Langjähriges DGIM-Mitglied Felix Hirschfeld mit Stolperstein gewürdigt
In der Bamberger Straße 17 in Berlin-Wilmersdorf erinnert seit heute ein
Stolperstein an den jüdischen Arzt und Medizinprofessor Felix Hirschfeld
(1863-1938), der dort seinen letzten Wohnort hatte. Der Internist war 28
Jahre lang Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.
(DGIM) und lehrte mehr als drei Jahrzehnte lang an der Berliner Friedrich-
Wilhelms-Universität. Im Rahmen der Aufarbeitung ihrer eigenen NS-
Geschichte hat die DGIM bereits mehrere Stolperstein-Verlegungen
initiiert. Die Fachgesellschaft unterstützte auch die Verlegung der
Stolpersteine für Hirschfeld, seine Ehefrau Grete und seine Schwägerin
Else Wiesenthal.
Die von Dr. PH Benjamin Kuntz, dem Leiter des Museums im Robert Koch-
Institut, initiierte Verlegung führte der Künstler Gunter Demnig durch,
der die Stolperstein-Initiative 1992 ins Leben gerufen hat. Felix
Hirschfeld war als niedergelassener Arzt und Internist in Berlin tätig mit
dem Fokus auf der Behandlung des Diabetes mellitus und anderer
Stoffwechselstörungen sowie der Ernährungsmedizin. Auf diesem Gebiet lagen
auch die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Von 1896 bis
1924 war Felix Hirschfeld Mitglied der DGIM und nahm regelmäßig am
Wiesbadener Kongress teil. „Als niedergelassener Internist widmete sich
Felix Hirschfeld weiterhin der Wissenschaft und veröffentlichte zu Themen
der Ernährungsmedizin, besonders bei Diabetes mellitus“, hob Professor Dr.
med. Ulrich Fölsch, ehemaliger Generalsekretär der DGIM, das Wirken
Hirschfelds hervor.
Felix Hirschfeld war als niedergelassener Arzt und Internist in Berlin
tätig mit dem Fokus auf der Behandlung des Diabetes mellitus und anderer
Stoffwechselstörungen sowie der Ernährungsmedizin. Auf diesem Gebiet lagen
auch die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Von 1896 bis
1924 war Felix Hirschfeld Mitglied der DGIM und nahm regelmäßig am
Wiesbadener Kongress teil. „Als niedergelassener Internist widmete sich
Felix Hirschfeld weiterhin der Wissenschaft und veröffentlichte zu Themen
der Ernährungsmedizin, besonders bei Diabetes mellitus“, hob Professor Dr.
med. Ulrich Fölsch, ehemaliger Generalsekretär der DGIM, das Wirken
Hirschfelds hervor.
Am 14. September 1933 wurde Hirschfeld jedoch wegen seiner jüdischen
Herkunft die Lehrbefugnis entzogen - nach mehr als drei Jahrzehnten
universitärer Lehrtätigkeit und wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag.
Durch die immer zahlreicher werdenden Demütigungen zermürbt, unternahm
Hirschfeld im Juli 1938 einen „Selbstmordversuch durch
Morphiumvergiftung“, wie es in der Sterbeurkunde heißt. Er wurde in die
II. Medizinische Klinik der Charité gebracht, wo er am 16. Juli 1938
starb. Hirschfelds hinterließ seine Ehefrau Grete (Margarete) und seinen
1899 geborenen Sohn Walter, ebenfalls Arzt, der bereits 1934 in die USA
emigriert war. Grete Hirschfeld und ihre Zwillingsschwester Else
Wiesenthal wurden am 3. April 1942 in das Warschauer Ghetto transportiert.
Dort verliert sich ihre Spur. An die Schwestern erinnern ebenfalls zwei
Stolpersteine, die heute gemeinsam mit dem Stein für Felix Hirschfeld
verlegt wurden. An der feierlichen Verlegung nahmen auch ein Enkel sowie
eine Urenkelin Felix Hirschfelds aus den USA teil.
„Die Stolpersteine erzählen auf erschütternde Art und Weise von
Repression, Ausgrenzung, Flucht und Tod. Sie geben den Opfern ihren Namen
zurück und holen sie damit aus der Anonymität“, sagte Fölsch, der im Jahr
2011 die Aufarbeitung der Geschichte der DGIM in der NS-Zeit angestoßen
hatte. Zu viele hätten es damals hingenommen, dass zwischen 1933 und 1940
etwa 250 jüdische Mitglieder der Fachgesellschaft verfolgt, ausgeschlossen
und gedemütigt wurden, so Fölsch. „Im widerspruchslosen Hinnehmen
bösartiger Propaganda liegt auch heute eine Gefahr für unsere Demokratie.
Es ist gut, dass diese Gefahr von immer mehr Menschen erkannt wird. Möge
sich diese Entwicklung fortsetzen.“
„Die DGIM nimmt auf diese Weise und auch in einer kürzlich
veröffentlichten Stellungnahme Position ein gegen Demokratiefeindlichkeit
und Bestrebungen nach autoritären Gesellschaftsformen“, ergänzt Professor
Dr. med. Georg Ertl, Generalssekretär der DGIM, für deren Vorstand. In
mehreren Monographien sowie auf der Webseite Gedenken & Erinnern unter www
.dgim-history.de haben unabhängige Historiker bis heute zahlreiche
wissenschaftliche Ausarbeitungen zur Geschichte der DGIM in der Zeit des
Nationalsozialismus zusammengetragen. „Die Erinnerung an das NS-Unrecht
mahnt uns im Hier und Heute“, sagte Fölsch.
Weiterführende Informationen
Ein Biogramm Hirschfelds findet sich auf der DGIM-Seite "Gedenken &
Erinnern":
https://www.dgim-history.de/bi
Forschung braucht Freiheit, Medizin braucht Unabhängigkeit! Die DGIM gegen
autoritäre Bestrebungen, Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für
Innere Medizin e.V., Wiesbaden, 21. Februar 2024.:
https://www.dgim.de/fileadmin/
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