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Paneuropäischer Start-up-Wettbewerb „Stage Two“ schafft Bühne für innovative Köpfe

Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz (© BMWK / Dominik Butzmann)  Dominik Butzmann  BMWK
Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz (© BMWK / Dominik Butzmann) Dominik Butzmann BMWK

Der europäische Start-up-Wettbewerb „Stage Two“ geht in die dritte Runde.
Am 19. Oktober 2023 treten mehr als 50 Start-ups führender Universitäten
aus über 20 Ländern Europas vor Top-Investorinnen und -Investoren
gegeneinander an. Auf internationaler Bühne in Berlin konkurrieren die
Teams um ein Gesamtpreisgeld von 3,5 Millionen Euro. Schirmherr der
Veranstaltung ist Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Der Wettbewerb
kann kostenlos via Livestream verfolgt werden.

Die RWTH Aachen und die HHL Leipzig Graduate School of Management riefen
den europaweiten Start-up-Wettbewerb „Stage Two“ ins Leben, um der
nächsten Generation forschungsbasierter, disruptiver Start-ups eine Bühne
zu bieten. Am 19. Oktober 2023 versammeln sich die besten Gründerinnen und
Gründer europäischer Hochschulen zur dritten Ausgabe des Wettbewerbs in
Berlin.

50 Start-ups aus mehr als 20 europäischen Ländern präsentieren ihre
Geschäftsideen vor über 100 Investorinnen und Investoren sowie Expertinnen
und Experten branchenführender Unternehmen.
Dabei konkurrieren sie um verschiedene Preisgelder, deren Gesamtsumme im
Vergleich zur Erstausgabe mehr als verdreifacht werden konnte und nun 3,5
Millionen Euro beträgt. Initiiert wurde „Stage Two“ im Rahmen der
Initiative EXIST-Potentiale des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Klimaschutz. In seinen drei Jahren seit Gründung hat sich die
Veranstaltung als größter paneuropäischer Wettbewerb für universitäre
Start-ups etabliert.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck übernimmt Schirmherrschaft
Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, ist
diesjähriger Schirmherr des Start-up-Wettbewerbs. „In unzähligen Start-ups
in Deutschland und Europa entwickeln helle Köpfe jeden Tag
Geschäftsmodelle, die dabei helfen, den Herausforderungen unserer Zeit
schlau zu begegnen. Diese guten Ideen werden oft noch besser, wenn sie
geteilt und miteinander besprochen werden. Dafür braucht es Orte der
Begegnung. Mit der Stage Two ist nun genau so ein Ort geschaffen worden.
Die internationale Leitveranstaltung für Universitätsausgründungen, die
sich binnen kurzer Zeit fest etabliert hat, führt Start-ups aus ganz
Europa zusammen. Durch den Wettbewerb auf der Bühne bietet sich jungen
Unternehmen die große Chance, sich miteinander zu messen, gesehen zu
werden, auf sich aufmerksam zu machen - und auf diese Weise z.B. mit
möglichen Finanzierern ins Gespräch zu kommen. So wird aus Ideen
Wirklichkeit! Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernehme ich mit
meinem Haus daher sehr gerne und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg“,
erklärt Habeck.

Mitinitiator Prof. Dr. Stephan Stubner, Inhaber des Porsche AG Lehrstuhls
für Strategisches Management und Entrepreneurship im digitalen Zeitalter
an der HHL: „Das unternehmerische Potential an Hochschulen ist enorm, aber
oft gar nicht so sichtbar. Mit ‚Stage Two‛ schaffen wir eine Plattform,
auf der die besten Gründungsteams europäischer Partner zusammenkommen, um
mit Investoren, Mentoren und Unternehmern in Kontakt zu treten. Das Event
ist ein Katalysator für gute Ideen, ein Sprungbrett für junge Start-Ups
aus dem Hochschulumfeld.“

Für die HHL geht das Start-up „Celia“ an den Start
Den Halbfinals und dem Finale von „Stage Two“ in Berlin ging eine lokale
Hochschulrunde („Stage One“) voraus, in der die teilnehmenden
Universitäten jeweils ihr bestes Start-up auswählten, das im Oktober auf
internationaler Bühne antritt. Die HHL entsendet das Start-up „Celia“,
welches sich gegen sechs andere Teams des diesjährigen Businessplan-
Seminars im Pitch vor einer Investoren-Jury durchgesetzt hat.

„Celia“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Zöliakie einen
digitalen Begleiter an die Hand zu geben, der es ihnen erleichtert, einen
glutenfreien Lebensstil zu pflegen. Das Team arbeitet an einer Lösung, die
einen benutzerfreundlichen Zugang zu Informationen über Restaurants,
Produkte und Reiseziele bietet. Dies ermöglicht Betroffenen schnellere und
zuverlässigere Entscheidungsfindungen und minimiert den damit verbundenen
Stress. Zudem will das Team den Austausch unter Betroffenen fördern,
sodass Kundinnen und Kunden von den Erfahrungen anderer profitieren und
sich gegenseitig unterstützen können.

Die Halbfinals sowie das Finale von „Stage Two“ können am 19. Oktober
kostenlos via Livestream verfolgt werden. Zur kostenlosen Anmeldung:
https://www.eventbrite.de/e/stage-two-livestream-registration-524327296057

„Stage Two“
„Stage Two“ ist der größte paneuropäische Wettbewerb für universitäre
early-stage Start-ups. Organisiert wird der jährlich stattfindende
Wettbewerb von der RWTH Aachen University und der HHL Leipzig Graduate
School of Management. „Stage Two“ bringt visionäre Köpfe aus ganz Europa
auf und abseits der Bühne zusammen: Unter dem Motto „For Our Beyond“
treten die besten Start-ups europäischer Universitäten vor hochkarätigen
Investor*innen und Expert*innen aus der Industrie in Berlin bei einem
exklusiven Pitch-Wettbewerb und Networking-Event gegeneinander an. Dem
Finale in Berlin geht eine lokale Hochschulrunde („Stage One“) voraus, in
der die Entrepreneurship Center der teilnehmenden Universitäten jeweils
ihr bestes Start-up auswählen, das dann auf internationaler Ebene antritt.
Die Hauptveranstaltung ist eingebettet in eine wachsende internationale
Community aus Start-ups, Universitäten, Unternehmen und VC-Firmen. Abseits
der Bühne fördert die „Stage Two“-Community den kontinuierlichen Austausch
von Wissen und Best Practices zwischen den teilnehmenden Universitäten in
regelmäßigen Roundtables, um so das gesamte Innovationspotential Europas
nutzbar zu machen. „Stage Two“ wurde im Rahmen der Initiative EXIST-
Potentiale des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz initiiert
und wird darüber hinaus von diversen Kooperationsunternehmen unterstützt.
Mehr Informationen zu „Stage Two“ unter https://stagetwo.io/

Die HHL Leipzig Graduate School of Management
ist eine universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht.
Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule Deutschlands ist die
Ausbildung unternehmerisch denkender, verantwortungsbewusster und
leistungsfähiger Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch
exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer
sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Der Stifterverband für
die Deutsche Wissenschaft hat die HHL 2021 zum fünften Mal in Folge als
führende Gründerhochschule Deutschlands ausgezeichnet. Aus der HHL sind in
den letzten 30 Jahren über 530 Unternehmensgründungen hervorgegangen mit
mehr als 50.000 Mitarbeitenden. Als erste deutsche private Business Schule
wurde die HHL durch die international renommierte AACSB akkreditiert und
erlangte diesen Qualitätsstatus seither vier Mal in Folge. Mehr Daten zur
HHL unter https://www.hhl.de/de/die-hhl/we-are-hhl/zahlen-fakten/

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Forscherin macht Klimakrise konkret Deutscher Umweltpreis für Professorin Friederike Otto

Klimatologin Friederike Otto wird mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet. Die Professorin am Imperial College London ist Spitzenforscherin, wenn es um die Rolle des Klimawandels bei Extremwettern geht.  © guy@strikingfaces
Klimatologin Friederike Otto wird mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet. Die Professorin am Imperial College London ist Spitzenforscherin, wenn es um die Rolle des Klimawandels bei Extremwettern geht. © guy@strikingfaces

Hitzerekorde und Dürren, Starkregen und Hochwasser –
welche Rolle der Klimawandel beim Wetter spielt, konnte in den vergangenen
Jahren immer besser zugeordnet werden. Eine Klimaforscherin hat sich in
dieser wissenschaftlichen Disziplin besonders verdient gemacht: Prof. Dr.
Friederike Otto (41) vom Imperial College London. Für diese Leistung
erhält die gebürtige Kielerin den Deutschen Umweltpreis 2023 der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie teilt sich die mit insgesamt 500.000 Euro
dotierte Auszeichnung mit Holzbaupionierin Dagmar Fritz-Kramer. Beiden
wird die Ehrung am 29. Oktober in Lübeck von Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier überreicht.

Forschung zu Extremwetter: Folgen und Kosten der Klimakrise

Die Klimawissenschaftlerin untersucht innerhalb kürzester Zeit die
Ursachen weltweit stattfindender Extremwetter wie die diesjährigen
Hitzewellen in Nordamerika, Europa und China. „Durch ihre zeitnahe und
öffentlichkeitswirksame Präsentation der Ergebnisse wird deutlich, was die
Klimakrise die Gesellschaft kostet und welche Maßnahmen die betroffenen
Regionen widerstandsfähiger machen“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander
Bonde.

Zusammenhänge zwischen Extremwetter und Erderwärmung

Die Wissenschaftlerin gründete 2015 gemeinsam mit dem mittlerweile
verstorbenen Niederländer Prof. Dr. Geert Jan van Oldenborgh die World-
Weather-Attribution (WWA)-Initiative. Sie hat das Verfahren zur
Attribution von Extremwetterereignissen zum menschengemachten Klimawandel
maßgeblich mitentwickelt. Mit ihrer Kommunikation der Studien direkt zum
Zeitpunkt eines Extremwetters wie den diesjährigen Hitzewellen liegen
wissenschaftlich fundierte Fakten vor „noch während die Auswirkungen des
Geschehens in Medien, Politik und Gesellschaft diskutiert werden“, so der
DBU-Generalsekretär. „Das schnelle Veröffentlichen der Studienergebnisse
hat einen bahnbrechenden Einfluss auf den Diskurs über Folgen und
Maßnahmen wegen des Klimawandels.“ Zum einen bietet es nach seinen Worten
denen Paroli, die in der Bevölkerung Zweifel säen und Falschnachrichten
verbreiten. Zum anderen wird dadurch Bewusstsein geschaffen, den Ausstoß
klimaschädlicher Treibhausgase zu senken und lokal-regionale
Klimaanpassung zu forcieren.

Ursachenanalysen der Studien sind Wegweiser zu lokal-regionaler
Klimaanpassung

Ohne den menschengemachten Klimawandel wären die diesjährigen Hitzewellen
so nicht möglich gewesen, zeigte etwa eine WWA-Studie im Juli. Bonde: „Das
macht deutlich, dass wir ganz schnell ohne fossile Energieträger auskommen
müssen. Denn das Verbrennen von Erdöl, Erdgas und Kohle trägt entscheidend
zur Erderwärmung bei.“ Die Studien seien zudem deshalb wegweisend, da das
Team um Otto stets auch Ursachen analysiert und Lösungen empfiehlt. „In
vielen Gemeinden und Städten gibt es inzwischen Hitzeaktionspläne“, sagt
die Physikerin und promovierte Philosophin mit Blick auf ein weiteres
Ergebnis der Hitzewellen-Studie: „In Anbetracht von zunehmender
Vulnerabilität durch alternde Gesellschaften und wachsende Ungleichheit
gibt es einen enormen Bedarf, diese Hitzeaktionspläne weiter auszurollen.“
Die Klimawissenschaftlerin ist eine Leitautorin des sechsten
Sachstandsberichtes des Weltklimarats (IPCC) und gehört zum zentralen
Autorenteam des im März erschienenen IPCC-Syntheseberichts. Seit 2021 hat
sie eine Professur am Grantham Institute Climate Change and the
Environment des Imperial College London.

Vorgehen erfordert ausgeklügelte Strategie und höchste Innovationskraft

Erst die Kenntnis von Ursachen erlaubt es Bonde zufolge, konkrete Lösungen
zu entwickeln und finanzielle Mittel konsequent in Maßnahmen zu
investieren, die die Gesellschaft widerstandsfähiger machen. Das Vorgehen
erfordert nach seinen Worten nicht nur wissenschaftliches Know-How und
internationale Kooperation – WWA arbeitet stets mit lokalen oder
nationalen Wissenschaftlerinnen und Rotkreuz-Mitarbeitenden zusammen –,
sondern auch eine ausgeklügelte Strategie sowie höchste Innovationskraft –
und das alles unter hohem Zeit- und Erwartungsdruck. Wird also zum
Beispiel eine aktuell stattfindende Flutwelle Gegenstand einer WWA-Studie,
wertet Ottos Team vorhandene Klimamodelle von internationalen
Rechenzentren aus und kombiniert die Daten mit momentanen
Beobachtungsdaten vor Ort. Schon kurz darauf wird die Öffentlichkeit
informiert.

Auszeichnungen als eine der weltweit einflussreichsten Menschen der
Wissenschaft

Im November 2022 erhielt Friederike Otto eine Exzellenzprofessur der
Petersen-Stiftung. Im Jahr 2021 wurde sie für die Mitbegründung von World
Weather Attribution auf der renommierten TIME100-Liste als eine der
einflussreichsten Menschen der Welt anerkannt. Außerdem kürte das Magazin
Nature sie 2021 zu einer der Top Ten der weltweit wichtigsten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Daten, Zahlen, Fakten, Hintergründe und Reportagen im DBU-Umweltpreis-
Blog: https://www.dbu.de/umweltpreis/umweltpreis-blog/

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Deutscher Umweltpreis der DBU für Klimaforscherin und Holzbau-Pionierin

Auszeichnung: Holzbau-Pionierin Dagmar Fritz-Kramer (links) und Klimaforscherin Friederike Otto erhalten dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis der DBU.  © Baufritz | © guy@strikingfaces
Auszeichnung: Holzbau-Pionierin Dagmar Fritz-Kramer (links) und Klimaforscherin Friederike Otto erhalten dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis der DBU. © Baufritz | © guy@strikingfaces

Friederike Otto und Dagmar Fritz-Kramer ausgezeichnet
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet dieses Jahr
zwei Frauen mit dem Deutschen Umweltpreis aus: Klimaforscherin Prof. Dr.
Friederike Otto und Holzbau-Unternehmerin Dipl.-Ing. Dagmar Fritz-Kramer
teilen sich die zum 31. Mal vergebene renommierte Auszeichnung in Höhe von
insgesamt 500.000 Euro. Sie zählt zu den höchstdotierten Umweltpreisen
Europas. Überreicht wird der Preis am 29. Oktober in Lübeck von
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Beide Preisträgerinnen sind echte Inspiration und Motivation“

„Beide Preisträgerinnen beweisen jeweils in ihrem Metier mit
herausragender Tatkraft, dass wir keine Zeit im Kampf gegen die Klimakrise
verlieren dürfen“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Nach seinen
Worten gelingt Friederike Otto und Dagmar Fritz-Kramer etwas
Entscheidendes: „Sie sind echte Inspiration und Motivation, aus den
bereits unübersehbaren Folgen der Erderwärmung zu lernen und deshalb Tag
für Tag noch mehr Umwelt- und Ressourcenschutz umzusetzen, damit der
Planet lebenswert bleibt“, so Bonde.

Zusammenhang zwischen Klimawandel und Wetter

Friederike Otto vom Imperial College London hat sich laut Bonde als
„exzellente Klimawissenschaftlerin mit wegweisenden Forschungsarbeiten um
die sogenannte Zuordnungswissenschaft verdient gemacht“. Die auch
Attributionsforschung genannte Disziplin spürt der Frage nach, welche
Rolle der Klimawandel beim Wetter spielt – „ob es also Zusammenhänge
zwischen Klimaverände­rungen und Extremwetter wie Hitzewellen, Dürren,
Überflutungen und Starkregen gibt“, so der DBU-Generalsekretär. 2015 hat
die 41-jährige Klimawissenschaftlerin zusammen mit ihrem mittlerweile
verstorbenen niederländischen Kollegen Prof. Dr. Geert Jan van Oldenborgh
die Initiative World-Weather-Attribution (WWA) gegründet und das Verfahren
der Attribution von extremen Wetterereignissen zum menschengemachten
Klimawandel maßgeblich mitentwickelt.

Bonde zufolge zeichnen drei Faktoren Ottos Arbeit aus: die schnelle
Veröffentlichung wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse über mögliche
Zusammenhänge zwischen globalem Klimawandel und regionalem Extremwetter,
neben Ursachenforschung auch die Darstellung lokaler Folgen der globalen
Klimakrise sowie schließlich drittens Vorschläge für wirksame
Anpassungsmaßnahmen. Bonde: „Die Präsentation fundierter Forschung in
Echtzeit ist nicht nur bahnbrechend für einen ausgewogenen Diskurs über
Klimawandel, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen, sondern entzieht auch
Falschnachrichten den Boden. All das macht die Erderwärmung real und
begreifbar.“ Die Arbeiten von Klimawissenschaftlerin Otto und ihrem Team
versetzen die Menschen laut Bonde „überhaupt erst in die Lage,
vorausschauend zu handeln, um sich gegen die Klimakrise zu wappnen“.  Für
Aufmerksamkeit sorgte jüngst eine aktuelle WWA-Studie im Juli. Fazit: Ohne
den menschengemachten Klimawandel wären die diesjährigen Hitzewellen in
Nordamerika und Südeuropa nicht möglich gewesen. Bonde: „Eine deutliche
Aufforderung zu Hitzeaktionsplänen sowie zum schnellstmöglichen Verzicht
auf fossile Energieträger, die erheblich zum Aufheizen des Planeten
beitragen.“

„Ideengeberin für neue Wege im Bausektor“

Dagmar Fritz-Kramer ist als Geschäftsführerin des Allgäuer
Familienbetriebs Bau-Fritz GmbH & Co.KG, kurz Baufritz, nach den Worten
des DBU-Generalsekretärs „Ideengeberin für neue Wege im Bausektor“. Bonde
weiter: „Sie und ihr Unternehmen sind Motor für die Branche und
Vorreiterin für die Bauwende.“ Denn bei Neubau, Sanierungen und
Aufstockungen setze Baufritz fast ausschließlich auf den Baustoff Holz –
„ein exzellenter Klimaschützer, der große Mengen an Kohlenstoff speichert
und auf diese Weise die Bildung von klimaschädlichem Kohlendioxid
verhindert“. Der Gebäudesektor ist nach Bondes Einschätzung „einer der
Schlüsselfaktoren, wenn Deutschland wie geplant bis 2045 klimaneutral
werden will“. Aus gutem Grund: Der Gebäudebereich verursacht hierzulande
etwa 40 Prozent der laut Umweltbundesamt-Statistik des Jahres 2022
bundesweit 746 Millionen Tonnen Emissionen an klimaschädlichen
Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2). Dringend saniert werden muss
deshalb der Gebäude-Altbestand hierzulande – fast zwei Drittel der rund
21,4 Millionen Immobilien in Deutschland fallen in diese Kategorie.
Baufritz-Geschäftsführerin Fritz-Kramer sieht die eigene Branche auch
deshalb in der Pflicht, „weil sie fast zwei Drittel des Müllbergs in
Deutschland verursacht“.  Sanierung, Recycling und Ressourcenschonung
nennt die 52-Jährige „essentiell“, auch weil Sand zu einem raren Gut
geworden sei. Baufritz verarbeitet vor allem heimisches Fichtenholz und
erreicht nach eigenen Angaben durch die Bauprojekte jedes Jahr eine
CO2-Ersparnis von etwa 12.000 Tonnen. „Wir brauchen Menschen wie Frau
Fritz-Kramer, die mit Weitsicht, Wagemut und wirtschaftlicher Kompetenz
Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschutz in die Praxis umsetzen. Nur
so schaffen wir die Klimaziele“, so DBU-Generalsekretär Bonde.

Familienbetrieb in vierter Generation und Klimawissenschaftlerin mit
internationalem Renommee

Diplom-Ingenieurin Dagmar Fritz-Kramer ist seit 2004 geschäftsführende
Gesellschafterin im Familienbetrieb, der 1896 seinen Anfang nahm und
mittlerweile in vierter Generation existiert. Das mittelständische
Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitenden hat eine eigene Abteilung
Forschung und Entwicklung und hält mehr als 40 Patente und Schutzrechte.
Klimawissenschaftlerin Friederike Otto ist eine Leitautorin des sechsten
Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC). Die Physikerin und
promovierte Philosophin erhielt im November 2022 eine Exzellenzprofessur
der Petersen-Stiftung. Als WWA-Mitgründerin wurde sie auf der renommierten
Time100-Liste als eine der einflussreichsten Menschen der Welt geführt.

Daten, Zahlen, Fakten, Hintergründe und Reportagen im DBU-Umweltpreis-
Blog: https://www.dbu.de/umweltpreis/umweltpreis-blog/

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Welt-Sepsis-Tag 2023: Versorgung von Sepsis verbessern

Prof. Dr. Enno Swart, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  Melitta Schubert  Universitätsmedizin Magdeburg
Prof. Dr. Enno Swart, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Melitta Schubert Universitätsmedizin Magdeburg

Durch die Analyse von Versorgungsdaten wollen Wissenschaftler:innen der
Universitätsmedizin Magdeburg im Rahmen einer bundesweiten Studie die
Behandlung von Patient:innen mit und nach einer Sepsis verbessern.

Jährlich sterben weltweit gut 11 Mio. Menschen an einer Sepsis. In
Deutschland ist die als Blutvergiftung bekannte Erkrankung inzwischen die
dritthäufigste Todesursache. Für die anhaltend hohe Zahl an
Sepsisüberlebenden mit Spätfolgen fehlt bisher ein strukturiertes
Behandlungs- und Nachsorgekonzept. Wissenschaftler:innen der
Universitätsmedizin Magdeburg analysieren im Rahmen einer bundesweiten
Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Jena die
Versorgungspfade und Erfahrungsberichte Betroffener mit dem Ziel, Bedarfe
zu ermitteln, Optimierungspotentiale aufzudecken und damit die Behandlung
von Patient:innen mit und nach einer Sepsis zu verbessern. Das Projekt
AVENIR wird zusammen mit der Sepsis-Stiftung sowie dem Wissenschaftlichen
Institut der AOK (WIdO) umgesetzt und durch den Innovationsfonds des
Gemeinsamen Bundesausschusses über drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7
Millionen Euro gefördert (Förderkennzeichen: 01VSF21031).

„Sepsis stellt ein bedeutendes, aber nach wie vor unterschätztes
Gesundheitsproblem dar“, erklärt Prof. Dr. Enno Swart, Leiter der
Magdeburger Forschungsgruppe und Versorgungsforscher am Institut für
Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-
Universität Magdeburg. Da die ersten Symptome auch auf andere Erkrankungen
hinweisen können, wird die Sepsis oft zu spät erkannt und behandelt.
„Schätzungsweise Dreiviertel aller Sepsisüberlebenden leiden unter neu
aufgetretenen physischen, psychischen oder geistigen Folgeerkrankungen im
Jahr nach Entlassung aus der Akutbehandlung, die als Post-Sepsis-Syndrom
zusammengefasst werden“, so Swart. „Erste Analysen deuten darauf hin, dass
die strukturierte Nachsorge noch zu wenig Aufmerksamkeit erhält und mehr
auf die Bedürfnisse der Sepsis-Patient:innen abgestimmt werden muss.“ In
der Studie sollen durch die gezielte Betrachtung prä-, inner- und
postklinischer Daten sowie günstiger oder ungünstiger Verläufe
Versorgungsdefizite und besondere -bedarfe identifiziert werden.

In Magdeburg liegt das Augenmerk speziell auf der Auswertung von
verschlüsselten Sekundär- bzw. Abrechnungsdaten zweier großer gesetzlicher
Krankenkassen (GKV). Um explizit Versorgungsverläufe von
Sepsispatient:innen abzubilden, werden diese Abrechnungsdaten mit
Rettungsdienstdaten verknüpft. Swart betont: „Die Herausforderung besteht
darin, die unterschiedlichen Datenquellen auf einen Nenner zu bringen und
zu verknüpfen, da beispielsweise die Rettungsdienstdaten anders als die
GKV-Daten noch nicht regelhaft für die Forschung zugänglich gemacht sind.“
Zudem führen die Forschenden auch qualitative Erhebungen mit Betroffenen
und Versorgungsakteuren anhand von Einzel- und Gruppeninterviews durch.
„Die Analyse dieser Daten ermöglicht eine vollständige Abbildung des
ambulanten, rettungsdienstlichen, stationären und poststationären
Versorgungsgeschehens. Das ist im internationalen Vergleich einmalig und
ermöglicht einen neuen ganzheitlichen Blick auf die Sepsisversorgung“,
sagt Swart. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen unter Beteiligung von
Betroffenen Informations- und Edukationsmaterialien zur besseren
Aufklärung entwickelt werden.

Eine Sepsis kann den gesamten Körper erfassen und ist die schwerste
Verlaufsform einer Infektion. Häufige Auslöser sind z. B. Lungen- oder
Harnwegsentzündungen. Prinzipiell kann allerdings jede Infektion, bei der
Erreger in den Körper gelangen (z. B. über Wunden), eine Sepsis
verursachen. Sepsis tangiert daher alle Bevölkerungsgruppen.

Der Welt-Sepsis-Tag findet jährlich am 13. September statt.

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