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„re:publica“ – Fachkräfte auf die Arbeit der Zukunft vorbereiten

BIBB präsentiert vom 5. bis 7. Juni in Berlin Innovationen für eine
nachhaltige und digitale berufliche Bildung.

Was kann Berufsbildung leisten, um Fachkräfte auf die Herausforderungen
der Zu-kunft vorzubereiten? Gemeinsam mit Auszubildenden, Ausbildenden und
Expert/-innen präsentiert das BIBB gelungene Praxisbeispiele innovativer
Berufsbildung vom 5. bis 7. Juni auf dem Digitalfestival „re:publica“ in
Berlin.

Wie wird die Transformation zur Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung des
technologischen Wandels und digitaler Möglichkeiten in einer komplexen
Welt gelingen?
Was kann insbesondere die Berufsbildung tun angesichts von
Dekarbonisierung, Digitalisierung und demographischem Wandel? Und welche
Wege sind zu gehen, um Fachkräfte angemessen auf die Zukunft
vorzubereiten?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt auf dem Digitalfestival
„re:publica“ vom 5. bis 7. Juni in Berlin das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB), vertreten mit der Zentralstelle der Bundesregierung
für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET), der Initiative
Klischeefrei, dem Innovationswettbewerb INVITE, dem Projekt Kompetenzen
für die digitale Arbeitswelt (KoDiA) sowie dem Deutsch-Israelischen
Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung. Besucher/-innen und
Medienvertreter/-innen sind herzlich eingeladen, sich am BIBB-Stand zu
informieren.

Disruptive und kontinuierliche Veränderungen führen zu neuen Berufsrollen,
sich wandelnden Bedarfen in Berufsfeldern und modernisierten
Ausbildungsberufen. Als nationales Kompetenzzentrum für die berufliche
Aus- und Weiterbildung in Deutschland begleitet das BIBB diese Prozesse
durch Forschung, Politikberatung, Pilotprojekte und die Weiterentwicklung
der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Auf diese Weise soll die
Qualifizierung von Fachkräften zukunftsfähig werden.

Der vom BIBB initiierte „Lightning Talk“ am 6. Juni ab 11:15 Uhr unter dem
Titel „Let's co-create! Selbstbestimmtes Lernen und Arbeiten durch
berufliche Bildung“ wird verdeutlichen: Berufliche Aus- und Weiterbildung
ist attraktiver, wenn Lernende ihre Lernpfade mitgestalten können.
Ausgangspunkt sind der Innovationswettbewerb INVITE und das Projekt KoDiA,
das im Rahmen des dtec.bw – Zentrum für Digitalisierungs- und
Technologieforschung der Bundeswehr mit Mitteln des EU-Programms
NextGenerationEU gefördert wird.

Im Anschluss daran geht es am 6. Juni ab 11:45 Uhr im „Lightning Talk“ der
Initiative Klischeefrei um das Thema „Cash in der Täsch.
Geschlechterklischees, Berufswahl und die finanziellen Folgen“. Gezeigt
wird, dass Geschlechterklischees noch immer einen maßgeblichen Einfluss
auf die Berufswahl haben und den weiteren Verlauf des (Erwerbs-) Lebens
beeinflussen.

GOVET im BIBB bringt darüber hinaus am 5. Juni ab 15 Uhr die
internationale Dimension der Berufsbildung in den Dialog mit den
Besucherinnen und Besuchern der „re:publica“ ein. Gefördert vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), sprechen
Forscher/-innen aus Südafrika im Talk „Just Transition – Skills for South
Africa’s socio-ecological transformation“ über Strategien für den
industriellen Wandel und ein integratives Wirtschaftswachstum in der
Region.

Am BIBB-Stand präsentieren Auszubildende, Ausbildende und Expertinnen und
Experten interaktiv weitere gelungene Praxisbeispiele innovativer
Berufsbildung. Dazu gehören unter anderem:

•       Du bist nicht meine Blutgruppe: Mit Biolaborant/-innen die eigene
Blutgruppe bestimmen
•       Hightech in Bewegung – Ausbildung in Not: Was ist nötig, um die
Attraktivität der beruflichen Bildung in den Mikro- und Nanotechnologien
zu erhöhen?
•       APOLLO: Der digitale Reisebegleiter für die individuelle,
lebenslange Lernreise, der Kompetenzen von Nutzer/-innen erfasst und
passende Lernangebote ausspielt
•       Auf dem Weg zum „New Normal“? Wie bereitet die Berufsbildung
Auszubildende auf die sich wandelnde Arbeitswelt und die Tätigkeit im
Homeoffice vor?
•       Sozialwissenschaftliche Umfragen und Big Data: Forscher/-innen des
BIBB diskutieren, wie Sozialwissenschaften und Informatik kooperieren
müssen, um die Lücke zwischen Big Data und traditionellen Daten in der
Forschung zu schließen
•       Info-Häppchen aus dem Deutsch-Israelischen Programm: Ein leicht
verdauliches Quiz zur Start-up- und Innovation-Nation Israel,
Informationen zum Azubi-Austausch und den Expert/-innen-Aufenthalten

Alle Programmhighlights im Detail finden Sie in unserem Internetangebot
unter
<www.bibb.de/rp23> und auf Twitter unter dem Hashtag #bibbrp23.

Die „re:publica“ ist eine seit 2007 jährlich in Berlin stattfindende
national und
international ausgerichtete Konferenz zum gesellschaftlichen Umgang mit
Internet und
Digitalisierung. Das Motto lautet in diesem Jahr „CASH“.

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Forscher und Forstpraxis helfen gemeinsam dem Gelben Frauenschuh

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gab den
Startschuss zu einem besseren Verständnis und Schutz des Gelben
Frauenschuhs (Cypripedium calceolus) in Bayerns Wäldern. Gemeinsam mit
Botanik-Wissenschaftlern, Artenschutz-Experten, Bayerische Staatsforsten
und anderen Vertretern der Forstlichen Praxis fand hierzu in Freising ein
gemeinsamer Auftaktworkshop statt. Die gemäß FFH-Richtlinie streng
geschützte Waldorchidee gehört zu den imposantesten Orchideen-Arten der
europäischen Flora. Sie gilt europa- und deutschlandweit als gefährdet.

Als erfahrene Wissenschaftler und Vegetationskunde-Experten referierten
beim Auftaktworkshop Dr. Andreas Hemp von der Universität Bayreuth und
Prof. Dr. Stefan Brunzel von der Fachhochschule Erfurt. Außerdem waren
Mitarbeiter der Unteren Natur-schutzbehörden Freising und Erding sowie
Forstexperten aus ganz Bayern geladen. „So können wir eine Fülle von
Erfahrungen im Umgang mit der seltenen Orchidee sammeln, diskutieren und
in den nun folgenden Schulungen an die Praktiker weitergegeben“, betont
Christine Franz von der Abteilung „Biodiversität und Naturschutz“ der LWF.

Im Rahmen der Europäischen Biodiversitätsstrategie soll - neben einer
Vielzahl anderer seltener Tier- und Pflanzenarten - auch der Frauenschuh
bis 2030 in einen besseren Erhaltungszustand gebracht werden. Dafür sind
viel Wissen und Erfahrung nötig. Denn die Ansprüche der Orchidee sind
komplex. Sie wächst in halblichten Wäldern, benötigt kalkhaltige Böden,
zur Bestäubung Sandbienen und für die Keimung und Nährstoffversorgung
bestimmte Mykorrhizapilze als Partner.

Um Försterinnen und Förster beim Management der Frauenschuhvorkommen in
den Wäldern zu unterstützen, wird die Bayerische Forstverwaltung zusammen
mit den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) in den nächsten Jahren gezielte
Schulungen zum Schutz des Europäischen Frauenschuhs anbieten.

Im Rahmen des Workshops fand auch eine Exkursion zu den
Frauenschuhvorkommen in den Isar-Auwäldern des Forstbetriebes Freising
statt, wo über Management-Maßnahmen zur Erhaltung der wertvollen
Orichideenbestände diskutiert wurde. Die Exkursion begleitete Julia
Königer von der Unteren Naturschutzbehörde Freising, die ein
Auspflanzungsprojekt bei Oberhummel betreut und Natalie Kolb, Försterin
der Bayerischen Staatsforsten, verantwortlich für die Pflege der
Frauenschuh-Vorkommen im Auwald zwischen Freising und Moosburg.

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»Silicon Economy« erobert die Praxis

Mit einer Förderung von rund 10 Millionen Euro vom Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMDV) startet das Großforschungsprojekt »Silicon
Economy« in die nächste Phase. Das Open-Source-Betriebssystem der Logistik
für die Plattformökonomie der Zukunft nimmt weiter Gestalt an und findet
nun seinen Weg in die Industrie, zu KMU und zu Start-ups.

Im Konsortium »Silicon Economy« forscht das Fraunhofer-Institut für
Materialfluss und Logistik IML gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für
Software und Systemtechnik ISST und verschiedenen Lehrstühlen der
Technischen Universität Dortmund seit Mai 2023 an neuen Themen für Open-
Source-Logistik und stellt alle Ergebnisse frei zur Nutzung bereit.
Während in der ersten Forschungsphase zahlreiche Soft- und
Hardwarekomponenten entwickelt wurden, steht nun die Anwendung im Fokus.
Dabei sollen die erforschten Open-Source-Komponenten in Unternehmen
getestet werden, um logistische Prozesse durchgängig zu digitalisieren. In
der neuen Förderphase werden bestimmte Komponenten noch weiter entwickelt
und vernetzt: elektronische Frachtbeförderungsinformationen, Digitale
Zwillinge für die Logistik und Plattformen für smarte Logistikprozesse.

»Das Forschungsprojekt Silicon Economy hat in den vergangenen drei Jahren
eindrucksvoll gezeigt, welche Potenziale konkrete Anwendungen wie Open-
Source-Entwicklungen und Technologien wie Künstliche Intelligenz für eine
effiziente und nachhaltige digitale Logistik haben. Diese können nun
Industrieunternehmen und KMU im Pilotbetrieb testen. Eine Open-Source-
basierte Plattformentwicklung für Frachtbeförderungsinformationen und eine
digitale Anbindung von Behörden für den Kontrollfall soll die Effizienz
und Digitalisierung des Güterverkehrs weiter voranbringen. Für die
Logistikdaten werden neue Nutzungen ermöglicht und eine Plattform für
Wirtschaftsakteure geschaffen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag,
um die deutsche Logistikbranche weiterhin fest in der Weltspitze zu
verankern«, unterstreicht Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales
und Verkehr.

Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des
Fraunhofer IML, betont: »In der Silicon Economy laufen wir gemeinsam mit
großen Schritten auf ein Linux für die Logistik zu. Mit der Open Logistics
Foundation haben wir eine Umgebung geschaffen, die Schnittstellen und
Basisprozesse vereint und allen anwendbar und offen zur Verfügung stellt.
Nun geht es vor allem darum, Open Source Communities und
Entwicklergemeinschaften aufzubauen und gemeinsam Basisdienste und
Standards zu schaffen. Die Zeit der Alleingänge ist vorbei – wir werden
die Potenziale von KI, Digitalem Kontinuum und Silicon Economy nur mit
einer gemeinsamen, offenen Basis heben können.«

In dem bis Ende 2024 laufenden Projekt werden die bisherigen Ergebnisse
und Open-Source-Komponenten ergänzt. Dabei entwickeln die Forschenden eine
Referenzimplementierung einer Plattform und eines sogenannten Gateways als
Schnittstelle zu den beteiligten Behörden zur Umsetzung der Verordnung zu
elektronischen Frachtbeförderungsinformationen (eFTI). So wird Unternehmen
ermöglicht, Transportinformationen nicht nur anderen Unternehmen in der
Lieferkette, sondern im Kontrollfall auch Behörden digital
bereitzustellen. Diese durchgängige Digitalisierung der Logistik leistet
einen wesentlichen Beitrag zu Datensicherheit, Effizienz und
Nachhaltigkeit.

Das Großforschungsprojekt Silicon Economy startete im Mai 2020. Die erste
Förderphase lief über drei Jahre und wurde vom BMDV mit rund 25 Millionen
Euro gefördert. Ab Mai 2023 startet die zweite Förderphase mit 10
Millionen Euro bis Ende 2024. Die kostenfreie Nutzung der veröffentlichten
Komponenten aus dem Projekt im Repository der gemeinnützigen Open
Logistics Foundation ermöglicht eine schnelle industrielle Verwertung.
Seit April 2022 werden regelmäßig neue Open-Source-Komponenten
veröffentlicht, die von allen Interessierten frei genutzt werden können.

Übersicht der bislang veröffentlichten Komponenten

Sämtliche Komponenten werden unter der freien »Open Logistics Foundation
License« veröffentlicht, die das europäische Haftungs- und Urheberrecht
berücksichtigt. Die Komponenten werden auch über den Mobility Data Space
zugänglich gemacht.

Zum Repository der Open Logistics Foundation:
https://git.openlogisticsfoundation.org/silicon-economy

Zum Mobility Data Space: https://mobility-dataspace.eu/de

Zu den veröffentlichten Komponenten zählen beispielsweise:
•       ein Service zur Erzeugung, Speicherung und Weitergabe von
digitalen Frachtbriefen (e-CMR) in menschen- und maschinenlesbarem Format.
•       Weitere Komponenten bieten u. a. Lösungen zur Integration von IoT-
Geräten und der Aufbereitung von Daten für die Nutzung durch andere
Dienste sowie zur Digitalisierung von Einfuhrprozessen in der Luftfracht-
Frischelogistik.
•       Die Softwarebibliothek der »IDS Integration Toolbox« vereinfacht
darüber hinaus die Integration von Komponenten für die International Data
Spaces (IDS) in IT-Systeme. Davon profitieren vor allem kleine und
mittlere Unternehmen: Sie sind nicht mehr auf Spezialisten mit besonderen
Kenntnissen des IDS-Referenzarchitekturmodells angewiesen, um sich mit den
sicheren Datenräumen zu verbinden.

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Antworten auf Herausforderungen von Verkehr und Logistik des urbanen Raums

Frankfurt UAS feiert fünfjähriges Bestehen des Research Lab for Urban
Transport (ReLUT)

Das Research Lab for Urban Transport (ReLUT) feierte im Mai 2023 sein
fünfjähriges Bestehen. Die Frankfurt University of Applied Sciences
(Frankfurt UAS) bündelt hier ihre Expertise auf dem Gebiet Mobilität und
Logistik. Das ReLUT hat sich in nur fünf Jahren als eines der wichtigsten
forschungsstarken Institute der Frankfurt UAS etabliert, das Themengebiet
an der Hochschule maßgeblich geprägt und den Schwerpunkt auf
Herausforderungen von Verkehr und Logistik des urbanen Raums gelegt. In 60
drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten konnten knapp 9,6 Millionen
Euro (Stand Mai 2023) eingeworben werden. Beispielsweise wurden Projekte
zur letzten Meile des Wirtschaftsverkehrs, zum Personenverkehr sowie große
Datenanalysen durchgeführt.

„Anwendungsorientierte Forschung zeichnet unsere Hochschule aus. Durch
Einrichtungen wie das ReLUT gelingt es uns, dringend benötigte
Erkenntnisse zur Bewältigung der drängenden Zukunftsfragen in die Praxis
zu transferieren. Der Klimawandel, der demografische Wandel sowie die
Komplexität von Lieferketten fordern uns heraus, Mobilität und Logistik
neu zu denken und zu gestalten. Als Hochschule für Angewandte
Wissenschaften sind wir stolz darauf, dass unsere Forschung zum Gelingen
der gemeinsamen Zukunft beiträgt“, betont Prof. Dr. Susanne Rägle,
Vizepräsidentin für Forschung, Weiterbildung und Transfer der Frankfurt
UAS. Zudem zeichne Interdisziplinarität das ReLUT aus und ermögliche es,
kreative Ansätze zu entwickeln, indem die Probleme umfassend betrachtet
und bearbeitet werden. So gelänge Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen
– ökologisch, ökonomisch und sozial. Das sei eine Besonderheit der
Forschung an der Frankfurt UAS.

Ursprung und neues Direktorium
Ursprünglich als Forschungslabor Wirtschaftsverkehr von Prof. Dr.-Ing.
Petra K. Schäfer (Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik),
Prof. Dr. Tobias Hagen und Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke (beide Fachbereich
Wirtschaft und Recht) gegründet, erfolgte am 28. Mai 2018 mit der
Bescheidübergabe der ersten Förderung die Gründung des ReLUT. Die
Forschung konnte damit interdisziplinär gebündelt und ausgebaut werden,
sodass auch höherwertige und länger laufende Folgeprojekte beantragt
werden konnten. Durch die Zusammenarbeit der beteiligten Fachbereiche
wurde der Themenfokus über den Wirtschaftsverkehr hinaus auf
Herausforderungen des urbanen Raums im Hinblick auf Verkehr und Logistik
erweitert. Darüber hinaus konnten die Stiftungsprofessur „Radverkehr“ des
Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMVI) akquiriert und das
Promotionsrecht im Bereich „Mobilität und Logistik“ erreicht werden. Nach
der Wahl zum Präsidenten der Hochschule hat Schocke das ReLUT-Direktorium
verlassen. Neben Schäfer und Hagen ergänzen Prof. Dr. Anne Lange und Prof.
Dr.-Ing. Dennis Knese (Inhaber der Professur Radverkehr) das Direktorium
fortan.

Neue Disziplinen erweitern Perspektive
Neben den Disziplinen Verkehrsplanung und Logistik vereint das ReLUT
inzwischen umfangreiche Kompetenzen: Stadtplanung, Sozialwissenschaft,
Data Science, Informatik und Künstliche Intelligenz (KI), Geoinformation,
Rechtswissenschaft, Fahrzeugtechnik sowie Wirtschaftswissenschaften. Die
Expertise des Teams wird durch die Zusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Partnern aus Wissenschaft und Praxis ergänzt. Dadurch
werden Fragestellungen zu Verkehr und Logistik weltweit untersucht und
Lösungen entwickelt, die die Lebensqualität in Städten und dem Umland, im
In- und Ausland verbessern.

Beispielhafte Forschungsprojekte
Das Projekt „start2park – Parksuche erfassen, verstehen und
prognostizieren“ analysiert die Parkplatzsuche und entwickelt
Lösungsansätze. Über die start2park-App wird erstmals die Parkplatzsuche
von Autofahrerinnen und Autofahrern detailliert aufgezeichnet. Anhand der
bereits erhobenen und noch zu erhebenden Daten soll aufgezeigt werden, ob
Parksuchverkehr ein über- oder unterschätztes Phänomen ist und wie
Kommunen durch Parkraummanagement und Verkehrsplanung den Parksuchverkehr
reduzieren können. Ziel ist es zudem, dass Navi-Apps zukünftig auch die
Parksuchzeit vorhersagen können, um so einen realistischeren
Vergleichswert gegenüber anderen Mobilitätsangeboten zu haben. Denn
oftmals gibt die prognostizierte Wegzeit der favorisierten Navigationsapp
den Ausschlag dafür, welches Verkehrsmittel eine Person wählt.
Die LastMileTram-Projekte befassten sich am Beispiel der Stadt Frankfurt
am Main mit der Belieferung der Innenstadt durch Integration des
Schienennetzes. Der Fokus lag hierbei auf der Paketzustellung mit der
Straßenbahn. In einem ersten Projekt wurde mithilfe eines Pilotversuchs
die technische Machbarkeit dieses Zustellprozesses untersucht. Eine
anschließende Standortanalyse untersuchte das Straßenbahnnetz hinsichtlich
geeigneter Stationen zum Ein-, Aus- und Umladen. Abschließend erfolgte
eine Simulation eines großflächigen Einsatzes einer Lastentram für den
urbanen Transport von Gütern.
Das Projekt NaTourHuKi, in dem Expertinnen und Experten aus den Bereichen
Verkehrs- und Landschaftsplanung und Tourismus sowie aus kommunalen bzw.
regionalen Institutionen an einem nachhaltigen Tourismuskonzept für Hanau
und den westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises arbeiten, ist ein Beispiel
transdisziplinärer Zusammenarbeit. Durch die bereits vorhandene Anbindung
des Kreises an das Regionalbahnnetz zeigt sich das Potenzial für eine
umweltfreundliche Anreise ins Kinzigtal.
Auch akute Themen stehen auf der Agenda des ReLUT: So wurde im Sommer 2021
zeitnah eine Befragung von Pendlerinnen und Pendlern zu den Auswirkungen
der Sperrung der Salzbachtalbrücke an der A66 durchgeführt. Die
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Mobilität und den Lieferverkehr
wurden in den Sommern 2020 und 2021 anhand einer eigenen repräsentativen
Panel-Erhebung sowie existierender Daten untersucht. Dabei wurden die
möglichen kurz- und langfristigen Effekte sichtbar gemacht. Bestandteil
der Studie war es auch zu untersuchen, welche Konsequenzen Impfvorgaben im
Hinblick auf die Nutzung des ÖPNV haben und wie das Einkaufsverhalten
durch die Pandemie beeinflusst wurde.

Wissenstransfer
Wissenstransfer leistet das ReLUT vor allem mit der Ausrichtung von
Veranstaltungen: Forschungsergebnisse wurden auf dem achtmal jährlich
stattfindenden FAN@HOLM, der jährlichen internationalen Urban Transport
Conference und der mit der Fraport AG durchgeführten Veranstaltung
Mobilität2100 vorgestellt. „Diese Vernetzungsveranstaltungen und
Austauschformate sind sowohl für die Praxis als auch für die Wissenschaft
wertvoll. Der gegenseitige Austausch beflügelt Ideen und Innovationen und
gibt der Praxis neue Impulse für eine erfolgreiche Umsetzung von frischen
Modellen und Konzepten in Bereichen der Logistik und Mobilität“, hebt
Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS, ehemaliges
Mitglied des ReLUT-Direktoriums und Mitbegründer der Urban Transport
Conference, hervor.

Neue hochschulinterne Partner, Mitarbeitende und Räumlichkeiten
Das hochschulinterne Netzwerk des ReLUT konnte in den letzten Jahren durch
neue Forschungsprojekte erweitert werden. Zahlreiche Professorinnen und
Professoren konnten mit Projekten ins ReLUT aufgenommen werden. Sie
befassen sich mit Themen wie Schienenverkehrswesen, Radverkehr, Recht und
Transportökonomik. Über gemeinsame Forschungsprojekte wurde auch das
Research Lab for Law and applied Technologies (ReLLaTe) mit dem ReLUT
verknüpft. Aber nicht nur professoral konnte sich das ReLUT erweitern: Zu
Beginn arbeiteten im ReLUT sechs wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen und
eine Laboringenieurin. Derzeit verzeichnet das ReLUT 16 wissenschaftliche
Mitarbeiter/-innen, eine wissenschaftliche Leitung, eine Laboringenieurin
und eine Administrativkraft sowie zehn studentische Hilfskräfte.
Wissenschaftlichen Mitarbeiter/-innen steht die Option offen, ihre Arbeit
mit einer Promotion am hochschulübergreifenden Promotionszentrum Mobilität
und Logistik zu kombinieren.
Durch das immense Wachstum und die starke Etablierung als
forschungsstarker Bereich war es auch das ReLUT, das als erste
Forschungseinrichtung der Frankfurt UAS die neuen Räumlichkeiten des House
of Science and Transfer (HoST) bezog.

Promotionszentrum Mobilität und Logistik
Dass das Promotionszentrum Mobilität und Logistik an der Frankfurt UAS
ansässig ist, hat einen guten Grund: Die Stadt Frankfurt und das Rhein-
Main-Gebiet bieten durch die Lage und als Verkehrsdrehkreuz Europas ideale
„Versuchsbedingungen“, um vertieft in diesem Bereich zu forschen. Die
Stärke im Finanz- und Wirtschaftssektor sorgt zudem für hohen
Pendlerverkehr. Zahlreiche Projekte mit Akteuren aus Wissenschaft,
Kommunen und Unternehmen resultieren aus diesem Standortvorteil. Die enge
Verzahnung mit dem ReLUT wird auch personell deutlich: Schäfer ist
Sprecherin des Promotionszentrums und Hagen Mitglied im
Promotionsausschuss.

Weitere Informationen zum ReLUT unter: <www.frankfurt-
university.de/relut>.

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