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Die mysteriöse Ermüdung: Stiftung Schmieder Preis 2016 würdigt drei Arbeiten zum Thema Fatigue

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Prof. Dr. Ulrich Rüdiger mit den Preisträgerinnen Dr. Aida Sehle, Gesa Pust, Carina Menzel sowie der Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Schmieder Lisa Friedrich-Schmieder (v.l.)  Universität KonstanzMit dem Stiftung Schmieder Preis 2016 werden in diesem Jahr drei
Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgezeichnet, die sich in unterschiedlichen
Disziplinen mit dem Phänomen der Fatigue befasst haben: Die
Sportwissenschaftlerin Dr. Aida Sehle erhält den mit 3000 EUR dotierten
ersten Platz, Carina Menzel und Gesa Pust erhalten den zweiten und dritten
Platz für Ihre Masterarbeiten im Fach Psychologie, dotiert mit jeweils
1000 EUR.

Dr. Aida Sehle, Carina Menzel und Gesa Pust sind die diesjährigen
Gewinnerinnen des Stiftung-Schmieder-Preises, der am 21. Oktober 2016 im
Rahmen des Dies Academicus im Audimax der Universität Konstanz feierlich
verliehen wurde.

In der Begründung heißt es: „Die Arbeiten von Frau Dr. Sehle, Frau Menzel
und Frau Pust überzeugten die Jury durch ihren Studienumfang, ihren
methodischen Anspruch und die wissenschaftliche Originalität. Sie zeichnen
sich darüber hinaus durch ihre Anwendungsorientierung und den praktischen
Bezug zur neurologischen Rehabilitation aus.“ Lisa Friedrich-Schmieder,
die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Schmieder für Wissenschaft und
Forschung übergab den Preis an die Nachwuchswissenschaftlerinnen.

Alle drei Preisträgerinnen hatten sich mit dem Thema Fatigue befasst. Die
Fatigue ist ein sehr häufig auftretendes Symptom bei Patienten mit
neurologischen Erkrankungen. Kennzeichnend sind außerordentliche
Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder ein massiv erhöhtes
Ruhebedürfnis, welche absolut unverhältnismäßig zu vorangegangenen
Aktivitätsänderungen, wie z.B. einer kurzen Gehstrecke, sind. Dabei hat
die Fatigue sowohl eine motorische als auch eine kognitive Dimension. Die
betroffenen Patienten erfahren eine deutliche Einschränkung ihrer
Lebensqualität; bei Personen mit Multipler Sklerose (MS) gilt die Fatigue
sogar als einer der Hauptgründe für Erwerbslosigkeit.
Zu den bisher noch ungeklärten Fragestellungen gehören z.B. das Fehlen
objektiver Diagnoseverfahren sowie des ausreichenden Wissens über die
Pathophysiologie der Fatigue.

Dr. Aida Sehle promovierte im Fach Sportwissenschaft. In Ihrer Arbeit
beschäftigte sie sich mit der motorischen Fatigue bei Patienten mit MS und
nach einem Schlaganfall. Zunächst entwickelte Sie eine Methode zur
Quantifizierung von Unterschieden im Gangmuster der Patienten; darauf
aufbauend dann einen Index, um die motorische Fatigue bei Patienten mit MS
und nach einem Schlaganfall objektiv erfassen zu können. Dieser Index
(FKS) erleichterte  Ärzten die Befunderhebung und ermöglicht eine
rechtzeitige und bestmögliche Behandlung betroffener Patienten.

Carina Menzel und Gesa Pust, die den zweiten und dritten Platz erreicht
haben, absolvierten ihre Masterstudien im Fach Psychologie. In ihren
Arbeiten hatten sie sich mit den kognitiven und pathophysiologischen
Aspekten der Fatigue beschäftigt:
Carina Menzel untersuchte das Phänomen der belastungsinduzierten
kognitiven MS-bezogenen Fatigue. Dabei unterzog sie eine Gruppe von MS-
Patienten und eine (hirngesunden) Kontrollgruppe einer eigens entwickelten
Belastungsprüfung. Die Ergebnisse brachten u.a. wichtige Erkenntnisse für
die Berufstherapie und die Arbeitsplatzorganisation. Gesa Pust hatte in
ihrer Arbeit die Daten von 70 an MS erkrankten Personen ausgewertet. Dabei
kam sie unter anderem zu dem Ergebnis, dass emotionale Belastungsfaktoren
einen Einfluss auf die Fatiguesymptomatik und deren Verschlechterung durch
Belastung haben.

Die Preisträgerinnen und ihre ausgezeichneten Arbeiten:

Dr. Aida Sehle, M.A.
Dissertation: Quantifizierung motorischer Fatigue durch Bewegungsanalyse -
Entwicklung und Evaluation eines neuen Diagnostikverfahrens bei Patienten
mit Multipler Sklerose

Carina Menzel, M.Sc.
Masterarbeit: Kognitive Fatigue bei MS-Patienten: Einfluss
unterschiedlicher Aufgabenmodi bei berufsrelevanter Belastungsprüfung

Gesa Pust, M.Sc.
Masterarbeit: „Der Einfluss von emotionalen Belastungsfaktoren auf die
Ausprägung der Fatiguesymptomatik bei Patienten mit Multipler Sklerose
nach Induktion von Ermüdung“

Der seit 2006 vergebene Stiftung-Schmieder-Preis ist international einer
der wenigen Forschungspreise für das Spezialgebiet der Neurologischen
Rehabilitation. Die Auszeichnung soll junge NachwuchswissenschaftlerInnen
fördern und dadurch Impulse für die Weiterentwicklung der Behandlung
neurologisch erkrankter Menschen setzen. Die Preisträger werden vom
Vorstand des Lurija Instituts ausgewählt. Das Preisgeld ist jährlich ist
auf 5000 EUR dotiert.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.kliniken-schmieder.de/servicenavigation/aktuelles/aktuelles-detail.html?tx_aspresse_pi1%5Bitem%5D=241&no_cache=1
http://www.kliniken-schmieder.de/lurija-institut/stiftung-schmieder-preis/2016.html