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Grüne Unternehmen sind besonders innovativ

Grüne Unternehmen tragen zu einer Steigerung von Produktinnovationen bei.
Dies geschieht mit mithilfe konkreter Maßnahmen zur Verbesserung ihrer
Nachhaltigkeit. Fast die Hälfte aller untersuchten grünen Unternehmen
haben in 2021 Produktinnovationen eingeführt. Spitzenreiter bei der Anzahl
an Innovationen ist der technologieorientierte Dienstleistungs- und
Softwarebereich. 56 Prozent dieser Unternehmen gaben an, in 2021 eine
Produktinnovation eingeführt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt die
Auswertung des IAB/ZEW-Gründungspanels durch Forschende des ZEW Mannheim.

„Während im Jahr 2021 insgesamt nur acht Prozent der jungen Unternehmen
Marktneuheiten einführten, waren es bei den grünen jungen Unternehmen 15
Prozent“, sagt Eline Schoonjans, Researcher im ZEW-Forschungsbereich
„Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Die Untersuchung macht
außerdem deutlich, dass Unternehmen, die seit ihrer Gründung viele
Nachhaltigkeitsmaßnahmen eingeführt haben, eine höhere Wahrscheinlichkeit
haben, Innovationsaktivitäten zu verzeichnen.“

Nur 12 Prozent der jungen Unternehmen sind ‚grün‘

Zum Thema Nachhaltigkeit gehen die ersten fünf Fragen des Panels explizit
auf die Ansätze der Unternehmen zur Förderung ihrer eigenen Umweltwirkung
ein. Die letzten fünf Fragen zielen auf die Umweltwirkungen bei Kundinnen
sowie Kunden ab. Die häufigste nachhaltige Verbesserung ist die
Reduzierung des Energieverbrauchs. 37 Prozent der jungen Unternehmen gaben
an, ihren eigenen Energieverbrauch seit ihrer Gründung reduziert zu haben.
Außerdem reduzieren die Produkte oder Dienstleistungen bei circa 40
Prozent der Unternehmen den Energieverbrauch von Kundinnen und Kunden.

Um die Nachhaltigkeit junger Unternehmen quantitativ zu messen und zu
vergleichen, werden die Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen
Umweltwirkung und der Umweltwirkung der Kundinnen und Kunden zu einem
Nachhaltigkeitsscore aufsummiert. Eine bedeutende Verbesserung wird
doppelt und eine geringe Verbesserung einzeln gewichtet. Die Unternehmen
können maximal einen Nachhaltigkeitsscore von 20 erreichen. Junge
Unternehmen, welche in der Befragung einen Nachhaltigkeitsscore von
mindestens 11 erhalten, werden als grüne Unternehmen klassifiziert. Nur 12
Prozent der befragten Unternehmen werden somit als ‚grün‘ klassifiziert.

Innovationsaktivitäten von grünen Unternehmen

2021 haben fast die Hälfte der grünen Unternehmen Produktinnovationen
eingeführt. Somit liegen grüne Unternehmen mit konkreten Maßnahmen zur
Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit mit 14 Prozentpunkten weiter vorne als
alle Unternehmen der Gründungskohorten 2018 bis 2020. Über ein Drittel der
grünen Hightech-Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe (STW & HTW) haben in
2021 Marktneuheiten eingeführt. Des Weiteren verzeichnen fast die Hälfte
der grünen Unternehmen im technologieorientierten Dienstleistungs- und
Softwarebereich (TDL & Software) Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Über das IAB/ZEW-Gründungspanel

Das IAB/ZEW-Gründungspanel ist eine für Deutschland repräsentative
Stichprobe, die Informationen über Gründungen und junge Unternehmen in
Deutschland beinhaltet. Die Daten sind geeignet, um Struktur und
Entwicklung junger Unternehmen zu beschreiben und zu analysieren. Durch
seinen Umfang und dem Detailgrad an Informationen stellt das IAB/ZEW-
Gründungspanel eine einzigartige Datenquelle dar und es wurde bereits in
einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Projekten eingesetzt, um
Hintergrundinformationen zur Geschäftssituation und Dynamik junger
Unternehmen und für die Entwicklung von Förderinstrumenten für Gründungen
in Deutschland bereitzustellen.

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In wenigen Tagen beginnt der größte deutsche Kongress rund um das Mammakarzinom

Vom 06. bis 08. Juli 2023 tagen VertreterInnen verschiedener
Fachdisziplinen zu Vorbeugung, Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms,
das mittlerweile auch weltweit die häufigste Krebsart darstellt. Der
Vorstand und das Programmkommitee der Deutschen Gesellschaft für Senologie
e.V. (DGS) laden alle interessierten PressevertreterInnen ganz herzlich
zum 42. Jahreskongress der senologischen Fachgesellschaft in das ICM
Internationales Congresscenter München ein. Der Präsenzkongress ermöglicht
einen intensiven persönlichen Austausch unter allen Gästen.

Das Tagungspräsidium ist hochkarätig besetzt: Neben der DGS-Vorsitzenden
Prof.in Sara Y. Brucker (Tübingen), haben Prof. Dr. Jürgen Debus
(Heidelberg) als Kongresspräsident, Prof.in Dr. Annette Lebeau (Lübeck)
als Co-Kongresspräsidentin sowie Prof. Dr. Andreas Hartkopf (Ulm) als
Kongresssekretär ein umfangreiches wissenschaftliches Programm im 20.
Jubiläumsjahr der zertifizierten Brustzentren zusammengestellt.

„Zertifizierte Brustzentren waren in vielerlei Hinsicht die Vorreiter. Die
Methodik der strukturierten Qualitätssicherung und multidisziplinäre
Tumorboards wurde mittlerweile bei vielen anderen Erkrankungen angewendet,
weil die einzelnen Disziplinen aus den Querschnittsfächern die Systematik
aufgegriffen haben.“
- Prof. Dr. Jürgen Debus (Heidelberg)
Kongresspräsident 2023

Den Festvortrag „20 Jahre zertifizierte Brustzentren – quo vadis?“ hält in
diesem Jahr ein senologisches Urgestein mit einem außerordentlichen
Wissens- und Erfahrungsschatz: Herr Prof. Dr. Diethelm Wallwiener,
Ärztlicher Senior Professor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen. Er
spannt den Bogen vom Pilotprojekt in Tübingen bis zur erfolgreichen
flächendeckenden Etablierung in der Bundesrepublik Deutschland.
Zukünftig werden letztere verbesserte personalisierte Therapien anbieten
können. Durch Fortschritte in der Genomik und der weiteren Entwicklung
zielgerichteter Medikamente werden Ärzte in der Lage sein, die Diagnostik
und Behandlung noch präziser auf die individuellen Bedürfnisse und
Eigenschaften der Patientin abzustimmen. Dies gilt auch für die Nachsorge.
Das wissenschaftliche Programm des diesjährigen DGS-Kongresses bietet
hierzu spannende Einblicke.

„Offen ist, welchen Effekt die aktuell geplante Ambulantisierung auf die
Arbeit der zertifizierten Brustzentren haben wird und inwieweit die
Errungenschaften der letzten 20 Jahre hierdurch gefährdet werden. Fest
steht: Eine Ambulantisierung der Brustkrebsoperationen bedeutet einen
tiefen Eingriff in die Struktur und Arbeitsabläufe eines Brustzentrums mit
potentiell nachteiligen Auswirkungen auch auf die Weiterbildung in den
Kliniken.“
- Prof. Dr. Annette Lebeau (Lübeck)
Co-Kongresspräsidentin 2023

Beim DGS-Jahreskongress 2023 wird das Thema der Ambulantisierung unter
anderem in einer Oxford-Debatte mit der provokativen Hypothese „Die
operative Therapie des Mammakarzinoms wird in 2025 meistens ambulant
durchgeführt“, aufgegriffen.

Die Auswahl der GewinnerInnen für die Preisverleihungen wurde bereits
getroffen. Die offizielle Ehrung findet direkt auf dem Kongress statt.
Verliehen werden:
• DGS-Wissenschaftspreise,
• der Klaus-Dieter-Schulz-Versorgungsforschungspreis,
• der Florence-Nightingale-Preis
• der Novartis-Innovationspreis "Junior meets Senior"
• die DGS-Ehrenmitgliedschaft

Aktuelle Informationen zum Programm und zu den PreisträgerInnen finden Sie
hier: https://www.senologiekongress.de/de/Startseite/

Nutzen Sie bitte auch den iPlanner zur individuellen Tagungsvorbereitung.
Im ICM steht Ihnen für Ihre Arbeit vor Ort der Silent Room STAFFELSEE mit
WLAN, einem Snack sowie Getränken zur Verfügung. Sie finden uns direkt im
benachbarten Raum PILSENSEE.

Wir freuen uns auf Sie!

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Fassadenbegrünung"Living Wall" verbindet Nachverdichtung mit Hochwasserschutz

Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen und Unwetter nehmen zu. Vor
allem in den Innenstädten werden die Sommer für die Menschen zur
Belastung. Durch Nachverdichtung wird zwar bestehende Infrastruktur
genutzt und Zersiedelung vermieden, aber es steigt der Anteil an
versiegelten Flächen. Das wirkt sich negativ auf Umwelt und Klima aus.
Fassadenbegrünungen bringen hier mehr Grün in die Städte. Werden textile
Speicherstrukturen eingesetzt, können sie sogar aktiv zum Hochwasserschutz
beizutragen. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF)
haben eine entsprechende „Living Wall“ entwickelt.

Die Pflanzen auf den grünen Fassaden werden über ein automatisches
Bewässerungssystem mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die „Living Walls“
arbeiten weitgehend autonom. Sensorische Garne erfassen den Wasser- und
Nährstoffgehalt. Der Aufwand für Pflege und Wartung ist gering.

Über neuartige hydraulische Textilstrukturen wird die Wasserführung
geregelt. Das Pflanzsubstrat aus Steinwolle, auf dem die Pflanzen wachsen,
verfügt durch seine Struktur über ein großes Volumen auf engem Raum. Je
nachdem, wie stark die Niederschläge sind, wird das Regenwasser in einer
textilen Struktur gespeichert und später zur Bewässerung der Pflanzen
genutzt. Bei Starkregen wird das überschüssige Wasser mit zeitlicher
Verzögerung in die Kanalisation eingeleitet. Die an den DITF entwickelten
„Living Walls“ helfen auf diese Weise, in nachverdichteten Ballungsräumen
die Ressource Wasser effizient zu nutzen.

Im Forschungsprojekt wurde auch die Kühlleistung einer Fassadenbegrünung
wissenschaftlich untersucht. Moderne Textiltechnik im Trägermaterial
fördert die „Transpiration“ der Pflanzen. Dadurch entsteht
Verdunstungskälte und die Temperaturen in der Umgebung sinken.

Zur Arbeit des Denkendorfer Forschungsteams gehörte auch eine Kosten-
Nutzen-Rechnung und eine Life-Cycle-Analyse. Auf der Basis der
Untersuchungen im Labor und im Außenbereich wurde ein „Grünwert“
definiert, mit dem sich die Wirkung von Gebäudebegrünungen als Ganzes
bewerten und vergleichen lassen.

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Dem Dresdner Uniklinikum gespendete Avatare bereichern das Familienleben

Das Team des Sächsischen Kinderpalliativzentrums am Universitätsklinikum
Carl Gustav Carus Dresden unterstützt Familien mit palliativmedizinisch zu
versorgenden Kindern beziehungsweise Jugendlichen künftig mit High-Tech:
Dank einer Spende des Leipziger Vereins „Paulis Momente“ stehen dem
Zentrum seit dem Frühjahr drei so genannte Telepräsenz-Avatare mit den
dazugehörigen Tablet-PC zur Verfügung. Die Geräte können überall dort
platziert werden, wo die Patientinnen und Patienten aufgrund ihrer
Erkrankung nicht sein können. Die Avatare lassen sich über eine App
fernsteuern, so dass die Erkrankten nicht passiv bleiben, sondern über das
Gerät sprechen und den Blickwinkel ändern können.

„Viele der von uns versorgten Kinder und Jugendlichen leiden sehr
darunter, dass sie krankheitsbedingt auf viele soziale Kontakte verzichten
müssen. Die Avatare ermöglichen ihnen nun in vielen Situationen eine
Teilhabe“, sagt Dr. Silke Nolte-Buchholtz. „Mit diesen Erlebnissen
erfahren sie, dass sich nicht alles um ihre Erkrankungen und die damit
verbundenen Einschränkungen dreht“, so die Leiterin des Sächsischen
Kinderpalliativzentrums. Die vom Avatar ermöglichte Teilhabe an ganz
alltäglichen Situationen hellt häufig die Stimmung der Kinder und
Jugendlichen auf, was dazu beiträgt, besser mit den Limitierungen und
Belastungen wie beispielsweise Schmerz umzugehen. „Die Kinder finden den
Avatar großartig“, sagt Dr. Maria Janisch, „das Gerät gibt dem Leben
unserer Patientinnen und Patienten Facetten zurück oder öffnet sogar
neue“, fährt die Leiterin des psychosozialen Bereichs am Sächsischen
Kinderpalliativzentrum fort.

„Der verlorene Kampf meines Sohnes gegen den Krebs sollte mir damals Kraft
geben, mehr aus meinem Leben zu machen. So gründete ich 2014 den
gemeinnützigen Verein, der den Namen meines Sohnes Paul trägt. Seitdem
engagieren sich sehr viele Menschen gemeinsam mit mir für schwer, komplex
chronisch und lebensverkürzt erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren
Familien“, sagt Sven Graser, Gründer und Vorsitzender des „Paulis Momente
e.V.“. „Es macht mich stolz, zu sehen, wie viel wir gemeinsam mit unseren
Projekten erreichen können. Der Grund dafür sind unsere Unterstützerinnen
und Unterstützer, ohne die wir niemals so weit gekommen wären und denen
wir sehr dankbar sind. Besonders wichtig ist es uns dabei, niemals
stillzustehen und sich selbst auch kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu
gehört nicht nur die nachhaltige Umsetzung unserer Projekte, sondern auch,
sich neuen Projekten zu öffnen. Jüngstes Beispiel dafür, wie sich Projekte
schnell und erfolgreich umsetzen lassen, ist die Anwendung der Avatare in
unterschiedlichen Einsatzfeldern.“

„Aufgrund der Krankengeschichte von Pauli wurde mir bewusst, vor welchen
Anstrengungen und Herausforderungen die betroffenen Kinder und ihre
Familien plötzlich stehen. Als Verein sind wir ständig auf der Suche nach
Möglichkeiten, uns noch mehr für die Unterstützung schwer erkrankter
Kinder zu engagieren. Dabei sind wir auf die Avatare gestoßen. Mit diesen
Geräten können wir hervorragend zur Integration erkrankter Kinder in den
Alltag beitragen. In einem ersten Schritt haben wir daher begonnen, die
Uniklinika Dresden und Leipzig mit den entsprechenden Avataren auszurüsten
und damit erste Erfahrungen zu sammeln“, sagt Ingo Schulz,
stellvertretender Vereinsvorsitzender von „Paulis Momente e.V.“.

„Der Einsatz der Avatare in der Palliativversorgung zeigt das große
Potenzial neuer Technologien. Auch wenn die positiven Effekte der Avatare
noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt sind, ist der Einsatz
zweifellos sinnvoll. Allerdings können die Krankenversicherungen den
Einsatz der Geräte deshalb noch nicht finanzieren“, sagt Frank Ohi. „Um
solche Innovationen dennoch in die Krankenversorgung einbringen zu können,
ist bürgerliches Engagement – hier in Form einer Spendensammlung –
unabdingbar. Wir danken deshalb dem Leipziger Verein ‚Paulis Momente‘ für
sein Engagement und die fünfstellige Summe zum Kauf von drei Avataren und
zur Finanzierung des auf fünf Jahre angelegten Supports“, erklärt der
Kaufmännische Vorstand weiter, der zugleich Vorstandsmitglied der Stiftung
Hochschulmedizin Dresden ist, die die Spende des Vereins entgegennahm und
gemäß dem vorgegebenen Zweck weiterleitete.

Die knapp 30 Zentimeter hohen und etwa 1,5 Kilogramm schweren Avatare
können fast überall dort eingesetzt werden, wo sich üblicherweise Kinder
und Jugendliche aufhalten. Ursprünglich wurde das Gerät für den Einsatz im
Klassenzimmer entwickelt, um erkrankten Schülerinnen und Schülern zu
ermöglichen, auch von zuhause am Unterricht teilzunehmen. Damit lassen
sich die Zeiten krankheitsbedingter Abwesenheiten deutlich reduzieren und
die weitere schulische Entwicklung fördern. Das Team des Sächsischen
Kinderpalliativzentrums kam auf die Idee, Kindern sowie Jugendlichen mit
unheilbaren und lebenslimitierenden Erkrankungen die Avatare mit dem Ziel
anzubieten, ihnen eine bessere Teilhabe am Alltagsleben zu eröffnen.

Das in Schweden entwickelte Gerät in Form eines Oberkörpers mit Kopf ist
deutlich mehr als eine bewegliche Videokamera. Der Avatar wird von den
Patientinnen und Patienten über ein Tablet-PC gesteuert und lässt sich
gezielt in die gewünschte Richtung drehen. Selbstverständlich ist ein
gegenseitiges Hören, Sehen und Sprechen möglich. Eine weitere Stärke des
Avatars ist seine Mimik. Die Formen der Augen sowie die Farbe des Körpers
zeigen deutlich, ob der Nutzende fröhlich und wach, vom vielen Erlebten
erschöpft ist oder traurige Momente durchlebt. Sofern Mobilfunksignale
oder ein WLAN verfügbar sind, kann der Avatar uneingeschränkt genutzt
werden.

Das Team des Sächsischen Kinderpalliativzentrum hat die drei Avatare
bereits mehreren Familien angeboten. Die Resonanz ist sehr positiv. Die
Geräte wurden Ostern zur Eiersuche jenseits der für Rollstühle geeigneten
Wege ebenso eingesetzt wie bei langen Fernsehabenden oder als Begleiter
auf längeren Autofahrten. Geschätzt wurde der Avatar auch als ständiger
Gast an der Familientafel und bei Verwandtenbesuchen. Noch nicht erfüllt
hat sich der Wunsch nach einem Einkaufsbummel, um beispielsweise zu sehen,
welche Schmink-Styles gerade die Kosmetikläden erobern.

Hintergrundinformationen zum Sächsischen Kinderpalliativzentrum

Ziel des sachsenweit arbeitenden Zentrums ist es, häufiger von der
häuslichen in die stationäre Versorgung pendelnden Kindern und
Jugendlichen mit lebenslimitierenden Erkrankungen rund um die Uhr
qualifiziert beraten und unterstützen zu können. Basis für die Arbeit des
Zentrums sind die Erfahrungen aus dem erfolgreichen Aufbau einer
flächendeckenden, ambulanten Kinderpalliativversorgung in Sachsen. Hierbei
kristallisierte sich zunehmend heraus, dass es auch Handlungsbedarf in den
stationären Bereichen der wohnortnahen Krankenhäuser gab. Nun füllt ein
aus Pädiaterinnen und Pädiatern, Pflegenden und psychosozialen
Mitarbeitenden bestehendes Team die Lücke und bietet diesen Kinderkliniken
Beratung, Unterstützung, Begleitung und Weiterbildung an. Aktuell besteht
das Team des Zentrums aus fünf pädiatrisch tätigen Ärztinnen und Ärzten
unterschiedlicher Fachrichtungen mit der Zusatzbezeichnung
Palliativmedizin, fünf Kinderkrankenpflegekräften sowie zwei
Sozialpädagoginnen mit der Weiterbildung Pädiatrische Palliative Care und
eine administrative Assistentin.

„Im Rahmen dieses in den Krankenhausplan aufgenommenen Zentrums werden die
Kolleginnen und Kollegen der externen Kliniken bedarfsorientiert vor Ort
oder telefonisch beraten. Dazu gehört auch, dass das Team am Dresdner
Uniklinikum Patientenakten sichtet sowie bewertet, um auf dieser Basis
Behandlungsempfehlungen zu geben“, sagt Prof. Michael Albrecht. Der
Medizinische Vorstand des Uniklinikums hat sich viele Jahre dafür stark
gemacht, diese innovative Form einer hochspezialisierten Versorgung
flächendeckend in Sachsen zu etablieren: „Mit diesem Modell, zu dem auch
die Abstimmung von Versorgungsabläufen gehört, wird die dezentrale
Kompetenz in der Kinderpalliativversorgung weiter gesteigert und leistet
einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung, Weiterentwicklung und
Etablierung der Kinderpalliativversorgung im Freistaat.“

In Deutschland gibt es aktuell nur zwei pädiatrische Palliativstationen
und einige Palliativbetten auf pädiatrischen Stationen – die fachliche
Expertise pädiatrischer Palliativversorgung ist in der Regel in Häusern
der Maximalversorgung wie dem Dresdner Uniklinikum konzentriert. Kinder
mit lebenslimitierenden Erkrankungen werden jedoch aus unterschiedlichen
Gründen in allen Kinderkliniken behandelt; viele Patientinnen und
Patienten wechseln zudem zwischen häuslicher und stationärer Versorgung.
Eine durchgehende beziehungsweise überbrückende Begleitung und
Mitbetreuung durch Kinderpalliativversorger ist dabei äußerst sinnvoll. Da
die Zuständigkeit des Dresdner Brückenprojekts als Spezialisierte
ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche (SAPV-KJ) auf den
ambulanten häuslichen Bereich begrenzt ist, wurde das Sächsische
Kinderpalliativzentrum etabliert. Es füllt die Lücke und bietet im
stationären Bereich Beratung, Unterstützung, Begleitung und Weiterbildung
an. Das Sächsische Kinderpalliativzentrum hat Kooperationsverträge mit
Kinderkliniken in ganz Sachsen geschlossen.

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