Studierende gehen auf digitale Reise durch Berufsfelder
Exkursionen und Praktika sind ein wichtiger Bestandteil für die
Berufsorientierung von Studierenden. Da finanzielle und personelle
Ressourcen jedoch häufig nicht ausreichen, um diese in umfangreichem Maße
anzubieten, soll an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena zukünftig eine
digitale Alternative angeboten werden. Im Rahmen des Programms
„Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ des
Stifterverbandes und des Thüringer Wissenschaftsministeriums wurde das
Konzept Anfang August prämiert und ein Fellowship an den Urheber Prof. Dr.
Christoph Koch verliehen.
Anhand eines fiktiven Szenarios – der Einleitung von Schadstoffen in die
Umwelt – schlüpfen Studierende zukünftig in die Rollen involvierter
Akteure und übernehmen dabei aktiv charakteristische Aufgaben: So planen
sie beispielsweise als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen
Naturschutzbehörde eine Probenahme auf der kontaminierten Fläche, führen
virtuell Messungen durch oder werten als beauftragtes Umweltlabor die
erzielten Analyseergebnisse statistisch aus. Durch einen hohen Praxisbezug
und die Einbindung von bereits erlangtem Wissen aus früheren Semestern
kann so ein langanhaltender Lernerfolg erzielt werden.
Christoph Koch wurde zum Wintersemester 2021/22 auf die Professur für
Technische Chemie und Umweltchemie an der EAH Jena berufen. Die
Begeisterung für lebendige Lehre und praxisnahe Bildung begleitet seinen
Weg. Er setzt sich fortlaufend mit der Weiterentwicklung seiner
Lehrtätigkeit auseinander und hat sich in diesem Zuge um die Förderung des
Projektes beworben. "Die Kombination aus praxisnahen Exkursionen und
digitalen Lernlösungen ermöglicht eine motivierende Lernumgebung. Mein
Anliegen ist es, durch diese Lehrinnovation die Eigenmotivation der
Studierenden zu fördern und ihnen damit einen nachhaltigen Lernerfolg zu
ermöglichen", sagt Fellow Christoph Koch.
Der Stifterverband und das Thüringer Wissenschaftsministerium fördern zum
sechsten Mal Lehrende bei der Einführung innovativer digitaler
Lehrvorhaben an den Hochschulen. Im Rahmen des Programms Fellowships für
Innovationen in der digitalen Hochschullehre unterstützt das Land jedes
Konzept je nach Bedarf mit maximal 50.000 Euro. Durch eine Jury, bestehend
aus Lehrenden der Fachwissenschaften und Hochschuldidaktik sowie
Studierenden, wurden insgesamt sieben Konzepte an verschiedenen Thüringer
Hochschulen prämiert.
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