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Synthetisches Methanol soll den europäischen Schiffsverkehr dekarbonisieren

Das Horizont Europa Projekt POSEIDON konzentriert sich auf die Produktion
und den Einsatz von synthetischem Methanol (E-Methanol) als Treibstoff in
der Schifffahrt und wird zur Verringerung der Abhängigkeit vom Import
fossiler Brennstoffe beitragen. POSEIDON wird von der EU mit rund 9,7
Millionen für die Laufzeit von 48 Monaten gefördert. Das Steinbeis Europa
Zentrum hat den Koordinator, das Europäische Institut für Energieforschung
(EIFER) aus Karlsruhe bei der Antragstellung begleitet und ist nun selbst
Partner im Projekt. Es führt die Maßnahmen zur Verwertung und
Kommunikation durch und hilft EIFER beim Projektmanagement.

Am 6. und 7. September 2023 fand das Kick-off-Meeting in Karlsruhe statt
und brachte 19 Organisationen aus sieben EU-Ländern zusammen. Die
zweitägige Veranstaltung ermöglichte es den Partnern, sich gegenseitig
kennenzulernen, einen Aktionsplan für die kommenden Monate zu erarbeiten,
und sich erstmals mit den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats
auszutauschen, die das Projekt begleiten werden.
POSEIDON als zentraler Impulsgeber für neue Wertschöpfungsketten auf Basis
von synthetischem Methanol.

Mit dem POSEIDON-Projekt wird die Nutzung von synthetischem Methanol zur
Dekarbonisierung des Schifffahrtssektors demonstriert. Das Projekt
bereitet die Einführung lokaler Wertschöpfungsketten auf der Grundlage von
E-Methanol als Kraftstoff für die Schifffahrt in den Häfen von Valencia,
Spanien, und Thessaloniki, Griechenland, vor. Dies wird einerseits durch
die Vernetzung lokaler Interessengruppen und die Sammlung von
Anforderungen mittels der Bildung lokal organisierter Gruppen von Personen
(so genannte Communities of Practice) erreicht. Zum anderen wird eine
leistungsfähige Power-to-E-Methanol-Demonstrationsanlage unter Anwendung
eines neuartigen Konzepts samt CO2-Abscheidung und Produktion von
E-Methanol errichtet. Diese Anlage wird unter nahezu realen Bedingungen
erprobt und das produzierte E-Methanol wird in 2-Takt- und 4-Takt-Motoren
getestet, um die Kraftstoffqualität und -kompatibilität zu bewerten.

Um den wirtschaftlichen Wert verschiedener Szenarien zu quantifizieren und
potenzielle Hindernisse und Optimierungspotenziale zu ermitteln, werden
detaillierte technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale
Bewertungen durchgeführt. Zur Verbesserung der Marktakzeptanz und um den
Weg für den künftigen Einsatz von E-Methanol in der EU zu ebnen, werden
lokale Roadmaps sowie ein Replikationstool zur Machbarkeitsprüfung des
künftigen Einsatzes von E-Methanol in EU-Häfen entwickelt, damit externe
EU-Akteure die Ergebnisse von POSEIDON für sich nutzen können.

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Förderung der öffentlichen
Akzeptanz durch die Aufklärung über die Vorteile von neuen erneuerbaren
Kraftstoffen für die Schifffahrt, insbesondere von Methanol. Die
Projektpartner beabsichtigen relevante Interessengruppen, wie zum Beispiel
Wissenschaftler, Vertreter der Industrie und politische
Entscheidungsträger regelmäßig über die Projektaktivitäten, Fortschritte
und Erfolge zu informieren.

Erstes Partnertreffen in Karlsruhe gab Startschuss für die erste Runde
Am 6. und 7. September fand die Eröffnungssitzung von POSEIDON in
Karlsruhe statt. Am ersten Tag stellten der Projektkoordinator und die
Arbeitspaketleiter die zentralen Aktivitäten des Projekts vor. Am
Nachmittag lud der Partner Karlsruher Institut für Technologie (KIT) alle
Teilnehmer zu einem Besuch des Energy Lab 2.0 auf dem KIT-Campus Nord ein.
Das Energy Lab 2.0 ist ein Kooperationsprojekt der drei Helmholtz-Zentren
KIT, Forschungszentrum Jülich und Deutsches Zentrum für Luft- und
Raumfahrt. Es ist ein Testfeld, in dem verschiedene innovative
Energielösungen wie Power-to-X-Anlagen, Speicherlösungen und Wasserstoff-
Elektrolyseure erprobt werden. Hier können reale Simulationen durchgeführt
und modernste Sektorenkopplungstechnologien für die Gestaltung des
zukünftigen deutschen Energiesystems getestet werden. Die Projektpartner
konnten einen Blick auf die Testanlage für E-Methanol werfen, die im
Rahmen von POSEIDON hochskaliert werden soll. Nach der Geländebesichtigung
konnten die Partner eine kurze Stadtrundfahrt in Karlsruhe und ein
gemeinsames Abendessen genießen.

Am zweiten Tag nahm der verantwortliche Project Officer der Europäischen
Kommission sowie Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats am Treffen
teil. Es folgten kurze Workshops, die von den Leitern der Arbeitspakete
moderiert wurden und dazu beitrugen, die ersten Projektaufgaben
anzustoßen. Im März 2024 wird das nächste Partnertreffen stattfinden.

POSEIDON gibt Impulse für die Ablösung fossiler Brennstoffe und die
Dekarbonisierung der EU-Schifffahrtsindustrie
POSEIDON wird zur Verringerung der Abhängigkeit vom Import fossiler
Brennstoffe beitragen, wodurch die EU im Einklang mit dem Plan REPowerEU
weniger wirtschaftlichem und politischem Druck ausgesetzt sein wird. Das
Projekt soll synthetisches Methanol als Kraftstoff in EU-Häfen und die
damit verbundenen Schlüsseltechnologien wie E-Methanol-Produktionsanlagen
und Schiffsmotoren etablieren. Es wird damit gerechnet, dass mehrere
Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette wie Anbieter von
industriellen Rohstoffen, auf erneuerbare synthetische Kraftstoffe
spezialisierte Ingenieurbüros, Häfen, Projektentwickler, Motorenhersteller
und Schiffsbauer vom wachsenden E-Methanol-Markt profitieren werden.
Darüber hinaus wird die stetige Einführung von E-Methanol-basierten
Wertschöpfungsketten in der gesamten EU zur Dekarbonisierung der Häfen und
Schifffahrt beitragen. Die neuen Methoden, Instrumente und Ergebnisse aus
POSEIDON werden mit der Wissenschafts- und Forschungsgemeinschaft sowie
den EU-Bürgern geteilt, um Innovationen zu fördern und das allgemeine
Bewusstsein über die Vorzüge von synthetischen Kraftstoffen für eine
umweltfreundliche Schifffahrt zu schärfen.

POSEIDON Projekt in Kürze
Das Projekt wird vom Europäischen Institut für Energieforschung (EIFER)
koordiniert und läuft von September 2023 bis August 2027. Es beteiligen
sich 19 Partnern aus 7 europäischen Ländern: EIFER, EDF, KIT, RINA,
Fundación Valenciaport, Aristotle University of Thessaloniki, ICODOS,
Fincantieri, Isotta Fraschini Motori - IFM, Winterthur Gas & Diesel -
WinGD, Steinbeis Europa Zentrum (Steinbeis Innovation gGmbH), Global
Omnium, Port of Thessaloniki – ThPA S.A., CERTH, CNR-STEMS, Swedish
Maritime Administration, Inventors, CAO Hellas, und AVEBIOM. Das Steinbeis
Europa Zentrum unterstützt EIFER beim Projektmanagement und ist für die
Kommunikation, Verbreitung und Verwertung der Projektergebnisse
verantwortlich.

POSEIDON wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont
Europa der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarung 101117616
gefördert. Die Europäische Kommission kofinanziert das Projekt mit fast
9,7 Mio. EUR. Die Aktivitäten des Schweizer Projektpartners WinGD werden
vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
(SBFI) mitfinanziert.

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Fachleute fordern breiteren Einsatz der Gendiagnostik bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind erblich bedingt. Sie lassen sich
heute relativ einfach, kostengünstig und schnell mittels Gendiagnostik
nachweisen. In Deutschland wird diese Technik jedoch nur unzureichend
genutzt. In einem Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie (DGK), der Gesellschaft für Humangenetik (GfH) und der
Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) fordern
Fachleute deshalb, die Möglichkeiten der Gendiagnostik für Früherkennung,
Diagnose und Therapie besser zu nutzen. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
waren maßgeblich an der Erstellung des Papiers beteiligt.

Medizinische Forschung braucht oft Jahrzehnte, um in die Praxis umgesetzt
zu werden. Dann aber können die neuen Erkenntnisse und Techniken einen
großen Unterschied machen, um Krankheiten besser zu erkennen und zu heilen
- wie etwa die Gendiagnostik. „Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden
durch Defekte in einem oder wenigen Genen verursacht. Zudem manifestieren
sich solche Krankheiten oft erst im Erwachsenenalter, weshalb es hilfreich
ist, sie frühzeitig zu erkennen“, sagt Prof. Sabine Klaassen. Sie ist
Mitautorin des Konsensuspapiers „Gendiagnostik bei kardiovaskulären
Erkrankungen“ und Leiterin der Forschungsgruppe Klinische Kardiogenetik am
Experimental and Clinical Research Center (ECRC) sowie Fachärztin am
Deutschen Herzzentrum Charité (DHZC).

Die krankheitsauslösenden Gene sind von Geburt an vorhanden. Ab wann sich
daraus eine Krankheit entwickelt und wie stark sie sich ausprägt, ist sehr
unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie sich die jeweils vorliegende
krankmachende Sequenzvariante auswirkt. Modulierende Umweltfaktoren können
ebenfalls eine Rolle spielen. Das Konsensuspapier beschreibt Bedeutung,
Vorgehen und rechtliche Regelungen der molekulargenetischen Diagnostik und
gibt diagnostische Empfehlungen für die wichtigsten genetisch bedingten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von denen derzeit nur ein kleiner Teil
ermittelt wird. „Mit unseren Empfehlungen wollen wir eine bessere
Versorgung der Patienten ermöglichen: Eine genaue Diagnose zu stellen,
Krankheitsursachen zu finden und zu entscheiden, wie der Patient behandelt
werden kann“, sagt Prof. Sabine Klaassen.

Werden Gendefekte frühzeitig erkannt, kann man Prognose und Lebensqualität
der Betroffenen verbessern

Gendiagnostik wird vor allem zur Differentialdiagnose eingesetzt: Ein
krankhaft verändertes Herz kann verschiedene Ursachen haben. Die Genetik
hilft einzugrenzen, um welche Erkrankung es sich handelt und welche
Ursache ihr zugrunde liegt - etwa bei den Kardiomyopathien, die mit einem
verdickten Herzmuskel einhergehen. Meist ist Bluthochdruck die Ursache, es
kann aber auch ein Gendefekt vorliegen. Je nach Diagnose gibt es hier
wirksame Therapien.

Eine weitere wichtige Erkrankung, bei der die Gendiagnostik helfen kann,
sind erbliche Herzrhythmusstörungen. Sie können, wenn sie nicht
rechtzeitig erkannt werden, zum plötzlichen Herztod führen. Auslöser ist
ein defektes Gen. Betroffene Patientinnen und Patienten können gut
geschützt werden: Sie erhalten vorsorglich einen Defibrillator; auch
Betablocker schützen. „Wichtig ist, auch Verwandte zu untersuchen und nach
dieser Veränderung in deren Erbgut zu fahnden“, betont Prof. Sabine
Klaassen.

Die häufigste Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, die durch den Defekt
eines einzelnen Gens verursacht wird, ist die familiäre
Hypercholesterinämie (FH). Betroffene haben ein erhöhtes Risiko,
frühzeitig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, was bei ihnen
nicht auf einen ungünstigen Lebens- oder Ernährungsstil zurückzuführen
ist. „Wir müssen Patienten mit FH-Gendefekten herausfiltern, denn bei
ihnen kann das Herzinfarktrisiko durch Medikamente wie Statine oder
PCSK9-Hemmer deutlich gesenkt werden“, erklärt Prof. Heribert Schunkert,
Principal Investigator am DZHK-Standort München und Letztautor des
Konsensuspapiers. Mit Prof. Ulf Landmesser und Prof. Benjamin Meder
gehören zwei weitere DZHK-Forscher zur Autorengruppe. Prof. Ulf Landmesser
vom Deutschen Herzzentrum Charité sagt: "Die genetische Diagnostik wird
eine immer wichtigere Rolle im Precision Management von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen spielen und gleichzeitig eine frühzeitige Diagnose bei
Familienmitgliedern ermöglichen.“

Mehr Spezialambulanzen und mehr Aufklärung in der Bevölkerung notwendig

Das Papier ist die Neuauflage eines Positionspapiers aus dem Jahr 2015.
„Seither hat sich der Wissensstand deutlich verbessert, und technisch wäre
eine breitere Anwendung der Gendiagnostik kein Problem“, sagt Prof. Sabine
Klaassen. Zudem übernehmen die Krankenkassen inzwischen in vielen Fällen
die Kosten für eine Gensequenzierung. Bei der Umsetzung der Empfehlungen
zur Gendiagnostik gibt es nach Ansicht des Autorenteams aber noch große
Defizite: So gebe es zu wenige spezialisierte Ambulanzen in Krankenhäusern
und Kliniken, zudem müsse mehr medizinisches Personal entsprechend
geschult werden. „Wir brauchen mehr spezialisierte Ambulanzen, damit
Betroffene genauer diagnostiziert, zentraler betreut und besser beraten
werden können“, sagt Prof. Sabine Klaassen. Zudem seien die Möglichkeiten
der Gendiagnostik in der Bevölkerung noch zu wenig bekannt.

Derzeit erarbeitet die DGK eine zusammenfassende Pocket-Leitlinie mit
Empfehlungen für niedergelassene Ärzte und Klinikpersonal. Auch
Fortbildungen zur Kardiogenetik sind in Vorbereitung. Diese sollen über
die Ärztekammern angeboten werden.

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Lasten leicht, sicher und zuverlässig transportieren: 4. Nationale Radlogistik-Konferenz macht Station im Fraunhofer

Mobilität muss wettbewerbsfähig sein, nachhaltig und sicher. Leichtbau
spielt dabei eine große Rolle. Rund 80 Teilnehmende der vierten Nationalen
Radlogistik-Konferenz in Darmstadt machten auf ihrer Exkursion am 19.
September auch im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und
Systemzuverlässigkeit LBF in Kranichstein Station. Am Beispiel des
»Lasten-LeichtBauFahrrad« (L-LBF) präsentierten die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler nachhaltige Werkstoffe, leichte Rahmenkonstruktionen,
hohe Batteriekapazität, effiziente Fertigungsverfahren und weitere
funktionsintegrierte Lösungen für die Radmobilität.

Lastenfahrräder gehören mittlerweile selbstverständlich in unser urbanes
Verkehrsbild. Und es werden immer mehr. In Zeiten des Klimawandels ist
dies eine wichtige Entwicklung, die dazu führt, dass unterschiedlichste
Fahrradkonzepte angeboten werden. Wenn in Produkten bewegliche Massen zum
Einsatz kommen, ist leicht zu bauen besonders relevant und effizient. Wird
Masse reduziert, verringert sich der erforderliche Energieaufwand – das
schont unsere Umwelt. Und immer, wenn Menschen mit diesen beweglichen
Massen interagieren, ist die Zuverlässigkeit und die Betriebssicherheit
von großer Bedeutung.

Die Mitglieder des Radlogistikverbands Deutschland, der
Interessenvertretung für emissionsfreie und stadtverträgliche Logistik mit
Lastenrädern und Anhängern, trafen sich vom 19. bis 20. September zur
jährlichen Radlogistik-Konferenz und informierten sich auch im Fraunhofer
LBF über Innovationen für die Radmobilität.

Neue Entwicklungen für vielseitigen Einsatz

Am Beispiel Lastenfahrrad hat ein Forscherteam des LBF, welches aus
Mitarbeitenden aller drei Bereiche (Betriebsfestigkeit, Adaptronik und
Kunststoffe) besteht, basierend auf ihrem langjährigen Know-how
nachhaltige, leichte und sichere Lösungen entwickelt, die skalierbar für
diverse zukünftige Mobilitätsträger sind. In der Radlogistik praktisch
einsetzbar sind beispielsweise eine sensorgesteuerte Nutzlastüberwachung,
Transportboxen aus nachwachsenden Rohstoffen, die kühlen oder wärmen,
biobasierte Beschichtungen als transparenter Kratzschutz für Regenschilde
oder Leichtbaufelgen für windschnittiges Vorankommen.

Details zum Leichtbaurahmen und einem neuen Batteriesystem

Ein Team aus Forschenden unterschiedlicher Disziplinen hat im Projekt
»L-LBF« am Fraunhofer LBF in Darmstadt-Kranichstein, basierend auf eigens
durchgeführten Fahrbetriebsmessungen sowie Ausgangsdaten über Masse und
Geometrie des gewählten kommerziellen Lastenrades, CAD-Modelle erstellt
und davon FE-Modelle abgeleitet. Diese wurden für die Entwicklung des
neuen Leichtbaurahmens verwendet. Der Clou dabei ist nicht nur die
Massereduzierung um knapp 40 Prozent im Vergleich zum Ausgangslastenrad,
sondern auch, dass in das Herzstück des Rahmens, einem zentralen
Hohlprofilträger aus hochfester Aluminiumlegierung, ein ebenfalls in
diesem Projekt entwickeltes Batteriesystem (Tubular Energy System TES)
diebstahlsicher und witterungsbeständig ohne zusätzliches Gehäuse
integriert wird. Das Batteriesystem weist die doppelte Speicherkapazität
zum regulär verwendeten Akkusystem auf.

»Wir erforschen seit 85 Jahren die Leichtbaupotenziale von Fahrzeugen und
ihren Komponenten. Davon kann die Radlogistik profitieren. Die hier
entwickelten Lösungen und Technologien werden in vielen Mobilitätsträgern
Anwendung finden«, erklärt Dr. Saskia Biehl, die das »L-LBF«-Projekt am
Fraunhofer LBF leitet, »darüber hinaus bieten die umgesetzten Features
hohes Potenzial für viele Anwendungen in unterschiedlichen Branchen, wie
Maschinenbau, Medizin oder auch Urban Air Mobility.«

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Podiumsdiskussion „Was ist Wahrheit?“ in der Reihe „Geisteswissenschaft im Dialog“ am 5. Oktober 2023 in Hamburg

Die Leichtigkeit, mit der sich heute „alternative Fakten“ verbreiten
lassen, ist erstaunlich wie auch besorgniserregend. Sie stellt die
Wissenschaft bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen und ihrem
Ringen um „Wahrheit“ vor zunehmende Probleme. Vor diesem Hintergrund laden
Akademienunion und Max Weber Stiftung gemeinsam mit der Akademie der
Wissenschaften in Hamburg am 5. Oktober 2023 um 19 Uhr zum Thema „Was ist
Wahrheit“ ins Hotel Baseler Hof in Hamburg ein. Die Veranstaltung findet
im Rahmen der Reihe „Geisteswissenschaft im Dialog“ statt. Auf dem Podium
sind: Prof. Dr. Peter Geimer, Prof. Dr. Mojib Latif und Prof. Dr. Maren
Urner.

Mit der Suche nach „der Wahrheit“ verbindet sich seit jeher die zentrale
Frage „Was ist eigentlich Wahrheit?“ Gibt es immer nur eine? Und zieht
„Wahrheit“ automatisch eine zielgerichtete Aktion nach sich? Wer erzählt
wem welche Geschichte? Vermitteln die Medien Belegbares oder ist das nur
Clickbaiting? Wie wird Geschichte heute und früher (visuell) vermittelt?
Wahrheit oder Lüge – Wissenschaft oder gefühlte Fakten? Wie viel Wahrheit
verträgt der Mensch? Die Podiumsdiskussion bringt Forschende aus
verschiedenen Bereichen zusammen, um die Mechanismen von Erzählung und
Wahrheit zu beleuchten und dabei auch die Rolle der Medien in diesem
Prozess zu hinterfragen. Interessierte sind herzlich eingeladen sich in
die Diskussion einzubringen.

Auf dem Podium diskutieren:
•       Prof. Dr. Peter Geimer, Kunsthistoriker, Direktor des Deutschen
Forums für Kunstgeschichte (DFK Paris), Professor für Neuere und Neueste
Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin

•       Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für
Ozeanforschung Kiel / Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Präsident
der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

•       Prof. Dr. Maren Urner, Neurowissenschaftlerin, Professorin für
Medienpsychologie an der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und
Wirtschaft, Autorin und Mitbegründerin von „Perspective Daily“

Moderation: Stephanie Rohde

„Geisteswissenschaft im Dialog“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe
der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Max Weber
Stiftung. Sie leistet seit 2010 einen signifikanten Beitrag zum Dialog
zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Veranstaltung „Was ist
Wahrheit?“ findet in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in
Hamburg im Gartensaal des Hotels Baseler Hof statt am:

Donnerstag, 5. Oktober 2023, 19:00 Uhr
im Gartensaal des Hotels Baseler Hof, Esplanade 15, 20354 Hamburg

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erforderlich
bis zum 1. Oktober:
maxweberstiftung.de/gid

Informationen zur Veranstaltungsreihe: gid.hypotheses.org

Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im
Ausland fördert die Forschung mit Schwerpunkten auf den Gebieten der
Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in
ausgewählten Ländern und damit das gegenseitige Verständnis. Sie unterhält
weltweit elf Institute sowie weitere Forschungsgruppen und Büros. Durch
eine unmittelbare Nähe zu den Forschungsgegenständen und im Austausch
unterschiedlicher Perspektiven und Herangehensweisen bietet die Max Weber
Stiftung beste Voraussetzungen für exzellente geistes- und
sozialwissenschaftliche Forschung. www.maxweberstiftung.de

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist der
Zusammenschluss der acht deutschen Wissenschaftsakademien der Bundesländer
Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Sie vertritt die
gemeinsamen Interessen dieser Akademien auf der Bundesebene ebenso wie im
internationalen Kontext und koordiniert das Akademienprogramm, das
weltweit größte geistes- und sozialwissenschaftliche Förderprogramm zur
Sicherung, Dokumentation und Erschließung des kulturellen Erbes im In- und
Ausland. Die Akademienunion beteiligt sich an der Weiterentwicklung des
deutschen und europäischen Wissenschaftssystems, der gemeinsamen
Gesellschafts- und Politikberatung der deutschen und internationalen
Akademien(-zusammenschlüsse) und lädt regelmäßig an verschiedenen Orten
zum Dialog über aktuelle Themen aus der Wissenschaft ein.
www.akademienunion.de

Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg vereint Spitzenforscherinnen
und -forscher aus allen Bereichen der Wissenschaft in Norddeutschland. Sie
trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und
anderen wissenschaftlichen Institutionen zu intensivieren. Sie fördert
Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen und
wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es sich zur besonderen
Aufgabe, Impulse für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
zu setzen. Die Grundausstattung der Akademie wird finanziert von der
Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie ist Prof. Dr. Mojib
Latif. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied in der
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

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