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Katastrophenresilientes Deutschland – wie schaffen wir das?

Notfallversorgung von Personen in akuten Krisensituationen,
Crowdmanagement und Katastrophenschutzmaßnahmen – der richtige Umgang bei
zunehmend globalen Krisen erfordert geschultes Personal mit
Managementkompetenz in der Gefahrenabwehr. Das FOM Hochschulzentrum in
Berlin informiert u.a. zusammen mit dem Ehrenpräsidenten des Technischen
Hilfswerks (THW) Interessierte zur aktuellen Lage in Deutschland. Zudem
werden Karrieremöglichkeiten mit dem ausbildungs- und berufsbegleitenden
FOM Bachelor-Studium „Management in der Gefahrenabwehr“ aufgezeigt. Die
Veranstaltung „Katastrophenresilientes Deutschland – wie schaffen wir
das?“ findet am 6. Juni online und vor Ort in der Bismarckstr. 106 statt.

Den Auftakt der Veranstaltung bildet ein Expertenpanel, das interessante
Einblicke in die gegenwärtige Lage Deutschlands in Bezug auf
Gefahrenabwehr und Krisenmanagement bietet: Albrecht Broemme,
Ehrenpräsident THW und Vorstandsvorsitzender des Zukunftsforums
Öffentliche Sicherheit, Prof. Dr. Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor
des Instituts für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) Potsdam
und Prof. Dr. Henning Goersch, Professor für Gefahrenabwehr und
Bevölkerungsschutz, liefern als geladene Fachexperten wertvolle Impulse
zum Thema.

Im Anschluss stellen Prof. Dr. Goersch und Prof. Dr. Manuela Zipperling,
Geschäftsleiterin des FOM Hochschulzentrums Berlin, den Studiengang
„Management in der Gefahrenabwehr“ vor. Teilnehmende haben auch die
Möglichkeit, sich im Rahmen einer offenen Studienberatung weitere
Informationen zum Studiengang einzuholen.

Open Campus: Management in der Gefahrenabwehr / Katastrophenresilientes
Deutschland – wie schaffen wir das?
Dienstag, 6. Juni, 18:00 – 20:30 Uhr
Online oder vor Ort am FOM Hochschulzentrum Berlin, Bismarckstr. 107
Um Anmeldung bis zum 1. Juni wird gebeten, kostenfreie Anmeldung unter:
fom.de/veranstaltungen

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HM-Forschungsprojekt optimiert Brennwertnutzung an Biomassekesseln

Der Wirkungsgrad von Biomassekesseln steigt um bis zu 30 Prozent durch die
Kopplung mit einer rein thermisch angetriebenen Wärmepumpe. Dieses System
entwickelte ein HM-Forschungsteam im Projekt „BreBiSorp“. Durch die
Effizienzsteigerung trägt das Projekt zum Gelingen der Energiewende in
Deutschland bei.

München, 24. Mai 2023 – Heizanlagen, die mit Biomasse und nachwachsenden
Rohstoffen wie zum Beispiel Holzpellets oder Hackschnitzel betrieben
werden, sind eine wichtige Option für die Wärmeversorgung und damit für
die Energiewende im Wärmesektor. Der Brennstoff Holz steht nur begrenzt
zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, ihn für die Einspeisung von Energie
in das Nahwärmenetz vor Ort möglichst effizient zu nutzen. Ein
Forschungsteam der Fakultät für Versorgungs- und Gebäudetechnik der
Hochschule München (HM) hat dazu im Projekt „Brennwertnutzung an
Biomassekesseln mittels angekoppelter Sorptionswärmepumpe“ (BreBiSorp) ein
System entwickelt, das die Brennwertnutzung für Biomassekessel optimiert.
Durch Einsatz einer thermisch angetriebenen Wärmepumpe können auch größere
Anlagen, die oftmals Wärmenetze mit höheren Rücklauftemperaturen
versorgen, von dieser Brennwerttechnik profitieren – damit erzielen sie
eine deutlich bessere Energieausbeute.

Zusätzliche Energie: Brennwertnutzung bei Biomassekesseln
Das Forschungsteam um Prof. Dr. Christian Schweigler vom
Forschungsinstitut für energieeffiziente Gebäude und Quartiere (CENERGIE)
verfolgt dazu den Ansatz der Brennwertnutzung in Verbindung mit einer
Wärmepumpe. Das heiße Rauchgas von circa 140 Grad Celsius, das nach dem
Verbrennungsvorgang aus dem Heizkessel austritt, wird auf bis zu 25 Grad
Celsius abgekühlt. Dabei wird der Taupunkt unterschritten, der Wasserdampf
kondensiert und gibt dabei Wärme ab.

Um diesen zusätzlichen Energiegewinn aus dem Abgas zu ermöglichen, müsste
die Rücklauftemperatur im Heizsystem deutlich unterhalb des Taupunkts
liegen. Viele Nahwärmenetze haben jedoch Rücklauftemperaturen um 50 Grad
Celsius. Um diese Temperaturdifferenz zu überbrücken, setzen die
Forscher:innen eine Wärmepumpe ein. Diese hebt das niedrige
Temperaturniveau an, um die aus dem Abgas gewonnene Wärme in das Wärmenetz
einspeisen zu können. „Je nach Brennstoffgehalt bewirkt unser Konzept eine
Wirkungsgradsteigerung um bis zu 30 Prozent. Damit kann gut ein Fünftel
des Biomasse-Brennstoffs eingespart werden“, sagt Schweigler.

Optimierter Einsatz der Wärmepumpe
Im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelt HM-Doktorandin Tina Hermann
eine angepasste Absorptionswärmepumpe, die eine besondere Kreislaufführung
verwendet. Die Antriebswärme für die Wärmepumpe wird aus dem
Biomassekessel abgezweigt und geht nicht für die Wärmenutzung verloren.

Der Einsatz einer Absorptionswärmepumpe ist besonders attraktiv, da sie im
Vergleich zur Kompressionswärmepumpe einen sehr geringen Strombedarf
aufweist. „Bei der aktuellen Entwicklung wird der Kreislauf der thermisch
angetriebenen Wärmepumpe nach dem sogenannten Thermosiphon-Prinzip
ausgeführt. Der Verdampfer wurde für den Betrieb mit geringen
Kältemittelmengen optimiert. Damit konnten wir auf mechanische
Umwälzpumpen innerhalb der Wärmepumpe verzichten“, sagt Hermann.

Durch den besonderen Aufbau der Wärmepumpe ist ein robuster Betrieb mit
geringem Wartungsaufwand möglich. Künftig soll diese angepasste
Absorptionswärmepumpe als Zusatzgerät Biomassekessel in großen Stückzahlen
ergänzen.

Vom Modell zum Versuchsaufbau
Nach dem Bau des Modellsystems im Labor wird im nächsten Schritt eine
Versuchsinstallation vor Ort beim Projektpartner SCHERDEL Energietechnik
in Marktredwitz aufgebaut, um den Betrieb mit einem Hackschnitzel-
Heizkessel zu erproben. Ziel des Forschungsprojektes ist es, weiter an
einer technisch und wirtschaftlich möglichst günstigen Kopplung der
Wärmepumpe für verbesserte Brennwertnutzung an Biomassekesseln zu
forschen. Ein entscheidender Beitrag zum Erreichen der energie- und
klimapolitischen Ziele in Deutschland.

(Das Projekt „BreBiSorp“ läuft von 1. Oktober 2017 bis 30. Juni 2023. Es
wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Projektpartner ist SCHERDEL Energietechnik GmbH.)

Gerne vermitteln wir einen Interviewtermin mit Prof. Dr. Christian
Schweigler und HM-Doktorandin Tina Hermann.

Kontakt:  Constance Schölch T 089 1265-1920 oder per Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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"Richtig und wichtig" – Diversity Day an der HHN

• Zwei Aktionstage feierten das bunte Campusleben - die Hochschule setzte
damit ein Zeichen für Vielfalt, Weltoffenheit und Akzeptanz.

Heilbronn, Mai 2023. Unter dem Motto "Du bist hier richtig" zeigte die
Hochschule Heilbronn (HHN) Haltung und feierte kürzlich im Rahmen des
Diversity Day Werte ihrer Campuskultur: Vielfalt, Weltoffenheit und
Akzeptanz.
Am Sontheimer Campus sowie am Bildungscampus Heilbronn gab es an zwei
Tagen kreative Mitmach-Stationen, Infostände und ein Gewinnspiel. Auch die
Mensen nahmen Besucher*innen auf eine kleine kulinarische Weltreise mit:
neben rumänischen oder serbischen Köstlichkeiten, konnten auch Gerichte
aus Mexiko oder Thailand probiert werden.

Eine rundum gelungene Aktion, wie Studentin Leonie Müller findet: „Man
lernt sehr viel dazu – sprich, die Aufklärungsarbeit ist wirklich super.
Gerade was zum Beispiel die Bedeutungen der verschiedenen Flaggen angeht.“
Ähnlich sieht das Kommilitone Pascal Tyralla. Mit Blick auf den HHN-
Diversity Day äußert er: „Richtig und wichtig.“ Insbesondere die Punkte
Internationalität, Offenheit sowie Akzeptanz zählen für den Studenten. „An
der HHN werden diese Worte nicht einfach nur gesagt, sondern mit Tagen wie
diese erlebbar und sichtbar. Ich muss gestehen, ich glaube für kein
anderes Event ist der Campus so aufwändig verändert worden. Ob gehisste
Fahnen, Kunst mit Sprühkreide oder Beklebungen – die Mühe dahinter fällt
auf.“


Podiumsdiskussion mit Rektor Oliver Lenzen

Am Bildungscampus sprachen Rektor der Hochschule Heilbronn, Professor
Oliver Lenzen, die Bestsellerautorin und Pädagogin Florence Brokowski-
Shekete sowie der bei ArbeiterKind engagierte Student Josh Haberkern über
„Bildung für Alle? Zugänge schaffen in einer vielfältigen Gesellschaft".
Gerade die soziale Herkunft sowie der Bildungshintergrund der Eltern seien
zentrale Einflussfaktoren auf den Bildungsweg junger Menschen. Auf die
Frage nach vorhandener Chancengleichheit findet Rektor Oliver Lenzen klare
Worte: „Die Chancen sind ungleich verteilt und deshalb haben wir ein
Referat für Chancengleichheit an der Hochschule Heilbronn. Damit können
wir leisten, dass sich Studierende gut aufgehoben und angekommen fühlen.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden sie so gefördert, wie sie es
benötigen.“

Bedingungslose Akzeptanz erfahren an der HHN zum Beispiel Menschen mit
einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS). Sie bekommen an der HHN für
Klausuren mehr Zeit. Eine Person aus dem Publikum beteiligte sich
diesbezüglich mit ihrer persönlichen Geschichte an der Diskussionsrunde
und bestätigte einen für sie verlängerten Zeitraum von 25 Prozent.

Einblick in die Schulen gab Pädagogin Florence Brokowski-Shekete. Hier
fehle es ihr an ausreichender Sensibilisierung: „Das Thema der Diversität
sollte in der Weiterbildung der Lehrkräfte verankert sein, damit alle
Schülerinnen und Schüler gesehen und mitgedacht werden.“ Auch Schulbücher
seien noch nicht divers genug.

Student Josh Haberkern spricht auch den Punkt Finanzen an. „Geld ist
sicherlich auch ein Thema, das eine Barriere für den Weg ins Studium
darstellt.“
Eröffnet wurde die Podiumsdiskussion von Professorin Ruth Fleuchaus,
Prorektorin des Bereichs Internationales und Diversität an der Hochschule
Heilbronn.

Moderatorin Sarah Bergh führte durch die Gesprächsrunde, die gleichzeitig
den Auftakt der Veranstaltungsreihe „wOrte wechseln“ bildete – eine
Kooperation zwischen der HHN, der Antidiskriminierungsstelle sowie der
Stadt Heilbronn.

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Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit rund 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der
größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.
Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und
Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60
zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch
berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere
Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der
Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt.
Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende
zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

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Reisesaison 2023: Bei der Urlaubsplanung an Reiseimpfungen denken – besonders chronisch Leberkranke sind gefährdet

Die Deutschen wollen wieder reisen wie vor der Corona-Pandemie: Nach
aktuellen Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR)
planen 70 Prozent der Bevölkerung, im Jahr 2023 zu verreisen.
Urlaubsreisen waren für die Befragten das Zweitwichtigste, nur
Lebensmittel erhielten eine höhere Platzierung. Gesundheit und Sport
rangieren hinter der Lust am Reisen. Den bevorstehenden Start in die
Feriensaison nehmen die Ausrichter des 24. Deutschen Lebertages am 20.
November 2023 zum Anlass, um im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages an
die Bedeutung von Reiseimpfungen zu erinnern – besonders für chronisch
Leberkranke sind die Risiken groß.

Der Deutsche Lebertag wird von der Gastro-Liga e. V., der Deutschen
Leberhilfe e. V. und der Deutschen Leberstiftung ausgerichtet. Mit dem
diesjährigen Motto „Kennen Sie Ihre Leberwerte?“ weisen die Ausrichter auf
die Bedeutung der Leberwerte im Blut hin, die wichtige Hinweise auf den
Gesundheitszustand dieses lebenswichtigen Organs geben können.

Mehr als eine Million Menschenleben konnten in Europa durch die
COVID-19-Impfstoffe laut einem im April 2023 von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Bericht gerettet
werden. Mittlerweile ist die COVID-19-Pandemie unter anderem dank der
weltweit hohen Impfquoten in die endemische Phase übergegangen. Ende April
2023 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die COVID-19-Impfung in die
STIKO-Impfempfehlungen 2023 aufgenommen. Zu den aufgeführten
Risikogruppen, für die künftig eine jährliche Auffrischimpfung empfohlen
wird, zählen auch Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren
Krankheitsverlauf wie beispielsweise Leberkranke und immunsupprimierte
Menschen. Es gibt keine chronische Lebererkrankung und kein
Krankheitsstadium, welche gegen eine Impfung sprechen würden.

In einigen beliebten Urlaubsländern gibt es Gesundheitsrisiken durch
Virusinfektionen, die oftmals als ungewolltes und unbemerktes
Urlaubssouvenir von Urlaubern mit nach Hause gebracht werden. Gegen viele
dieser Virusinfektionen gibt es wirksame Schutzimpfungen.

„Impfungen zählen zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven
Ma߬nah¬men, die uns in der Medizin zur Verfügung stehen. Neben den in
Deutschland empfohlenen Standardimpfungen gibt es weitere Schutzimpfungen,
die für Reisende ratsam sind. Wer einen Urlaub plant, sollte sich vor dem
Reiseantritt frühzeitig über eventuell nötige Vorsichtsmaßnahmen und
Impfungen informieren“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt seine
Impfempfehlung für Leberkranke und Lebertransplantierte unter
immunsuppressiver Therapie: „Für diese speziellen Patientengruppen ist ein
wirksamer Impfschutz – auch unabhängig von Reiseplänen – besonders
wichtig, weil mit einer deutlich erhöhten Anfälligkeit gegenüber
bakteriellen und viralen Infektionen gerechnet werden muss. Sie sollten
beispielsweise grundsätzlich gegen Hepatitis A und Hepatitis B geimpft
sein – so früh wie möglich.“

Die Hepatitis A tritt häufig in beliebten Urlaubsländern mit geringen
Hygienestandards auf wie beispielsweise im Mittelmeerraum, Südostasien,
Afrika, Mittel- und Südamerika sowie dem Vorderen Orient. Das
Hepatitis-A-Virus wird fäkal-oral übertragen, das heißt entweder über
direkten Kontakt mit Infizierten oder über verunreinigte Nahrungsmittel.
Häufig wissen Urlauber nicht, dass manchmal schon die Eiswürfel im Drink
oder das Menü mit frischen Muscheln eine Gefahrenquelle sein kann. Darüber
hinaus besteht bei bestimmten Praktiken die Gefahr einer Ansteckung bei
Sexualkontakten.

Auch gegen das Hepatitis-B-Virus schützt eine Impfung. Mit Kombinations-
Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, ist die Anzahl der
notwendigen Injektionen vermindert. Das Hepatitis-B-Virus (HBV) wird durch
Blut oder Körpersekrete übertragen. Zu den häufigsten Ansteckungsquellen
zählen unter anderem Kontakte mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen.
Tätowierungen, Rasuren, Ohrlochstechen oder Piercings, die unter nicht
sterilen Bedingungen durchgeführt werden, können zu einer Ansteckung
führen. Auch beim ungeschützten Geschlechtsverkehr kann das
Hepatitis-B-Virus übertragen werden. Die Hepatitis B kann chronisch werden
und in der Folge zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen. Weltweit gibt
es rund 296 Millionen Träger des Hepatitis-B-Virus. Wer gegen das HBV
geimpft ist, baut gleichzeitig einen Schutz gegen die Hepatitis delta auf,
da eine Hepatitis delta nur mit einer Hepatitis B entstehen kann.

Gegen ein weiteres Hepatitis-Virus steht bisher keine Schutzimpfung zur
Verfügung: Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird fast ausschließlich über Blut-
zu-Blut-Kontakte übertragen. Unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder
Rasiermesser sind die Haupt-Infektionsquellen. In einigen Regionen Asiens
oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das
Hepatitis-C-Virus in sich. Zur Behandlung dieser Virus-Variante gibt es
wirksame neue Medikamente, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus
eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents). Damit kann
die chronische Hepatitis C seit einigen Jahren bei fast allen Patienten in
kurzer Zeit und nahezu ohne Nebenwirkungen geheilt werden.

Patienten mit Leberzirrhose und Lebertransplantierten sind unter anderem
auch Impfungen mit Totimpfstoffen gegen Gürtelrose, die Impfung gegen
Pneumokokken, die eine Lungenentzündung verursachen können, sowie die
jährliche Impfung gegen Grippe (Influenza) zu empfehlen. Die STIKO und die
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale
Gesundheit e. V. (DTG) veröffentlichen stets die aktuellen
Reiseimpfempfehlungen auf der Website des Robert Koch-Institutes (RKI).
Vor einer Reise sollten stets der individuelle Impfstatus überprüft und
mögliche Impflücken geschlossen werden. Spezialisierte niedergelassene
Ärzte sowie Tropeninstitute und teilweise auch Gesundheitsämter stehen
dafür zur Verfügung. Die Internetseiten des Auswärtigen Amtes informieren
über aktuelle Ausbruchsgeschehen und Reisewarnungen.

Zusätzlich zu den Impfungen, mit denen man unerwünschte „Reisesouvenirs“
im Körper verhindern kann, rät Prof. Manns zur Vereinbarung eines Termins
für eine Vorsorgeuntersuchung: „Seit dem 1. Oktober 2021 kann im Rahmen
der Gesundheitsuntersuchungen, die gesetzliche Krankenkassen ihren
Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren anbieten, einmalig auch das
Screening auf Hepatitis B und C in Anspruch genommen werden. Das soll dazu
beitragen, die hohe Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen mit diesen
beiden Hepatitis-Viren zu verringern und Betroffenen eine möglichst
frühzeitige Behandlung anbieten zu können. Wird die Erkrankung zu spät
erkannt oder bleibt unbehandelt, kann sie in einer Leberzirrhose oder
einem Leberzellkrebs münden.“

Mehr Informationen zum 24. Deutschen Lebertag und alle bislang im Rahmen
des diesjährigen Deutschen Lebertages veröffentlichten Presseinformationen
finden Sie unter: http://www.lebertag.org.

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