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Fit für Managementaufgaben: Fernstudium Unternehmensführung MBA

Jetzt zum Info-Webmeeting an der GSRN anmelden

Die Graduate School Rhein-Neckar (GSRN), eine 100%ige Tochter der
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft (HWG) Ludwigshafen, informiert
am Dienstag, den 13. Juni 2023 ab 17 Uhr alle Fernstudieninteressierten
über den berufsbegleitenden Fernstudiengang Unternehmensführung mit MBA-
Abschluss. Studiengangsleiter Prof. Dr. Elmar Günther und Programm
Managerin Sophia Richter stellen die Zugangsvoraussetzungen,
Studieninhalte, Abläufe und Organisation des Studiums vor und beantworten
auch individuelle Fragen. Alle Interessierten werden um Voranmeldung per
Mail an Frau Richter unter <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> gebeten und erhalten
anschließend einen Zugangslink zum Online-Meeting. Die Teilnahme ist
kostenfrei und unverbindlich. Wer zu diesem Termin keine Zeit hat, hat am
Dienstag, den 11. Juli 2023 unter den gleichen Kontaktdaten eine weitere
Möglichkeit, sich über das Fernstudienangebot zu informieren.

Herausforderungen qualifiziert begegnen
Das Fernstudium Unternehmensführung MBA vermittelt den Studierenden
berufsbegleitend in vier Semestern das erforderliche Wissen, um komplexen
Herausforderungen in allen Managementbereichen eines Unternehmens zu
begegnen. Die Schwerpunkte des Studienangebots liegen auf den Themen
Unternehmensführung, Digitale Transformation, Leadership und
Nachhaltigkeit. Angesprochen sind Hochschulabsolventinnen und -absolventen
aller Fachrichtungen mit mindestens einjähriger Berufserfahrung nach dem
Erststudium. In Rheinland-Pfalz können auch beruflich Qualifizierte ohne
Erststudium, aber mit mehrjähriger, einschlägiger und qualifizierter
Berufserfahrung im Unternehmensbereich über eine Eignungsprüfung zum
Studium zugelassen werden. Der Studiengang ist akkreditiert und schließt
mit dem international anerkannten Grad Master of Business Administration
(MBA) ab. Wer keinen MBA-Abschluss anstrebt, sondern sich gezielt in
einzelnen Bereichen weiterqualifizieren möchte, hat die Möglichkeit,
einzelne Module zu belegen und mit einem Hochschulzertifikat
abzuschließen.

Die HWG Ludwigshafen und die GSRN bieten den Fernstudiengang in
Kooperation mit dem zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund in
Koblenz an. Beim zfh können sich Interessierte online bis zum 15. Juli für
das kommende Wintersemester 2023 anmelden unter <www.zfh.de/anmeldung>.

Weitere Informationen zum Studiengang unter:
<https://gsrn.de/unternehmensfuehrung>
und <www.zfh.de/mba/unternehmensfuehrung>

Über das zfh
Das zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund bildet gemeinsam mit
21 staatlichen Hochschulen den zfh-Hochschulverbund. Das zfh ist eine
wissenschaftliche Institution des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in
Koblenz und basiert auf einem 1998 ratifizierten Staatsvertrag der
Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Neben den 15
Hochschulen dieser drei Bundesländer haben sich weitere Hochschulen aus
Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein
dem Verbund angeschlossen. Das erfahrene Team des zfh fördert und
unterstützt die Hochschulen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer
Fernstudienangebote. Mit einem Repertoire von über 100 berufsbegleitenden
Fernstudienangeboten in wirtschaftswissenschaftlichen,
technischen/naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen
Fachrichtungen ist der zfh-Verbund bundesweit größter staatlicher Anbieter
von Fernstudiengängen an Hochschulen mit akkreditiertem Abschluss. Alle
zfh-Fernstudiengänge mit dem akademischen Ziel des Bachelor- oder
Masterabschlusses sind von den Akkreditierungsagenturen ACQUIN, AHPGS,
ASIIN, AQAS, FIBAA bzw. ZEvA zertifiziert und somit international
anerkannt. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen besteht auch ein
umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmodulen mit Hochschulzertifikat.
Derzeit sind 6.575 Fernstudierende an den Hochschulen des zfh-Verbunds
eingeschrieben.

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Moritz Schularick startet als Präsident des IfW Kiel

Professor Moritz Schularick tritt morgen sein Amt als Präsident des Kiel
Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) an. Es endet damit die
Interimszeit, in der die wissenschaftliche Leitung in den Händen der
Professoren Holger Görg und Stefan Kooths lag. Der 47-Jährige ist ein
international renommierter Ökonom, der sich in seiner Forschung unter
anderem mit globalen Finanzmärkten und Fragen ökonomischer Ungleichheit
befasst.

Schularick machte zu seinem Start deutlich, dass der Ausbau des
internationalen wissenschaftlichen Renommees des Instituts und die
Beratung der Politik zu geoökonomischen Fragen strategische Schwerpunkte
der kommenden Jahre sein werden. „Ich freue mich auf den Start in Kiel und
danke der Landesregierung Schleswig-Holstein, der Christian-Albrechts-
Universität zu Kiel (CAU) sowie den Gremien des Instituts, die meine
Berufung unterstützt und meine Entwicklungspläne für das Institut mit
großer Offenheit aufgenommen haben. Ich finde ein hervorragend
aufgestelltes Institut vor, das ich nun gemeinsam mit den Kolleginnen und
Kollegen in eine nächste Entwicklungsphase führen möchte. Wir werden
unsere Präsenz in Berlin ausbauen und wollen unsere Anziehungskraft auf
exzellentes Forschungspersonal stärken. Die Zahl der Professuren am
Institut wird sich dafür deutlich erhöhen. Inhaltlich werden wir einen
Schwerpunkt darauf legen, die ökonomischen Effekte der sich verändernden
geopolitischen Lage zu untersuchen und der Politik Lösungsvorschläge
anzubieten.“

Staatssekretär Guido Wendt, der Vorsitzende des Stiftungsrates des
Instituts, bezeichnete Moritz Schularick als ideale Besetzung für die
wissenschaftliche Leitung des Hauses: „Professor Schularick übernimmt zu
einem sehr passenden Zeitpunkt das Präsidentenamt am IfW Kiel. In dieser
Phase geopolitischer Umbrüche brauchen wir Fachleute wie ihn, die mit
internationalem wissenschaftlichen Expertenwissen ökonomische Konsequenzen
erforschen und erläutern können. Wir freuen uns darauf, dass der
Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein und auch dessen Sichtbarkeit in
Berlin gestärkt werden.“

Verbunden mit der Präsidentschaft des IfW Kiel ist für Moritz Schularick
der Ruf zum Professor für Volkswirtschaftslehre an der CAU.

Über Moritz Schularick
Moritz Schularick, Jahrgang 1975, war zuletzt Professor für Makroökonomie
an der Universität Bonn, Direktor des dortigen MacroFinance Labs und
Professor an Sciences Po (Paris). Darüber hinaus ist er Mitglied des
Exzellenz-Clusters ECONtribute sowie ordentliches Mitglied der Berlin-
Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Academia Europea. Zuvor
forschte er unter anderem an der New York University, der University of
Cambridge, der Freien Universität Berlin und in der Forschungsabteilung
der Federal Reserve Bank of New York. Er ist Preisträger des Leibniz-
Preises 2022, Deutschlands wichtigstem Forschungspreis, der von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft vergeben wird. Im Jahr 2018 erhielt er
den Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik, die wichtigste
Auszeichnung deutscher Volkswirte. Er ist Herausgeber der wichtigsten
europäischen Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, „Economic Policy“.

In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit Finanzmärkten
und Vermögenspreisen, Fragen der monetären Makroökonomie und mit den
Ursachen von Finanzkrisen und ökonomischer Ungleichheit. Er berät
regelmäßig Zentralbanken, Finanzministerien, Investoren und internationale
Organisationen.

Ein Portraitfoto von Professor Schularick finden Sie unter diesem Link:
https://cloud.ifw-kiel.de/s/wXNXRKo42L5gn2N. Seine Website finden Sie
hier: https://www.moritzschularick.com/.

Für Informationen aus erster Hand: Folgen Sie Moritz Schularick auf
Twitter https://twitter.com/MSchularick

Über das Kiel Institut für Weltwirtschaft
Das IfW Kiel versteht sich als das Forschungsinstitut für
Globalisierungsfragen in Deutschland. Seine Forscherinnen und Forscher
untersuchen die Triebkräfte und Folgen internationaler wirtschaftlicher
Aktivität, der Integration und Desintegration globaler Märkte sowie
Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns in offenen
Volkswirtschaften. Das Institut sieht seine Aufgabe darin,
weltwirtschaftliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und
umsetzbare Lösungsansätze zu entwickeln, die mit offenen Märkten und
Wettbewerb vereinbar sind und den Lebensstandard aller Menschen im Blick
haben. Rund 170 Beschäftigte, darunter 100 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler, arbeiten am IfW Kiel. Das Jahresbudget beträgt rund 15,5
Millionen Euro (2022). Die Grundfinanzierung wird vor allem vom Bund und
dem Land Schleswig-Holstein getragen. Hinzu kommen eingeworbene
Drittmittel für Forschungsvorhaben und Projekte. Den neuen zweiköpfigen
Vorstand bilden nun der Präsident als wissenschaftlicher Leiter und Birgit
Austen, die Geschäftsführende Administrative Direktorin.

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Tag der Organspende: Bundesweit stehen zu wenig Spenderherzen zur Verfügung

In Deutschland gibt es statistisch pro eine Millionen Einwohner nur zehn
Organspender. Über die Hälfte aller Patientinnen und Patienten, die auf
ein neues Spenderherz warten, können nicht versorgt werden. Am 3. Juni ist
der internationale Tag der Organspende. Herzmedizinische
Fachgesellschaften nehmen diesen zum Anlass, um auf das wichtige Thema
aufmerksam zu machen und fordern ein Umdenken in der Bundesrepublik.

Düsseldorf/Berlin, 31. Mai 2023 – Trotz aller Fortschritte in der Herz-
Kreislauf-Medizin bietet die Transplantation eines neuen Herzens für viele
schwer Erkrankte die einzige Überlebenschance. „Wegen des anhaltenden
Mangels an Spenderherzen sind die Aussichten, ein geeignetes Spenderorgan
zu erhalten, für viele Patientinnen und Patienten aber sehr gering“,
erklärt Prof. Dr. Volkmar Falk, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). „Für Menschen mit schwerer,
nicht umkehrbarer Herzinsuffizienz im Endstadium ist jedoch die
Herztransplantation die einzige Aussicht auf langfristiges Überleben.“

Ohne Spenderherz lebt man mit Herzschwäche nur noch rund fünf Jahre

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer Eins
in Deutschland. Eine der schwersten und tödlichsten Herzerkrankungen ist
dabei die Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Der Herzmuskel
schafft hier nicht mehr, genügend Blut durch den Körper zu pumpen.
Erkrankte bekommen bei mittleren oder kleinen Anstrengungen u.a. Luftnot
oder Schwindel und sind im Alltagsleben eingeschränkt. „Zwar wurde die
Herzschwäche durch Fortschritte in der Forschung in den letzten
Jahrzehnten immer besser behandelbar, dennoch liegt die
Überlebenswahrscheinlichkeit nach der Diagnose nur bei rund fünf Jahren“,
sagt Prof. Dr. Holger Thiele, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK). Die einzige
langfristige Therapie für ausgewählte Patienten mit unumkehrbarer
Herzinsuffizienz im Endstadium ist eine Transplantation. „Die Prognose für
Herztransplantierte ist sehr gut: Etwa 60 Prozent leben zehn Jahre und
länger mit einem Spenderherzen. Organspenden heißt Leben retten und
Lebenszeit schenken,“ betont DGTHG-Präsident Falk.

Für das menschliche Herz gibt es aktuell keinen vollwertigen künstlichen
Ersatz. Implantierbare Kreislaufpumpen zur Unterstützung der Pumpfunktion
des Herzkammermuskels, sogenannte Ventricular Assist Devices (VAD), sind
damit momentan die einzige längerfristige Therapie, wenn andere
Behandlungsoptionen limitiert sind und kein Spenderherz zur Verfügung
steht. Patientinnen und Patienten können mit einem permanenten VAD
jahrelang, meistens mit nur geringen Einschränkungen, leben. Diese
Therapie dient heutzutage entweder als Überbrückung der Wartezeit bis zur
Herztransplantation oder sogar als dauerhafte Alternative zur
Transplantation, wenn diese aus medizinischen Gründen nicht indiziert ist.

Regelung in Deutschland erschwert Organtransplantationen

Auf eine Million Deutsche kommen derzeit nur gut zehn Organspender.
Aktuell gilt in Deutschland die Willensbekundung. Das bedeutet, wer nach
seinem Tod anderen Menschen durch die Organspende das Leben retten will,
muss dies vorher ausdrücklich schriftlich dokumentieren; idealerweise
durch den Organspendeausweis (erhältlich u.a. beim Hausarzt, in Apotheken
und unter https://www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-
bestellen/
www.organspende-info.de).
Wenn kein Organspendeausweis vorliegt, werden meist die Angehörigen um
Erlaubnis gefragt, ob die lebensrettenden Organe entnommen werden dürfen.
„Leider besteht bei den Angehörigen oft Unsicherheit darüber, wie der oder
die Verstorbene entschieden hätte. Deshalb entscheiden sich viele
vorsichtshalber dagegen. Daher ist es wichtig, dass sich jeder selbst
einmal über das Thema Gedanken macht und sich eine eigene Meinung bildet“,
meint DGK-Präsident Thiele.

Widerspruchslösung wäre die menschlichere Variante

In vielen europäischen Ländern gilt bereits die Widerspruchslösung. Dabei
sind potenziell alle Menschen grundsätzlich Organspenderinnen und
-spender, es sei denn, sie haben sich zu Lebzeiten ausdrücklich dagegen
entschieden. Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach plädierte
im Januar 2023 bereits dafür, über die Einführung der Widerspruchslösung
in Deutschland erneut abstimmen zu lassen. Eine erste Abstimmung im Jahr
2020 war gescheitert.

Thiele: „Die Nationale Herz-Allianz (https://herzmedizin.de/nationale-
herz-kreislauf-strategie.html
) unterstützt das Vorhaben von Prof.
Lauterbach, die Widerspruchslösung in Deutschland zu etablieren. Es ist
die wesentlich menschlichere Lösung, denn sie stellt das Leben in den
Vordergrund des Denkens und nicht den Tod. Jedes gespendete Organ ist ein
potenzieller Neuanfang für ein schwerkrankes Kind, oder eine Mutter oder
einen Vater, die vielleicht sonst keine Chance auf Überleben hätten.“

Weiterführende Informationen zur Organspende und Herzgesundheit unter

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) https://shop.bzga.de
/alle-kategorien/organspende/
Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) https://dso.de/
Herzmedizin.de https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-
interessierte.html

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Kostenexplosion im Gesundheitssystem

Die Entwicklung der Arzneimittelausgaben in Deutschland kennt seit Jahren
nur eine Richtung: aufwärts. Dabei ist es bislang weitgehend ungeklärt,
wer die Hauptverursacher der Kostenexplosion sind und auch, wie sich die
Mehrausgaben auf lange Sicht entwickeln werden. Eine neue Studie der WHU –
Otto Beisheim School of Management und der Hochschule Aalen hat sich nun
genau mit diesen Fragen befasst. Die verschiedenen Projektionen für das
Jahr 2060 zeigen, dass die Arzneimittelausgaben voraussichtlich weiter
drastisch steigen werden und die Politik zügig handeln sollte, um die
Kostensteigerung einzudämmen.

Die Kosten für Behandlungen und Arzneimittel im Gesundheitswesen steigen
in Deutschland und anderen Industrienationen seit Jahren rasant. Die
Gründe dafür sind unterschiedlich: Menschen werden immer älter, der
medizinische Fortschritt ermöglicht komplexere Behandlungsmethoden und
Risikogruppen benötigen zahlreiche teure und neue Medikamente. All diese
Faktoren sind Kostentreiber, dennoch sind die Ausgaben je nach Patienten-
und Risikogruppe extrem ungleich verteilt.

Die individuellen Ausgaben pro Patient gehen stark auseinander

Die Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherungen für 2022 zeigen, dass
die verschiedenen Quellen der Kostensteigerung im Gesundheitssystem
unterschiedlich stark ins Gewicht fallen. So stiegen die Ausgaben für
Arzneimittel beispielsweise um 5,5 % pro Kopf an, was den mit Abstand
größten Kostensprung verursachte. Aber auch die Pro-Kopf-Ausgaben für die
stationäre Behandlung (3,2 %), zahnärztliche Behandlung (2,9 %) und die
ambulante Behandlung (1,9 %) sorgten für Kostensteigerungen.

Jedoch zeigen die Zahlen der Krankenkassen auch, dass die individuellen
Gesundheitsausgaben von Patienten extrem unterschiedlich ausfallen. Für
das Prozent der Versicherten, welches die höchsten Kosten verursacht,
werden 20 % der Mittel der Gesundheitsversorgung ausgeben, für die
teuersten 10 % bereits mehr als die Hälfte. Betrachtet man nur die
Ausgaben für Medikamente, klafft die Schere sogar noch weiter auseinander
– und sie geht immer weiter auf. Bislang existieren jedoch kaum Studien,
die sich auf die Entwicklung der mittel- und langfristigen
Arzneimittelausgaben konzentrieren.

Was die Arzneimittelausgaben treibt

Für politische Entscheidungsträger und die Gesellschaft ist es von
Interesse, zu erkennen, wie der Medikamentenkonsum sich in
unterschiedlichen Patientengruppen entwickelt. Sich bei der Analyse der
Kostensteigerungen von Arzneimittelausgaben allein auf das Geschlecht und
Alter der Patienten zu fokussieren, greift zu kurz. Besonders relevant
dagegen ist die kleine Gruppe von Hochrisikopatienten, bei der sich die
steigenden Ausgaben stark konzentrieren.

Schon die Modellierung eines Basisszenarios, welches ein gleichmäßiges
Wachstum der Arzneimittelausgaben in den kommenden Jahren annimmt, geht
von einer Kostensteigerung von 40 % zwischen den Jahren 2019 bis 2060 aus.
Andere Szenarien sind dabei noch deutlich pessimistischer. Wird die
bisherige Ausgabenentwicklung für Hochrisikopatienten in der Modellierung
berücksichtigt, werden die 40-prozentigen Mehrausgaben für Medikamente
schon 2040 erreicht, bis 2060 könnten sich die Arzneimittelausgaben mehr
als verdoppeln. Geht man von einem Szenario aus, in dem der
Alterungsprozess besonders teuer wird, also besonders Menschen in der
Hochrisikogruppe stetig älter werden, könnten die Arzneimittelausgaben pro
Kopf bis 2060 sogar um bis zu 150 % steigen.

Welche der Projektionen auch immer zutreffen mag, die Ausgaben für
Medikamente werden in den kommenden Jahrzehnten weiterhin drastisch
ansteigen. Während andere demografische Faktoren vernachlässigbar sind,
hängt die zukünftige Kostensteigerung vor allem von der Kostenentwicklung
bei Medikamenten in den verschiedenen Risikogruppen ab und davon, ob auch
die Hochrisikogruppen von einer steigenden Lebenserwartung profitieren.

Wie kann die Politik die Arzneimittelausgaben im Griff behalten?

Da die Gesundheitsausgaben in den OECD-Ländern mittlerweile jährlich
schneller steigen als das jeweilige Bruttoinlandsprodukt, sollten
Politiker wissen, woher die Kostensteigerung kommt – von den erhöhten
Arzneimittelausgaben für Hochrisikogruppen, bei denen besonders
kostspielige, neue Medikamente (insbesondere bei der Krebstherapie) zum
Einsatz kommen. Daher sollten politische Entscheidungsträger die aktuell
wohlwollende Bewertung neuer Medikamente für seltene Erkrankungen und die
großzügige Preiserstattung überdenken, um die Kosten im Gesundheitssektor
unter Kontrolle zu behalten. Es empfiehlt sich, die Erstattung neu
zugelassener Medikamente im hochpreisigen Segment auf europäischer Eben zu
regeln und damit auch günstiger zu machen. Um die Medikamente bei der
Preisgestaltung angemessen zu beurteilen, sollte ihr tatsächlicher Nutzen
für Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten strenger überprüft
werden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Hagist, Professor für Volkswirtschaftslehre und
Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der WHU –
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Originalpublikation:
Hofbauer‑Milan, V./Fetzer, S./Hagist, C. (2023): How to Predict Drug
Expenditure: A Markov Model Approach with Risk Classes, in:
PharmacoEconomics (2023). https://doi.org/10.1007/s40273-023-01240-3

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