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Hilft Physiotherapie bei ADHS + Autismus?Prof. Jung vertritt Hochschule Fresenius bei WHO-Konferenz

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Prof. Dr. Michael Jung  John M. John/Hochschule FreseniusMenschen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS,

werden wegen ihres unruhigen Verhaltens oft als Zappelphilipp bezeichnet

und mit Medikamenten wie Ritalin behandelt. Dabei gibt es auch andere

Behandlungsmethoden, zum Beispiel die Physiotherapie. Prof. Dr. Micheal
Jung, Physiotherapeut und Gesundheitswissenschaftler an der Hochschule
Fresenius und der Carl Remigius Medical School, beschäftigt sich seit
vielen Jahren mit dieser Thematik und wurde nun als Experte und einziger
Physiotherapeut zur ICF-Core-Set-Konsensus-Konferenz der Weltgesundheits-
organisation (WHO) in das renommierte Karolinska Institut nach Stockholm
eingeladen.

Wie lassen sich ADHS und Autismus mit Physiotherapie behandeln? „In
Deutschland erfolgt das klassischerweise über die Psychomotorik und
Bewegungstherapie. Sport ermöglicht ADHS-Betroffenen häufig ihre Energie
und Impulsivität zu kanalisieren“, sagt Prof. Jung. Er leitet als
Studiendekan den Master-Studiengang Interdisziplinäre Therapie in der
Pädiatrie. Seine Expertise hilft, mehr Einsicht über die Fähigkeiten und
Einschränkungen von Menschen mit ADHS und Autismus (ASD) zu bekommen.

Gemeinsam mit Kollegen anderer Professionen aus Mitgliedsländern der WHO
sind so die sogenannten ICF Core Sets für ADHS und ASD entstanden, mit
deren Hilfe die gelebte Erfahrungswelt von Betroffenen beschrieben werden
kann. Anhand dieser ICF Core Sets lassen sich die beiden Störungsbilder
besser klassifizieren, um entsprechende Stärken und Schwächen der
Betroffenen zu beschreiben. „Die ICF-Kategorien listen nicht nur die
Einschränkungen auf, sondern betonen die besonderen Fähigkeiten von ADHS
und ASD Patienten.“, so Jung. Anstatt bloß die Einschränkungen zu
behandeln, konzentriere sich die Therapie so mehr auf die Förderung
bereits vorhandener und besonders ausgeprägter Fähigkeiten.

„Der Austausch mit internationalen Kollegen hilft uns einzuschätzen, wo
wir im Vergleich stehen, was unsere Stärken sind und was unsere Schwächen.
Für die deutsche Forschungslandschaft ist ein internationales Netzwerk
enorm wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren und uns gleichzeitig
mit unseren Kompetenzen einzubringen, um so an einem weltweiten Konsens
mitzuarbeiten“, resümiert Jung. Die Ergebnisse der insgesamt sechstägigen
Konferenz werden in einem ICF-Konsens-Papier zusammengefasst und auf der
ICF-Homepage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

http://www.icf-core-sets.org/

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.hs-fresenius.de