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9. Berlin Science Week 2024 ruft zur Teilnahme auf

Bis zum 31. Juli können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
Forschungsinstitutionen, Universitäten, NGOs sowie Kunstprojekte oder
Kunstschaffende, die sich mit Wissenschaft, Technologie und Innovation
beschäftigen, ihre Programmvorschläge für die Berlin Science Week 2024
einreichen. Mit dem Jahresthema 'Common Ground' thematisiert das Festival
die verbindende Rolle der Wissenschaft bei der Schaffung empirischer
Grundlagen zur Diskussion der großen Themen unserer Zeit.

Neben der Einreichung selbstorganisierter dezentraler Events bieten erneut
die zwei Festivalstandorte Museum für Naturkunde und Holzmarkt 25
interessierten Partnereinrichtungen vielfältige Teilnahmemöglichkeiten zur
Umsetzung eigener Formate. Am 1. und 2. November wird im Museum für
Naturkunde das Festivalzentrum CAMPUS seine Türen öffnen. Das Programm des
Festivalzentrums Science & Culture FORUM vom 3. bis 10. November im
Holzmarkt 25 fokussiert auf das Zusammenspiel zwischen Kunst, Wissenschaft
& Kultur. Erstmals bietet die Berlin Science Week auch die Möglichkeit
sich für das kuratierte, auf Einladung gestaltete Programm am 9.-10.
November im Festivalzentrum FORUM am Holzmarkt 25 zu bewerben. Das finale
Festivalprogramm wird Ende September veröffentlicht. Das Festival wird
zwischen dem 1. und 10. November 2024 in Berlin und online stattfinden.
Mehr zu Berlin Science Week unter berlinscienceweek.com/de/

Das internationale Festival Berlin Science Week lädt Forschende,
Institutionen, NGOs und Künstler dazu ein, ihre Programm- und
Eventvorschläge zum Thema Wissenschaft, Technologie und Innovation
einzureichen. Das Anmeldeverfahren startet am 1. Juni und ist bis zum 31.
Juli offen unter www.berlinscienceweek.com/get-involved. Begrüßt werden
insbesondere transdiziplinäre und interaktive, dialog-basierte Ansätze und
Veranstaltungsformate, die selbst oder im Verbund mit Partnern aus
nationalen oder internationalen Forschungseinrichtungen, Stiftungen,
Museen, Vereinen und zivilgesell-schaftlichen Organisationen, Science
Engagement Initiativen und Unternehmen entwickelt und veranstaltet werden.
Das Festival findet jährlich vom 1. bis 10. November 2024 statt und
fördert offene Diskursräume und den interdisziplinären Austausch über
wissenschaftliche Ideen und ihre gesellschaftliche Bedeutung. Erstmals
wird es neben dezentralen Veranstaltungen in ganz Berlin und den
Partnerprogrammen an den zwei Festivalstandorten auch ein kuratiertes
Eigenprogramm am 9. und 10. November geben. Die Veranstaltungsformate
umfassen eine Vielfalt von Diskursangeboten – von Workshops und Debatten
bis zu Kunstinterventionen und multimedialen Ausstellungen.

Im Wissenschaftsjahr 2024 – Freiheit stehen die beiden Festivalzentren,
CAMPUS im Museum für Naturkunde Berlin und FORUM am Holzmarkt 25 unter dem
Jahresthema 'Common Ground' (Gemeinsamkeit). „In einer zunehmend
polarisierten Gesellschaft wollen wir mit dem diesjährigen Jahresthema
Common Ground das Bewusstsein schärfen für die bedeutende Rolle der
Wissenschaft bei der Schaffung allgemein akzeptierter empirischer
Grundlagen zur Diskussion der großen Fragen unserer Zeit“, sagt Christian
Rauch, Festivalleiter der Berlin Science Week. An den zahlreichen
Veranstaltungsorten in der ganzen Stadt sowie durch interaktive Online-
Events fördert die Berlin Science Week als lebendige Platt-form den
öffentlichen Austausch über Themen aus Wissenschaft und Forschung sowie
deren Rolle für eine bessere Zukunft für alle. Am 1. und 2. November wird
im Museum für Naturkunde das Festivalzentrum CAMPUS seine Türen öffnen.
„Wir wollen gemeinsam Wissenschaft feiern, für Natur und Forschung
begeistern, miteinander ins Gespräch kommen und die Zukunft gestalten.
Deshalb freuen wir uns, bereits seit vielen Jahren die Berlin Science Week
als Partner und den Campus im Berliner Naturkundemuseum zu haben!“,
erläutert Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Na-turkunde
Berlin. Ein Teil des Festivalprogramms thematisiert das Zusammenspiel
zwischen Kunst, Wissenschaft & Kul-tur und findet im Kulturzentrum
Holzmarkt 25 statt. Juval Dietziger, Geschäftsführer des Holzmarkt 25,
sagt: „Wir sind stolz darauf, mit der Falling Walls Foundation
zusammenzuarbeiten, um Räume für Wissenschafts-kommunikation zu schaffen,
die das aktive Engagement fördern und experimentelle Formate ermöglichen.
Einer der Leitgedanken unseres Stadtentwicklungsansatzes ist es, Menschen
mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen, um gemeinsam Neues
auszuprobieren. Gerade die Verbindung von Kreativität und Wissenschaft
über traditionelle Grenzen hinweg passt daher zu unkonventionellen Orten
wie dem Holzmarkt."

Über die Webseite www.berlinscienceweek.com/get-involved können sich
Personen und Einrichtungen, die an der Einreichung von
Veranstaltungsformaten für das Festival interessiert sind zu den
Teilnahmebedingungen informieren und dort ab 1. Juni ihre Programm- und
Eventvorschläge registrieren. Die Berlin Science Week fördert zusätzlich
zum Austausch über Wissenschaft und Gesellschaft hinaus auch den Dialog
von Forschenden untereinander sowie zwischen Forschungseinrichtungen und
-disziplinen und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft -
und wird so ganzjährig zu einer lebendigen Networking-Plattform. Hierzu
unterstützt die Berlin Science Week die teilnehmenden Organisationen mit
einer das Festival vorbereitenden Veranstaltungsreihe mit Vernetzungs- und
Fortbildungsangeboten. Hierbei wird auch der wechselseitige Austausch
verstärkt, den die Berlin Science Week im Bereich der forschungsbasierte
Gründerszene, der Stadtentwicklung im Wissenschaftssektor sowie der
Kultur- und Kreativwirtschaft pflegt. Fragen zur Teilnahme be-antwortet
das Team der Berlin Science Week unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Das
finale Festivalprogramm wird Ende September veröffentlicht. Mehr zu Berlin
Science Week unter berlinscienceweek.com/de/

Über die Berlin Science Week
Die Berlin Science Week ist ein 10-tägiges internationales Festival, das
jährlich vom 1. bis 10. November stattfindet und die innovativsten
wissenschaftlichen Organisationen der Welt in Berlin und online
zusammenbringt. Das Ziel des Festivals ist es, Wissenschaft zu feiern und
einen offenen und interdisziplinären Austausch von Ideen und Wissen zu
ermöglichen. Mit etwa 30.000 Teilnehmenden pro Jahr ist sie eine der
größten Wissenschaftsveranstaltungen. Die Durchführung der Berlin Science
Week erfolgt mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft,
Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und Berlin Partner für Wirtschaft
und Technologie. Die Koordination wird durch die gemeinnützige Falling
Walls Foundation übernommen.
berlinscienceweek.com falling-walls.com

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Ein Zeichen der Hoffnung setzen: Das Odessa Classics Festival feiert sein 10. Jubiläum

2024 findet das Odessa Classics Festival zum
zehnten Mal statt und trägt den Namen
Odessas, der „Perle am Schwarzen Meer“ , in
die Welt. Das ist Grund zum Feiern, auch wenn
das Festival nun schon zum dritten Mal im Exil
begangen wird – unter schwierigsten
Bedingungen, an unterschiedlichen Orten in
sechs verschiedenen Ländern Europas, mit
Stationen in Vilnius (28. März), Zürich (4.–9.
April), Luzern (25. Juni), Bonn (21. August)
und Bremen (24.–29. September) sowie in
Gent (12. September). Seit seiner Gründung
2015 ist das Odessa Classics Festival Anziehungspunkt für international e Ensembles und Stars der
klassischen Musik. In diesem Jahr sind u. a. das Staatliche Sinfonieorchester Litauen, das Odessa
Festival Orchestra, der Bremer RathsChor, das „NICO“ Ensemble und Solisten wie Janusz
Wawrowski und Evgeny Kissin mit von der Partie.
Der weltbekannte Pianist Alexey Botvinov gründete das Festival 2015 in seiner Heimatstadt Odessa, wo es sich
schnell als erstklassiges internationales Musikfestival mit großer Anziehungskraft für Künstlerinnen und Künstler
verschiedenster Länder etablierte. Die einzigartige offene und mediterrane Atmosphäre des Festivals lockte Jahr
für Jahr im Juni Musikliebhaber aus der ganzen Welt und insbesondere viele junge Menschen an. Open-Air-Events
an der berühmten Potemkinschen Treppe, Konzerte in dem herrlichen Opernhaus und im Konzertsaal der
Philharmonie Odessa, Meisterklassen, Auftragskompositionen für zeitgenössische Komponisten und die zahlreichen
Querverbindungen zu Tanz, Literatur und bildender Kunst gehörten zu den vielen Attraktionen des Festivals und
boten ein buntes Kaleidoskop an Veranstaltungen und ein facettenreiches Programm.
Als Folge des Krieges ist es seit 2022 nicht mehr möglich, das Festival
in Odessa auszutragen. „Ich hatte nie die Absicht, meine geliebte
Heimatstadt Odessa zu verlassen“, sagt Alexey Botvinov. „Aber der
Krieg hat alles verändert, meine Familie und das Odessa Classics
Festival sind jetzt im Exil. Ich glaube, dass das Fortführen des Festivals
in verschiedenen europäischen Ländern wirklich wichtig ist, für das
europäische Publikum ebenso wie für die Ukrainer, die jetzt weit weg
von ihrem Zuhause leben. Jedes Konzert von Odessa Classics ist eine
Erinnerung an die Tatsache, dass der Krieg weitergeht und die
Ukraine Hilfe braucht.“
ODESSA Classics – ein Festival im Exil
Bereits 2022 ist es dem Odessa Classics Festival gelungen, eine neue Heimat in Europa zu finden. In den
vergangenen zwei Jahren fanden 35 Konzerte in sechs europäischen Ländern statt, in Estland und Litauen, in
Griechenland und in der Schweiz, in Deutschland und Polen. „In Odessa war das Festival ein riesiges Event, aber
jetzt versuchen wir Wege zu finden, es in einem anderen Kontext besonders zu machen“, sagt Alexey Botvinov. Das
gilt natürlich insbesondere für die Jubiläumsausgabe des Festivals im Jahr 2024. Bereits im März wurde das
diesjährige Festival im litauischen Vilnius eröffnet mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Litauen und dem Choras
Vilnius unter der Leitung von Modestas Pitrėnas und mit Alexey Botvinov am Klavier. Im April folgten Konzerte in
Zürich, wobei sich das „NICO“ Ensemble – das New Ideas Chamber Orchestra aus Vilnius – am 4. April zu dem
Staatlichen Sinfonieorchester Litauen gesellte, sie interpretierten in der Tonhalle Zürich u. a. Werke des litauischen

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Gegenwartskomponisten Gedimias Gelgotas. In einem Kammerkonzert am 7. April musizierte der junge ukrainische
Pianist Roman Fediurko zusammen mit der jungen Schweizer Nachwuchs-Geigerin Ilva Eigus, und am 9. April gab
der polnische Geiger Janusz Wawrowski einen Sonatenabend zusammen mit Alexey Botvinov. Am 10. Juni wird
Alexey Botvinov im estnischen Tallinn zusammen mit jungen ukrainischen und estnischen Musikern Kammermusik
des ukrainischen Komponisten Walentyn Sylwestrow aufführen, und am 25. Juni gibt Evgeny Kissin ein Recital in
Luzern. Am 12. September wird das abschließende Konzert beim Flanders Festival Ghent stattfinden.
ODESSA Classics in Deutschland
Zuvor kommt das Odessa Classics Festival nach Deutschland: Am 21. August trifft Alexey Botvinov seinen
deutschen Kollegen, den Pianisten Sebastian Knauer, bei einem Konzert im Beethoven-Haus in Bonn. Am 24.
September bestreitet Alexey Botvinov ein Kammerkonzert im Sendesaal Bremen mit dem Ensemble „ArteHatta“.
Die junge zwölfköpfige Formation stammt ursprünglich aus Kiew, jetzt leben die Mitglieder größtenteils im Exil,
verstreut über Europa, in Tallinn, in Graz und in Deutschland. Ein Recital für Violine und Klavier folgt am 26.
September im Bremer Sendesaal und führt Alexey Bovinov mit dem polnischen Geiger Janucz Wawrowski
zusammen, der die „Polonia“-Stradivari von 1685 spielt. Am 29. September konzertiert Alexey Botvinov mit dem
Odessa Classics Festival Orchestra in der Bremer Glocke. Als renommierter Spezialist für die Musik Rachmaninows
spielt Alexey Botvinov dessen zweites Klavierkonzert, und gemeinsam mit dem Bremer RathsChor wird das Odessa
Classics Festival Orchestra Chorwerke von Brahms präsentieren. Gesangssolistin des Abends ist die vielseitige
Altistin Wiebke Lehmkuhl.
Es waren bereits bewegte und schwierige Zeiten für die Ukraine, als Alexey Botvinov das Odessa Classics Festival
2015 gründete – kurze Zeit nachdem Russland im März 2014 die Krim annektiert hatte. Mit viel Mut und
Enthusiasmus setzte Alexey Botvinov ein Zeichen, und das Festival entwickelte sich zu einem einzigartigen Ort der
Begegnung und der Gastfreundschaft und offenbarte die Bedeutung Odessas und der Ukraine für die Welt der
klassischen Musik. Hoffnung strahlt das Odessa Classics Festival auch und gerade im Exil aus, auch wenn es unter
schwierigsten Bedingungen organisiert und durchgeführt wird. Für Alexey Botvinov geht es darum, in den
unterschiedlichen Ländern Europas die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein für den Konflikt in der Ukraine
aufrechtzuerhalten. „Irgendwie müssen wir die Menschen im Westen wecken, die genug davon haben, vom Krieg zu
hören, und ihr Interesse wachhalten“, so Alexey Botvinov. „Und wir möchten ukrainischen Musikern im Exil eine
Plattform bieten.“ Als nächster Schritt ist geplant, das Odessa Classics Festival in weitere europäische Hauptstädte
zu bringen, um die Strahlkraft des Festivals noch zu verstärken.

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Diversität für erfolgreiche Forschung und Innovation

Am 28.05.2024 ist Deutscher Diversity-Tag. Geschlecht, Alter, Herkunft,
Kultur, Einkommen, sexuelle Orientierung, Interessenslagen, Fähigkeiten
oder Bildungsstand: Vielfalt hat zahlreiche, sich überschneidende
Dimensionen. Die jüngere Innovationsforschung richtet ihren Blick auf die
verschiedenen Dimensionen, die während und sogar vor der Entwicklung der
Innovation berücksichtigt werden sollen. Das Fraunhofer ISI forscht nicht
nur in heterogenen Teams, sondern macht Diversität selbst zum
Untersuchungsgegensand. Diversität ist ein Thema, welches über alle
Forschungsfragen und -prozesse hinweg hinterfragt werden soll.

Die hohe Bedeutung heterogener Teams für Forschung und Innovation ist seit
Jahren bekannt. In zahlreichen Analysen konnte belegt werden, dass mit
steigender Diversität der Forschenden auch die Innovationsfähigkeit
steigt. Während sich das klassische Forschungsinteresse auf die Analyse
von Ungleichheiten in Forschung und Innovation konzentrierte, insbesondere
in den MINT-Bereichen, richtet sich der Fokus jüngerer
Innovationsforschung verstärkt auch auf die Fragen nach der Diversität der
Forschungsthemen selbst und nach deren spezifischen Fragestellungen.

Etwa innerhalb der Transitionsforschung – also der Untersuchung des Umbaus
des Energiesystems, der Mobilität oder auch der Produktionsprozesse –
birgt eine Verschiebung der Blickwinkel enorme Potenziale. Um erfolgreiche
und gerechte Transition zu erreichen, müssen die Forschenden die
unterschiedlichen Diversitätsdimensionen wie Geschlecht, Einkommen und
geografische Lage sowie deren Überschneidungen schon bei der Entwicklung
der Forschungsfrage berücksichtigen. »Derzeit ist die Transitionsforschung
in einigen Aspekten divers, aber es fehlt ein breiterer Rahmen hierfür und
es gibt noch viel Potenzial, zum Beispiel in der Forschung zur
Energiewende. Daher sind Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion Themen,
die wir in Forschungsfragen angehen und mit denen wir bestehende Prozesse
hinterfragen«, so Dr. Sabine Preuß, Projektleiterin im Competence Center
Energiepolitik und Energiemärkte und zugleich Beauftragte für
Chancengleichheit am Fraunhofer ISI.

Geschlechtsbezogene Daten
Ein beispielhaftes Forschungsobjekt in diesem Sinne sind die Arbeiten zu
Gendering von Forschungs- und Innovationsdatensätzen, an welchen
Wissenschaftler:innen mehrerer Competence Center des Fraunhofer ISI
beteiligt sind.

Die Forschenden analysieren nicht nur die weiterhin bestehende
Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Wissenschaft, sondern die
über die Unterrepräsentation von Frauen weit hinausreichenden
Auswirkungen. »Die geschlechtsspezifische Voreingenommenheit wirkt sich
darauf aus, wie Forschungskarrieren aufgebaut werden oder auch welche
Themen und wessen Bedürfnisse in Forschung und Innovation behandelt
werden. Ein Problem etwa ist das Fortbestehen fest verwurzelter
Geschlechterstereotypen, geschlechtsspezifischer Rollen und Erwartungen im
Umfeld von Forschung und Innovation«, so Dr. Maria Karaulova,
Wissenschaftlerin im Competence Center Innovations- und Wissensökonomie
des Fraunhofer ISI. Die geschlechtsblinden Flecken blieben in bisherigen
Datenauswertungen oft unbemerkt, beeinflussen jedoch alle Aspekte von
Forschungs- und Innovationsprozessen; von der Frage, wer innovieren darf,
bis hin zu der Frage, wer von Innovationen profitiert. Die Analyse
geschlechtsblinder, geschlechtssensibler oder auch geschlechtsspezifischer
Datensätze hat daher vielfache Implikationen. Die Möglichkeit,
Überlegungen darüber anzustellen, was ein Datensatz tatsächlich zeigt –
beziehungsweise nicht zeigt – bieten erst geschlechtstransformative
Datensätze. Sie schaffen die Grundlage für Analysen, die das Potenzial
haben, die Gleichstellung der Geschlechter voranzubringen. Solche Analysen
waren in früheren Datenrahmen nicht durchführbar.

Einen Beitrag dazu, das Wissenschafts- und Innovationssystem weiter zu
stärken und die Potenziale von Frauen noch besser zu nutzen, leistet
beispielsweise das Horizon Europe-Projekt INSPIRE, an welchem das
Fraunhofer ISI beteiligt ist. INSPIRE ist ein nachhaltiges
Exzellenzzentrum mit besonderem Schwerpunkt auf integrativen
Gleichstellungsplänen. Es bringt Spitzenwissen, ehrgeizige politische
Ansätze und innovative Praktiken zusammen, um Akteurinnen und Akteuren die
Möglichkeit zu geben, mit Institutionen und politischen
Entscheidungsträger:innen in Kontakt zu treten.

Gleichstellung in der Wissenschaft
Eine verstärkte Sensibilisierung für Gleichstellung und Diversität bringt
eine neue Perspektive. Zugleich sollte aber auch der Fokus auf die
klassische Fragestellung nach der Ungleichstellung nicht aus den Augen
verloren werden, etwa hinsichtlich der Gleichstellung der Geschlechter.
Obwohl das deutsche Forschungs- und Innovationssystem über substanzielle
Forschungs- und Innovationskapazitäten verfügt, ist es seit langem dadurch
charakterisiert, dass die Beteiligung von Frauen im europäischen Vergleich
unterdurchschnittlich ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Hier
spielen strukturelle Aspekte und existierende Stereotype eine Rolle. Auch
der 2006 geschlossene Pakt für Forschung und Innovation zwischen den
großen Forschungsorganisationen und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
(GWK) konnte bis dato wenig daran ändern. Hinsichtlich des Frauenanteils
in der Wissenschaft steht Deutschland im internationalen Vergleich eher am
unteren Ende des Rankings. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen
erreichen hier immerhin vergleichsweise gute Werte. Erfreulich ist die
Entwicklung der Indikatoren, die einen ansteigenden Trend aufzeigt.

Das Fraunhofer ISI forscht nicht nur zu Diversität, sondern ist selbst
auch divers. Der Anteil von Frauen und Männern im Institut hält sich etwa
die Waage. Unsere Teams sind international aufgestellt und ausgerichtet.
Mehr als 15 Prozent unserer Mitarbeiter:innen haben einen ausländischen
Pass. Die Hälfte davon stammt aus dem europäischen Ausland, die andere
Hälfte nahezu zu gleichen Teilen aus Asien und den beiden amerikanischen
Kontinenten.

Wir arbeiten am Fraunhofer ISI stetig daran, die Innovationsfähigkeit und
Performance von Organisationen, Unternehmen oder ganzen Volkswirtschaften
voranzubringen, Gender- und Diversitätsdimensionen abzubilden und auch
daran, die eigenen Teams weiterhin divers zu gestalten. Forschung und
Innovation brauchen Diversität.

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HfK-Ausstellung in der Alten Pathologie

Transformative Dialoge zwischen Kunst, Design und Technologie, 29. Mai bis
2. Juni.

Die Ausstellung „Studies of Change“, also Studien des Wandels, zeigt
Arbeiten von 26 Künstlerinnen und Künstlern der Hochschule für Künste
Bremen. Sie verknüpfen in ihren Werken Kunst mit technologischen,
sozialen, ökologischen und politischen Fragestellungen. Vom 29. Mai bis
zum 2. Juni 2024 findet die Ausstellung in der Alten Pathologie Am
Schwarzen Meer statt. Einem Ort, der selbst im Wandel begriffen ist. Der
Eintritt ist frei.

Über 100 Jahre war in der Alte Pathologie Am Schwarzen Meer der Tot
allgegenwärtig – bis 2022 die Türen geschlossen wurden. Die AP Baustein
Alpha GmbH (AP) hat das Gebäude im März 2024 gekauft. Das ehemalige
Leichenschauhaus soll zu einem Quartierszentrum entwickelt werden. Der
Arbeitstitel „Villa Kunterbunt“ lässt auf viel Raum für Kreativität und
Kultur schließen. „Studies of Change“ ist die erste Ausstellung, die in
dem Gebäude seit dem Verkauf stattfindet.

Auf dem früheren Grundstück des Klinikums Bremen-Mitte entsteht mit dem
Hulsberg-Viertel ein neues Quartier, dessen Entwicklung unweigerlich mit
der zukünftigen Nutzung dieses besonderen Ortes zusammenhängt.

„Unsere künstlerischen Impulse sollen einen Beitrag dazu leisten, die Alte
Pathologie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Die Ausstellung
markiert in diesem Sinne einen Schritt zur Integration des Gebäudes in das
urbane Gefüge des neuen Hulsberg-Viertels“, so Slava Romanov, einer der
Ausstellenden.

Romanov ist Masterstudent an der Hochschule für Künste Bremen. Die
ausgestellten Medienkunstwerke wurden im Rahmen des Studiengangs Digitale
Medien, begleitet von Professor Ralf Baecker, entwickelt. Von Licht
angetriebene Roboter, ein mechanisches Orchester, das Echtzeitdaten von
Rohstoffmärkten interpretiert, physische und phänomenologische
Untersuchungen der Stimme, sowie Befragungen von eingebetteten Vektoren in
der KI und Spekulationen über Zeit und rechnergestützte Wahrnehmungen sind
nur einige Beispiele der Arbeiten. Die Exponate werden aufsehenerregend in
dem scheinbar leeren Gebäude platziert, das noch immer sichtbare Spuren
der Vergangenheit trägt.

„Der Ort, an dem einst das Studium der Lebenszyklen im Vordergrund stand,
dient im Rahmen der Ausstellung der Erforschung des Lebens in seiner
Gesamtheit“, sagt Romanov. Auf den ersten Blick möge es so aussehen, als
gäbe es kaum eine Verbindung zwischen den Objekten und dem Ort, an dem sie
sich befinden. Wer genauer hinsehe, könne jedoch die Verknüpfungen
erkennen. Alles sei organisch miteinander verbunden.

„So wie Leben und Tod untrennbar miteinander verbunden sind, nimmt jedes
Werk den Wandel als Unterschied zwischen den Zuständen vorweg. Die
Prozesse werden zum Schlüssel, der es erlaubt, sich auf die pure
Wahrnehmung zu konzentrieren und Interpretationen zweitrangig werden lässt
“, ergänzt HfK-Studentin Alevtina Senyk, die ebenfalls an der Ausstellung
beteiligt ist.

Kooperation mit der ZwischenZeitZentrale Bremen, und der
Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. (GEG)

Das Projekt wird von der Hochschule für Künste Bremen, der
ZwischenZeitZentrale Bremen, und der Grundstücksentwicklung Klinikum
Bremen-Mitte GmbH & Co. (GEG) unterstützt.

Florian Kommer, Geschäftsführer der GEG, über die Bedeutung der HfK-
Ausstellung:

„Die künstlerische und intellektuelle Beschäftigung der Student:innen mit
ihren Arbeiten und dem Ausstellungsort berührt mich in besonderer Weise.
Nicht nur in der Pathologie, auch auf dem gesamten Stadtentwicklungsgebiet
Neues Hulsberg-Viertel ist der Wandel sichtbar – ein Wandel, der sehr
anstrengend sein und verstören kann, ein Wandel, der hoffen lässt und der
manchmal auch richtig schön ist. Schön, dass die Pathologie als
Ausstellungsort genutzt wird!“

Daniel Schnier von der ZwischenZeitZentrale Bremen:

„Die ZwischenZeitZentrale Bremen, bekannt für ihre innovativen Ansätze zur
Zwischennutzung verwaister Orte, freut sich sehr über diese Gelegenheit,
dem verlassenen Ort, der Alten Pathologie, neues Leben einzuhauchen. Auch
wenn die Zukunft des Gebäudes als Quartierszentrum noch ungewiss ist,
bietet die Ausstellung (studies of CHANGE) einen Vorgeschmack auf das
Potenzial, das in den Mauern schlummert.

Ideen werden geboren, Visionen entworfen, und die Gemeinschaft spürt, dass
dieser Ort mehr ist, als nur ein Relikt der Vergangenheit. Die Hochschule
für Künste mit ihren diversen Studierenden erschaffen hier einen Raum, der
nicht nur die Augen der Betrachter:innen, sondern auch die Herzen der
Bewohner:innen öffnen wird.

Möge dieser Moment der Kunst und Inspiration ein Vorbote für eine Zukunft
sein, in der dieser Ort seine Tore weit für die Gemeinschaft im Quartier
öffnet und zu einem wahren Zentrum des Lebens und der Kreativität und der
Demokratie wird. Wir freuen uns von ganzem Herzen! Danke!“

Beteiligt an der Ausstellung sind

Timm Albers
Zenobio de Almeida
Ygor Anario
Alina Bardavid
Miguel Chaparro
Youngji Cho
Haram Choi
Vanessa Ehmann
Alberto Harres
Clemens Hornemann
Hsun Hsiang Hsu
Uladzislau Karotki
Sangbong Lee
Ziyi Li
Juan Luque
Aleksandra Mitrovic
Alethia Pinzón Rodríguez
Milton Raggi
Slava Romanov
Nicolás Sánchez Noa
Francesco Scheffczyk
Rafael Soto Acebal
Katja Striedelmeyer
Julia Vollmer
Donghan Wang
Zhimin Wang
Jiawen Yao

Ausstellungsdetails

Ort:

Alte Pathologie,
Am Schwarzen Meer 134/136,
28205 Bremen

Verkehrsanbindung:

Am Hulsberg Bahnhof (Tram 2, 10), wohninvest Weserstadion (Tram 3),
Friedrich-Karl-Straße (Bus 25)

Öffnungszeiten:

Eröffnung am 29. Mai 18:00 Uhr
16:00-20:00 Uhr (30. & 31. Mai), 14:00-20:00 Uhr (1. & 2. Juni)


Über die Hochschule für Künste Bremen

Rund 1.000 Studierende aus über 50 Ländern, 59  Professor:innen, 88
Mitarbeiter:innen der Verwaltung und mehr als 150 Lehrbeauftragte machen
die Hochschule für Künste Bremen zu einem lebendigen Ort.

Die HfK ist eine Hochschule der scheinbaren Gegensätze. Sie ist regional
verankert und doch extrem international ausgerichtet. Sie erstreckt sich
über verschiedene Standorte der Stadt, die sehr unterschiedlich sind, von
klassizistisch bis schwimmend und zeitgenössisch. Sie ist Kunst- und
Musikhochschule zugleich. Dieser Kontext, der die Hochschule ausmacht, ist
von besonderer Qualität und bildet einen Rahmen, der es ermöglicht sowohl
die kollektive als auch die individuelle künstlerische Entwicklung zu
stärken.

Das Studienangebot umfasst die Freie Kunst, Integriertes Design, Digitale
Medien sowie die Künstlerische und Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung
Musik. Die HfK bietet darüber hinaus seit 2020 die Möglichkeit, im Rahmen
des künstlerisch-wissenschaftlichen PhD-Programms, insbesondere in den
Schwerpunktbereichen Integriertes Design und Digitale Medien, zu
promovieren. Durch offene Lehrveranstaltungen und gemeinsame
Prüfungsbetreuungen sowie durch die Werkstätten, Studios und thematische
Projekte werden Dialog und Zusammenarbeit gezielt gefördert. Mit rund 400
Veranstaltungen im Jahr gehört die HfK zu einer kulturellen und
gesellschaftlichen Säule der Stadt Bremen.

Die Beziehung zwischen den Mitgliedern der Hochschulgemeinschaft, ihre
vielfältigen Kooperationen, die engmaschige Betreuung sowie die
verschiedenen regionalen und internationalen Kollaborationen, tragen dazu
bei, dass die Studierenden sich zu starken individuellen Charakteren
entwickeln. So entstehen letztendlich Arbeiten, die hohe gesellschaftliche
Relevanz haben.

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