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Mit Schleppkamera und Unterwasser-Roboter: Expedition MSM126 erkundet Tiefsee-Lebensräume rund um Madeira

Quallen sind nur schwer zu untersuchen, denn sie
sind sehr fragil und es ist schwierig, sie mit Netzen intakt zu fangen.
Deshalb ist der Beitrag des gelatinösen Planktons zum Nahrungsnetz im
Ozean noch kaum erforscht. Dies gilt insbesondere für die Tiefsee, die
generell noch viele weiße Flecken auf der Wissenslandkarte aufweist. Eine
internationale Expedition mit Expert:innen aus verschiedenen
Forschungsfeldern macht sich morgen [09.02.2024] auf den Weg, unbekannte
unterseeische Lebensräume mit ihrer Artenvielfalt rund um die Insel
Madeira zu erkunden. Dabei gehen die Forschenden insbesondere der Frage
nach, welche Rolle Quallen im Nahrungsnetz des Ozeans spielen.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf der Fahrt neue Arten entdecken
werden”, sagt Dr. Jan Dierking. Der Meeresbiologe am GEOMAR Helmholtz-
Zentrum für Meeresforschung Kiel ist Fahrtleiter der Expedition MSM126
„Jellyweb Madeira“ auf dem deutschen Forschungsschiff MARIA S. MERIAN, das
morgen ausläuft, um die Unterwasserlebensräume rund um Madeira zu
erforschen. Und seine Erwartungen dürften kaum zu hochgesteckt sein, denn
die geplanten Untersuchungen beziehen sich in großen Teilen auf die
Tiefsee, und dieser Lebensraum ist noch immer weitgehend unerforscht. Die
Gründe dafür sind einerseits die extremen Bedingungen: Es ist dunkel,
kalt, und es herrscht ein enormer Druck. Vor allem aber ist die Tiefsee
tief. Um dort Proben zu nehmen, braucht es sehr spezielle Geräte.

Während der Fahrt wird das internationale Team aus 22
Wissenschaftler:innen aus fünf Ländern daher eine breite Palette
modernster Instrumente und Technologien einsetzen, darunter Echolote,
Schleppkameras, einen Tiefseeroboter und verschiedene Netze, um die
biologische Vielfalt und die Nahrungsnetze der Tiefsee zu erforschen.

„Die Echolote und Schleppkameras werden wir zunächst einsetzen, um drei
Gebiete rund um die Insel Madeira von einer Tiefe von 50 Metern bis
hinunter auf 3000 Meter zu kartieren“, erklärt Co-Fahrtleiter Dr. Henk-Jan
Hoving, „einen Tiefsee-Canyon, ein ausgedehntes Unterwasserplateau und
einen unterseeischen Bergrücken.“

Das Foto- und Videosystem XOFOS (Ocean Floor Observing System, Ozeanboden-
Beobachtungssystem) filmt und fotografiert für die Kartierung den
Meeresboden. Das mit einer Kamera, Lichtquellen und Sensoren zur Messung
von Umweltdaten ausgestattete Tiefsee-Kamerasystem PELAGIOS (Pelagic in
Situ Observation System, Pelagisches in-situ-Beobachtungssystem) kann Tag
und Nacht im Freiwasser eingesetzt werden und ermöglicht es, Organismen
lebend in ihrer natürlichen Umgebung zu dokumentieren. Dabei erhoffen sich
die Wissenschaftler:innen, bislang unentdeckte Lebensräume wie
Korallengärten oder Tiefseeriffe zu finden, an die sie dann zur gezielten
Probennahme zurückkehren können.

Für die Beprobungen haben sie das „Schweizer Taschenmesser der
Meeresforschung“ dabei, wie Jan Dierking und Henk-Jan Hoving sagen – ein
Taschenmesser von der Größe eines Autoanhängers: Das ROV PHOCA, ein
ferngesteuerter Unterwasserroboter, der bis zu 2000 Meter in die Tiefe
tauchen kann und über eine Glasfaserverbindung hochauflösende Live-Videos
aus der Tiefsee an die Oberfläche überträgt. Er kann je nach Einsatz mit
einer Vielzahl wissenschaftlicher Instrumente ausgerüstet werden. Während
der MSM126 soll er sowohl im Freiwasser als auch am Meeresboden eingesetzt
werden. Im offenen Wasser wird eine „Slurp Gun“, eine Art Staubsauger, die
empfindlichen gallertartigen Organismen schonend einsammeln – „eine
riesige Chance, Tiefseearten unbeschadet nach oben zu holen und zu
beschreiben“. Am Meeresboden wird das ROV Proben von Sedimenten, Korallen
oder Schwämmen nehmen. Außerdem dient es dort als Plattform für
Experimente zu den so genannten Nahrungsfällen (food falls), also dem, was
aus den oberen Schichten des Ozeans hinabsinkt. „Wir wollen sehen, wie die
Lebewesen im Freiwasser mit der Tiefsee in Verbindung stehen: Wer frisst
hier wen, wer steht mit wem in Konkurrenz?“, erklärt Dr. Jan Dierking.
„Ich bin schon sehr gespannt, was das ROV, unser Auge am Meeresboden,
erblicken wird.“

Eine zentrale Fragestellung ist, welche Rolle gelatinöses Zooplankton,
also Quallen, im ozeanischen Nahrungsnetz spielen. Dazu gibt es noch nicht
viele Erkenntnisse, denn Quallen zu untersuchen ist schwierig. Sie sind
sehr fragil, lassen sich nur schwer unversehrt mit Netzen fangen, weshalb
ihre Bedeutung für die Nahrungsnetze wahrscheinlich unterschätzt wird. Co-
Fahrtleiter Dr. Henk-Jan Hoving: „Diese Gruppe von Lebewesen ist sehr
vielfältig. Einige von ihnen können eine Länge von mehreren Metern
erreichen. Manche sind Räuber, die Krebstiere, Fische oder andere
gelatinöse Organismen fressen. Andere ernähren sich von Detritus, dem
abgestorbenen und verrottenden Material, das in der Wassersäule reichlich
vorhanden ist.“

Das Nahrungsnetz der gelatinösen Organismen, auch als Jellyweb bezeichnet,
spiele daher wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von
organischem Material, denn Quallen können in großer Zahl auftreten, sagt
der Tiefsee-Experte. Und stirbt so eine „Quallenblüte“, sinkt
möglicherweise auch eine sehr große Menge Biomasse ab. Dr. Jan Dierking:
„Wieviel davon eigentlich am Meeresgrund ankommt und wer sich davon
ernährt, wissen wir für viele Regionen – darunter auch Madeira – noch
nicht.“ Das Jellyweb könnte eine Schlüsselrolle in den ozeanischen
Nahrungsnetzen spielen und auch erheblich am Export von Kohlenstoff in die
Tiefsee beteiligt sein.

Auf Madeira selbst ist das öffentliche Interesse an der Expedition groß.
So wird es beispielsweise für Schulkinder eine Live-Schalte auf das Schiff
geben, bei der sie den Wissenschaftler:innen bei ihrer Arbeit über die
Schulter schauen können. Dr. Dierking: „Es gibt auf Madeira große
Bestrebungen, das Wissen über die Tiefsee zu mehren, um diese besser
schützen zu können.“ Er hofft, mit den auf der Expedition gewonnenen Daten
nicht nur Wissenslücken zu füllen, sondern auch ganz konkret zum Schutz
der Lebensräume und der Artenvielfalt des Meeres rund um Madeira beitragen
zu können.

Expedition auf einen Blick:

FS MARIA S. MERIAN-Expedition MSM126
Name: Jellyweb Madeira
Region: Mittlerer Ostatlantik
Fahrtleitung: Dr. Jan Dierking, Dr. Henk-Jan Hoving
Start: 09. Februar 2024, Funchal (Portugal)
Ende: 04. März 2024, Las Palmas (Spanien)

Projekt-Förderung:

Die Expedition wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

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Wie Rechtsextremismus in Europa die Gesellschaft bedroht

Die Forschung zur extremen Rechten wurde in den vergangenen Jahren
europaweit ausgebaut. Sie umfasst Studien zu Radikalisierungsprozessen
ebenso wie zur Entwicklung neuer rechtsextremer Strömungen. Internationale
Zusammenarbeit und transnationale Forschung sind in der
Rechtsextremismusforschung jedoch selten. Um das zu ändern, bringt die
Konferenz „Dimensions of right-wing extremism in Europe“ (Dimensionen des
Rechtsextremismus in Europa) vom 13. bis 15. Februar europäische
Wissenschaftler*innen zusammen, insbesondere Forschende aus Norwegen und
Deutschland. Zu der Konferenz werden mehr als 100 Teilnehmende erwartet.

Damit ist der Kongress im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
der Universität Bielefeld eine der größten internationalen Konferenzen zu
Rechtsextremismus in Europa.

„Rechtsextremismus gefährdet demokratische Strukturen und stellt für
zahlreiche Menschen in Europa und darüber hinaus eine konkrete Bedrohung
dar“, sagt Hannah Mietke vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und
Gewaltforschung. Sie ist Mitorganisatorin der Konferenz. „Die Konferenz
zielt darauf ab, dass sich Wissenschaftler*innen über aktuelle und
innovative Forschung informieren und austauschen, den
Informationsaustausch verstetigen und Ideen über mögliche gemeinsame
Projekte austauschen.“

Zum Programm gehören zwei Hauptvorträge. Die Soziologin Professorin Dr.
Katrine Fangen von der Universität Oslo (Norwegen) geht in ihrer Keynote
auf transnationale Nationalist*innen ein und der Frage nach geeigneten
Theorien und Methoden zu ihrer Erforschung. Katrine Fangen forscht am
C-REX, einem interdisziplinären Zentrum für die Erforschung von
Rechtsextremismus, Hasskriminalität und politischer Gewalt. Der
Politikwissenschaftler Dr. Manès Weisskircher von der Technischen
Universität Dresden erörtert in seiner Keynote, inwiefern rechtsextreme
Parteien Mobilisierung gegen Klimapolitik einsetzen. Weisskircher leitet
die Nachwuchsgruppe REXKLIMA (Rechtsextremismus versus Klimaschutz?),
gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ebenfalls auf dem Programm stehen zwölf Paneldiskussionen mit insgesamt 51
Kurzvorträgen.  Die Panels beschäftigen sich beispielsweise mit extrem
rechter Gewalt und Terrorismus, juristischen und rechtlichen Antworten auf
Rechtsextremismus, antifeministischer und queerfeindlicher Gewalt sowie
mit Prävention und der Reintegration von ehemals rechtsextremen Menschen.

Organisiert wird die Konferenz gemeinsam vom C-REX, Center for Research on
Extremism (Oslo, Norwegen), von der ConflictA, der Konfliktakademie am
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der
Universität Bielefeld, dem Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung (Wi-
REX) am Standort Bielefeld, FORENA, dem Forschungsschwerpunkt
Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf und REXKLIMA,
Forschungsgruppe an der Technischen Universität Dresden.

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Greix – Immobilienpreise sind 2023 in historisch einmaligem Ausmaß gefallen

Die Preise für Wohnimmobilien sind 2023 so stark gefallen wie noch nie
seit Beginn der systematischen Immobilienpreiserfassung in Deutschland vor
rund 60 Jahren. Dies gilt für alle Wohnsegmente, also Eigentumswohnungen,
Ein- und Mehrfamilienhäuser. Das zeigt das jüngste Update des German Real
Estate Index (GREIX) mit Daten für das 4. Quartal 2023, in dem sich der
Preisverfall aber nicht mehr in der Breite fortgesetzt hat. Der Greix ist
ein Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte,
ECONtribute und dem IfW Kiel.

Dabei werden die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse, die
notariell beglaubigte Verkaufspreise enthalten, nach aktuellen
wissenschaftlichen Standards ausgewertet.

Alle Daten für momentan 19 deutsche Städte und ihre Stadtteile sind frei
verfügbar unter www.greix.de.

Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des gegenwärtigen Preisverfalls bei
Immobilien in Deutschland sind historisch einmalig. Noch nie seit Beginn
der Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse in den 60er Jahren fielen
Immobilienpreise so schnell so stark. Dies zeigt das jüngste Update des
German Real Estate Index (GREIX) (Jetzt Bericht lesen: https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/greix-2023-mit-historisch-groesstem-preisverfall-
bei-immobilien-seit-aufzeichnung-32504/?ADMCMD_simTime=1707366600
).

Auf das Gesamtjahr gesehen fielen die Verkaufspreise 2023 im Vergleich zum
Vorjahr bei Eigentumswohnungen um 8,9 Prozent, bei Einfamilienhäusern um
11,3 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern um 20,1 Prozent.
Inflationsbereinigt – also gemessen in aktueller Kaufkraft – ist die
Wertminderung noch beträchtlicher und liegt circa 5 Prozentpunkte höher.

Beim bislang stärksten Preisrückgang ab Mitte der 90er Jahre fielen die
Verkaufspreise zwar in ähnlichem Ausmaß – bei Häusern etwas weniger, bei
Wohnungen etwas mehr – brauchten dafür aber rund 10 Jahre.

Dem jüngsten Preisverfall vorausgegangen ist eine historisch ebenfalls
einmalige Preisrallye seit circa 2009. Seit dieser Zeit sind die Preise je
nach Segment um das Drei- bis Vierfache angestiegen, ehe 2022 der jähe
Absturz begann. Der bislang höchste Preisanstieg erfolgte Ende der 80er
Jahre, als sich die Preise auch im Zuge der Wiedervereinigung binnen 5
Jahren in etwa verdoppelten.

„Angesichts des exorbitanten Preisanstiegs seit über 10 Jahren und einem
neuen Zinsumfeld ist eine Phase der Preiskorrektur durchaus angebracht und
auch im bisherigen Ausmaß gesamtwirtschaftlich nicht besorgniserregend“,
sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel.

Das aktuelle Update des Greix zeigt, dass sich die Preise im 4. Quartal
2023 leicht stabilisieren und sich die Geschwindigkeit des Preisverfalls
verringert.

Verglichen mit dem Vorquartal, Q3 2023, sinken die Preise für
Eigentumswohnungen nur noch leicht um 0,6 Prozent. Die Preise für
Einfamilienhäuser geben um 1,2 Prozent nach. Die Preise für
Mehrfamilienhäuser steigen sogar um 4,7 Prozent, in diesem Segment ist die
Volatilität aufgrund der geringen Anzahl an Transaktionen relativ hoch.

Infolge der nur noch geringen Teuerungsraten sind die
inflationsbereinigten Preisveränderungen für alle Marktsegmente nur
minimal größer.

Verglichen zum Vorjahresquartal, Q4 2022, liegen alle Wohnsegmente
deutlich im Minus, wobei die Rückgänge geringer ausfallen als in den
vorherigen Quartalen.


Top-7-Städte

Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen
(Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart)
zeigen eine sehr heterogene Entwicklung.

In Köln und Stuttgart fallen die Preise im Quartalsvergleich recht
deutlich um jeweils 3,6 Prozent. In Berlin (-0,4 Prozent), Frankfurt (-0.2
Prozent) und Hamburg (+0,2 Prozent) bewegen sie sich seitwärts.

Beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis (gerundet auf die
Hunderterstelle) liegt Spitzenreiter München mit 8.600 €/m2 (Stand Q3
2023) deutlich vor Frankfurt mit 5.300 €/m2. Für Hamburg (Platz 2) und
Berlin (Platz 4) können keine Quadratmeterpreise ausgewiesen werden.

Düsseldorf mit durchschnittlich 4.300 €/m2 (Stand Q3 2023) sowie Stuttgart
und Köln mit 4.200 €/m2 sind die günstigsten der Top-7-Metropolen.

Hinweis: Für Düsseldorf und München liegen in diesem Update keine Daten
für das vierte Quartal vor.

Weitere Städte

Auch außerhalb der Top-7-Metropolen gibt es im 4. Quartal 2023 große
regionale Unterschiede für die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen.

Günstiger wird es in Chemnitz (-3,5 Prozent), Wiesbaden (-3,9 Prozent) und
Karlsruhe (-3,9 Prozent). Karlsruhe ist im jüngsten Update des Greix
erstmals erfasst.

Teurer wird es in Potsdam (+4,3 Prozent), Dortmund (+1,9 Prozent), Leipzig
(+1,8 Prozent), Duisburg (+1,8 Prozent) und Lübeck (+1,5 Prozent).

In den übrigen Städten steigen die Preise leicht oder laufen seitwärts.

Potsdam, Bonn und Münster erreichen mit durchschnittlichen
Quadratmeterpreisen von 4.200 €/m2 das Niveau der Top-7-Metropolen. Etwas
dahinter folgen Lübeck, Wiesbaden, Leipzig und Karlsruhe. Am günstigsten
ist das Preisniveau in Duisburg (1.900 €/m2) und Chemnitz (1.500 €/m2).

„Möglicherweise zeigt sich gerade der Beginn einer Bodenbildung bei den
Immobilienpreisen. Dies werden aber erst die kommenden Quartale zeigen.
Zumindest das Verhalten der Zentralbanken spräche dafür, von denen keine
weiteren Zinserhöhungen und in absehbarer Zeit Zinssenkungen zu erwarten
sind. Somit dürfte auch die Immobilienfinanzierung wieder günstiger werden
und damit die Nachfrage beleben“, so Schularick.

Jetzt lesen: Ausführlicher Bericht zum Greix-Update (https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/greix-2023-mit-historisch-groesstem-preisverfall-
bei-immobilien-seit-aufzeichnung-32504/?ADMCMD_simTime=1707366600
)

Methodischer Hinweis

Die Preisentwicklungen beim Greix werden auf Basis der Indexwerte
berechnet. Dadurch können mittels statistischer Verfahren (hedonische
Methode) Verzerrungen eliminiert werden, die bei durchschnittlichen
Quadratmeterpreisen auftreten. Beispielsweise führt ein Verkauf besonders
vieler hochpreisiger Immobilien, etwa aufgrund hoher Quadratmeterzahlen,
guter Lage oder einem guten Zustand, zu steigenden Durchschnittspreisen
pro Quadratmeter. Einem solchen Anstieg liegt aber keine generelle
Wertsteigerung für Immobilien zugrunde. Durch die Indexbildung gibt es
keine Verzerrung in der Preisentwicklung nach oben oder unten aufgrund
spezifischer Eigenschaften der verkauften Immobilien.

Die Angabe der durchschnittlichen Quadratmeterpreise dient als
Orientierung für das örtliche Preisniveau. Der konkrete Wert einer
Immobilie hängt von den spezifischen Eigenschaften ab und kann deutlich
davon abweichen.

Über den Greix:

•       Was ist der Greix?
Der Greix ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf Basis der
Kaufpreissammlungen der lokalen Gutachterausschüsse, die notariell
beglaubigte Verkaufspreise enthalten. Er bildet die Preisentwicklung
einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert
auf über zwei Millionen Transaktionsdaten. Mit Hilfe des Datensatzes
können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert und aktuelle
Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden.

•       Welche Daten und Methoden werden zur Erstellung der Indizes
verwendet?
Die Datenerhebung und Auswertung findet in Zusammenarbeit mit den
regionalen Gutachterausschüssen statt. Dabei werden alle
Immobilientransaktionen vollständig erfasst. Die Berechnung der
Preisentwicklung erfolgt nach aktuellsten wissenschaftlichen Standards und
statistischen Verfahren (hedonische Regressionsmethode). Der Greix steht
somit für höchste wissenschaftliche Datenqualität.

•       Wer finanziert den Greix?
Der Greix ist durch öffentliche Fördermittel finanziert und ein Projekt
des von der DFG-geförderten Bonn-Kölner Exzellenzclusters ECONtribute und
des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) mit dem Ziel, die
Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu erhöhen. Unterschiedliche
Preisindizes für 19 Städte sind unter www.greix.de frei zugänglich. Nach
und nach wird der Datensatz um weitere Städte erweitert werden.

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ParenThesis – Ein Blog von und für Eltern in der Wissenschaft

Viele Wissenschaftler:innen, insbesondere Frauen, entscheiden sich gegen
eine akademische Karriere aus der Sorge, diese sei mit der Gründung einer
Familie und dem Großziehen von Kindern nicht vereinbar. Die deutsche
Hochschullandschaft verliert deswegen jedes Jahr hochqualifizierte
Fachkräfte (»leaky pipeline«). Diesem Phänomen will der Blog ParenThesis
mit Informationen und individuellen Lösungsvorschlägen entgegentreten.

Eine Ursache derartiger Selektionseffekte ist, dass eine akademische
Karriere oftmals als nicht oder nur wenig vereinbar mit Plänen der
Familiengründung wahrgenommen wird. Bemühungen zur Reduktion dieser
Wahrnehmung (wie etwa Beratungsangebote durch Gleichstellungsbeauftragte,
familienfreundliche Hochschulen, Diversitätsmanagement,
Kinderbetreuungsangebote, etc.) werden bereits von vielen Hochschulen
angestoßen. Dennoch ist eine Vereinbarkeit von Familienverantwortung und
wissenschaftlicher Karriere momentan noch mit vielen Schwierigkeiten
verbunden. Dies betrifft u.a. Stellenbefristungen, Mobilitätsanspruch,
kaum echte Dual Career Möglichkeiten und die Verortung der Problemlösung
auf den privaten Bereich anstelle einer grundsätzlichen Normverschiebung
und Offenheit für Problemlösungen auf institutioneller Ebene.

ParenThesis ist ein Blog, in dem eine Gruppe von Wissenschaftler:innen aus
der Psychologie jeweils einzeln auf häufige Fragen der Vereinbarkeit mit
ihren ganz persönlichen Erfahrungen antworten. Das Team will anhand
eigener Erfahrungen und individueller Karrierewege zeigen, dass eine
wissenschaftliche Karriere mit Familie vereinbar sein kann und welche
Herausforderungen sich dabei täglich stellen. Wie kann man einen
Arbeitsalltag mit Kind gestalten? Wie sieht (in)effizientes Arbeiten mit
Kindern im Home Office aus? Wie lässt sich ein Konferenzbesuch mit Kindern
gestalten? Wann ist der beste Zeitpunkt ein Kind zu bekommen, wenn man in
der Wissenschaft tätig ist? Die Erfahrungsberichte sind dabei so
vielfältig wie die Personen, die sie geschrieben haben.

ParenThesis verfolgt drei Ziele. Der Blog beantwortet (1) konkrete Fragen
zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familienleben (2)
sammelt und dokumentiert unterschiedliche und individuelle
Herangehensweisen und Lösungsmöglichkeiten und zeigt auf, dass pauschale
Lösungen nach dem Schema »one fits all« bei Vereinbarkeitsfragen oft nicht
zielführend sind und macht (3) die Problematik der Vereinbarkeit von
wissenschaftlicher Karriere und Familienverantwortung auch für
Entscheidungsträger:innen noch stärker sichtbar. Initiatorin des Blogs ist
Prof. Dr. Carina G. Giesen, Dekanin der Fakultät Gesundheit an der HMU
Health and Medical University in Erfurt.

Link zu Webseite: https://parenthesis-blog.de/

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