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Feuer und Flamme für die Zukunft: Zentrum für Brandforschung eröffnet

Der Sprecher des ZeBra, Prof. Jochen Zehfuß (2.v.l.), führte (v.l.) Anke Kaphammel, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, TU-Präsidentin Prof. Angela Ittel und den Niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs durch die Versuchshalle.  Kristina Rottig  TU Braunschweig
Der Sprecher des ZeBra, Prof. Jochen Zehfuß (2.v.l.), führte (v.l.) Anke Kaphammel, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, TU-Präsidentin Prof. Angela Ittel und den Niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs durch die Versuchshalle. Kristina Rottig TU Braunschweig

Mehrgeschossige Häuser aus Holz, Dämmungen aus Hanf oder Seegras, digital
gefertigte Bauteile, Energiespeicher in Fahrzeugen. Um die Brandsicherheit
bei nachhaltigen Bauweisen und neuen Produkten der Energiewende zu
gewährleisten und zu erforschen, ist der Forschungsbau des Zentrums für
Brandforschung der TU Braunschweig eröffnet worden. Das Forschungszentrum
mit seiner europaweit einmaligen Forschungsinfrastruktur, die einzigartige
experimentelle Möglichkeiten bietet, trägt dazu bei, Antworten auf die
Fragestellungen der Brandforschung zu finden und leistet so einen Beitrag
zur Stadt der Zukunft. Die Baukosten in Höhe von 25 Mio. Euro werden
jeweils zur Hälfte von Bund und Land getragen.

Dem gesellschaftlichen Sicherheitsbedürfnis Rechnung zu tragen und
sichere nachhaltige Gebäude und Produkte gestalten zu können, hat sich das
Zentrum für Brandforschung (ZeBra) zum Ziel gesetzt, das Brandverhalten
und das Gefährdungspotenzial zu erforschen. Denn die Entwicklung
neuartiger Bauweisen kann nur gelingen, wenn die Brandgefahr minimiert
wird und die Brandeinwirkungen präzise durch effiziente und belastbare
Prognosemodelle vorhergesagt werden können. Das ZeBra verfolgt dazu einen
ganzheitlichen Ansatz: Zum einen ermöglicht das Zentrum die effiziente
Modellierung und Simulation von Bränden, um Prognosen für Brandverläufe zu
erstellen und zum anderen experimentelle Großbrandversuche, um
entsprechende Daten für die numerische Modellierung zu gewinnen. Die
daraus gewonnenen Brandforschungsergebnisse fließen zum Beispiel in
Risikoanalysen und Sicherheitskonzepte ein und sind unter anderem eine der
wesentlichen Voraussetzung für eine sichere Gestaltung der Stadt der
Zukunft.

Forschungsbau mit europaweit einzigartiger Ausstattung

Der maßgeschneiderte Forschungsbau des ZeBra gliedert sich in drei
Gebäudeteile: ein zweigeschossiger Büro- und Messraumriegel, eine 23 Meter
hohe Experimentierhalle, und die 16 Meter hohe Halle für die
Rauchgasreinigung. Die Experimentierhalle –Advanced Firelab – ist das
Herzstück des neuen Forschungsbaus. Hier können Brände bis zu 20 Megawatt
untersucht werden. Die Halle ist mit zwei Großkalorimetern ausgestattet.
Sie bestehen aus einer 12 mal 12 Meter großen, verschiebbaren Haube, über
die alle Brandgase aufgefangen und mit bis zu 70 Kubikmetern pro Sekunde
abgesaugt werden können. Die dort freigesetzten Gase werden analysiert und
über die Messung des Sauerstoffgehalts kann auf die freigesetzte Wärme
geschlossen werden.

Im Freikalorimeter untersuchen die Wissenschaftler*innen beliebige
Brandlasten – beispielsweise ganze Wohnungseinrichtungen, Fahrzeuge und
Busse, aber auch Hochvoltspeicher, wie dicht gelagerte Antriebsbatterien
mit Lithium-Ionen-Technologie, die in der Produktion und Lagerung
vorkommen. Das zweite Kalorimeter ist mit einem viergeschossigen Brandhaus
gekoppelt. Hier können verschiedene Bauweisen von Fassadenkonstruktionen
mit bis zu zwölf Metern Höhe und vertikale Brandausbreitungen über mehrere
Geschosse vermessen und erforscht werden. Zudem werden auch neue
Löschanlagen oder Brandbekämpfungsstrategien und -methoden von Feuerwehren
im Realmaßstab erprobt.

So wurde jetzt im ersten Großversuch des ZeBra mit der Feuerwehr Hamburg
untersucht, wie sich ein Brand bei einer mehrgeschossigen Holzfassade in
Verbindung mit brennbaren, nachwachsenden Dämmstoffen entwickelt und wie
das Feuer am besten gelöscht werden kann. Dafür haben die
Mitarbeiter*innen des Zentrums für Brandforschung über drei Stockwerke des
vierstöckigen Fassadenprüfstandes eine Fassade mit unterschiedlichen
Holzkonstruktionen angebracht und einen Brand im ersten Obergeschoss
entfacht, der sich über die weiteren Geschosse ausbreitete. Für die
Feuerwehr sind diese Experimente wichtig, da der Holzbau im urbanen Raum
zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Interdisziplinärer Ansatz

Das Bauwesen steht im Zuge des Klimawandels und der Energiewende vor einer
großen Transformation. Hier werden neuartige Bauweisen unter Verwendung
von nachwachsenden Rohstoffen entwickelt, die unter anderem durch die
digitale Fertigung von Bauteilen materialsparender und ressourceneffizient
erstellt werden. Antworten auf die Frage, wie sich diese neuen Bauteile
und Produkte im Falle eines Brandes verhalten, sind unter anderem eine der
wesentlichen Voraussetzung für eine sichere Gestaltung der Stadt der
Zukunft. Diesen Forschungsfragen gehen nun interdisziplinär
Wissenschaftler*innen des Bauingenieurwesens, der Chemie, der
Umweltwissenschaften, der rechnergestützten Modellierung, der
Verfahrenstechnik sowie des Maschinenbaus zusammen am neuen Forschungsbau
des ZeBra nach, damit neue Bauweisen, aber auch Energiespeichersysteme und
Photovoltaikanlagen sicher gestaltet werden können.

Experimentelle und theoretische Forschung gehen Hand in Hand

Neben der experimentellen Forschung im Rahmen von Großbrandversuchen im
Realmaßstab ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Forschungszentrums
die Brandmodellierung – mit dem Ziel, effizient und genau rechnende
Modelle zu entwickeln. Die aus den Brandversuchen gewonnenen
thermophysikalisch-chemischen Daten fließen in die Computermodelle ein,
mit denen dann beliebige Bände mit großen Parameterdimensionen berechnet
werden können. Die Großversuche im Realmaßstab dienen auch dazu, diese
numerischen Modelle immer wieder zu überprüfen und immer besser
beschreiben zu können. Hier gehen im Forschungszentrum experimentelle und
theoretische Forschung Hand in Hand. Diese Möglichkeiten machen das
Forschungszentrum besonders.

Stimmen zum Forschungsbau

Falko Mohrs, Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur
„Am neuen Zentrum für Brandforschung wird künftig das Brandverhalten und
das Gefährdungspotenzial von neuen Materialien und Technologien erforscht.
Das ZeBra ist damit elementar für die brandsichere Entwicklung innovativer
Produkte in der Energie- und Mobilitätswende. Ich beglückwünsche die TU
Braunschweig zu dieser europaweit einzigartigen Forschungsanlage.“

Anke Kaphammel: Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig
„Das ZeBra der Technischen Universität bildet einen wichtigen und
ergänzenden Baustein für die Forschungsschwerpunkte „Mobilität“ und „Stadt
der Zukunft“. Ich freue mich, dass die TU Braunschweig durch den neuen
Forschungsbau von einer der beiden deutschlandweit führenden
Brandforschungseinrichtungen zum Hotspot – zum einmaligen Zentrum – wird.
Ich wünsche der neuen Einrichtung und allen, die hier forschen und
arbeiten, viel Erfolg – für eine brandsichere Stadt der Zukunft!“

Prof. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig
„Mit dem Forschungsbau des ZeBra stoßen wir in neue Dimensionen der
Brandforschung vor, um Antworten auf äußerst relevante gesellschaftliche
Fragestellungen für nachhaltige Bauweisen und Produkte der Energiewende zu
finden. Das Zentrum für Brandforschung ergänzt aufs Hervorragendste
unseren Forschungsschwerpunkt Stadt der Zukunft und lässt die TU
Braunschweig durch die hier europaweit einzigartige
Forschungsinfrastruktur auch international strahlen.“

Prof. Jochen Zehfuß, Sprecher des ZeBra, Leiter des Fachgebiets
Brandschutz des Instituts für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz
„Das ZeBra mit seiner hervorragenden Laborausstattung, durch die wir die
Branddynamik vom Klein- bis zum Realmaßstab grundlegend erforschen können,
ist insbesondere hinsichtlich der Großkalorimeter europaweit einzigartig
und eröffnet uns erstklassige Forschungsmöglichkeiten.“

Weitere Informationen:

-       Zum Zentrum für Brandforschung: https://www.tu-
braunschweig.de/ibmb/zentren/zebra
-      ZeBra Steckbrief: https://magazin.tu-braunschweig.de/wp-
content/uploads/2023/10/ZeBra_Steckbrief.pdf
-     Anwendungsmöglichkeiten Advanced Firelab: https://magazin.tu-
braunschweig.de/wp-content/uploads/2023/10/Anwendungsmoeglichkeiten_-
Advanced-Firelab.pdf

-       Erster Großbrandversuch am Zentrum für Brandforschung:
https://magazin.tu-braunschweig.de/m-post/feuer-fuer-die-forschung/
-       Video zum Großbrandversuch: https://youtu.be/nwhjdOC7rUk

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Heidelberg: Umweltministerin Thekla Walker MdL eröffnete Akademisches Jahr

Prorektor Siegmund, Rektorin Vach, Ministerin Walker, Kanzlerin Wiese-Heß und Prorektor Dammer  hop  Presse / PHHD
Prorektor Siegmund, Rektorin Vach, Ministerin Walker, Kanzlerin Wiese-Heß und Prorektor Dammer hop Presse / PHHD

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg hat das Akademische Jahr 2023/2024
mit einem Festakt eröffnet. Die Beiträge standen sämtlich unter dem Motto
"Nachhaltige Entwicklung". So hielt etwa Thekla Walker MdL, Ministerin für
Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, den
Festvortrag. Marco Grübbel, Leiter Vermögen und Bau Amt Mannheim und
Heidelberg, und Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach sprachen mit dem
Publikum über Nachhaltigkeit im Hochschulbetrieb. Es wurden ferner
herausragende Forschungsarbeiten gewürdigt, die einen wesentlichen Beitrag
zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen leisten.

Hochschulen haben für den gesellschaftlichen Wandel in Richtung
Nachhaltigkeit eine große Bedeutung. Sie vermittelten, so Ministerin
Walker, wichtige Kenntnisse, Werte und Kompetenzen und bildeten zukünftige
Lehr- und Führungskräfte sowie Fachexpert:innen aus. Durch ihre
Forschungen brächten sie zudem Wissen und Innovationen voran. In der
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nehme die Pädagogische
Hochschule Heidelberg eine besondere Rolle ein: Für Walker hat das
Vorhaben, bis 2030 Modellhochschule für BNE zu werden, Vorbildcharakter.
Die PH Heidelberg schaffe es, BNE als Konzept konkret zu leben. Sie sei
damit ein wichtiger und kompetenter Partner für das Land, um qualitativ
hochwertige Bildungsangebote im Bereich Bildung für Nachhaltige
Entwicklung zu entwickeln.

Rektorin Vach dankte der Ministerin und ergänzte: "Wir an der
Pädagogischen Hochschule Heidelberg denken nachhaltige Entwicklung
umfassend: Es geht um ökologisch orientiertes Handeln. Es geht aber auch
um wirtschaftliche und soziale Aspekte, um Diversität und
Geschlechtergleichheit oder nachhaltige Internationalisierung." Die
Heidelberger Hochschule sei in der Tat ein Ort der Wissensgenerierung und
darüber hinaus wichtige Impulsgeberin für Transformationen, so Vach. In
Richtung Politik sagte sie weiter: "Mit Blick auf die großen Fragen
unserer Zeit, etwa in Bezug auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen oder
den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, brauchen wir diese Transformationen
dringend! Das kostet Geld. Es braucht Personal. Und eine konsequente
Vereinfachung von Verwaltung und Bürokratie!"

Wie dies in Bezug auf den baulichen Betrieb von Hochschulen beispielhaft
aussehen kann, darüber sprach Vach mit Marco Grübbel. Das Publikum hatte
dem Leiter von Vermögen und Bau Amt Mannheim und Heidelberg Fragen stellen
können, die dieser kurzweilig beantwortete. Der Vorstand der Verfassten
Studierendenschaft, Franziska Weiß und Tim Strahl, dankten allen
Studierenden, die sich für die Pädagogische Hochschule in Heidelberg
engagieren. Sie gingen in ihrer Rede ferner auf die enge Zusammenarbeit
mit dem Rektorat ein: Weiß und Strahl warfen dabei einen Blick auf das
bereits gemeinsam Geschaffte und gingen gleichsam auf die noch offenen
Anliegen der Studierenden an die Hochschulleitung ein. Auch Prof. Dr.
Rosemarie Tracy, Vorsitzende des Hochschulrates, betonte die gute
Zusammenarbeit mit dem Rektorat. Sie verabschiedete zudem Prof. Dr. Petra
Deger und Dr. Jutta Lang aus dem Hochschulrat­­­­­ und dankte beiden für
ihre wertvolle Arbeit.

Im Rahmen des Festaktes verliehen Vach und Prof. Wilma Schönauer-
Schneider, Direktorin des Instituts für Sonderpädagogik, außerdem eine
Honorarprofessur an PD Dr. Dorothee Rickert (Marienhospital Stuttgart).
Gemeinsam mit dem Zonta Club Heidelberg wurde ferner der Annelie-
Wellensiek-Förderpreis an die Studentinnen Gina-Marie Trunte und Janine
Kreschel verliehen; die Laudationen hielt Dr. Monika Mölders-Felgenhauer,
Präsidentin des Zonta Clubs. Mit dem Höchstetter-Stiftungspreis ehrte
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Prorektor für Studium, Lehre und
Internationalisierung, die Absolvent:innen Jasmin Tränkle, Nick Dolshenko
und Alessia-Valeska Schieron. Über den internen Forschungsförderpreis aus
den Händen von Prof. Dr. Alexander Siegmund, Prorektor für Forschung,
Nachhaltigkeit und Digitalisierung, freuten sich Dr. Saskia Schreiter und
Dr. Jens Dennhard (Institut für Mathematik und Informatik).

Die Moderation übernahm der mehrfach prämierte Theaterregisseur Nicholas
Humphrey. Für den musikalischen Rahmen sorgte das A-Cappella-Ensemble
PolyPHonics unter der Leitung von Dr. Mathias Schillmöller sowie der
Student Tim Strahl.

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Zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Land unterwegs: BMWSB und BBSR zeichnen kommunale Mobilitätsprojekte aus

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs "Gemeinsam aktiv. Mobil iin ländlichen Räumen" Uwe Völkner / bundesfoto

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben bei
der heutigen Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs „Gemeinsam aktiv.
Mobil in ländlichen Räumen“ in Bonn 20 Kommunen für Projekte
ausgezeichnet, die das Radfahren und Zufußgehen vor Ort einfacher,
sicherer und attraktiver machen.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben bei
der heutigen Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs „Gemeinsam aktiv.
Mobil in ländlichen Räumen“ in Bonn 20 Kommunen für Projekte
ausgezeichnet, die das Radfahren und Zufußgehen vor Ort einfacher,
sicherer und attraktiver machen.

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs erhalten jeweils 5.000
Euro. Für die drei besten Projekte wurde jeweils ein Kurzfilm produziert,
der die beispielhaften Lösungen zeigt: Die Gemeinde Nohfelden (Saarland)
baute auf einer alten Bahntrasse einen Radweg, investierte in neue
Fahrradstellplätze und ließ sich von der EU und dem Allgemeinen Deutschen
Fahrrad-Club als „fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ zertifizieren. Die
Stadt Rotenburg an der Fulda (Hessen) hat die innerstädtischen Straßen und
Plätze großflächig umgestaltet und verkehrsberuhigt. Wer jetzt mit dem Rad
oder zu Fuß unterwegs ist, hat mehr Platz und kann sich sicherer
fortbewegen. Die Stadt Auerbach/Vogtland (Sachsen) setzte ein
ganzheitliches Konzept zur Förderung des Radverkehrs um: Sie baute Radwege
aus, öffnete Einbahnstraßen in beide Richtungen für den Radverkehr,
entschärfte Gefahrenstellen und setzte in vielen Bereichen Tempo 30 durch.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Kaiser sagte anlässlich
der Auszeichnung: „Für gleichwertige Lebensverhältnisse brauchen wir
innovative Konzepte für die Lebensqualität in ländlichen Räumen. Mobilität
ist dafür eine der wichtigsten Voraussetzungen.“ „Die Förderung des Fuß-
und Radverkehrs ist nicht nur ein Großstadt-Thema“, ergänzte BBSR-Direktor
Dr. Markus Eltges. „Auch kleinere Städten und Gemeinden können damit
punkten und die Menschen dazu animieren, das Auto häufiger stehen zu
lassen. Der Wettbewerb wirft ein Schlaglicht auf das Engagement vor Ort
und lädt dazu ein, sich von den guten Beispielen inspirieren zu lassen.“

Eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Forschung,
Verkehr und Verwaltung hat die Projekte ausgewählt. Das BMWSB und das BBSR
stellen die 20 Gewinner-Projekte im Online-Nachschlagewerk Mobilikon
(www.mobilikon.de) vor. Mobilikon hilft Kommunen, auf ihre
Herausforderungen abgestimmte Mobilitätslösungen zu finden und umzusetzen.

Der Wettbewerb fand unter dem Dach des Programms Region gestalten statt.
Das BMWSB unterstützt damit Vorhaben mit spezieller Ausrichtung auf
ländliche Räume. Es zielt darauf ab, deutschlandweit gleichwertige
Lebensverhältnisse zu fördern – ein Kernanliegen der Raumordnungspolitik
des Bundes. Das BBSR bereitet die neuen Handlungsansätze für die Praxis
auf und leitet daraus übertragbare Erkenntnisse für ländliche Räume ab.

Übersicht der Gewinner-Projekte:
<www.mobilikon.de/wettbewerb-gemeinsam-aktiv-mobil-laendlichen-
raeumen-2023>

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Der Klimawandel und das Wasser: Neuer Bachelorstudiengang "Gewässerkunde und Wasserwirtschaft"

Neue Studierende im Gespräch mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel, Dr. Roy Frings (Rijkswaterstaat) und Prof. Dr. Lothar Kirschbauer (Hochschule Koblenz)  Hochschule Koblenz/Martin Lisek
Neue Studierende im Gespräch mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel, Dr. Roy Frings (Rijkswaterstaat) und Prof. Dr. Lothar Kirschbauer (Hochschule Koblenz) Hochschule Koblenz/Martin Lisek

Das Wintersemester hat begonnen und mit ihm ein neues Studienangebot in
Koblenz. Der Bachelorstudiengang "Gewässerkunde und Wasserwirtschaft" ist
das jüngste Angebot der Hochschule Koblenz und richtet sich an
Studierende, die sich für Klimaanpassung, Umweltschutz und eine
nachhaltige Wasserwirtschaft einsetzen möchten. Mit einem breiten Spektrum
an praxisnahen Inhalten aus der Naturwissenschaft und den
Ingenieurwissenschaften werden die Studierenden in die Lage versetzt, sich
den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit der
lebenswichtigen Ressource Wasser zu stellen.

KOBLENZ. Das Wintersemester hat begonnen und mit ihm ein neues
Studienangebot in Koblenz. Der Bachelorstudiengang "Gewässerkunde und
Wasserwirtschaft" ist das jüngste Angebot der Hochschule Koblenz und
richtet sich an Studierende, die sich für Klimaanpassung, Umweltschutz und
eine nachhaltige Wasserwirtschaft einsetzen möchten. Mit einem breiten
Spektrum an praxisnahen Inhalten aus der Naturwissenschaft und den
Ingenieurwissenschaften werden die Studierenden in die Lage versetzt, sich
den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit der
lebenswichtigen Ressource Wasser zu stellen.

Wasserwirtschaftliche Herausforderungen gibt es viele. Starkregen und
daraus resultierende Überschwemmungen traten in den letzten Jahren nicht
nur in Deutschland, sondern weltweit vermehrt auf und bedingen eine
umfassende und weitblickende Hochwasservorsorge. Auf der anderen Seite
sind langanhaltende Hitze und Trockenheit Auslöser für sinkende
Grundwasserspiegel und Ernteausfälle und könnten in Zukunft die
Trinkwasserversorgung auch in Deutschland gefährden. Der Studiengang
Gewässerkunde und Wasserwirtschaft vermittelt praxisbezogen natur- und
ingenieurwissenschaftliche Grundlagen zu allen relevanten Gebieten der
Hydrologie, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft und zielt darauf ab,
Expertinnen und Experten für die komplexen Problemstellungen in der
Wasserwirtschaft auszubilden.

Der Bachelorstudiengang zeichnet sich durch eine Kooperation der
Hochschule Koblenz mit der Universität Koblenz und der Bundesanstalt für
Gewässerkunde  (BfG) in Koblenz aus und ist damit bundesweit einmalig. Der
Abschluss ermöglicht einen direkten Berufseinstieg bei Ingenieurbüros,
Versorgern und Verbänden oder in den einschlägigen Behörden im
Wassersektor. Darüber hinaus eröffnet er den Zugang zum konsekutiven
Masterstudiengang „Gewässerkunde und Wasserwirtschaft“, der von der
Universität Koblenz in Kooperation mit der Hochschule Koblenz und der BfG
angeboten wird.

In diesem Semester haben 13 Studierende das Bachelorstudium an der
Hochschule Koblenz aufgenommen. Die Studierenden werden in Themen wie
Gewässerökologie, Wasserqualität, Wasserwirtschaft, Hydrologie und
Umweltschutz ausgebildet. Darüber hinaus werden sie Gelegenheiten haben,
ihre Kenntnisse durch Praktika und Projektarbeiten in der realen Welt
anzuwenden.

Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, zeigt sich
begeistert über den gelungenen Start des Studiengangs: "Unser neuer
Bachelorstudiengang ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um die
großen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen, vor der unsere
Gesellschaft steht, zu meistern." Die Wasserwirtschaft muss das
ökologische Gleichgewicht von Gewässern gewährleisten, eine zuverlässige
Wasserversorgung von Bevölkerung und Wirtschaft sichern und dabei zugleich
das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rücken.

"Wasser ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch von fundamentaler
Bedeutung und mit Blick auf die Klimakatastrophe gewinnt das Thema
Wasserwirtschaft auch für Deutschland rasant an Bedeutung", betont
Studiengangsleiter Prof. Dr. Lothar Kirschbauer, Experte für
Siedlungswasserwirtschaft und Wasserwesen an der Hochschule Koblenz und
wissenschaftlicher Leiter des Kompetenznetzwerks Wissenschaft für den
Wiederaufbau. "Niedrigwasser, Hochwasser, Trinkwasserknappheit,
Wasserverschmutzung, Verlust der Biodiversität und dazu eine veraltete
Infrastruktur im Bereich der Bundeswasserstraßen – dass ein Umgang mit den
Folgen des Klimawandels gefunden werden muss, steht außer Frage".

Im Bereich der Wasserwirtschaft besitzt die Hochschule Koblenz eine große
Expertise. Bereits seit zehn Jahren bildet sie im Studiengang Umwelt-,
Wasser- und Infrastrukturmanagement Bauingenieurinnen und Bauingenieure
für das Thema aus. Die Hochschule Koblenz ist zudem für das landesweite
Kompetenzzentrum „Wissenschaft für den Wiederaufbau“ verantwortlich, das
nach der Flutkatastrophe 2021 ins Leben gerufen wurde, und engagiert sich
im Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
„Impulse für Resilienz und Klimaanpassung – Klima-Anpassung, Hochwasser
und Resilienz“ (KAHR). Die Initiativen verfolgen das Ziel,
Hochwasserereignisse wissenschaftlich zu untersuchen und
bedarfsorientierte Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. Insbesondere sollen
neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und zur Klima-
Anpassung für die Prozesse des Wiederaufbaus zur Verfügung gestellt
werden, damit die betroffenen Regionen zukunftssichere, resiliente und
klimafeste Strukturen gestalten können. Ein weiteres Forschungsvorhaben
der Hochschule - „Urban Flood Resilience – Smart Tools“ (FloReST) -
beschäftigt sich mit der Bestimmung von Wasser-Fließwegen und der
Ausweisung von Notabflusswegen. Darüber hinaus ist die Hochschule Koblenz
einer der Projektpartner im Projekt CapTain Rain, das die Wassersammlung
und -ableitung sowie die Verbesserung der Methoden zur Sturzflutvorhersage
und -vermeidung bei Starkregenereignissen in Jordanien zum
Forschungsgegenstand hat. Die wissenschaftliche Expertise der Hochschule
fließt nun in den neuen Bachelorstudiengang Gewässerkunde und
Wasserwirtschaft ein, der das Studienangebot um einen wichtigen Baustein
ergänzt.

Weitere Informationen über den neuen Studiengang, seine Inhalte und den
Bewerbungsprozess finden Interessierte auf der Homepage der Hochschule
unter www.hs-koblenz.de/gewaesserkunde.

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