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Eröffnung der KI-Studios: Erleben. Begreifen. Mitgestalten.

v.l.n.r.: Prof. Katharina Hölzle (Institutsleiterin Fraunhofer IAO und IAT der Universität Stuttgart), Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales) und Matthias Peissner (Leiter Forschungsbereich Mensch-Technik-Interaktion, Fraunhofer IAO)  Ludmilla Parsyak  Fraunhofer IAO
v.l.n.r.: Prof. Katharina Hölzle (Institutsleiterin Fraunhofer IAO und IAT der Universität Stuttgart), Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales) und Matthias Peissner (Leiter Forschungsbereich Mensch-Technik-Interaktion, Fraunhofer IAO) Ludmilla Parsyak Fraunhofer IAO

Eröffnungsveranstaltung mit Bundesminister Hubertus Heil sensibilisiert
für verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Am 12. September eröffnete der Bundesminister für Arbeit und Soziales,
Hubertus Heil, und die Institutsleiterin des IAT der Universität Stuttgart
und des Fraunhofer IAO, Prof. Dr. Katharina Hölzle, das erste stationäre
KI-Studio im »PionierHUB« des Fraunhofer IAO in München. Im Rahmen des
Projekts »KI-Studios« soll dort künftig ein Verständnis für KI in der
Arbeitswelt geschaffen und die partizipative Gestaltung gefördert werden.

Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt und das
Arbeitsumfeld? Wie können Unternehmen die Potenziale von KI nutzen und was
benötigen Beschäftigte und Interessensvertretungen, um die Einführung in
ihren Betrieben aktiv mitzugestalten? Um Antworten auf diese und weitere
Fragen zu finden, ein Verständnis für den Einsatz von KI in der
Arbeitswelt zu schaffen und die partizipative Gestaltung zu fördern,
entstehen in Stuttgart und München zwei stationäre Studios für Unternehmen
und deren Beschäftigte. Am Dienstag, den 12. September, eröffneten der
Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, und die
Institutsleiterin des Instituts für Arbeitswissenschaft und
Technologiemanagement IAT Universität Stuttgart und des Fraunhofer-
Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Prof. Dr. Katharina
Hölzle, nun das erste KI-Studio im Werksviertel Mitte in München.

Studios machen KI vor Ort erlebbar

»Uns ist es ein besonderes Anliegen, Beschäftigte für die Mitgestaltung
der digitalen Transformation der Arbeitswelt fit zu machen. Denn ein
erfolgreicher Wandel ist nur möglich, wenn wir den Faktor Mensch in den
Mittelpunkt stellen«, sagt Prof. Dr. Katharina Hölzle. Die Einführung von
KI-Lösungen kann insbesondere dann gelingen, wenn der Prozess partizipativ
gestaltet wird. Um KI erlebbar und begreifbar zu machen, erwarten die
Besucherinnen und Besucher in den KI-Studios interaktive Demonstratoren,
die KI-Anwendungen aus verschiedenen Branchen anschaulich erklären.
Darüber hinaus haben sie in Workshops die Möglichkeit, KI selbst
anzuwenden. Mit dem KI-Infomobil kommen die KI-Studios auch direkt zu
Unternehmen. Interaktion stand auch bei der Auftaktveranstaltung in
München im Mittelpunkt: Während in einer Podiumsdiskussion die Potenziale
und Herausforderungen des Einsatzes von KI in der Arbeitswelt diskutiert
wurden, konnten sich die Teilnehmenden in einem Workshop am Nachmittag
dazu austauschen, wie intelligente Systeme ihre Arbeit optimal
unterstützen können.

Mit Erlebniswerkstätten betriebliche KI-Anwendungen fördern

Ziel des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten
Projekts »KI-Studios – Erlebniswerkstätten für die partizipative
Gestaltung betrieblicher KI-Anwendungen« ist es, Beschäftigte und ihre
Interessensvertretungen bundesweit und branchenübergreifend über die
Möglichkeiten, Einsatzfelder und Grenzen von KI zu informieren und sie für
die positiven Potenziale, aber auch für die Risiken und Herausforderungen
zu sensibilisieren. Dazu wird im Rahmen des Projekts des Fraunhofer-
Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ein Netzwerk
aufgebaut und darin Veranstaltungen durchgeführt, für die verschiedene
Beteiligungsformate und interaktive Demonstratoren zur niedrigschwelligen
Informationsvermittlung entwickelt werden.

Jetzt beim Ideenwettbewerb mitmachen

Um möglichst viele Unternehmen und Beschäftigte zu erreichen, wird das
Informationsangebot des Projekts durch einen Ideenwettbewerb verstärkt. Ab
dem 11. September 2023 können sich Unternehmen, Gewerkschaften und
Verbände mit ihren eigenen Projektvorschlägen, Netzwerken und
infrastrukturellen Möglichkeiten für eine Projektbeteiligung bewerben. Die
prämierten Vorhaben der Kooperationspartnerinnen und -partner werden in
Höhe von 1,0 Mio. € unterstützt.

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Starke Nachhaltigkeit trifft Grüne Soziale Arbeit

2. Fachtag Öko-Soziale Arbeit

Mit der 2. Auflage des Fachtags Öko-Soziale Arbeit am Mittwoch, dem 13.
September 2023, setzte die SRH ihr Netzwerktreffen aus dem April fort.
Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Mitarbeitende und Studierende der
Hochschule sowie ein interessiertes Fachpublikum waren zu einem Austausch
über Modelle einer ökologischen Sozialen Arbeit zum SRH-Campus in
Leverkusen gekommen. In Vorträgen mit anschließenden Diskussionsrunden
wurden Bestandsaufnahmen und Visionen für die Praxis einer Öko-Sozialen
Arbeit ausgelotet.

Der Fachtag startete am Vormittag mit einem Vortrag von Jannik Liedholz
von der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin zum Thema „Starke
Nachhaltigkeit, Degrowth und Soziale Arbeit“. Im Anschluss folgte ein
Vortrag von Professor Ralph Kirscht, in dem er das von ihm entwickelte
„Modell einer spirituellen Öko-Sozialen Arbeit“ zur Diskussion stellte.
Nach der Mittagspause präsentierten zwei Studierende der Sozialen Arbeit
der SRH ihre Abschlussarbeiten zum Thema „Ökologie und Soziale Arbeit“.
Abgerundet wurde der Fachtag schließlich mit der gemeinsamen Suche nach
Visionen und der Formulierung von Thesen, wie eine - auch praxistaugliche
- Verbindung von Nachhaltigkeit, Ökologie und Sozialer Arbeit aussehen
könnte.

„Öko-Soziale Arbeit fokussiert sich nicht nur auf die Klientinnen und
Klienten, sondern auch auf den Einsatz für eine gerechtere Verteilung von
Ressourcen u.a. in Kommunen“, so Prof. Kirscht, Schirmherr der
Veranstaltung. Kirscht lehrt und forscht zum Thema Nachhaltigkeit,
Ökologie und Soziale Arbeit. Zugleich berät und begleitet er soziale
Träger und Wohlfahrtsverbände bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit und
Klimaschutz in der eigenen Arbeit und den eigenen Einrichtungen. „Wir sind
sehr glücklich, mit Prof. Ralph Kirscht einen solchen Experten an der
Hochschule zu haben und erleben an vielen Stellen, wie sehr die
Studierenden von seinem Wissen profitieren“, so die Prorektorin für Lehre
und Innovation an der SRH Hochschule in Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr.
Sabrina Krauss.

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Fraunhofer UMSICHT auf der VertiFarm: Nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Stadt

Lebensmittelproduktion: In einer vertikalen Kultivierung werden unterschiedliche in SUSKULT produzierten Flüssigdünger untersucht.  Fraunhofer UMSICHT
Lebensmittelproduktion: In einer vertikalen Kultivierung werden unterschiedliche in SUSKULT produzierten Flüssigdünger untersucht. Fraunhofer UMSICHT
Zwei aktuelle Trends: Leben in der Stadt und nachhaltige Ernährung. Mit
den neuen Entwicklungen des Fraunhofer UMISCHT lassen sie sich
kombinieren. Auf der VertiFarm in Dortmund stellt das Oberhausener
Forschungsinstitut u. a. ein innovatives Agrarsystem vor, das eine
regionale Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in urbanen
Räumen ermöglicht. Des Weiteren können sich Messebesucherinnen und
-besucher über den ALMARKTgarten und die Optimierung der
Pflanzenbelichtung mittels KI informieren.

Innovative Ideen, technologische Neuheiten, Produkte und Dienstleistungen
rund um die nachhaltige Lebensmittelversorgung von morgen. Nach der
erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wird die Messe Dortmund vom 26.
bis 28. September erneut zum Treffpunk für Fachleute und Interessierte
rund um die Themen »Next Level Farming« und »New Food Systems«. Als einer
der Pioniere auf dem Gebiet neuer Agrarsysteme darf das Fraunhofer UMSICHT
nicht fehlen.

Agrarproduktion: Gebäude liefert Ressourcen

Leuchtturmprojekte wie der 2019 eröffnete ALTMARKTgarten in Oberhausen
zeigen, wie solche Systeme aussehen können. Dort ist mitten in der Stadt,
auf dem Dach des Jobcenters, eine gebäudeintegrierte nachhaltige
Agrarproduktion entstanden. Ideengeber und Initiator war das Fraunhofer
UMSICHT, das vor Ort auch ein eigenes Reallabor betreibt. Hier entwickeln
und testen die Forschenden neue Technologien und Systeme der integrierten
Agrarwirtschaft. Auf der VertiFarm wird es ein Funktionsmodell des
ALTMARKTgartens zu sehen geben.

Kläranlagen als Nährstoffquelle

Ein weiteres Highlight am Messestand werden die neuesten Erkenntnisse aus
dem Verbundprojekt SUSKULT sein. Die SUSKULT-Vision: Kläranlagen sollen in
Zukunft nicht mehr im Sinne einer Entsorgungsanlage existieren, sondern zu
sogenannten NEWtrient®-Centern werden. Hier werden dann Ressourcenströme
gehandelt, die sämtliche in Städten vorkommenden Nährstoffe umfassen. »Auf
einer Kläranlage sind alle für den geschlossenen Anbau von gartenbaulichen
Produkten benötigten Ressourcen – im Wesentlichen Nährstoffe (Dünger),
CO2, Wärme und Wasser – zu finden«, erklärt Volkmar Keuter, Leiter der
Abteilung Umwelt und Ressourcennutzung am Fraunhofer UMSICHT und
Koordinator von SUSKULT. »Entsprechend docken wir unser neuartiges
Agrarsystem direkt an die Kläranlage an.«

Seit gut einem Jahr läuft nun die Pilotphase, in der die Erkenntnisse aus
dem Labormaßstab auf einer der größten Kläranlagen Deutschlands umgesetzt
werden. Aktuell liefert die Pilotanlage pro Tag etwa 200 Liter
Flüssigdünger. Der Dünger besteht überwiegend aus Recyclaten und enthält
die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium.

KI schafft bedarfsoptimierte Belichtung

Um die Grundlagen für ein intelligentes und effektives Produktionssystem
in Indoor Farmen zu schaffen, bedarf es einer Vielzahl von Komponenten.
Eine der wesentlichen Herausforderungen, gerade in Bezug auf die aktuellen
Entwicklungen auf dem Energiemarkt, stellt die Belichtung dar. Im Projekt
LightSaverAI – mit Ursprung in SUSKULT – hat das Fraunhofer UMSICHT einen
Funktionsdemonstrator zur bedarfsgerechten Regelung der Pflanzenbelichtung
entwickelt. Der Demonstrator misst die Photosyntheserate von Pflanzen
sowie weitere Umweltparameter und wertet sie aus. »Der aktuelle
Lichtbedarf einer Pflanze, z. B. von Salat, wird automatisch bestimmt. Ein
LED-Modul wird dann so eingestellt, dass die Pflanze lediglich die
Lichtintensität erhält, die für ein optimales Wachstum nötig ist«, so
Dr.-Ing. Dennis Schlehuber vom Fraunhofer UMSICHT. »Aktuell laufen hierzu
Versuchskampagnen in unseren Anlagen. Es werden mehrere hundert Pflanzen
bei unterschiedlichen Belichtungseinstellungen und Umweltparametern
kontinuierlich erfasst und analysiert. Im nächsten Schritt werden mithilfe
von künstlicher Intelligenz Prognosen über die optimalen
Kultivierungsparameter getroffen.«

Vortrag: Indoor Farming

Besuchen Sie uns vom 26. bis 28. September auf der VertiFarm, Messe
Dortmund, am Stand 4.G02 und sprechen Sie mit den Fraunhofer-Forschenden
über innovative Agrarsysteme und die dafür notwendigen Technologien. Des
Weiteren empfehlen wir Ihnen den Vortrag von Dr.-Ing. Felix Thoma zum
Thema »Latest technical developments in the field of indoor farming« am
ersten Messetag um 14 Uhr.

Originalpublikation:
https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/presse-
medien/pressemitteilungen/2023/vertifarm.html
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Prekäre Erlössituation: Geriatrische Rehabilitationskliniken bedroht – Altersmediziner fordern faire Bezahlung

DGG-Präsident Professor Rainer Wirth und Professor Markus Gosch, President-elect der DGG  Fotos: Marien Hospital Herne und Klinikum Nürnberg
DGG-Präsident Professor Rainer Wirth und Professor Markus Gosch, President-elect der DGG Fotos: Marien Hospital Herne und Klinikum Nürnberg

Ein Großteil der 168 Geriatrischen Rehabilitationsklinken in Deutschland
steht vor Finanzierungsproblemen. Hintergrund ist die prekäre
Erlössituation der Einrichtungen, die über rund 8.560 Betten verfügen. Für
die vollstationäre geriatrische Rehabilitation erhalten viele Kliniken von
den Krankenkassen weniger als 250 Euro pro Tag und Patient. „Damit ist
eine angemessene therapeutische und pflegerische Versorgung rund um die
Uhr heute kostendeckend nicht mehr zu leisten“, erklärt DGG-Präsident
Professor Rainer Wirth. Leidtragende sind in der Folge hochaltrige
Patientinnen und Patienten, die ohne eine entsprechende Behandlung
immobiler und pflegebedürftiger werden.

„Gerade in Anbetracht der nun kommenden Babyboomer-Generation ist eine
Verknappung der Ressourcen in der geriatrischen Rehabilitation nicht
hinnehmbar“, sagt Wirth. Im Rahmen des heute beginnenden Geriatrie-
Kongresses in Frankfurt am Main fordert er: „Es müssen jetzt
Rahmenbedingungen für eine besser finanzierte, flächendeckende Versorgung
mit ambulanter und vollstationärer geriatrischer Rehabilitation geschaffen
werden.“

Bereits während der Corona-Pandemie musste die Bettenkapazität um 13
Prozent reduziert werden. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sei mit
einem weiteren Rückgang der Kapazitäten zu rechnen. Dabei hat der
Bundesverband Geriatrie jetzt festgestellt: Circa Zweidrittel der Reha-
Einrichtungen konnten in den vergangenen 18 Monaten keine Erhöhung ihrer
Vergütungssätze erzielen. Gleichzeitig verzeichnen fast Dreiviertel der
Einrichtungen nahezu Vollauslastung – fast 90 Prozent der Einrichtungen
haben Wartezeiten für die Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten.

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie sei die Vergütung der
geriatrischen Rehablitation gut investiertes Geld, das die Lebensqualität
und Selbständigkeit von älteren Menschen verbessert und zu einer
Kostenreduktion im Bereich der Pflege beiträgt. „Zudem können mit einer
höheren Vergütung der geriatrischen Reha-Einrichtungen auch die
Akutkliniken – die klassischen Krankenhäuser – deutlich entlastet werden.
Daher muss die Gesundheitspolitik jetzt über eine einheitliche und
realistische Finanzierung nachdenken“, erklärt Wirth, Direktor der Klinik
für Altersmedizin und Frührehabilitation am Marien Hospital Herne –
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Die Grundlage für eine
einheitliche Vergütung von Leistungen in den Akutkliniken bildet der
sogenannte Basisfallwert. Die Tagessätze der Rehabilitationskliniken
werden hingegen weiterhin noch individuell zwischen den Krankenkassen und
Rehabilitationskliniken vereinbart. „Wir brauchen auch hier eine
verlässliche Finanzierungsgrundlage für alle“, so der Mediziner.

Statt Reha in die Kurzzeitpflege: Bedarf kann längst nicht mehr gedeckt
werden

Die Betroffenen haben eigentlich einen gesetzlichen Anspruch auf die
Durchführung einer geriatrischen Rehabilitationsmaßnahme – mit dem Ziel,
Pflegebedürftigkeit zu minimieren und damit die Selbstständigkeit zu
erhalten. Doch statt zu einer Rehabilitation geht es dann für Patientinnen
und Patienten immer häufiger in die Kurzzeitpflege. Aber auch in diesem
Bereich besteht ein enormer Aufnahmedruck, da der Bedarf längst nicht mehr
gedeckt werden kann.

„Trotz des durch den demografischen Wandel zu erwartenden steigenden
Bedarfs erreichen uns immer wieder Nachrichten, dass vollstationäre
geriatrische Rehabilitationseinrichtungen ihre Betten reduziert haben oder
gar ganz schließen“, sagt Professor Markus Gosch, President-elect der DGG.
Aktuelles Beispiel sei das Bürgerspital in Würzburg, das bereits 2020 den
Betrieb im vollstationären Bereich einstellen musste und jetzt
möglicherweise ganz schließt. „Würzburg ist dabei kein Einzelfall. Klar
ist auch: Steigende Personalkosten, die Inflation und immer kränkere
Patienten haben zu dieser Situation beigetragen“, so Gosch, zukünftiger
Präsident der DGG und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 mit dem
Schwerpunkt Geriatrie am Klinikum Nürnberg der Paracelsus Medizinischen
Privatuniversität Nürnberg.

Niedrige Tagessätze der Krankenkassen führen zu Bettenreduktion und langen
Wartezeiten

Oft bleibt den Reha-Einrichtungen gar keine andere Wahl, als die niedrigen
Tagessätze der Krankenkassen zu akzeptieren. Die jeweilige Klinik ist
schließlich auf die Zuteilung der Patienten von möglichst vielen Kassen
angewiesen. Die Konsequenzen sind vielfältig und beschränken sich nicht
allein auf die Patientinnen und Patienten, die keine geriatrische
Rehabilitationsmaßnahme erhalten. Auch für die Akutkrankenhäuser haben die
Bettenreduktionen und Schließungen im Reha-Bereich unmittelbare Folgen.
Lange Wartezeiten führen zu längeren Verweildauern in Akutkliniken.
Besonders betroffen sind davon gerade jene Fachrichtungen, die seit Corona
schon eine sehr hohe Belastung erfahren. „Die Menschen in Deutschland
werden deutlich älter. Der Pflegebedarf steigt jedes Jahr an. Deswegen
müssen wir jetzt dringend für den Erhalt und Ausbau der geriatrischen
Rehabilitationskliniken kämpfen. Nur so lässt sich die Pflegebedürftigkeit
einer ganzen Generation deutlich verringern“, erklärt Gosch.

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