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Diabetes-Surveillance und Diabetes-Wissen sind Thema im Journal of Health Monitoring

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„Diabetes gehört in Deutschland und in vielen anderen Staaten zu den
wichtigsten chronischen Erkrankungen und damit zu den großen Public-
Health-Herausforderungen“, betont Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident
des RKI, anlässlich der neuen Ausgabe des Journal of Health Monitoring zum
Thema Diabetes-Surveillance in Deutschland.

Daten des RKI zufolge sind in Deutschland etwa 6,7 Millionen Erwachsene
von einem diagnostizierten oder unerkannten Diabetes betroffen. Trotz
verbesserter Früherkennung und Behandlung ist Diabetes nach wie vor für
einen Teil der Betroffenen mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden.
Dazu zählen Herzinfarkt und Schlaganfall, Amputationen der unteren
Extremitäten, Erblindung und Dialysepflichtigkeit.

Bisher ist in Deutschland wenig darüber bekannt, was die Menschen zum
Thema Diabetes wissen, welche Informationen sie sich wünschen und wie sie
vorhandene Informationen einschätzen. Ein bundesweiter Befragungssurvey,
den das RKI in enger Kooperation mit der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt hat, sowie die
Messinstrumente (Indikatoren) für eine nationale Diabetes-Surveillance
sind Themen im Special Issue 3/2018 des Journal of Health Monitoring.

Unter Diabetes-Betroffenen schätzen über 90 Prozent ihr Diabetes-Wissen
als gut oder sehr gut ein. Dagegen trifft dies auf nur etwa jede zweite
Person ohne einen Diabetes zu. Während sich Diabetes-Betroffene mehr
Informationen zum Thema „Behandlung und Therapie“ wünschen, sind Personen
ohne Diabetes vor allem an mehr Informationen zu Lebensstilanpassungen,
Gesundheitsförderung und Prävention interessiert. Etwa die Hälfte aller
Erwachsenen findet es schwierig, die Vertrauenswürdigkeit von
Medieninformationen zu Diabetes einzuschätzen – unabhängig davon, ob bei
ihnen bereits ein Diabetes vorliegt oder nicht.

Das RKI hat 2015 mit dem Aufbau einer Diabetes-Surveillance begonnen, das
Vorhaben wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert.
Perspektivisch soll das Modell der Diabetes-Surveillance auf andere
chronische Erkrankungen übertragen werden. „Eine kontinuierliche
Surveillance ist die wichtige Voraussetzung zur Entwicklung und Evaluation
evidenzbasierter gesundheitspolitischer Maßnahmen, insbesondere zur
Prävention“, unterstreicht Wieler.

Zur Etablierung der Surveillance werden Indikatoren benötigt, das sind
Kennzahlen und Messinstrumente, die einen Sachverhalt beschreiben. Durch
einen mehrstufigen Prozess unter Beteiligung nationaler und
internationaler Experten konnte ein umfassendes und nachhaltiges
Indikatoren-Set definiert werden. Es umfasst 30 Kern- und 10
Zusatzindikatoren in vier Handlungsfeldern: (1) Diabetes-Risiko
reduzieren, (2) Diabetes-Früherkennung und Behandlung verbessern, (3)
Diabetes-Komplikationen reduzieren und (4) Krankheitslast und
Krankheitskosten senken. Beispiele für Indikatoren sind Rauchen,
Teilnahmequote an Disease-Management-Programmen, diabetesbedingte
Amputationen sowie verlorene Lebensjahre. Die Ergebnis-Daten zu den
Indikatoren stammen aus dem RKI-Gesundheitsmonitoring, außerdem werteten
die RKI-Wissenschaftler Routinedaten des Gesundheitswesens aus.

Ein Erfahrungsaustausch über Public-Health-Surveillance-Systeme und
Präventionsstrategien zu Diabetes in anderen Ländern findet am 7. und 8.
Juni in Berlin bei einem internationalen Workshop statt, der gemeinsam von
RKI und BZgA organisiert wird.

Weitere Informationen: www.rki.de/journalhealthmonitoring &
www.rki.de/diabsurv