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Evaluation der AiF: „unverzichtbare Rolle im deutschen Innovationssystem“

Prof. Dr. habil. Michael Bruno Klein, AiF-Hauptgeschäftsführer  Jürgen Schulzki  AiF
Prof. Dr. habil. Michael Bruno Klein, AiF-Hauptgeschäftsführer Jürgen Schulzki AiF

Die AiF stellt sich als „Netzwerk der Netzwerke“ neu auf und hat eine
externe Evaluierung der 1954 gegründeten Organisation angestoßen. Das
hochkarätige Bewertungsteam aus Vertretern der Wissenschaft und Forschung,
Wirtschaft und Politik unter Vorsitz von Professor Christoph M. Schmidt,
Präsident des RWI, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, und
Professorin Friedericke Welter, Präsidentin des Instituts für
Mittelstandsforschung (IfM), hat seinen Evaluationsbericht vorgelegt. Er
bescheinigt unter anderem, dass die AiF „bei einer konsequenten Umsetzung
des von ihr eingeschlagenen Reformprozesses eine unverzichtbare Rolle im
deutchen Innovationssystem einnehmen kann“.

Der forschende Mittelstand in Deutschland benötigt mehr denn je einen
erfahrenen starken Partner. Innovationsaffine mittelständische
Unternehmerinnen und Unternehmer sichern die Weltmarktfähigkeit unserer
Wirtschaft. Die derzeitigen Rohstoff- und Energiepreise, die weitere
Durchsetzung des Transformationsprozesses, die Folgen des Ukrainekrieges,
der Inflation sowie immer noch der Pandemie verursachen existenzielle
Herausforderungen für sie. „Ein rohstoffarmes Land muss die Ressourcen in
den Köpfen im doppelten Sinne fördern und in Innovationen investieren.
Unser Ziel ist es, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des
deutschen Mittelstandes auch in Zukunft insbesondere durch das gezielte
Vernetzen von Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken“, erklärt Professor
Michael Bruno Klein, Hauptgeschäftsführer der AiF Arbeitsgemeinschaft
industrieller Forschungsvereinigungen e.V. „Laut des aktuell
veröffentlichten Innovationsindikators 2023 des Bundesverbandes der
Deutschen Industrie (BDI) und der Beratung Roland Berger ist die
mangelhafte Anbindung von Wissenschaftseinrichtungen an die Wirtschaft
Hauptgrund für Deutschlands Innovationsproblem. Danach belegt Deutschland
bei der Innovationsfähigkeit nur noch Platz zehn. Dem werden wir
entgegenwirken, denn nachhaltige Vernetzung ist unser Thema, unsere
Struktur, unsere noch immer hochaktuelle Gründungsidee. Die AiF bringt
jahrzehntelange Erfahrung in ergebnisorientierter Vernetzung von
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit und steht als starker Partner an
der Seite des deutschen innovativen Mittelstandes“, so Klein weiter.

Stimme des forschenden Mittelstands

Die AiF stellt sich als „Netzwerk der Netzwerke“ neu auf und hat eine
externe Evaluierung der 1954 gegründeten Organisation angestoßen. Das
hochkarätige Bewertungsteam aus Vertretern der Wissenschaft und Forschung,
Wirtschaft und Politik unter Vorsitz von Professor Christoph M. Schmidt,
Präsident des RWI, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, und
Professorin Friedericke Welter, Präsidentin des Instituts für
Mittelstandsforschung (IfM), hat seinen Evaluationsbericht Anfang Mai 2023
vorgelegt. Er bescheinigt unter anderem, dass die AiF „bei einer
konsequenten Umsetzung des von ihr eingeschlagenen Reformprozesses eine
unverzichtbare Rolle im deutschen Innovationssystem einnehmen kann“.

Im Bericht heißt es: „Die AiF kann und sollte die ansonsten fehlende
Organisation sein, die die Interessen des forschenden Mittelstandes als
dessen Stimme bündelt. Keine andere Organisation in Deutschland ist in der
Lage, diese Interessen in ähnlicher Weise branchenübergreifend zu
aggregieren und zu artikulieren.“ Und weiter: „Die Stärken der AiF liegen
in der Organisation als Interessenvertretung des forschenden
Mittelstandes, den Ergebnissen und Vorteilen, die sich aus der
erfolgreichen Begleitung und Administration der Forschungsprogramme
ergeben, und der damit einhergehenden Transferleistung von der Forschung
in die Unternehmen.“

Konsequente Umsetzung des eingeschlagenen Reformprozesses

Die Gutachtergruppe empfiehlt die konsequente Fortsetzung des
eingeschlagenen Strategie- und Reformprozesses. Es gehe darum, gezielt
strategische Lücken im Innovationssystem zu schließen und „vom Verwalten
zum Gestalten“ überzugehen. Dabei gilt es, ein neues, reflektiertes
Rollenverständnis zu entwickeln. Mit Blick nach innen sind die
Veränderungsfähigkeit, Agilität und Diversität zu stärken sowie das
Geschäftsmodell des Vereins weiterzuentwickeln und auf eine neue,
zukunftsfähige Grundlage zu stellen.  „Um diese Empfehlungen umzusetzen,
werden wir beispielsweise die etablierten themenorientierten AiF-
Forschungs- und Transferallianzen sowie das AiF-InnovatorsNet als
neuartiges agiles Innovationszentrum mit seiner digitalen Transfer-,
Kompetenz- und Vernetzungsplattform ausbauen und stärken, den Austausch
und die Vernetzung unserer Forschungsvereinigungen untereinander weiter
forcieren, eine aussagekräftige Transferindikatorik im Hinblick auf In-,
Output und Impact entwickeln und damit die Wirksamkeit der Organisation
erheblich erhöhen. Wir schärfen unser Rollenverständnis und fokussieren
uns auf die Idee und ‚Essenz‘ der AiF“, beschreibt Klein die anstehenden
Aufgaben des Netzwerkes.

IGF-Projektträgerschaft befürwortet

In den vergangenen Jahrzehnten hat die AiF die Industrielle
Gemeinschaftsforschung (IGF), ein weltweit einzigartiges Förderprogramm
des Bundeswirtschaftsministeriums, organisiert – laut den Expertinnen und
Experten ein Alleinstellungsmerkmal. Darüber hinaus setze sich der Verein
mit seinen 101 Mitgliedern, kompetent, umfassend und nachhaltig für die
Belange des forschenden Mittelstandes ein. Eine mögliche zukünftige IGF-
Projektträgerschaft durch die AiF Projekt GmbH, einer AiF-Tochter, wird
von den Gutachterinnen und Gutachtern unter anderem mehr als befürwortet:
„Aufgrund der Struktur, des Mitgliederkreises (Unternehmen und
Forschungsvereinigungen) und der tiefen Verankerung der AiF im forschenden
Mittelstand können zusätzliche Mehrwerte für Förderempfänger als auch
-geber eingebracht werden, die über die Projektträgerschaft hinausweisen.“
Weiter heißt es in dem Abschlussbericht der Evaluation: „Eine
gemeinschaftliche (vorwettbewerbliche) Forschung von Konkurrenten kann nur
in einem Vertrauensökosystem erfolgen. Die AiF sichert als neutraler,
unabhängiger und vertrauenswürdiger Akteur die Grundlagen für die IGF.“

„Wir sehen die Evaluation als fundamentale Hilfe bei der Neuausrichtung
des Forschungs- und Transfernetzwerkes AiF, um die Förderung und
Unterstützung forschungsaffiner Unternehmen gemeinsam mit unseren
Forschungsvereinigungen und -allianzen noch gezielter umzusetzen“, betont
AiF-Hauptgeschäftsführer Klein.

Mitglieder der Evaluierungskommission

Prof. Dr. Christoph M. Schmidt (Vorsitz), Präsident des RWI, Leibniz-
Institut für Wirtschaftsforschung, Essen
Prof. Dr. Friedericke Welter (Vorsitz), Präsidentin des Instituts für
Mittelstandsforschung (IfM), Bonn
Edelgard Bulmahn, Bundesministerin a.D., Mitglied im AiF-Senat
Dana Goldhammer, Geschäftsführerin der Umwelt Control Labor GmbH, Köln
Robert Heinecke, CEO Breeze Technologies, Hamburg
Prof. Dr. Manfred Hennecke, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin
Dr. Thomas Lange, Senior Advisor Achleitner Ventures, Professor Peter
Post, Vice President bei Festo SE, Esslingen
Prof. Dr. Vivien Procher, Leiterin der Forschungsgruppe “Entrepreneurship
and Innovative Business Models” an der Universität Marburg
Dr. Thomas Sattelberger, ehemaliger Staatssekretär im
Bundesforschungsministerium
Markus Uttikal, Geschäftsführer TZM GmbH, Göppingen
Dr. Carsten Wehmeyer, Senior Manager Digitalisierung und Innovation beim
Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Dr. Andreas Heindl (Rapporteur), Projektleiter Mobility Data Space bei
acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Dr. Patrick Pfister (Rapporteur), Bereichsleiter Mobilität bei acatech –
Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Über die AiF

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke“ e.V. ist das Forschungs- und Transfernetzwerk für den deutschen
Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als
Dachverband von 101 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit mehr als
50.000 eingebundenen Unternehmen und über 1.200 beteiligten
Forschungseinrichtungen leistet sie einen wichtigen Beitrag, die
Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu
stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein organisiert die Industrielle
Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF
F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere
Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2022 setzte die AiF über
568,3 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein. Seit ihrer
Gründung im Jahr 1954 lenkte sie rund 14 Milliarden Euro öffentliche
Fördermittel in neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als
247.000 Forschungsprojekte auf den Weg.

Pressekontakt
AiF e.V., Frauke Frodl, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Telefon: +49 30 64475 215

Originalpublikation:
Download Abschlussbericht: „Externe Evaluierung der Arbeitsgemeinschaft
industrieller
Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF)
Bericht der externen Bewertungsgruppe“ (PDF-Datei):
https://www.aif.de/fileadmin/user_upload/aif/ueber-uns/Evaluation
/20230427_-_Gutachten_AiF-Evaluierung_-_FINALE_FASSUNG.pdf

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Mit Klangkunst und Virtual Reality: Ausstellungsraum spce der Muthesius Kunsthochschule zeigt studentische Arbeiten

Mit Klangkunst und Virtual Reality: Ausstellungsraum spce der Muthesius Kunsthochschule zeigt studentische Arbeiten
Mit Klangkunst und Virtual Reality: Ausstellungsraum spce der Muthesius Kunsthochschule zeigt studentische Arbeiten

Eine Leinwand, die sich durch Gesten ihrer Betrachtenden verändert. Eine
Virtual-Reality-Reise in eine fantastische Welt voller Ozeane, Dünen und
antiker Skulpturen. Und eine interaktive Installation, die anhand der
Bewegung ihrer User Klänge erzeugt und visualisiert. Mit New Media,
Klangkunst und Virtual Reality beschäftigen sich Studierende der Muthesius
Kunsthochschule in Kiel in den unterschiedlichsten Studiengängen von
Freier Kunst bis hin zur Szenografie. Die neue Ausstellung „Klangkulisse:
The Sound of(f)…“ bietet ab Mittwoch, 17. Mai, einen Überblick über
transdisziplinäre Arbeiten und Versuchsanordnungen im Kieler
Ausstellungsraum spce | Muthesius.

Was verbirgt sich hinter Begriffen wie New Media, Virtual Reality oder
Klangkunst? Dieser Frage geht der Kieler Ausstellungsraum spce | Muthesius
in seiner neuen Ausstellung „Klangkulisse: The Sound of(f)…“ nach. Die
Schau, in der Studierende ihre transdisziplinären Arbeiten und
Versuchsanordnungen aus den unterschiedlichen Studiengängen der Muthesius
Kunsthochschule zeigen, konzentriert sich auf das Thema Klang. So wird die
Fülle an Herangehensweisen hervorgehoben, wie dieser erzeugt, künstlerisch
genutzt und integraler Teil einer jeden Erfahrung werden kann. Wie ist
Klang essenzieller Bestandteil jeglicher Form der Kommunikation? Und
welches kognitive und sensorische Wissen steckt in seiner Erfahrbarkeit?

An der Gruppenausstellung sind die Studierenden Adrian Herzig, Annemarie
Jessen, Luisa Lukas, Lea Maginski, Emily Steiner und Du Zhang beteiligt.
Heiko Wommelsdorf, Absolvent der Muthesius Kunsthochschule, zeigt bereits
jetzt seine Schaufenster-Installation „Schall-Mauer“, die auch
Vorübergehende zu Protagonisten macht, im spce | Muthesius.

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Fraunhofer WKI baut Bühnenbild mit Pilzmyzel für das Staatstheater Braunschweig

Ob rund, rechteckig oder komplex geformt: Der Myzelwerkstoff lässt sich quasi in jede Form bringen. Beispiel hier: Fertige Platte für das Berglandschaft-Bühnenbild im Theaterstück »Funken«.  Henrik-Alexander Christ  Fraunhofer WKI I Henrik-Alexander Christ
Ob rund, rechteckig oder komplex geformt: Der Myzelwerkstoff lässt sich quasi in jede Form bringen. Beispiel hier: Fertige Platte für das Berglandschaft-Bühnenbild im Theaterstück »Funken«. Henrik-Alexander Christ Fraunhofer WKI I Henrik-Alexander Christ

Forschende am Fraunhofer WKI haben gemeinsam mit dem Partner Protohaus
gGmbH für das Staatstheater Braunschweig ein Bühnenbild aus einem
innovativen Zukunftsmaterial angefertigt. Die Oberfläche der
Berglandschaft im Theaterstück »Funken« ist mithilfe von Pilzmyzel
entstanden. Der ökologische und recyclingfähige Baustoff besteht aus
Elefantengrasfasern, die mit Myzel durchwachsen sind. Das Bühnenbild
veranschaulicht das Potenzial des Bauens mit Pilzmyzel auf kreative Weise
für die breite Öffentlichkeit. Auch die Lampenschirme, die auf der Bühne
zu sehen sind, sind mit Myzel hergestellt, das in einem innovativen
Verfahren heißgepresst wurde.

Die Forschenden am Fraunhofer WKI machen sich mit dem Partner Protohaus
die Tatsache zu Nutze, dass manche Pilze in der Lage sind, fast alle
organischen Stoffe wie Stroh oder Sägespäne zu zersetzen. Als Myzel wird
die Gesamtheit der fadenförmigen Zellen des Pilzes bezeichnet. Das Myzel
bildet bei der Zersetzung von organischen Materialien ein
dreidimensionales Netzwerk, aus dem sich eine selbstragende Struktur
ergibt. Bei dem Stoffwechselprozess werden Substrate, wie die verwendeten
Elefantengrasfasern, vom Myzel durchzogen. Dabei ergibt sich ein weiches,
schwammartiges und rein organisches Verbundmaterial, das in jegliche
gewünschte Form gebracht werden kann. »Das Myzel hat sozusagen die
Funktion eines biologisch gewachsenen Klebstoffs«, fasst Henrik-Alexander
Christ, Wissenschaftler am Fraunhofer WKI, zusammen.

Die gewünschte Form bestand in diesem Projekt für das Bühnenbild des
Theaterstücks »Funken« in einem Berg mit Höhleneingängen. Das
Staatstheater Braunschweig stellt das partizipative Jugendtheaterstück
»Funken« von Till Wiebel in das Zentrum seiner
Nachhaltigkeitsbestrebungen. Mit dem Regiedebüt von Emel Aydoğdu
adressiert es speziell ein junges Publikum. Das zeitgenössische Stück
handelt von den Erlebnissen des dreizehnjährigen Protagonisten Malte im
Ferienlager. Das Myzel spiegelt sich als zentrales Motiv bei der
praktischen Umsetzung des Projekts aber auch auf inhaltlicher Ebene wider:
In der Natur bilden Myzele Netzwerke, Bäume und Pilze gehen Symbiosen ein,
auch der Protagonist Malte findet sich in der Rolle des Netzwerkers
wieder. Gleichzeitig soll das Theaterstück die Vernetzung des
Staatstheaters in der Stadt und zu Kooperationspartnern wie dem Fraunhofer
WKI und dem Protohaus zum Ausdruck bringen.

Am Fraunhofer WKI nutzten die Forschenden die Gelegenheit zu zeigen,
welche Potenziale im Bauen mit Myzel stecken. »Durch die Verwendung von
organischen Substraten, wie Fasern aus Elefantengras, können wir
Reststoffe verwenden, um einen 100 Prozent biobasierten, abbaubaren,
nachwachsenden und energiearmen Baustoff herzustellen. Mit verschiedenen
Verfahren können die gewünschten Eigenschaften und Leistungsmerkmale des
Baustoffs wie Textur, Festigkeit, Elastizität und Faserorientierung
gesteuert und gezielt erzeugt werden«, erläutert Dr. Steffen Sydow,
Wissenschaftler am Fraunhofer WKI.

Die strukturgebenden Elemente im Inneren des Berges bestehen aus Holz und
wurden vom Staatstheater angefertigt. Für die Oberfläche des Berges haben
die Projektpartner im Protohaus das Substrat aus Elefantengrasfasern mit
Myzel angesetzt und durchwachsen lassen. Im Technikum des Fraunhofer WKI
haben die Forschenden mithilfe der Holzrahmen vom Staatstheater die
Formgebung, Verklebung sowie die Oberflächenbehandlung vorgenommen. »Wir
haben die Rahmen mit dem Material vom Protohaus befüllt. Dabei hatten wir
das Ziel, eine hügelige Struktur nachzubilden. Es ist uns so gelungen,
eine dreidimensionale Anmutung eines Berges zu erreichen. Die Rahmen
wurden dann in einer Klimakammer unter hoher Luftfeuchtigkeit behandelt.
So ergibt sich eine schöne glatte Oberfläche«, erläutert Christ. Durch den
abschließenden Trocknungsvorgang wird das Myzel inaktiviert und an
weiterem Wachstum gehindert.

Außerdem haben die Forschenden Lampenschirme für die Leuchten auf der
Bühne hergestellt, berichtet Dr. Sydow: »Mit den Lampenschirmen konnten
wir die Kompetenz des Fraunhofer WKI noch auf eine weitere Weise unter
Beweis stellen: Die pilzartig geformten Schirme bestehen aus teilweise
heißgepressten Myzelmaterialien. Es gibt zahlreiche weitere
Einsatzmöglichkeiten für heißgepresste Myzelmaterialien, an denen wir sehr
gern weiterforschen würden.«

Der leichte und stabile Bio-Verbundwerkstoff könnte künftig zum Beispiel
in der Baubranche eingesetzt werden. Dort könnten Dämmplatten oder MDF-
ähnliche Platten für den Innenausbau mit dem innovativen Verfahren
hergestellt werden. Die zahlreichen positiven Eigenschaften des Materials
– es ist wärmedämmend, isolierend, feuchtigkeitsregulierend und darüber
hinaus brandbeständig – könnten so genutzt werden. »Die Einsatzbereiche
von myzelbasierten Materialien sind vielseitig. Daher freuen wir uns über
die Gelegenheit, dem Publikum des Theaters Braunschweig einen Einblick in
die Anwendungsmöglichkeiten dieses zukunftsweisenden Bio-Verbundwerkstoffs
zu geben«, sagt Christ.

Förderung:
Das Theaterstück wurde gefördert im »Fonds Zero– Klimaneutrale Kunst-
Kulturprojekte« der Kulturstiftung des Bundes.

Das Theaterstück:
»Funken« hat Premiere am Freitag, den 26. Mai 2023 um 18:00 Uhr im Kleinen
Haus.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Staatstheaters.

Zum Hintergrund
Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit über 75
Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in
Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf
Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Bindemittel und
Beschichtungen, Holz- und Emissionsschutz, Qualitätssicherung von
Holzprodukten, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie
den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle
Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungstätigkeit hervorgehen,
werden industriell genutzt.

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Logistik mit dem Fokus auf Management & Consulting

Fernstudium Logistik - Management und Consulting, GSRN  (c) AdobeStock_229373278
Fernstudium Logistik - Management und Consulting, GSRN (c) AdobeStock_229373278

Die Graduate School Rhein-Neckar informiert über das Fernstudium mit MBA-
Abschluss
Am Mittwoch, den 31. Mai 2023 informierte die Graduate School Rhein-Neckar
(GSRN), eine 100%ige Tochter der Hochschule für Wirtschaft und
Gesellschaft (HWG) Ludwigshafen über den MBA-Fernstudiengang Logistik –
Management & Consulting. Studiengangsleiterin Prof. Dr. Sabine
Scheckenbach stellt den Studiengang, seine Inhalte, den Ablauf und das
Gesamtkonzept vor. Programm Managerin Annkathrin Scheller erläutert den
Teilnehmenden die Zulassungsvoraussetzungen und weitere Rahmenbedingungen.
Die Veranstaltung findet virtuell ab 17.00 Uhr per ZOOM statt.
Weiterbildungsinteressierte werden gebeten, sich per Mail bei A. Scheller
unter <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> anzumelden und erhalten anschließend
die Zugangsdaten zur Veranstaltung.

Logistik – Management & Consulting (MBA)

Der Fokus dieses Studiengangs liegt insbesondere auf dem Bereich des
Logistik-Managements und in der Vermittlung von Methodenwissen des
Consulting-Bereiches. Die Studierenden sollen vertiefendes Wissen und
Kompetenzen erwerben, um so das erforderliche Handwerkszeug für den
aktuellen Logistikarbeitsmarkt zu erhalten. Mit dem Fernstudium können
sich sowohl im Logistikbereich beschäftigte Arbeitnehmer
weiterqualifizieren, aber auch Quereinsteiger, die in den Logistikbereich
wechseln möchten, das notwendiges Wissen erlernen. Die qualifizierte
Ausbildung ermöglicht es, Führungspositionen im Bereich Industrie, Handel,
Verkehrswirtschaft, Logistikdienstleistung oder Unternehmensberatung zu
übernehmen.

Berufsbegleitend und flexibel studieren

Das berufsbegleitende Studienangebot richtet sich an Interessierte mit
einem ersten Hochschulabschluss jeder Fachrichtung und mindestens
einjähriger Berufserfahrung nach dem Erststudium. Auch beruflich
qualifizierte Personen ohne ersten Hochschulabschluss, aber mit
mehrjähriger, qualifizierter Berufspraxis im Logistikbereich können nach
einer erfolgreich bestandenen Eignungsprüfung zugelassen werden. Das
Studium wird weitestgehend zeit- und ortsunabhängig nach dem Blended-
Learning-Konzept durchgeführt, einer Mischung aus Selbststudium der
Lernmaterialien, fachlich unterstützt durch eine virtuelle Lernplattform
der Hochschule, sowie gelegentlichen Präsenzveranstaltungen an der
Hochschule. Der Studiengang ist akkreditiert, umfasst fünf Semester
Regelstudienzeit und schließt mit dem international anerkannten Titel
Master of Business Administration (MBA) ab.
Wer sich in einzelnen Bereichen Fachwissen aneignen möchte, kann einzelne
Module belegen und mit einem Hochschulzertifikat der HWG Ludwigshafen
abschließen.


Online-Anmeldung über das zfh
Die HWG kooperiert bei diesem Studiengang mit der Graduate School Rhein-
Neckar (GSRN) und dem zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund in
Koblenz. Beim zfh können sich Fernstudieninteressierte bis Ende Juli 2023
zum kommenden Wintersemester online bewerben unter <www.zfh.de/anmeldung>.

Weitere Informationen unter: <www.gsrn.de/logistik>
und <www.zfh.de/mba/logistik>

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