Metro-Chef will Real schnell modernisieren - Filial-Schließungen nicht ausgeschlossen
Die Aufräumarbeiten bei der SB-Warenhauskette Real sollen in diesem Jahr zügig vorangehen. "Wir modernisieren in diesem Jahr 30 Standorte, darunter zehn in NRW, und weitere werden im nächsten Jahr folgen", sagte Olaf Koch, Vorstandschef der Real-Muttergesellschaft Metro, der "Rheinischen Post". Er könne andererseits aktuell nicht ausschließen, dass Filialen aufgegeben werden müssten: "Es gibt eben auch schwierige Standorte, die wir uns aber in jedem Einzelfall genau anschauen müssen und werden. Da ist derzeit noch überhaupt nichts entschieden." Bei Real sei zu lange ein "Standardkonzept für alle Märkte gefahren" worden, sagte Koch. Man könne aber nicht "alles in jeder Region gleichermaßen verkaufen".
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Der Berliner Arbeitsmarktexperte Michael Fichter hat scharfe Kritik am Agieren deutscher Konzerne an den Standorten in den USA geübt. "Es sieht fast so aus, als ob sie alle froh sind, den Gewerkschaften und der Mitbestimmung in Deutschland entkommen zu sein", sagte Fichter der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" mit Blick auf Konzerne wie VW, Daimler, BMW, Siemens oder die Telekom. "Sie verschanzen sich hinter dem Argument, in den USA ist alles anders. Aber sie haben eben die Arbeiter nicht gefragt." Fichter, der an der Freien Universität Berlin das Forschungsprojekt ''Globalisierung der Arbeitsbeziehungen'' betreut, befürchtet, dass das Vorgehen der Konzerne Rückwirkungen auf deren europäische Standorte haben könnte.