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NCT Dresden etabliert Bildgebungsplattform für die Forschung im Wert von sechs Mio. Euro

Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung.  Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht
Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung. Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht
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Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung.  Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht
Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung. Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht

Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)
Dresden profitieren ab sofort von einem Ensemble an Bildgebungsgeräten,
das so europaweit nur an wenigen Standorten vorhanden ist. Die für die
patientennahe Forschung bestimmte Plattform umfasst ein integriertes
Ganzkörpergerät für die Magnetresonanztomographie (MRT) und die
Positronen-Emissions-Tomographie (PET), einen Dual-Energy-
Computertomographen sowie zwei hochmoderne Ultraschall-Systeme. Die NCT-
Forscher werden die Geräte nutzen, um in klinischen Studien die
Strahlentherapie zu verbessern, die Präzision minimalinvasiver
Krebsbehandlungen zu erhöhen oder neue radioaktive Sonden für die PET-
Bildgebung zu etablieren.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität
Dresden, des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des
Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

Medizinische Forschung findet häufig abends oder am Wochenende statt. Ein
Grund hierfür ist, dass nötige Geräte meist durchgehend im Klinikalltag im
Einsatz sind. „Am NCT Dresden stehen Wissenschaftlern ab sofort
verschiedene High-End-Bildgebungsgeräte für ihre patientennahe Forschung
zur Verfügung, 24 Stunden, an sieben Tagen pro Woche. Dies ist eine
wichtige Grundlage, um die Krebsforschung voranzutreiben“, sagt Prof.
Mechthild Krause, Geschäftsführende Direktorin am NCT Dresden. Im Rahmen
von Studien profitieren Patienten des Universitätsklinikums Carl Gustav
Carus unmittelbar von der neuen Bildgebungsplattform.

Sehr genaue Aufnahmen aus dem Körperinneren sind eine wichtige Grundlage,
um Krebserkrankungen möglichst schonend mit minimalinvasiven Verfahren zu
behandeln. Hierbei kann beispielsweise eine Sonde über einen kleinen
Schnitt im Bauch zu einem Tumor in der Leber geführt werden. Mit
hochfrequentem Strom wird das Krebsgewebe dann auf über 100 Grad Celsius
erhitzt und abgetötet. Mittels exzellenter Bildgebung wollen die NCT-
Wissenschaftler die Präzision minimalinvasiver Verfahren zukünftig weiter
erhöhen. Zudem können durch exakte Planungsbilder CT-Kontrollaufnahmen
während der Behandlung verringert und die Strahlenbelastung für die
Patienten und das Personal minimiert werden.

Die integrierte MRT/PET-Bildgebung ermöglicht es, verschiedene Weichgewebe
sehr genau zu unterscheiden und die Herkunft des PET-Signals exakt zu
lokalisieren. NCT-Wissenschaftler in Dresden und Heidelberg wollen so
beispielsweise den eigentlichen Primärtumor bei Patienten mit
Prostatakrebs noch genauer ermitteln und davon ausgehend die
Strahlentherapie noch präziser auf den einzelnen Patienten zuschneiden.
Mithilfe der simultanen Aufnahmetechnik wollen die Forscher außerdem
frühzeitig feststellen, wie mit einer Chemotherapie behandelte Patienten
mit Bauchspeicheldrüsenkrebs auf die Behandlung ansprechen. Zudem sollen
mithilfe des MRT/PET-Gerätes neue radioaktive Substanzen für die PET-
Bildgebung – so genannte Radiotracer – getestet werden, die
Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickeln.

„Unser Ziel ist es, die Krebstherapien in Zukunft deutlich zu
individualisieren, also auf die jeweiligen Patienten und ihre Erkrankungen
zuzuschneiden“, erklärt Prof. D. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand
des Universitätsklinikums Dresden. „Die neue Bildgebungsplattform ist ein
wichtiges Instrument, um diese personalisierte Krebsmedizin
voranzutreiben.“

Zum Geräte-Ensemble der Firma Siemens Healthineers zählen ein integriertes
MRT/PET-Gerät mit simultaner Aufnahmetechnik (Typ „Biograph mMR“), ein
Dual-Energy-CT (Typ „SOMATOM Definition Edge“) und zwei Ultraschall-
Systeme (Typ „ACUSON S3000“). Das 3-Tesla-MRT/PET-Gerät zeichnet sich
dadurch aus, dass es MRT- und PET-Daten nicht nacheinander erfasst und
anschließend fusioniert, sondern beide Informationen simultan erheben
kann. Dadurch erhalten die Wissenschaftler in vollständiger räumlicher
Deckung Auskunft zu Gewebeeigenschaften sowie zum Stoffwechsel von Zellen.
Das Dual-Energy-CT erzeugt gleichzeitig Aufnahmen mit zwei verschiedenen
Röntgenenergien. Dabei erfasst es je Rotation 128 Körperschichten mit
einer zeitlichen Auflösung von 140 Millisekunden.

„Im Rahmen unserer Forschungspartnerschaft erhält das NCT Dresden
hochmoderne Bildgebungssysteme, wie sie so europaweit nur an wenigen
Einrichtungen stehen. Gemeinsam mit dem NCT wollen wir nahe an der Praxis
die Bildgebungstechnologien und Diagnosemöglichkeiten weiterentwickeln“,
sagt Stefan Schaller, bei Siemens Healthineers Leiter der
Deutschlandorganisation.

Die Plattform im Wert von rund sechs Millionen Euro wurde durch Mittel des
NCT/Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) finanziert, die der Bund und
der Freistaat Sachsen im Verhältnis von 90 zu 10 bereitstellen. Aktuell
ist die NCT-Bildgebungsplattform in einem eigens hierfür konstruierten
Container auf dem Gelände des Universitätsklinikums Dresden untergebracht.
Ab 2020 wird sie im dann fertiggestellten, benachbarten NCT-Neubau
untergebracht sein.