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Herbstprognose IfW Kiel: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2023 um 0,5 Prozent

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich laut Prognose des
IfW Kiel eingetrübt. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das BIP in diesem
Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen, damit revidiert das IfW Kiel seine
Sommerprognose (-0,3 Prozent) leicht nach unten. Gründe sind vor allem
eine schwache Industriekonjunktur, die Krise in der Bauwirtschaft sowie
sinkende Konsumausgaben. Für 2024 rechnet das IfW Kiel nun mit einem Plus
von 1,3 Prozent (bislang +1,8 Prozent), für 2025 mit einem Plus von 1,5
Prozent. Die Inflation dürfte sich deutlich verringern und 2024 und 2025
2,1 Prozent betragen. Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Abschwung robust,
der öffentliche Schuldenstand bleibt etwa konstant.

Obwohl Belastungsfaktoren wie der hohe Krankenstand und die Lieferengpässe
nachgelassen haben, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch nicht wieder
auf einen Expansionskurs eingeschwenkt. Erst zum Jahreswechsel dürfte die
Wirtschaft erneut Fahrt aufnehmen.

„Deutschland bekommt jetzt auch zu spüren, dass sein altes industrielles
Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Dazu belastet die Zinswende die
Wirtschaft im Inland und über die Exportmärkte. Die Notenbanken haben
erfolgreich Zähne im Kampf gegen die Inflation gezeigt, und in diesem
neuen Umfeld muss sich die deutsche Wirtschaft nun behaupten“, sagt Moritz
Schularick, Präsident des IfW Kiel.

„Die Gesamtwirtschaft bleibt derzeit unter ihren Möglichkeiten, die
Kapazitätsauslastung dürfte sich im Verlauf des Projektionszeitraums aber
wieder erholen. Allerdings liegt die Wirtschaftsleistung dann rund 3
Prozent unter dem Niveau, das vor dem Ausbruch der Pandemie für die Jahre
2024 und 2025 möglich erschien. Die deutsche Wirtschaft stößt zukünftig
schneller an die Produktionsgrenzen, daher sollten potenzialstärkende
Maßnahmen stärker in den Blick genommen werden“, so Stefan Kooths,
Konjunkturchef des IfW Kiel, anlässlich der heute erschienenen
Konjunkturprognosen für Deutschland, den Euroraum und die Weltwirtschaft.
Alle drei Berichte sind im Themendossier Konjunktur zu finden: https://www
.ifw-kiel.de/de/themendossiers/konjunktur/.

Vor allem eine schwache Industrie und Bauwirtschaft belasten die deutsche
Konjunktur. Teile der energieintensiven Produktion sind nicht mehr
rentabel und werden es voraussichtlich auch nicht wieder werden. Das
industrielle Exportgeschäft leidet unter der globalen Investitionsschwäche
in Folge massiv gestiegener Zinsen.

Neben China – wo die wirtschaftliche Dynamik zuletzt hinter den
Erwartungen zurückblieb und aufgrund struktureller Probleme auch weiterhin
verhalten bleiben dürfte – schwächeln auch andere wichtige Industrieländer
wie Südkorea. Der noch hohe Auftragsbestand wirkt aber stützend für die
deutsche Produktion.

Im Baubereich schicken die erheblich verteuerten Finanzierungskonditionen
insbesondere den Wohnungsbau weiter auf Talfahrt, der im laufenden Jahr um
fast 3 Prozent, im kommenden um fast 4 Prozent schrumpfen dürfte. Erst
2025 wird es nach dann vier Minusjahren in Folge voraussichtlich wieder
aufwärts gehen – dann aber ausgehend von einem so niedrigen Niveau wie
seit acht Jahren nicht mehr.

„Die aktuellen Bau- und Bestandspreise passen nach der Zinswende nicht
länger zu den Finanzierungskosten. Ohne deutliche Preiskorrekturen wird
die Baukonjunktur kaum wieder in Gang kommen, Spielräume dafür sind da“,
so Kooths.

Die privaten Konsumausgaben dürften 2023 leicht um 0,6 Prozent sinken, im
nächsten Jahr aber infolge höherer Löhne und ausgeweiteter staatlicher
Transfers kräftig um 2 Prozent zulegen und damit die Konjunktur bzw. die
konsumnahen Branchen beleben. Die Massenkaufkraft steigt dann um 3,3
Prozent (2024) und 2 Prozent (2025).

Inflationsrate sinkt auf 2 Prozent, Kernrate bleibt deutlich höher

Die Inflation in Deutschland wird laut Prognose deutlich zurückgehen, weil
sich der allgemeine Preisauftrieb abschwächt und die Energiepreise
zumindest wieder etwas sinken werden. Nach 6 Prozent in diesem Jahr, wird
sie in den kommenden beiden Jahren bei etwa 2 Prozent liegen.

Die um Energiepreise bereinigte Kernrate dürfte in den Jahren 2024 und
2025 aber noch deutlich über 2 Prozent liegen, da insbesondere die
Dienstleistungen den allgemeinen Teuerungsschub nur verzögert
nachvollziehen.

Die derzeitige wirtschaftliche Schwächephase wird am Arbeitsmarkt nur
wenig Spuren hinterlassen, da der Fachkräftemangel weiterhin groß ist. Die
Arbeitslosenquote sinkt in der Folge nach 5,6 Prozent in diesem und
nächstem Jahr auf 5,3 Prozent (2025).

Im Zuge des demografischen Wandels überschreitet die Zahl der
Erwerbstätigen im kommenden Jahr ihren Zenit und dürfte Ende 2025 bei rund
45,8 Millionen liegen.

Das Budgetdefizit des Staates geht trotz der wirtschaftlichen Belebung nur
wenig zurück – von 2,6 Prozent in Relation zum BIP im laufenden Jahr auf
1,9 Prozent im Jahr 2025. Der Schuldenstand verharrt im gesamten Zeitraum
bei rund 64 Prozent in Relation zum BIP.

Im Zuge des sich allmählich aufhellenden internationalen Umfelds dürfte
das Auslandsgeschäft nach und nach wieder Tritt fassen. Nach einem Minus
von 1,3 Prozent (2023) bewegen sich die Exporte mit plus 0,5 Prozent
(2024) zunächst seitwärts. Im Jahr 2025 avancieren sie mit plus 3,6
Prozent in einem insgesamt kräftigeren weltwirtschaftlichen Umfeld wieder
zum Expansionsmotor.

Weltwirtschaft und Euroraum: US-Konjunktur überraschend robust

Insbesondere in den Vereinigten Staaten zeigt sich die Konjunktur
angesichts massiv gestiegener Zinsen überraschend robust. Insgesamt wird
die Weltwirtschaft im Prognosezeitraum in moderatem Tempo expandieren. Sie
dürfte in diesem Jahr um 3,0 Prozent zulegen und in den kommenden beiden
Jahren um 2,8 bzw. 3,2 Prozent.

Im Euroraum bleibt die wirtschaftliche Dynamik verhalten, das BIP dürfte
im laufenden Jahr um 0,6 Prozent steigen, gefolgt von einem Zuwachs um 1,4
Prozent (2024) und 1,7 Prozent (2025).

Hinweis für den Hörfunk: Ein Audio-File mit O-Tönen von IfW-Konjunkturchef
Stefan Kooths steht zum Download zur Verfügung am Ende unserer
Medieninformation (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles
/herbstprognose-ifw-kiel/
) auf der Website.

Fragen:

– Wie wird sich sich die deutsche Konjunktur laut jüngster Prognose
entwickeln?

– Warum haben sich die Aussichten im Vergleich zur Sommerprognose nochmals
eingetrübt?

– Ab nächstem Jahr soll es wieder positive Konjunkturzahlen geben. Was
sind die Treiber dafür?

Die vollständigen Konjunkturberichte für Deutschland, den Euroraum und die
Weltwirtschaft sind hier abrufbar:

– Deutsche Wirtschaft im Herbst 2023: Konjunktur windet sich aus der
Stagnation (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/deutsche-wirtschaft-
im-herbst-2023-konjunktur-windet-sich-aus-der-stagnation-31937/
)

– Euroraum im Herbst 2023: Der Konjunkturmotor stottert (https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/euroraum-im-herbst-2023-der-konjunkturmotor-
stottert-31939/
)

– Weltwirtschaft im Herbst 2023: Moderate Expansion trotz erheblicher
Gegenwinde (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-
herbst-2023-moderate-expansion-trotz-erheblicher-gegenwinde-31941/
)

Unser Themendossier Konjunktur (https://www.ifw-
kiel.de/de/themendossiers/konjunktur/) gibt eine Übersicht über alle
unsere Prognosen.

Mehr Infos zum IfW-Forschungszentrum Konjunktur und Wachstum auf dessen
Webseite: https://www.ifw-kiel.de/de/institut/forschungszentren
/konjunktur-und-wachstum/

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Positionspapier zur Sanitär- und Nährstoffwende von REGION.innovativ zirkulierBAR

Recyclingdünger: Rechtliche Anpassungen sind dringend nötig, um Wasser zu
sparen, Schadstoffe zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Neues
Positionspapier mit forschungsbasierten Lösungsansätzen!

Die Ausgangslage

Ressourcen wiederverwerten, anstatt sie wegzuspülen. Kreislaufwirtschaft!
Das geht mit einem Sanitärsystem auf Basis von Trocken- oder
Trenntoiletten. Moderne Aufbereitungstechniken ermöglichen,
Toiletteninhalte zu erfassen und effizient zu Recyclingdünger für die
schadlose landwirtschaftliche Nutzung aufzubereiten.
Gegenüber der herkömmlichen Entsorgung auf dem Abwasserweg birgt dieses
Ressourcen-orientierte System zentrale Vorteile:

✔ Es spart Trinkwasser.
✔ Es reduziert Schadstoffe.
✔ Es erhöht die Recyclingquote.
✔ Es erhöht die Ressourceneffizienz.

Solche Ressourcenorientierten Sanitärsysteme (auch ROSS oder ROS genannt)
sind bereits auf Veranstaltungen, in Parks, Gärten, Häusern und ganzen
Quartieren weltweit im Einsatz. Reallabore erforschen, entwickeln und
erproben die Herstellung verschiedener Recyclingdünger aus Inhalten aus
Trocken- und Trenntoiletten. Erste Dünger sind sogar schon auf dem Markt,
in der Schweiz, Lichtenstein und Österreich zum Beispiel.

Das Hindernis

Warum wird das erwiesene und erprobte Potenzial von Recyclingdünger in
Deutschland noch nicht genutzt? Ganz einfach: die rechtlichen
Rahmenbedingungen lassen es momentan nicht zu. Unvollständige oder
widersprüchliche Definitionen und Einordnungen verhindern, dass
Recyclingdünger hier ordnungsgemäß produziert und wirtschaftlich genutzt
werden kann.

Der Lösungsansatz

Mit Recyclingdünger aus Trockentoiletten auch in Deutschland Nährstoffe
zurückgewinnen und Wertschöpfung steigern. Unser Positionspapier checkt
den Anhang! geht noch genauer auf die Ausgangslage und Hindernisse ein.

Wichtiger noch: auf Basis von Forschung und Praxis gibt es konkrete
Handlungsempfehlungen, wie das Kreislaufwirtschafts- und Düngerecht
angepasst werden können, um die Bremsen für die Kreislaufwirtschaft zu
lösen. Dazu zählen auf Bundesebene unter anderem:

✔ die Erweiterung der Begriffsdefinition des Bioabfalls auf menschlichen
Urin und Kot,
✔ die Aufnahme von menschlichen Ausscheidungen in die
Düngemittelverordnung.

Kurzum: das angehängte Positionspapier zeigt, warum wir angepasste
rechtliche Rahmenbedingungen brauchen, und wie sie angepasst werden
können. Um Wasser zu sparen, Schadstoffe zu reduzieren, und Ressourcen zu
schonen.

Besuchen Sie uns auf folgenden Veranstaltungen, um gemeinsam mit uns durch
den gesamten Kreislauf der Nährstoffe zu gehen.

Am 8. September 2023 diskutieren wir auf dem 8. Internationalen C2C Cradle
to Cradle Congress an der Technischen Universität in Berlin über das Thema
"Nährstoffe im Kreislauf" und sprechen über die "Klärschlammverordnung":
https://c2c-congress.org/programm/

Am 20. September 2023 findet unser Parlamentarisches Abend-Event im
Sommerpavillon in Berlin zum Thema "Dünger- und Wasser-Kreisläufe für
Klimaanpassung und Ernährungssicherheit" statt:
https://zirkulierbar.de/aktivitaeten/dialoge/

Wir dürfen außerdem die feierliche Eröffnung unserer Forschungsanlage mit
Vertreter:innen der Kommunal-, Landes-, Bundes- und EU-Politik am 16.
Oktober 2023 von 13.30-15.30 Uhr in Eberswalde verkünden. Eine gezielte
Einladung an Presse- und Medienvertreter:innen folgt. Bei Fragen und/oder
Interesse wenden Sie sich gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Wir freuen uns, wenn Sie über dieses Ergebnis unserer Forschung berichten
und vor allem mit gewählten Vertreter:innen in der Politik teilen!

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Pressekontakt: Dr.-Ing. Ariane Krause | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | +49
(0)33701-78254

Originalpublikation:
Positionspapier zur Sanitär- und Nährstoffwende auf der Website:
https://zirkulierbar.de/wissen/projektergebnisse/#positionspapiere

Arten der Pressemitteilung:
Forschungs- / Wissenstransfer
Forschungsprojekte

Sachgebiete:
Biologie
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Gesellschaft
Politik
Umwelt / Ökologie

Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.naehrstoffwende.org/diskussionspapier-naehrstoff-und-sanitaerwende/ Diskussionspapier "Ressourcen aus der Schüssel sind der Schlüssel"
https://zirkulierbar.de/presse/faq/ Pressemappe von zirkulierBAR



Zu dieser Mitteilung finden Sie Anhänge unter der WWW-Adresse:
https://idw-online.de/de/attachment99264
Pressemitteilung Positionspapier zirkulierBAR (PDF)

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
https://idw-online.de/de/news820140

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Neues Cloud-Energy-Lab an der FH Dortmund

Vernetzte Forschung will Herausforderungen der Energiewende angehen

 

Beim Thema Energiewende gebe es nach wie vor viele offene Fragen, sagt Prof. Dr. Yves Rosefort aus dem Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Dortmund: angefangen bei der Strom-Speicherung über den Energie-Transport bis zum Recycling von Anlagen und Geräten. Im neuen Forschungsschwerpunkt „Cloud-Energie-Lab“ vernetzen Wissenschaftler*innen der FH ihre Arbeit, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.

 

Kernelement des neuen Forschungsschwerpunkts ist eine zentrale Cloud. In diesem virtuellen Datenspeicher laufen die Ergebnisse aus Forschung und Lehre, Daten aus Simulationen, von den Prüfständen und Real-Laboren ein. Zugleich lässt sich über die Cloud die Hardware in den Laboren steuern und vernetzen. „Wir arbeiten hierbei interdisziplinär zusammen“, betont Prof. Dr. Martin Kiel, Prodekan am Fachbereich Elektrotechnik. Neben seinem Fachgebiet und Aspekten des Maschinenbaus spielen wirtschaftliche Faktoren ebenso eine Rolle wie soziale Überlegungen. „Dieses Zusammenspiel in einem Forschungsschwerpunkt ist herausragend“, lobt Prof. Kiel.

 

Die Vorteile an einem praktischen Beispiel erklärt: Im „Cloud-Energie-Lab“ können die Expert*innen der Elektrotechnik sehen, wie ihre Batterie in Verbindung mit der Brennstoffzelle der Maschinenbauer*innen reagiert. Sie können echte Langzeittests mit simulierten Daten verknüpfen und Szenarien prüfen: Welche Herausforderungen bestehen für die Netze? Wie können Energielasten sinnvoll gesteuert werden? Wo speichern wir grünen Strom zwischen? „Es gibt da nicht die systemische Lösung, die für alle gleich gut ist“, sagt Prof. Kiel. Darum sollen im Cloud-Energie-Lab die individuellen Bedürfnisse der Anwender*innen abgebildet werden.

 

„In der laufenden Diskussion sehe ich eine teils verhärtete Front zwischen Befürwortern der Wasserstoff-Technologie und der Batterie-Technologie“, ergänzt Prof. Rosefort. Doch beide Technologien seien richtig und zukunftsrelevant. Es gehe nicht um ein Gegeneinander, sondern um einen klug vernetzten Einsatz. „Dabei schauen wir immer auf die Machbarkeit unter realen Bedingungen, auf die Kosten und die CO2-Gesamtbilanz inklusive Recycling“, so der Wissenschaftler. Der Fokus liege zudem auf der Resilienz des Energiesystems in Gänze. Welche Maßnahmen sichern die Versorgung, wenn mal etwas ausfällt?

 

Im „Cloud-Energie-Lab“ werden die Forschenden mit verschiedenen Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten. Auch die Lehre spielt im neuen Forschungsschwerpunkt eine wesentliche Rolle. „Die Energiewende ist nur mit guter Ausbildung im Ingenieurstudium zu stemmen. Daran arbeiten wir an der FH Dortmund“, sagt Prof. Rosefort. Sowohl der Berufszweig des Maschinenbaus als auch die elektrotechnischen Fachrichtungen bieten grüne Zukunftsberufe.

 

Hintergrund:

Das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft fördert den neuen Forschungsschwerpunkt „Cloud-Energie Lab“ mit 240.634,80 Euro im Programm „Focus Forschung – HAW-Kooperation“. Die FH Dortmund stellt zudem eigene Mittel bereit. Der Forschungsschwerpunkt umfasst mehrere Fachbereiche. Zu den beteiligten Professor*innen zählen neben Prof. Dr. Martin Kiel und Prof. Dr. Yves Rosefort auch Prof. Dr. Torsten Füg, Prof. Dr. Vinod Rajamani und Prof. Dr. Markus Thoben, sowie der neuberufene Prof. Dr. Sönke Gößling.

 

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Universität Witten/Herdecke eröffnet psychotherapeutische Ambulanz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Der Bedarf an Therapieplätzen ist nach der Corona-Pandemie weiter
gestiegen.

Das Zentrum für psychische Gesundheit und Psychotherapie (ZPP) der
Universität Witten/Herdecke (UW/H) eröffnet eine Psychotherapieambulanz,
in der Kinder und Jugendliche Hilfe bei psychischen Problemen finden. „Wir
behandeln die ganze Bandbreite psychischer Störungen, zum Beispiel ADHS,
Depressionen oder Angststörungen. Unsere Mitarbeiter:innen sind speziell
für die Bedarfe jüngerer Patient:innen ausgebildet“, erklärt Sarah
Schwark, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und stellvertretende
Leiterin der Ambulanz. Für Witten und Umgebung bedeutet das, dass die
psychotherapeutische Versorgung Heranwachsender kurz- und langfristig
deutlich verbessert wird.

Im ZPP bieten psychologische Psychotherapeut:innen unter der Leitung von
Prof. Dr. Ulrike Willutzki bereits seit 2016 im Wittener FEZ (Alfred-
Herrhausen-Str. 44) Psychotherapie für Erwachsene sowie Coachings in
schwierigen Lebenslagen an. „Wir freuen uns sehr, dass wir das Angebot
endlich um Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und ihre
Familien ergänzen können“, so Ulrike Willutzki. Dadurch, dass das ZPP die
psychotherapeutische Behandlung von Patient:innen und die
Psychotherapieforschung miteinander verknüpft, werden die therapeutischen
Ansätze kontinuierlich überprüft und verbessert.

Junge Menschen und Erwachsene haben psychisch gleichermaßen unter der
Corona-Pandemie gelitten

In den vergangenen Jahren und gerade nach den Belastungen durch die
Corona-Pandemie ist der Bedarf an Therapieplätzen deutlich gestiegen. „Wir
sehen, dass gerade Kinder und Jugendliche in der Corona-Zeit in ihrer
Entwicklung stark beeinträchtigt worden sind“, erklärt Sarah Schwark.
Corona sei für alle anstrengend gewesen, aber insbesondere Kinder hätten
unter der häuslichen Isolation gelitten und soziale oder schulische
Probleme entwickelt. Für Jugendliche seien soziale Kontakte in der Phase
der Orientierung auf ein zukünftiges Leben besonders wichtig; daher war
der Lockdown für ihre Identitätsentwicklung und in der notwendigen
Loslösung von den Eltern ein deutliches Hindernis. „Corona hat ganz
generell psychische Störungen wie Angststörungen und Depressionen
verstärkt und in der Ausprägung verschlimmert – bei jungen Menschen und
Erwachsenen gleichermaßen“, beschreibt Sarah Schwark.

Suche nach Therapieplätzen ist meist mit langen Wartezeiten verbunden

Auf schnelle Hilfe hoffen Familien jedoch meist vergeblich. Die Suche nach
einem Therapieplatz ist oft kompliziert und mit langen Wartezeiten
verbunden. Dabei sei es wichtig, Betroffenen schnellstmöglich zu helfen.
„Wenn wir psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter frühzeitig
erkennen und behandeln, können wir damit auch psychischen Erkrankungen im
Erwachsenenalter vorbeugen. Es geht also auch um Prävention und darum,
jungen Menschen langfristig ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen“,
erläutert Ulrike Willutzki. „Umso mehr freuen wir uns darüber, zukünftig
hoffentlich vielen Familien in Witten und Umgebung helfen zu können.“

Kontakt zur Ambulanz ab sofort unter 02302-926 7522, Telefonsprechzeiten:
dienstags von 14.00 bis 15.30 Uhr, und donnerstags von 12 bis 13 Uhr.

Weitere Informationen: Weitere Informationen finden Sie auf der Website
unter: uni-wh.de/zpp-kinder-jugendliche

Ansprechpartner Presseteam: Kay Gropp | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | 02302
926-805

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke versteht sich seit 1983 als Bildungs- und
Forschungsort, an dem Menschen wachsen können. Mehr als 3.000 Studierende
entwickeln sich hier zu Persönlichkeiten, die die Gesellschaft verändern
und gestalten wollen – nachhaltig und gerecht. Diese Veränderung streben
wir auch als Institution an. Sie bildet den Kern unseres Leitbildes und
ist Teil unserer DNA: Als die Universität für Gesundheit, Wirtschaft und
Gesellschaft sind wir von Beginn an Vorreiterin in der Entwicklung und
Anwendung außergewöhnlicher Lern- und Prüfungssettings.

In 16 Studiengängen und dem fächerübergreifenden WittenLab. Zukunftslabor
Studium fundamentale lernen unsere Studierenden, den Herausforderungen der
Zukunft ganzheitlich zu begegnen und aktuelle Entwicklungen kritisch zu
hinterfragen. Unsere Forschung ist frei und transdisziplinär. Institute,
Initiativen, Projekte, Kliniken und Ambulanzen erarbeiten innovative und
praxisorientierte Lösungen, die zur positiven und sinnstiftenden
Veränderung der Gesellschaft beitragen.

Wachsen und Wirken treibt uns an – mehr denn je: Here we grow!
www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

Sie erhalten diese E-Mail, da Sie im Presseverteiler der Universität
Witten/Herdecke eingetragen sind. Sie können der Verwendung Ihrer
Kontaktadresse jederzeit widersprechen. Falls Sie keine Zusendung mehr von
uns erhalten möchten, können Sie uns das schriftlich unter presse@uni-
wh.de mitteilen. Sie werden dann aus dem Presseverteiler ausgetragen.

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