Nach Angaben von „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ zahlten die Unternehmen in den NRW-Kommunen auch im vergangenen Jahr im Bundesvergleich wieder die höchsten Gewerbesteuern. Nichts deute darauf hin, dass sich an diesem Zustand in naher Zukunft etwas ändern werde, so NRW-Landesgeschäftsführer Politik, Herbert Schulte, vom Mittelstandsverband BVMW, der mit Blick auf die erhebliche Konjunkturschwäche Nordrhein-Westfalens dauerhafte Entlastungen für die Kommunen fordert:
„Nordrhein-Westfalen behauptet zum Leidwesen der mittelständischen Wirtschaft auch in diesem Jahr seinen bundesweiten Spitzenplatz bei den Gewerbesteuern. Die fiskalische Falle, in der sich vier von fünf NRW-Städten mit defizitären Haushalten befinden, würgt notwendige Investitionen in die Entwicklung lokaler Infrastruktur und Gewerberäume ab, was die Konjunktur von Wachstumsschlusslicht NRW zusätzlich belastet. Wir sehen uns seit mehreren Quartalen mit einer sich vertiefenden Rezession konfrontiert und erwarten von der Politik, die kommunale Ebene bei gleichzeitiger Konsolidierung der Bundes- und Landeshaushalte zu entlasten. Hütchenspielertricks zum Umtopfen der wachsenden öffentlichen Schuldenberge zwischen den unterschiedlichen Gebietskörperschaften genügen allerdings nicht, der Staat muss grundsätzlich besser wirtschaften und sich gesundschrumpfen. Wir befinden uns am Ende eines Kreditzyklus, die Wirtschaft steckt tief in der Rezession, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt spürbar und der Staat wird in der Folge seinen Gürtel enger schnallen müssen. Das darf aber nicht auf Kosten der Kommunen geschehen. Wir sind auf handlungsfähige öffentliche Partner vor Ort angewiesen, um den Karren wieder flott zu machen. Das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ muss wieder gelten, was vor allem angesichts der Unterbringungskosten der gegenwärtigen Flüchtlingswelle den Bund in die Pflicht nimmt.“
Schwester Ina kontrolliert gespendete Muttermilch. Uniklinikum Dresden/Marc Eisele
Ein Baby braucht Muttermilch. Sie enthält viele wichtige Stoffe, die das Kind schützen und wachsen lassen. Besonders wichtig ist sie für Frühgeborene und kranke Kinder, deren Mütter (noch) keine eigene Milch haben. Die Frauenmilchsammelstelle am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gehört zu den ältesten in Deutschland. Seit 1942 werden in der Kinder- und Frauenklinik Muttermilchspenden entgegengenommen. Doch die Menge der Milch wurde in den vergangenen Jahren geringer. Wurden in der Zeit von 2013 bis 2021 jährlich zwischen 600 und fast 1.000 Liter Muttermilch gespendet, waren es im vergangenen Jahr nur knapp 300 Liter.
An diesem Freitag, 19. Mai, macht der Internationale Tag der Milchspende auf die Bedeutung von Frauenmilchbanken aufmerksam. Auch das Uniklinikum Dresden nutzt den Termin, um für mehr Spenden zu werben, denn in den vergangenen Jahren wird immer weniger Milch abgegeben. „Ein Grund könnte sein, dass viele Mütter unsicher sind, ob sie nach einer Corona-Erkrankung überhaupt als Spenderin infrage kommen“, sagt Sabine Männchen, Leiterin der Perinatologischen Station. Darüber müssen sich die Frauen aber keine Sorgen machen: Jeder Tropfen der wertvollen Milch wird im Labor auf Bakterien und Viren untersucht.
Die „Milchküche“ des Uniklinikums befindet sich im Kinder- und Frauenzentrum im Haus 21. Dreimal wöchentlich werden dort Milchlieferungen entgegengenommen. Dafür müssen die Spenderinnen nicht einmal selbst in die Milchküche kommen. Innerhalb der Dresdner Stadtgrenzen übernimmt ein Fahrdienst den Service und holt die Milch bei den Familien zu Hause ab. Mindestens einmal müssen die Frauen allerdings persönlich in der Klinik vorbeischauen. „Vor der ersten Spende werden die Frauen untersucht und es wird Blut abgenommen“, erklärt Sabine Männchen. Nur, wer gesund ist und keine Medikamente nimmt, kommt als Spenderin infrage. Im Labor wird zudem die Qualität der gespendeten Milch gecheckt. „Dann entscheiden wir, ob wir die Milch pasteurisieren oder womöglich aussortieren müssen“, sagt Sabine Männchen.
Mit der gespendeten Muttermilch werden am Uniklinikum vor allem frühgeborene Babys versorgt. Medizinerinnen und Mediziner sprechen von einer Frühgeburt, wenn ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. „In Sachsen gibt es nur vier Kliniken, die sich um extrem unreife Kinder kümmern können“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereichs Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. In Dresden und Ostsachsen übernimmt das Universitätsklinikum die Aufgaben von einem der vier sächsischen Level-1-Zentren. Dafür ist es entsprechend ausgerüstet und verfügt über die notwendige Expertise zur Versorgung extrem unreifer Frühgeborener und schwer erkrankter Neugeborener. Die „Milchküche“ ist ein Teil der Versorgungsstrukturen. Die anderen drei Zentren finden sich in Leipzig und Chemnitz.
Am Uniklinikum Dresden werden pro Jahr 400 bis 500 Frühgeborene versorgt, mehr als 100 von ihnen sind zum Zeitpunkt ihrer Geburt leichter als 1.500 Gramm. Dass sie hier so gut versorgt werden können, liegt auch an der Frauenmilchsammelstelle. Mit einem speziellen Analysegerät ist es möglich, den Nährwert der Milch zu überprüfen und zu kontrollieren, wie viel Eiweiß, Zucker und Fette sie enthält. Damit wird verhindert, dass ein Baby aufgrund mangelhafter Milchqualität sich nicht entsprechend entwickelt. Prof. Rüdiger betont, wie wichtig gute Muttermilch für den Säugling ist, weil sie ihn optimal ernährt. „Die damit versorgten Kinder haben zum Beispiel im ersten Lebensjahr weniger mit Durchfall- und Atemwegserkrankungen zu kämpfen.“
Zuerst von der Spende profitiert, dann selbst Spenderin
Mit knapp 2.000 Gramm war Marte Bonny am 13. April, ihrem Geburtstag, zwar relativ schwer – nach erst 31. Schwangerschaftswochen aber noch sehr unreif. 48 Stunden wurde sie auf der Neugeborenen-Intensivstation versorgt, seitdem verbringt sie die Tage mit ihrer Mama Anne Schlüter auf der Neugeborenen-Station S6. Die 31-jährige Mutter lebt eigentlich in Bautzen, übernachtet derzeit aber im Elternhaus des Dresdner Kinderhilfe e.V., das nur wenige Minuten entfernt in der Schuberstraße liegt und Eltern wie Anne Schlüter einen kostenlosen Schlafplatz bietet, während ihre Kinder im Klinikum versorgt werden. Nicht nur für diese Hilfe ist die junge Frau dankbar, sondern auch für die Muttermilchspenden, mit denen ihre Tochter in den ersten vier Lebenstagen versorgt wurde. „Dann setzte bei mir die Milchproduktion ein und ich konnte mein Baby selbst stillen“, erzählt Anne Schlüter. Seitdem gibt sie täglich rund 200 Milliliter in der Milchküche des Uniklinikums ab, um anderen Müttern und ihren Kindern zu helfen.
„Muttermilchspende soll genauso wichtig werden wie die Blutspende“
Die Milch der eigenen Mutter sei ohne Frage das Beste für das Kind, ergänzt Sabine Männchen. „Sie ist immer auf die Bedürfnisse des Kindes eingestellt und auch entsprechend zusammengesetzt.“ Weil eine Frühgeburt für Frauen oft eine traumatische Erfahrung sei, reagiere ihr Körper zunächst anders als bei einer normalen Geburt. Um die Zeit zwischen Geburt und Milchproduktion zu überbrücken, ist die gespendete Muttermilch aber besser als alle Alternativen. „Muttermilch kann nicht komplett nachgebaut werden. Sie ist einzigartig.“ Deshalb wollen Sabine Männchen und ihr Team stillende Mütter am Internationalen Tag der Milchspende auf dieses Thema aufmerksam machen. „Wir wünschen uns, dass die Muttermilchspende genauso wichtig wird, wie die Blutspende.“ Denn davon profitieren Babys sachsenweit. Bekommt das Uniklinikum mehr Spenden, als für die eigenen Säuglinge benötigt, werden auch andere Krankenhäuser damit versorgt. „Das Beispiel zeigt, welche Verantwortung die Hochschulmedizin Dresden für die gesamte Region übernimmt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. „Als einziges ostsächsisches Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe – dem sogenannten ‚Level 1‘ – bieten wir Müttern und Vätern die Sicherheit einer optimalen ärztlichen wie pflegerischen Versorgung, vor, während und nach der Geburt. Dazu trägt auch die Frauenmilchsammelstelle am Uniklinikum mit ihrer langen Historie bei.“
5. Tag der Unternehmen am Fachbereich Wirtschaft Natahlie Zimmermann Hochschule Mainz
Am 3. Mai 2023 fand an der Hochschule Mainz der 5. Tag der Unternehmen statt, der Vollzeit-Studierende des Fachbereichs Wirtschaft und Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammenbrachte.
Mit einer Rekordbeteiligung von über 700 Studierenden war die Veranstaltung ein großer Erfolg und bot eine ideale Plattform für Networking und Karriere. Insgesamt waren 55 namhafte Unternehmen aus der Region am Campus. Mehr als 160 Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertreter standen den Studierenden zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und sich über berufliche Perspektiven auszutauschen.
„Für uns Studierende war der Tag der Unternehmen eine tolle Chance, mit Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet in Kontakt zu treten und Face-to- Face zu sprechen“, betont Wirtschaftsrechtstudent Joshua. Er und seine Kommilitoninnen und Kommilitonen haben bereits nach wenigen Gesprächen neue Kontakte knüpfen können, mit denen sie nun im Austausch hinsichtlich eines Praktikums oder einer Werkstudententätigkeit stehen. „Alle wirklich Interessierten hatten die Möglichkeit neue Kontakte mitzunehmen“ ergänzt Joshua. Auch Xenia, Studierende im Master International Business, empfand „die Initiative des Fachbereichs, Unternehmen und Studierende auf diese Weise zusammenzubringen, als sehr positiv“. Die Unterstützung und Möglichkeit zum Networking seien für ihre persönliche und berufliche Entwicklung äußerst wertvoll.
Auch die Unternehmen waren sehr zufrieden: „Es hat viel Freude bereitet, uns mit den Studierenden vor Ort auszutauschen“, sagt Elnaz Karami von Dell Technologies. Und bekräftigt: „Wir wären sehr gerne nächstes Jahr, am 6. Tag der Unternehmen wieder dabei.“
Ein besonderes Highlight des Tages war die "Bum-Bum-Ballerbox" des 1. FSV Mainz 05, die auf großes Interesse stieß. Die Studierenden hatten die Möglichkeit, ihre Schussgeschwindigkeit zu messen und Tickets für ein Heimspiel der 05er zu gewinnen. Der Sieger bei den Männern erreichten eine Geschwindigkeit von 117 km/h. Bei den weiblichen Teilnehmerinnen schoss die Siegerin den Ball mit 89 km/h in den Kasten.
Der 5. Tag der Unternehmen festigte auch die Verbindung zwischen dem Fachbereich Wirtschaft und den Unternehmen. Und es geht weiter: Der Fachbereich freut sich schon jetzt auf den 6. Tag der Unternehmen im kommenden Jahr und darauf, weiterhin Studierende und Unternehmen erfolgreich zusammenzubringen.
Prof. Dr. Helmut Schwarz (TU Berlin) ist ein herausragender Physikalisch- Organischer Chemiker. Er erhält den Gerhard Ertl Lecture Award 2023 für seine Verdienste um die Chemie. Im Jahr 2008 wurde von den drei Berliner Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität) und dem Fritz-Haber-Institut der Max-Planck- Gesellschaft der Gerhard Ertl Lecture Award ins Leben gerufen, um an die Verleihung des Nobelpreises an Gerhard Ertl im Jahr 2007 zu erinnern. Damit werden herausragende Forschungspersönlichkeiten aus dem weiteren Forschungsumfeld Gerhard Ertls geehrt.
Prof. Dr. Helmut Schwarz (TU Berlin) ist ein herausragender Physikalisch- Organischer Chemiker. Seine bahnbrechenden Untersuchungen von Reaktionsmechanismen mittels massenspektrometrischer Techniken haben unser Verständnis elementarer Prozesse in der Katalyse, der Organometallischen Bindungsaktivierung und -funktionalisierung sowie der Atmosphärenchemie geprägt. Neben seiner richtungsweisenden Forschung hat sich Helmut Schwarz für die Stärkung der akademischen Institutionen in Deutschland und darüber hinaus eingesetzt – sei es als Mitbegründer der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, als Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder als Präsident der Humboldt-Stiftung, um nur einige Beispiele zu nennen. Für seine herausragende Forschung und seine Verdienste um die Wissenschaft erhielt er zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen, darunter zehn Ehrentitel, den Karl-Ziegler-Preis, den Leonardo-da-Vinci-Preis sowie das Bundesverdienstkreuz.
Im Jahr 2008 wurde von den drei Berliner Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität) und dem Fritz- Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft der Gerhard Ertl Lecture Award ins Leben gerufen, um an die Verleihung des Nobelpreises an Gerhard Ertl im Jahr 2007 zu erinnern. Damit werden herausragende Forschungspersönlichkeiten aus dem weiteren Forschungsumfeld Gerhard Ertls geehrt. Dieser von der BASF gestiftete Preis umfasst neben einem Preisgeld einen Besuch an den beteiligten Berliner Institutionen und einen festlichen Abendvortrag.
Der Preis wird zum 16. Mal von einer Kommission vergeben, der Mitglieder der Berliner Universitäten – Joachim Sauer (HU Berlin), Matthias Drieß (TU Berlin) und Eckart Rühl (FU Berlin) – sowie das Kollegium des Fritz-Haber- Instituts angehören. Gerhard Ertl berät die Kommission bei der Kandidat*innenauswahl.
Die Preisverleihung ist derzeit für den 11. Dezember 2023 geplant. Prof. Schwarz wird einen Vortrag mit dem Titel "The Methane Challenge – A Cold Approach to a Hot Problem" halten.