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NRW „behauptet“ Spitzenrang bei Gewerbesteuern

Nach Angaben von „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ zahlten die Unternehmen in den NRW-Kommunen auch im vergangenen Jahr im Bundesvergleich wieder die höchsten Gewerbesteuern. Nichts deute darauf hin, dass sich an diesem Zustand in naher Zukunft etwas ändern werde, so NRW-Landesgeschäftsführer Politik, Herbert Schulte, vom Mittelstandsverband BVMW, der mit Blick auf die erhebliche Konjunkturschwäche Nordrhein-Westfalens dauerhafte Entlastungen für die Kommunen fordert: 

 

„Nordrhein-Westfalen behauptet zum Leidwesen der mittelständischen Wirtschaft auch in diesem Jahr seinen bundesweiten Spitzenplatz bei den Gewerbesteuern. Die fiskalische Falle, in der sich vier von fünf NRW-Städten mit defizitären Haushalten befinden, würgt notwendige Investitionen in die Entwicklung lokaler Infrastruktur und Gewerberäume ab, was die Konjunktur von Wachstumsschlusslicht NRW zusätzlich belastet. Wir sehen uns seit mehreren Quartalen mit einer sich vertiefenden Rezession konfrontiert und erwarten von der Politik, die kommunale Ebene bei gleichzeitiger Konsolidierung der Bundes- und Landeshaushalte zu entlasten. Hütchenspielertricks zum Umtopfen der wachsenden öffentlichen Schuldenberge zwischen den unterschiedlichen Gebietskörperschaften genügen allerdings nicht, der Staat muss grundsätzlich besser wirtschaften und sich gesundschrumpfen. Wir befinden uns am Ende eines Kreditzyklus, die Wirtschaft steckt tief in der Rezession, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt spürbar und der Staat wird in der Folge seinen Gürtel enger schnallen müssen. Das darf aber nicht auf Kosten der Kommunen geschehen. Wir sind auf handlungsfähige öffentliche Partner vor Ort angewiesen, um den Karren wieder flott zu machen. Das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ muss wieder gelten, was vor allem angesichts der Unterbringungskosten der gegenwärtigen Flüchtlingswelle den Bund in die Pflicht nimmt.“ 

 

 

 

Hier finden Sie die Daten des statistischen Landesamts: https://shorturl.at/epwCM 

 
Kontakt
Thomas Kolbe
Pressesprecher BVMW NRW
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Uniklinikum Dresden: Wie gespendete Muttermilch Frühchen hilft

Schwester Ina kontrolliert gespendete Muttermilch.  Uniklinikum Dresden/Marc Eisele
Schwester Ina kontrolliert gespendete Muttermilch. Uniklinikum Dresden/Marc Eisele

Ein Baby braucht Muttermilch. Sie enthält viele wichtige Stoffe, die das
Kind schützen und wachsen lassen. Besonders wichtig ist sie für
Frühgeborene und kranke Kinder, deren Mütter (noch) keine eigene Milch
haben. Die Frauenmilchsammelstelle am Universitätsklinikum Carl Gustav
Carus Dresden gehört zu den ältesten in Deutschland. Seit 1942 werden in
der Kinder- und Frauenklinik Muttermilchspenden entgegengenommen. Doch die
Menge der Milch wurde in den vergangenen Jahren geringer. Wurden in der
Zeit von 2013 bis 2021 jährlich zwischen 600 und fast 1.000 Liter
Muttermilch gespendet, waren es im vergangenen Jahr nur knapp 300 Liter.

An diesem Freitag, 19. Mai, macht der Internationale Tag der Milchspende
auf die Bedeutung von Frauenmilchbanken aufmerksam. Auch das Uniklinikum
Dresden nutzt den Termin, um für mehr Spenden zu werben, denn in den
vergangenen Jahren wird immer weniger Milch abgegeben. „Ein Grund könnte
sein, dass viele Mütter unsicher sind, ob sie nach einer Corona-Erkrankung
überhaupt als Spenderin infrage kommen“, sagt Sabine Männchen, Leiterin
der Perinatologischen Station. Darüber müssen sich die Frauen aber keine
Sorgen machen: Jeder Tropfen der wertvollen Milch wird im Labor auf
Bakterien und Viren untersucht.

Die „Milchküche“ des Uniklinikums befindet sich im Kinder- und
Frauenzentrum im Haus 21. Dreimal wöchentlich werden dort Milchlieferungen
entgegengenommen. Dafür müssen die Spenderinnen nicht einmal selbst in die
Milchküche kommen. Innerhalb der Dresdner Stadtgrenzen übernimmt ein
Fahrdienst den Service und holt die Milch bei den Familien zu Hause ab.
Mindestens einmal müssen die Frauen allerdings persönlich in der Klinik
vorbeischauen. „Vor der ersten Spende werden die Frauen untersucht und es
wird Blut abgenommen“, erklärt Sabine Männchen. Nur, wer gesund ist und
keine Medikamente nimmt, kommt als Spenderin infrage. Im Labor wird zudem
die Qualität der gespendeten Milch gecheckt. „Dann entscheiden wir, ob wir
die Milch pasteurisieren oder womöglich aussortieren müssen“, sagt Sabine
Männchen.

Mit der gespendeten Muttermilch werden am Uniklinikum vor allem
frühgeborene Babys versorgt. Medizinerinnen und Mediziner sprechen von
einer Frühgeburt, wenn ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt
kommt. „In Sachsen gibt es nur vier Kliniken, die sich um extrem unreife
Kinder kümmern können“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereichs
Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. In Dresden und Ostsachsen
übernimmt das Universitätsklinikum die Aufgaben von einem der vier
sächsischen Level-1-Zentren. Dafür ist es entsprechend ausgerüstet und
verfügt über die notwendige Expertise zur Versorgung extrem unreifer
Frühgeborener und schwer erkrankter Neugeborener. Die „Milchküche“ ist ein
Teil der Versorgungsstrukturen. Die anderen drei Zentren finden sich in
Leipzig und Chemnitz.

Am Uniklinikum Dresden werden pro Jahr 400 bis 500 Frühgeborene versorgt,
mehr als 100 von ihnen sind zum Zeitpunkt ihrer Geburt leichter als 1.500
Gramm. Dass sie hier so gut versorgt werden können, liegt auch an der
Frauenmilchsammelstelle. Mit einem speziellen Analysegerät ist es möglich,
den Nährwert der Milch zu überprüfen und zu kontrollieren, wie viel
Eiweiß, Zucker und Fette sie enthält. Damit wird verhindert, dass ein Baby
aufgrund mangelhafter Milchqualität sich nicht entsprechend entwickelt.
Prof. Rüdiger betont, wie wichtig gute Muttermilch für den Säugling ist,
weil sie ihn optimal ernährt. „Die damit versorgten Kinder haben zum
Beispiel im ersten Lebensjahr weniger mit Durchfall- und
Atemwegserkrankungen zu kämpfen.“

Zuerst von der Spende profitiert, dann selbst Spenderin

Mit knapp 2.000 Gramm war Marte Bonny am 13. April, ihrem Geburtstag, zwar
relativ schwer – nach erst 31. Schwangerschaftswochen aber noch sehr
unreif. 48 Stunden wurde sie auf der Neugeborenen-Intensivstation
versorgt, seitdem verbringt sie die Tage mit ihrer Mama Anne Schlüter auf
der Neugeborenen-Station S6. Die 31-jährige Mutter lebt eigentlich in
Bautzen, übernachtet derzeit aber im Elternhaus des Dresdner Kinderhilfe
e.V., das nur wenige Minuten entfernt in der Schuberstraße liegt und
Eltern wie Anne Schlüter einen kostenlosen Schlafplatz bietet, während
ihre Kinder im Klinikum versorgt werden. Nicht nur für diese Hilfe ist die
junge Frau dankbar, sondern auch für die Muttermilchspenden, mit denen
ihre Tochter in den ersten vier Lebenstagen versorgt wurde. „Dann setzte
bei mir die Milchproduktion ein und ich konnte mein Baby selbst stillen“,
erzählt Anne Schlüter. Seitdem gibt sie täglich rund 200 Milliliter in der
Milchküche des Uniklinikums ab, um anderen Müttern und ihren Kindern zu
helfen.

„Muttermilchspende soll genauso wichtig werden wie die Blutspende“

Die Milch der eigenen Mutter sei ohne Frage das Beste für das Kind,
ergänzt Sabine Männchen. „Sie ist immer auf die Bedürfnisse des Kindes
eingestellt und auch entsprechend zusammengesetzt.“ Weil eine Frühgeburt
für Frauen oft eine traumatische Erfahrung sei, reagiere ihr Körper
zunächst anders als bei einer normalen Geburt. Um die Zeit zwischen Geburt
und Milchproduktion zu überbrücken, ist die gespendete Muttermilch aber
besser als alle Alternativen. „Muttermilch kann nicht komplett nachgebaut
werden. Sie ist einzigartig.“ Deshalb wollen Sabine Männchen und ihr Team
stillende Mütter am Internationalen Tag der Milchspende auf dieses Thema
aufmerksam machen. „Wir wünschen uns, dass die Muttermilchspende genauso
wichtig wird, wie die Blutspende.“ Denn davon profitieren Babys
sachsenweit. Bekommt das Uniklinikum mehr Spenden, als für die eigenen
Säuglinge benötigt, werden auch andere Krankenhäuser damit versorgt. „Das
Beispiel zeigt, welche Verantwortung die Hochschulmedizin Dresden für die
gesamte Region übernimmt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer
Vorstand des Uniklinikums. „Als einziges ostsächsisches Perinatalzentrum
der höchsten Versorgungsstufe – dem sogenannten ‚Level 1‘ – bieten wir
Müttern und Vätern die Sicherheit einer optimalen ärztlichen wie
pflegerischen Versorgung, vor, während und nach der Geburt. Dazu trägt
auch die Frauenmilchsammelstelle am Uniklinikum mit ihrer langen Historie
bei.“

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5. Tag der Unternehmen mit Rekordbeteiligung: Studierende begeistert von vielfältigen Karrieremöglichkeiten

5. Tag der Unternehmen am Fachbereich Wirtschaft  Natahlie Zimmermann  Hochschule Mainz
5. Tag der Unternehmen am Fachbereich Wirtschaft Natahlie Zimmermann Hochschule Mainz

Am 3. Mai 2023 fand an  der Hochschule Mainz der 5. Tag der
Unternehmen statt, der Vollzeit-Studierende des Fachbereichs Wirtschaft
und Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammenbrachte.

Mit einer Rekordbeteiligung von über 700 Studierenden war die
Veranstaltung ein großer Erfolg und bot eine ideale Plattform für
Networking und Karriere. Insgesamt waren 55 namhafte Unternehmen aus der
Region am Campus. Mehr als 160 Unternehmensvertreterinnen und
Unternehmensvertreter standen den Studierenden zur Verfügung, um Fragen zu
beantworten und sich über berufliche Perspektiven auszutauschen.

„Für uns Studierende war der Tag der Unternehmen eine tolle Chance, mit
Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet in Kontakt zu treten und Face-to-
Face zu sprechen“, betont Wirtschaftsrechtstudent Joshua.  Er und seine
Kommilitoninnen und Kommilitonen haben bereits nach wenigen Gesprächen
neue Kontakte knüpfen können, mit denen sie nun im Austausch hinsichtlich
eines Praktikums oder einer Werkstudententätigkeit stehen. „Alle wirklich
Interessierten hatten die Möglichkeit neue Kontakte mitzunehmen“ ergänzt
Joshua. Auch Xenia, Studierende im Master International Business, empfand
„die Initiative des Fachbereichs, Unternehmen und Studierende auf diese
Weise zusammenzubringen, als sehr positiv“. Die Unterstützung und
Möglichkeit zum Networking seien für ihre persönliche und berufliche
Entwicklung äußerst wertvoll.

Auch die Unternehmen waren sehr zufrieden: „Es hat viel Freude bereitet,
uns mit den Studierenden vor Ort auszutauschen“, sagt Elnaz Karami von
Dell Technologies. Und bekräftigt: „Wir wären sehr gerne nächstes Jahr, am
6. Tag der Unternehmen wieder dabei.“

Ein besonderes Highlight des Tages war die "Bum-Bum-Ballerbox" des 1. FSV
Mainz 05, die auf großes Interesse stieß. Die Studierenden hatten die
Möglichkeit, ihre Schussgeschwindigkeit zu messen und Tickets für ein
Heimspiel der 05er zu gewinnen. Der Sieger bei den Männern erreichten eine
Geschwindigkeit von 117 km/h. Bei den weiblichen Teilnehmerinnen schoss
die Siegerin den Ball mit 89 km/h in den Kasten.

Der 5. Tag der Unternehmen festigte auch die Verbindung zwischen dem
Fachbereich Wirtschaft und den Unternehmen. Und es geht weiter: Der
Fachbereich freut sich schon jetzt auf den 6. Tag der Unternehmen im
kommenden Jahr und darauf, weiterhin Studierende und Unternehmen
erfolgreich zusammenzubringen.

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Helmut Schwarz erhält den Gerhard Ertl Lecture Award 2023

Prof. Dr. Helmut Schwarz  © K.A. Schwarz
Prof. Dr. Helmut Schwarz © K.A. Schwarz

Prof. Dr. Helmut Schwarz (TU Berlin) ist ein herausragender Physikalisch-
Organischer Chemiker. Er erhält den Gerhard Ertl Lecture Award 2023 für
seine Verdienste um die Chemie. Im Jahr 2008 wurde von den drei Berliner
Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität zu Berlin,
Technische Universität) und dem Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-
Gesellschaft der Gerhard Ertl Lecture Award ins Leben gerufen, um an die
Verleihung des Nobelpreises an Gerhard Ertl im Jahr 2007 zu erinnern.
Damit werden herausragende Forschungspersönlichkeiten aus dem weiteren
Forschungsumfeld Gerhard Ertls geehrt.

Prof. Dr. Helmut Schwarz (TU Berlin) ist ein herausragender Physikalisch-
Organischer Chemiker. Seine bahnbrechenden Untersuchungen von
Reaktionsmechanismen mittels massenspektrometrischer Techniken haben unser
Verständnis elementarer Prozesse in der Katalyse, der Organometallischen
Bindungsaktivierung und -funktionalisierung sowie der Atmosphärenchemie
geprägt. Neben seiner richtungsweisenden Forschung hat sich Helmut Schwarz
für die Stärkung der akademischen Institutionen in Deutschland und darüber
hinaus eingesetzt – sei es als Mitbegründer der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften, als Vizepräsident der Deutschen
Forschungsgemeinschaft oder als Präsident der Humboldt-Stiftung, um nur
einige Beispiele zu nennen. Für seine herausragende Forschung und seine
Verdienste um die Wissenschaft erhielt er zahlreiche nationale und
internationale Preise und Auszeichnungen, darunter zehn Ehrentitel, den
Karl-Ziegler-Preis, den Leonardo-da-Vinci-Preis sowie das
Bundesverdienstkreuz.

Im Jahr 2008 wurde von den drei Berliner Universitäten (Freie Universität,
Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität) und dem Fritz-
Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft der Gerhard Ertl Lecture Award
ins Leben gerufen, um an die Verleihung des Nobelpreises an Gerhard Ertl
im Jahr 2007 zu erinnern. Damit werden herausragende
Forschungspersönlichkeiten aus dem weiteren Forschungsumfeld Gerhard Ertls
geehrt. Dieser von der BASF gestiftete Preis umfasst neben einem Preisgeld
einen Besuch an den beteiligten Berliner Institutionen und einen
festlichen Abendvortrag.

Der Preis wird zum 16. Mal von einer Kommission vergeben, der Mitglieder
der Berliner Universitäten – Joachim Sauer (HU Berlin), Matthias Drieß (TU
Berlin) und Eckart Rühl (FU Berlin) – sowie das Kollegium des Fritz-Haber-
Instituts angehören. Gerhard Ertl berät die Kommission bei der
Kandidat*innenauswahl.

Die Preisverleihung ist derzeit für den 11. Dezember 2023 geplant. Prof.
Schwarz wird einen Vortrag mit dem Titel "The Methane Challenge – A Cold
Approach to a Hot Problem" halten.

Originalpublikation:
https://www.fhi.mpg.de/1283495/2023-05-23-ertl-lecture-award-2023

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