Sicher, mobil, effizient: Femtosekunden-Laser optimiert Therapie am Uniklinikum
Die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden setzt bei seinen Operationen auf die modernste am Markt verfügbare
Lasertechnik.Anfang 2017 nahm das Uniklinikum den ersten Femtosekunden-
Laser in Sachsen in Betrieb, mit dem sich sowohl Linsen- als auch
Hornhauterkrankungen behandeln lassen. Das Auge wird bei der Operation mit
dem „FEMTO LDV Z8“-Laser lediglich für Billiardstel-Sekunden mit
Lichtimpulsen belastet. Dadurch kann das Auge im Vergleich zu
herkömmlichen Lasern zusätzlich geschont werden.
Ausgehend von einem positiven Gutachten der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) und den daraufhin bewilligten Fördermitteln
des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK)
konnte die Uni-Augenklinik den Laser anschaffen. Bedingung hierfür war,
dass das innovative Gerät nicht nur im Rahmen der Krankenversorgung,
sondern auch für die Forschung zum Einsatz kommt. Bereits 2015 hatte das
Uniklinikum das Augenlaserzentrum um einen hochmodernen Excimer-Laser
erweitert, der vor allem zur Behandlung von Fehlsichtigkeit eingesetzt
wird.
Steffen Mauer ist 35 Jahre alt, als bei ihm eine Heterochromiezyklitis –
eine Entzündung der Iris – diagnostiziert wird. Zehn Jahre später, im
Sommer 2016, folgt die Diagnose „Grauer Star“, unter der in der Regel vor
allem Senioren leiden. Als Folge der häufigen Augenentzündungen beginnt
sich die Augenlinse einzutrüben. Als die Sehkraft seines linken Auges auf
50 Prozent sank, entschloss Steffen Mauer sich zur Operation – andernfalls
wäre das Auge erblindet. Den ursprünglichen Operationstermin verschiebt er
auf den Januar 2017, um einer der ersten Patienten zu sein, die im
Uniklinikum mit dem Femtosekunden-Laser operiert werden. „Patienten mit
einer komplexen Krankengeschichte wie Herr Mauer sind für die Behandlung
mit dem ‚FEMTO LDV Z8‘-Laser prädestiniert“, erklärt Prof. Frederik
Raiskup, der die Operation vorgenommen hat. „Der neue Femtosekunden-Laser
ist der modernste Laser auf dem Markt. Er operiert mit einer einmaligen
Präzision und lässt sich – anders als mechanische Operationstechniken mit
Skalpell oder älterem Laser – ganz individuell auf das Auge des Patienten
anpassen“, erklärt der Augenexperte.
Deutliche Behandlungsvorteile
Eine hohe Impulsfrequenz der Laserstrahlen sorgt während der Operation des
Grauen Stars dafür, dass im Auge deutlich feinere Schnitte gesetzt werden
können, als bei anderen handelsüblichen Geräten. Diese Präzision und die
äußerst kurze Bestrahlungszeit von einer Billiardstel-Sekunde helfen, dass
Gewebe im Inneren des Auges zu schonen. „Durch die Laser-Behandlung
schließen wir die seltenen aber dafür schwer kontrollierbaren Risiken und
Nebenwirkungen mechanischer Operationstechniken aus“, erklärt Prof
Raiskup. „Durch den neuen Laser können wir zudem belastende
Operationstechniken wie die Anwendung von Ultraschall zum Entfernen der
eingetrübten Linse auf ein Minimum reduzieren.“
Dabei ist der Femtosekunden-Laser des Uniklinikums Dresden nicht nur auf
die Behandlung von Linsen-Erkrankungen beschränkt – damit ergänzt das neue
Gerät die Möglichkeiten der Dresdner Hochschulmedizin optimal. So lässt
sich die neue Technik mit dem 2015 erworbenen Excimer-Laser kombinieren,
der bisher lediglich zur Behandlung von Fehlsichtigkeit eingesetzt wurde.
Zukünftig können so auch lasergestützte Hornhautoperationen und
-transplantationen ermöglicht werden. Dazu setzt der Femtosekunden-Laser
exakte Schnitte, um die transplantierte Hornhaut an bestehende Strukturen
anpassen zu können.
Die Möglichkeit Linsen- und Hornhauterkrankungen mit einem Gerät zu
behandeln ist einzigartig in Sachsen. Dank dieser Kombination, des
geringen Gewichts und der hohen Mobilität der neuen Technik ergeben sich
für die Patienten noch weitere Vorteile: „Dank des mobilen Lasers müssen
die Patienten während der Operation nicht den Platz wechseln, wie es bei
anderen Femtosekunden-Lasern heute noch der Fall ist. Der Laser kommt ans
Bett der Patienten und nicht umgekehrt“, erklärt Prof. Lutz Pillunat,
Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde. „Dieses Vorgehen
bietet im Rahmen der Operationsplanung zusätzlichen Spielraum – etwa bei
der Wahl zwischen Vollnarkose oder Lokalanästhesie. Hier können wir
unseren Patienten ab sofort individuelle Angebote machen“, erklärt der
erfahrene Augenarzt.
Möglich wurde die Neuanschaffung des Femtosekunden-Lasers durch das
positive Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das das
Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst dazu veranlasste,
die Anschaffungskosten in Höhe von 585.000 Euro zu übernehmen. Von der
Neuanschaffung werden in Zukunft auch die Forschungen der Augenklinik
profitieren. So soll etwa die schonende Behandlung mit dem Femtosekunden-
Laser in der Linsen-Chirurgie, die Behandlung von Fehlsichtigkeit und das
Ausführen präziser Schnitte bei Hornhaut-Transplantationen genauer
untersucht werden.
Weiterführende Informationen
augenlaser.uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de
Kontakt für Patienten
Universitätsklinikum Dresden
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Augenlaserzentrum im Universitätsklinikum
Sprechstundenorganisation: Sandra Keller
Telefon: 0351 / 458 – 13196
E-Mail:
Weitere Informationen finden Sie unter
http://augenlaser.uniklinikum-dresden.de
http://www.uniklinikum-dresden.de
