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Präsenz- und Fernstudium im Vergleich: ISM-Sudentin Katharina Feidt hat beides gemeistert

ISM-Studentin Katharina Feidt
ISM-Studentin Katharina Feidt

Pionierleistung: Katharina Feidt hat als erste BWL-
Studentin des neu entwickelten ISM-Fernstudiums ihre Masterarbeit in
Digital Marketing Management eingereicht - nach weniger als vier Semestern
Studium. Im Gespräch schildert Katharina, worin sich die Fernlehre von der
Präsenzuni an der International School of Management (ISM) unterscheidet
und gibt Tipps für ein erfolgreiches Fernstudium.

Nach ihrem Bachelorstudium in Global Brand and Fashion Management am
Campus Frankfurt, entschied sich Katharina Feidt dazu, den Master in
Digital Marketing Management als Fernstudium, ebenfalls an der
International School of Management (ISM), zu studieren. Grund dafür war
ein Umzug für ein Praktikum, wie sie erklärt: „Ich hatte nicht geplant,
mein Studium auf diese Art und Weise fortzusetzen, denn das Fernstudium
ist eine von Grund auf neue Erfahrung, die sich deutlich vom Bachelor-
Studium unterscheidet.“

Viel Gestaltungsraum und Flexibilität erfordert mehr Selbstdisziplin
Im Fernstudium folgt man im Gegensatz zum Studium in Präsenz keinem festen
Stundenplan. Katharina empfiehlt deshalb, sich langfristige Ziele zu
setzen: „Man sollte sich einen Plan erstellen, um die festgesetzten Ziele
zu erreichen. Ich habe mir daher täglich mindestens 5 Stunden Zeit für
mein Studium reserviert, um eine effektive Routine zu entwickeln.“ Das
frühe Festlegen von Prüfungsterminen helfe ebenfalls dabei, die notwendige
Disziplin aufrecht zu erhalten. Auch die Planung von Pausen und Urlaub
seien wichtig, um die Batterien wieder aufzuladen.
Begeistert hat Katharina die flexible Modulauswahl sowie die
Selbstlernmodule mit abschließenden Klausuren. Diese erforderten eine
intensive Vertiefung in die Themen, wobei sie sehr viel gelernt habe. Auch
der strategische Ansatz des Masterstudiengangs in Digital Marketing hat
ihr sehr gut gefallen.

Kontaktmöglichkeiten für den Austausch nutzen
Das Lernen im stillen Kämmerchen betrachtet Katharina als die größte
Herausforderung des Fernstudiums. Es sei deshalb wichtig, das Angebot an
Kontaktmöglichkeiten, wie Dashboard und Chats, zu nutzen und während der
Live-Module Kontakte zu Dozenten und Kommilitonen zu knüpfen, so die ISM-
Studentin. „Die Möglichkeit, in Live-Modulen Gruppenarbeiten
durchzuführen, habe ich besonders geschätzt.“

Vereinbarkeit von Studium und Beruf
Das Studientempo könne man zu einem großen Teil selbst bestimmen, so
Katharina: „Das Beste am Fernstudium war für mich, dass ich meinen Master
in weniger als vier Semestern abschließen konnte.“  Während des ersten
Semesters ihres Studiums konnte Katharina nebenberuflich 15 Stunden in
einer Agentur arbeiten. Ab dem zweiten Semester war sie als Werkstudentin
im Marketing bei Via Outlets tätig, ein Premium Fashion Outlet Inhaber,
ansässig in London mit insgesamt elf Standorten in Europa. „Die zeitliche
und örtliche Flexibilität ist ein unschlagbarer Vorteil. Außerdem fand ich
es großartig, mein Studium überallhin mitnehmen und „Workations“ planen zu
können.“

Fernstudium als Vorbereitung für hybride Arbeitsformen
Nachdem sie ihre Masterarbeit nun abgegeben hat, startet Katharina als
Junior Brand Manager bei der Nobilis Group, einem Distributeur von
Parfummarken. Sie fühlt sich durch ihr Bachelor- und Masterstudium auf
ihre neue Rolle sehr gut vorbereitet. Auch für die Herausforderungen der
hybriden Arbeitswelt ist die ISM-Alumna dank ihren Studienerfahrungen
bestens gerüstet. Ihr Fazit: „Mein Masterstudium in Digital Marketing hat
mich nicht nur fachlich weitergebracht, auch in Sachen Selbstmanagement
habe ich mich durch die Fernlehre weiterentwickelt. Dank dem Fernstudium
konnte ich meine akademischen Ziele verfolgen sowie Studium, Umzug und
Arbeit unter einen Hut bringen.“

Bild: Katharina Feidt lebt in Langen bei Frankfurt und hat B.A. Global
Brand und Fashion Management am Campus Frankfurt der International School
of Management (ISM) studiert. Ihre Masterarbeit in Digital Marketing hat
sie nach weniger als vier Semestern im ISM-Fernstudium eingereicht. Seit
dem 1. November ist Katharina als Junior Brand Manager bei der Nobilis
Group tätig.

Die International School of Management (ISM) ist eine staatlich
anerkannte, private Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft und zählt zu
den führenden privaten Hochschulen in Deutschland. An Standorten in
Dortmund, Frankfurt/Main, München, Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin
wird in kompakten und anwendungsbezogenen Studiengängen der
Führungsnachwuchs für international orientierte Wirtschaftsunternehmen
ausgebildet. Zum Studienangebot gehören Vollzeit-Programme,
berufsbegleitende und duale Studiengänge sowie das komplett digitale
Fernstudium. In Hochschulrankings ist die ISM mit hoher Lehrqualität,
Internationalität und Praxisbezug regelmäßig auf den vordersten Plätzen
gelistet. Das internationale Netzwerk umfasst rund 190 Partnerhochschulen.

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Sonderausstellung "Ötzi. Der Mann aus dem Eis" in Oldenburg eröffnet

Lebensgroße Rekonstruktion von Ötzi  Neanderthal Museum
Lebensgroße Rekonstruktion von Ötzi Neanderthal Museum

An kaum einer Mumie wird so viel geforscht wie an der Eismumie Ötzi. Seit
ihrer Bergung in den Ötztaler Alpen im Jahr 1991 hat die Wissenschaft
zahlreiche Erkenntnisse über den Mann aus der Kupferzeit gewonnen – was er
trug, was er aß, welche Gebrechen er hatte und wie er zu Tode kam. Erst
kürzlich sind neue Untersuchungsergebnisse zu seinem möglichen Aussehen
veröffentlicht worden. Vom 11. November 2023 bis 26. Mai 2024 präsentiert
das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg in Kooperation mit dem
Neanderthal Museum Mettmann die Sonderausstellung „Ötzi. Der Mann aus dem
Eis“.

Die Ausstellung stellt das heutige Wissen rund um Ötzi, seine Lebensweise
und seine Todesumstände vor rund 5300 Jahren vor. Eine lebensgroße
Rekonstruktion von Ötzi und originalgetreue Repliken von seinen
Kleidungsstücken, Waffen und Werkzeugen geben Einblicke in die Materialien
und Handwerkstechniken zum Ende der Jungsteinzeit. Interaktive Stationen
laden zum spielerischen Eintauchen in Ötzis Lebenswelt ein. Originale
archäologische Funde aus der Sammlung des Landesmuseums Natur und Mensch
Oldenburg bieten Besucher:innen einen faszinierenden Einblick in die
Lebenswelt der Menschen, die zur Zeit des Gletschermanns Ötzi in
Nordwestdeutschland lebten, die Trichterbecherkultur.

Die Gletschermumie Ötzi wurde im Jahr 1991 in den Ötztaler Alpen in der
Nähe der italienisch-österreichischen Grenze entdeckt und ist mit ihrem
Alter von etwa 5300 Jahren eine der bedeutendsten archäologischen
Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Immer wieder erscheinen neue
Untersuchungsergebnisse, die das Wissen um seine Person und die Art und
Weise wie er lebte und starb schärfen. Die Ausstellung präsentiert anhand
einer lebensgroßen Rekonstruktion, wie Ötzi vermutlich ausgesehen haben
könnte. Detailgetreue Repliken von Kleidung und Ausrüstungsgegenständen
wie beispielsweise sein Mantel aus Ziegenleder, gefütterte Schuhe aus
Lindenbast, ein Kupferbeil oder ein Dolch mit Feuersteinklinge zeigen die
Materialvielfalt in Ötzis Ausrüstung und zeugen davon, wie gut er für das
Leben unter alpinen Bedingungen ausgestattet war. Die Gegenstände lassen
auf verschiedenste handwerkliche Techniken und Fertigkeiten schließen, die
zur Bewältigung des Alltags in der Steinzeit unerlässlich waren.
Interessante Details lassen weitere Rückschlüsse zu seinem Leben zu, z.B.
dass er seine Ausrüstung nicht alleine gefertigt hat: Der Pfeil in Ötzis
Ausrüstung wurde von einer linkshändigen Person hergestellt, obwohl Ötzi
selbst mutmaßlich Rechtshänder war. Seine Kleidung ist aus Leder und Fell
und wurde mit äußerst feinen Stichen genäht. An einigen Stellen wurden
grobe Reparaturen vorgenommen, die Ötzi womöglich selbst durchgeführt hat.
Neben solchen detaillierten Einblicken geben die interaktiven Stationen
zur Archäotechnik die Möglichkeit, am Beispiel von Ötzis Ausrüstung die
Handwerkstechniken selbst auszuprobieren: so z.B. eine Textiltechnik, das
Zwirnen, das Bearbeiten von Feuerstein mit einem Geweihstück, das
sogenannte Retuschieren oder das Bohren von Stein. Einen spielerischen
Zugang bietet auch eine Selfiestation mit Ötzi-Verkleidungstücken und
alpinem Panorama.
Einen besonderen Schwerpunkt widmet die Ausstellung dem, was über Ötzis
individuelle Lebens- und Todesumstände bekannt ist: An Ötzis Körper wurden
die bislang ältesten bekannten Tätowierungen entdeckt. Über 50
Tätowierungen in Form von Strichbündeln und Kreuzen befinden sich an
Stellen, an denen der Mann körperliche Verschleißerscheinungen hatte.
Schnittverletzungen an seinen Händen zeugen von einem Kampf, eine – erst
auf computertomographischen Aufnahmen zu erkennende – Pfeilspitze im
Brustkorb von einem gewaltsamen Tod.

Ötzis nordwestdeutsche Zeitgenossen
Highlight der Ausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch sind auch die
originalen archäologischen Funde aus der museumseigenen Sammlung. Sie
liefern Einblicke in die Lebensweise von Ötzis Zeitgenossen in
Nordwestdeutschland. Denn anders als Ötzis Heimat zeichnet sich das
niedersächsische Tiefland durch geringe Höhenunterschiede aus. Es wurde
während der Saalekaltzeit geformt und ist gekennzeichnet durch
nährstoffarme, sandige Böden, bekannt als die Geest. Um etwa 3300 bis 3100
Jahre vor unserer Zeitenwende waren die Menschen hier sesshaft, rodeten
Waldgebiete, betrieben Ackerbau und trieben ihre Viehherden in die Wälder.
Diese frühbäuerliche Lebensweise hatte Nordwestdeutschland erst
vergleichsweise spät erreicht. Die Trichterbecherkultur – benannt nach
einer charakteristischen keramischen Gefäßform – pflanzte Getreide, baute
Ölfrüchte wie Lein an und hielt Tiere. Reich verzierte Keramikgefäße, die
im Hauswerk hergestellt wurden, zeugen von den handwerklichen Fähigkeiten
der Menschen. Die Bestattungen aus dieser Zeit sind eindrucksvolle
Zeugnisse: Großsteingräber sind über weite Bereiche Europas verbreitet.
Allein in Niedersachsen haben sich ca. 450 Anlagen bis heute erhalten.
Diese Grabstätten enthielten Grabkammern für mehrere Verstorbene über
mehrere Generationen hinweg. Grabbeigaben wie Keramikgefäße, Steingeräte,
Bernsteinschmuck oder älteste Kupfergegenstände geben Einblicke in die
Lebensweise der Menschen und lassen Rückschlüsse auf die gesellschaftliche
Stellung der Toten zu.
Mit „Ötzi. Der Man aus dem Eis“ zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch
Oldenburg eine Ausstellung, die sowohl mit den detaillierten Informationen
zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur bekannten Gletschermumie Ötzi
aufwarten kann, als auch mit originalen archäologischen Funden aus der
museumseigenen Sammlung. Gemeinsam mit den interaktiven Stationen bieten
sie vielfältige Zugänge für Erwachsene, Kinder und Familien zu den
Lebensumständen dieser Zeit.

Begleitprogramm
Öffentliche Führungen durch die Ausstellung werden regelmäßig über den
Ausstellungszeitraum angeboten. Die ersten geführten Rundgänge finden am
12. November um 11.15 Uhr, am 26.11.2023 um 15:00 Uhr und speziell für
Familien am 3.12.2023 um 11.15 Uhr statt. Wer noch tiefer eintauchen
möchte, kann sich in Workshops in die Zeit zurückversetzen und z.B. Gefäße
aus Birkenrinde nach Ötzi Art fertigen oder die steinzeitliche Technik des
Feuermachens erlernen. Weitere Infos zu Ausstellung und Begleitprogramm
sowie Informationen zu buchbaren Programmen für Schulklassen und
Erwachsene finden sich auf der Museumswebsite: www.naturundmensch.de

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Sachbuch zur Frage nach der Objektivität der Realität veröffentlicht

apl. Prof. Dr. Kay Herrmann von der TU Chemnitz forscht zum Verständnis der Realität und hat dazu ein neues Sachbuch vorgelegt.  Niklas Schindler  TU Chemnitz
apl. Prof. Dr. Kay Herrmann von der TU Chemnitz forscht zum Verständnis der Realität und hat dazu ein neues Sachbuch vorgelegt. Niklas Schindler TU Chemnitz

Die Darstellungen und Erkenntnisse von apl. Prof. Dr. Kay Herrmann von der
TU Chemnitz sind u. a. auch mit Blick auf die gesellschaftliche
Debattenkultur vor dem Hintergrund von Fake-Science- und Fake-News-
Argumenten relevant

In dem Hollywood-Film „Matrix“ ist fast jeder Mensch an Maschinen
angeschlossen, die eine Simulation der Welt erzeugen, die sich von der
Realität nicht mehr unterscheiden lässt. Das wirft die Frage auf, was
Realität überhaupt ist und wie wir das Reale erkennen können. Eine
fundamentale Frage, mit der sich u. a. die Philosophie befasst. Eine sehr
radikale Sicht, die u. a. im sogenannten „Konstruktivismus“ vertreten
wird, ist die, dass im Prinzip alles konstruiert ist. Diese Sichtweise
wirft gewichtige Fragen nach allgemeingültigen Werten und dem Verständnis
von Wahrheit und Realität auf.

Dass diese Fragen nicht nur akademisch sind, sondern handfeste
Auswirkungen auf das öffentliche und private Leben haben, zeigt sich zum
Beispiel anhand der Debatte um „alternative Fakten“ im Rahmen der
Amtseinführung des damaligen US-Präsidenten Trump oder dem starken Druck
auf wissenschaftliche Evidenz im Zuge der Corona-Pandemie und des
Klimawandels.

In seinem aktuellen Sachbuch (https://verlag.koenigshausen-
neumann.de/product/9783826078484-was-ausserhalb-meines-geistes-ist-und-
was-ich-davon-wissen-kann
) „Was außerhalb meines Geistes ist und was ich
davon wissen kann“, beschäftigt sich Prof. Dr. Kay Herrmann,
außerplanmäßiger Professor an der Philosophischen Fakultät der Technischen
Universität Chemnitz (TUC), mit der Frage, wie man auf etwas schließen
kann, das von einem selbst unabhängig ist. Damit ist ganz konkret die
Frage nach der Objektivität der Wahrnehmung und damit der Wirklichkeit
angesprochen. Also wie „echt“ die Realität ist.

„In meiner Untersuchung vertrete ich die These, dass Wissen mit meiner
privaten Perspektive beginnt. Dies eröffnet einen Zugang zum Verständnis
des Realen als unmittelbar Erlebbares. Aber auch Gefühle oder Stimmungen
sind real“, erklärt Herrmann. Darüber hinaus verstehe er seine Arbeit auch
als „Verteidigung des naturwissenschaftlichen Weltbildes gegen die
Illusion einer beliebigen Konstruierbarkeit der Welt“ und damit auch gegen
Bestrebungen, Wahrheit und Wissenschaft im Sinne von Fake News und Fake
Science umzudeuten und der Beliebigkeit preiszugeben.

Im Interview mit TUCaktuell (https://www.tu-
chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/12154) gibt Prof. Herrmann weitere
Hintergründe und Details zu seiner Forschung, seinem persönlichen
Interesse an der Realitätsforschung und welche Gefahren er für die
öffentliche Debatte durch Fake News- und Fake Science-Argumente sieht.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Kay Herrmann, Institut für Pädagogik an der Philosophischen
Fakultät der TU Chemnitz, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..de

Originalpublikation:
Kay Herrmann: Was außerhalb meines Geistes ist und was ich davon wissen
kann. Gedanken über Materie, Geist und Realität. Würzburg 2023

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AiF zum SPRIND-Freiheitsgesetz: „Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.“

Prof. Dr. habil. Michael Bruno Klein, AiF-Hauptgeschäftsführer im Paul-Löbe-Haus  AiF
Prof. Dr. habil. Michael Bruno Klein, AiF-Hauptgeschäftsführer im Paul-Löbe-Haus AiF

„Ohne revolutionäre Innovationen verliert Deutschland den Anschluss an die
weltweiten Innovationsführer. Diese Sprunginnovationen können existenziell
für die erfolgreiche Transformation der deutschen Wirtschaft und für die
Gesellschaft insgesamt sein. Nur die Politik kann dafür zeitgemäße
finanzielle und rechtliche Fundamente schaffen“, forderte Professor
Michael Bruno Klein, Hauptgeschäftsführer der AiF Arbeitsgemeinschaft
industrieller Forschungsvereinigungen e.V., am 8. November 2023 während
einer Sachverständigenanhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur
Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND GmbH.

„Ohne revolutionäre Innovationen verliert Deutschland den Anschluss an die
weltweiten Innovationsführer. Diese Sprunginnovationen können existenziell
für die erfolgreiche Transformation der deutschen Wirtschaft und für die
Gesellschaft insgesamt sein. Nur die Politik kann dafür zeitgemäße
finanzielle und rechtliche Fundamente schaffen“, forderte Professor
Michael Bruno Klein, Hauptgeschäftsführer der AiF Arbeitsgemeinschaft
industrieller Forschungsvereinigungen e.V., am 8. November 2023 während
einer Sachverständigenanhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur
Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND GmbH.

SPRIND wurde 2019 gegründet, um im Auftrag der Bundesregierung
Innovationen zu realisieren, die durch neuartige Lösungsansätze bestehende
Produkte, Technologien oder Geschäftsmodelle auf Märkten ersetzen und
dadurch neue Märkte gestalten können. SPRIND ist als „Heimat für radikale
Neudenkerinnen und Neudenker“ konzipiert und bietet Räume, in denen
Innovatorinnen und Innovatoren Risiken eingehen und elementar „anders
denken“ können.

„Get the best people, trust them – and pay them well“

Diesen Anspruch konnte SPRIND bisher nur unter massiven Schmerzen einlösen
und den Hauptgrund sieht Klein in der „vorschriftsmäßigen“ Risikoaversion:
„Risiken gehören zum SPRIND-Geschäft. Sie sind jeder öffentlichen
Verwaltung ein Graus und widersprechen allen Regeln eines rechtssicheren
Verwaltungshandelns. Da braucht die Verwaltung mehr Unterstützung durch
klare Festlegungen aus der Politik. Dort gehört die Verantwortung hin; die
Verwaltung führt die Regeln dann aus – so oder so.“

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des
Deutschen Bundestages hatte die Expertise der AiF, die seit nahezu sieben
Jahrzehnten das Innovationsengagement von forschungsaffinen Unternehmen in
Deutschland trägt, zum sogenannten SPRIND-Freiheitsgesetz angefordert. In
den Stellungnahmen von Klein und weiteren Expertinnen und Experten
dominieren als Verbesserungsvorschläge die uneingeschränkte
Agilitätsfähigkeit der SPRIND sowie die Chance auf wettbewerbsfähige
Finanzierung der Fachkräfte. „Ein Besserstellungsverbot verhindert die
Anstellung sehr guter Leute und die braucht man für SPRIND“, so Klein und
ergänzt: „Get the best people, trust them – and pay them well.“

Bürokratieabbau, Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit

Darüber hinaus mahnt er einen Bürokratieabbau an und lehnt eine
zusätzliche Fachaufsicht des Bundesforschungsministeriums, über den
derzeitigen Aufsichtsrat hinaus, ab. Diese wäre „zwangsläufig zeit- und
bürokratieaufwendig, was die Geschwindigkeit von Innovationsprojekten
verlangsamt und dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
widerspricht.“

Professor Michael Bruno Klein sieht die Richtigkeit und Notwendigkeit des
Gründungsgedankens von SPRIND außer Frage und betont abschließend: „Der
Bund hat es selbst in der Hand, seinen politischen Willen umzusetzen, um
die Innovationsprozesse zu unterstützen, zu beschleunigen und abzusichern.
Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.“

Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke“ e.V. ist das Forschungs- und Transfernetzwerk für den deutschen
Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als
Dachverband von 101 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit rund 2.500
direkt in die AiF eingebundenen und weiteren zirka 140.000 über die
Forschungsvereinigungen eingebundenen Unternehmen sowie über 1.200
beteiligten Forschungseinrichtungen leistet sie einen wichtigen Beitrag,
die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbs- und
Weltmarktfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF Projekt GmbH, eine
einhundertprozentige Tochtergesellschaft des AiF e.V., betreut die
Projektform FuE-Kooperationsprojekte des Zentralen Innovationsprogramms
Mittelstand (ZIM) und betreibt gemeinsam mit zwei weiteren
Konsortialpartnern die Bescheinigungsstelle Forschungszulage. Die AiF FTK
GmbH, ebenfalls eine einhundertprozentige Tochter, ist unter anderem
Initiatorin, Konstrukteurin und Koordinatorin des AiF-InnovatorsNet, eines
Netzwerks von Innovatoren für Innovatoren. Seit ihrer Gründung im Jahr
1954 lenkte die AiF rund 14 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in
neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 247.000
Forschungsprojekte auf den Weg.

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