Neue Perspektive für Karstadt - Berggruen investiert 300 Millionen Euro
Lange musste Nicolas Berggruen gedrängt werden, Geld für Karstadt locker zu machen. Jetzt sollen 300 Millionen Euro in die Modernisierung der Warenhäuser fließen. Das ist ein gutes Signal für die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit den Betriebsräten. Denn einmal mehr sollen die 20.000 Mitarbeiter auf Geld verzichten, damit der Konzern gesunden kann. Nun bekommen sie eine neue Perspektive. Vor diesem Hintergrund kann es der Belegschaft egal sein, dass der Milliardär für die dringend notwendige Auffrischung vieler Filialen jetzt doch nicht in die eigene Schatulle greift, sondern die Mehrheit an seinen Perlen verkauft. Die drei Luxus-Warenhäuser und die reinen Sport-Filialen stehen wirtschaftlich gut da. Sie sind nun mehrheitlich in österreichischer Hand. Mit ihnen gibt Berggruen einen Trumpf aus der Hand, den er nicht noch einmal spielen kann.
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Karstadt-Personalchef Kai-Uwe Weitz macht den Beschäftigten des Warenhauskonzerns Hoffnungen auf Gehaltssteigerungen. "Unser Plan sieht zwar weiterhin eine Tarifpause bis 2016 vor - allerdings mit einer Öffnungsklausel: Zieht die Wirtschaft überraschend wieder an, werden wir auch die Löhne in diesem Zeitraum stufenweise anheben", sagte Weitz der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Vollständig in den Tarifvertrag zurückkehren würde man dann 2016, "und das hieße dann auch rückwirkende Zahlung aller tariflichen Lohnerhöhungen", so der Karstadt-Manager. Das Unternehmen war im Mai aus der Tarifbindung ausgestiegen und hatte damit heftigen Protest der Gewerkschaft Verdi ausgelöst.