Die Gangs, Sharks und Jets, stehen sich feindlich gegenüber
Lonny Price Director Julio Monge Choreographer Grant Sturiale Musical Supervisor Anna Louizos Set Design Alejo Vietti Costume Design Fabrice Kebour Lighting Design Martin Flohr Executive Producer
‘Tonight‘, ‘Maria‘, ‘America’,… ‘I Feel Pretty‘ ‚Somewhere‘…, wer kennt diese wunderbaren Melodien nicht? Oder besser, wer kennt ‘West Side Story’ nicht’? Niemand, glauben wir. Auch im Tessin niemand: in diesen Tagen ist eben das populärste der amerikanischen Musicals gerade in Lugano zu sehen.
Ein immer noch faszinierender Klassiker
West Side Story Szenenfoto
Mit ‚West Side Story‘ kreierten 1957 Leonard Bernstein (Musik), Jerome Robbins (Choreographie), Arthur Laurents (Buch und Dialoge) und Stephen Sondheim (Songtexte) ein total neues Genre. Das Musical aller Musicals, aber auch das Musical, das zu den wenigen gehört, die den Sprung ins klassische Konzertrepertoire geschafft haben. Auch heute noch ist ‚West Side Story‘ die Number One aller Amerikanischen Shows. Wenige Töne genügen, und eine ganze Welt von Bildern und Empfindungen ist da: Traum und Realität verschmelzen und werden so zu Einem. Es sind Bilder von Rivalität, Hass und Gewalttätigkeit, Misstrauen, Flucht und Trauer, aber, besonders, von Liebe, Leidenschaft, Freundschaft und Versöhnung.
Eine aufregende, mutige Idee
Romeo und Julia 2024 Jadon Webster als Tony, Melanie Sierra als Maria
‚West Side Story‘ erzählt die berührende Geschichte von zwei jungen Menschen, die sich lieben, dennoch – genau wie die zwei Protagonisten in ‘Romeo und Julia’ – die Chance nicht haben, miteinander glücklich zu werden. Die Idee, William Shakespeares Drama in die Zeit der 1950er- Jahre in New York zu versetzen, schien anfänglich aufregend, aber auch verrückt zu sein. Eine spannende Broadway-Show über Einwanderer, die gegen die in Amerika geborenen Jungen eine Gang bilden? Also, ein Straßen Krieg in den New Yorker Slums zwischen zwei rivalisierenden Gangs, den ‚Jets‘ (den Kindern von Emigranten aus den Armenvierteln, die aber schon Amerikaner geworden sind) und den ‚Sharks‘ (den jungen aus Puerto Rico, die noch nicht Amerikaner sind)? Dazu erstmals ein gesellschaftliches Problem und Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, Rebellion und Ablehnung aller Regeln und Gesetze auf der Musical-Bühne?Alles sehr gewagt, dachte man damals. Wenig später, aber, konnte man verstehen, wie diese Idee hingegen die richtige war, denn ‚West Side Story‘ wurde schnell überall in der Welt – und ist heute immer noch – ein Triumph.
Die Gründe eines immer noch erstaunlichen Erfolgs
West Side Story Szenenfoto
Wieso hat ‘West Side Story’ so viele Jahrzehnte überdauert? Wieso hat so ein Stoff so viele Menschen begeistert? Vielleicht weil dieses Musical das Menschliche in jedem von uns anspricht? Oder weil es die Macht der Liebe mit modernen Worten ausdrückt? Ist es die musikalische Umsetzung durch Leonard Bernsteins magische Hand? Ist es vielleicht wegen der manchmal lustigen, manchmal so dramatischen Dialoge von Sondheim? Wahrscheinlich spielen alle diese Faktoren eine Rolle, aber Tatsache ist, dass die Produktion, die durch die ganze Welt tourt und als einzige die Originalchoreografie von Jerome Robbins zeigt, seit 2003 über drei Millionen Zuschauer in 28 Ländern auf drei Kontinenten anzieht. Genau wie die gestrige Generation von Theaterbesuchern, ist auch das heutige Publikum in dieses Musical verliebt; trotz der kulturellen Unterschiede, und wahrscheinlich auch weil es sich mit den Charakteren auf der Bühne identifiziert.
Die Aufführung am LAC: musikalisch und tänzerisch ein unvergessliches Erlebnis
Maria und Tony Liebe ohne ZukunftFoto Jeff Busby
Wie einzigartig zeitlos ‚West Side Story‘ ist, haben auch die Tessiner diese Woche am LAC wieder bemerkt. Die Übertitel auf Italienisch haben dazu beigetragen, die Songs und Dialoge noch besser zu genießen. Die Geschichte zwischen Maria und Tony, die sich in einander auf Anhieb verlieben, hat nochmals alle entzückt. Natürlich auch dank einer sängerisch, tänzerisch und schauspielerisch großartigen Melanie Sierra und einem ihr ebenbürtigen Daniel Fullerton als Protagonisten. Unter der musikalischen Leitung des Dirigenten und Komponisten Grant Sturiale haben die 20 Musiker des Orchesters und alle jungen Darsteller und Darstellerinnen das Publikum begeistert. Immer, zweieinviertel Stunden lang. Und dies nicht nur wegen des typischen, operettenhaften Broadway-Tons, sondern auch wegen der vielen anderer Stilelemente. Es gibt ja eine breite Palette von Klängen, Harmonien und Rhythmen, die den Sound der New-Yorker Straßen, sowie auch den Charakter und die Gefühle der Figuren perfekt wiedergeben. Natürlich wird das ganze durch die Tänze (Choreograph: Julio Monge) belebt: grandiose choreographische Bilder, die man dank einer unendlichen Spielfreude und Kompetenz wiederholt erleben kann.
Das bunte, dynamische Bühnenbild
West Side Story Szenenfoto
Die Performer bewegen sich unter der Leitung von Lonny Price in Anna Louizos eher komplexen Bühnenbild, in welchem auch die typischen Feuertreppen, Gassen, Höfe und verlassene Hallen der Upper West Side der 50er Jahre zu sehen sind. Es handelt sich um bewegliche Kulissen, die sich je nach Situation problemlos öffnen und schließen. Ja, das Bühnenbild (mit dem wirksamen Light Design von Fabrice Kebour) gehört hier zur Besetzung, zu den ‚Dramatis personae‘, und ist nicht nur Rahmen oder Kommentar. Wirklich fabelhaft die Kostüme von Alejo Vietti: Tüllröcke und wunderschöne, bunte Tellerröcke (wow!).
Man verließ mit einem traurigen (die Geschichte endet ja tragisch) aber dankbaren Gefühl das Theater. Die sehr involvierten Zuschauer belohnten alle Ausführenden mit einem langen tosenden Applaus.
Dirigent Michel Sanderling spornt sein Orchester gestenreich an
Die glorreichen drei v.r. Martha Argerich Janine Jansen und Mischa Maisky
Besetzung und Programm: Luzerner Sinfonieorchester Michael Sanderling Chefdirigent Yoav Levanon Klavier Franz Liszt Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur Elisabeth Leonskaja Klavier Edvard Grieg Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 51
Martha Argerich Klavier Janine Jansen Violine Mischa Maisky Violoncello Joseph Haydn Klaviertrio Nr. 39 G-Dur Hob. XV:2 «Zigeunertrio» Felix Mendelssohn Bartholdy Klaviertrio Nr. 1 d-Moll, op. 49
Franz Liszts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 in Es-Dur, S. 124, ist eine triumphale Herausforderung für jedes Orchester und Pianisten. Das Luzerner Sinfonieorchester unter Chefdirigent Michael Sanderling und dem israelischen Klaviervirtuosen Yoav Levanon, bot eine mitreißende Interpretation dieses anspruchsvollen Werks.
Einführung in die Klangwelt Liszts: Brillanz und Dramatik
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das Konzert begann mit einer einfühlsamen Einführung des Orchesters in die farbenreiche Klangwelt Liszts. Michael Sanderlings Dirigat führte das Luzerner Sinfonieorchester durch die nuancierten Stimmungen, von lyrischen Passagen bis zu dramatischen Crescendo. Die Brillanz der Streicher und die Präzision der Bläser schufen eine Atmosphäre, die die Zuhörer unmittelbar gefangen nahm.
Yoav Levanon am Klavier: Virtuosität in Vollendung
Der Pianist Yoav Levanon betrat die Bühne mit beeindruckender Ausstrahlung und Ausdruckskraft. Seine Interpretation des Klavierparts von Liszts Konzert war von einer atemberaubenden Virtuosität geprägt. Levanons Finger tanzten über die Tasten mit beispiellosem Können, während er die komplexen Läufe und Oktavensprünge meisterte. Die Symbiose zwischen Levanons technischer Meisterschaft und emotionaler Tiefe beeindruckte das Publikum.
Sanderlings Leitung: Dynamik und Präzision
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Michael Sanderlings präzises Dirigat war der Schlüssel zu einer eindrucksvollen Orchesterleistung. Die dynamische Führung des Dirigenten ermöglichte es dem Luzerner Sinfonieorchester, die komplexen Strukturen von Liszts Werk mit bemerkenswerter Klarheit zu präsentieren. Die fein abgestimmte Balance zwischen Solist und Orchester schuf Momente musikalischer Intimität und gleichzeitig kraftvoller Orchesterpassagen.
Finale mit Bravour: Liszts Es-Dur Konzert in voller Blüte
Das Finale des Konzerts erreichte einen triumphalen Höhepunkt, als das Luzerner Sinfonieorchester und Yoav Levanon in gemeinsamer Kraft das Publikum mit Liszts kraftvollen Melodien und virtuosen Klavierpassagen mitrissen. Die beeindruckende Ausführung des Schlussakkords ließ das Publikum in tosenden Applaus ausbrechen.
Fazit: Eine glanzvolle Hommage an Liszt
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfotos von Philipp Schmidli
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 in Es-Dur von Franz Liszt, präsentiert vom Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling und mit Yoav Levanon am Klavier, war eine glanzvolle Hommage an die Virtuosität und dramatische Brillanz dieses Meisterwerks. Die tiefgreifende Verbindung zwischen Solist und Orchester, gepaart mit der raffinierten Leitung von Sanderling, machte diese Aufführung zu einem unvergesslichen Erlebnis für Liebhaber klassischer Musik. Das Publikum belohnte die Protagonist*innen mit stürmischem Applaus und wurde dafür vom jungen Pianisten (*2004) mit einer kurzen, neckischen, fast lausbubenhaften Zugabe in Form der letzten aus den «12 Études, op. 10» von Frédéric Chopin beschenkt.
Emotionale Tiefen in A-Moll: Griegs Meisterwerk mit dem Luzerner Sinfonieorchester
Edvard Griegs Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, Op. 16, ist ein Juwel der romantischen Musik. Unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling und interpretiert von der renommierten Pianistin Elisabeth Leonskaja, präsentierte das Luzerner Sinfonieorchester eine bewegende Interpretation dieses fesselnden Werks.
Leidenschaftliche Eröffnung: Orchester und Solistin im Dialog
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die Komposition startet mit einer leidenschaftlichen Eröffnung des Orchesters, angeführt von Sanderlings energetischem Dirigat. Elisabeth Leonskaja betrat die Bühne mit einer beeindruckenden Präsenz. Der Dialog zwischen Klavier und Orchester wurde von Leonskaja mit bemerkenswerter Sensibilität gestaltet. Die klaren, emotionalen Linien ihrer Interpretation fesselten das Publikum von Anfang an.
Leonskajas Meisterschaft: Technik und Ausdruck in Harmonie
Elisabeth Leonskajas pianistische Meisterschaft offenbarte sich in jeder Note. Ihre Technik war makellos, aber noch beeindruckender war die Tiefe ihres musikalischen Ausdrucks. In den zarten Momenten des Andante-Satzes entlockte sie dem Klavier eine Intimität, die das Publikum in eine märchenhafte Welt entführte. Gleichzeitig bewältigte sie die kraftvollen Passagen des Allegro molto moderato mit atemberaubender Präzision.
Sanderlings Dirigat: Feinheit und Dynamik
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Michael Sanderlings fein abgestimmte Führung des Luzerner Sinfonieorchesters war ein weiterer Höhepunkt des Abends. Die dynamischen Schattierungen und subtilen Übergänge zwischen den Orchestersektionen verliehen Griegs Komposition zusätzliche Tiefe. Der Chefdirigent des Orchesters schaffte es, die Balance zwischen der orchestralen Wärme und der Klarheit der Klaviermelodien zu wahren.
Atemberaubendes Finale: Ein Meisterwerk in voller Blüte
Das Finale des Konzerts erreichte einen atemberaubenden Höhepunkt, als das Luzerner Sinfonieorchester und Elisabeth Leonskaja mit kraftvoller Einheit die dramatischen Klänge von Griegs Meisterwerk entfesselten. Der Schlussakkord hallte noch lange nach und liess das Auditorium einen kurzen Moment atemlos verharren, bevor der tosende Applaus einsetzte.
Fazit: Griegs A-Moll Konzert in Vollendung
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll von Edvard Grieg, präsentiert vom Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling und mit Elisabeth Leonskaja am Klavier, war eine klangliche Offenbarung. Die emotionale Tiefe und musikalische Brillanz, die von Solistin, Dirigent und Orchester gemeinsam geschaffen wurden, machten diese Aufführung zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Liebhaber der klassischen Musik. Das Publikum geizte denn auch nicht mit stürmischem Applaus, der die Pianistin immer wieder auf die Bühne zurück «beorderte», um uns schlussendlich noch die «Nocturne Nr. 2, op. 9» von Chopin als Zugabe zu gewähren.
Nach der Konzertpause war sie da, Martha Argerich, die “Pianiste Associée” des Festivals «Le Piano Symphonique 2024» des Luzerner Sinfonieorchesters, zusammen mit einem ihrer langjährigen musikalischen Wegbegleiters Mischa Maisky und der niederländischen Stargeigerin Janine Jansen.
Ein Haydn’sches Meisterwerk: Klaviertrio Nr. 39 “Zigeunertrio” in G-Dur
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das Klaviertrio Nr. 39 in G-Dur, Hob. XV:2, von Joseph Haydn, auch als “Zigeunertrio” bekannt, wurde vom herausragenden Klaviertrio, bestehend aus Martha Argerich, Janine Jansen und Mischa Maisky, auf beeindruckende Weise vorgetragen. Haydns spielerische Leichtigkeit und originelle Kompositionstechnik wurden durch die meisterhafte Interpretation dieses herausragenden Ensembles zum Leben erweckt.
Virtuosität und Expressivität: Argerich, Jansen und Maisky im Einklang
Martha Argerich am Klavier, Janine Jansen an der Violine und Mischa Maisky am Violoncello zeigten eine beispiellose musikalische Verbindung. Die Virtuosität von Argerichs Klavierspiel, kombiniert mit der leidenschaftlichen Intensität von Jansens Geige und der warmen Tiefe von Maiskys Cello, verschmolzen zu einer homogenen Klanglandschaft. Die Zigeunerinspiration von Haydns Werk wurde durch ihre expressiven Interpretationen authentisch zum Ausdruck gebracht.
Mendelssohns Dramatik: Klaviertrio Nr. 1 in d-Moll, op. 49
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Der Übergang zu Mendelssohns Klaviertrio Nr. 1 in d-Moll, op. 49, markierte einen emotionalen Wandel. Die melancholische Dramatik dieses Werks wurde von Argerich, Jansen und Maisky mit außergewöhnlichem Feingefühl und Einfühlungsvermögen präsentiert. Die lyrischen Passagen wurden von Jansens Geigenspiel mit einer emotionalen Tiefe durchdrungen, während Argerichs Klavierkünste das Stück mit lebendiger Energie durchzogen.
Kammermusikalische Meisterschaft: Das Trio im harmonischen Dialog
Martha Argerich, die “Pianiste Associée” des Festivals
Das Klaviertrio bewies seine kammermusikalische Meisterschaft durch einen harmonischen Dialog, der in jedem Moment spürbar war. Die Kommunikation zwischen den Instrumenten war von einer beeindruckenden Präzision und musikalischen Sensibilität geprägt. Die klangliche Balance und das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel zeugten von der langjährigen musikalischen Partnerschaft dieser Ausnahmekünstler.
Argerichs Brillanz: Virtuosität gepaart mit musikalischer Intelligenz
Martha Argerich, eine lebende Legende am Klavier, beeindruckte nicht nur durch ihre technische Brillanz, sondern auch durch ihre musikalische Intelligenz. Ihr Spiel war durchdacht, nuancenreich und zugleich voller Leidenschaft. Die feinen Details und die klare Artikulation ihrer Klavierpassagen verliehen den Aufführungen eine zusätzliche Tiefe.
Fazit: Eintritt in die Welt der Meister
Klavierfestival KKL 17.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das Klaviertrio, bestehend aus Martha Argerich, Janine Jansen und Mischa Maisky, bot in dieser Aufführung von Haydns “Zigeunertrio” und Mendelssohns Klaviertrio Nr. 1 eine meisterhafte Darbietung. Ihre musikalische Virtuosität, gepaart mit einer tiefen emotionalen Interpretation, eröffnete dem Publikum einen faszinierenden Einblick in die Welt zweier musikalischer Meister. Eine Demonstration die die Seele berührte und die Exzellenz kammermusikalischer Kunst zelebrierte.
Das Auditorium feierte die Ausführenden mit entsprechendem Schlussapplaus und erhob sich für eine langanhaltende stehende Ovation..
Première rencontre Elisabeth Leonskaja & David Fray
Chefdirigent Michael Sanderling beschwört sein Orchester.
Besetzung und Programm: Luzerner Sinfonieorchester Michael Sanderling Chefdirigent Yoav Levanon Klavier Franz Liszt Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur Richard Wagner Orchestersuite aus «Götterdämmerung» Elisabeth Leonskaja Klavier Robert Schumann Sinfonische Etüden op. 13 Elisabeth Leonskaja und David Fray Klavier Franz Schubert Allegro a-Moll D 947 «Lebensstürme»
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in A-Dur von Franz Liszt ist ein fesselndes Werk, das Virtuosität und emotionale Tiefe vereint. Die Aufführung durch das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling, mit dem talentierten Pianisten Yoav Levanon, war eine glanzvolle Interpretation dieses anspruchsvollen Stücks.
Einführung in Liszts Klangwelt: Das Luzerner Sinfonieorchester unter Sanderlings Leitung
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das Konzert eröffnete mit einer einfühlsamen Einführung des Luzerner Sinfonieorchesters unter der präzisen Leitung von Michael Sanderling. Die kraftvollen Streicher und die nuancierten Bläser schufen eine faszinierende Atmosphäre, die das Publikum sofort in Liszts klangliche Welt entführte. Sanderlings sensible Gestaltung der orchestralen Phrasierung legte den Grundstein für ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis.
Levanons Virtuosität: Meisterhafte Interpretation am Klavier
Yoav Levanon fesselte das Auditorium unmittelbar mit einer beeindruckenden Präsenz und begann, die Tasten mit Virtuosität und Ausdruckskraft zu beherrschen. Sein Spiel zeugte von technischer Meisterschaft, während er gleichzeitig die lyrischen Elemente des Konzerts mit großer Sensibilität interpretierte. Der junge Israeli verstand es, die vielschichtigen Facetten von Liszts Komposition mit atemberaubender Klarheit und Nuancierung zu präsentieren.
Sanderlings Dirigat: Dynamik und Präzision im Einklang
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Michael Sanderlings Dirigat erwies sich als perfekte Ergänzung zu Levanons Klavierspiel. Die dynamische Führung des Orchesters schuf eine beeindruckende Balance zwischen den verschiedenen Orchestersektionen. Die klangliche Präzision und die auf den Punkt gebrachten Übergänge unter Sanderlings Leitung verliehen dem Konzert eine bemerkenswerte Struktur und Tiefe.
Liszts Meisterwerk entfaltet sich: Gemeinsames Zusammenspiel auf höchstem Niveau
In den dramatischen Höhepunkten der Komposition entfaltete sich Liszts Meisterwerk in seiner vollen Pracht. Das harmonische Zusammenspiel zwischen Levanons Klavierspiel und dem Luzerner Sinfonieorchester erreichte eine beeindruckende Intensität. Die orchestrale Unterstützung betonte nicht nur die virtuosen Passagen des Solisten, sondern schuf auch eine eindrucksvolle Klangkulisse, die die emotionale Tiefe von Liszts Komposition unterstrich.
Fazit: Ein denkwürdiges Konzerterlebnis
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die Aufführung des Konzerts für Klavier und Orchester Nr. 2 in A-Dur von Franz Liszt durch das Luzerner Sinfonieorchester unter Michael Sanderlings Leitung mit Yoav Levanon am Klavier war zweifellos ein denkwürdiges Konzerterlebnis. Die Brillanz von Levanons Virtuosität, gepaart mit der präzisen Führung des Orchesters durch Sanderling, schuf eine Interpretation, die die Essenz von Liszts Meisterwerk einfing und das Publikum in ihren Bann zog. Eine Interpretation, der die künstlerische Exzellenz des Luzerner Sinfonieorchesters zelebrierte und das das Publikum mit enthuastischem Applaus belohnte, den wiederum der Pianist mit einer kurzen Zugabe belohnte.
Erhabene Klangwelten: Wagners “Götterdämmerung”
Die Orchestersuite aus Richard Wagners Oper “Götterdämmerung” ist ein klangliches Monument, das das Luzerner Sinfonieorchester unter Chefdirigent Michael Sanderling meisterhaft zum Leben erweckte. In einer fesselnden Aufführung offenbarte das Orchester die epischen Dimensionen und die emotionale Tiefe dieser musikalischen Reise von Richard Wagner..
Wagners Opulenz: Prachtvolle Klangentfaltung
Die Suite begann mit einer majestätischen Pracht, bei der das Luzerner Sinfonieorchester die opulenten Klangwelten Wagners mit beeindruckender Brillanz entfaltete. Unter Sanderlings souveräner Leitung schienen die verschiedenen orchestralen Elemente miteinander zu verschmelzen, um eine grandiose Klangkulisse zu schaffen, die die Zuhörer unmittelbar in Wagners dramatische Mythologie hineinzog.
Dramatische Intensität: Meisterhafte Interpretation unter Sanderlings Führung
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Michael Sanderling, als Dirigent, führte das Orchester mit meisterhafter Präzision durch die verschiedenen Passagen der Suite. Die dramatische Intensität, die Wagner so charakteristisch ist, wurde unter Sanderlings Führung mit beeindruckender Authentizität interpretiert. Seine sensible Balance zwischen orchestraler Wärme und kraftvoller Dynamik trug dazu bei, die dramatischen Höhepunkte der “Götterdämmerung Suite” auf höchstem Niveau zu präsentieren.
Klangliche Vielfalt: Subtile Nuancen und kraftvolle Momente
Die musikalische Darbietung des Luzerner Sinfonieorchesters zeichnete sich durch eine bemerkenswerte klangliche Vielfalt aus. Von den zarten, intimen Momenten bis zu den bombastischen Ausbrüchen schuf das Orchester eine Palette von Emotionen, die die Vielschichtigkeit von Wagners Komposition widerspiegelte. Subtile Nuancen und kraftvolle Momente ergänzten sich zu einem eindrucksvollen Gesamtbild.
Fazit: Monumentale Interpretation von Wagners Götterdämmerung
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die Aufführung der Orchestersuite aus “Götterdämmerung” durch das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling war zweifellos eine monumentale Interpretation dieses Wagner’schen Meisterwerks. Die künstlerische Brillanz des Orchesters und die einfühlsame Leitung Sanderlings schufen ein eindringliches Klangerlebnis, das die epische Erzählung von Wagners Musik in all ihrer Pracht und Dramatik wiedergab. Ein Momentum, das die klanglichen Grenzen auslotete und das Publikum in eine Welt mitnahm, in der die Götter zu Ende gehen.
Virtuosität und Lyrik: Elisabeth Leonskaja interpretiert Schumanns Sinfonische Etüden op. 13
Die Sinfonischen Etüden op. 13 von Robert Schumann gelten als anspruchsvolles Meisterwerk, das die technische Virtuosität eines Pianisten mit tiefer musikalischer Ausdruckskraft verbindet. Elisabeth Leonskaja, eine m ehr als renommierte Pianistin, präsentierte eine beeindruckende Interpretation dieser Etüden auf dem Konzertflügel, die durch eine einzigartige Verbindung von Virtuosität und lyrischer Sensibilität geprägt war.
Einführung in Schumanns Welt: Virtuose Präzision und musikalische Tiefe
Leonskajas Spiel eröffnete die Klangwelt von Schumann mit virtuoser Präzision. Die anspruchsvollen technischen Passagen wurden von der Altmeisterin mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit gemeistert. Dabei gelang es ihr, die musikalische Tiefe dieser Etüden zu erfassen, indem sie nicht nur die Herausforderungen der Virtuosität bewältigte, sondern auch die lyrischen Nuancen und emotionale Palette von Schumanns Komposition ausdrucksstark interpretierte.
Variationen der Emotionen: Sensible Phrasierung und dynamische Bandbreite
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
In den Sinfonischen Etüden erkundet Schumann verschiedene Variationen von Emotionen, und Leonskaja führte das Publikum durch dieses emotionale Labyrinth mit einer beeindruckenden sensiblen Phrasierung. Die dynamische Bandbreite ihrer Interpretation reichte von leisen, introspektiven Momenten bis zu kraftvollen, stürmischen Ausbrüchen. Die in Tiflis geborene Pianistin verstand es, jede Etüde als eigenständige musikalische Erzählung zu präsentieren und den Charakter jeder Variation auf subtile Weise herauszuarbeiten.
Klangliche Finesse: Virtuosität ohne Kompromisse
Die Sinfonischen Etüden erfordern nicht nur Virtuosität, sondern auch klangliche Finesse. Leonskaja meisterte diese Herausforderung mit einer beeindruckenden Technik, ohne dabei die musikalische Tiefe zu vernachlässigen. Jeder Ton schien unter ihren Händen mit Bedacht platziert zu sein, wodurch ein nuancenreiches und ausdrucksstarkes Klangbild entstand.
Fazit: Leonskajas Interpretation als künstlerische Brillanz
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Elisabeth Leonskajas Aufführung der Sinfonischen Etüden op. 13 von Robert Schumann war zweifellos von künstlerischer Brillanz geprägt. Ihre herausragende Virtuosität, kombiniert mit einer tiefen musikalischen Sensibilität, verlieh diesen Etüden eine faszinierende Lebendigkeit. Die Pianistin schaffte es, die technischen Herausforderungen mit eleganter Leichtigkeit zu meistern und gleichzeitig die lyrischen und expressiven Facetten von Schumanns Komposition auf beeindruckende Weise zum Ausdruck zu bringen. Eine Darbietung, die die Zuhörer in Schumanns emotionale Welt entführte und zugleich die meisterhafte Interpretation von Elisabeth Leonskaja zelebrierte. Das Auditorium war denn auch sichtlich angetan und applaudierte die Tastenvirtuosin so oft auf die Bühne zurück, bis diese sich für eine kurze Zugabe wieder an den Flügel setzte.
Stürmische Lebenskraft: Schuberts “Lebensstürme” in Virtuosität vereint
Die vierhändige Aufführung von Franz Schuberts “Allegro a-Moll D 947” mit dem beispiellosen Pianisten-Duo David Fray und Elisabeth Leonskaja war eine musikalische Erfahrung voller Leidenschaft und Virtuosität.
Klanggewaltiges Zusammenspiel: Fray und Leonskaja im Dialog
Von Anfang an präsentierte sich das Duo Fray und Leonskaja als harmonische Einheit. Das Allegro a-Moll, auch als “Lebensstürme” bekannt, eröffnete mit einer kraftvollen Klanggewalt. Die beiden Pianist*innen schufen ein beeindruckendes Zusammenspiel, bei dem die Stürme des Lebens in den klanglichen Weiten des Saales widerhallten.
Faszinierende Dynamik: Virtuosität und zarte Nuancen
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Fray und Leonskaja verstanden es, die faszinierende Dynamik von Schuberts Komposition zu erfassen. Die virtuosen Passagen wurden mit beeindruckender Präzision gemeistert, während sie gleichzeitig in den zarten Nuancen der lyrischen Abschnitte schwelgten. Das Spiel der beiden Ausführenden zeugte von einer tiefen musikalischen Verbindung und einer feinsinnigen Abstimmung.
Leidenschaftliche Interpretation: Emotionale Tiefe und Ausdruckskraft
Die “Lebensstürme” verlangen nicht nur technische Brillanz, sondern auch emotionale Tiefe. Fray und Leonskaja durchlebten gemeinsam die verschiedenen Facetten dieses Sturm-und-Drang-Werks. Ihre leidenschaftliche Interpretation ließ die Emotionalität von Schuberts Musik aufblühen, und das Publikum wurde auf eine mitreißende Reise durch Höhen und Tiefen mitgenommen.
Fazit: Ein mitreißendes musikalisches Abenteuer
Klavierfestival KKL 18.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die Aufführung von Schuberts “Lebensstürme” durch David Fray und Elisabeth Leonskaja gemeinsam am Konzertflügel war ein mitreißendes musikalisches Abenteuer. Das Duo vereinte technische Brillanz mit einer tiefen musikalischen Verbindung, um die kraftvolle Lebensenergie von Schuberts Werk auf höchstem Niveau zu präsentieren. Diese beeindruckende Darbietung bezeugte nicht nur die Virtuosität der beiden Pianist*innen, sondern auch ihre künstlerische Sensibilität in der Interpretation von Schuberts leidenschaftlicher Komposition.
Das Auditorium feierte die beiden mit langanhaltendem, stürmischen Schlussapplaus und freute sich an der gewährten kurzen Zugabe.
Zyklus Liszt Totentanz, Die Winterreise & «Carte Blanche Martha Argerich
Das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Dirigent Michael Sanderling
Martha Argerich vertieft in ihr Spiel
Besetzung und Programm: Luzerner Sinfonieorchester Michael SanderlingChefdirigent Yoav Levanon Klavier Franz Liszt «Totentanz» für Klavier und Orchester Alexander Schmalcz Klavier & Matthias Goerne Bariton Franz Schubert Die Winterreise op. 89, D 911 Martha Argerich und Akane Sakai Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 25 Martha Argerich und sergio Tiempio Maurice Ravel La Valse, Fassung für zwei Klaviere
Eine faszinierende Darbietung von Franz Liszts “Totentanz” erfüllte den Konzertsaal, als das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling gemeinsam mit dem herausragenden Pianisten Yoav Levanon auf der Bühne stand. Die Aufführung versprach eine klangliche Reise durch die schaurig-schöne Welt des Totentanzes.
Die Eröffnung des Stücks durch das Luzerner Sinfonieorchester unter der präzisen Führung von Michael Sanderling setzte einen eindrucksvollen Anfang. Die orchestrale Darstellung des Totentanzes war von einer packenden Dramatik durchzogen, die die Zuhörer sofort in den Bann zog. Sanderlings dirigentische Expertise verlieh dem Stück eine eindringliche Intensität.
Levanons Virtuosität: Klavierpart mit Leidenschaft interpretiert
Der noch nicht ganz zwanzigjährige Yoav Levanon besticht durch seine bemerkenswerte Präsenz. Seine Virtuosität und leidenschaftliche Interpretation des Klavierparts führten zu einem dynamischen Dialog mit dem Orchester. Levanon meisterte die anspruchsvollen Passagen mit technischer Brillanz und verlieh dem Totentanz eine zusätzliche emotionale Dimension.
Tänzerischer Dialog: Orchester und Klavier verschmelzen
Der Totentanz entfaltete sich als tänzerischer Dialog zwischen Orchester und Klavier. Die musikalische Kommunikation zwischen Levanon und dem Luzerner Sinfonieorchester war beeindruckend, wobei beide Parteien perfekt aufeinander abgestimmt schienen. Die wechselnden Stimmungen, von düsteren, bedrohlichen Momenten bis zu lebhaften, tänzerischen Passagen, wurden mit beeindruckender Einheit dargeboten.
Sanderlings feinsinnige Interpretation ermöglichte dem Luzerner Sinfonieorchester eine klangliche Vielschichtigkeit, die Liszts Todestanz in all seinen Facetten beleuchtete. Die orchestrale Palette reichte von bedrohlich-dunklen Klängen bis zu lebendigen, rhythmischen Elementen, die den Charakter des Totentanzes widerspiegelten.
Fazit: Ein mitreißender Totentanz
Die Aufführung von Franz Liszts “Totentanz” durch das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling und dem Pianisten Yoav Levanon war ein mitreißendes Konzerterlebnis. Die dramatische Intensität, die virtuose Umsetzung des Klavierparts und die präzise Orchesterführung verschmolzen zu einem eindrucksvollen Totentanz, der das Publikum in seinen Bann zog. Ein klangliches Meisterwerk, das die dunkle Schönheit des Todes mit beeindruckender künstlerischer Ausdruckskraft enthüllte.
Meisterwerk des Unheimlichen: Hamelins “Hexensabbat” mit Yoav Levanon
Die Weltpremiere von Marc-André Hamelins “Hexensabbat”, beauftragt vom renommierten Klavierfestival “Le Piano Symphonique”, wurde von Yoav Levanon am Klavier in einer atemberaubenden Interpretation präsentiert. Hamelin, selbst ein Virtuose am Klavier, schuf mit dieser Komposition ein Meisterwerk des Unheimlichen.
Die Kombination aus Hamelins kühner Komposition und Levanons meisterhafter Interpretation entführte das Publikum in eine musikalische Hexenküche. “Hexensabbat” zeichnete sich durch eine unheimliche Atmosphäre aus, in der dissonante Klänge und unkonventionelle Strukturen miteinander verschmolzen, um eine düstere Klanglandschaft zu formen.
Levanons Virtuosität: Virtuose Höhenflüge und düstere Abgründe
Yoav Levanon am Klavier erwies sich als brillanter Interpret von Hamelins anspruchsvollem Werk. Seine Virtuosität manifestierte sich in virtuosen Höhenflügen, während er gleichzeitig die düsteren Abgründe der Komposition mit beeindruckender Sensibilität auslotete. Levanon verlieh jedem Tastenanschlag eine besondere Nuance, wodurch die Klangwelten des “Hexensabbats” plastisch hervortraten.
Marc-André Hamelin bewies mit “Hexensabbat” erneut seine innovative Herangehensweise an die Klaviermusik. Die Uraufführung dieser Komposition führte das Publikum durch avantgardistische Klangexperimente, die durch Levanons meisterhafte Ausführung zum klanglichen Erlebnis wurden. Hamelins musikalische Vision wurde in jedem Moment spürbar, während Levanon die verschiedenen Facetten des Hexensabbats enthüllte.
Fazit: Unvergessliches musikalisches Abenteuer
Pianist-Yoav-Levanon-geniesst-den-Applaus
Die Weltpremiere von Marc-André Hamelins “Hexensabbat”, präsentiert von Yoav Levanon, war ein unvergessliches musikalisches Abenteuer. Hamelins kühne Experimente und Levanons meisterhafte Interpretation verschmolzen zu einer einzigartigen Vorstellung, die das Publikum in den Bann zog. “Hexensabbat” wird zweifellos als markanter Beitrag zur zeitgenössischen Klaviermusik in Erinnerung bleiben und der israelishe Tastenvirtuose durfte sich über die stürmische, langanhaltende Akklamation freuen, die er auf seine Art, in Form einer kleinen Zugabe, mit dem Ausruf «Ilove you» und, wie an den Abenden zuvor, mit einem, mittels seinen Händen geformtem Herzen verdankte.
Eindringliche Winterreise: Goerne und Schmalcz entfesseln Schuberts Meisterwerk
Die Aufführung von Franz Schuberts “Die Winterreise” op. 89, D 911, durch den Bariton Matthias Goerne und den Pianisten Alexander Schmalcz war eine künstlerische Reise von außergewöhnlicher Tiefe und emotionaler Intensität. Das Duo entfaltete in dieser Winterreise eine eindringliche Welt, die das Publikum in den Bann zog.
Goernes Ausdruckskraft: Einblicke in Schuberts Seelenlandschaft
Bariton Matthias Goerne
Matthias Goernes Interpretation des Bariton-Parts war von einer beeindruckenden Ausdruckskraft geprägt. Die subtile Nuancierung seiner Stimme gewährte Einblicke in Schuberts tiefgründige Seelenlandschaft. Goerne verlieh jedem Lied eine einzigartige emotionale Färbung und schuf so eine berührende Erzählung des winterlichen Leidens und der Suche nach innerem Frieden.
Schmalcz’ Virtuosität: Klavier als lebendiger Begleiter
Pianist Alexander Schmalcz
Alexander Schmalcz, am Klavier, erwies sich als meisterhafter Begleiter für Goernes baritonale Reise. Seine Virtuosität entfachte die Melodien von Schuberts Kompositionen mit Lebendigkeit und Tiefgang. Schmalcz verstand es, das Klavier nicht nur als Begleitung, sondern als aktiven, klanglichen Teil der Winterreise darzustellen, was die emotionale Resonanz des Werks verstärkte.
Melancholie und Verzweiflung: Die Vielschichtigkeit von Schuberts Liedern
Die Vielschichtigkeit von Schuberts Liedern wurde in der Aufführung besonders deutlich. Goernes eindringlicher Gesang durchzog die Halle mit Melancholie und Verzweiflung, während Schmalcz am Klavier die kontrastreichen Stimmungen meisterhaft einfing. Die Interaktion zwischen Bariton und Klavier schuf eine authentische Darbietung der Winterreise.
Tiefe Interpretation: Goernes szenische Präsenz
Matthias Goernes szenische Präsenz fesselte das Publikum. Sein Vortrag war nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch durchdrungen. Jede Geste und jeder Ausdruck verlieh den Liedern eine zusätzliche Dimension, die die emotionale Intensität der Winterreise verstärkte.
Fazit: Eine ergreifende Winterreise
Die Winterreise von Franz Schubert in der Darbietung von Matthias Goerne und Alexander Schmalcz war zweifellos eine ergreifende musikalische Reise. Die tiefe Interpretation, die klangliche Brillanz und die meisterhafte Kommunikation zwischen Bariton und Klavier schufen eine Aufführung von unvergleichlicher künstlerischer Schönheit. Goerne und Schmalcz entfesselten Schuberts Meisterwerk und nahmen das Publikum mit auf eine, mit 75 Minuten Dauer, sehr lange emotionale Reise durch die frostigen Landschaften der Winterreise.
Argerichs Virtuosität: Bachs Partita Nr. 2 in meisterhafter Ausführung
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Martha Argerich, eine Legende am Klavier, präsentierte eine fesselnde Interpretation von Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2 in c-Moll, BWV 826. Argerichs einzigartige Fähigkeit, die Strenge der Barockmusik mit ihrem unvergleichlichen Klavierspiel zu verbinden, zeigte sich in einer Aufführung von beeindruckender Brillanz.
Klare Artikulation und dynamische Finesse: Argerichs Bach-Interpretation
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Argerichs Klavierspiel offenbarte eine klare Artikulation und dynamische Finesse, die Bachs komplexen Kompositionen gerecht wurde. Die Partita entfaltete sich in ihrer ganzen Pracht, von den tänzerischen Elementen bis zu den anspruchsvollen Fugen. Argerichs Interpretation schaffte es, die barocke Struktur mit lebendiger Leichtigkeit zu durchdringen.
Emotionale Tiefe und Ausdruck: Argerichs Meisterschaft am Klavier
Bachs Partita Nr. 2 erfordert nicht nur technische Virtuosität, sondern auch eine tiefe emotionale Ausdruckskraft. Martha Argerich meisterte diese Herausforderung, indem sie jedem Satz eine eigene emotionale Tiefe verlieh. Ihre meisterhafte Interpretation brachte die subtilen Nuancen der Komposition zum Vorschein und entführte das Publikum in eine Welt der musikalischen Raffinesse.
Argerichs gestalterische Vielfalt war in der lebendigen Klangpalette der Partita deutlich spürbar. Von den stürmischen Passagen bis zu den introspektiven Momenten beherrschte sie die musikalische Erzählung mit einer beeindruckenden Intensität. Ihre Fähigkeit, die Spannung aufrechtzuerhalten, verlieh der Aufführung künstlerische Tiefe.
Fazit: Ein meisterhaftes Bach-Erlebnis
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Martha Argerichs Interpretation war zweifellos ein meisterhaftes Erlebnis. Ihre technische Brillanz, kombiniert mit einer tiefen musikalischen Sensibilität, brachte die zeitlose Schönheit von Bachs Komposition zum Ausdruck. Argerichs Klavierspiel ist nicht nur virtuos, sondern auch von einer fesselnden Ausdruckskraft,
Dementsprechend äusserte sich die Freude des Publikums in einer wahren Applauskaskade.
Argerich und Sakai: Virtuoses Duett in Prokofjews “Symphonie classique”
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Martha Argerich und Akane Sakai präsentierten eine faszinierende Interpretation von Sergej Prokofjews Sinfonie Nr. 1 in D-Dur, op. 25, auch bekannt als “Symphonie classique”, auf zwei Klavieren. Dieses außergewöhnliche Duo verlieh der klassischen Sinfonie durch ihre gemeinsame pianistische Brillanz und Sensibilität eine beeindruckende Neuinterpretation.
Klangliche Magie: Die Sinfonie am Klavier zum Leben erweckt
Klavierfestival 20.1.24 Konzeretfoto von Philipp Schmidli
Argerich und die Japanerin Sakai zauberten klangliche Magie, indem sie die Sinfonie am Klavier zum Leben erweckten. Die Entscheidung, dieses Meisterwerk auf zwei Klavieren zu präsentieren, enthüllte eine reiche Palette an Klangfarben und Strukturen. Das Duo bewahrte die Symmetrie der Sinfonie und verlieh ihr gleichzeitig eine kammermusikalische Intimität.
Virtuosität und Präzision: Meisterhaftes Zusammenspiel der Pianistinnen
Die Virtuosität und Präzision, die Argerich und Sakai an den Tag legten, beeindruckten durch ihr meisterhaftes Zusammenspiel. Jede Pianistin trug zum lebendigen Dialog bei, wobei die klare Artikulation und die fließenden Übergänge das harmonische Miteinander unterstrichen. Die technische Brillanz des Duos entfaltete sich in den anspruchsvollen Passagen der Sinfonie.
Dynamik und Expressivität: Emotionale Tiefe im Klavierduett
Das Klavierduett der beideni zeichnete sich durch dynamische Bandbreite und expressives Spiel aus. Die beiden Pianistinnen verliehen den melodischen Linien eine tiefgreifende Emotionalität. In lebhaften Stücken entfesselten sie kraftvolle Energien, während sie in den zarten Momenten eine feinfühlige Intimität bewahrten.
Fazit: Ein ergreifendes Duett voller Raffinesse
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Martha Argerich und Akane Sakai schufen mit ihrer Darbietung von Prokofjews “Symphonie classique” an zwei Klavieren ein ergreifendes Duett voller künstlerischer Raffinesse. Ihre gemeinsame Interpretation verlieh diesem klassischen Stück eine neue Dimension, wobei die beiden Pianistinnen die Essenz von Prokofjews Sinfonie mit beeindruckender Virtuosität und einfühlsamem Zusammenspiel einfingen und dafür mit reichlich Applaus belohnt wurden.
Argerich und Tiempo: südamerikanisch leidenschaftliche Interpretation von Ravels “La Valse”
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die gebürtige Argentinierin Martha Argerich und der in Venezuela geborene Sergio Tiempo präsentierten eine leidenschaftliche Interpretation von Maurice Ravels “La Valse” in der Fassung für zwei Klaviere. Dieses virtuose Duo verlieh dem orchestralen Rauschwerk Ravel’s eine mitreißende Intensität und entfaltete dabei eine beeindruckende Palette an klanglichen Nuancen.
Klangfülle und Virtuosität: Die Brillanz des Klavierduos
Die Brillanz des Klavierduos Argerich und Tiempo zeigte sich in der beeindruckenden Klangfülle und Virtuosität ihrer Darbietung. Die beiden meisterten die anspruchsvollen Passagen mit technischer Präzision, während sie gleichzeitig die lebhaften rhythmischen Elemente und die dramatische Dynamik von “La Valse” meisterhaft einfingen.
Symbiotisches Zusammenspiel: Harmonie und Kontrast
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Das symbiotische Zusammenspiel von Argerich und Tiempo schuf eine faszinierende Harmonie und einen reizvollen Kontrast. Ihre interpretatorische Einheit erlaubte es, die komplexen Schichten von “La Valse” in einer beeindruckenden Synchronizität zu enthüllen. Die musikalische Kommunikation zwischen den Pianisten verlieh dem Stück eine lebendige und dynamische Dimension.
Expressive Gestaltung: Emotionale Tiefe des Walzers
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Die expressive Gestaltung von «Südamerika united» verlieh dem Walzer eine tiefgreifende emotionale Dimension. Von den wirbelnden, lebendigen Abschnitten bis zu den melodisch zarten Passagen beherrschten sie die dynamischen Facetten von Ravels Komposition. Ihr einfühlsames Spiel vermittelte die subtile Tragik und den Sturm der Leidenschaft in “La Valse”.
Fazit: Ein mitreißendes Klavierduo-Erlebnis
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Martha Argerich und Sergio Tiempo lieferten mit ihrer Interpretation ein mitreißendes Duo-Erlebnis. Ihr einfallsreiches und dynamisches Spiel enthüllte die Schönheit und Komplexität von Ravels Werk auf beeindruckende Weise. Diese Aufführung zeugt von der künstlerischen Brillanz zweier Ausnahmepianisten, die die Essenz von “La Valse” mit Leidenschaft und Virtuosität zum Leben erwecken.
Surprise zum Finale
Klavierfestival 20.1.24 Konzertfoto von Philipp Schmidli
Zum speziellen Finale des schon fast überlangen, etwas überladenen Schlussabends des diesjährigen Klavierfestivals «Le Piano Symphonique» kündigte Intendant und Festivalgründer Numa Bischof Ullmann als Zugabe Martha Argerich mit zwei ihrer Enkelkinder an, die zusammen die Romanze in A-Dur zu sechs Händen von Sergei Rachmaninow spielten, was auch nach einem kleinen Gerangel um die passenden Klavierhocker perfekt über die Bühne ging.
Das Auditorium erhob sich zu Ehren aller Mitwirkenden dieses Abends zu einer langanhaltenden «Standing Ovation».