„Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“ Deutsche Leberstiftung unterstützt Welt-Hepatitis-Tag
Am 28. Juli 2018 ist Welt-Hepatitis-Tag. Mit dem Motto „Hepatitis: Findet
die Millionen!“ wird weltweit dazu aufgerufen, sich über Risiken, Schutz-
und Diagnosemöglichkeiten der viralen Leber-Infektionskrankheit
Virushepatitis zu informieren. Allein an der chronischen Hepatitis B oder
C sind weltweit über 300 Millionen Menschen erkrankt – in Deutschland
gehen Experten von bis zu 600.000 infizierten Menschen aus. Da die
Erkrankungen häufig mit unspezifischen Symptomen verlaufen, bleiben sie
oft unbemerkt – und unbehandelt. Die Deutsche Leberstiftung unterstützt
die Forderung des Welt-Hepatitis-Tages, die unentdeckten Erkrankten zu
identifizieren, damit sie therapiert werden können.
Die globalen Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages sind die World Hepatitis
Alliance (WHA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seit 2011 findet
der Welt-Hepatitis-Tag am Geburtstag des amerikanischen Forschers Baruch
Samuel Blumberg am 28. Juli statt, der 1965 das Hepatitis B-Virus (HBV)
entdeckte. Hepatitis B ist die weltweit häufigste Virusinfektion. Als
Therapie gegen chronische Hepatitis B können wirksame Medikamente
verordnet werden. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten
Jahren enorm verbessert. Mittlerweile kann bei fast jedem Patienten eine
Viruskontrolle erreicht werden. Eine Impfung, die von der WHO seit 1992
empfohlen wird, schützt vor Hepatitis B.
Die chronische Hepatitis C zählt nach der Fettleberhepatitis
beispielsweise durch Alkohol oder Übergewicht und Diabetes mellitus zur
zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und Leberzellkrebs in
Deutschland. Eine Impfung gegen das Hepatitis C-Virus (HCV) existiert noch
nicht. Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung
der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus
eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents). Damit kann
die chronische Hepatitis C bei sehr vielen Patienten geheilt werden. Die
Heilungsraten dieser Interferon-freien Therapien mit acht bis zwölf Wochen
Therapiedauer sind sehr hoch, sie liegen in der Regel bei über 90 Prozent.
Nach Angaben der WHO verursachen virale Hepatitiden weltweit jährlich mehr
Todesfälle als jeweils Malaria, HIV oder Tuberkulose. Viele der an einer
Hepatitis erkrankten Menschen wissen nichts von ihrer Infektion, die
häufig über einen langen Zeitraum symptomlos bleibt. Unbehandelt können
Hepatitis-Virusinfektionen zu Leberzirrhose, Leberkrebs und Tod führen.
Hepatitis als Infektionskrankheit einzudämmen, gehört zu den Zielen der
Vereinten Nationen. Auch die deutsche Bundesregierung signalisiert mit
„BIS 2030 – Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und
anderen sexuell übertragbaren Infektionen“, dass ihr das Thema wichtig
ist.
Experten sehen die größte Herausforderung bei der Eliminierung der
Virushepatitis in der hohen Dunkelziffer: „Nur wer weiß, dass er krank
ist, kann behandelt werden. Wer behandelt wird, hat eine sehr hohe Chance
auf Heilung. Ein einfacher Bluttest kann Klarheit schaffen“, sagt
Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung und ergänzt: „Wir unterstützen das Motto des diesjährigen
Welt-Hepatitis-Tages. Hepatitis-Diagnostik muss ein aktuelles „Public
Health“-Thema werden. Um die unbekannt Infizierten zu entdecken, sollten
die Bevölkerung und auch spezifische Zielgruppen über die Erkrankung, die
Präventions- und Therapiemöglichkeiten aufgeklärt werden. Beispielsweise
ist die hohe HBV- und HCV-Prävalenz bei Insassen in
Justizvollzugsanstalten eine Herausforderung, die politische Maßnahmen für
Screening und Behandlung dieser Personengruppen dringend notwendig
machen.“
Diese dringende Notwendigkeit, über das Thema Virushepatitis zu
informieren, belegt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitutes
TNS EMNID: Nur 14 Prozent der Deutschen denken über das eigene Hepatitis
C-Risiko nach. Entsprechend gering ist die Motivation der Menschen, das
Thema Virus-Hepatitis mit dem Hausarzt zu besprechen und sich testen zu
lassen. Ein erster Schritt zur Einschätzung der eigenen „Leber-Gesundheit“
kann der „Lebertest “ der Deutschen Leberstiftung sein, mit dem
Interessierte feststellen können, ob bei ihnen ein erhöhtes Risiko für das
Vorliegen einer Lebererkrankung besteht. Auf der Website http://www
.deutsche-leberstiftung.de steht der „Lebertest“ unter dem Menüpunkt
„Service“ zum Download bereit. Eine individuelle medizinische Beratung ist
in der Telefonsprechstunde möglich, in der ärztliche Experten alle Fragen
zu den Themen Leber und Lebererkrankungen beantworten. Die
Telefonsprechstunde ist von Montag bis Donnerstag zwischen 14:00 und 16:00
Uhr besetzt und unter 01805 – 45 00 60 (€ 0,14/Min. aus dem deutschen
Festnetz, max. € 0,42/Min. aus dem Mobilfunk) erreichbar.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich. Weitere Informationen: http://www.deutsche-
leberstiftung.de.
BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro. Weitere Informationen: http://www.deutsche-
leberstiftung.de/Leber-Buch.
