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„Schönheit ist effektiver“: über die Psychologie guten Designs

Warum lieben wir alte Fabrikgebäude? Was steckt hinter dem Trend zur
minimalistischen Küche? Und schwächt eine hässliche Umgebung tatsächlich
die Leistungsfähigkeit? Prof. Dr. Michael Heinrich forscht und lehrt an
der Hochschule Coburg u.a.zur psychologischen Ästhetik und erklärt, wie
Farbe und Licht, Form und Funktion sich auf Emotionen, Wohlbefinden und
Lebensqualität auswirken. Er ist einer der Gründer und Leiter des
Forschungsinstituts Mensch & Ästhetik, das an der Hochschule Coburg und
der Universität Bamberg angesiedelt ist, außerdem ist er Mentor in der
Fokusrichtung „Humanorientierte Architektur und Gestaltung /
Psychologische Ästhetik“ des Coburger Masterstudiengangs Design.

An wen richtet sich dieser Masterstudiengang?
Prof. Dr. Michael Heinrich: Wir bieten Absolventinnen und Absolventen aus
Architektur, Innenarchitektur und Produktdesign verschiedene
Vertiefungsschwerpunkte an. Dabei können Studierende einerseits ihre
angestammte Disziplin vertiefen und eine besondere Fachkompetenz stärken,
aber andererseits auch – je nach Interesse – spannende Querschnittsthemen
erforschen. Die Fokusrichtung „Humanorientierte Architektur und Gestaltung
/ Psychologische Ästhetik“ verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse über
den Menschen mit Fragen der Gestaltung. Damit führen wir Architektur und
Design enger an menschliche Wahrnehmung und an menschliches Wohlbefinden
heran.

Inwiefern hat Ästhetik Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheit?
Auch wenn wir gewohnt sind, uns als vereinzelte, relativ autonom agierende
Wesen zu sehen, bilden wir ein psychophysisches System mit unserer Umwelt.
Wir sind evolutionär darauf angelegt, alle sinnlichen Wahrnehmungen aus
dem Umfeld daraufhin zu deuten, ob sie uns gut tun oder nicht, und darauf
körperlich mit entsprechenden Handlungsbereitschaften zu reagieren. Diese
Deutung wird von biologischen, aber auch sozio-kulturellen und
biografischen Faktoren beeinflusst, aber eines ist klar: Wenn unser Gehirn
zum Schluss kommt, dass eine Umgebung nicht gut für uns ist, reagieren wir
mit Stress, und dieser Stress schwächt mittelfristig unsere
Leistungsfähigkeit und Resilienz. Schönheit ist auch aus funktionaler
Sicht effektiver als komplette ästhetische Indifferenz, wie wir sie in
vielen Lebenswelten häufig erleben müssen. Denn es gibt es viele
künstliche, gebaute Umwelten, die Wohlbefinden und Gesundheit eher
schwächen als unterstützen. Andersherum können positive ästhetische
Erfahrungen ganze Kaskaden von resilienzfördernden Prozessen in Gang
setzen.

Und solche positiven Erfahrungen lassen sich bei der Gestaltung planen?
Planen lässt sich eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für positive
Erfahrungen. Und dabei sind unsere Fakultät und das angeschlossene
Institut Mensch & Ästhetik – mit unserem wissenschaftlich gestützten
Profil zur Humanorientierung von Architektur und Gestaltung – in
Deutschland einzigartig. Unsere Studierenden lernen, durch gezielten
Einsatz von Strukturen, Formen, Räumlichkeit, Licht und Farbe die
menschlichen ästhetischen Bedürfnisse aufzugreifen und unsere Gefühle,
Reaktionen, Motivation und unser Wohlbefinden damit zu beeinflussen.

Warum lieben wir beispielsweise Musikevents in alten Fabrik- oder
Brauereigebäuden?
Wir lieben Kontraste, weil sie uns in einen meist angenehmen
Erregungszustand versetzen. Das Nebeneinander von moderner Technik und
sichtlich alter Architektur enthält eine solche kontextuelle Spannung.
Gleichzeitig erzählt uns diese Kombination etwas über die Kontinuität
menschlicher Aktivitäten und kann uns Geborgenheit und Verwurzeltsein,
damit auch Zukunftsvertrauen geben. Zusätzlich erinnert uns das Motiv der
Fabrik in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt an die rauhe
Körperlichkeit frühindustrialisierter Produktion. Das sind schon drei
große Motive, warum die Umnutzung von alten Gebäudebeständen – neben
ökologischer Nachhaltigkeit – auch ästhetisch so überaus lohnend sein
kann.

Welche Rolle spielen Faktoren wie Mode und Zeitgeist?
Mode und Zeitgeist sind Hauptströmungen des Geschmacks, in denen sich
individuelle Vorlieben durch gemeinsame kollektive Erfahrungen und
Kontexte synchronisieren. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die
Funktion von Moden und Lifestyles als Ausweis der Gruppenzugehörigkeit.
Als Angehöriger mancher Gruppen bzw. Milieus sollte man Mitglied im
Golfclub sein oder eine minimalistische Küche haben. Oder man kleidet sich
ganz in Schwarz, wie viele Architekt:innen, Regisseure oder Künstler, die
damit, quasi als Standestracht, ihren Ernst und ihre Seriosität betonen.
Prinzipiell kann jeder ästhetische Selbstausdruck einer
Gruppenzugehörigkeit dienen oder sie verhindern. Das kann jeder Mensch aus
seiner eigenen Biografie heraus nachvollziehen. Da Menschen nicht nur
Freiheit, sondern auch Regeln, Ordnung und Aufgehobenheit brauchen,
bleiben viele Leute einmal gelernten Konventionen treu. Konventionen sind
sozusagen unser unsichtbares Zuhause. Menschen kaufen also zum Beispiel
hellblaue Strampler für kleine Jungs, weil schon ihre Großeltern das getan
haben, und geben damit diese Konvention als frühe Prägung sehr nachhaltig
weiter. Die Farbe selbst ist dabei nicht so wichtig.

Welche Rolle spielt in Wirtschaft und Gesellschaft der Zusammenhang
zwischen Psychologie und Gestaltung?
Das Marketing zeigt schon seit den 1920er Jahren, wie wichtig dieser
Zusammenhang ist, und im Kommunikations- und Produktdesign gibt es
dementsprechend eine lange Tradition, Erkenntnisse der Gestaltpsychologie
für den Designprozess zu nutzen. Architektur war im 20. Jahrhundert stark
von normativen Richtungsstreits geprägt, die häufig zu ideologischer
Lagerbildung führten. Eine solche Lagerbildung neigt dazu,
differenziertere psychologische Fragestellungen als Relativismus
zurückzuweisen und stattdessen markante, politisch auffälligere
Positionierungen zu bevorzugen. Währenddessen haben sich vor allem im
englischsprachigen Ausland viele psychologisch untermauerte
Gestaltungsperspektiven herausgebildet, etwa im Health Design, die nun in
den deutschsprachigen Raum diffundieren. Junge Architekt:innen und
Gestalter:innen sehen häufig nicht mehr ein, dass sie Konventionen folgen
sollen, die weder in wissenschaftlich fundierter Humanorientierung noch in
ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit begründet sind. Wir tragen dieser
Entwicklung Rechnung, indem wir dem bestehenden Portfolio bald auch einen
Schwerpunkt im Gesundheitsbau folgen lassen. Es wird Zeit, dass
psychologisch fundierte menschliche Lebensraumgestaltung nicht mehr allein
einem konsumorientierten Marketing überlassen wird, sondern in größerem
Maßstab der Kohärenz und dem Wohlbefinden unserer Gesellschaft zur
Verfügung steht.

Wer sich für Design oder die anderen Studiengänge der Hochschule Coburg
interessiert, kann sich ab jetzt hier für das Wintersemester 2023/24
anmelden und einschreiben: www.hs-coburg.de/wunschstudienplatz

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Aufbaustart für neues Transfusions-Register Fachhochschule Dortmund leitet Verbundprojekt ReMeDi:Blut

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt rund 4,1 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsdatenbank zur Verfügung, in der zu Bluttransfusionen medizinische Daten der Empfänger*innen zusammen mit Antigeneigenschaften der erhaltenen Blutprodukte registriert werden. Das Verbundprojekt ReMeDi:Blut soll helfen, den Umgang mit der wertvollen Ressource „Blut“ zu optimieren, und eine bestmögliche Versorgung unterstützen.

 

Das gerade gestartete Projekt läuft bis Ende März 2026. Geleitet und koordiniert wird es von Prof. Dr. Britta Böckmann vom Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund. „Perspektivisch wollen wir ein deutschlandweites Register aufbauen“, kündigt sie an. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) wirken entscheidend mit. Das Projekt erfolgt in enger Kooperation mit dem Essener Institut für Transfusionsmedizin. Dorthin fließen knapp 3 Millionen Euro der Fördersumme, nach Dortmund rund 1,1 Millionen Euro.

 

Bluttransfusionen können Leben retten – sie optimal einzusetzen, ist sowohl medizinisch als auch ethisch geboten. Entscheidend ist, wie die jeweils beste Auswahl einer Blutkonserve für die Empfänger*innen gelingt. „Je besser das Blutprodukt zum Betroffenen passt und je mehr Kriterien wir vorab kennen, desto weniger Nebenwirkungen sind beispielsweise nach der Transfusion zu erwarten“, sagt Prof. Dr. Peter Horn, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Essen. „Das neue Forschungsregister wird uns helfen, den Auswahlprozess zu verbessern.“

 

Bislang existiert in Deutschland kein zentrales Register, das systematisch klinische Daten zu erfolgten Bluttransfusionen zusammenführt. Ärzt*innen und Forschende haben momentan keine Möglichkeit, jene Faktoren umfassend zu analysieren, die das klinische Ergebnis einer Bluttransfusion beeinflussen. Mit dem geplanten Register soll das innerhalb der kommenden drei Jahre möglich werden – auch dank Künstlicher Intelligenz. Diese wird den Wissenschaftler*innen helfen, Spender*innen mit seltenen Blutgruppeneigenschaften zu identifizieren und Unverträglichkeiten zu verhindern.

 

Hintergrund:

  • Die Bezeichnung ReMeDi:Blut steht für „Register für medizinische Daten und Antigeneigenschaften von Blutprodukten“.
  • Das Verbundprojekt ist Teil der Fördermaßnahme „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und eingebettet in das Aktionsfeld „Gesundheitswirtschaft im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“.

 

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Neue Ausstellung in der Albertina: Spektakuläre Funde aus historischer Büchersammlung der Annaberger Kirchenbibliothek

Die Kirchengemeinde Annaberg-Buchholz beherbergt eine historische
Büchersammlung von außerordentlicher Bedeutung. Die Ursprünge der Sammlung
reichen bis zur Gründungszeit der Stadt Annaberg im späten 15. Jahrhundert
zurück, als in der Region bedeutende Silbervorkommen entdeckt wurden. Ein
Projektteam der Universitätsbibliothek (UB) Leipzig hat in den vergangenen
Jahren intensiv diese Sammlung erforscht und dabei einmalige Neufunde zur
Kultur- und Literaturgeschichte gemacht.

Die Sonderausstellung „BUCH AUF! Zu Tage geförderte Schätze aus der
Annaberger Kirchenbibliothek“ in der Bibliotheca Albertina präsentiert vom
26. Mai bis 27. August 2023 bedeutsame Entdeckungen, rekonstruiert die
frühen Büchersammlungen vor Ort und erzählt die Geschichte der Entstehung
dieser Kirchenbibliothek in Annaberg.

Die Ausstellung nimmt ihre Besucher:innen mit auf eine Reise ins Annaberg
des 15. und 16. Jahrhunderts, als das nahegelegene Silbervorkommen des
Schreckenbergs entdeckt und abgebaut wurde. Gegründet im Jahr 1496 von
Herzog Georg von Sachsen, beherbergt die Stadt außerdem eine umfangreiche
Bibliothek, die „unter den Kirchenbibliotheken der Evangelisch-
Lutherischen Landeskirche Sachsens mit ihren rund 3.500 Titeln an Drucken
und Handschriften heraussticht“, so Prof. Dr. Thomas Fuchs, einer der vier
Ausstellungskurator:innen und Leiter des DFG-Projekts „Erschließung und
Teildigitalisierung der Kirchenbibliothek Annaberg“ an der UB Leipzig.

Drei dieser Annaberger Titel sind besonders hervorzuheben und werden neu
erschlossen der Öffentlichkeit präsentiert: Zunächst ist da das
„Annaberger Predigtexempel“, eine Kurzerzählung in deutscher Sprache. Wann
die Handschrift produziert wurde, die als Fragment entdeckt wurde, lässt
sich an den Buchstabenformen erkennen – diese weisen in die Zeit um 1200.
Aus dem heutigen Südsachsen und Ostthüringen, wie aus Gesamtsachsen, sei
bislang kein so altes Zeugnis deutscher Literatur erhalten, so Dr.
Christoph Mackert, Leiter des Handschriftenzentrums an der UB Leipzig und
Mit-Kurator der Ausstellung. Der Annaberger Neufund sei mindestens ein
halbes Jahrhundert älter als alles, was bislang an deutschsprachiger
Literatur aus diesem Raum erhalten ist.

Dann die „Windberger Psalmen“: Sie sind eine Übersetzung des lateinischen
Bibelbuchs der Psalmen, die wohl im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts
entstanden ist. Die nun entdeckten Fragmente geben wie das
‚Predigtexempel‘ einen Einblick in die Anfänge von deutschsprachiger
Literatur im heutigen Südsachen und Ostthüringen.
Schließlich „Der Papstesel“, der wohl zu den berühmtesten Holzschnitten
des Lucas Cranach gehört und Abbildung eines Wesens ist, das aus Teilen
verschiedener Tiere zusammengesetzt ist. Cranach schuf diesen Holzschnitt
im Jahr 1523 für eine Streitschrift gegen das Papsttum von Philipp
Melanchthon. Der Annaberger Fund ist einerseits ein selten erhaltenes
Beispiel für die vorreformatorische Bildpublizistik, andererseits die lang
gesuchte Bestätigung dafür, dass Cranach für seinen „Papstesel“ auf damals
kursierende Flugblätter zurückgegriffen hat.

Die Entdeckungen sind damit zum Teil älter als die Annaberger
Kirchenbibliothek selbst: Mit Gründung der Stadt wurde ab 1499 die
imposante Stadtkirche St. Anna erbaut, die eine Bibliothek für die
Geistlichen beherbergte. Fast zeitgleich wurde ein Franziskanerkloster
gegründet, um die geistlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu versorgen.
Die Franziskaner bauten eine umfangreiche Bibliothek auf, die nach der
Einführung der Reformation und der damit einhergehenden Aufhebung des
Klosters im Jahr 1540 in die Stadtkirche verlegt wurde. Weitere Sammlungen
kamen in den darauffolgenden Jahrzehnten hinzu. Die Kirchenbibliothek von
Annaberg ist damit beispielhaft für die prozesshafte Entstehungsgeschichte
und heterogene Zusammensetzung einer solchen Sammlung und schon deshalb
besonders, da sie bis heute in ihrer historischen Form nahezu geschlossen
erhalten geblieben ist.
Durch intensive Zusammenarbeit und Förderung durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft, der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des
schriftlichen Kulturguts, der Landesstelle für Bestandserhaltung in
Dresden und dem Förderverein Bibliotheca Albertina e. V. ist es nun
möglich, die Schätze der Annaberger Kirchenbibliothek sowohl für die
Wissenschaft als auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der zur Ausstellung erscheinende Katalog „BUCH AUF! Zu Tage geförderte
Schätze aus der Annaberger Kirchenbibliothek“ bietet nicht nur einen
Einblick in die Geschichte der Annaberger Kirchenbibliothek, sondern
präsentiert auf 120 Seiten herausragenden Einzelstücke der Sammlung. Die
intensive Untersuchung der Bücher durch das Projektteam der UB Leipzig
verdeutlicht, wie es zur Entstehung einer so bedeutenden Kirchenbibliothek
in Annaberg kommen konnte.

„BUCH AUF! Zu Tage geförderte Schätze aus der Annaberger
Kirchenbibliothek“ ist ein erhellender Einblick in reformatorische
Bibliothekssammlungen für sowohl geschichtsinteressierte Besucher:innen
als auch Wissenschaftler:innen. Dr. Anne Lipp, Direktorin der UB Leipzig
ist sich sicher: „Die Ausstellung gewährt einen einzigartigen Einblick in
die reiche Kultur- und Buchgeschichte der Region und wird dazu beitragen,
das kulturelle Erbe von Annaberg-Buchholz weiterhin zu bewahren und zu
erforschen.“

Kurzinfos:
Die Ausstellung „BUCH AUF! Zu Tage geförderte Schätze aus der Annaberger
Kirchenbibliothek“ ist vom 26. Mai bis 27. August 2023 täglich von 10:00
bis 18:00 Uhr in der Bibliotheca Albertina zu sehen. Der Eintritt ist
frei.

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Podiumsdiskussion „Der Osten: Alles eine Konstruktion des Westens?“ anlässlich des Deutschen Diversitytages

Die Debatte um Ost- und Westdeutschland wird aktuell (wieder einmal)
kontrovers geführt. Aber wer gilt eigentlich als ost- und wer als
westdeutsch? Ist eine Diskussion um Diversität und Antidiskriminierung im
Osten überhaupt nötig? Handelt es sich dabei um eine Art Westimport? Oder
andersherum: Ist der Osten ein eigenes Zentrum von Diversität? Kritisiert
wird eine strukturelle Benachteiligung Ostdeutscher im
Transformationsprozess seit 1989 sowie eine Stigmatisierung und Abwertung
„des Osten“ im öffentlichen Diskurs bis heute.

Ist das Bild vom „braunen Osten“ problematische Zuschreibung oder bittere
Realität? Ist es sinnvoll oder berechtigt, eine Art Opferdiskurs über „die
Ostdeutschen“ zu führen? Wie können wir angemessen über strukturelle
Benachteiligungen und Marginalisierung von Ostdeutschen sprechen – und
diese verändern? Gibt es die mitunter behauptete „Kolonisierung“ „des
Ostens“ durch „den Westen“?

Diese und weitere Fragen diskutiert BTU-Professorin Dr. Heike Radvan
unter dem Titel

„Der Osten: Alles eine Konstruktion des Westens?“
Dienstag, 30. Mai 2023, um 19 Uhr
an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg,
Zentralcampus Cottbus, Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG), Hörsaal A

mit folgenden Podiumsgästen:

Prof. Dr. Gesine Grande
Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie ist die erste Präsidentin
einer Universität mit ostdeutscher Biografie.

Prof. Dr. Patrice Poutrus
Historiker und Gastprofessor an der Technischen Universität Berlin. Er
forscht und lehrt unter anderem zu Rassismus und Erinnerungskultur in der
DDR.

Ulrike Kremeier
Kunsthistorikerin und Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für
moderne Kunst (BLMK) in Cottbus. Sie kuratiert und beforscht begeistert
Kunst aus der DDR.

Prof. Dr. Heike Radvan forscht und lehrt an der BTU am Fachgebiet Methoden
und Theorien Sozialer Arbeit I unter anderem zur extremen Rechten und zu
Antisemitismus in der DDR und in der Gegenwart.

Interessierte sind zu der öffentlichen Veranstaltung herzlich eingeladen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

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