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Digitale Methoden und zirkuläre Produktion für den nachhaltigen Leichtbau

Projekt „DigiPro2green“ an der Hochschule Kempten gestartet.
Durch wiederverwertetes Material und Digitalisierung kann die
Umweltbelastung im Produktionskreislauf erheblich verringert werden. Im
Verbundprojekt „DigiPro2green“ werden Methoden und Assistenzsysteme
entwickelt, um die zirkuläre Prozesskette im Leichtbau zu optimieren. Das
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Vorhaben für
drei Jahre mit insgesamt rund 5 Millionen Euro.

Ein wichtiger Treiber auf dem Weg zu einer emissionsfreien Produktion ist
die zirkuläre Produktion. Sie ermöglicht einen deutlich geringeren
Primärressourcenbedarf. Durch die konsequente Wiederverwendung von
Materialien können Materialkreisläufe geschlossen und somit die
Umweltwirkungen in der Produktion reduziert werden. Der zunehmende Trend
zu hochintegrierten, funktionalen und Multimaterial-Bauteilen, bspw. im
Mobilitätssektor, führt jedoch zu Herausforderungen im Recycling von
werkstoffverbunden, wie geringe produktspezifische Rückläufermengen und
reduzierte Qualität von Rezyklaten. Folglich müssen Produktionsprozesse
für Hybridbauteile resilient auf variable Eigenschaften der
Rezyklatmaterialien reagieren können. Die Rezyklierung und das Design for
Reuseability sind trotz des hohen Umweltpotenzials und ihrer Eignung als
Leichtbau-Schlüsseltechnologie bisher nicht weitergehend erforscht.

Im Verbundprojekt DigiPro2green soll daher ein Webclient entwickelt
werden, welcher möglichst automatisiert bei der geeigneten Materialauswahl
unterstützt und dabei die strukturelle Integrität bei gleichzeitiger
Bewertung der Umweltwirkung berücksichtigt. Weiterhin werden digitale
Assistenzsysteme entwickelt, um die zirkuläre Prozesskette zur
Verarbeitung von Rezyklaten nachhaltig zu gestalten und eine hohe
Flexibilität bei der Reaktion auf schwankende Rezyklat-, Prozess- und
Zwischenprodukteigenschaften zu erreichen.

Digitalen Zwillinge für nachhaltigen Leichtbau
Das Institut für Produktion und Informatik (IPI) der Hochschule Kempten
hat in dem Verbundprojekt das Ziel, die nachhaltige Nutzung von Digitalen
Zwillingen für den Leichtbau zu erweitern. Die aufzubauende
Zwillingsplattform soll dabei über eine weitgehend automatische
Datenerfassung Anlagen-, Prozess- und Materialdaten verarbeiten. „Dadurch
können wiederum Assistenzsysteme optimiert werden, so dass der
Rezyklateinsatz in Bauteilen sinnvoll erhöht werden kann“, so
Teilprojektleiter Professor Dr.-Ing. Bernd Lüdemann-Ravit.

Zudem sollen während der Förderphase Methoden für den Einsatz von
wiederverwertetem Material und Vorgehensmodelle für die Auslegung von
Strukturbauteilen entwickelt werden, um den Leichtbau auch in anderen
Branchen umweltfreundlich etablieren zu können. Zum Forschungskonsortium
gehören neben dem IPI – Institut für Produktion und Informatik der
Hochschule Kempten die Technische Universität Braunschweig als
Verbundkoordinator, Fraunhofer-Institute sowie Partner aus der
Automobilindustrie, Softwareentwicklung und Materialtechnologie.

Über das IPI – Institut für Produktion und Informatik
Das IPI am Standort Sonthofen ist eine anwendungsorientierte,
interdisziplinäre
Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und
Industrie. Als Technologietransferzentrum begleitet und unterstützt es
Industriepartner bei der Durchführung von Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten im Kontext der Digitalisierung von
Produktionssystemen und der Produktionsplanung.
www.hs-kempten.de/ipi

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Deutschlandstipendien für 2023/24 an der Hochschule Bochum feierlich vergeben

Deutschlandstipendien für 2023/24 in Bochum wieder feierlich vergeben
Beiträge zu persönlichem und beruflichem Wachstum

Gerade in Zeiten, in denen immer wieder Studierende der Hochschule Bochum bei der Finanzierung ihres Studiums Unterstützung brauchen können, sind Stipendien, und insbesondere die Deutschlandstipendien, ein wichtiges Mittel zur Förderung guter und engagierter Student*innen. Umso erfreulicher die Nachricht: Auch für den Förderzeitraum 2023/24 konnte die Zahl dieser Stipendien gesteigert werden: Waren es im Vorjahr 127 geförderte Stipendiat*innen, stehen in diesem Jahr insgesamt 129 Stipendien auf der Liste.
In einer Feierstunde am 05. Dezember konnten Urkunden für die 113 Stipendien am Standort Bochum in der BlueBox an die Stipendiaten übereicht werden, die Vergabe der 16 Förderurkunden am Campus Velbert/Heiligenhaus erfolgt dort im neuen Jahr.
Vizepräsidentin Prof. Dr. Claudia Frohn-Schauf begrüßte alle Anwesenden und erklärte Regeln und Umstände der Deutschlandlandstipendien an der Hochschule Bochum.
Das Stipendium finanziert sich zu einer Hälfte aus einer Spende eines Unternehmens, einer Einzelperson oder einer Stiftung und zur anderen aus öffentlichen Mitteln des nationalen Förderprogramms. 394 Studierende haben sich für dieses Jahr um ein Deutschlandstipendium beworben – 296 haben die Voraussetzungen erfüllt. Der Bedarf ist also groß. Insgesamt fanden sich 2023 44 Förderer, die zusammen 232.200 € zur Verfügung stellen; die Hochschule kann damit Deutschlandstipendien im Gesamtvolumen von 464.400 € auszahlen.
Die Stipendiat*innen erhalten in der Regel für jeweils ein Jahr 300 Euro monatlich. Bei der Auswahl durch eine Jury wurden übrigens nicht nur die Studienleistungen der Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt, sondern auch ihr soziales Engagement, ihre Lebenssituation und nicht zuletzt ein überzeugendes Motivationsschreiben.
Stellvertretend für alle Stipendiat*innen sprach in diesem Jahr die 23-jährige Betriebswirtschafts-Studentin Julia Wember und erklärte, was ihr das Deutschlandstipendium bedeutet. Sie bedankte sich bei den Förderern und der Hochschule: „Es ist großartig, dass Persönlichkeiten wie Sie, an uns junge Generationen glauben und Potenzial in unseren Fähigkeiten sehen. Dass Sie bereit sind, Zeit und Geld in unsere Bildung zu investieren, damit wir uns zu kritischen Denkern, innovativen Gestaltern und verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln können“, freute sie sich.
Julia Wember ging auch auf die schwierige wirtschaftliche Situation vieler junger Menschen ein. Sie verwies darauf, dass noch vor 2 Jahren das Statistische Bundesamt angegeben hat, dass ganze 37,9% aller Studierenden in Deutschland armutsgefährdet waren. „Diese erschreckend hohe Zahl betont die Notwendigkeit von Fördermöglichkeiten wie dem Deutschlandstipendium. Denn in diesem Kontext wird klar, dass Ihr Beitrag nicht nur individuelle Leben beeinflusst, sondern den Zugang zu einer abgeschlossenen Hochschulausbildung für viele Menschen überhaupt erst möglich macht“, richtete sie ihre Worte an die Förderer.
Viele Stipendiengeber*innen haben erkannt, welche Vorteile ihnen ihr Engagement bringt: Sie lernen eine Reihe der besten Studierenden der Hochschule Bochum kennen und bekommen eine Gelegenheit, schon vor deren Abschluss mögliche spätere Führungskräfte an ihr Unternehmen heranzuführen. Und auch viele Stipendiat*innen hoffen wie Julia Wember neben der wichtigen finanziellen Unterstützung vor allem auch auf eine ideelle Förderung und den Kontakt zu ihren Förderern. Das Stipendium biete die Chance auf Mentoring, Impulse für ihre berufliche Entwicklung und den Aufbau eines starken Netzwerkes in die akademische sowie unternehmerische Welt, wünschte sich die Studentin.
Ihre Rede „auf einer so großen Bühne“ beschrieb Julia Wember als scheinbar unüberbrückbare Herausforderung, die sie aber dennoch meistern konnte. Sie sei eine Chance über sich hinauszuwachsen und sich über ihre Grenzen hinweg persönlich weiterzuentwickeln. So wie das Deutschlandstipendium. Es sei für sie weit mehr als eine bloße finanzielle Unterstützung. „Es ist eine Tür zu persönlichem und beruflichem Wachstum. Und für diese Tür bin ich zutiefst dankbar“, erklärte sie.

Die Hochschule dankt allen Förderern des Deutschlandstipendiums 2023/24:

•       "Hochschule Bochum Gemeinschaftsstipendium" (MBN, ESRI, qed): 1 Stipendium
•       Alice und Hans Joachim Thormählen-Stiftung: 13 Stipendien
•       Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg e.V.: 2 Stipendien
•       Bildungswerk Philipp Jakob Wieland: 1 Stipendium
•       Christiane Weidenbach: 1 Stipendium
•       Con terra GmbH; 2 Stipendien
•       Emschergenossenschaft: 1 Stipendium
•       ESRI Deutschland GmbH: 1 Stipendium
•       G DATA CyberDefense AG: 1 Stipendium
•       GASAG Solution Plus GmbH: 1 Stipendium
•       Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik u. Eisengießerei GmbH: 2 Stipendien
•       gernot schulz : architektur GmbH: 1 Stipendium
•       Gesellschaft der Förderer der Hochschule Bochum e.V.: 3 Stipendien
•       Heiligenhauser Sparkassenstiftung: 1 Stipendium
•       Lions Hilfswerk Bochum-Kemnade e.V.: 2 Stipendien
•       Michael und Julia Abeler: 1 Stipendium
•       Norbert Dohms: 1 Stipendium
•       ÖbVI Andreas Claasen: 1 Stipendium
•       ÖbVI Petersen Vermessungsingenieur: 1 Stipendium
•       Philipps GmbH & Co. KG: 1 Stipendium
•       Friedrich August Picard & Co. KG: 2 Stipendien
•       Pilhatsch Ingenieure: 1 Stipendium
•       qed-Stiftung an der Hochschule Bochum: 35 Stipendien
•       RAG-Stiftung: 8 Stipendien
•       Red Braid Marketing GmbH: 1 Stipendium
•       Rotary Club Bochum e.V.: 1 Stipendium
•       ruhrmobil-E e.V.: 1 Stipendium
•       RÜTGERS Stiftung: 1 Stipendium
•       SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.: 1 Stipendium
•       Dr. Spang Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Geologie und Umwelttechnik mbH: 1 Stipendium
•       Sparkasse Bochum: 5 Stipendien
•       Stadtwerke Bochum; 2 Stipendien
•       Stein HT GmbH: 12 Stipendien
•       Telefónica Germany GmbH & Co. OHG: 1 Stipendium
•       TRIOPT GmbH: 1 Stipendium
•       USB Bochum GmbH: 1 Stipendium
•       VertiGIS GmbH; 1 Stipendium
•       Vitronet Projekte GmbH; 2 Stipendien
•       Vivawest Wohnen GmbH: 2 Stipendien
•       Volkswagen Infotainment GmbH: 2 Stipendien
•       Voltavision GmbH: 1 Stipendium
•       VPI-NRW e.V.: 4 Stipendien
•       VTW GmbH: 1 Stipendium
•       Weesbach-Stiftung: 4 Stipendien

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Kiel Trade Indicator 11/23: Globaler Handel geht zurück, Nahost-Konflikt noch ohne akute Auswirkungen auf Handel

Der weltweite Handel ist im November im Vergleich zum Vormonat Oktober
laut jüngstem Update des Kiel Trade Indicator zurückgegangen (preis- und
saisonbereinigt). Zu der schwachen Entwicklung passt, dass auch die Menge
an verschifften Standardcontainern gesunken ist. Speziell der deutsche
Außenhandel durchläuft zurzeit eine anhaltende Schwächephase. Der
Schiffsverkehr im Roten Meer liegt deutlich unter dem eigentlich zu
erwartenden Aufkommen. Dies dürfte aber in erster Linie konjunkturelle
Ursachen haben, die Auswirkungen des Nahost-Konflikts dürften sich erst
mittel- bis langfristig zeigen.

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator weist für den weltweiten
Handel und den Handel großer Volkswirtschaften auf einen eher
durchwachsenen Handelsmonat November hin.

Der Welthandel geht demnach im Vergleich zum Vormonat Oktober um 0,9
Prozent zurück (preis- und saisonbereinigt). Für die EU sind die
Handelszahlen sowohl bei den Exporten (+1,4 Prozent) als auch bei den
Importen (+1,1 Prozent) leicht positiv. Der Außenhandel Deutschlands folgt
auch im November einer anhaltenden Schwächephase. Die Exporte (+0,7
Prozent) stehen leicht im Plus, die Importe (-1,1 Prozent) im Minus.

„Der deutsche Außenhandel wächst seit Ausbruch der Corona-Pandemie im
Grunde nur noch, weil die Preise steigen. Inflationsbereinigt bewegen sich
Exporte und Importe seit Jahren mehr oder weniger auf der Stelle“, sagt
Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator.

„Auf Basis der Daten des Kiel Trade Indicator ist hier kurzfristig keine
Besserung in Sicht. Im deutschen Außenhandel kommt wegen der schwachen
Konjunktur und der hohen Zinsen wohl keine Weihnachtsstimmung auf.“

In den USA dürften die Exporte (+0,1 Prozent) auf Vormonatsniveau liegen,
die Importe (+1,5 Prozent) leicht ansteigen. Für China weisen die Werte
des Kiel Trade Indicator ein leichtes Plus bzw. eine grüne Null bei den
Exporten (+0,6 Prozent) und ein Minus bei Importen (-2,6 Prozent) aus.

Containermenge sinkt, vor allem im Roten Meer. Folge des Nahost-
Konfliktes?

Die wenig positiven Aussichten für den Novemberhandel schlagen sich auch
in der Menge an weltweit verschifften Standardcontainern nieder. Sie ist
im November im Vergleich zum Oktober um über 1 Prozent gefallen und liegt
damit wieder unter der Marke von 14 Millionen Stück.

Speziell im Roten Meer ist die Menge an verschifften Standardcontainern
gesunken. Im November sind dort gut 500.000 Standardcontainer
transportiert worden, aufgrund von Erfahrungswerten aus den Jahren 2017
bis 2019 wären knapp 600.000 Stück zu erwarten gewesen.

„Es klafft immer wieder eine Lücke zwischen der tatsächlichen und der zu
erwartenden Containermenge im Roten Meer, weil China unabhängiger vom
Handel mit dem Westen und Deutschland wird. Der jüngste Rückgang der
Frachtmenge dürfte in erster Linie konjunkturelle Ursachen haben und noch
keine Folge der jüngsten gezielten Angriffe auf Handelsschiffe im Roten
Meer sein“, so Stamer.

„Terroristische Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer könnten aber in
Zukunft zu einer erneuten Belastung für den Welthandel werden, vor allem
wenn Frachtraten aufgrund von Gefahrenzulagen steigen. Langfristig könnten
Reeder auch auf alternative Routen oder Transportmittel ausweichen. Über
10 Prozent des globalen Handels führt durch das Rote Meer und den
Suezkanal, Beeinträchtigungen dort können erhebliche Auswirkungen auf den
globalen Warenverkehr mit sich bringen.“

Die nächste Aktualisierung des Kiel Trade Indicator erfolgt am 9. Januar
2024 (mit Medieninformation für die Handelsdaten im Dezember 2023).

Weitere Informationen zum Kiel Trade Indicator und die Prognosen für alle
75 Länder finden Sie auf www.ifw-kiel.de/tradeindicator (https://www.ifw-
kiel.de/de/themendossiers/internationaler-handel/kiel-trade-indicator/).

Über den Kiel Trade Indicator

Der Kiel Trade Indicator schätzt die Handelsflüsse (Im- und Exporte) von
75 Ländern und Regionen weltweit sowie des Welthandels insgesamt. Im
Einzelnen umfassen die Schätzungen über 50 Länder sowie Regionen wie die
EU, Subsahara-Afrika, Nordafrika, den Mittleren Osten oder Schwellenländer
Asiens. Grundlage ist die Auswertung von Schiffsbewegungsdaten in
Echtzeit. Ein am IfW Kiel programmierter Algorithmus wertet diese unter
Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz aus und übersetzt die
Schiffsbewegungen in preis- und saisonbereinigte Wachstumswerte gegenüber
dem Vormonat.

Die Auswertung erfolgt einmal im Monat um den 5. und liefert aktualisierte
Handelszahlen für den vergangenen und den laufenden Monat.

An- und ablegende Schiffe werden dabei für 500 Häfen weltweit erfasst.
Zusätzlich werden Schiffsbewegungen in 100 Seeregionen analysiert und die
effektive Auslastung der Containerschiffe anhand des Tiefgangs gemessen.
Mittels Länder-Hafen-Korrelationen können Prognosen erstellt werden, auch
für Länder ohne eigenen Tiefseehafen.

Der Kiel Trade Indicator ist im Vergleich zu den bisherigen
Frühindikatoren für den Handel deutlich früher verfügbar, deutlich
umfassender, stützt sich mit Hilfe von Big Data auf eine bislang
einzigartig große Datenbasis und weist einen im Vergleich geringen
statistischen Fehler aus. Der Algorithmus des Kiel Trade Indikators lernt
mit zunehmender Datenverfügbarkeit dazu (machine learning), so dass sich
die Prognosegüte im Lauf der Zeit weiter erhöht.

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Resiliente Gießereien durch KI-Assistenten für nachhaltigen Automobilbau

Projekt „ReGAIN“ an der Hochschule Kempten gestartet
Wie lassen sich komplexe Produktionssysteme zu einem vernetzten
Wertschöpfungssystem integrieren und neue digitale Fertigungskonzepte für
eine ökologisch nachhaltige Gießereiindustrie erschließen? Dieser Frage
widmet sich ein Konsortium aus Wissenschaft und Industrie im
Verbundprojekt „ReGAIN“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) fördert das Vorhaben für drei Jahre mit insgesamt rund
8,2 Millionen Euro.

Das Projekt ReGAIN strebt die digitale Verknüpfung von
Gießereiproduktionssystemen an, um Effizienz, Flexibilität, Resilienz und
Nachhaltigkeit zu steigern. Ziel ist es, komplexe Produktionssysteme zu
einem umfassend vernetzten Wertschöpfungssystem zu integrieren und neue
digitale Fertigungskonzepte für eine ökologisch nachhaltige
Gießereiindustrie im Sinne des 2021 aktualisierten „European Green Deal“
zu erschließen. ReGAIN wird die Grundlagen schaffen, damit für jedes
Gießereiprodukt ein digitaler Produktpass einheitlich definiert und in
Catena-X verfügbar ist. Catena-X ist ein internationales, offenes
Datenökosystem für die Automobilindustrie, das Geschäftsprozesse durch
datengesteuerte Wertschöpfungsketten optimiert.

Rückverfolgbarkeit von Bauteilen im Gießprozess und Einsatz von KI
Das Teilprojekt des Instituts für Produktion und Informatik (IPI) und dem
Labor für Optische 3D-Messtechnik und Computer Vision (3dvisionlab) der
Hochschule Kempten befasst sich dabei mit Herausforderungen speziell im
Sandgussverfahren. Die zu entwickelnden Technologien sollen eine
vollständige Rückverfolgbarkeit von Gussteilen garantieren und in das
Qualitätsmanagement integrieren, was eine effektive Verknüpfung von
Prozess- und Qualitätsdaten ermöglicht. Dadurch werden datenbasierte
Prozessoptimierung und -visualisierung möglich. Zudem sollen KI-basierte
Assistenzsysteme die Wirkung zwischen Prozessparametern und
Qualitätsmerkmalen visualisieren sowie präventiven Handlungsempfehlungen
für Betriebspersonal bereitstellen. Die entwickelten Modelle und Methoden
sollen als Maßstäbe im Bereich der Prozessdigitalisierung dienen und auch
andere produzierende Branchen unterstützen. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Teilvorhaben mit rund
640.000 Euro für drei Jahre.

Zu dem über 20 Partner starken Forschungskonsortium gehören neben dem IPI
– Institut für Produktion und Informatik der Hochschule Kempten die
Universität Kassel, Technischen Universität Braunschweig, der
Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, mehrere Fraunhofer-
Institute sowie diverse Partner aus der Automobilindustrie,
Softwareentwicklung und Materialtechnologie.

Über das IPI – Institut für Produktion und Informatik
Das IPI am Standort Sonthofen ist eine anwendungsorientierte,
interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen
Wissenschaft und Industrie. Als Technologietransferzentrum begleitet und
unterstützt es Industriepartner bei der Durchführung von Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten im Kontext der Digitalisierung von
Produktionssystemen und der Produktionsplanung.
www.hs-kempten.de/ipi

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