Fettleber – häufigste Lebererkrankung kann durch Diät und Bewegung vermieden und geheilt werden
Auch Krankheitsursachen sind abhängig von Trends: Früher waren Alkohol und
fettes Essen die Hauptursachen für die Entstehung einer Fettleber. In den
letzten Jahren zeigt sich, dass die häufigste Lebererkrankung in
Deutschland immer öfter durch einen bewegungsarmen Lebensstil und
ungesunde Ernährung ausgelöst wird. Viele Betroffene ahnen nichts von
ihrer Fettlebererkrankung, die ernsthafte Folgen haben kann. Mit der Frage
„Ist Ihre Leber gesund?“ lenken die Ausrichter des Deutschen Lebertages –
Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche Leberhilfe e. V. –
die Aufmerksamkeit bereits im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages am 20.
November 2018 auf die „Trenderkrankung“ Fettleber.
„Zu den Ursachen, die meistens in Kombinationen zu einer
Fettlebererkrankung führen, zählen neben falscher Ernährung,
Bewegungsmangel und Übergewicht, starker Alkoholkonsum oder auch ein
bestehender Diabetes mellitus“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und führt weiter aus:
„Eine Fettlebererkrankung kann auch durch seltene genetische Ursachen
bedingt sein. Dies sollte insbesondere bei schlanken Patienten mit
ausgeprägter Fettleber berücksichtigt werden.“
Leberexperten sind sich einig: Nur ein Arztbesuch kann Gewissheit geben.
Damit eine erkrankte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung
entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist
der Test der Leber-Blutwerte wichtig. Dieser gehört in der Regel nicht zu
den Routine-Untersuchungen.
Speziell übergewichtige Menschen und Patienten mit einem Diabetes mellitus
sollten beim Arztbesuch eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und
abklären.
Mediziner unterscheiden zwischen einer nicht-alkoholischen Fettleber
(NAFL) und einer alkoholischen Fettleber (AFL) – häufig ist es schwierig,
diese Unterscheidung eindeutig zu treffen. Im ersten Stadium der
Erkrankung handelt es sich bei beiden Erkrankungsvarianten um eine reine
Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. In der zweiten
Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits
entzündliche Reaktionen, man spricht von einer Steatohepatitis. Aus dieser
Fettleberhepatitis kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und
im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) entwickeln.
Auch Leberzellkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer
entzündeten Fettleber.
Es gibt bislang keine anerkannte medikamentöse Behandlung der Fettleber:
„Aktuell sind verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen
Wirkprinzipien in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Reduzierung des
Körpergewichts führt in jedem Fall zur Reduzierung von Leberfett und
Fibrose“, sagt Professor Manns.
Diesen direkten Zusammenhang von Körpergewicht, Fitnesslevel und
Lebergesundheit bestätigen immer mehr aktuelle Studienergebnisse: Bereits
eine Gewichtsreduktion von über zehn Prozent bewirkt in den meisten Fällen
die Rückbildung einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) und eine
Verbesserung einer Leberfibrose.
Vielen Menschen ist dieser direkte Zusammenhang zwischen dem Risikofaktor
Lebensstil und Fettlebererkrankung nicht bekannt. Und die Frage „Ist Ihre
Leber gesund?“ wird vermutlich auch von medizinischer Seite zu selten
gestellt. Um unter anderem für den aktuellen Themenkomplex „Fettleber und
Lebensstil“ mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und auch bei
hausärztlichen und fachärztlichen Versorgern zu generieren, stellen die
Ausrichter die Lebergesundheit am 20. November 2018 bundesweit im Rahmen
des 19. Deutschen Lebertages in den Fokus. Das Besondere in diesem Jahr:
Bei zwei kostenfreien Telefonaktionen werden Leber-Experten die
individuellen Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten. Die
Details zu diesen Lebertag-Telefonaktionen werden rechtzeitig
veröffentlicht.
Mehr Infos zum 19. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org
Die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2018:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
geschaeftsstelle@gastro-liga.d
http://www.gastro-liga.de
