Der König-Bau der Technischen Universität Dresden (Foto: Kustodie der TU Dresden/Till Schuster)
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) nimmt den König-Bau der Technischen Universität Dresden, der die Historische Farbstoffsammlung enthält, in ihr Programm „Historische Stätten der Chemie“ auf. Das Gebäude mit seiner historischen Raumfolge aus Hörsaal, Vorbereitungsraum, Labor und Magazinen für die Farbstoffsammlung vermittelt einen lebhaften Eindruck der chemischen Lehre vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Enthüllung der zugehörigen Erinnerungstafel findet im Rahmen einer Festveranstaltung am 12. Oktober 2023 statt.
Mit dem Programm „Historische Stätten der Chemie“ erinnert die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) seit 1999 an Leistungen von geschichtlichem Rang in der Chemie. In einem feierlichen Akt werden Wirkungsstätten bedeutender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer Erinnerungstafel ausgezeichnet. Ziel dieses Programms ist es, die Erinnerung an das kulturelle Erbe der Chemie wachzuhalten und die Chemie mit ihren historischen Wurzeln stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.
Der heutige König-Bau wurde 1926 als Laboratorium für Farben und Textilchemie und Sitz des gleichnamigen Instituts eingeweiht. Begründet wurde das Laboratorium bereits 1893 als erstes Hochschullaboratorium seiner Art in Deutschland von Richard Möhlau (1857 –1940), der es bis 1911 leitete. Hans Theodor Bucherer (1869 – 1949) folgte Möhlau als Direktor des Laboratoriums in den Jahren 1911 bis 1913. Unter der Leitung von Walter König (1878 – 1964) von 1913 bis 1954 entwickelte sich das Institut zu einer weltweit führenden Einrichtung für die Erforschung von synthetischen Farbstoffen und deren Anwendung. Bahnbrechend für die Entwicklung der Farbenfotografie waren Königs Arbeiten zu den Polymethin- Farbstoffen. Die Verleihung des Namens König-Bau erfolgte noch zu seiner Amtszeit 1953. Der König-Bau wurde mit Bezug 1926 auch Heimstadt der Farbstoffsammlung, deren älteste Bestände bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Durch systematisches Sammeln zum Zwecke der Forschung am Institut für Farben- und Textilchemie entstand eine einmalige Sammlung, die die Entwicklung der synthetischen Farbstoffe von der Entdeckung des Mauveins 1856 bis heute dokumentiert.
Festveranstaltung Am 12. Oktober wird das Gebäude feierlich in das Programm „Historische Stätten der Chemie“ aufgenommen und die Erinnerungstafel enthüllt. Das weitere Programm der Festveranstaltung schlägt einen Bogen von historischer Farbstoffforschung bis zu modernen OLED-Displays. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist noch bis 1. Oktober unter https://www.gdch.de/historischestaetten möglich.
Broschüre Die GDCh gibt zu diesem Anlass eine Broschüre zur Geschichte des König- Baus sowie der Historischen Farbstoffsammlung heraus. Die Broschüre kann ab dem 1. November über den GDCh-Shop unter https://shop.gdch.de bezogen werden.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit rund 30 000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Mit dem Programm "Historische Stätten der Chemie" wird die Erinnerung an das kulturelle Erbe der Chemie wachgehalten und die Chemie und ihre historischen Wurzeln stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Ein wesentliches Kriterium für die Auswahl als Historische Stätte ist, dass die mit ihr verbundenen Entdeckungen für Mensch und Gesellschaft große Bedeutung besitzen.
Wie sich das Wanderungsgeschehen in Deutschland verändert hat Berlin-Institut
Mehr Menschen in Deutschland ziehen heute aufs Land. Damit hat sich das Wanderungsgeschehen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt. Der Zuzug eröffnet Chancen, aber er bringt auch Herausforderungen, denn die Gemeinden müssen Infrastruktur vorhalten und die Neuzugezogenen integrieren. Zudem verändert sich das Leben in Dörfern und Kleinstädten, denn die neuen Nachbar:innen bringen eigene Bedürfnisse und Erwartungen mit. Eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot Stiftung zeichnet das Wanderungsgeschehen der vergangenen Jahre detailliert nach und beschreibt anhand von Fallbeispielen, was die neue Landlust für kleine Gemeinden bedeutet.
Mehr Menschen in Deutschland ziehen heute aufs Land. Damit hat sich das Wanderungsgeschehen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt. Der Zuzug eröffnet Chancen für den ländlichen Raum: So bleiben Schulen erhalten und dringend benötigte Fachkräfte kommen. Aber er bringt auch Herausforderungen, denn die Gemeinden müssen Infrastruktur vorhalten und die Neuzugezogenen integrieren. Zudem verändert sich das Leben in Dörfern und Kleinstädten, denn die neuen Nachbar:innen bringen eigene Bedürfnisse und Erwartungen mit. Eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot Stiftung zeichnet das Wanderungsgeschehen der vergangenen Jahre detailliert nach und beschreibt anhand von sechs Fallbeispielen, was die neue Landlust für kleine Gemeinden bedeutet.
„Unsere Analyse der Wanderungsstatistik zeigt auf, dass sich inzwischen mehr Menschen für ein Leben auf dem Land entscheiden als noch vor einem Jahrzehnt“, sagt Frederick Sixtus vom Berlin-Institut. Aktuell erzielen deutschlandweit rund zwei von drei Landgemeinden Wanderungsgewinne – ein Jahrzehnt zuvor galt dies nur für rund jede vierte Landgemeinde. Eine ähnliche Entwicklung erlebten die Kleinstädte. „Diese Veränderungen im Wanderungsverhalten deuten sich schon länger an, seit 2017 hat die neue Landlust dann an Fahrt aufgenommen. Corona hat diesen Trend noch einmal verstärkt“, erläutert Sixtus weiter. Für die kleinen Gemeinden und Städte spielt es dabei kaum noch eine Rolle, ob sie in der Nähe einer Großstadt oder in der Peripherie liegen.
Zu Besuch bei neuen und alten Landbewohner:innen
„Das wachsende Interesse am Landleben ist für die kleinen Gemeinden grundsätzlich eine gute Nachricht“, sagt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts. „Es bietet die Chance, viele demografische Herausforderungen ländlicher Regionen abzumildern.“ Junge Familien mit Kindern sorgen dafür, dass Schule und Kita erhalten bleiben und als Fachkräfte sind sie bei ländlichen Mittelständlern sehr begehrt. Der Zuzug stellt für kleine Gemeinden aber auch eine Herausforderung dar. „Neuzugezogene und Alteingesessene müssen das Zusammenleben aktiv gestalten. Eine funktionierende Dorfgemeinschaft ist kein Selbstläufer“, so Hinz.
Das Berlin-Institut hat quer durch die Republik sechs kleine Gemeinden, die zuletzt viel Zuzug erfahren haben, jeweils für rund eine Woche besucht, um zu erfahren, wie die neue Landlust das Zusammenleben auf dem Land verändert: das schwäbische Allmendingen in Baden-Württemberg, das am Nord-Ostseekanal gelegene Borgstedt in Schleswig-Holstein, Großharthau in Sachsen, das oberfränkische Mehlmeisel in Bayern, Sanitz bei Rostock in Mecklenburg-Vorpommern und Wanfried im hessischen Teil des Werratals. Wir haben mit Bewohner:innen mit und ohne offizielle Funktion gesprochen, wie sie sich das Leben auf dem Land vorstellen und wie sie es erleben und aktiv gestalten.
Zwischen Chance und Herausforderung
Es sind es vor allem Menschen im klassischen Familienalter zwischen 30 und 49 Jahren mit ihren minderjährigen Kindern und Berufseinsteiger zwischen 25 und 29 Jahren, die ländliche Regionen für sich entdecken. Erschwinglicher Wohnraum, eine gute Verkehrsanbindung, ein schneller Internetanschluss und eine gute Kinderbetreuung locken die Menschen in den Ort. Die Erwartungen an das Leben dort können sehr unterschiedlich sein. Wer selbst auf dem Land aufgewachsen ist und nur vorübergehend in der Stadt gelebt hat, weiß in der Regel, was ihn oder sie erwartet. Manche Zugezogene dagegen müssen das Zusammenleben auf dem Dorf erst (kennen)lernen. Wer in der Anonymität der Großstadt aufgewachsen ist, dem ist neu, dass sich vielerorts auf dem Land etwa auch Unbekannte grüßen, das Interesse aneinander größer und gegenseitige Hilfe selbstverständlich ist. Nicht immer wächst so zusammen, was zusammenwohnt. „Gerade wenn Zugezogene wie so häufig in Neubaugebiete außerhalb der Ortsmitte ziehen, ist mitunter die nächste Nachbarschaft erst einmal wichtiger als die eigentliche Dorfgemeinschaft“, erläutert Eva Eichenauer, Mitautorin der Studie. “Damit hier kein Nebeneinander oder ‚Dorf im Dorf‘ entsteht, braucht es Angebote wie Dorffeste und Orte, wo sich Neuzugezogene und Alteingesessene begegnen können.“
Was ein gutes Gemeinschaftsleben fördert
Vereine sind hier ein „Integrationsmotor“, wie es einer der befragten Bürgermeister beschreibt. Vielfältige zivilgesellschaftliche Strukturen sind für das Zusammenleben auf dem Land entscheidend. Im Förderverein des örtlichen Schwimmbads, im Sportverein oder bei gemeinschaftlich organisierten Seniorennachmittagen kommen die Menschen zusammen, lernen sich kennen und tragen zur Gestaltung des Ortes bei. Vereine sind zentrale Anlaufstellen für Zugezogene, um im Ort Fuß zu fassen. Darüber hinaus braucht es öffentlich zugängliche Orte, an denen die Menschen im Alltag zusammenkommen und sich austauschen können. Vielerorts auf dem Land verschwinden allerdings immer mehr Kneipen, Gaststätten oder Bäckereien im Ortskern.
Deshalb braucht es neue Ideen. Damit die Ortskerne wieder belebter werden, packen viele Menschen an und schaffen Treffpunkte. Sie machen aus Brachen und Leerständen lebendige Orte, eröffnen Pop-up-Stores oder Räume für Workshops, Ausstellungen, Konzerte oder Nachbarschaftstreffen. „Ideenreichtum und ehrenamtliches Engagement sind schon immer ein wesentlicher Garant für die Lebensqualität in Dörfern und kleinen Städten“, betont Manuel Slupina, Leiter des Themengebiets Stadt & Land der Wüstenrot Stiftung. „Mit den Zugezogenen kommen weitere potenziell Engagierte, die das Dorfleben mitgestalten und mit Ideen stärken können.“
Wie Gemeinden den Zuzug nachhaltig gestalten können
Die Verantwortlichen in den Rathäusern stehen vor der Aufgabe, den Zuzug nachhaltig und zukunftsgerichtet zu gestalten. Statt Einfamilienhaussiedlungen auf der grünen Wiese auszuschreiben, sollten sie zuerst die Innenentwicklung vorantreiben. Ortskerne, in denen Häuser verfallen und Begegnungsorte dichtmachen, laden nicht zum Verweilen und zum Austausch ein. Es braucht passende Wohn- und Infrastrukturangebote für alle Alters- und Einkommensgruppen. „Trotz aktueller Wanderungsgewinne schreitet die Alterung der Bevölkerung auch in den zuzugsstarken Gemeinden voran. Die Verantwortlichen sollten daher den demografischen Wandel weiter im Blick haben und beim Wohnangebot möglichst den gesamten Lebenszyklus im Ort ermöglichen, also für Junge, Familien und Ältere gleichermaßen“, so Catherina Hinz. Während ältere Menschen barrierefreie Wohnungen benötigen, vermissen gerade Jüngere auf dem Land Mietwohnungen. Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen in verschiedener Größe und Ausstattung werden dabei eher den vielfältigen Wohnbedürfnissen gerecht als Einfamilienhäuser.
Neben der Ortsentwicklung müssen die Verantwortlichen vor allem auch die sozialen Rahmenbedingen im Blick behalten. Bürgermeister:innen, die offen sind für Ideen und ihre Gemeinde mitreißen können, schaffen es auch, neue Wege zu beschreiten. Arbeiten Gemeinden wertschätzend mit Vereinen zusammen und trauen sich, Alteingesessene wie Neuzugezogene in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden, dann können sich auch kleine Orte zukunftsgerichtet aufstellen.
Für Interviewanfragen wenden Sie sich gerne an: Nele Disselkamp, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 030 31 01 73 24
Besuchen Sie auch unser interaktives Webangebot. Hier haben wir die zentralen Ergebnisse unserer Analyse des aktuellen Wanderungsgeschehens in Deutschland anschaulich aufbereitet und mit den neuesten verfügbaren Zahlen aktualisiert. Außerdem können Sie sich die wichtigsten Wanderungsdaten zu allen deutschen Gemeinden in einer interaktiven Karte anzeigen lassen:
Unsere Analyse der Wanderungsbewegungen vergleicht die durchschnittlichen jährlichen Gesamtwanderungssalden pro tausend Einwohner:innen der Jahre 2008 bis 2010 mit jenen der Jahre 2018 bis 2020. Aufbauend auf den Ergebnissen der Studie „Landlust neu vermessen“, die das Berlin-Institut zusammen mit der Wüstenrot Stiftung im vergangenen Jahr vorgestellt hat, haben wir die Wanderungsbewegungen für 2021 noch einmal genauer in den Blick genommen. Und es zeigt sich: Die neue Landlust hält an. Auch im zweiten Pandemiejahr 2021 erlebten Dörfer und Kleinstädte unterm Strich den stärksten Zuzug.
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten. In seinen Studien, Diskussions- und Hintergrundpapieren bereitet das Berlin- Institut wissenschaftliche Informationen für den politischen Entscheidungsprozess auf. Weitere Informationen, wie auch die Möglichkeit, den kostenlosen regelmäßigen Newsletter „Demos“ zu abonnieren, finden Sie unter www.berlin-institut.org.
Wüstenrot Stiftung
Die Wüstenrot Stiftung kümmert sich um materielles und immaterielles kulturelles Erbe. Gleichzeitig sucht sie nach Wegen, wie sich unser Gemeinwesen den vielfältigen Herausforderungen der Zukunft stellen kann. Dabei betrachtet sie kulturelles Erbe als Ausgangs- und oft auch als Orientierungspunkt. Ihr Ziel ist es, durch die Entwicklung und Verbreitung praxisorientierter Modelle Anstöße zu geben und über ihr eigenes Handeln hinaus positive Veränderungen zu bewirken. In ihren Themengebieten Denkmale, Zukunftsfragen, Stadt & Land, Literatur, Kunst & Kultur und Bildung konzipiert und realisiert sie eigene Projekte und fördert die Ideen und Vorhaben anderer gemeinnütziger Institutionen. Weitere Informationen finden Sie unter www.wuestenrot-stiftung.de.
Er stand im Zeichen der Interdisziplinarität und der Transformation: Nun hat der 75. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) seine Pforten geschlossen. Über 6200 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die weltweit drittgrößte urologische Fachtagung vom 20. bis 23. September 2023 unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. med. Martin Kriegmair im Congress Center Leipzig (CCL).
Von dort erneuert die wissenschaftliche Fachgesellschaft ihren dringlichen Appell an die gesundheitspolitisch Verantwortlichen, die EU-Ratsempfehlung für ein organisiertes Prostatakarzinom-Früherkennungsprogramm als Kassenleistung in Deutschland zu verankern.
Unter dem Kongressmotto #Urologie #interdisziplinar #voraus hatte Prof. Kriegmair die interdisziplinäre Zusammenarbeit in einer immer komplexeren Urologie und, im Jahr der großen Gesundheitsreformen, die Transformation des Faches durch Digitalisierung, Krankenhausreform, Ambulantisierung und den Fachkräftemangel in den Fokus gerückt. „Die große Zahl der Besucherinnen und Besucher zeigt, wie wichtig Wissenstransfer und persönlicher Austausch vor dem Hintergrund dieser fundamentalen Umwälzungen in unserem Fach sind“, resümiert der Präsident Europas größter nationaler Vereinigung von Urologinnen und Urologen.
DGU stellt Algorithmus für ein risikoadaptiertes, PSA-basiertes Screening vor
Mit Blick auf den häufigsten Tumor des Mannes kommt der Appell vom 75. DGU-Kongress, die EU-Ratsempfehlung für ein Prostatakrebs- Früherkennungsprogramm als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen umzusetzen. Einen Algorithmus für ein risikoadaptiertes, PSA-basiertes Screening mit ggf. anschließender multiparametrischer Magnetresonanztomografie (mpMRT) stellte der Generalsekretär und Sprecher des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf der DGU-Pressekonferenz vor. „Es darf nicht sein, dass Deutschland zum Schlusslicht in der Früherkennung des Prostatakarzinoms in Europa wird“, so Univ.-Prof. Dr. med. Maurice Stephan Michel. Die Mortalität des Prostatakarzinoms steht nach wie vor an zweiter Stelle der Krebserkrankungen des Mannes, jährlich versterben ca. 15.000 Männer hieran.
Mit dem Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Prof. Thomas Christian Südhof sowie Ministerpräsident a.D. Dr. Edmund Stoiber setzten zwei prominente Gastredner aktuelle medizinische und gesellschaftspolitische Impulse im „Plenum des Präsidenten“.
Ihrem Unmut gegen die derzeitige Gesundheitspolitik gaben Urologinnen und Urologen mit einer Protestaktion im Rahmen des DGU-Plenums „Urologie im Spannungsfeld der Reformen“ Ausdruck. Forderungen Richtung Berlin wie „Keine Staatsmedizin!“, „Für den freien Arztberuf!“ oder „Sichere Finanzierung für Praxis und Klinik!“ waren auf zahlreichen Plakaten zu lesen.
Die historische Ausstellung der DGU galt anlässlich des 75. Kongress- Jubiläums Aspekten von Tradition, Kontinuität und Fortschritt in einem sich wissenschaftlich stetig wandelnden Fach.
Traditionell fanden im Rahmen der DGU-Jahrestagung ein Pflegekongress für die urologischen Pflege- und Assistenzberufe, ein Schülerinnen- und Schülertag sowie ein Studierendentag für den dringend gebrauchten medizinischen Nachwuchs im Zukunftsfach Urologie statt. Auf der Industrieausstellung im CCL präsentierten rund 160 nationale und internationale Unternehmen Neues aus der Pharmaindustrie und der Medizintechnik.
Ehrungen und Preise
Mit der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., der Maximilian Nitze-Medaille für besondere Verdienste für das Fach Urologie wurde in Leipzig die international renommierte Expertin für rekonstruktive Urologie und Kinderurologie Prof. Dr. med. Margit Fisch, Hamburg, geehrt, die 2021/2022 als erste Frau das Amt der DGU-Präsidentin innehatte. PD Dr. med. Tim Nestler, Koblenz, erhielt mit dem Maximilian Nitze-Preis die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Fachgesellschaft für seine Arbeit „Differentially expressed messenger RNA/proteins can distinguish teratoma from necrosis in postchemotherapy retroperitoneal lymph node dissection tissue“. Mit dem Medienpries Urologie 2023 wurde NDR-Autor Niels Walker für seinen TV-Beitrag „Hodenkrebs rechtzeitig erkennen durch regelmäßige Vorsorge“ ausgezeichnet, der in der Sendung „Visite“ ausgestrahlt wurde.
Vorstandwahlen
Mit der Wahl von Prof. Dr. med. Susanne Krege, Essen, zur 2. Vizepräsidentin, die der Satzung der Fachgesellschaft zufolge in der Amtsperiode 2025/2026 in das Präsidentenamt aufrücken wird, stellten die DGU-Mitglieder bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen auf dem Kongress in Leipzig die Weichen für die zweite Frau an der Spitze der Fachgesellschaft. Zum Schatzmeister wiedergewählt wurde Prof. Dr. med. Christian Bolenz, Ulm. Drei weitere Vorstandspositionen waren aufgrund des Ablaufs der Amtszeit neu zu besetzen. Zum Nachfolger von Prof. Dr. med. Marc-Oliver Grimm im Ressort Fort- und Weiterbildung wählten die Mitglieder Univ.-Prof. Dr. med. Boris Hadaschik, Essen, neu in den Vorstand. Für das zweigeteilte Ressort Wissenschaft und Praxis wurde Prof. Dr. med. Daniela Schultz-Lampel, Villingen-Schwenningen, im Bereich Klinik für eine weitere Amtszeit gewählt. Als Nachfolger von Dr. med. Thomas Speck, Berlin, im Bereich Praxis wurde Prof. Dr. med. Frank König, Berlin, neu in den DGU- Vorstand gewählt.
Die wichtigste urologische Fachtagung im deutschsprachigen Raum endete am 23. September 2023 mit der traditionellen Amtsübergabe: Prof Dr. med. Martin Kriegmair übergab die Präsidentschaft an Prof. Dr. med. Jürgen Gschwend, München, der den 76. DGU-Kongress vom 25. bis 28. September 2024 im Congress Center Leipzig leiten wird. Die Amtsübergabe und andere Kongress-Highlights waren in den Social-Media-Kanälen bei Twitter (@dgurologie und @dgukongress) und Instagram (dgurologen) sowie auf LinkedIn zu verfolgen.
Videomitschnitte ausgewählter wissenschaftlicher Veranstaltungen des 75. DGU-Kongresses werden in Kürze auf dem Urologenportal unter DGU on demand zur Verfügung stehen: https://www.urologenportal.de/fachbesucher /urologische-kongresse/dgu-kongress/kongressarchiv.html
Eine Aufzeichnung der DGU-Pressekonferenz ist weiterhin online frei zugänglich im Pressebereich von www.urologenportal.de sowie auf der Kongress-Website unter „Presse“.
Ein Joggen handelt es sich immer noch um eine der beliebtesten Sportarten überhaupt. Egal, ob es darum geht, für mehr Bewegung im Alltag zu sorgen oder sich auf einen Marathon vorzubereiten: Die Ziele sind meist individuell und selbstverständlich auch vom Fitnesslevel der Läufer abhängig. Eines haben jedoch alle Sportler gemeinsam: Sie haben irgendwann einmal angefangen und sich gefragt, worauf sie achten sollten.
Fest steht, dass es unter anderem die richtigen Laufschuhe braucht, um sein persönliches Fitnesspotenzial optimal nutzen zu können. Die Modelle aus dem Hause 21RUN zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsstandard und eine überzeugende Flexibilität aus. Sie sind dazu in der Lage, die verschiedenen Bewegungen des Fußes mitzugehen und überzeugen auch in optischer Hinsicht.
Gleichzeitig gilt es jedoch auch, noch weitere Details zu berücksichtigen – egal, ob als Profi- oder als Hobbysportler. Die folgenden Abschnitte liefern wertvolle Tipps, wenn es darum geht, seinem Körper mit dieser besonderen Ausdauersportart etwas Gutes zu tun.
Wie bereits erwähnt, stellen die richtigen Schuhe die Basis für möglichst umfangreiche Lauferfolge dar. Wichtig ist es in jedem Fall, dass sich der Läufer mit seinem Schuhwerk wohlfühlt. Aber was bedeutet das eigentlich? Im ersten Schritt ist es auf der Suche nach dem perfekten Schuh ratsam, sich mit seinen eigenen Laufgewohnheiten auseinanderzusetzen. Wird es beispielsweise darum gehen, fast ausschließlich auf Asphalt zu laufen oder führen die Wege häufig querfeldein, durch Wald und ähnliches?
Parallel dazu ist es wichtig, Rücksicht auf die Charakteristika des Fußes und des persönlichen Laufstils zu nehmen. Viele Menschen, die planen, in Zukunft regelmäßig joggen zu gehen, entscheiden sich dazu, vorher eine Laufanalyse anfertigen zu lassen. Diese zeigt auf, welche Bereiche des Fußes besonders häufig belastet werden, ob es gegebenenfalls eine zusätzliche Dämpfung braucht und ob es sinnvoll ist, eher auf weite oder auf enge Schuhe zu setzen.
Um sicherzustellen, dass der Fuß nicht überlastet, aber immer wieder neu gefordert wird, kann es sinnvoll sein, sich einen kleinen Vorrat an Schuhen anzulegen. Viele passionierte Läufer wechseln zwischen mindestens zwei Paar, um unter anderem auch auf die Herausforderungen unterschiedlicher Untergründe gut vorbereitet zu sein.
Tipp Nr. 2: Kleidung für so gut wie jede Wetterlage
Auch, wenn der Lauftrend (gerade in Deutschland) nach wie vor ungebrochen ist, weiß so gut wie jeder Läufer, dass es Tage gibt, an denen man sich auf der Suche nach Ausreden befindet. Das Wetter stellt in diesem Zusammenhang eine beliebte Möglichkeit dar, eine ursprünglich geplante Joggingrunde gegebenenfalls noch einmal zu verschieben. Wer sich selbst vor Trainingsausfällen dieser Art schützen möchte, kann gut beraten sein, sich einen kleinen Vorrat an Kleidungsstücken zu kaufen.
Egal, ob Sommer oder Winter: Wer dafür sorgen möchte, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, sollte Wert auf die richtigen Materialien, eine überzeugende Verarbeitung und weitere Details liegen. Funktionskleidung spielt in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um die Art von Klamotten, die dazu in der Lage ist, aufkommende Feuchtigkeit, zum Beispiel durch Schweiß, aber auch Regen, auf verlässliche Weise abzutransportieren.
Das Ergebnis: Der Läufer kann sich auf sein Workout konzentrieren, ohne sich über ein unangenehmes Gefühl auf der Haut ärgern zu müssen.
Tipp Nr. 3: Nicht zu häufig trainieren
Gerade zum Beginn ihrer Laufkarriere sind viele Menschen besonders motiviert. Wenn sie bemerken, dass sie beispielsweise nicht mehr nur dazu in der Lage sind, fünf Kilometer, sondern wahlweise auch sieben oder acht Kilometer zu laufen, beginnen sie damit, sich immer mehr zu fordern. Wichtig ist es jedoch, trotz aller Begeisterung für die eigenen Erfolge regelmäßige Pausen einzuplanen.
Denn: Nur dann, wenn sich der Körper erholen kann, ist er auch dazu in der Lage, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Wer genau diese Tatsache ignoriert, läuft Gefahr, irgendwann die Lust zu verlieren und sein persönliches Potenzial nicht optimal auszunutzen.
Als Faustregel gilt, dass es meist ausreicht, zwei oder dreimal in der Woche zu trainieren. Diejenigen, die Langeweile und Monotonie in diesem Zusammenhang vorbeugen möchten, sollten unterschiedliche Strecken laufen, um nicht nur ihrem Körper, sondern auch ihren Augen Abwechslung zu bieten.
Tipp Nr. 4: Auf ein besonderes Ziel hintrainieren
„Wofür mache ich das eigentlich?“ – Viele Läufer dürften sich schon mit genau dieser Frage auseinandergesetzt haben. Klar: Die Bewegung an der frischen Luft tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut. Dennoch motiviert es viele Hobby- und Profisportler zusätzlich, wenn sie wissen, dass ihre Fähigkeiten an einem bestimmten Tag besonders auf die Probe gestellt werden.
Wer dementsprechend Lust darauf hat, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren, sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um sich mit aktuellen Veranstaltungen rund um das Thema „Laufen“ auseinanderzusetzen. Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Events, die sich teilweise an Anfänger, teilweise aber auch an Fortgeschrittene richten.
Und nicht immer geht es darum, „nur“ im Joggen zum Ziel zu gelangen. Auch Hindernisläufe, die teilweise durch Matsch und Wasser führen, erfreuen sich einer besonderen Beliebtheit. Doch keine Sorge! Auch diese Events werden mittlerweile für Menschen mit einem etwas niedrigeren Fitnesslevel angeboten. So dürfte jeder sportlich ambitionierte Interessent genau die Veranstaltung finden, die optimal zu seinen Erwartungen passt.
Tipp Nr. 5: Erfolge analysieren und nicht entmutigen lassen
Hin und wieder lohnt es sich auch gerade im sportlichen Bereich, zurückzublicken, um bereits erarbeitete Erfolge etwas ausgiebiger unter die Lupe zu nehmen. Hier geht es auf keinen Fall darum, sich selbst überschwänglich zu loben, sondern stattdessen darum, die eigene Reise zu einem (hoffentlich) fitteren Ich zu verfolgen.
Ein Lauftagebuch eignet sich super, um zum Beispiel Strecken und Zeiten festzuhalten. Auf diese Weise lässt sich ganz nebenbei auch die Nutzung der Laufschuhe dokumentieren. Nach wie vielen Kilometern es an der Zeit ist, diese auszutauschen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Grundsätzlich gilt es immer, den allgemeinen Zustand, die Dämpfung und den Komfortfaktor zu berücksichtigen.
Zu guter Letzt ist es natürlich auch wichtig, bei der Analyse der eigenen Erfolge nicht zu streng mit sich selbst zu sein. Es ist absolut normal, im sportlichen Alltag Rückschläge hinnehmen zu müssen. Manchmal sorgt eine Erkältung dafür, dass eine Zwangspause eingelegt werden muss. Hin und wieder ist es jedoch auch ganz einfach die Tagesform, die dafür sorgt, dass „die guten Zeiten von letzter Woche“ an einem Tag nicht erreicht werden.
Genau jetzt ist es wichtig, weiter am Ball zu bleiben, um die Faszination, die der Laufsport auf unterschiedlichen Ebenen mit sich bringt, noch besser genießen zu können. Beim Joggen geht es unter anderem darum, die Gesundheit und die Lebensfreude zu unterstützen … und genau das sollte – gerade im Hobbybereich – immer im Fokus stehen.