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Der Junggesellenabschied in Prag: Die Highlights der besonderen Stadt

Prag bei Nacht Foto pixabay
Prag bei Nacht Foto pixabay

Im Idealfall ist der Junggesellenabschied ein einmaliges Erlebnis, weil die anschließende Ehe für immer hält. Die Hauptstadt der Tschechischen Republik, Prag, gehört zu den beliebtesten Destinationen für JGAs in Europa – aber warum? Das hat verschiedene Gründe, die nachfolgend genauer unter die Lupe genommen werden.

Prag ist erschwinglich: Für jedes Budget geeignet 

Nicht nur die Hochzeit kostet Geld, sondern auch der JGA. Um das Budget beisammenzuhalten heißt es, zu sparen wo es nur möglich ist. Prag bietet im Vergleich zu vielen anderen Städten Europas günstige Preise und vor allem ein einladendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier können partyfreudige Gäste aus aller Welt viel erleben und zahlen weniger als zum Beispiel in Deutschland. 

Abwechslungsreich und pulsierend: In Prag ist für jeden was dabei 

Der Junggesellenabschied in Prag hat an Bedeutung zugenommen, da es hier für nahezu jeden Geschmack ein Angebot gibt. Den meisten Bräuten und Bräutigamen ist eine reine Kneipentour zu langweilig. In Prag ist das Angebot üppig, ob Frauen oder Männer, die folgende Auflistung zeigt, was zum fairen Preis möglich ist: 

  • Schießen am Schießstand
  • Touren durch die bekanntesten Brauereien 
  • Escape Rooms mit vielfältigen Themen
  • Partyboote und Bootsfahrten auf der Moldau 
  • Go-Kart, Quad-Biking und viele andere Outdoor-Erlebnisse 

Ein solches Event schweißt zusammen und führt dazu, dass die ganze JGA-Gemeinde Spaß macht. Am Abend wartet dann ein zünftiges Fest in den Kneipen, Bars und Clubs der Hauptstadt. 

Das Nachtleben in Prag ist anders als in Deutschland 

Nicht nur in Sachen Sicherheit überzeugt Prag Gäste aus aller Welt. Das öffentliche Verkehrssystem ist deutlich ausgebauter als in vielen Teilen Europas, die beliebtesten Ziele des Prager Nachtlebens sind mit Bussen, Bahnen oder kurzen Taxifahrten erreichbar. 

Herzstück sind die vielfältigen Discos und Nachtclubs, die auch den Strip-Abend möglich machen. Ob Pop, Hip-Hop, Indie oder Elektro – musikalisch werden alle Bedürfnisse abgedeckt. Frühes Ende? Nicht in Prag, hier haben die meisten Clubs bis in die Morgenstunden geöffnet, sodass sich das Frühstück im Hotel direkt an die Partynacht anschließt. 

Wer Live-Musik mag, wird in Prag immer ein Event finden. Es finden regelmäßige Auftritte statt – von kleinen Künstlern aber auch von erfahrenen Bands. Und wenn der Bräutigam oder die Braut einen Anblick fürs Leben liefern soll – bietet sich der Besuch in einer der kultigen Karaoke-Bars an. Blamage ist nach dem dritten Bier garantiert und sollte natürlich unbedingt auf Video für die Nachwelt festgehalten werden. 

Gastfreundschaft hat in Prag Tradition 

Herzlich Willkommen! In Prag haben diese Worte Gewicht, denn die Tschechische Republik gilt als äußerst gastfreundlich. Die meisten Einheimischen sprachen Englisch, sodass die Kommunikation deutlich einfacher wird. Auch in Restaurants, Hotels und Bars ist man auf Touristen eingestellt, sprachliche Barrieren sind selten. Die Offenheit der Tschechen trägt dazu bei, dass sich die Besucher willkommen fühlen. 

Man kennt es in Prag längst, dass Gruppen aus Deutschland in lustigen Outfits und manchmal sogar mit Bauchladen durch die Stadt ziehen. Es wird gelacht anstatt geschimpft – die Freunde mit den Heiratswilligen ist spürbar. 

Die Gastro-Szene Prags ist ebenfalls erfreut, wenn Gäste Spaß an der Prager Küche haben. Hier werden Sonderwünsche erfüllt und darauf geachtet, dass sich jeder Besucher wohlfühlt. Wer günstig speisen und trinken möchte, ist in Prag an der richtigen Adresse.

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FH-Absolventin gewinnt Grimme-Preis 2024 mit ihrer Bachelor-Arbeit „Haus Kummerveldt“

Deutscher Fernseh-Oscar für die Historien-Serie „Haus Kummerveldt“: Das renommierte Grimme-Institut in Marl würdigt die Produktion von FH-Dortmund-Absolventin Lotte Ruf mit einem Spezial-Preis. Die Begründung der Jury: Mitten im Historien-Trend, der von prunkvollen Inszenierungen wie der Netflix-Serie „Bridgerton“ geprägt sei, fordere die Low-Budget-Produktion „Haus Kummerveldt“ ihre Zuschauenden heraus. Kurz: „Punk statt Prunk.“

 

Die Serie spielt in der Zeit zum Ende des 19. Jahrhunderts. Luise von Kummerveldt (Milena Straube) führt das behütete Leben einer jungen Adligen. Sie will Schriftstellerin werden. Doch im deutschen Kaiserreich sind Frauen andere Rollen zugedacht und ihr Handlungsspielraum in dieser patriarchalen Gesellschaft ist enger geschnürt als das Korsett, das sie tragen müssen. Die Geschichte – erdacht von Regisseur Mark Lorei und den Autor*innen Cécil Röski und Charlotte Krafft   – ist gespickt mit schwarzem Humor und Morbidität. Produzentin der Serie ist Lotte Ruf. Zu sehen ist die erste Staffel sowohl in der Arte- wie auch in der ARD-Mediathek.

 

Die ersten drei Folgen von „Haus Kummerveldt“ sind der praktische Teil von Lotte Rufs Bachelor-Arbeit im Studiengang Film und Sound und eine Co-Produktion mit der FH Dortmund. Am Fachbereich Design in Dortmund lernte sie Regisseur Mark Lorei kennen. Er war Gasthörer an der FH nach seinem Geschichtsstudium. Gemeinsam haben beide inzwischen ihre eigene Produktionsfirma Goldstoff Filme gegründet. FH-Student Florian Pape wurde für das Sounddesign mit an Bord geholt. Mit den ersten Folgen der Serie gewann das Team bereits den Publikumspreis des First-Steps-Award, einem renommierte Nachwuchspreis der deutschen Filmakademie.

 

Die weiteren Folgen der ersten Staffel konnten Lotte Ruf und Mark Lorei gemeinsam mit Arte und dem WDR umsetzen. Seit Sommer 2023 ist „Haus Kummerveldt“ vollständig in der Arte-Mediathek abrufbar und seit Kurzem auch bei der ARD. Mit dem Grimme-Spezial-Preis 2024 in der Tasche hofft Lotte Ruf auf weitere Fortsetzungen. „Die Gespräche dazu laufen, das Drehbuch ist längst in Arbeit“, sagt die Produzentin. „Und unsere Ideen reichen mindestens noch für zwei weitere Staffeln von ‚Haus Kummerveldt‘.“

 

Diesen Ideen bescheinigt die Grimme-Jury „größte Freude am Experiment und maximale Phantasie“. „Haus Kummerveldt“ sei weniger ein Kostümdrama, sondern vielmehr die „Dekonstruktion des Kostümdramas“. Obendrein spiele die Inszenierung mitten in der münsterländischen Adelsöde die sehr gegenwärtigen Themen Klassismus und Kapitalismuskritik durch. Das Fazit der Juror*innen: „Unterfordert wird man bei diesem höchst zeitgemäßen Historienspaß nicht – das ist mehr als vorbildlich, es ist eine Freude.“

 

Die Produktion ist zudem mit dem Green-Motion-Label zertifiziert und leistet durch Einhaltung ökologischer Standards einen Beitrag zur ressourcenschonenden Film- und Fernsehproduktion. Eine Herzensangelegenheit für FH-Absolventin Lotte Ruf, die sich in ihrer Bachelor-Arbeit intensiv mit Nachhaltigkeitskriterien für die Filmindustrie beschäftigt hat. So kam bereits bei den Dreharbeiten für die ersten Folgen stromsparende Technik zum Einsatz, wurde nur an echten Orten und ohne den aufwendigen Nachbau von Kulissen im Studio gedreht. Und auch beim Catering für die Crew standen ökologische Aspekte im Fokus. „Das wir diese Arbeit auch bei den weiteren Folgen fortsetzen konnten und die Produktion zertifiziert wurde, freut mich besonders“, sagt Lotte Ruf.

 

Weitere Informationen:

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Von Agrardiesel bis Heizungswende: Wie Politik und Zivilgesellschaft Konflikte besser aushandeln können

   Zunehmende Krisen und Politikskepsis dürfen sozial-ökologische
Politikgestaltung nicht ausbremsen. Politische Akteure müssen die
Transformation mehr denn je als Gemeinschaftsaufgabe gestalten.

►       Welche Strukturen eignen sich, damit Staat und Zivilgesellschaft
gut zusammenwirken können? Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW) zieht erste Bilanz und empfiehlt Neujustierung.

►       An bestehende Formate wie die „Allianz für Transformation“ sollte
angeknüpft werden. Doch ein sozial-ökologischer Grundkonsens braucht mehr
– zum Beispiel eine neue Form der Enquete-Kommission.
Das Gebäudeenergiegesetz oder die Kürzungen von
Agrardieselsubventionen haben gezeigt: Maßnahmen zum Klima- und
Umweltschutz stoßen zurzeit auf heftige Kritik, was rechtspopulistische
Akteure für sich nutzen. Heute ist es dringender denn je, soziale
Gerechtigkeit in der Transformationspolitik zu verankern. Dies betont das
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Impulspapier
„Transformation gemeinsam gestalten“ (http://www.ioew.de/transformation-
gemeinsam-gestalten
). Die Forschenden empfehlen eine Neuausrichtung, wie
Staat und Zivilgesellschaft bei der Politikgestaltung zusammenwirken:
Durch geeignete Aushandlungsräume und eine produktive Gesprächskultur
könnten betroffene Interessen und Zielkonflikte in Gesetzgebungsverfahren
frühzeitig abgewogen werden. Die mit Förderung von der Open Society
Foundations erarbeiteten Empfehlungen stellt das IÖW heute auf einer
Diskussionsveranstaltung in Berlin vor.

Sozial-ökologische Transformation als Gemeinschaftsaufgabe

„Krieg, Inflation, Haushaltskrise, Nullwachstum – die Herausforderungen
für die aktuelle Regierung sind gigantisch. Doch das darf nicht zu einem
Rollback in der notwendigen Transformationspolitik führen“, fordert die
Politikwissenschaftlerin Helen Sharp vom IÖW, die das Projekt „Den Wandel
verhandeln, die Just Transition gestalten“ leitet. „Wenn die
Bundesregierung weitreichende politische Eingriffe plant, ohne soziale
Gerechtigkeit als Ausgangspunkt zu nehmen – und wenn die Opposition darauf
mit Populismus antwortet, dann sind wir meilenweit von dem gemeinsamen
Verständnis entfernt, das wir so dringend brauchen.“

Einen Lösungsansatz sieht Sharp in der lebendigen, vielstimmigen
Zivilgesellschaft: „Es ist die Aufgabe von Politiker*innen,
unterschiedliche Perspektiven und Interessen verhandelbar zu machen und
diesen Aushandlungsprozess zu ausgewogenen und plausiblen Entscheidungen
zu führen. Umso wichtiger ist es, dass in den verschiedenen Dialog- und
Beteiligungsformaten über die Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften
hinaus vor allem auch die anderen zivilgesellschaftlichen Interessen
vertreten sind – zum Beispiel über Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Umwelt-
oder Entwicklungsorganisationen.“

Interviews zeigen: Politik im Krisenmodus hat das Zusammenwirken negativ
geprägt

In Interviews mit Vertreter*innen aus Bundesministerien, -politik,
Zivilgesellschaft und Wissenschaft untersuchte das Projekt, wie gut der
Politik ein solches Zusammenwirken bisher gelingt. Befragte auf allen
Seiten setzten Hoffnung in die Aufbruchstimmung zu Beginn der
Ampelkoalition, doch diese Erwartungen wurden überwiegend nicht erfüllt.
Gründe dafür waren insbesondere der Krisenmodus zu Beginn der Legislatur
und die konflikthafte Konstellation der Regierungskoalition, die auch die
Beteiligungs- und Austauschkultur mit der Zivilgesellschaft negativ
geprägt haben, so die Wahrnehmung der Befragten.

Aushandlungsräume: An Bestehendes anknüpfen und Neues wagen

Dabei bilden bestehende Formate wie die „Allianz für Transformation“ des
Bundeskanzleramts gute Anknüpfungspunkte, diese sollten allerdings einer
kritischen Bestandsaufnahme unterzogen werden. Wichtige Fragen dabei sind:
Wie steht es um die Repräsentativität gesellschaftlicher Interessen und
Betroffenheiten in diesen Formaten? Wie wirksam sind sie an den
politischen Entscheidungsprozess angebunden?

Helen Sharp sieht jedoch nicht nur im Bundeskanzleramt und den anderen
Bundesressorts Handlungsbedarf: „Mit Blick auf die kommende
Legislaturperiode empfehlen wir, dass sich der Bundestag
parteienübergreifend auf den Weg macht, um einen neuen sozial-ökologischen
Grundkonsens auszuhandeln.“ Denkbar wäre zum Beispiel eine neue Form der
Enquete-Kommission mit zentraler Rolle nicht nur für die Wissenschaft,
sondern auch für die Zivilgesellschaft und damit möglichst öffentlicher
und direkter Rückkopplung in die Gesellschaft, so das IÖW.

Beratung und Förderung für regionales Engagement

Jenseits der bundespolitischen Diskussionen leistet die Zivilgesellschaft
auch in Städten und Regionen ihren Beitrag zu sozial-ökologischen
Lösungen. Hierbei benötigen sie Ansprechpersonen und Fördermittel für ihre
Arbeit vor Ort. „Kommissionen, Stiftungen oder Transformationsagenturen
könnten langfristige ‚Kümmerer‘ sein“, schlägt Sharp vor. Sie könnten
lokale Akteure beraten, auftretende Konflikte moderieren und Räume für die
Aushandlung organisieren.

Begleitend dazu sollten Bund und Länder Projektfonds finanzieren, die
unbürokratisch vergeben werden können: „Akteure überall in Deutschland
müssen ermutigt und befähigt werden, transformativ zu wirken und eigene
Ideen umzusetzen“, so Sharp.

Mit diesen Empfehlungen im Impulspapier „Transformation gemeinsam
gestalten“ möchte das IÖW eine notwendige Diskussion anstoßen – denn es
ist höchste Zeit, die sozial-ökologische Transformation als
Gemeinschaftsaufgabe voranzustellen. Auf der Veranstaltung „Mind the Gap!“
diskutiert das IÖW die Empfehlungen mit Vertreter*innen aus dem
Bundeskanzleramt, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie dem Sozial-Klimarat.

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Mehr Informationen:

• Download „Transformation gemeinsam gestalten – Wie Politik und
Zivilgesellschaft in der Polykrise besser zusammenwirken können“, IÖW-
Impulse Nr. 7, 2024, http://www.ioew.de/transformation-gemeinsam-gestalten
(PDF, 0.8 MB)

• Zum Projekt „Den Wandel verhandeln, die Just Transition gestalten“:
https://www.ioew.de/projekt/den_wandel_verhandeln_die_just_transition_gestalten

• Zur Veranstaltung „Mind the Gap!“: https://www.ioew.de/veranstaltung
/mind-the-gap

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IMK: BIP schrumpft 2024 um 0,3 Prozent, 2025 Wachstum um 0,8 Prozent

Neue Konjunkturprognose

IMK: BIP schrumpft 2024 um 0,3 Prozent, 2025 Wachstum um 0,8 Prozent

Leichte Rezession 2023/24, schwaches Wachstum im kommenden Jahr: Die
deutsche Konjunktur kann sich nur langsam aus ihrer Schwächephase lösen.
Positive Impulse für die Wirtschaftsentwicklung kommen 2024 und vor allem
2025 vom privaten Konsum als Folge von gesunkener Inflation und höheren
Lohnabschlüssen.

Doch die restriktive Fiskalpolitik der Bundesregierung und die zunächst
weiterhin hohen Zinsen verhindern, dass aus der leichten Erholung ein
Aufschwung wird. Insbesondere die Unsicherheit über die künftigen
Spielräume bei öffentlichen Investitionen und staatlicher Förderung von
privaten Investitionen bleibt hoch und bremst. In der Folge sinkt das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresdurchschnitt 2024 um 0,3 Prozent, 2025
steigt es um 0,8 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für
Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung in
seiner neuen Konjunkturprognose*. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist
trotzdem noch relativ stabil: Die Arbeitslosigkeit steigt im Jahresmittel
2024 moderat um rund 140.000 Personen und 2025 um weitere 30.000, die
Arbeitslosenquote beträgt 5,9 Prozent und 6,0 Prozent – nach
durchschnittlich 5,7 Prozent 2023. Die Inflationsrate wird im Durchschnitt
diesen Jahres mit 2,4 Prozent wieder nahe am Inflationsziel der
Europäischen Zentralbank (EZB) liegen und es mit 2,0 Prozent im
Jahresmittel 2025 erreichen.

Gegenüber seiner vorherigen Prognose vom Dezember 2023 lässt das IMK die
Erwartung für dieses Jahr unverändert. Für 2025 legt das Düsseldorfer
Institut heute in einer digitalen Pressekonferenz erstmals eine Prognose
vor. Die schwachen Erwartungen für das laufende Jahr spiegeln sich auch in
der jüngsten Auswertung des IMK Konjunkturindikators wider: Er zeigt eine
Rezessionswahrscheinlichkeit von 58,3 Prozent für den Zeitraum bis Ende
Mai an, nur leicht weniger als im Vormonat (61,8 Prozent).

Die Ökonom*innen gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB)
ab April diesen Jahres mit ersten vorsichtigen Zinssenkungen auf die
deutlich gesunkene Inflation und die insgesamt schwache
Wirtschaftsentwicklung im Euroraum reagieren wird. Bis Ende 2024 dürfte
der geldpolitisch entscheidende EZB-Einlagenzins von vier Prozent auf drei
Prozent gesenkt werden. Kommt es so, würde die Zentralbank einen – nach
Analyse des IMK längst überfälligen – ersten Beitrag dazu leisten, dass
sich die stagnativen Tendenzen in der Währungsunion nicht noch weiter
verfestigen.

Schlechter sind die Aussichten auf Ebene der nationalen Politik: „Während
eine Lockerung der Geldpolitik in Sicht ist, zeichnet sich eine
konjunkturgerechte Umkehr der deutschen Fiskalpolitik bisher nicht ab“,
kritisiert das IMK. Notwendig wäre es in der bereits lang andauernden
Wirtschaftsflaute, die Infrastrukturinvestitionen in Deutschland
auszuweiten und transformative Investitionen direkt sowie über günstigere
Abschreibungsmöglichkeiten zu fördern. In diesem Zusammenhang müsse auch
der Strompreis z.B. durch eine Übernahme von Netzentgelten durch den
Bundeshaushalt gesenkt werden, um Produktion im Inland zu sichern und die
Abkehr von fossilen Energien im Verkehr und bei der Wärmeerzeugung der
Haushalte zu unterstützen.

„Ob es in absehbarer Zeit gelingt, die Schuldenbremse zumindest soweit zu
reformieren, dass Investitionen ausgenommen sind, ist allerdings weiterhin
fraglich, obwohl die Fiskalregeln auf europäischer Ebene jüngst
dahingehend verändert wurden“, schreiben die Wissenschaftler*innen. Sie
sehen darin ein gravierendes Versäumnis: „Im vergangenen Jahr begründeten
die Energiepreisschocks, die Deutschland besonders stark trafen, das
schwache Wachstum in Deutschland. In diesem und im kommenden Jahr ist es
die Schuldenbremse, die Deutschland zum wirtschaftlichen Schlusslicht
unter den Industrieländern macht.“

Kerndaten der Prognose für 2024 und 2025 (siehe auch die Tabelle in der
pdf-Version dieser PM; Link unten)

– Arbeitsmarkt –

Die schwache konjunkturelle Dynamik bremst die Entwicklung der
Erwerbstätigkeit deutlich, diese bleibt aber leicht positiv. Die Zahl der
Erwerbstätigen legt 2024 jahresdurchschnittlich um 0,3 Prozent und 2025
noch um 0,1 Prozent zu. Gleichzeitig wächst die Arbeitslosigkeit leicht.
Bei den Arbeitslosenzahlen prognostiziert das IMK im Jahresdurchschnitt
2024 einen Anstieg um gut 140.000 Personen, so dass im Jahresmittel rund
2,75 Millionen Menschen arbeitslos sein werden. Das entspricht einer Quote
von 5,9 Prozent. Für 2025 veranschlagen die Forschenden eine weitere
geringfügige Zunahme der Arbeitslosigkeit um rund 30.000 auf 2,78
Millionen Personen und eine Quote von 6,0 Prozent. Allerdings dürfe diese
vergleichsweise undramatische Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen,
dass „die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt durchaus fragil ist“, warnt
das IMK. Ein weiterer negativer ökonomischer Schock, sei er
konjunktureller Art, Folge des globalen Transformationsprozesses der
Dekarbonisierung oder anderen Ursprungs, könnte eine deutliche
Verschlechterung der Lage provozieren.

– Weltwirtschaft und Außenhandel –

Die Weltwirtschaft erholt sich 2024 und 2025 moderat, weil die Inflation
global gesunken ist und auch Zinssenkungen der Notenbanken in Aussicht
stehen. Allerdings ist der Trend weltweit nicht einheitlich: Während das
Wirtschaftswachstum in Indien stark bleibt und in Südkorea, Kanada oder
der EU zumindest etwas anzieht, verlangsamt sich die BIP-Entwicklung in
den USA, allerdings auf vergleichsweise hohem Niveau: 2024 wächst die US-
Wirtschaft um 2,2 und 2025 um 1,7 Prozent im Jahresmittel. Für China
prognostiziert das IMK einen BIP-Zuwachs um 4,5 und 4,3 Prozent. Das
Wirtschaftswachstum im Euroraum steigt von 0,5 Prozent 2024 auf 1,3
Prozent im kommenden Jahr. Nach dem Einbruch 2023 erhalten die deutschen
Exporte deshalb etwas stärkere Impulse von wichtigen Handelspartnern, was
sich allerdings erst im kommenden Jahr im Durchschnittswert der Statistik
niederschlägt: Im Jahresdurchschnitt 2024 sinken die Ausfuhren noch um 1,5
Prozent, 2025 legen sie um 2,2 Prozent zu. Zudem leistet der Außenhandel
per Saldo rechnerisch in keinem der beiden Jahre einen positiven
Wachstumsbeitrag, weil die Importe in diesem Jahr weniger stark sinken
(-1,2 Prozent) und im kommenden Jahr stärker steigen (3,4 Prozent) als die
Exporte.

– Investitionen –

Die Ausrüstungsinvestitionen gehen laut IMK-Prognose im Jahresdurchschnitt
2024 um 0,1 Prozent zurück, was allerdings auch mit einem statistischen
Sondereffekt aus 2023 zusammenhängt. Im kommenden Jahr legen sie hingegen
um 3,1 Prozent zu. Dazu tragen auch die wachsenden Ausgaben für
Verteidigung bei, die als öffentliche Investitionen verbucht werden. Die
Bauinvestitionen sinken wegen hoher Kosten und Zinsen weiter massiv. Nach
einem Rückgang um 5,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2024 fallen sie 2025
noch einmal um jahresdurchschnittlich 1,3 Prozent, wobei sich im
Jahresverlauf 2025 mit +0,7 Prozent eine leichte Belebung andeutet.

– Privater Konsum –

Bei gesunkener Inflation und stärkeren nominalen Lohnsteigerungen, unter
anderem durch höhere Tarifabschlüsse, und bei leicht steigender
Erwerbstätigkeit steigen die Realeinkommen der Haushalte wieder. Für 2024
erwartet das IMK einen Zuwachs um 0,8 Prozent im Jahresdurchschnitt, für
2025 um 1,3 Prozent. Das wirkt, bei leicht sinkender Sparquote, positiv
auf den Konsum. Die privaten Konsumausgaben wachsen dementsprechend im
Jahresmittel 2024 real um 0,7 Prozent. 2025 legen sie um 1,6 Prozent zu.
Vor allem im kommenden Jahr wird der Privatkonsum so zur zentralen Stütze
der Wirtschaftsentwicklung.

– Inflation und öffentliche Finanzen –

Für 2024 rechnet das IMK mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von
2,4 Prozent. 2025 beruhigt sich das Inflationsgeschehen noch weiter, im
Jahresmittel liegt die Teuerungsrate bei 2,0 Prozent.

Die Steuereinnahmen steigen 2024 eher langsam, nicht zuletzt als Folge
verschiedener steuerlicher Entlastungen. 2025 nehmen sie dann etwas
stärker zu. Das öffentliche Budget wird 2024 ein Defizit von 1,8 Prozent
aufweisen. Für das kommende Jahr geht das IMK für die öffentlichen
Finanzen von einem restriktiveren Kurs aus. Das bremst die Konjunktur,
lässt aber kurzfristig auch das Defizit weiter sinken auf 1,2 Prozent im
Jahresdurchschnitt 2025.

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