NotrufPlus - Barrierefreier Notruf für Menschen mit Behinderung
In Brandenburg an der Havel startet heute offiziell der Pilotbetrieb für
NotrufPlus, den bundesweit ersten barrierefreien Notruf für Menschen mit
Behinderung (Gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer und
Risikopatienten). Das NotrufPlus-System, bestehend aus einer kostenlosen
NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden NotrufPlus-
Kommunikations-System in der Leitstelle der Feuerwehr, wurde von der
Technischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der
BürgerServiceNetz UG (haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V.
entwickelt und wird jetzt über sechs bis zwölf Monate getestet.
Brandenburg a.d.H., 31. August 2017 Oberbürgermeisterin Dietlind
Tiemann startete heute in der Rettungsleitstelle Brandenburg an der Havel
offiziell den Pilotbetrieb für NotrufPlus, einen barrierefreien Notruf für
Menschen mit Behinderung (Gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer
und Risikopatienten). Bisher konnte die Rettungsleitstelle der Stadt
Brandenburg an der Havel, wie auch die anderen Notrufleitstellen in
Deutschland, lediglich ein Notfall-Fax (in Ausnahmefällen eine SMS)
empfangen. Ein Dialog mit der notrufenden Person war so nicht möglich. Mit
der jetzt gestarteten kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem
entsprechenden NotrufPlus-Kommunikations-
erstmals ein barrierefreier Notruf ermöglicht. Dabei werden mittels
Internetkommunikation Informationen, wie der aktuelle per GPS ermittelte
Standort und sowie vorher im Smartphone gespeicherte Nutzerdaten an die
Leitstelle der oder des Notrufenden direkt übermittelt. Über eine
integrierte Chat-Funktion können außerdem weitere Informationen
ausgetauscht werden. Das NotrufPlus-System wurde von der Technischen
Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der BürgerServiceNetz UG
(haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V. entwickelt.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Dietmar Wikarski
von der TH Brandenburg und seinen Studenten im Fachbereich
Wirtschaftsinformatik. Der Pilotbetrieb wird im Zusammenwirken mit der
Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel und den Mitgliedern des
Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg an der Havel organisiert und
soll über sechs bis zwölf Monate laufen. Nach einem erfolgreichen
Pilotbetrieb ist vorgesehen, NotrufPlus künftig für alle Bürger der Stadt
verfügbar zu machen.
Die Stadt Brandenburg an der Havel erarbeitet gegenwärtig auf der
Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention einen Teilhabeplan mit dem
Ziel einer inklusiven Stadtgesellschaft. Als Maßnahme mit sehr hoher
Priorität wird darin die Nutzbarkeit des Notrufsystems durch Menschen mit
Behinderung formuliert.
