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Innovationen für nachhaltigere Produkte: Forschung rät Unternehmen, Kritik aus Feedback-Apps zu nutzen

Unternehmen, die Produkte im Dialog mit der Kundschaft
umweltfreundlicher gestalten, können Wettbewerbsvorteile erzielen

► Apps wie „ToxFox“, „ReplacePlastic“ oder „Replace PalmOil“ bündeln
Anregungen für nachhaltigere Inhaltsstoffe und Verpackungen

► Eine Checkliste des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
hilft Unternehmen, Feedback der Kundschaft in die Produktentwicklung
einzubinden

Berlin, 22. Juni 2023 – Ob ein Produkt Palmöl enthält oder in
Einwegplastik verpackt ist, obliegt der unternehmerischen Freiheit. Doch
immer mehr Kund*innen wünschen sich nachhaltige Produkte im Einkaufskorb.
Mit Apps von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen können sie
Herstellern direkt Feedback geben. Unternehmen sollten dies als Chance
betrachten, betonen Forschende vom Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW). Sie zeigen in einem vom Bundesministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Leitfaden, wie Unternehmen
konstruktiv mit Verbraucher*innen-Apps umgehen können – um ihre
Kommunikation zu verbessern und nachhaltige Trends frühzeitig
aufzugreifen.

Drei verschiedene Feedback-Apps hat das IÖW im Forschungsprojekt SDGpro
untersucht – „Replace PalmOil“, „ReplacePlastic“ und „ToxFox“ – anhand von
Onlinebefragungen sowie Interviews und Workshops mit Unternehmen und App-
Betreibern. Der Gefahrstoff-Check „ToxFox“ vom Bund für Umwelt- und
Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit über zwei Millionen Downloads die
bekannteste der drei Apps. Verbraucher*innen scannen damit den Barcode
etwa von Spielwaren oder Kosmetika und erhalten Informationen über
verwendete Chemikalien. Falls gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe
enthalten sind, können Nutzer*innen mit wenig Aufwand einen
Verbesserungswunsch abschicken.

Unternehmen können Kritik für ihre Produktentwicklung nutzen

„Hersteller sollten die Apps von Umwelt- und Verbraucherorganisationen
nicht als lästige Kritik missverstehen“, rät der Ökonom Frieder Rubik,
Experte für nachhaltige Produktpolitik am IÖW. „Vielmehr können sie die
Apps produktiv nutzen: Sie können den Kundendialog stärken und ihre
Markterhebungen quasi kostenlos ergänzen, um Verschiebungen in der
Nachfrage frühzeitig wahrzunehmen. Die gesammelten Änderungswünsche und
das Fachwissen der App-Betreiber unterstützen Hersteller außerdem dabei,
nachhaltige Trends in ihrer Branche zu setzen.“

Die Forschenden ermutigen Unternehmen, stärker mit den App-Betreibern
zusammenzuarbeiten. Denn diese können mit ihrem Fachwissen und mit dem
Draht zur Kundschaft dabei helfen, Produkte nachhaltiger und damit
zukunftsorientierter zu gestalten. Neben Herstellern können auch Händler
das Feedback nutzen: „Wenn eine starke Nachfrage nach Alternativen
deutlich wird, bietet das eine gute Argumentationsbasis, um auch
Lieferanten für nachhaltige Produktinnovationen zu sensibilisieren“, so
Rubik.

Leitfaden für konstruktiven Umgang mit Feedback der Kundschaft

Mit dem Leitfaden „Nachhaltig innovativ durch Kundschaftsfeedback“
unterstützt das IÖW Unternehmen dabei, Apps optimal in interne Abläufe zu
integrieren. Zunächst wird erklärt, wie die Apps funktionieren und wie
sich zivilgesellschaftliche Organisationen damit für Umwelt- und
Gesundheitsstandards einsetzen. Schritt für Schritt zeigen die Forschenden
dann, wie Unternehmen die Apps zu ihrem Vorteil nutzen können.

„Um Verbesserungsvorschläge aufzugreifen und damit Trends für nachhaltige
Produkte zu setzen, muss das Feedback die richtigen Abteilungen erreichen.
Ein konstruktiver Umgang mit den Apps sollte daher Teil der
Unternehmensstrategie sein“, empfiehlt Rubik. Er schlägt vor, eine
Ansprechperson festzulegen, die mit den App-Betreibern im Austausch steht
und den internen Prozess abteilungsübergreifend koordiniert.

Auch für den Kundenkontakt und die Außenwahrnehmung bieten die Apps
Chancen: „Hersteller können selbst Informationen in die Apps einpflegen:
Sie können begründen, warum sie bestimmte Materialien einsetzen und über
Verbesserungen informieren“, so Rubik.

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Weiterführende Informationen:

► Leitfaden für Unternehmen: Rubik, Frieder; Wiesemann, Eva (2023):
Nachhaltig innovativ durch Kundschaftsfeedback. Wie Unternehmen
Verbraucher*innen-Apps in der Produktentwicklung einbinden können
https://www.ioew.de/publikation/nachhaltig_innovativ_durch_kundschaftsfeedback

► Studie: Rubik, Frieder; Wiesemann, Eva (2023): Zivilgesellschaftliche
Impulse und Einflüsse auf die Produktentwicklung
Vollständiger Bericht:
https://www.ioew.de/publikation/zivilgesellschaftliche_impulse_und_einfluesse_auf_die_produktentwicklung_1
Kurzfassung:
https://www.ioew.de/publikation/kurzfassung_zivilgesellschaftliche_impulse_und_einfluesse_auf_die_produktentwicklung

► Projekt: Zivilgesellschaftliche Feedbackschleifen als Impulse für eine
nachhaltige Produktentwicklung – Ein Projekt zum Verbraucherschutz im
Dienst der UN-Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals (SDGpro),
im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
https://www.ioew.de/projekt/zivilgesellschaftliche_feedbackschleifen_als_impulse_fuer_eine_nachhaltige_produktentwicklung

► Die untersuchten Apps: ToxFox https://www.bund-naturschutz.de
/oekologisch-leben/einkaufen/toxfox | ReplacePlastic
https://www.replaceplastic.de/ | Replace PalmOil
https://www.replacepalmoil.de/

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Strangpressprofile: Eine Übersicht über verschiedene Metalle und Legierungen

Strangpressprofile Symbolbild
Strangpressprofile Symbolbild

Beim Strangpressen handelt es sich um ein vielseitiges Fertigungsverfahren, das in zahlreichen Branchen Anwendung findet. Eine wesentliche Komponente dieses Prozesses sind die Materialien, die verwendet werden. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf verschiedene Metalle und Legierungen, die für das Strangpressen geeignet sind. Wir werden uns daher mit den Einsatzmöglichkeiten von Strangpressprofilen, ihren Vorteilen und Nachhaltigkeitsaspekten befassen.


Einsatzmöglichkeiten von Strangpressprofilen


Die Einsatzmöglichkeiten von Strangpressprofilen erstrecken sich über eine breite Palette von Branchen und Anwendungen. Im Automobilsektor werden sie zur Herstellung von Karosserieteilen, Fahrzeugrahmen und Innenverkleidungen eingesetzt, wodurch Gewichtseinsparungen und verbesserte Kraftstoffeffizienz erzielt werden. Im Bauwesen dienen Strangpressprofile als tragende Strukturen für Fenster, Türen, Fassaden und Dachsysteme, wodurch architektonische Gestaltungsmöglichkeiten erweitert und die Haltbarkeit erhöht werden. In der Luft- und Raumfahrtindustrie finden sie Anwendung bei der Konstruktion von Flugzeugflügeln, Landeklappen und Raumfahrzeugen, wobei Festigkeit, Leichtbauweise und Präzision entscheidend sind.

Darüber hinaus bieten Strangpressprofile Einsatzmöglichkeiten in vielen weiteren Bereichen. In der Elektronikindustrie werden sie für Gehäuse, Kühlkörper und Stromschienen verwendet, während sie in der Möbelbranche für Tischgestelle, Regale und Schränke eingesetzt werden. Im Energiesektor sind sie in Solarmodulen, Windturbinen und Energiespeichersystemen verbaut. Sogar im Sport- und Freizeitbereich werden Strangpressprofile für die Herstellung von Fahrradrahmen, Skistöcken und Geländern für Sportanlagen genutzt.


Vorteile von Strangpressprofilen


Strangpressprofile bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Fertigungsverfahren. Erstens ermöglicht das Strangpressen die Herstellung von komplexen Formen mit hoher Präzision. Durch die Verwendung von Matrizen können Profile mit unterschiedlichen Querschnitten und Abmessungen erzeugt werden. Zweitens weisen Strangpressprofile eine hohe Festigkeit auf, was sie ideal für Anwendungen mit hohen Belastungen macht. Drittens bieten sie ein hervorragendes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht, was zu Gewichtseinsparungen führt. Dies ist besonders wichtig in Branchen wie der Automobil- und Luftfahrtindustrie, in denen Leichtbaukonzepte eine große Rolle spielen.

Die Vielseitigkeit von Strangpressprofilen ermöglicht es, nahezu jede gewünschte Form und Größe zu erreichen, angepasst an die spezifischen Anforderungen jeder Branche und Anwendung. Ihre Leichtigkeit, Festigkeit und Flexibilität machen sie zu einer bevorzugten Wahl für innovative Lösungen in verschiedenen Industriezweigen.


Materialien für das Strangpressen


Eine Vielzahl von Metallen und Legierungen eignet sich für das Strangpressen. Zu den häufig verwendeten Materialien gehören Aluminium, Stahl und Kupfer. Jedes Material bietet spezifische Eigenschaften und Vorteile, die den Anforderungen verschiedener Branchen und Anwendungen gerecht werden.


Aluminium


Aluminium ist das am häufigsten verwendete Material für das Strangpressen aufgrund seiner herausragenden Eigenschaften. Es bietet eine ausgezeichnete Kombination aus Festigkeit, Leichtigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Aluminiumstrangpressprofile finden in einer Vielzahl von Branchen Anwendung, einschließlich Transport, Bauwesen, Elektronik und vielen anderen. Im Automobilsektor werden Aluminiumprofile für Karosserieteile, Rahmen und Innenverkleidungen eingesetzt, um das Fahrzeuggewicht zu reduzieren und die Kraftstoffeffizienz zu verbessern. Im Bauwesen dienen sie als robuste und dennoch leichte Strukturen für Fenster, Türen und Fassaden.

Zudem ist Aluminium ein vollständig recycelbares Material, was zu seiner Nachhaltigkeit beiträgt. Das Recycling von Aluminium erfordert nur etwa 5 Prozent der Energie im Vergleich zur Primärproduktion, was zu erheblichen Einsparungen an Ressourcen und CO2-Emissionen führt. Strangpressprofile aus Alu bieten somit eine ideale Kombination aus Leistung, Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit.
Stahl
Obwohl Aluminium weit verbreitet ist, findet auch Stahl Anwendung in diesem Verfahren. Strangpressprofile aus Stahl zeichnen sich durch ihre hohe Festigkeit und Haltbarkeit aus, wodurch sie in Anwendungen eingesetzt werden können, die eine erhöhte Belastbarkeit erfordern. Im Bauwesen dienen Stahlprofile als tragende Strukturen für Brücken, Gebäude und industrielle Anlagen. Im Maschinenbau finden sie Verwendung für Komponenten, die extremen Kräften und Vibrationen ausgesetzt sind.

Stahl ist im Vergleich zu Aluminium schwerer und weniger korrosionsbeständig, bietet aber eine ausgezeichnete mechanische Festigkeit und Robustheit, wodurch es eine zuverlässige Option für anspruchsvolle Anwendungen darstellt – im Bauwesen für tragende Strukturen oder im Maschinenbau. Allerdings ist Stahl im Vergleich zu Aluminium schwerer und weniger korrosionsbeständig.


Kupfer und Kupferlegierungen


Kupfer und Kupferlegierungen werden aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften und Vorteile ebenfalls häufig im Strangpressverfahren verwendet. Kupferstrangpressprofile zeichnen sich durch ihre exzellente elektrische Leitfähigkeit aus, weshalb sie in der Elektronikindustrie für Stromschienen, Kühlkörper und andere elektrische Komponenten eingesetzt werden.

Darüber hinaus bieten Kupferlegierungen eine hohe Wärmeleitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit, wodurch sie in Anwendungen wie Klimaanlagen, Heizsystemen und anderen thermischen Anwendungen eingesetzt werden können. Die Verwendung von Kupfer und Kupferlegierungen ermöglicht eine effiziente Energieübertragung und eine hervorragende Wärmeableitung, was zu einer verbesserten Leistung und Effizienz in vielen Bereichen führt.


Sonderlegierungen


Neben den gängigen Metallen werden auch Sonderlegierungen für das Strangpressen verwendet. Diese Legierungen enthalten spezielle Zusatzstoffe, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung von Magnesiumlegierungen, die eine hohe Festigkeit und Leichtigkeit bieten. Diese werden oft in der Automobilindustrie eingesetzt, um das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren und die Kraftstoffeffizienz zu verbessern. Nickellegierungen werden hingegen in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, wo hohe Temperaturen und Korrosionsbeständigkeit gefordert sind. Sonderlegierungen erweitern die Anwendungsmöglichkeiten des Strangpressens und ermöglichen maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Anforderungen.
Kunststoffe und Verbundwerkstoffe
Obwohl das Strangpressen traditionell mit Metallen in Verbindung gebracht wird, kann es auch auf Kunststoffe und Verbundwerkstoffe angewendet werden. Durch die Verwendung von Kunststoffen wie PVC, Polyethylen und Polypropylen können leichte und kostengünstige Profile für Anwendungen wie Fensterrahmen, Möbel und Verpackungen hergestellt werden.

Bei Verbundwerkstoffen werden Metallprofile mit Faserverstärkungen wie Glasfasern oder Kohlenstofffasern kombiniert, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen. Diese Art von Profilen findet in der Luftfahrt, im Automobilbau und in anderen Hochleistungsanwendungen Verwendung. Die Erweiterung des Strangpressens auf Kunststoffe und Verbundwerkstoffe eröffnet neue Möglichkeiten für leichtere und vielseitigere Konstruktionen.
Nachhaltigkeit beim Strangpressen
Das Strangpressen von Metallen und Legierungen bietet auch Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit. Erstens ist Aluminium ein hoch recycelbares Material. Das Recycling von Aluminium erfordert nur etwa 5 Prozent der Energie, die für die Primärproduktion benötigt wird, und führt zu erheblichen CO2-Einsparungen. Zweitens kann das Strangpressen selbst als energieeffizientes Verfahren betrachtet werden, da die Erwärmung des Materials und der Druck auf das Werkstück präzise gesteuert werden können. Darüber hinaus ermöglicht die lange Lebensdauer von Strangpressprofilen in vielen Anwendungen eine bessere Nutzung der Ressourcen.
Fazit: Die Verwendungsmöglichkeiten von Strangpressprofilen
Das Strangpressen ist ein vielseitiges Fertigungsverfahren, das die Herstellung von Profilen aus verschiedenen Metallen und Legierungen ermöglicht. Aluminium, Stahl und Kupfer sind einige der häufig verwendeten Materialien. Strangpressprofile bieten zahlreiche Vorteile, darunter komplexe Formgebung, hohe Festigkeit und geringes Gewicht. Sie finden in verschiedenen Branchen Anwendung, von der Automobilindustrie über das Bauwesen bis hin zur Luft- und Raumfahrt. Darüber hinaus ist das Strangpressen ein nachhaltiges Verfahren, insbesondere wenn recycelbare Materialien wie Aluminium verwendet werden.

Durch die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Langlebigkeit der Profile leistet das Strangpressen einen Beitrag zur Umweltfreundlichkeit. Insgesamt ist das Strangpressen eine wichtige Technologie, die eine breite Palette von

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ifaa stellt neues Weiterbildungsangebot zu Künstlicher Intelligenz vor

Heute und morgen treffen beim Personalmanagementkongress in Berlin mehr
als 1.400 HR-Expertinnen und -Experten zusammen. Sebastian Terstegen,
wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft präsentiert das neue ifaa-Weiterbildungsangebot „KI
erkennen, bewerten und einführen – Kriterien und Aspekte der
Arbeitsgestaltung“. Neben den Grundlagen der KI und den Kriterien der
Arbeitsgestaltung erfahren die Teilnehmenden konkrete Lösungsansätze für
den Change-Prozess, wenn eine KI-Anwendung im Unternehmen entwickelt oder
eingeführt werden soll. Mehr Informationen dazu: www.enaible-seminar.de

Warum ist Künstliche Intelligenz auch fürs Personalmanagement wichtig?

Der rasante Fortschritt bei der Entwicklung von KI resultierte in den
vergangenen Jahren in einer Vielzahl an KI-Anwendungen, die in Unternehmen
eingesetzt werden. Im Personalmanagement gibt es mittlerweile KI-Software
für eine ganze Reihe von Kernprozessen: In der Personalkostenplanung
können z.B. Lohn- und Gehaltsentwicklungen mithilfe KI-gestützter
Simulationen geplant werden. KI unterstützt den
Personalbeschaffungsprozess, indem sie Lebensläufe automatisiert einliest
und Rankings erstellt und sogar den Schriftwechsel mit Bewerberinnen und
Bewerbern automatisiert durchführen kann. In der Personaleinsatzplanung
kann KI komplexe Schicht- oder Dienstpläne berechnen, die besondere
Wünsche der Beschäftigten sowie Bedarfe des Unternehmens hinsichtlich
eines flexiblen Einsatzes berücksichtigen.

KI beeinflusst die Arbeit

Im Unterschied zu anderen Technologien wie Maschinen oder Roboter können
wir KI nicht sehen. Sie verrichtet ihre Arbeit unsichtbar verpackt in
technischen Geräten. Das macht den Zugang und das Verständnis zu dieser
neuen Technologie so schwierig. Das neue Seminar versetzt Teilnehmer in
die  Lage, die Entwicklungen, die mit KI zusammenhängen, zu erkennen, ihre
Chancen und Gefahren wahrzunehmen und KI menschengerecht und
wirtschaftlich im Unternehmen zu gestalten und zu nutzen.

ifaa-Weiterbildungsangebot „KI erkennen, bewerten und einführen“

Das Seminar ist ein niedrigschwelliger Einstieg zum Thema KI. Es richtet
sich an Fach- und Führungskräfte in allen Unternehmensbereichen. Neben den
Grundlagen der KI und den Kriterien der Arbeitsgestaltung erfahren die
Teilnehmenden konkrete Lösungsansätze für den Change-Prozess, wenn eine
KI-Anwendung im Unternehmen entwickelt oder eingeführt werden soll. Das
Seminar wird ab sofort dauerhaft vom ifaa angeboten. Mehr Informationen
erhalten Sie beim PMK 2023 in Berlin (www.pmk2023.de) oder auf der Website
des ifaa: www.enaible-seminar.de

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Tierversuche erfolgreich reduzieren: Das 3R-Prinzip in der Erforschung von Fischen

Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) nutzen
verstärkt Zellkulturen, um Rückschlüsse auf die Folgen des Klimawandels zu
ziehen

Laut der Tierversuchsstatistik werden Fische nach Mäusen als die
zweithäufigste Tiergruppe in der Forschung verwendet. Sie spielen eine
wichtige Rolle in der Aquakultur und dienen auch als Modelltiere in
verschiedenen Forschungsbereichen.

„Die Anwendung des 3R-Prinzips bedeutet Tierversuche zu reduzieren, zu
verfeinern und zu ersetzen, um ethische Standards zu verbessern und den
Einsatz von Tieren zu minimieren“, erläutert PD Dr. Bianka Grunow,
Leiterin der Arbeitsgruppe „Wachstumsphysiologie der Fische“ am
Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf. Eine
aktuelle Zustandsbewertung und Möglichkeiten zur Verbesserung des
Fischwohls im Tierversuch wurde im Mai im Reviews in Fish Biology and
Fisheries* veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe „Wachstumsphysiologie der Fische“ am FBN konzentriert
sich daher auf drei Kernthemen, bei denen das 3R-Prinzip im Mittelpunkt
steht: Die Analyse des Fischfilets, um Rückschlüsse auf die Qualität und
die Gesundheit der Tiere ziehen zu können; die Entwicklung von
Fischlarven, um Haltungsmethoden zu verbessern; und die Erforschung von
Zellkultursystemen von Fischen. Während die ersten beiden
Forschungsbereiche vor allem das Wohl der Tiere in Aquakultursystemen im
Blick haben, zielt die Untersuchung von Zellkultursystemen darauf ab,
Tierversuche an Fischen zu ersetzen und damit die Zahl der Tierversuche zu
reduzieren.

Reduzieren, Verfeinern, Ersetzen - Ein Gewinn für Wissenschaft und
Wirtschaft

Durch die Anwendung von Zellkultursystemen, die bereits in der
Humanforschung Standard sind, sind viele herkömmliche Tierversuche in der
Fischforschung überflüssig. Dieser Ansatz bietet nicht nur ethische
Vorteile, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten zur Verbesserung der
Effizienz der Forschung und zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und
der Umweltauswirkungen. Die Verringerung, Verbesserung und der Ersatz von
Tierversuchen werden zunehmend in der Forschung, aber auch in Politik und
Gesellschaft diskutiert.
„Obwohl Fische nicht über die gleiche Ausdrucksweise wie Säugetiere
verfügen, ist es angesichts der hohen Anzahl an Fischen in Versuchen umso
entscheidender, diese Wirbeltiergruppe grundlegend zu verstehen", betont
PD Dr. Bianka Grunow. Durch die Anwendung des 3R-Prinzips sowie den
Einsatz moderner Technologien und innovativer Forschungsmethoden können
Wissenschaftler zukünftig zunehmend komplexe Fragestellungen bearbeiten,
ohne auf eine große Anzahl von Versuchstieren zurückgreifen zu müssen.

Untersuchung von Zellkulturen ermöglicht Erkenntnisse über den Klimawandel

Die Untersuchung von Zellkulturen ermöglicht auch grundlegende
Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels. „Durch die
Herstellung von Zellkulturen aus Fischgewebe und die Untersuchung der
Zellen auf physiologischer Basis können wir beispielsweise Rückschlüsse
auf die Auswirkungen steigender Wassertemperaturen oder verringerten
Sauerstoffgehalts ziehen - und das ohne den Einsatz von Tieren“, erklärt
PD Dr. Bianka Grunow. Die steigenden Temperaturen beeinflussen
insbesondere in Flachwassergebieten, wie im Küstenbereich, die
Überlebensfähigkeit der Fische und vor allem der Fischlarven. Zudem sind
die Mengen an Schadstoffen in Küstengewässern höher. Die gewonnenen
Erkenntnisse aus der Untersuchung von Zellkulturen können sowohl in der
Aquakulturindustrie als auch für weitere ökotoxikologische Fragestellungen
in der Forschung genutzt werden.

*Originalpublikation:
Status assessment and opportunities for improving fish welfare in animal
experimental research according to the 3R-Guidelines
Reviews in Fish Biology and Fisheries, Published: 12 May 2023
<https://doi.org/10.1007/s11160-023-09781-8>
<https://doi.org/10.3390/toxics9110286>

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