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Der Bau geht voran: Der Grundstein für das Haus Sonnenstrahl wurde gelegt

Von neuen Standort sind es nur zwei Minuten bis zur Kinderkrebs-Station
des Uniklinikums Dresden. // Ein Teil des Gebäudes wird an zwei Projekte
vermietet, die sich ebenfalls
um Kinder in schweren Lebenssituationen kümmern.

Gemeinsam mit zahlreichen Wegbegleitern, Freunden und Unterstützern hat
der Verein Sonnenstrahl Dresden den Grundstein für das neue Haus
Sonnenstrahl gelegt. Das Gebäude mit insgesamt fünf Etagen entsteht direkt
auf dem Gelände des
Universitätsklinikums, zwei Minuten zu Fuß von der Kinderkrebs-Station
entfernt.
Drei Etagen nutzt der Verein für seine zahlreichen Projekte zur
Unterstützung krebskranker
Kinder und Jugendlicher sowie ihrer Familien. Hier gibt es künftig viel
Platz für die Musik-,
Kunst- und Sporttherapie, um die Kinder vor allem während einer ambulanten
Krebstherapie zu begleiten. Auch die Beratungsstelle des Vereins wird
einziehen.
Zwei Etagen werden an das Universitätsklinikum Dresden vermietet für zwei
Projekte, die
sich ebenfalls um Kinder in schweren Lebenssituationen kümmern. So wird
das Sächsische Kinderpalliativzentrum hier eine Etage nutzen. Im
Erdgeschoss zieht das neue Kinderschutzzentrum ein. Die Fertigstellung des
„Haus Sonnenstrahl“ ist im Herbst 2025 geplant. Generalauftragnehmer ist
die HIW Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff GmbH.

Dank Universitätsklinikum und Freistaat Sachsen wurde das neue Haus
möglich

Dass sich der Sonnenstrahl e.V. für den Bau eines Hauses entschieden
hatte, beruht auf
mehreren glücklichen Umständen: Das Universitätsklinikum überließ dem
Verein ein Grundstück, verbunden mit der Vereinbarung, zwei Etagen für
eigene Projekte mieten zu können. Der Freistaat Sachsen regelte die
Nutzung des Grundstücks mit einem Erbpachtvertrag. Und nicht zuletzt hatte
der Sonnenstrahl e. V. etwa eine Million Euro vom Künstler Olaf Böhme
geerbt und Zuwendungen von verschiedenen Stiftungen in Aussicht. „Dieses
Erbe, aber vor allem die Unterstützung durch das Universitätsklinikum und
den Freistaat Sachsen bei der Suche nach einem Grundstück, hat uns enorm
bestärkt, das Votum unserer Mitglieder für einen Neubau in die Tat
umzusetzen“, so der Vereinsvorsitzende Andreas Führlich. „Dafür sind wir
sehr dankbar. Jetzt rückt unser Traum vom neuen Haus für unsere Projekte
immer mehr in greifbare Nähe.“

Ausgangspunkt war der große Bedarf an Elternwohnungen und
Therapieangeboten

In der Villa Sonnenstrahl auf der Goetheallee, wo sich auch die
Elternwohnungen des Vereins befinden, waren die Kapazitäten seit Jahren an
die Grenzen gestoßen. Die Zahl der durch den Verein betreuten Kinder und
Familien war massiv gestiegen und damit auch der Bedarf an einer
Unterkunft und an Therapieangeboten. Das liegt zum einen am erweiterten
Einzugsgebiet der Uniklinik, die auch Kinder aus Chemnitz und der Lausitz
behandelt. Zum anderen kommen immer mehr Kinder für eine ambulante
Bestrahlung nach Dresden und wohnen oft mit ihrer Familie in den
Elternwohnungen des Sonnenstrahl e.V. Der Umzug der Therapie- und
Beratungsangebote in den Neubau bringt eine deutliche Entspannung und
eröffnet die Möglichkeit, im bisherigen Haus weitere Elternwohnungen
einzurichten. Gleichzeitig kann der Verein die betroffenen Familien im
neuen Haus neben der Kinderkrebsstation viel unmittelbarer unterstützen,
gerade in Therapiepausen oder um den Eltern neue Kraft und Energie zu
schenken.

Als Bausumme werden insgesamt rund sieben Millionen Euro veranschlagt. Die
Finanzierung erfolgt u. a. durch Zuwendungen aus Stiftungen, aus der
Erbmasse von Olaf Böhme, aus über Jahre aufgebauten zweckgebundenen
Rücklagen und aus vielfältigen Spendenaktionen, über die am Ende etwa eine
Million Euro eingeworben werden sollen.
Für den Bau der beiden Etagen, die das Universitätsklinikum mieten wird,
hat der Verein einen Kredit aufgenommen.

"Der Sonnenstrahl e. V. ist ein langer, guter Partner des
Universitätsklinikums. Wir sind froh und dankbar für das große Engagement
im Sinne unserer kleinen Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Michael
Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden. „Die neuen Räume im Haus Sonnenstrahl und die Nähe zur
Kinderkrebsstation eröffnen dem Verein viele Möglichkeiten, die Kinder und
Familien noch besser zu begleiten. Dass hier auch zwei Projekte des
Universitätsklinikums ein Zuhause finden, ist eine wunderbare Fügung und
wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.“

Eine Etage nutzt das Sächsische Kinderpalliativzentrum

Das Sächsische Kinderpalliativzentrum (SKPZ) ist bereits seit geraumer
Zeit auf der Suche
nach Räumlichkeiten. Hier steht die Hilfe für Familien mit Kindern im
Mittelpunkt, welche an einer lebensverkürzenden Erkrankung leiden. Oft
leben die betroffenen Kinder sehr lange mit ihrer Erkrankung, was mit
großen Herausforderungen verbunden ist. Das Sächsische
Kinderpalliativzentrum verbindet und koordiniert Bereiche und
Hilfsangebote der Kinderpalliativversorgung in Sachsen unter einem Dach.
„Familien, deren Kinder lebensverkürzt erkrankt sind, spüren besonders die
Kostbarkeit ihrer gemeinsamen Zeit“, so die Schirmherrin des SKPZ Annett
Hofmann. „Es ist unser Wunsch und unser Ziel, dass die Familien die
verbleibende Lebenszeit mit dem Kind mit Freude, Würde und Liebe
verbringen kann“.

Im Erdgeschoss zieht das neue Kinderschutzzentrum ein

Im Erdgeschoss nimmt das neue Kinderschutzzentrum seine Arbeit auf. Hier
entsteht eine
ambulante, kinderfreundliche und interdisziplinäre Anlaufstelle für Kinder
und Jugendliche,
die Opfer von sexualisierter und körperlicher Gewalt wurden. Nach dem
Vorbild des
skandinavischen „Barnahus“ (wörtlich: „Kinderhaus“) vereint es ein vom
Kind her gedachtes Konzept und bietet optimale räumliche Möglichkeiten für
eine gut abgestimmte, koordinierte und kinderfreundliche Versorgung der
Betroffenen. Zu den Kooperationspartnern der interdisziplinären
Arbeitsprozesse zählen die Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, Gynäkologie,
Rechtsmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie,
Psychologie und Sozialarbeit/-pädagogik und die Jugendhilfe.
Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter*innen kommen hinzu, wenn ein
familien- oder strafrechtliches Verfahren veranlasst wurde. Damit soll
erreicht werden, dass im Ermittlungsverfahren nicht mehr ausschließlich
nur die Wahrheitsfindung, sondern auch das Wohlbefinden des betroffenen
Kindes garantiert ist. Auch können Untersuchungen und Befragungen der
Kinder und Jugendlichen auf ein Minimum reduziert und so einer möglichen
Retraumatisierung vorgebeugt werden. Die Gründung des neuen
Kinderschutzzentrums wird nur möglich dank der Anschubfinanzierung durch
die Stiftung Kinderförderung von Playmobil, welche die Kosten der gesamten
Innenausstattung übernimmt.

Bei der Grundsteinlegung waren auch zwei betroffene Familien mit ihren
Kindern dabei, die ganz stolz die Aufgabe übernahmen, die Zeitkapsel mit
Bildern aus der Kunsttherapie, einer Mutperlenkette und verschiedenen
Zeitdokumenten zu füllen.

Wer den Bau und die Einrichtung des „Haus Sonnenstrahl“ unterstützen
möchte, kann sehr
gerne spenden, Baupatenschaften übernehmen oder auch mit einem
symbolischen Stein für 50 Euro beim Neubau mithelfen. Mehr darüber erfährt
man auf der Webseite des Vereins. https://www.sonnenstrahl-ev.org/haus-
sonnenstrahl

Spendenkonto des Sonnenstrahl e. V. Dresden
Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN: DE82 8505 0300 3120 1134 32
BIC: OSDDDE81XXX

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Tag der offenen Tür am SRH Campus Gera und SRH Campus Leipzig

m Juni bieten die SRH Hochschulen die Möglichkeit, zahlreiche Campus
bundesweit vor Ort kennenzulernen. So können sich Interessierte am 15.
Juni auch in Gera und Leipzig über das bestehende Studienangebot
informieren und in Probeseminaren exklusive Einblicke erhalten.

Studieren an den SRH Hochschulen – das bedeutet, praxisorientiert in
kleinen Gruppen zu lernen und in einem großen Netzwerk den Grundstein für
eine erfolgreiche Zukunft zu legen. Bundesweit stehen dabei zahlreiche
deutsch- und englischsprachige Bachelor-, Master- und MBA-Programme zur
Auswahl, die stark auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet
sind. Um sich von diesen Möglichkeiten zu überzeugen und sich ausführlich
über die verschiedenen Studienoptionen zu informieren, veranstalten die
SRH Hochschulen im Juni 2024 eine Reihe von Tagen der offenen Tür an den
einzelnen Campus, darunter am 15. Juni von 11 bis 15 Uhr in Gera und
Leipzig.

Exklusive Studieneinblicke und Rundgänge vor Ort

Neben Campusführungen und individuellen Beratungsgesprächen, in denen
Fragen rund um das Studium oder auch zur Studienfinanzierung beantwortet
werden, stehen Vorträge und Probeseminare im Mittelpunkt der
Veranstaltung. So können sich Interessierte in Gera im Rahmen des
Vortrages „Mind Matters“ über ein Studium im Bereich Psychologie
informieren, während in Leipzig Probeseminare in den Bachelor-
Studiengängen Ernährungstherapie und -beratung, Soziale Arbeit,
International Business Administration und Computer Science angeboten
werden.

Zudem erfahren Interessierte alles zum innovativen Lehr- und Lernkonzept
CORE, mit dem die SRH das eigenverantwortliche und aktive Lernen in den
Fokus stellt. Neben essenziellen Fach- und Methodenkompetenzen erlangen
die Studierenden dabei auch Sozial- und Selbstkompetenzen, die sie bereits
während des Studiums oder nach dem Berufseinstieg in der Praxis anwenden
können.

Kennenlernen auch online möglich

Wer am 15. Juni nicht vor Ort sein kann, hat am 18. Juni die Möglichkeit,
die SRH Hochschule für Gesundheit online kennenzulernen. Im Rahmen des
Online-Infonachmittags ab 16 Uhr finden Beratungen zu den Studiengängen
der vier Fachbereiche Gesundheit und Soziales, Pädagogik, Psychologie und
Therapiewissenschaften statt.

Eine Anmeldung für die Online-Infoveranstaltung sowie für den Tag der
offenen Tür in Gera sind unter folgendem Link möglich:
https://eveeno.com/264004913

Für den Tag der offenen Tür in Leipzig können sich Interessierte hier
anmelden: https://eveeno.com/267695995

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Welttag der Ozeane (8. Juni): Wie viel Klimawandel steckt im Meer?

 Der steigende CO₂-Gehalt der Atmosphäre führt zu einer Versauerung der
Ozeane. Es sind kleine chemische Veränderungen mit gravierenden Folgen.
Für die Messung des pH-Wertes im Ozean bietet die PTB neuerdings einen
„Goldstandard“, der für weltweit vergleichbare und damit aussagekräftige
Messdaten sorgt. Denn nur wer verlässliche Daten hat, kann fundierte
Entscheidungen für den Schutz der Meere treffen. Mit dem Welttag der
Ozeane wollen die Vereinten Nationen am 8. Juni alle Menschen für die
Bedrohung der Meere sensibilisieren und an die herausragende ökologische
Rolle der Ozeane erinnern.

Zuweilen nennt man ihn den bösen Zwilling der Klimaerwärmung: die
Versauerung der Ozeane. Denn der steigende CO2-Gehalt der Atmosphäre hat
nicht nur Auswirkungen auf das Klima, sondern auch auf die Chemie der
Ozeane. Diese „Versauerung der Ozeane zu minimieren und zu bekämpfen“
gehört zu den Nachhaltigkeitszielen der von den Vereinten Nationen
formulierten Agenda 2030. Ozeanografen versuchen daher, den pH-Wert – ein
Maß, ob eine Flüssigkeit eher basisch, neutral oder sauer ist – möglichst
flächendeckend zu messen. Doch Messungen im Ozean sind eine
Herausforderung: Da sind nicht nur die enorme Ausdehnung der Wassermassen
und schwierige Wetterbedingungen – anders als im Labor schwanken auch
Temperatur und Salzgehalt. Das macht Messungen komplizierter. Die
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und Partnerinstitute wollten
helfen und haben im Rahmen eines dreijährigen internationalen Projekts die
Voraussetzung für verlässliche und vergleichbare pH-Wert-Messungen
geschaffen.

„Messungen im Meer haben ganz andere Rahmenbedingungen als bei uns im
Labor“, erklärt Dr.-Ing. Steffen Seitz, Leiter der Arbeitsgruppe
Elektrochemie an der PTB. „Umgebungsparameter wie Temperatur und
Salzgehalt schwanken.“ Insbesondere wenn man geringe Veränderungen wie
beim pH-Wert nachweisen will, müssen Messergebnisse aber so genau und
verlässlich wie möglich sein. Nur dann sind sie aussagekräftig, könnten in
Klimamodelle einfließen und die Grundlage für politische Entscheidungen
bilden. „Daher war unser Ziel, die von Ozeanografen verwendete Methode zur
pH-Wert-Messung mit derjenigen zu verzahnen, die bei uns im Labor extrem
genaue Ergebnisse liefert“, ergänzt sein Kollegen Dr. Frank Bastkowski.
Gemeinsam mit weiteren europäischen Forscherinnen und Forschern ist ihm
das nun im Forschungsprojekt SapHTies (siehe Infokasten) gelungen.

„Wir wollen den Ozeanografen genau das ermöglichen, was sie brauchen:
qualitativ hochwertige und abgesicherte Daten über den Zustand der Meere“,
erklärt Bastkowski. Genau das fordern auch die UN-Agenda 2030 sowie
europäische Rechtsvorschriften. Damit Daten aussagekräftig sind, müssen
sie vergleichbar sein – auch wenn sie mit unterschiedlichen Geräten in
unterschiedlichen Meeren bei wechselnden Umweltbedingungen stattfinden.
Das gelingt, indem man alle Messungen mit einem einheitlichen,
bestmöglichen Standard vergleicht.

Aufgrund praktischer Überlegungen haben sich für Messungen im Ozean vor
allem spektrophotometrische Messmethoden durchgesetzt.  Vereinfacht gesagt
funktionieren sie so, wie man es noch aus der Schule kennt:
Indikatorfarbstoffe bzw. ihr Farbwechsel zeigen an, wie sauer oder basisch
eine Flüssigkeit ist. Jedoch lässt sich der pH-Wert viel genauer mit einer
anderen Messapparatur bestimmen – und die steht in der PTB: Diese
Messapparatur zur elektrochemischen Messung des pH-Werts enthält
sogenannte Harned-Zellen, handgefertige komplexe Glaskolben, die mit exakt
temperiertem künstlichem Meerwasser gefüllt sind. Damit kann der pH-Wert
des Meerwassers genau gemessen werden.

Und wie lassen sich diese beiden Methoden nun miteinander verzahnen? Dazu
sagt Frank Bastkowski:“ Denkbar wäre, dass die PTB Proben von
synthetischem Meerwasser bereit stellt, dessen pH-Wert von unserer
Apparatur gemessen wurde und deshalb exakt bekannt ist. Anwender könnten
ihre spektrophotometrischen Messeinrichtungen dann mit unseren Proben
kalibrieren, um ihre eigenen Messungen durchführen.“

Während die Ergebnisse des SapHTies-Projekts nun in eine internationale
Norm zur Messung des pH-Werts in Ozeanen einfließen, wenden sich
Bastkowski und seine europäischen Forscherkollegen und -kolleginnen
bereits neuen Aufgaben zu. Denn längst sind noch nicht alle
Wechselwirkungen zwischen dem atmosphärischen CO2 mit den Ozeanen bekannt.
Um sie zu verstehen, müssen noch weitere Messverfahren auf eine
einheitliche Basis gestellt werden.

Gut zu wissen 1: Versauerung der Meere

Ozeane sind die blauen Lungen unseres Planeten: Sie entziehen der Luft
große Mengen an Kohlendioxid. Ohne diesen natürlichen Speicher wäre die
Kohlendioxidkonzentration in der Luft heute sehr viel höher und es wäre
auf der Erde um einiges wärmer. Doch je mehr CO2 sich in der Atmosphäre
befindet, desto mehr löst sich im Meerwasser und verändert seine chemische
Zusammensetzung. Er wird – zwar nur leicht, aber messbar – saurer. Mit
erheblichen Konsequenzen für seine Bewohner. Nicht nur Fischlarven und
kalkbildende Organismen wie Korallen und Muscheln nehmen Schaden, sondern
auch Kalkalgen, die einen wichtigen Beitrag im marinen
Kohlenstoffkreislauf bilden. So kann die Funktion der Meere als
Kohlenstoffspeicher geschwächt werden.

Gut zu wissen 2: Keine verlässliche pH-Wert-Messung ohne Rückführung!

Wenn Messwissenschaftler im Freundeskreis von Rückführung erzählen, ernten
sie meist ratlose Blicke. Dabei ist Rückführung einer der
Schlüsselbegriffe in der Metrologie, der Wissenschaft vom Messen. Erst
durch Rückführung lassen sich verschiedene Messergebnisse, die womöglich
mit ganz unterschiedlichen Methoden an unterschiedlichen Orten ermittelt
wurden, miteinander vergleichen. Für die Rückführung braucht man eine Art
Goldstandard. Im Bereich der pH-Wert-Messung ist das die Messapparatur zur
elektrochemischen Messung des pH-Werts in der PTB. Kein Gerät oder
Verfahren kann es besser. Nun müssen sich die in der Praxis angewendeten
Verfahren mit diesem Goldstandard vergleichen lassen: Inwieweit weicht ihr
Ergebnis davon ab? Um diese Abweichung müssen ihre Messwerte dann
korrigiert werden. Alle Verfahren, die sich auf diese Weise mit dem
Standardverfahren abgleichen, gelten als rückgeführt und sind miteinander
vergleichbar und aussagekräftig.

Gut zu wissen 3:  Forschungsprojekt SapHTies

Aufgrund seines Salzgehalts wird im Meer nicht der reine pH-Wert gemessen,
sondern der pHT-Wert. Er berücksichtigt neben freien Wasserstoff- auch die
Hydrogensulfationen (in diesem Beitrag schreiben wir für ein leichteres
Verständnis trotzdem immer „pH-Wert“). Meist wird mit optischen Methoden
gemessen. Allerdings war bislang weder die Rückführung der pHT-Messwerte
auf eine akzeptierte metrologische Referenz geklärt, noch konnten die
zugehörigen Messunsicherheiten angegeben werden. Beides wird aber von
verschieden internationalen Normen gefordert.  Das im April 2024
abgeschlossene EMPIR-Projekts SApHTIES bietet nun die Basis für normative
Regeln.

Am europäischen Forschungsprojekt SapHTies sind neben zwei
ozeanografischen Instituten auch Metrologieinstitute aus fünf Ländern
beteiligt. Es findet unter dem Dach von EMPIR statt, dem Europäisches
Metrologieprogramm für Innovation und Forschung. Der Originaltitel lautet:
Metrology for standardised seawater pHT measurements in support of
international and European climate srategies.

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Research-to-Policy“-Dialog: Plastikverschmutzung, Klimawandel und Antimikrobielle Resistenzen

Öffentliche Veranstaltung mit Expertenvorträgen und Podiumsdiskussion an
der Universität Heidelberg
Mit dem Thema Mikroplastikverschmutzung, Klimawandel und Antimikrobielle
Resistenzen befasst sich ein „Research-to-Policy“-Event, das am 5. Juni
2024 an der Universität Heidelberg stattfindet. Die öffentliche
Veranstaltung, die die Brücke schlagen will zwischen Forschung und
Politik, befasst sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen diesen
Faktoren und ihren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Unter der
Leitung von Prof. Dr. Joacim Rocklöv laden dazu Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des Climate-Sensitive Infectious Diseases Lab (CSIDlab)
ein. Auf dem Programm stehen Expertenvorträge und eine Podiumsdiskussion,
an der Akteure von Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreterinnen und
Vertreter aus Wissenschaft und Politik mitwirken werden.

Der „Research-to-Policy Dialogue on Plastic Pollution, Climate Change and
Antimicrobial Resistance“ ist eine Veranstaltung im Rahmen des von der
Europäischen Union geförderten Forschungsprojekts TULIP. Es wird von Prof.
Rocklöv und Dr. Marina Treskova geleitet und ist am Heidelberger Institut
für Global Health und am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches
Rechnen angesiedelt. Im Mittelpunkt stehen dabei Plastikverschmutzung und
Klimawandel als treibende Faktoren für die Ausbreitung von
Antimikrobiellen Resistenzen in der Umwelt. An dem Projekt beteiligt sind
elf Partner weltweit, darunter das Research Institute for Tropical
Medicine im philippinischen Gesundheitsministerium. Hinzu kommen
Expertinnen und Experten aus Universitäten und Forschungseinrichtungen,
außeruniversitäre Partner, kleine und mittlere Unternehmen sowie
Nichtregierungsorganisationen.

Die Veranstaltung eröffnet mit einem Grußwort Prof. Dr. Karin Schumacher,
Prorektorin für Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit der Universität
Heidelberg. Es folgt eine Videobotschaft von Prof. Dr. Philip J.
Landrigan, Direktor des Global Public Health Program and Global Pollution
Observatory am Boston College (USA), sowie ein Impulsvortrag von Prof.
Rocklöv zu den Inhalten und Zielen des TULIP-Projekts. Die anschließenden
Expertenvorträge bieten einen Überblick über die Auswirkungen von
Plastikverschmutzung, Antimikrobiellen Resistenzen und Klimawandel auf die
Gesundheit von Menschen und Ökosystemen. Dabei wird es auch um
Wissenslücken gehen, die noch geschlossen werden müssen. Im Anschluss
beantworten die Referentinnen und Referenten Fragen aus dem Publikum. Die
Veranstaltung endet nach einer Pause mit einer Podiumsdiskussion zu
Lösungsansätzen aus Politik und Zivilgesellschaft, die zur Bewältigung
dieser globalen Herausforderung beitragen können.

Der „Research-to-Policy Dialogue on Plastic Pollution, Climate Change and
Antimicrobial Resistance“ findet am 5. Juni in der Aula der Alten
Universität statt. Die öffentliche, auf Englisch durchgeführte
Veranstaltung beginnt um 9.00 Uhr und endet um 13.00 Uhr. Die Teilnahme
ist sowohl in Präsenz als auch online per Livestream möglich. Für beides
ist eine Anmeldung erforderlich unter https://check-in.uni-
heidelberg.de/heiinnovation/tulip.

Hinweis an die Redaktionen:
Vertreter der Medien sind zur Teilnahme und Berichterstattung an dem
„Research-to-Policy“-Event am 5. Juni herzlich eingeladen. Dies ist sowohl
in Präsenz als auch per Livestream möglich. Dafür ist eine Anmeldung bis
zum 4. Juni per Mail an uliana.kachnova@uni-heidelberg.de erforderlich.

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