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WHU-Alumni gründen die zweitmeisten Einhörner in Europa

Einzig die Alumni der renommierten Oxford University liegen bei der
Gründung von sogenannten Einhörnern in Europa vor den Absolventen der WHU
– Otto Beisheim School of Management im rheinland-pfälzischen Vallendar.
Das zeigt der aktuelle „Europe‘s New Tech Founders 2023“-Bericht der
Venture-Capital-Firma Antler. Setzt man die Gründungen mit der Anzahl
ihrer Studierenden ins Verhältnis, so liegt die relativ kleine WHU sogar
an der Spitze. Der Bericht von Antler basiert auf einer der umfassendsten
Datengrundlagen im Start-up-Bereich.

Sie heißen Zalando, Flixbus oder Flink und sind mittlerweile auch weit
über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Es sind junge und sehr
erfolgreiche Unternehmen, sogenannte „Einhörner“. Ihnen und zwölf weiteren
Start-ups dieser Kategorie ist gemein, dass einer oder mehrere ihrer
Gründenden an der WHU – Otto Beisheim School of Management studiert haben.
Als Einhörner werden die Start-up-Gründungen bezeichnet, die vor
Börsengang oder Exit bereits eine Marktbewertung von einer Milliarde US-
Dollar oder mehr erreichen. Damit liegt die WHU nicht nur in Deutschland
an der Spitze, auch im Vergleich der erfolgreichsten Gründer-Hochschulen
in 19 europäischen Ländern schafft sie es auf den zweiten Platz hinter der
Oxford University. Allerdings hat die renommierte Hochschule in England
etwa 13-mal so viele Studierende.

Der Bericht „Europe‘s New Tech Founders 2023“ von Antler beruht auf
umfassenden Daten von mehr als 70.000 europäischen Start-ups und 845
Gründenden von 387 Einhörnern. Der Bericht zeigt neben den Einhorn-
Gründungen noch zahlreiche weitere Entwicklungen der vergangenen Jahre. So
hat das europäische Start-up-Ökosystem in den vergangenen 18 Monaten eine
schwere Krise erlebt. 2022 wurde von Start-ups 25 % weniger Wagniskapital
eingesammelt als im Jahr zuvor, und es kamen nur 47 neue Tech-Einhörner
dazu (105 in 2021). Zudem sank die Marktbewertung von 45 bisherigen
Einhörnern wieder unter die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar.

Trotz dieser harten Einschnitte sieht der Antler-Bericht das europäische
Start-up-Ökosystem besser aufgestellt als jemals zuvor. So wurden 2022
hunderttausende neue Start-ups gegründet, und frühe Finanzierungsphasen
(Pre-Seed-, Seed-, Serie-A-Finanzierungsrunden) übertrafen sogar die
Rekorde von 2021 trotz des insgesamt schwierigen ökonomischen Umfelds.
Zudem zeigt der Bericht, dass das europäische Start-up-Ökosystem
mittlerweile zahlreiche eigene Talente hervorbringt und ältere Einhörner
neu entstehende fördern und aufbauen. Die neue Generation von Gründenden
ist außerdem wesentlich Impact-orientierter und besetzt eher nachhaltige
Felder wie Klima- und Gesundheitstechnologie oder die Energieversorgung.

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Entfachen Sie STEAM-Lernabenteuer mit dem 62-teiligen Connetix Tiles starter pack

Lifestyle Image - Pastel Tiles - Connetix Tiles
Lifestyle Image - Pastel Tiles - Connetix Tiles

In der heutigen technologiegetriebenen Welt ist es eine Herausforderung, Spielzeug zu finden, das nicht nur unterhält, sondern auch wichtige Fähigkeiten in Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik (STEAM) fördert. Glücklicherweise hat Connetix Tiles diesen Ruf mit seinem außergewöhnlichen 62-teiligen Starterpaket EU beantwortet, das die grenzenlose Fantasie junger Köpfe freisetzen und gleichzeitig das STEAM-Lernen fördern soll.

Connetix Tiles hat für seine innovativen magnetischen Baufliesen Anerkennung gefunden, und das 62-teilige Starterpaket EU ist ein leuchtendes Beispiel für ihr Engagement für die MINT-Bildung. Dieses Set wurde speziell für Kinder auf dem europäischen Markt entwickelt und entspricht den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards, was es zu einer klugen Wahl für Eltern und Pädagogen gleichermaßen macht.

Grenzenlose Kreativität und Design Thinking

Mit 62 lebendigen, durchscheinenden Fliesen in verschiedenen Formen und Größen eröffnet das 62-teilige Starterpaket EU von Connetix Tiles eine Welt grenzenloser Kreativität und Gestaltungsmöglichkeiten. Von der Konstruktion architektonischer Wunderwerke bis hin zu technischen Wunderwerken regen diese Magnetfliesen Kinder dazu an, kritisch zu denken und auf innovative Weise an Problemlösungen heranzugehen.

Durch das Experimentieren mit verschiedenen Kombinationen und Designs entwickeln Kinder ein räumliches Bewusstsein und verbessern ihre Fähigkeit, Objekte in drei Dimensionen zu visualisieren und zu manipulieren. Diese entscheidende Fähigkeit bildet die Grundlage für Bereiche wie Architektur, Ingenieurwesen und Design.

Förderung technischer und mathematischer Konzepte.

Connetix Tiles bieten eine ideale Plattform für die Einführung grundlegender technischer und mathematischer Konzepte für junge Lernende. Wenn Kinder die Fliesen mit ihren starken Magneten verbinden, sammeln sie praktische Erfahrungen mit struktureller Stabilität, Balance und Symmetrie. Durch Versuch und Irrtum erforschen sie Prinzipien der Physik und Technik und finden heraus, was funktioniert und was nicht.

Mathematik wird greifbar, wenn Kinder die Kacheln zählen und sortieren und dabei Muster und Formen erkennen. Sie begreifen Konzepte wie Symmetrie, Messung und Brüche auf natürliche Weise, ohne überhaupt zu merken, dass sie sich mit mathematischem Denken beschäftigen. Connetix Tiles integrieren mathematische Konzepte nahtlos in das Spiel und machen das Lernen zu einem unterhaltsamen Abenteuer.

Förderung von Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten

Connetix Tiles sind nicht auf das Einzelspiel beschränkt; Sie fördern auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Kommunikation. Wenn Kinder zum Bauen und Schaffen zusammenkommen, lernen sie, Ideen auszutauschen, zu verhandeln und im Team zu arbeiten. Sie üben effektive Kommunikation, indem sie ihren Kollegen ihre Entwürfe und Problemlösungsansätze erklären. Das kollaborative Spielen mit Connetix Tiles fördert die soziale Interaktion, Empathie und die Entwicklung wesentlicher zwischenmenschlicher Fähigkeiten.

Förderung des künstlerischen Ausdrucks und des Design-Denkens

Während Connetix Tiles ein starkes Fundament in Wissenschaft und Technik haben, zelebrieren sie auch den künstlerischen Ausdruck. Die durchscheinenden Fliesen ermöglichen es Kindern, mit Licht und Farbe zu experimentieren und so atemberaubende visuelle Effekte zu erzeugen. Sie können Prinzipien der Farbtheorie erforschen, mit Farbmischungen experimentieren und sogar ihre eigenen Lichtinszenierungen entwerfen.

 

Darüber hinaus fördern Connetix Tiles das Designdenken – eine wesentliche Fähigkeit in der heutigen, sich schnell entwickelnden Welt. Kinder lernen, ihre Kreationen zu entwickeln, zu prototypisieren, zu iterieren und zu verfeinern und entwickeln dabei eine Denkweise der Innovation und Anpassungsfähigkeit.
STEAM-Lernen mit Connetix Tiles

Das 62-teilige Starterpaket EU von Connetix Tiles bietet einen Zugang zu einer Welt des STEAM-Lernens und Erkundens. Durch die Kombination von Fantasie, praktischem Spielen und STEAM-Prinzipien werden diese magnetischen Bauplättchen zu einem unschätzbar wertvollen Werkzeug für Eltern und Pädagogen, die vielseitige, zukunftsfähige Lernende fördern möchten.

Erleben Sie die Magie der Connetix-Kacheln, die die Leidenschaft für STEAM wecken und kritisches Denken, Problemlösung, Zusammenarbeit und Kreativität bei Kindern fördern. Ergreifen Sie die STEAM-Revolution und stärken Sie junge Köpfe mit dem 62-teiligen Starterpaket EU von Connetix Tiles – einem Tor zu endlosen STEAM-Lernabenteuern.

Das 62-teilige Connetix-Starterpaket EU kostet bei Connetixtiles.com 78 €

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ergrößertes Bündnis aus 89 Organisationen erneuert Appell für einen Nationalen Bildungsgipfel

Dem im März veröffentlichten Appell zur Einberufung eines Nationalen Bildungsgipfels haben sich zahlreiche weitere Organisationen angeschlossen – darunter die Montag Stiftungen aus Bonn. Der breite Kreis aus Stiftungen, Verbänden und Gewerkschaften ruft die Regierungschef*innen der Bundesländer und den Bundeskanzler dazu auf, den dringend benötigten, grundlegenden Wandlungsprozess in der Bildung einzuleiten. Anlässlich der letzten Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) vor der Sommerpause bekräftigt das Bündnis: Die Lösung der massiven Probleme im deutschen Bildungssystem duldet keinen Aufschub mehr.

Angesichts der weiterhin ungelösten, gravierenden Probleme im deutschen Bildungssystem schließen sich die Montag Stiftungen dem Appell zur Einberufung eines Nationalen Bildungsgipfels (#NeustartBildungJetzt) an. „Als unabhängige, gemeinnützige Stiftungsgruppe mit dem Leitbild Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung engagieren wir uns seit Jahrzehnten in verschiedenen Projekten für Chancengerechtigkeit. Aus unserer inklusiven Grundhaltung unterstützen wir den Aufruf an die Regierungschef*innen der Bundesländer und den Bundeskanzler, den dringend benötigten, grundlegenden Wandlungsprozess in der Bildung einzuleiten“, so Dr. Meike Kricke und Barbara Pampe, Vorständinnen der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.

Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft ist in den Handlungsfeldern Pädagogische Architektur, Bildung im digitalen Wandel und Inklusive ganztägige Bildung aktiv. Die Montag Stiftung Denkwerkstatt konzipiert u.a. neue Beteiligungsformate zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements und hat 2020 den unabhängigen bundesweiten Bürgerrat Bildung und Lernen ins Leben gerufen. Der Bürgerrat, in dem auch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren mitarbeiten, entwickelt über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren Empfehlungen für eine chancengerechte Bildung. Das aktuelle Programm „K/eine Chance – Vorschläge für eine gerechte Bildung“ wird Anfang Juli 2023 veröffentlicht.

Nationaler Bildungsgipfel als Auftakt zu einem kontinuierlichen Reformprozess
Nach Auffassung der Unterstützer*innen des Appells ist der geforderte Neustart in der Bildung in Form eines grundlegenden Reformprozesses notwendiger denn je. Anlässlich der letzten Sitzung der Kultusministerkonferenz vor der Sommerpause bekräftigen sie daher ihren Aufruf zu einer Initialzündung auf höchster politischer Ebene. Der Appell bleibt damit keine einmalige Aktion. Mit seiner Wiederholung soll der politische Druck aufrechterhalten werden. Unter
www.neustart-bildung-jetzt.de wurde eine neue Website aufgesetzt, die den Appell im Wortlaut, die aktuelle Liste der unterstützenden Organisationen sowie weitere Informationen bereithält.

Dass großer Handlungsbedarf in der Bildung gesehen wird, zeigen weitere Initiativen, die sich nach der erstmaligen Veröffentlichung des Appells in den vergangenen Wochen gegründet haben und die ähnliche bildungspolitische Forderungen stellen.

Für die Unterstützer*innen von #NeustartBildungJetzt steht fest, dass ein Nationaler Bildungsgipfel nur den Auftakt zu einem kontinuierlichen Dialog- und Reformprozess zwischen allen beteiligten Akteuren darstellen kann. Es gehe darum, Vertreter*innen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungspraxis, Zivilgesellschaft sowie von Eltern und Schüler*innen zusammenzubringen. Mit der Verstetigung des Appells erneuern die unterstützenden Organisationen ihr Angebot, an diesem Prozess mitzuwirken. Es gelte, jetzt gemeinsam die Weichen für ein leistungsfähigeres, begabungs- und chancengerechteres Bildungssystem zu stellen.

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Biozide im Fassadenputz: überraschende Forschungsergebnisse

Als vor einiger Zeit in Schweizer Gewässern bestimmte Substanzen
festgestellt wurden, war die Überraschung groß. Es handelte sich um
Biozide, die in der Landwirtschaft nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
Woher konnten sie kommen? Und wie wirken sie sich aus? Ein
Forschungsprojekt der Hochschule Coburg liefert neue Erkenntnisse über
Biozide in Baustoffen. Kommende Woche werden sie in Augsburg auf einer
Fachtagung präsentiert.

Etwa ein Viertel der hergestellten Biozide wird im Bausektor verwendet. In
Putz und Fassadenfarben verhindern sie, dass zum Beispiel Algen und
Bakterien als grün-braune Biofilme an der Hauswand wuchern. Das ist nicht
nur ein optisches Problem; Pilze beispielsweise können die Fassade
tatsächlich beschädigen. Dagegen wirken Chemikalien in Baustoffen
langfristig. Regen wäscht sie im Lauf der Zeit aus – und sie landen in
Boden und Gewässern. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich ein
Forschungskonsortium, an dem die Hochschule Coburg im Rahmen des Projekts
BayÖkotox unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Kalkhof arbeitet.

Wie Biozide auf Wasserlebewesen wirken, bezeichnen Forschende als
„aquatische Toxizität“. Sie ist bereits gut untersucht. Aber zu den
Effekten auf die Mikroorganismen im Boden, der so genannten
„terrestrischen Toxizität“, gibt es bisher kaum Daten. „Vor zwei Jahren
haben wir dazu einen großen Freilandversuch auf dem Parkplatz in der
Sonneberger Straße aufgebaut“, erzählt Fabienne Reiß. Sie kommt aus den
nahegelegenen Haßbergen, hat in Coburg bereits ihren Bachelor und Master
in Bioanalytik absolviert und promoviert im Projekt BayÖkotox bei Prof.
Dr. Matthias Noll. Ihre Kollegin Nadine Kiefer kommt aus der Nähe des
baden-württembergischen Reutlingen, ist Chemikerin und promoviert bei
Prof. Dr. Stefan Kalkhof. Die Bioanalytikerin und die Chemikerin ergänzen
sich, sind dankbar für die Möglichkeit, sich miteinander wissenschaftlich
auszutauschen – und menschlich aufzubauen, wenn mal was nicht läuft. „Eine
Promotion hat Höhen und Tiefen“, sagt Reiß. Kiefer berichtet: „Die
Betreuung durch die Profs ist an einer Hochschule sehr eng, das ist super.
Und die Tandem-Promotion ist wirklich cool.“

Viel Regen - viele Proben

Sobald es anfing zu regnen, wusste das Tandem: Es steht Arbeit an. Schon
wieder. „Wir haben den Freilandversuch 2021 gemacht. Dieses Jahr war sehr,
sehr … “ Reiß schaut gespielt-gequält, dann lacht sie ironisch:
„feuchtfröhlich! Wir sind fast in Baustoff-Eluaten ertrunken, wussten
nicht mehr, wo wir sie lagern können, geschweige denn, wie wir sie
analysieren, so lange alles noch stabil ist.“ Die Eluate, eine
Flüssigkeit, die für weitere Tests aufbereitet und verdünnt ist, gewann
Kiefer aus dem Regenwasser, das von der Test-Fassade lief und in
speziellen Behältern aufgefangen wurde. Die Test-Fassade bestand aus
L-Steinen aus Beton, die mit verschiedenen Prüfmustern verputzt worden
waren: mal nur im Unterputz mit Bioziden, mal auch in Oberputz und
Fassadenfarbe. Außer im Freilandversuch wurde das Auswaschungsverhalten
auch in einer „Bewitterungskammer“ im Labor ermittelt. Insgesamt 350
Proben haben die Wissenschaftlerinnen analysiert.

Chemikerin Kiefer bestimmte die Menge und Art der Biozide, die im Boden
gelandet ist und verschiedene Abbauprodukte. Dann ging es darum, wie sie
sich auf das Mikrobiom, die Gemeinschaft der Lebewesen im Boden,
auswirken. Dafür wurde untersucht, wie so genannte Standardorganismen
reagieren: Algen, Leuchtbakterien, Sedimentwürmer zum Beispiel.
Bioanalytikerin Reiß entwickelte eine Methode, um die Mikroorganismen zu
markieren. „Wir geben dem Boden den Stoff Bromdesoxyuridin zu. Er ähnelt
einem DNA-Baustein und deshalb verwenden ihn Bakterien und Pilze während
der Zellteilung als Baustein für die neu gebildete DNA.“ Auf diese Weise
konnte sie nachvollziehen, welche Zellteilung betreiben, aktiv sind,
welchen es gut geht. Kiefer nickt: „Ich hatte nicht erwartet, dass die
Organismen so sensibel reagieren und wir signifikante Effekte feststellen.
So viel kommt aus den Fassaden ja gar nicht raus – und wir hatten den
Fassadenablauf verdünnt.“

Regulierung, Baustile und Alternativen

Um für den europäischen Markt zugelassen zu werden, muss bei einem Biozid
nachgewiesen werden, dass es nicht besonders schädlich ist. Wie sich durch
die Kombination verschiedener Biozide („Co-Toxizität“) die Wirkung
möglicherweise verändert, wird mit verschiedenen Modellen simuliert.
Kiefer glich die Coburger Ergebnisse mit den Modellierungen ab, die für
die Zulassung solcher Stoffe eingesetzt werden. Sie entwickelte ein Setup
zur experimentellen Validierung, überprüfte spezifische Einflussparameter,
kombinierte Modelle und kam zu einem eindeutigen Schluss: „Aktuelle
Abschätzungsverfahren spiegeln die realen Effekte nicht wider. Für eine
fundierte Gefährdungsbeurteilung für den terrestrischen Lebensraum braucht
es weitere Studien.“
Grundsätzlich liefern Daten aus der ökotoxikologischen Forschung
Entscheidungsgrundlagen für die Frage, wo eine stärkere Regulierung im
Umgang mit solchen Substanzen nötig ist. „Es gibt biozidfreie
Alternativen, rein mineralische Putze zum Beispiel“, sagt Kiefer. Reiß
zuckt die Schultern: „So wie früher.“ Problematisch sei auch die
derzeitige Bauweise: „Jeder möchte diese eckigen Häuser, clean und gerade
im Bezug auf die Biozide ist das der worst case. Man kann sich nicht
vorstellen, wie sehr ein Dachüberstand die Auswaschung reduziert!“ Kiefer
ergänzt, dass auch begrünte Fassaden nicht nur für die Klimabilanz,
sondern auch für die Fassade selbst positiv sind. „Aber solche
Alternativen sind teurer und den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern
ist gar nicht bewusst, dass biozide Verfahren eingesetzt werden.“

Forschungsstand wird auf Fachtagung in Augsburg präsentiert

Das Projekt BayÖkotox wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt
und Verbruacherschutz gefördert. Das Landesamt für Umwelt (LfU) sammelt
und koordiniert die Daten und Ergebnisse von Forschungsgruppen, die sich
in verschiedenen Bereichen damit beschäftigen, wie sich Stoffe auf die
Umwelt auswirken. Die beiden Coburger Promotionen werden in Kooperation
mit den Universitäten Leipzig und Bayreuth durchgeführt. In einem weiteren
Projekt befassen sich Coburger Wissenschaftler:innen ebenfalls mit dem
Thema: „OMiBiB“ steht für „Optimierung und Minimierung des Biozideinsatzes
in Baustoffen“ und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst gefördert. Die Erkenntnisse beider Projekte werden bei der
Biozid-Fachtagung am Donnerstag, 29., und Freitag, 30. Juni in Augsburg
vorgestellt. Die Tagung wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und dem
Institut für Bioanalytik der Hochschule Coburg organisiert. Unter dem
Motto „Biozide in Baumaterialien – von wissenschaftlicher Erkenntnis zu
praktischen Handlungsmöglichkeiten“ geben nationale und internationale
Expert:innen einen Überblick über die Themenschwerpunkte Einsatz,
Freisetzung, Bewertung und Vermeidung von Bioziden in Baukomponenten.

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