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Gewalt in der DR Kongo: Kämpfe zwingen 6 Millionen Menschen zur Flucht Malteser International stellt Medikamente und Trinkwasser bereit

n keinem afrikanischen Land leben derzeit so viele Menschen auf der Flucht wie in der DR Kongo: mehr als sechs Millionen Menschen. Der Grund dafür sind eskalierende Konflikte zwischen nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen, die die Bevölkerung terrorisieren. In der Provinz Ituri ist zurzeit rund ein Viertel der Bevölkerung auf der Flucht und lebt in äußerst prekären Verhältnissen. „Unsere Mitarbeitenden berichten von Überfällen auf Geflüchtetencamps, bei denen Männer, Frauen und Kinder getötet werden. Neben dem Schutz der Menschen ist es nun wichtig, sie auf allen Ebenen zu unterstützen. Denn die Geflüchteten leben dicht gedrängt in überfüllten Camps, Schulen und Kirchen und haben meist nur das mitgenommen, was sie tragen konnten. Ihnen fehlt es an allem“, sagt Johannes Schildknecht, Länderreferent für die DR Kongo bei Malteser International.

Wegen der steigenden Zahl an Geflüchteten weitet Malteser International in der Region Mahagi in der Provinz Ituri seine Hilfe aus. Unterstützt wird diese Hilfe vor allem vom Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Wir verteilen Bargeld, damit die Vertriebenen Lebensmittel kaufen können, und Matratzen und Decken. Der Schwerpunkt unserer Hilfe liegt auf den Gesundheitseinrichtungen, um die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Wir liefern Medikamente, sauberes Trinkwasser -auch für die aufnehmende Bevölkerung, um Ungleichbehandlung zu vermeiden - und Verbrauchsmaterialien aus“, sagt Schildknecht. „Viele können ihre Felder nicht mehr bestellen, und haben keine Möglichkeiten mehr, ihre Familien zu ernähren. Es wird immer schwieriger die Menschen, die von Gewalt bedroht werden, zu erreichen. Auch das Leben unserer Mitarbeitenden ist gefährdet.“

Malteser International unterstützt die Menschen in der DR Kongo bereits seit 1996 in den östlichen Provinzen vor allem in den Bereichen Gesundheit, Wasser-/Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie Ernährungssicherung.

Malteser International (MI) arbeitet als internationale humanitäre Hilfsorganisation. Sie ist ein Hilfswerk des katholischen Malteserordens und erfüllt besonders den Ordensauftrag "Hilfe den Bedürftigen". Der Auftrag ist es, die Gesundheit und Lebensumstände von notleidenden und vertriebenen Menschen weltweit zu verbessern. Die Organisation leistet in über 130 Projekten in 36 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von Religion, politischer Überzeugung, Herkunft oder Geschlecht. Christliche Werte und die humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org 

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Die erste Sprachengeschichte der mehrsprachigen deutsch-dänischen Region

Das EUF-Forschungsprojekt „Visibilizing Normative Regional Historical
Multilingualism: Ideology, Policy and Practice“ sucht Handschriften von
1789 bis 1914

Welche Sprachen wurden zwischen 1789 und 1914 von wem in welchen
Situationen in der mehrsprachigen deutsch-dänischen Grenzregion verwendet?
Diese Frage untersucht die historische Soziolinguistin Dr. Samantha M.
Litty von der Europa-Universität Flensburg in dem Projekt „Visibilizing
Normative Regional Historical Multilingualism (ViNoRHM): Ideology, Policy
and Practice“. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit knapp
360.000 Euro für drei Jahre gefördert.

Litty konzentriert sich dabei auf ein Gebiet, das sich durch eine lange
Geschichte von Mehrsprachigkeit auszeichnet: Das historische Herzogtum
Schleswig. Es umfasst im Wesentlichen das heutige Nordschleswig im
südlichen Dänemark und das heutige Südschleswig im nördlichen Schleswig-
Holstein. Die Region gehörte zunächst zum dänischen Gesamtstaat, geriet
dann zwischen die nationalen Fronten, wurde in den Schleswigschen Kriegen
zum Schauplatz nationalistischer Auseinandersetzungen und durch die
Grenzziehung 1920 in ‚deutsch‘ oder ‚dänisch‘ geteilt.

„Wer sprach oder schrieb wann Friesisch, Niederdeutsch, Sønderjysk,
Dänisch oder Deutsch? Welche Sprachen wurden darüber hinaus geschrieben
und gesprochen? Historisch gesehen sind mehrsprachige Umgebungen oft durch
eine versteckte Komplexität gekennzeichnet, die darauf zurückzuführen ist,
dass nicht alle Sprachvarietäten sichtbar sind. Denn im täglichen Leben
wurden mehrere Sprachen verwendet, aber nicht alle wurden geschrieben“,
erklärt Litty. „Und schon gar nicht alle wurden aufbewahrt.“

Litty will die bisher unsichtbar gemachten Sprachen und Einzelpersonen nun
sichtbar machen. „Im Mittelpunkt des Projekts stehen dabei die Menschen,
die in der Geschichte bisher unbeachtet geblieben sind: Bspw. Frauen und
weniger oder ungebildete Menschen. So entsteht eine innovative Darstellung
der Sprachengeschichte der deutsch-dänischen Grenzregion im 19.
Jahrhundert.“

Dieses Vorhaben ist gänzlich neu. „Eine Geschichtsschreibung, die sich in
erster Linie auf den Sprachgebrauch (die Sprachpraxis) der Bevölkerung
stützt und damit auch die Machtdynamiken in einer mehrsprachigen Region
untersucht, gibt es bisher noch nicht“, betont Litty. Methodisch geht sie
das Vorhaben mit Fallstudien auf Mikroebene zu Sprachideologie, -politik
und -praxis, mit Primärtexten aus offiziellen Aufzeichnungen und mit
sogenannten „Ego-Dokumenten“ an. Letztere sind Texte, die in privaten oder
persönlichen Situationen verfasst wurden, oft private Briefe, Tagebücher,
Familienbücher oder -geschichten usw. „In Archiven finden sich diese Texte
oft nicht, dort werden hauptsächlich Dokumente von ‚wichtigen‘, d.h.
gebildeten und meist männlichen Menschen aufbewahrt. Die Mehrheit der
Menschen war jedoch im Vergleich eher ungebildet und im Schreiben
ungeübt.“

Deshalb sucht Dr. Samantha M. Litty handgeschriebene Texte, wie Briefe,
Tagebücher, Poesiealben, Dienstbücher, Familiengeschichten oder ähnliches,
auch in altdeutscher Schrift (Kurrentschrift), von 1789 bis 1914. „Ich
möchte mehr über die Gesellschaft in der historisch mehrsprachigen
Grenzregion lernen, und wer ist besser geeignet, ein Licht darauf zu
werfen als die Mitglieder dieser Gesellschaft selbst?“, fragt sie.
„Vielleicht hat z.B. die Mutter irgendwo Familienbriefe aufbewahrt, oder
der Opa hat ein Schuhkarton voller alter Dokumente von seiner Großeltern.
Diese Sorte Text würde ich mir gerne anschauen.“

Die Texte werden gescannt oder fotografiert, da die Originaltexte in den
Familien bleiben sollen, es sei denn, die Familien möchten die Dokumente
gerne in Archive abgeben. Persönliche Daten werden vertraulich behandelt.
Die Weitergabe von Transliterationen (d.h. abgetippten Versionen) aller
Dokumente ist möglich.

Zur Person:
Die Amerikanerin Dr. Samantha M. Litty hat 2011 ihren Bachelor in
„Environmental Policy and Planning“ und „German“ an der University of
Wisconsin – Green Bay und 2013 ihren Master in „German“ an der University
of Wisconsin – Madison abgeschlossen. 2017 hat sie dort in germanistischer
Linguistik promoviert. Nach Tätigkeiten als Gastdozentin für Deutsch am
Luther College in Decorah, Iowa und der University of Pennsylvania,
Bloomsberg, kam sie 2019 als Forschungsstipendiatin der Alexander von
Humboldt Stiftung an die Europa-Universität Flensburg und die Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Januar 2023 leitet sie das
DFG-Forschungsprojekt „Visibilizing Normative Regional Historical
Multilingualism (ViNoRHM): Ideology, Policy, and Practice“. Das Projekt
ist am 20.01.2023 gestartet und läuft bis zum 19.01.2026. Es wird von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft mit insgesamt 357.342,00 Euro gefördert.

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5 häufige SEO-Fehler, die Sie bei Ihrer Website vermeiden sollten

Suchmaschinenoptimierung SEO Symbolbild
Suchmaschinenoptimierung SEO Symbolbild

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine wichtige Strategie, um die Sichtbarkeit und das Ranking Ihrer Website in den Suchergebnissen zu verbessern. SEO hilft Ihnen, mehr Besucher und potenzielle Kunden für Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu gewinnen. Allerdings gibt es einige häufige SEO-Fehler, die Sie bei Ihrer Website vermeiden sollten. In diesem Artikel stellen wir Ihnen fünf dieser Fehler vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie sie beheben können.

 

1. Fehlende oder schlechte Keyword-Recherche

 

Keywords sind die Wörter oder Phrasen, die Ihre Zielgruppe in die Suchmaschinen eingibt, um nach Informationen, Lösungen oder Angeboten zu suchen. Um Ihre Website für diese Keywords zu optimieren, müssen Sie zunächst eine gründliche Keyword-Recherche durchführen. Das bedeutet, dass Sie herausfinden müssen, welche Keywords für Ihre Branche, Ihr Thema und Ihre Zielgruppe relevant sind, wie oft sie gesucht werden und wie hoch der Wettbewerb dafür ist.

 

Fehlende oder schlechte Keyword-Recherche kann dazu führen, dass Sie entweder Keywords verwenden, die niemand sucht, oder solche, die zu umkämpft sind und für die Sie keine Chance haben, auf der ersten Seite zu ranken. Um eine Keyword-Recherche durchzuführen, können Sie verschiedene Tools wie Google Keyword Planner, Ubersuggest oder Semrush verwenden. Diese Tools helfen Ihnen, relevante Keywords zu finden, deren Suchvolumen und Schwierigkeit zu analysieren und verwandte Keywords zu entdecken.

 

Buchen Sie einen SEO-Experten, beispielsweise über www.goetz-daniel.de, wird dieser als einer der ersten Schritte nach dem Kennenlernen Ihres Unternehmens eine passende Keyword-Strategie für Sie entwickeln.

 

2. Keyword-Stuffing

 

Aber Achtung: Übertreiben Sie es nicht mit Keywords! Denn hier lauert schon der nächste Fehler: Keyword-Stuffing. Keyword-Stuffing ist eine veraltete und schädliche SEO-Praxis, die darin besteht, unnatürlich viele Keywords in den Text Ihrer Website einzufügen, um die Suchmaschinen zu manipulieren.

 

Keyword-Stuffing kann nicht nur die Lesbarkeit und Qualität Ihres Inhalts beeinträchtigen, sondern auch zu einer Abstrafung durch Google führen, die Ihr Ranking negativ beeinflusst. Um Keyword-Stuffing zu vermeiden, sollten Sie sich auf ein bis zwei Hauptkeywords pro Seite konzentrieren und diese in einem natürlichen Kontext verwenden. Außerdem sollten Sie Synonyme und Variationen Ihrer Keywords verwenden, um Ihren Text abwechslungsreicher und relevanter zu gestalten.

 

3. Der falsche Content

 

Content ist der Kern Ihrer Website und einer der wichtigsten Faktoren für SEO. Unter diesen Begriff fallen Inhalte wie Texte, Videos oder Bilder. Der Einfachheit halber soll es in diesem Absatz erst einmal nur um Textinhalte gehen. Ohne qualitativ hochwertigen Content werden Sie es schwer haben, Ihre Zielgruppe anzusprechen und zu überzeugen, sowie die Suchmaschinen davon zu überzeugen, dass Ihre Website wertvoll und autoritär ist. Hier kann man viele Fehler machen, wie zum Beispiel:

 

  • Zu kurzer oder zu langer Content: Es gibt keine feste Regel für die optimale Länge Ihres Contents, aber im Allgemeinen gilt: Zu kurzer Content kann als dünn oder irrelevant angesehen werden, während zu langer Content langweilig oder überwältigend sein kann.

 

  • Interner Duplicate Content: Duplicate Content sind Inhalte, die auf mehreren Seiten Ihrer Website identisch oder sehr ähnlich sind. Duplicate Content kann Ihre Unterseiten in Konkurrenz zueinander bringen und Verwirrung bei den Suchmaschinen stiften. Google weiß dann nämlich oft nicht, welche Ihrer Unterseiten am relevantesten für ein gewünschtes Keyword ist und rankt in der Folge keine davon gut.

 

  • Plagiierter Content: Plagiierter Content bezeichnet Content, den Sie von anderen Quellen kopiert haben, ohne deren Erlaubnis oder Angabe der Quelle. Sie kennen den Begriff vermutlich aus der Wissenschaft. Plagiierter Content ist nicht nur illegal und unethisch, sondern auch schädlich für Ihre Suchmaschinenoptimierung. Google erkennt plagiierten Content und straft ihn ab. Um Plagiate zu vermeiden, sollten Sie immer Ihre eigenen Worte verwenden oder Sie zitieren und verlinken die Quellen korrekt.
  • Irrelevanter oder veralteter Content: Irrelevanter oder veralteter Content ist Content, der nicht mehr dem Interesse oder Bedarf Ihrer Zielgruppe entspricht oder nicht mehr den aktuellen Standards oder Trends folgt. Solche Inhalte können dazu führen, dass Ihre Besucher Ihre Website schnell verlassen oder nicht wiederkehren. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Ihren Content auf die Absicht und Erwartungen Ihrer Zielgruppe ausrichten und ihn regelmäßig aktualisieren und optimieren.

 

4. Fehlende oder schlechte interne Verlinkung

 

Als interne Verlinkung wird das Verlinken von einer Seite Ihrer Website zu einer anderen Seite Ihrer Website bezeichnet. Interne Verlinkung ist wichtig für SEO, weil sie die Navigation und Benutzerfreundlichkeit Ihrer Website verbessert, die Autorität und Relevanz Ihrer Seiten erhöht und die Indexierung und das Crawling Ihrer Website durch Suchmaschinen erleichtert.

 

Suchmaschiinenoptimierung Grafik
Suchmaschiinenoptimierung Grafik

Fehlende oder schlechte interne Verlinkung kann dazu führen, dass Ihre Website unstrukturiert oder isoliert erscheint und dass einige Ihrer Seiten schwer zu finden oder zu erreichen sind. Um dies zu vermeiden, sollten Sie eine klare und logische Hierarchie für Ihre Website erstellen und jede Seite mit mindestens ein bis zwei anderen relevanten Seiten verlinken. Außerdem sollten Sie dabei einen Ankertext verwenden, der beschreibt, worum es auf der verlinkten Seite geht, und keine generischen Phrasen wie "hier klicken" oder "mehr erfahren".

 

 

 

5. Keine oder schlechte Backlinks

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt für den SEO-Erfolg sind Backlinks. Backlinks sind Links, die von anderen Websites auf Ihre Website verweisen. Sie sind ein wichtiger Rankingfaktor, weil sie die Popularität und Glaubwürdigkeit Ihrer Website signalisieren.

 

Je mehr qualitativ hochwertige Backlinks Ihre Website hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Website in den Suchergebnissen erscheint. Um mehr Backlinks zu erhalten, sollten Sie wertvolle und relevante Inhalte erstellen, die andere Websites gerne verlinken würden.

 

Außerdem sollten Sie aktiv nach Linkbuilding-Möglichkeiten suchen, indem Sie zum Beispiel Gastbeiträge schreiben, sich an Online-Foren oder Blogs beteiligen oder sich mit anderen Webmastern oder Influencern vernetzen. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, nur natürliche und organische Backlinks zu erzeugen und keine manipulativen oder spamhaften Techniken anzuwenden, die von den Suchmaschinen abgestraft werden könnten. Der alte Spruch “Viel hilft viel” trifft auf Backlinks nämlich absolut nicht zu. Stattdessen gilt: “Klasse statt Masse”.

 

Das sollten Sie noch wissen

 

Nach der Lektüre dieses Artikels kennen Sie nun fünf häufige SEO-Fehler, die Sie bei Ihrer Website vermeiden sollten. Allerdings müssen Sie wissen, dass Suchmaschinenoptimierung mittlerweile eine komplexe Disziplin im Online-Marketing ist und es dabei weitaus mehr zu beachten gibt, als man in einem einzigen Artikel unterbringen könnte.

 

Tatsächlich soll es aktuell etwa 200 verschiedene Faktoren geben, nach denen Google Websites bewertet und sie entsprechend rankt. Für den maximalen Erfolg von Anfang an empfiehlt es sich also, Kontakt zu einem SEO-Experten aufzunehmen. Mit den Grundlagen kann man aber auch selbst starten.

 

 

 

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Biogas im Tank: CO2-freie Fahrt für ÖPNV und Schwerlastverkehr

Ergänzung zur Elektro-Mobilität: Regenerativ erzeugtes Bio-LNG als Bus-
und LKW-Treibstoff kann CO2-Bilanz mehr als 65 % verringern oder sogar
negativ werden lassen

Biomethan aus landwirtschaftlichen Reststoffen ist in großen Mengen
verfügbar, die Infrastruktur steht und es eignet sich besonders als
Treibstoff für LKWs, Busse, Bau- und Landmaschinen – also für die
Fahrzeuge, bei denen die Elektromobilität nur schwer Einzug hält. Von
allen erneuerbaren Kraftstoffen weist Biomethan die beste
Treibhausgasbilanz auf. Wird es aus Gülle produziert, ist seine CO2-Bilanz
sogar negativ, weil Emissionen vermieden werden, die bei der Lagerung und
Ausbringung von unbehandelter Gülle entstehen. Welche Methoden das beste
Ergebnis erzielen, testen derzeit die Universität Hohenheim in Stuttgart,
das KIT in Karlsruhe sowie weitere Projektbeteiligte aus Industrie und
Praxis. Der erste Linienbus mit Biomethan rollt bereits auf der
schwäbischen Alb und in der Region Ravensburg.

Die verkehrsbedingten Emissionen von Kohlendioxid (CO2), Stickoxid und
Feinstaub in Deutschland sind zu hoch. Vor allem in städtischen
Ballungsgebieten ist dies deutlich zu spüren. Eine Ursache hierfür ist der
immer noch sehr geringe Anteil an erneuerbaren Energien im Verkehrssektor:
Einschließlich des Stromverbrauchs im Schienen- und Straßenverkehr lag ihr
Anteil von 2008 bis 2021 nur zwischen 5,0 und 7,6 Prozent.

„Eine vielversprechende und kostengünstige Alternative zu fossilen
Energieträgern wie Öl oder Gas sind alternative Kraftstoffe auf Basis von
Biomethan“, sagt PD Dr. Andreas Lemmer von der Landesanstalt für
Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim.

Kraftstoff Biomethan führt zu deutlicher Reduzierung des CO2-Ausstoßes

„Dies gilt vor allem für Bereiche, in denen die fortschreitende
Elektromobilität nur schwer Einzug halten wird, wie im Schwerlastverkehr
oder bei Bau- und Landmaschinen. Hier kann die verstärkte Verwendung von
Biomethan – sei es als Bio-CNG (komprimiertes Biomethan) oder Bio-LNG
(verflüssigtes Biomethan) – zu einer deutlichen Reduzierung des
CO2-Ausstoßes führen“, fährt der Experte fort.

„Mit regenerativ erzeugtem Bio-LNG als LKW- und Landmaschinen-Treibstoff
kann der CO2-Ausstoß im Schnitt um mehr als 65 Prozent verringert werden“,
fasst  PD Dr. Lemmer seine Forschungsergebnisse zusammen. „Verwenden wir
ausschließlich Gülle als Ausgangsmaterial, dann ist die CO2-Bilanz sogar
negativ.“

Zweistufige Druckfermentation für höhere Methanproduktion

Gleich in zwei Projekten beschäftigen sich er und seine Arbeitsgruppe mit
der Umsetzung in die Praxis: Im Verbundprojekt probioLNG (Innovative
Prozesskette zur ressourceneffizienten Erzeugung von Bio-LNG) bauten sie
gemeinsam mit weiteren Projektbeteiligten aus Wissenschaft, Industrie und
Praxis eine Pilotanlage zur Bio-LNG-Erzeugung auf. Das Vorhaben wird vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Diese Anlage wurde gemeinsam mit dem KIT konzipiert und ist auf der
Forschungsstation „Unterer Lindenhof“ der Universität Hohenheim
stationiert. Sie ermöglicht es erstmals, neue Verfahren der
Biogasherstellung und Aufbereitung zu einer vollständigen Prozesskette zu
kombinieren. Der Clou dabei: eine zweistufige Druckfermentation.

„Im Vergleich zur üblichen Biogasproduktion trennen wir zwei Schritte
räumlich, zeitlich und prozesstechnisch voneinander“, beschreibt Elena
Holl, Doktorandin in der Arbeitsgruppe. Zunächst zerlegen Mikroorganismen
in der sogenannten Hydrolyse feuchte Biomasse, wie beispielsweise Gülle,
organische Reststoffe oder Energiepflanzen in kleinere Moleküle. Im
zweiten Schritt wandeln spezielle Mikroorganismen diese Bausteine in
Methan um.

„Durch die Trennung der beiden Vorgänge können wir die Bedingungen, wie
beispielsweise Temperatur und pH-Wert, ideal an die Bedürfnisse der
verschiedenen Mikroorganismen anpassen und so die Methanproduktion
deutlich erhöhen“, erklärt Elena Holl. Diese steigt noch weiter, wenn
zusätzlich Wasserstoff eingeleitet wird: „Auf diese Weise erzeugen wir
Biogas mit einem Methangehalt von über 90 Volumenprozent“, so die
Wissenschaftlerin.

Biomethan im Linienbusverkehr

Mit einer der vielen Verwendungsmöglichkeiten des so erzeugten Biomethans
befasst sich das Verbundprojekt „NEOBus – negative Emission ÖPNV“, das vom
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-
Württemberg (MLR) gefördert wird: Biomethan als klimafreundlicher
Treibstoff für Linienbusse im ÖPNV.

Dafür kann es in zwei Varianten eingesetzt werden, die die Forschenden
miteinander vergleichen: Wird Methan mit einem Druck von 350 bar
verdichtet, entsteht Bio-CNG, das in gasförmiger Form gespeichert werden
kann. Bei der Herstellung von Bio-LNG hingegen wird Methan auf -162 °C
abgekühlt und dadurch verflüssigt. Es kommt als gekühlter, flüssiger
Treibstoff zum Einsatz.

Das verflüssigte Methan dient als Kraftstoff für einen Bio-LNG-Hybridbus,
den ein Busunternehmer auf der Strecke Münsingen-Reutlingen im
Praxisalltag testet. Parallel wird an der Biogasanlage der Firma Duelli
eine neuartige Gasaufbereitung erprobt und das so erzeugte Bio-CNG in
einem Bus in der Region Ravensburg eingesetzt.

Dabei führt der Biomethan-Kraftstoff nicht nur zu geringeren
Treibhausgasemissionen, auch der Ausstoß von Schadstoffen nimmt ab. So
reduziert verflüssigtes Methan den Ausstoß von Stickoxiden im Vergleich zu
einem Euro VI Dieselbus um 60 Prozent, während die Feinstaubbelastung im
Vergleich zu konventionellen Dieselbussen um 90 Prozent sinkt.

Biomethan als Kraftstoff: Zukunftsmusik oder schon bald Gegenwart?

PD Dr. Lemmer sieht in der Biomethanproduktion auch eine gute zusätzliche
Einnahmequelle für landwirtschaftliche Betriebe: „Der Zusammenschluss von
Verkehrsunternehmen mit einem oder mehreren lokalen
Biogasanlagenbetreibern eröffnet im ländlichen Raum ein vielversprechendes
Geschäftsmodell für beide Seiten.“

„Biomethan ist einer der wenigen erneuerbaren Energieträger, der bereits
derzeit in großer Menge zur Verfügung steht, der auf eine vorhandene
Infrastruktur zurückgreifen kann und der bei intelligenter Herstellung die
beste Treibhausgasbilanz aller erneuerbaren Treibstoffe aufweist“, ist der
Experte überzeugt.

Weitere Informationen
Website des Projektes probioLNG: https://www.probiolng.de/
Expertenliste Bioenergie: https://www.uni-hohenheim.de/expertenliste-
bioenergie

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