Deshalb lieben wir (Oster-)Schokolade
Das Osternest war in vielen Haushalten auch in diesem Jahr prall gefüllt.
Mit Ostereiern aber auch mit jeder Menge süßen Versuchungen. Allen voran,
ein entzückend aussehendes, langohriges Wesen, verpackt in funkelnder
Folie. Da kann kaum einer widerstehen! Warum ist das so? Professor Dr.
Bianca Müller von der SRH Fernhochschule – The Mobile University - hat
Antworten.
Die Osterfeiertage liegen hinter uns. Die Ferien sind jetzt rum und manch
einer bedient sich noch einmal großzügig an kleinen Schokoladen-
Marienkäfern, hübschen Schoko-Eiern, gefüllt mit Likör oder Nougat und
nascht vielleicht auch noch ein Stück vom Hasen-Öhrchen. Aber nur ein ganz
kleines!
Doch dieses Vorhaben können nur die allerwenigsten Menschen umsetzen.
Einmal angefangen, verschwindet meist direkt das ganze schokoladige
Karnickel in unserem Mund. Ein Umstand, mit dem niemand allein ist. Denn
Süßwaren erfreuen sich nicht ohne Grund größter Beliebtheit.
1,2 Millionen Tonnen Schokolade wurden 2022 in Deutschland produziert
Im letzten Jahr, in dem Krieg und Inflation zu insgesamt eher
zurückhaltender Kauflust führten, mussten die deutschen
Schokoladenhersteller die Produktion laut Bundesverband der Deutschen
Süßwarenindustrie (BDSI) um 1,7 Prozent erhöhen. Das ergibt aufs Jahr
gerechnet einen Umfang von 1,2 Millionen TONNEN Schokolade. Weil sich das
niemand vorstellen kann, hier ein bildhafter Vergleich: Das ist so viel
wie 240 Elefantenherden wiegen. Oder greifbarer: Jeder Deutsche verspeist
im Jahr 9,56 Kilogramm Schokolade. Tendenz - seit Jahrzehnten - steigend.
Zusammensetzung, Geschichte, Psychologie: Deshalb können wir Schokolade
nicht widerstehen
Doch woher kommt sie, die Lust auf das leckere Langohr? Professor Dr.
Bianca Müller leitet die Studiengänge „Ernährungswissenschaft und
Prävention“ und „Lebensmittelmanagement und -technologie“ an der SRH
Fernhochschule – The Mobile University - und erklärt, warum sich niemand
schuldig fühlen muss, weil er einfach nicht die Finger von Schoko und Co.
Lassen kann: „Schokoladenosterhase oder auch Schokoladenweihnachtsmann
haben natürlich etwas mit Tradition zu tun. Es gehört zur Kultur und wird
als Teil dieser von den Eltern und Großeltern übernommen. Deshalb gehört
das für die meisten einfach dazu.“
Wieviel Süße ist ZU süß? – Eine Frage des Trainings
Müller weiter: „Neugeborene haben eine angeborene Vorliebe für Süßes – das
hat die Natur schlau eingerichtet, denn so wird sichergestellt, dass die
süße Muttermilch gemocht wird und giftige und unreife Lebensmittel nicht
verzehrt werden. Aber natürlich mögen auch noch viele Erwachsene den süßen
Geschmack. Auch das zartschmelzende Mundgefühl der Schokolade wird als
angenehm empfunden. Übrigens: Menschen die seltener süß essen, empfinden
Schokolade häufig als ZU süß. Man kann das eigene Süßempfinden also durch
eine entsprechende Ernährung durchaus beeinflussen!“
Stimmungsaufhellende Substanzen in der Schokolade machen glücklich
Doch nicht nur Gewohnheit und geschmackliche Vorlieben spielen eine Rolle.
Professor Dr. Bianca Müller ergänzt: „Natürlich wissen wir alle, dass
Schokolade aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht gerade gesund ist.
Viele sagen aber auch „Schokolade macht glücklich“. Lassen Sie uns einmal
überlegen, ob das an den Inhaltsstoffen liegen könnte…! Allein die
Energiezufuhr hat bereits eine positive Wirkung auf unseren emotionalen
Zustand – der Körper verdaut, wir entspannen uns und die Stimmung hebt
sich. Außerdem enthält Schokolade pharmakologisch wirksame,
stimmungsaufhellende Substanzen wie etwa Theobromin. Auch die Aminosäure
Tryptophan ist enthalten – aus Tryptophan wird im Körper das Glückshormon
Serotonin synthetisiert. All das reicht aber nicht aus, um die positive
Wirkung der Schokolade zu erklären. Eine größere Rolle spielen
psychologische Aspekte: Viele Menschen nutzen Schokolade zur Befriedigung
emotionaler Bedürfnisse und setzen die Süßigkeit beispielsweise ein, um
sich selbst zu belohnen, zu trösten oder abzulenken.“
Die Expertin fasst zusammen, dass alles in allem nichts gegen den
Schokohasen spricht. Traditionen zu pflegen sei wichtig und süße Extras
durchaus erlaubt. Vor allem, wenn man die Zeit nach dem Genuss mit
Bewegung, wie zum Beispiel einem Spaziergang, verbindet.
Ein Fernstudium für noch mehr AHA!-Effekte
Damit hätten wir nicht nur eine gute Ausrede, sondern eine höchst
wissenschaftliche, fundierte Erklärung für unsere Lust auf das süße
Häschen. Diese und weitere Erkenntnisse zum Thema Ernährungswissenschaften
erhalten Sie im Studiengang Ernährungswissenschaft und Prävention der SRH
Fernhochschule - The Mobile University. Und bis dahin machen Sie sich kein
schlechtes Gewissen mehr wegen des geplünderten Osternestes.
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