Das Kreuz mit dem Kreuz: Auftakt zur Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“
Rückenschmerzen gelten inzwischen als Volksleiden. Zu langes Sitzen,
falsches Heben von Lasten, Übergewicht oder altersbedingte
Verschleißerscheinungen: die Ursachen sind vielfältig. Doch bei wem es im
Rücken bereits zwickt, der läuft unter Umständen Gefahr, dass es mit der
Zeit schlimmer wird oder sogar ein Bandscheibenschaden dazukommt. Beim
ersten Vortrag der Reihe „Neurochirurgie zum Anfassen“ (24.2., 18:00 Uhr,
Stadthaus Ulm) der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie wird der
Wirbelsäulenspezialist Dr. Christoph Grimm über häufige Rückenleiden wie
Bandscheibenvorfälle sprechen und Behandlungsoptionen erläutern. Der
Eintritt ist frei.
Fast jeder zehnte Deutsche hat täglich Rückenschmerzen. Und bei
mittlerweile jedem 20. gesetzlich Versicherten lautet die Diagnose einem
Krankenkassen-Report zufolge sogar „Bandscheibenschaden“.
„Bandscheibenvorfälle oder andere Verengungssyndrome der Nerven und des
Rückenmarks wie Spinalkanalstenosen können in vielen Fällen konservativ
mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten behandelt werden, vor allem,
wenn die Beschwerden noch erträglich sind und sie die Betroffenen nicht
gravierend beeinträchtigen“, erläutert Dr. Christoph Grimm. „Unser Ziel
ist es, eine OP, wenn es geht, zu vermeiden. Ist eine Operation doch
notwendig, versuchen wir, den möglichst kleinsten Eingriff vorzunehmen, um
die Belastung und die Risiken für den Patienten zu reduzieren.“
In seinem Vortrag wird der Mediziner deshalb unter anderem verschiedene
Operationsverfahren vorstellen, auf Alternativen zur OP hinweisen sowie
darauf eingehen, wann eine Operation möglicherweise doch sinnvoll sein
kann. Die Zuhörer bekommen außerdem Einblicke in die Geschichte der
Medizin und erfahren, wie man Wirbelsäulenerkrankungen früher behandelt
hat. Nach dem Vortrag können sich interessierte Zuhörer von
Physiotherapeuten der Klinik zeigen lassen, wie man sich im Alltag
rückengerecht bewegt, also zum Beispiel, wie man einen schweren
Wasserkasten anhebt, ohne den Rücken zu viel oder falsch zu belasten.
„Mit der Vortragsreihe möchten wir Ulmer Bürgern das faszinierende
Fachgebiet der Neurochirurgie veranschaulichen und ihnen zeigen, was
heutzutage alles möglich ist“, sagt der Ideengeber und Organisator der
Vortragsreihe Professor Christian Rainer Wirtz. „Denn dieses älteste
chirurgische Fachgebiet, das unser komplexestes Organsystem, das
Nervensystem, in den Mittelpunkt rückt, steht heute gleichzeitig für
modernste Technik im OP und ist ohne sie kaum mehr vorstellbar“, so der
Ärztliche Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie weiter.
Bei den weiteren Vorträgen im April, Mail und September informieren die
Referenten über die chirurgische Versorgung geschädigter oder eingeengter
Nerven, die Taubheitsgefühle in Armen und Beinen verursachen, wie zum
Beispiel nach Unfällen oder beim Karpaltunnelsyndrom. Oder sie
thematisieren die Verwendung modernster Technik im OP-Saal sowie die
Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen.
An der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Ulm werden rund
850 Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen im Jahr behandelt. Die
Besonderheit: Sie ist eine „Klinik an zwei Standorten“: Zu dem 1970
eingerichteten Standort am Bezirkskrankenhaus in Günzburg kam 2004 der
zweite am Uniklinikum Ulm hinzu. An beiden Standorten werden neben
weiteren auch Spezialsprechstunden zur Wirbelsäulenchirurgie angeboten.
Terminüberblick
Freitag, 24. Februar, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm; freier Eintritt
Das Kreuz mit dem Kreuz – was hilft, wenn´s im Rücken zwickt
Dr. Christoph Grimm
Weitere Termine der Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“
– Der Eintritt ist frei –
Freitag, 28. April, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
High Tech im OP – Neurochirurgie mit modernster Technik
Prof. Dr. Ralph König
Freitag, 26. Mai, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
Periphere Nervenchirurgie – wenn der Nerv nervt
Prof. Dr. Gregor Antoniadis
Freitag, 22. September, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
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Weitere Informationen finden Sie unter
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