schweren Unfällen, bei größeren Operationen oder
zur Behandlung bestimmter Erkrankungen nach wie vor unverzichtbar. In
Deutschland können Menschen ab 18 Jahren Blut und Plasma spenden.
Vollblutspenden sind für Frauen viermal, für Männer sechsmal innerhalb von
zwölf Monaten möglich. Plasma kann bis zu 60-mal pro Jahr gespendet
werden.

Für viele Menschen ist die Spende von Blut oder Plasma mit Fragen
verbunden: Darf ich spenden? Wie läuft eine Spende ab? Wie oft darf ich
spenden? Hierzu informiert die BZgA im Rahmen ihrer Kampagne „Blut
spenden. Einfach machen.“ und zeigt, wie eine Blut- oder Plasmaspende in
den Alltag integriert werden kann.

Blut oder Plasma zu spenden ist ganz einfach. Einen Spendedienst in Ihrer
Nähe finden Sie unter: https://www.blutspenden.de/blutspendedienste

Weiterführende BZgA-Informationen zum Thema Blut- und Plasmaspende:
https://www.blutspenden.de
https://www.instagram.com/blutspenden.bzga/
https://www.facebook.com/Blutspenden.BZgA/

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Fußball-EM 2024: Deutsche erwarten wenig „Wir-Gefühl“

Repräsentative Umfrage der Uni Hohenheim zu EM-Erwartungen, Vermarktung,
Medienverhalten & sozialen Aspekten | Teil 4 von 4: Gastgeberland
Deutschland

Video zur Pressemitteilung: https://www.instagram.com/p/C8G9M3kIt9t/

Kein „Sommermärchen“ bei der EM 2024? − Weniger als 30 Prozent der
Deutschen sind davon überzeugt, dass die diesjährige Fußball-EM das „Wir-
Gefühl“ im Land stärken wird. Zu diesem Ergebnis kommt die EM-Studie 2024
unter der Leitung von Marketing-Experte Prof. Dr. Markus Voeth von der
Universität Hohenheim in Stuttgart. Die Studie basiert auf einer Umfrage
unter 1.000 Personen in Deutschland zu den Themen sportliche Erwartungen,
Sponsoring und Sport-Vermarktung, Medienwirksamkeit sowie sozialen und
gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Universität Hohenheim veröffentlicht
die Ergebnisse in vier Teilen.

„Insgesamt schätzen die Befragten den Einfluss der Fußball-EM auf die
Gesamtgesellschaft eher verhalten ein“, so Studienleiter Prof. Dr. Voeth
vom Fachgebiet Marketing & Business Development an der Universität
Hohenheim: „Mit 29 Prozent geht weniger als ein Drittel der Befragten
davon aus, dass die Fußball-EM 2024 das Gefühl einer gemeinsamen
nationalen Identität in Deutschland stärken wird.“

„Noch verhaltener sind die Stimmen, wenn es um die Auswirkungen des
Turniers auf den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft geht oder
darum, ob die Fußball-EM 2024 positive Auswirkungen auf die Wirtschaft in
ihrer Region haben wird. Hier stimmen jeweils nur 27 Prozent der Deutschen
zu“, ergänzt Co-Studienleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter Stjepan
Jurisic.

Thema Nachhaltigkeit auch im Fußball angekommen

Gleiches gilt für die Frage, ob die im Rahmen der Fußball-EM geleisteten
Investitionen in die Infrastruktur, wie beispielsweise in Stadien und
Verkehrsanbindungen, wichtig für eine langfristige Entwicklung sind. Auch
was die langfristigen Auswirkungen eines solchen Großereignisses für den
deutschen Fußball und die deutsche Sportkultur betrifft, ist nur ein
Viertel der Befragten optimistisch.

Auf die Frage „Wie wichtig ist Ihnen das Thema Nachhaltigkeit
(Umweltschutz, Ressourceneffizienz) in Bezug auf die Fußball-EM 2024?“
antworteten mehr als 60 Prozent der Befragten, dass ihnen dieser Aspekt
wichtig sei. Damit ist Thema Nachhaltigkeit nicht nur in Politik und
Gesellschaft, sondern auch im Fußball angekommen.

Bundeskanzler soll an Eröffnungsspiel und Finale teilnehmen

Der Vergleich zur umstrittenen Weltmeisterschaft 2022 in Katar zeigt:
Einen Besuch des deutschen Bundeskanzlers bei EM-Spielen der
Nationalmannschaft befürworten dieses Jahr deutlich mehr Deutsche. Damals
hielten mehr als zwei Drittel der Befragten seine Anwesenheit für
überflüssig.

Dieses Mal sind nur 26 Prozent der Meinung, dass Olaf Scholz gar keins der
Spiele vor Ort verfolgen sollte. Vor allem beim Eröffnungsspiel als auch
beim Finale der Fußball-EM erwarten rund zwei Drittel der Befragten, dass
der Bundeskanzler im Stadion präsent sein sollte.

Schlechtes Image der UEFA

„Die UEFA kämpft seit Jahren mit ihrem schlechten Image, und laut unserer
Umfrage hat sich daran bisher nichts geändert“, sagt Tom Huhnke, der
ebenfalls an der Leitung der Studie beteiligt war und wissenschaftlicher
Mitarbeiter im Fachgebiet ist: „Über 40 Prozent vergeben schlechte bis
sehr schlechte Noten. Gerade einmal jede:r Fünfte hat ein positives Bild
von dem europäischen Fußball-Dachverband.“ Immerhin: Mit 42 Prozent
bewerten fast genauso viele Befragte dessen Image als weder gut noch
schlecht.

Auf die Frage, ob die UEFA darüber nachdenken sollte, die Frequenz der
Europameisterschaften in Zukunft zu erhöhen und beispielsweise alle zwei
Jahre eine EM durchführen sollte, reagierten 65 Prozent der Befragten
ablehnend. Nur 14 Prozent würden dies befürworten.

HINTERGRUND: EM-Studie 2024

„Football’s coming home! – Die Heim-EM 2024: Was denkt die deutsche
Bevölkerung?“ lautet der Titel der EM-Studie 2024. Die Online-Umfrage
unter 1.000 Teilnehmer:innen ist in Bezug auf Alter, Geschlecht und
Bundeslandzugehörigkeit bevölkerungsrepräsentativ. Durchgeführt wurde sie
zwischen dem 1. Mai und 17. Mai 2024 vom Lehrstuhl für Marketing und
Business Development der Universität Hohenheim sowie vom Lehrstuhl für
Marketing der Universität Potsdam und dem Marktforschungsinstitut Dynata.

Das Fachgebiet von Prof. Dr. Markus Voeth begleitet die FIFA-
Fußballweltmeisterschaften und UEFA-Fußballeuropameisterschaften der
Männer seit 2001 mit regelmäßigen repräsentativen Bevölkerungsbefragungen.
Schwerpunkte sind Themen wie Begeisterung, Pläne und Fanverhalten der
Bevölkerung, ergänzt durch wechselnde Sonderschwerpunkte wie
beispielsweise politische oder soziale Themen rund um die sportlichen
Großereignisse. Einzel- und Langzeitstudien sollen einerseits
Stimmungsindikatoren, andererseits auch konstruktiver Beitrag für eine
erfolgreiche Organisation sein.

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Neues Zukunftslabor am ZDIN: Digitalisierung in der Circular Economy

Das neue Zukunftslabor Circular Economy wird innovative, digitale Lösungen
für eine nachhaltige und effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen
erforschen. Dafür erhält es 3,7 Mio. Euro vom niedersächsischen
Wissenschaftsministerium und von der VolkswagenStiftung für eine
Projektlaufzeit von fünf Jahren.

Angesicht des steigenden globalen Bedarfs an Rohstoffen und der
Endlichkeit natürlicher Ressourcen steht die industrielle Produktion vor
der Aufgabe, innovative Lösungen für die Nutzung von Materialien zu
finden. Die Transformation zu einer ressourcen- und umweltschonenden
Wirtschaft ist essenziell, um die Emissionen von Treibhausgasen zu
reduzieren und das Ökosystem zu schützen. Die Digitalisierung spielt eine
entscheidende Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen, da sie
einen umfassenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft vorantreibt.

Um die Möglichkeiten der Digitalisierung zu erforschen, nimmt ein neues
Zukunftslabor am Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN)
seine Forschung auf: das Zukunftslabor Circular Economy. Die beteiligten
Wissenschaftler*innen verfolgen das Ziel, durch zirkulär vernetzte,
digitale und KI-gestützte Produkte und Services die ressourcenschonende
Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Dafür stellen
das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) sowie die
VolkswagenStiftung 3,7 Mio. Euro zur Verfügung. Die Fördersumme wird aus
den Mitteln des Wissenschaftsprogramms „zukunft.niedersachsen“ finanziert
und gilt für eine Laufzeit von fünf Jahren.

„Circular Economy ermöglicht es, Produkte länger zu verwenden, Bauteile
aus ausgedienten Produkten wiederzuverwenden, Materialien zu recyclen:
Ressourcenschonendes Wirtschaften sowie das Minimieren von Abfällen und
Abhängigkeiten sind wesentliche Bausteine  für einen zukunftsorientierten,
nachhaltigen und resilienten Wirtschaftsstandort Niedersachsen. Indem es
die Potenziale der Digitalisierung hebt, leistet das neue Zukunftslabor
mit seiner anwendungsorientierten Forschung und den daraus resultierenden
wissenschaftlichen Erkenntnissen einen wichtigen Beitrag zur einer
wirkungsvollen Circular Economy", sagt Falko Mohrs, Niedersächsischer
Wissenschaftsminister, Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Chancen der Digitalisierung für die Kreislaufwirtschaft

Digitalisierung kann die Circular Economy auf vielfältige Weise
unterstützen: Sie kann Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten
und über die Produktnutzung transparent und zugänglich machen, damit
Verbraucher*innen ökologische Kaufentscheidungen treffen können.
Innovative und digitalisierte Service- und Geschäftsmodelle ermöglichen
es, einfache Sharing-, Wiederverwendungs- und Reparaturdienstleistungen
für Nutzer*innen flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Digitalisierung
kann außerdem zu einem höheren Grad des Informationsaustausches und der
Automatisierung im Bereich der (Ersatz)Teil-Nutzung und des Recyclings
beitragen und damit die Nutzung von Produkten effektiver und
wirtschaftlicher gestalten, um den Kreislauf auf Ebene der Bauteile und
Rohstoffe zu schließen.

„Die Digitalisierung fungiert entlang aller Kreisläufe als
Innovationstreiberin. Sie steigert die Transparenz über Stoffströme,
Komponentenzustände und Produktnutzungsinformationen und ermöglicht damit
eine gezielte Wieder- und Weiterverwendung. Gleichzeitig werden neue
digitale Service- und Geschäftsmodelle für eine nachhaltigere
Produktnutzung möglich und ein konsequenter Informationsaustausch sowie
die gezielte Informationsanalyse für alle Prozesse (Rückführung,
Reparatur, Demontage, Aufbereitung, Wiederverwendung) im Lebenszyklus
gefördert. Hieraus ergeben sich erhebliche Potentiale für die
erforderliche Automatisierung, Steuerung und Etablierung einer effizienten
Circular Economy", erklärt Prof. Dr. Andreas Rausch (Technische
Universität Clausthal), Sprecher des Zukunftslabors Circular Economy.

Interdisziplinäres Projektkonsortium

Das Projektkonsortium des Zukunftslabors Circular Economy umfasst u. a.
die Disziplinen Fertigungstechnik, (Wirtschafts-) Informatik,
Maschinenbau, Montagetechnik, Produktentwicklung, Software-Entwicklung
sowie Umweltmanagement. Sprecher des Zukunftslabors ist Prof. Dr. Andreas
Rausch (Technische Universität Clausthal), der maßgeblich zur Bildung des
Konsortiums beigetragen hat.

Zahlreiche Praxispartner haben ihr Interesse an einer Mitarbeit im
Zukunftslabor Circular Economy bekundet, darunter Vertreter*innen von
Großunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen, Kommunen und
Sozialpartnern sowie Netzwerken.

„Das Zukunftslabor Circular Economy passt ausgezeichnet zu der
Digitalisierungsforschung unserer bisherigen Zukunftslabore: Mit dem Ziel,
Materialkreisläufe effizienter und nachhaltiger zu gestalten, schlägt es
eine Brücke zu den anderen Branchen, für die unsere Wissenschaftler*innen
digitale Innovationen erforschen. Wir freuen uns auf die neuen
Kolleg*innen und Praxispartner des Zukunftslabors Circular Economy, die
unser Netzwerk mit weiterem Knowhow bereichern werden", bekräftigt
Dr.-Ing. Agnetha Flore (OFFIS – Institut für Informatik),
Geschäftsführerin des ZDIN.

Geförderte wissenschaftliche Einrichtungen: Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg, Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik,
Leibniz Universität Hannover, OFFIS – Institut für Informatik, Ostfalia
Hochschule für angewandte Wissenschaften, Technische Universität
Braunschweig, Technische Universität Clausthal

Interessierte Praxispartner: ceconsoft GmbH, Electrocycling GmbH, Glaub
Automation & Engineering GmbH, GREAN GmbH, Hellmann Process Management
GmbH & Co. KG, Henze das Rad, Mittelstand-Digital Zentrum Bremen-
Oldenburg, OHLF e. V., Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, pdv-
software GmbH, ReparaturRat Oldenburg e. V., REWIMET e. V., Siemens AG,
Stadt Goslar, Stiftung digitale Chancen, SWMS Consulting GmbH, Volkswagen
AG, WasteAnt GmbH, zentegra gGmbH

Über „zukunft.niedersachsen“

„zukunft.niedersachsen“ (ehemals „Niedersächsisches Vorab“) ist ein
Wissenschaftsprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft
und Kultur und der VolkswagenStiftung. Der überwiegende Teil der
Fördermittel von zukunft.niedersachsen resultiert aus dem Gegenwert der
jährlichen Dividende auf nominal 30,2 Millionen VW-Treuhandaktien des
Landes Niedersachsen, die dem Gewinnabführungsanspruch an die
VolkswagenStiftung unterliegen. Satzungsgemäß sind die Fördermittel an
wissenschaftliche Einrichtungen im Land Niedersachsen zu vergeben. Dazu
legt die Landesregierung dem Kuratorium der Stiftung zumeist im Sommer und
im Herbst Verwendungsvorschläge vor. Zudem kamen 2023 einmalig 576,3 Mio.
Euro Sonderdividende aus dem Börsengang der Porsche AG hinzu. Auch dieser
Betrag wird in den nächsten Jahren für das Programm zukunft.niedersachsen
eingesetzt. 2023 flossen so insgesamt 510,5 Mio. Euro in Niedersachsens
Forschung und Wissenschaft. Eines der geförderten Projekte ist das neue
Zukunftslabor Circular Economy am ZDIN. Weitere Informationen zu
„zukunft.niedersachsen“ befinden sich auf der Internetseite
https://zukunft.niedersachsen.de/

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