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Film informiert über Gewebespenden

Informieren im Film über Gewebespenden: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Nina Hecht und Dr. Eugen Sandica  (Foto: Armin Kühn).
Informieren im Film über Gewebespenden: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Nina Hecht und Dr. Eugen Sandica (Foto: Armin Kühn).
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Informieren im Film über Gewebespenden: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Nina Hecht und Dr. Eugen Sandica  (Foto: Armin Kühn).
Informieren im Film über Gewebespenden: (v.l.) Hermann Josef Knobl, Nina Hecht und Dr. Eugen Sandica (Foto: Armin Kühn).

Herz- und Gefäßpatienten sind oft auf Spenden von Verstorbenen angewiesen.
Aber es gibt wesentliche Unterschiede zur Organspende. Darüber informiert
ein neuer Film aus dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen.

Nina Hecht ist 37 Jahre alt. Sie wurde mit einem angeborenen Herzfehler
geboren und musste deshalb bereits im Alter von einem Jahr operiert
werden. 2013 raten die Ärzte der Beamtin aus Lünen im Zentrum für
angeborene Herzfehler am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, zu einer größeren Operation, weil eine ihrer Herzklappen
aufgrund der angeborenen Fehlbildung in ihrer Funktion stark
beeinträchtigt ist.

„Ein sogenannter Homograft ist in diesem Fall die beste Alternative“,
erläutert Dr. Eugen Sandica, Direktor der Klinik für Kinderherzchirurgie
und angeborene Herzfehler am HDZ NRW, und zählt die Vorteile einer solchen
Gewebespende auf: „Im Vergleich zu einem künstlichen Klappenersatz ist die
Patientin nach der Operation nicht mehr dauerhaft auf Medikamente
angewiesen. Das Infektionsrisiko und die Komplikationsraten sind deutlich
geringer. Und die Aussichten für eine langfristig gute Lebensqualität sind
sehr gut.“

Auf die Herstellung und Bereitstellung solcher Transplantate, die von
Verstorbenen stammen und vor allem Herz- und Gefäßpatienten helfen, ist
die Gewebebank des HDZ NRW seit 2003 spezialisiert. Wie man Gewebe spenden
kann, wie man darüber am besten verfügt und wie die Aufbereitung und
anschließende Lagerung funktioniert, darüber informiert jetzt ein neuer
Film des HDZ, an dem auch Nina Hecht mitgewirkt hat.

„Im Vergleich zur Organspende ist das Thema Gewebespenden viel weniger
bekannt“, sagt Hermann Josef Knobl, Leiter der Gewebebank am HDZ NRW. „Es
gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch wichtige Unterschiede. Wir wollten
im Film das typische Beispiel einer Patientin zeigen, um zugleich über
Aufgaben und Organisation der Gewebespende zu informieren.“

Zur Wissensvermittlung im Film gehört auch, dass eine menschliche
Herzklappe bis zu fünf Jahren haltbar ist und Gewebetransplantate als
Arzneimittel gelten. Die Gewebebank des HDZ NRW arbeitet im Netzwerk mit
anderen Kliniken und Einrichtungen, um die oft lebensnotwendigen
Transplantate zur Verfügung stellen zu können. Der Film ist im YouTube-
Kanal des HDZ öffentlich eingestellt und auch über die Homepage des
Klinikums anzusehen: www.hdz-nrw.de.

Hintergrundinformation: Wie helfen Gewebespenden?

Zwischen Gewebe- und Organspenden gibt es auf Empfänger- und Spenderseite
sowie auf medizinisch betreuender Seite deutliche Unterschiede. Auch
organisatorisch sind verschiedene Einrichtungen verantwortlich: Während in
Deutschland die Organspende über das Transplantationsgesetz mit der
Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) als zentrale
Koordinierungsstelle geregelt ist, werden die Gewebetransplantate als
Arzneimittel von Einrichtungen mit den entsprechenden Erlaubnissen der
Landesbehörden und der Genehmigung der Bundesbehörde abgegeben.

Mit dem Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und
Zellen wird seit dem 01.08.2007 eine gültige EU-Richtlinie in deutsches
Recht umgesetzt. Alle an der Gewebespende beteiligten Institutionen in
Deutschland handeln auf dieser Basis. Sie werden durch Bundes- und
Landesbehörden kontrolliert.

Zugelassene Gewebebanken wie die Herzklappen- und Gefäß-Gewebebank des
Herz- und Diabeteszentrum NRW (seit 2003) stellen nach Aufarbeitung und
Antibiotikabehandlung der Gewebe diese Transplantate nach den
Sicherheitsstandards des Deutschen Arzneimittelgesetzes her (§21a AMG).
Die Homografts werden ohne Gewinninteressen an Kliniken weitergegeben und
dort in der Gefäß- und Herzchirurgie eingesetzt. Die Kosten für die
Entnahme und Aufbereitung werden von der Sozialkasse des Empfängers
getragen.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 37.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.400 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier
Universitätskliniken und Institute seit mehr als 30 Jahren
interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-
Universität Bochum.