Lebkuchen im September, Glühwein im November und dann Gänsebraten – das ist zu viel für die Leber
Die Energieversorger in Deutschland nennen es die "Gänsebratenspitze",
wenn der Energieverbrauch am ersten Weihnachtsfeiertag auf circa 480
Millionen Kilowattstunden ansteigt – für die Zubereitung des Festessens
ist der Stromverbrauch um rund ein Drittel höher als an normalen Tagen.
Und die normalen Tage sind hierzulande schon ab Mitte September nicht mehr
„normal“: In den Supermärkten füllen Zimtsterne, Dominosteine und
Lebkuchen bereits fast vier Monate vor Weihnachten die Regale. Die
Deutsche Leberstiftung weist auf die Gefahren einer Fettleber und der
daraus resultierenden Leberentzündung hin, die zu lebensgefährlichen
Folgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen kann.
Nicht nur Kirchen und heimische Esstische sind an den Weihnachtstagen
voll: Auch in den Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser ist vom 24. bis
zum 26. Dezember viel zu tun. Neben Herzproblemen gehören Bauchschmerzen
und Probleme mit Galle oder Leber zu den häufigsten Gründen für einen
weihnachtlichen Arztkontakt.
Gefährlich wird es, wenn regelmäßig zu viel Fettes und Süßes auf dem
Speiseplan steht. Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann
eine „Fettleber“ entstehen. Diese kann sich dann entzünden
(Fettleberhepatitis). Dazu gehören die durch Alkoholkonsum verursachte
„alkoholische Leberentzündung“ und die „Nicht-alkoholische
Fettleberentzündung“. Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine
Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) entwickeln, die eine Leberzirrhose
(Vernarbung der Leber) und Leberzellkrebs zur Folge haben kann.
Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung, ist besorgt: „Die Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
(NAFLD) ist eine typische Lebensstilerkrankung und verursacht wie alle
Lebererkrankungen meistens keine oder nur unspezifische Symptome. Sie ist
mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland und hat eine
steigende Tendenz. Jeder dritte Bundesbürger über 40 hat bereits eine
Fettleber – der erste Schritt zur Fettlebererkrankung.“
Die Deutsche Leberstiftung warnt vor der Kombination weihnachtlicher
Schlemmereien und wenig Bewegung. Die Zahl übergewichtiger Menschen wächst
und speziell das Fett in der Bauchregion gilt als ein wichtiger
Risikofaktor. Bereits jedes dritte adipöse Kind hat eine nicht-
alkoholische Fettleber und von den jungen Typ 2-Diabetikern fast jeder
Zweite. Auch schlanke Erwachsene kann es treffen: Circa 15 Prozent haben
trotz Normalgewichts eine NAFLD. Die Erkrankung “Fettleber“ ist ein
Massenphänomen. Viele wissen nichts davon, denn eine kranke Leber schmerzt
meistens nicht.
„Die frühzeitige Diagnose einer Lebererkrankung kann die Leber und
letztendlich auch Leben retten. Je früher die Diagnose gestellt wird,
desto besser lassen sich Erkrankungen der Leber durch Änderung des
Lebensstils oder Medikamente behandeln“, betont Professor Manns. Eine
regelmäßige Kontrolle der Leberwerte beim Hausarzt gibt Klarheit. Sind die
Leberwerte (GPT, GOT und GGT) erhöht, kann eine rechtzeitig gestellte
Diagnose eine Behandlung bereits im Frühstadium einer Lebererkrankung
sicherstellen.
Für die kommende Vorweihnachtszeit empfiehlt die Deutsche Leberstiftung
das Genießen in Maßen, einen Winterspaziergang anstatt Glühwein auf dem
Weihnachtsmarkt und einen Kaffee statt des Verdauungsschnapses – denn über
Kaffee freut sich die Leber.
10 Jahre Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere
Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de
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leberstiftung.de/Leber-Buch
