Zum Hauptinhalt springen

Herz-Lungen-Maschine seit 65 Jahren erfolgreich im Einsatz

Herz-Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine
Herz-Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine
Pin It
Herz-Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine
Herz-Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine

Seit 1958 wird die Herz-Lungen-Maschine erfolgreich in deutschen
Operationssälen eingesetzt. Als Durchbruch für die Herzchirurgie galt  die
vom Herzchirurgen John Gibbon  erstmals 1953 durchgeführte Herzoperation,
bei der die HLM 45 Minuten die totale Herz-Kreislauf-Funktion der
Patientin übernahm.

Jährlich werden bundesweit ca. 100.000 Herzoperationen durchgeführt, davon
allein rund 77.000 unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine“, erklärt
Herzchirurg Dr. Andreas Beckmann, Geschäftsführer der Deutschen
Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. „Dank der Herz-Lungen-
Maschine sind seit nunmehr 65 Jahren Herzoperation möglich, die zuvor
nahezu undenkbar waren. Das komplexe Medizingerät ermöglicht die
Verlagerung der Herz- und Lungenfunktion außerhalb des Körpers.“

Dabei ersetzt die Herz-Lungen-Maschine (HLM) sowohl die Pumpfunktion des
Herzens als auch die lebensnotwendige Sauerstoffanreicherung
(=Oxygenierung) des Bluts wie auch die Gasaustauschfunktionen der Lunge,
und ermöglicht so, dass das zuvor stillgelegte Herz operiert wird. Während
der Operation wird die HLM, die in unmittelbarer Nähe zum Operationstisch
steht, von einem speziell qualifizierten Kardiotechniker bedient.
„Abgesehen von den genannten Hauptfunktionen, kann über die HLM auch die
Körpertemperatur des Patienten kontrolliert gesenkt werden, was für einige
Eingriffe am Herzen zwingend notwendig ist, um das Herz, und auch die
übrigen Organe, vor Schäden zu bewahren“, erklärt Dr. Beckmann. „Das
Wesentliche ist, dass das eröffnete Herz vollständig aus dem Kreislauf
ausgeschaltet sein muss, um die Operation überhaupt zu ermöglichen.“

Der amerikanische Herzchirurg John Gibbon wandte 1937 die erste HLM an,
wobei es ihm gelang, das Blut aus einer ins Herz mündenden Hohlvene in
einen sogenannten Oxygenator umzuleiten, dort das Blut mit Sauerstoff
anzureichern und sauerstoffeiche Blut wieder in den Körper zurück zu
führen. Als Durchbruch für die Herzchirurgie galt seine erstmals 1953
durchgeführte Herzoperation, bei der die HLM 45 Minuten die totale Herz-
Kreislauf-Funktion der Patientin übernahm.

An der ersten offenen, in Deutschland durchgeführten Herzoperation 1958 in
Marburg durch Prof. Rudolf Zenker, war Prof. Hans Georg Borst, einer der
Gründungsväter der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und
Gefäßchirurgie, maßgeblich beteiligt und bediente u.a. die Herz-Lungen-
Maschine. „Das war ein entscheidender und revolutionärer Durchbruch für
die gesamte Herzchirurgie“, so der Träger der Paracelsus-Medaille.

„Heute findet die HLM bei einer Vielzahl von Herzoperationen ihre
Anwendung wie zum Beispiel bei der Reparatur oder dem Ersatz von
Herzklappen, der koronaren Bypass-Operation, der Korrektur angeborener
Herzfehler, dem Ersatz der Hauptschlagader oder bei Herz- und
Lungentransplantationen“, erläutert Dr. Beckmann.